Asteroiden kennen wir Menschen erst seit knapp 200 Jahren. Der erste der kleinen Himmelskörper wurde 1801 entdeckt (und wer mehr darüber erfahren will, dem kann ich mein neues Buch “Asteroid Now – Warum die Zukunft der Menschheit in den Sternen liegt” empfehlen). Kometen dagegen waren schon von Anfang an bekannt. Die meiste Zeit über wussten die Menschen allerdings nicht, was das für seltsame Objekte am Himmel sein sollten, die plötzlich auftauchten, ein paar Wochen lang geisterhaft in der Nacht leuchteten und dann ebenso plötzlich wieder verschwanden. Und auch die hellen Meteore, die kurzfristigen Leuchterscheinungen am Himmel und die Sternschnuppen, die oft in regelrechten Schauern über den Himmel huschten, waren lange unverstanden. Das hat die Menschen aber nicht davon abgehalten, über ihre Natur und Bedeutung nachzudenken und vor allem nicht davon, Bilder von ihnen anzufertigen. Eine wunderbare Sammlung solcher Abbildungen mit Kometen und Meteoren kann man im Public-Domain-Review-Projekt finden, das freie Bilder sammelt. Dort gibt es ein Album mit dem schönen Namen “Flowers of the Sky”, das ihr euch unbedingt ansehen solltet.

Hier sind ein paar meiner Highlights. Zum Beispiel diese grandiose Zeichnung aus dem Augsburger Wunderzeichenbuch aus dem 16. Jahrhundert:

Das Buch enthält noch viel mehr tolle Abbildungen von Kometen; zum Beispiel diese hier:

Damals hat man Kometen aber meistens als Unheilsbringer und schlechte Omen angesehen. Sie waren eben etwas, das man nicht kannte und sich nicht erklären konnte und so wie heute hat man auch früher am meisten Angst vor dem Unbekannten hat. Und dann sieht man eben keine schöne Himmelserscheinung, sondern jede Menge böse Schwerter:

Dieses Bild eines Kometens über Katalonien aus dem Jahr 1704 ist dagegen wieder besonders prachtvoll (und würde sich als Poster wunderbar an meiner Wand machen):

Und diese Darstellung aus dem Jahr 1804 hat zwar nicht viel mit der Realität zu tun, ist aber trotzdem sehr faszinierend:

Wissenschaftlichen Anspruch kann man dagegen in dieser Darstellung des Meteoritenfalls von Knyahinya aus dem Jahr 1866 erkennen (der Meteorit kann übrigens heute noch im Naturhistorischen Museum in Wien besichtigt werden):

Schaut euch auch noch die anderen Bilder der Sammlung an. Es lohnt sich!

Heute wissen wir natürlich viel besser über Kometen Bescheid, als früher. Immerhin haben wir erst letztes Jahr das erste Mal in der Geschichte der Menschheit eine Raumsonde auf so einem Himmelskörper gelandet! Die Bilder, die wir nun von Kometen machen können, sind wesentlich realistischer. Es sind ja echte Bilder und keine Zeichnungen mehr. Sie sind aber immer noch so faszinierend wie damals:

In diesem Bild von Rosettas Komet sieht man ganz detailliert eine der Gegenden, aus denen Staub und Gas hinaus ins All strömen, um dort dann den Schweif zu formen, der die Menschen früherer Zeiten so verwirrt und geängstigt hat:

Und dieser Riss der sich durch den Kometen zieht könnte eventuell dafür sorgen, dass er bei der Annäherung an die Sonne auseinander bricht:

Mittlerweile gibt es auch schon eine Karte von Rosettas Komet, auf der die verschiedenen Regionen offizielle Namen bekommen haben:

Kometen waren faszinierend, Kometen sind immer noch faszinierend und sie werden es auch in der Zukunft sein!

(via Astropixie)

Kommentare (11)

  1. #1 Mystiker343
    2. Februar 2015

    Man darf sich nicht nur wissenschaftlich mit Kometen beschäftigen. Sondern man muss sich auf fragen, was das Erscheinen von Kometen bedeutet. Siehe dazu
    http://anthroposophie.byu.edu/vortraege/118_08.pdf
    Zudem hat es keinen Urknall gegeben. Das Universum ist zeitlich und räumlich unendlich. Siehe dazu
    http://hauptplatz.unipohl.de/Wissenschaft/Hintergruende.htm
    Die Welt wurde auch nicht von Gott “erschaffen”, sondern existiert von Natur aus. Im Übrigen ist das Beten sinnlos. Ein Mensch muss u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Und sich dann mit Geistheilung und mystischen Erfahrungen (gemäß C. G. Jung und Meister Eckhart) beschäftigen.

  2. #2 Martin
    2. Februar 2015

    @Mystiker
    dein erster Link diskreditiert alles weitere… so ein Geschwafel und das schon auf der ersten Seite. Komm mal klar!!!

  3. #3 Sternenfreundin
    2. Februar 2015

    Die Bildersammlungen auf dieser Seite sind sehr interressant! Vielen Dank für den Link! Vor allem wenn man sich die Bilder ansieht, wie sich die Menschen damals die Zukunft (unsere Gegenwart) vorgestellt haben! Es sind auch viele schöne mittelalterliche Bilder dabei!

  4. #4 wereatheist
    2. Februar 2015

    #1:
    Dass das Rudolf Steiner Online Archive nun ausgerechnet bei den Mormonen (Brigham Young University, Provo, Utah) gehostet wird, muss auch irgenwas zu bedeuten haben…
    On Topic: Die bunte Landschaftskarte von ‘Chury’ würd sich als Poster sehr gut ausnehmen, aber natürlich auch manche der historischen Darstellungen.

  5. #5 Higgs-Teilchen
    3. Februar 2015

    @Florian

    Wie ist eigentlich der aktuelle Stand was Rosetta und Tschuri angeht? Sind da schon irgendwelche Ergebnisse veröffentlicht worden?

  6. #6 Florian Freistetter
    3. Februar 2015

    @Higgs: ja, es sind erst kürzlich viele Ergebnisse publiziert worden. Der link sollte aber auch im Artikel sein.

  7. #7 Stefan K.
    3. Februar 2015

    Higgs, Ich bin ja niemand, der sich da in irgendeiner Form auskennt, aber die Bilder in diesem Beitrag allein sind für mich doch eh veröffentlichte Ergebnisse

  8. #8 doedel
    3. Februar 2015

    @#1: merkwürdige Geisteshaltung.

  9. #9 bruno
    3. Februar 2015

    ..gibt es denn vor/seit 1000 Jahren irgeneine Unterscheidung zwischen Asteroiden und Komenten (und Meteoren und Meteoriten)?

  10. #10 Florian Freistetter
    4. Februar 2015

    @bruno: “gibt es denn vor/seit 1000 Jahren irgeneine Unterscheidung zwischen Asteroiden und Komenten (und Meteoren und Meteoriten)?”

    Da man den ersten Asteroid erst 1801 entdeckt hat, war diese Unterscheidung kaum nötig… Und ja, zwischen Asteroiden und Kometen hat man immer schon unterschieden. DIe sehen am Himmel ja auch völlig unterschiedlich aus.

  11. #11 krypto
    4. Februar 2015

    @Florian:
    Das Bild von 1704 erinnert stark an einen Meteor, der explodiert und sich in 3 große Bruchstücke aufteilt.