Vor zwei Jahren (und drei Tagen) ist über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor explodiert”. Er hat enormen Sachschaden angerichtet, sehr vielen Menschen überall auf der Welt jede Menge Angst eingejagt und glücklicherweise keine Todesopfer gefordert. Zum Jahrestag des Ereignisses wurde nun auf der Seite des “Asteroid Day” ein sehr schönes interaktives Video veröffentlicht.

Rauschspur des Meteors von Tscheljabinsk am Himmel über Russland (Bild: Nikita Plekhanov, CC-BY-SA 3.0

Rauschspur des Meteors von Tscheljabinsk am Himmel über Russland (Bild: Nikita Plekhanov, CC-BY-SA 3.0

Habe ich hier im Blog eigentlich schon vom “Asteroid Day” berichtet? Der wird am 30. Juni 2015 stattfinden und soll über die Gefahren die von den Asteroiden drohen aufklären, aber auch über die Möglichkeiten informieren, die uns die Asteroidenforschung bietet. Ich bin sicher, dass ich dazu noch das eine oder andere schreiben werde und wenn es meine Zeit erlaubt, gibt es am 30. Juni vielleicht auch kleine Aktion… (eine komplette “Asteroidenreise” wie im letzten Jahr werde ich allerdings nicht schaffen).

Bis dahin empfehle ich euch auf jeden Fall das tolle Video anzusehen. Dank der vielen Kameras die in den russischen Autos installiert sind, gibt es vom Tscheljabinsk-Meteor jede Menge Videomaterial und ihr könnte euch in dem Video durch die verschiedenen Ansichten klicken und das Ereignis aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten:

Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr auch gleich beim “Asteroid Day” mitmachen. Tragt euch in die Unterstützerliste ein; folgt der Aktion bei Facebook und Twitter und schaut euch an, was diverse (Wissenschafts)Promis zu den Asteroiden zu sagen haben!

Kommentare (15)

  1. #1 advanced deep space propeller
    18. Februar 2015

    Besuchst du noch Konferenzen FF?
    http://www.pdc2015.org/
    Die könnte interessant sein vielleicht verbunden mit einer Radltour nach Frascati,Italien?? 🙂

  2. #2 Florian Freistetter
    18. Februar 2015

    @asp: Klingt interessant, aber Konferenzbesuche kann ich mir als Nichtwissenschaftler mittlerweile kaum mehr leisten. Hier will man ja auch wieder 550,- Konferenzgebühr haben…

  3. #3 McPomm
    18. Februar 2015

    Vielleicht eventuell in voller Höhe von der Steuer absetzbar? Weiterbildung, die nicht vom Arbeitgeber bezahlt wird, oder so…

  4. #4 Florian Freistetter
    18. Februar 2015

    @McPomm: Selbst wenn, dann habe ich nicht so viel Geld übrig, um mal eben nen 1000er oder so für einen Konferenzbesuch mit allen Nebenkosten im Ausland auszugeben. Ich verdien zwar Geld mit meiner Arbeit. Aber reich werde ich dadurch nicht.

    (Und da ich gerade erfahren habe, dass die Bahn wieder mal streikt, stehen die Chancen gut, dass ich demnächst ein paar meiner Veranstaltungen absagen muss und noch weniger verdiene…)

  5. #5 meregalli
    18. Februar 2015

    In Österreich sind die car-cams aus Datenschutzgründen verboten.
    Wenn ich also einem Asteroiden unterwegs begegne ,- das glaubt mir keiner. (Gilt aber auch für eine Marienerscheinung)

  6. #6 JayBee
    19. Februar 2015

    @ Florian

    Das klingt übrigens merkwürdig, wenn Du Dich als Nichtwissenschaftler bezeichnest. Wissenschaftler bist Du doch immer noch, auch wenn Du nicht mehr im Wissenschaftsbetrieb arbeitest, oder?

  7. #7 Florian Freistetter
    19. Februar 2015

    @JayBee: Kommt drauf an, wie man das Wort definiert. Für mich ist ein Wissenschaftler jemand, der aktiv forscht. Und das tue ich halt nicht mehr…

  8. #8 Till
    19. Februar 2015

    @Florian ich habe eben diesen Artikel bei spiegel online gelesen, in dem berichtet wurde, dass vor 70 000 Jahren ein roter Zwerg in nur 0.8 Lichtjahren (also innerhalb der Oortschen Wolke) das Sonnensystem passiert hat. Dabei sind doch bestimmt die Bahnen einiger Kometen gestört worden. Bedeutet das jetzt, dass wir uns auf jede menge Kometen freuen dürfen? Wenn ja, wann ist mit der Ankunft der Kometen zu rechnen (ich meine mal irgendwo etwas gelesen zu haben, dass Kometen aus der Oortschen Wolke ins innere Sonnensystem einige Millionen Jahre unterwegs sind)?

  9. #9 Alderamin
    19. Februar 2015

    @Till

    Dabei sind doch bestimmt die Bahnen einiger Kometen gestört worden.

    Ja, bestimmt.

    Bedeutet das jetzt, dass wir uns auf jede menge Kometen freuen dürfen?

    Im Prinzip schon, aber nicht wir (und “freuen” ist die Frage, die Dinosaurier fanden es nicht zum Totlachen).

    Wenn ja, wann ist mit der Ankunft der Kometen zu rechnen (ich meine mal irgendwo etwas gelesen zu haben, dass Kometen aus der Oortschen Wolke ins innere Sonnensystem einige Millionen Jahre unterwegs sind)

    So ist das. Phil Plait gibt 1,93 Millionen Jahre an. Ich hatte mal überschlagen, 0,8 Lichtjahre sind 50000 AU, d.h. 250000 AU große Halbachse, das ergäbe eine Umlaufzeit (Kepler 3: T²/1 Jahr² = a³/ 1AU³) von T = √(25000³) =3,95 Millionen Jahren, davon die Hälfte für den halben Orbit von dort bis zu uns, das wären 1,97 Millionen. Kommt hin. Vor 2 Millionen Jahren tauchten die ersten Wesen der Gattung Homo auf. Ich bin nicht sicher, ob es davon noch welche in 2 Millionen Jahren gibt.

  10. #10 Till
    20. Februar 2015

    @Alderamin Gut zu wissen, danke für die ausführliche Erklärung!

    Wir könnten ja den gregorianischen Kalender in 1.97 Millionen Jahren enden lassen, dann haben die Intelligenten Wesen dieser Zeit etwas zum rätseln und evtl. eine Vorwarnung…

  11. #11 Bumms
    15. Juli 2016

    Zu dem Thema mal ein Artikel:
    http://www.berliner-zeitung.de/wissen/glueck-im-unglueck-meteorit-von-tscheljabinsk-hatte-gewaltige-wucht-3060336
    Zitat:
    …. Und der noch dazu völlig unerwartet aufgetaucht war.
    „Das lag in diesem Fall an zwei Faktoren“, erklärt Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin. Der anfliegende Gesteinsbrocken habe aufgrund seiner geringen Größe nur wenig Sonnenlicht reflektiert, sei also ohnehin schwer auszumachen gewesen. Außerdem sei er auf seiner Umlaufbahn gewissermaßen aus der Sonne gekommen. „Ein solches Objekt, wie groß es auch sein mag, kann kein Teleskop finden“, sagt der Astrophysiker.

    Zitatende

    Anmerkung:
    Dass das Ding überraschend kam ist ja nun Fakt, dazu kommt die Erklärung des Experten, dass das kein Versehen” war sondern EGAL WIE GROSS, aus einer bestimmten Richtung nichts im voraus erkannt werden kann.
    Frage:
    Wie groß ist dieser “tote Winkel”?
    Die Sonne ist je schon relativ groß und wie ist das denn, wenn wir Mitte Februar 2013 mal dieser Bahn dieses Körpers nahe waren, sind wir es dann wie z.B. bei den Quatrantiden nicht auch in den weiteren Jahren immer um diese Zeit?
    Und was die Quatrantiden angeht, sei zwischen dem Staub eben auch mal ein größerer Brocken dabei http://www.astronews.com/news/artikel/2004/01/0401-003.shtml
    Vielleicht ist es so dass 2017 wenn wir in die Nähe der Bahn des Tscheljabinskdings kommen andere Umstände sind und da kein “toter Winkel” sonern eben ein anderer Bereich im Toten Winkel, aber irgendwo ist halt immer die Sonne.
    Und wie ist das grundsätzlich mit dem Thema, dass wenn mal irgendwo was geflogen ist, da neben kleineren auch größere Dinge nachkommen können wenn man da mal wieder durch muss, der letzte Artikel legt das ja nahe….

    Was Deine Tätigkeit und Perspektiven angeht ist wohl an die Lesch-Schiene zu denken, aber das reine Wissenschaftsinteresse der Massen “wenn alles ruhig ist” hält sich eben in Grenzen und da Du zurecht keine Panikmache betreibst, wird es eben wohl so sein, dass der Erfolg mit davon abhängt, was uns hier aus “den toten Winkeln” tatsächlich um die Ohren fliegt, ob man will oder nicht….

  12. #12 PDP10
    15. Juli 2016

    @Bumms:

    Wenn du den Artikel den du verlinkt hast schon zitierst, solltest du vielleicht auch aus dem letzen Absatz zitieren:

    Was die Abwehr noch größerer Objekte angeht, ist der Physiker am DLR-Institut für Planetenforschung grundsätzlich vorsichtig optimistisch. Die erdnahen Asteroiden im Größenbereich von mehreren Kilometern seien praktisch vollständig bekannt, so dass hier eine Vorwarnzeit von vielen Jahrzehnten bestehe.

    Soll heißen: Für die wirklich großen Brocken gibt es keinen toten Winkel, weil wir die inzwischen praktisch alle kennen. Inklusive Bahndaten etc.

    Und der letzte Absatz deines Posts ist eine unverschämte Unterstellung.

  13. #13 Bumms
    16. Juli 2016

    OK, dort steht “vorsichtig optimistisch” und “praktisch alle”, ich verstehe diese Formulierungen und wann man sie gebraucht ja sehr gut, deshalb meine Sorge….

  14. #14 Alderamin
    16. Juli 2016

    @Bumms

    Aus dem “toten Winkel” (sprich: Tagseite, Richtung der Sonne) können nur Objekte kommen, die man in größerer Entfernung nicht sehen kann, z.B. Brocken von höchstens mehreren 10 m Durchmesser. Alle größeren kann man schon finden, wenn sie auf ihrer Bahn um die Sonne in Sonnenferne sind. Im Bereich unter 100 m kennen wir in der Tat das meiste Zeugs noch nicht (oberhalb 1 km fast alles, zwischen 100m und 1 km rund die Hälfte), aber diese Klasse verursacht bestenfalls lokale Schäden, und nur 3% der Erdoberfläche sind überhaupt bebaute Fläche.

    Natürlich könnte ein im unglücklichen Winkel einschlagender Eisen-Meteoroid von 50 m nächsten Mittwoch zufällig genau eine Großstadt treffen und verwüsten, aber die Chance, dass man dabei umkommt, ist verglichen mit dem Risiko, von einem Auto überfahren zu werden oder gar an Rauchen oder zu fettem Essen zu Tode zu kommen, verschwindend klein. Wegen der Autos und der ungesunden Lebensweise wird aber vergleichsweise weniger Panik gemacht, als wegen Asteroiden oder Terrorismus.

    Gestern meinte beispielsweise eine Dame in einer Talkshow, nach dem Anschlag in Nizza würde sie ihre Kinder nicht zum Feuerwerk “Kölner Lichter” gehen lassen, die müssten sich das im Fernsehen anschauen. Aber am Straßenverkehr dürfen sie vermutlich teilnehmen. Der Mensch fürchtet sich vor dem lauten, seltenen Tod mehr als vor dem leisen, der hinter jeder Ecke lauert.

  15. #15 Bumms
    16. Juli 2016

    Ja danke, da es viele blöde Panikmacher gibt, gibt es als Gegenreaktion auf der anderen Seite leider manchmal eben auch so eine Tendenz “aus guten Motiven” abzuwiegeln. Wissenschaft muss aber wie ich meine immer objektiv, neutral und ehrlich sein, nur so kann echtes Vertrauen entstehen.
    Deshalb schätze ich ehrliche Erklärungen wie sich Deine anhört.
    Leider wurde in der Vergangenheit in den Medien manchmal bei mir so ein Gefühl geweckt dass man etwas krampfhaft beschwichtigen will und wenn das mal da ist, wird man eben besonders kritisch.
    Also OK, wir haben wie Du sagst einen stabilen Zustand und wissen über das meiste Bescheid da oben. Dann bin ich mal gespannt wie lange es dauert bis dann wieder jemand kommt und ich erfahre, dass es da doch noch diesen und jenen Ausnahmefall gibt.
    Was aber die psychologischen Aspekte und Wahrscheinlichkeiten angeht hast Du völlig Recht aber das ist halt so, ein Hai ist eben ein psychologischer Faktor aber es baden dann doch immer noch genug Leute im Meer und einige davon werden dann auch gefressen, ich sehe da einfach keinen Bedarf denen die eben Angst haben das krampfhaft auszureden. Solange es nicht um Geschäftemacherei geht und richtige Lügen etc. ist es doch nicht schlimm wenn Leute bestimmte Risiken eben besonders im Blick haben. Aber OK, ich hab jetzt auch keinen Überblick wieviele Leute deshalb momentan ihre Tage “meteoritensicher” unter dem Bett verbringen und was das den Steurzahler vielleicht kostet…. und Dein Beispiel zeigt ja tatsächlich dass es auch Ängste gibt die wie bei der Frau sich dann auch auf andere Leute auswirken, da wird es dann schon problematischer……