Heute bin ich in der Rhön und halte am Abend einen Vortrag im “Haus der Schwarzen Berge”. Es ist mein erster Besuch in dieser Gegend und sie gefällt mir sehr gut! Ich habe mich vorab natürlich auch ein wenig informiert, was es hier für regionale Besonderheiten und vor allem für kulinarische Spezialitäten gibt. Und bin dabei auf den Zwiebelkuchen gestoßen, der in der Gegend um Fulda als Zwibbelsploatz besonders gut sein soll. Und da ich mich in letzter Zeit ja öfter mit der Verbindung zwischen Essen und der Astronomie beschäftigt habe, habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, wie der Zwiebelkuchen mit dem Kosmos zusammenhängen könnte. Dabei bin ich überraschenderweise auf die fundamentale Frage der Entstehung des Lebens gestoßen…

Zwiebelkuchen (Bild: gemeinfrei)

Zwiebelkuchen (Bild: gemeinfrei)

Für einen Zwiebelkuchen braucht man natürlich vor allem erst einmal Zwiebeln. Und wie jeder weiß, der schon einmal mit Zwiebeln gekocht hat, kommen einem dabei leicht die Tränen. Der Grund dafür ist ein Inhaltsstoff, der Isoalliin genannt wird. Es besteht aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel (daher auch der Geruch) und hat die chemische Summenformel C6H11NO3S. Das Isoalliin an sich tut uns nichts, aber wenn die Zwiebelzellen verletzt werden, kann es mit einem Enzym namens Alliinase in Kontakt kommen und erzeugt dabei unter anderem etwas, das Chemiker Propanthial-S-oxid nennen. Dieser Stoff ist es, der unsere Augen reizt und die Tränen verursacht und das ganze System ist eigentlich ein Verteidigungsmechanismus, der die Zwiebel vor dem Gefressenwerden schützen soll.

Das ist zwar interessant, hat aber mit Astronomie an sich noch nicht viel zu tun. Um die Verbindung zum Kosmos zu finden, müssen wir zuerst noch den Knoblauch betrachten. So wie die Zwiebel gehört auch der zu den Lauchgewächsen; enthält aber kein Isoalliin – was man ja auch daran merkt, dass man beim Knoblauchschneiden nicht weinen muss. Dafür riecht es ein wenig streng und der Grund ist das im Knoblauch enthaltene Alliin, mit der chemische Summenformel C6H11NO3S. Wer aufgepasst hat, wird feststellen, dass das exakt die gleiche Formel wie auch beim Isoalliin ist. Die beiden Stoffe bestehen also aus der gleichen Anzahl der gleichen Atome. Sie haben aber unterschiedliche Namen und unterschiedliche Eigenschaften.

Das liegt an einem Phänomen namens Isomerie. Es kommt bei Molekülen nicht nur darauf an, aus welchen einzelnen Atomen sie bestehen, sondern auch wie diese Atome angeordnet sind! Sie können sich auf verschiedene Art und Weise verbinden; spiegelbildlich zueinander aufgebaut oder sonst irgendwie räumlich anders angeordnet sein. Und wirken daher auch ganz unterschiedlich auf andere Moleküle ein, was ihre chemischen und biologischen Eigenschaften beeinflusst.

Ein tragisches Beispiel dafür ist der Contergan-Skandal. In den 1960er Jahren wurde ein Beruhigungsmittel auf der Basis des Moleküls Thalidomid vertrieben. Thalidomid existiert aber in zwei verschiedenen Varianten, die sich nur durch die räumliche Anordnung der Atome unterscheiden, so wie Alliin und Isoalliin. Die eine Variante des Thalidomid erzeugt den beruhigenden Effekt, für den das Medikament entwickelt wurde. Die andere Variante dagegen führt zu schweren Schäden bei Embryos, wenn das Mittel von Schwangeren eingenommen wird. Diese Chiralität hat man nicht berücksichtigt und erst nachdem das Medikament großen Schaden angerichtet hat, wurde es verboten.

Die Chiralität von Molekülen entspricht dem Unterschied zwischen linker und rechter Hand (Bild: gemeinfrei)

Die Chiralität von Molekülen entspricht dem Unterschied zwischen linker und rechter Hand (Bild: gemeinfrei)

Viele Moleküle können diese Chiralität aufweisen und auch diejenigen, auf denen das Leben insgesamt basiert können in zwei Varianten vorliegen. Sie werden “linkshändige” und “rechtshändige” Moleküle genannt, da unsere Hände genau die gleiche räumlich unterschiedliche Anordnung zeigen wie die Moleküle. Das Leben auf der Erde basiert fast ausschließlich auf linkshändigen Molekülen obwohl es genau so aus rechtshändigen Molekülen entstehen hätte können. Warum das so ist, weiß man nicht. Es könnte sein, dass es einfach Zufall ist. Als vor ein paar Milliarden Jahren die chemischen Vorgänge auf der jungen Erde immer komplexer wurden und sich irgendwann zu etwas entwickelt haben, dass nicht mehr nur Chemie war, sondern “Leben”, könnte einfach eine Reaktion die auf einem Enzym mit einer bestimmten räumlichen Struktur basiert, zufällig besser funktioniert haben als die Version mit dem Spiegelbild. Diese zufällige Selektion hat sich dann selbst verstärkt, so dass das die biochemischen Vorgänge der Lebewesen heute eben alle mit einer Variante von Molekülen arbeiten, aber nicht mit der anderen.

Es gibt aber auch noch eine interessantere Möglichkeit: Wir wissen schon seit einiger Zeit, dass auch im Weltall überall komplexe Moleküle und Aminosäuren vorkommen. Zum Beispiel auf Kometen und dort gibt es auch die, die als Grundbausteine für das Leben dienen. Die Hypothese der Panspermie geht davon aus, dass diese Stoffe durch Einschläge von Kometen und Asteroiden auf die junge Erde gelangt sind und dort die Entstehung des Lebens angestoßen haben. Das ist natürlich schwer nachzuweisen. Aber nicht unmöglich. Man kann die Moleküle aus dem Weltall untersuchen und nachsehen, welche räumliche Anordnung sie aufweisen. Es wäre möglich, dass die speziellen Bedingungen im All besonders schädlich für rechtshändige Moleküle sind und deswegen von Anfang an nur linkshändige auf die Erde gelangt sind.

Wenn das so ist, dann sollte man das bei entsprechenden Untersuchungen herausfinden können. Dazu muss man natürlich zu einem Kometen fliegen und dort vor Ort chemische Analysen anstellen. Und genau das haben wir letztes Jahr getan: Die Raumsonde Rosetta hat die Landeeinheit Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko abgesetzt und eine seiner Aufgaben ist die Bestimmung der Chiralität der dort vorhandenen Moleküle. Die Sonde war zwar nur kurz aktiv, hat aber genug Daten gesammelt, um vielleicht eine Antwort auf die Frage der Entstehung des Lebens zu liefern (und vielleicht sammelt Philae auch bald wieder neue Daten).

Ich war bis jetzt kein großer Fan des Zwiebelkuchens. Er schmeckt zwar (meistens) sehr gut, aber gehört nicht zu meinen absoluten Lieblingsspeisen. Aber wenn mir heute in der Rhön ein Zwibbelsploatz begegnet, werde ich auf jeden Fall zugreifen und mir dabei ein paar Gedanken über das Weltall und die Entstehung des Lebens machen!

Kommentare (40)

  1. #1 Böx
    25. März 2015

    “Das Leben auf der Erde basiert fast ausschließlich auf linkshändigen Molekülen…”

    Naja, DNA und Zucker sind rechtshändig. Wenn Du es ausschließlich auf Aminosäuren, die Bausteine der Proteine, beziehst, hast Du aber Recht.

  2. #2 Christian Thiele
    Regensburg
    25. März 2015

    Einspruch: Zucker sind in der Natur fast immer rechtshändig, auch die in RNA und DNA eingebauten! Das spricht dafür, dass es eher Zufall ist.

    Aber warum die Natur jeweils ein Enantiomer bevorzugt ist echt rätselhaft.

    PS: Zwiebelkuchen ist am besten zur Federweißer-Zeit!

  3. #3 Christian Thiele
    Regensburg
    25. März 2015

    Eins noch: Da Stärke und Cellulose auch aus Zuckern aufgebaut werden, ist die Zwiebelkuchen-Biomasse überwiegend rechtshändig 😉

  4. #4 Florian Freistetter
    25. März 2015

    Ich hatte tatsächlich die Bausteine gemeint, denn bei denen will man ja wissen ob sie aus dem All kommen oder nicht.

  5. #5 norbert
    25. März 2015

    … Rosette ….

    Hihi, er hat Rosette geschrieben… Hihihihi

  6. #6 Higgs-Teilchen
    Im Standardmodell oben rechts
    25. März 2015

    Cool!
    Wusste gar nicht, dass das auch ein Ziel der Rosetta-Mission war.
    Nice! Tschuri forever!!!

  7. #7 Thomas
    25. März 2015

    Super, schön kurzweilig beschrieben und interessant, wie du von so etwas banalem wie Zwiebelkuchen die (nachvollziehbare) Biege zu Kometen kriegst!

  8. #8 Eisentor
    25. März 2015

    Zwibbelsploatz

    Das find ich Lustig. Im Hohenlohischen heißt so ein belegter Teigfladen Blooz. Gibt es mit Zwiebel, Speck und Apfel Belag.

  9. #9 Johannes
    25. März 2015

    Wie definiert man denn, welches zweier spiegelbildlicher Moleküle das “rechtshändige” und welches das “linkshändige” ist?

  10. #10 inge schuster
    25. März 2015

    “Diese Chiralität (von Thalidomid) hat man nicht berücksichtigt …”

    das wäre auch egal gewesen, weil sich im Organismus die Enantiomeren ineinander umwandeln.

  11. #11 Böx
    25. März 2015

    @Johannes: hier nur kurz ein Link zwecks rechts/links-Definition:
    http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/isomerie/rs_nomenklatur.html

    Ganz grob geht’s drum, dass man den Anhängseln am Chiralitätszentrums des Moleküls bestimmte Werte zuweist, das Molekül dann aus einer bestimmten Perspektive betrachtet und danach rechts/links definiert. Der Link machts hoffentlich klarer…ohne Bilder lässt sich’s schwer beschreiben.

  12. #12 Mark S
    25. März 2015

    Du könntest auch noch Flurgönder oder Fuldaer Schwartenmagen versuchen.
    Sei aber Gewarnt! Zumindest mein Magen wird von dem Zeug gleichzeitig links- und rechts-drehend 😉 Ich drück dir die Daumen das du heute Abend einen wolkenfreien Himmel hast.

  13. #13 Florian Freistetter
    25. März 2015

    @Thomas: “Super, schön kurzweilig beschrieben und interessant, wie du von so etwas banalem wie Zwiebelkuchen die (nachvollziehbare) Biege zu Kometen kriegst!”

    Danke für das Lob! Ich hätte ja noch mehr Geschichten über Astronomie und Essen; genug für ein Buch. Aber die Leute, die an Kochbüchern interessiert sind, werden wohl nix mit Astronomie haben wollen und umgekehrt…

  14. #14 PDP10
    25. März 2015

    @Florian:

    “Aber die Leute, die an Kochbüchern interessiert sind, werden wohl nix mit Astronomie haben wollen und umgekehrt…”

    Hmmm … da wäre ich mir nicht so sicher.

    Die Science-Nerds aus meinem Umfeld haben nicht nur jede Menge Bücher über Naturwissenschaften u.ä. im Regal, sonder die meisten auch den einen oder anderen Regalmeter Kochbücher …

    Ich wette, da gibts eine gar nicht so kleine Zielgruppe für so ein Buch. Mich zB 🙂

  15. #15 Basilius
    Bokura wa Minna Kawai-sō
    25. März 2015

    h wette, da gibts eine gar nicht so kleine Zielgruppe für so ein Buch.

    ICH!
    ICH!!
    ICH!!!
    Ich habe bestimmt mehr als 3 Regalmeter an Kochbüchern.

  16. #16 Mark S
    25. März 2015

    Ich wette, da gibts eine gar nicht so kleine Zielgruppe für so ein Buch.
    Aber nicht in der Rhön (gesprochen Reng)! da beißt man einfach in eine Kuh wenn man Hunger hat 😀 !

  17. #17 Mark S
    25. März 2015

    Nachtrag
    Was man so in “Osthessen” isst kann man hier sehen
    Ursula Hoff, Dirk Vollmar (OK Fulda) | Küchentipps & Kochrezepte – Rhönforelle
    http://www.mediathek-hessen.de/index.php?ka=1&ska=medienview&idv=11104
    Ich mag ja keine Kochshows, aber Frau Hoff ist der Bob Ross des Kochens 😉 und die Sendung kostet fast nichts. (Im Vergleich zu den Zwangskosten für die Kochshows des ÖR)

  18. #18 bikerdet
    25. März 2015

    @ Florian in #13 :
    Hattest Du hier nicht mal so ein Buch (Wissenschaft und Kochen) vorgestellt ? Ich meine mich daran zu erinnern. Da ging es aber wohl mehr um Mathe und die Physik beim kochen, aber der Autor (oder einer der Autoren) hat auch immer Rezepte einfließen lassen. Ich erinnere mich z.B. an den Kaiserschmarrn.

  19. #19 bikerdet
    25. März 2015

    Achja, Gans gab es auch noch und der ‘Koch’ kam wohl aus Österreich ..

  20. #20 IO
    25. März 2015

    @ FF

    “die Leute, die an Kochbüchern interessiert sind, werden wohl nix mit Astronomie haben wollen und umgekehrt…”

    Ich koche gerne und ich denke passabel, aber eher freihändig. Rezepte koche ich selten nach.
    Wenn ich (selten) Rezepte, Kniffe und Tips brauche, dann gibt es das Internet.

    Mehr als Rezepte regen Fotos (offenbar) guten Essens meinen Appetit an. Das geht vielleicht nicht nur mir so, und ist vielleicht ein Grund, weshalb die Kochbücher von Zabert/ Sandmann Klassiker wurden. Oder “Lorenzas Pasta” usw.

    Wenn das Buch es schaffte, fabelhafte Fotos schmackhafter Kochkunst mit ebenso fabelhaften Fotos der Astronomie und einem beziehungsreichen Text anzureichern, dann könnte das aus der Masse herausstechen.

    Der Kombination aus Wissenschaft und Ästhetik zuliebe, würde ich es kaufen.

  21. #21 rolak
    25. März 2015

    Buch (Wissenschaft und Kochen)

    Dürfte das da gewesen sein, bikerdet.

  22. #22 Volker
    25. März 2015

    Ich wette, da gibts eine gar nicht so kleine Zielgruppe für so ein Buch. Mich zB

    Und mich! Ich finde die Idee sogar ziemlich gut, es gibt ja schon unzählige Bücher über die Wissenschaft des Kochens, aber das wäre mal was ganz anderes!

  23. #23 Evil Dude
    Weit weg von Dir!
    25. März 2015

    Aber die Leute, die an Kochbüchern interessiert sind, werden wohl nix mit Astronomie haben wollen und umgekehrt…
    Das Gegenteil ist der Fall! Was aber nicht heisst, dass Du jetzt ein Kochbuch schreiben sollst wenn Du keine Lust dazu hast. 😉

  24. #24 PDP10
    25. März 2015

    @IO:

    “Wenn das Buch es schaffte, fabelhafte Fotos schmackhafter Kochkunst mit ebenso fabelhaften Fotos der Astronomie und einem beziehungsreichen Text anzureichern, dann könnte das aus der Masse herausstechen.”

    Genau sowas schwebt mir auch vor! 🙂

    Auf noch mehr Rezepte kann ich dabei gerne verzichten. Wenn sich dabei natürlich die Eine oder Andere Erklärung ergäbe, warum man bei dieser oder jener Technik beim Kochen das eine lassen und das andere machen sollte hätte ich natürlich nichts dagegen. Wäre aber nur ein Bonus …

  25. #25 Florian Freistetter
    25. März 2015

    “Ich wette, da gibts eine gar nicht so kleine Zielgruppe für so ein Buch.”

    Ok – das sind schon mal zwei. Wenn ihr jetzt noch ca. 4998 weitere Interessenten auftreibt, könnte es was werden 😉

    Ich werd die gAstronomie-Serie auf jeden Fall mal weiter im Blog führen. Vielleicht auch mal als Video-Serie mit Live-Kocherei. Mal sehen, was draus wird.

  26. #26 Florian Freistetter
    25. März 2015

    @bikerdet: Du meinst “Die Genussformel”… ich find den Link aber gerade nicht.

  27. #27 Florian Freistetter
    25. März 2015

    Ach, rolak hats ja schon gefunden…

  28. #28 PDP10
    25. März 2015

    @Florian:

    “Ok – das sind schon mal zwei. Wenn ihr jetzt noch ca. 4998 weitere Interessenten auftreibt, könnte es was werden 😉 “

    Also ich hab vier gezählt … fehlen also nur noch 4996 😉

    “Ich werd die gAstronomie-Serie auf jeden Fall mal weiter im Blog führen. Vielleicht auch mal als Video-Serie mit Live-Kocherei. Mal sehen, was draus wird.”

    Das hört sich auf jeden Fall schon mal sehr vielversprechend an!
    Da bin ich ja mal gespannt … 🙂

  29. #29 Sternenfreundin
    26. März 2015

    @ Florian: Ich würde das Buch auch kaufen. Ich finde, es ist immer wieder interessant zu sehen, wo sich die Astronomie im Alltag verbirgt. Und die Kombination hört sich sehr interessant an!

  30. #30 PDP10
    27. März 2015

    .. 4995 🙂

  31. #31 Franz
    27. März 2015

    Wenn man sich die Kochbücher so ansieht womit die heutzutage verschwurbelt werden (Ayurveda, 5Elemente, Basenblödsinn, Mond …), da wärs doch mal interessant auch eins mit Astronomie zu machen. Würde vielleicht sogar ein Renner werden, weil vielleicht viele glauben würden, es handelt sich um Astrologie.

  32. #32 Crazee
    27. März 2015

    @Franz: Das ist eine tolle Idee. Und zwischen den Rezepten kurze Infokästen über Astronomie.

  33. #33 bikerdet
    27. März 2015

    Auch wenn ich damit gegen die Vorschläge von ein paar Leuten angehe, ich fände die Idee nur schlecht umsetzbar. In der ‘Genussformel’ wurde immer auf die Physik beim kochen eingegangen, ebenso auf die chemischen Vorgänge. Einen DIREKTEN Einfluss auf’s kochen hat die Astronomie aber nicht. Es würden sich also nur sehr wenige schlüssige Verbindungen aufzeigen lassen. Alles andere sähe dann nur peinlich aus und @ Franz in # 31 : mit der Astrologie will hier eigendlich (fast) niemand, und sicher nicht Florian, in Verbindung gebracht werden.

    Florian hat sicher genug Material für weitere spannende Bücher auf Lager, ohne sich mit den peinlichen Kochshows im TV ‘in einen Topf werfen’ 😉 lassen zu müssen.

  34. #34 Florian Freistetter
    27. März 2015

    @bikerdet: ” Einen DIREKTEN Einfluss auf’s kochen hat die Astronomie aber nicht. “

    Würd ich so nicht sagen; zumindest hängt es davon ab, was du unter “direkt” verstehst. Physikalische/Chemische Gesetze bestimmen die Vorgänge beim Kochen, klar. Aber astronomische Phänomene bestimmen, was man wo, wie und warum überhaupt kochen kann. Das fängt mit den Vorgängen in den Sternen an, die dafür gesorgt haben, dass es überhaupt die richtigen Atome gibt für Zutaten und Kochgeschirr; geht über die Energie die nötig ist (und die ebenfalls aus astronomischen Vorgängen stammt) und bis hin zu Planetenentstehung u.ä. Sachen die zB dafür sorgen, dass man Dinge überhaupt kochen KANN (Atmosphäre, Druck, etc). Und da gäbs noch viel mehr…

    ” Es würden sich also nur sehr wenige schlüssige Verbindungen aufzeigen lassen.”

    Wie gesagt: Finden ließe sich da einiges…

    “Florian hat sicher genug Material für weitere spannende Bücher auf Lager, ohne sich mit den peinlichen Kochshows im TV ‘in einen Topf werfen’ 😉 lassen zu müssen.”

    Nicht das ich unbedingt ne Kochshow im TV haben WILL, aber: Mir geht es durchaus darum, möglichst viele Menschen mit meinen Informationen über Astronomie zu erreichen. Und dazu ist es nötig, diese Informationen auf eine Art und Weise zu verpacken/präsentieren, die für Menschen interessant ist, die (noch) denken, sie würden sich nicht für Astronomie interessieren. Und Kochen ist eben etwas, das SEHR viele Menschen interessiert…

  35. #35 noch'n Flo
    Schoggiland
    27. März 2015

    4994 (mit Muddi 4993)

  36. #36 bikerdet
    27. März 2015

    @ Florian :
    Und Kochen ist eben etwas, das SEHR viele Menschen interessiert…
    Ja, uns Männer. Für uns bedeutet kochen = essen. Für Frauen bedeuten Kochschows aber mehr eine ART Voyeurismus. Es geht nicht wirklich darum das und was dort gekocht wird, sondern mehr darum wer da kocht und was sie / er aus seinem Privatleben erzählt. Beim ‘Promidinner’ wird der Zuschauer sogar exklusiv durch Wohnung und Schränke des jeweiligen Gastgebers geführt. Rezepte werden meist gar nicht mehr veröffentlicht.
    Leider ist die typische Hausfrau, die Rezepte tatsächlich nachkocht, nicht an Astronomie interessiert. Viel zu technisch und unverständlich. Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Buch mit den ‘Lieblingsrezepten’ berühmter Astronomen / Wissenschaftler. Mit Anekdoten / Stationen aus deren Leben.

    Was ich mir aber wünschen (und kaufen) würde, wäre ein ‘Kochbuch der Messierobjekte’ . 110 Rezepte mit astronomischen Namen die möglichst durch die Zutaten / Aussehen mit ihrem Objekt verbunden sind. Hier könntest Du bequem astronomische Details vermitteln und gleichzeitig leckere Gerichte vorstellen.

    P.S. Es müssen ja nicht nur Messierobjekte sein, rezepttaugliche Objekte gibt es sicher auch in den anderen Sternenkatalogen…

  37. #37 Florian Freistetter
    27. März 2015

    @bikerdet: ” Für Frauen bedeuten Kochschows aber mehr eine ART Voyeurismus. Es geht nicht wirklich darum das und was dort gekocht wird, sondern mehr darum wer da kocht und was sie / er aus seinem Privatleben erzählt.”

    Sorry, aber das halte ich für Humbug. Ich kenne ausreichend Frauen, die durchaus sehr daran interessiert sind, zu KOCHEN; gut zu kochen; interessant zu kochen und definitiv nicht nur am Geschwätz von Fernsehköchen interessiert.

    “Leider ist die typische Hausfrau, die Rezepte tatsächlich nachkocht, nicht an Astronomie interessiert. Viel zu technisch und unverständlich.”

    Auch das klingt mehr nach einem (genaugenommen ziemlich sexistischen) Vorurteil… “Hausfrauen” sind genau so viel/wenig an Astronomie interessiert wie der ganze Rest der “normalen” Bevölkerung. Du darfst gerne davon ausgehen, dass ich entsprechende Kontakte und Erfahrungen mit Menschen, wenn ich sowas sage. Nur weil hier im Blog nicht so viele explizite “Hausfrauen” kommentieren, heißt das nicht, dass ich auch anderweitig viel Kontakt mit astronomie-interessierten Menschen habe.

    “Was ich mir aber wünschen (und kaufen) würde, wäre ein ‘Kochbuch der Messierobjekte’ “

    Die Frage ist ja sowieso akademisch. Es wird kein Astronomie-Kochbuch geben. Ich bin mittlerweile schon lange genug im Sachbuchgeschäft um zu wissen, dass kein Verlag so etwas produzieren würde.

  38. #38 PDP10
    27. März 2015

    @bikerdet:

    Da du auch mich indirekt angesprochen hast:

    Florian hat zwar das Stichwort Kochbuch ganz oben in einem Beitrag in den Ring geworfen, wurde aber alsbald von IO und anderen (u.a. mir) korrigiert, denen ganz explizit kein Kochbuch vorschwebt.

    Sondern ein Buch, dass nach Art des Artikels oben lukullische Phänomene (wie Zwiebelkuchen) mit astronomischen Phänomenen wie den händischen Aminosäuren im All in Verbindung bringt.
    (IO hat ganz gut zusammengefasst, was man da so machen könnte).

    Deine Einwände sind also eigentlich ein bischen redundant …

  39. […] meistens Themen, auf die man sonst nie gestoßen wäre! Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass man von Zwiebelkuchen zur Entstehung des Lebens auf der Erde gelangen kann? Oder vom Tag des deutschen Biers zum Begründer der Mond-Kartografie? Es lohnt sich […]

  40. […] Zwiebelkuchen und die Entstehung des Lebens auf der Erde […]