Ich bin unterwegs in den Norden um dort heute und morgen Vorträge in Bremen und Hamburg zu halten. Und nehme diese Reise als Anlass, um wieder einmal über die Verbindung zwischen Astronomie und lokalen kulinarischen Spezialitäten nachzudenken (siehe dazu auch meine Artikel über Leberkäse aus Linz, Zwiebelkuchen aus der Rhön und Knochenwurst aus dem Sauerland)!

Original Labskaus, gekocht von meiner Mutter

Original Labskaus, gekocht von meiner Mutter

Ich bin gerne im Norden Deutschlands. Dort ist gewissermaßen meine zweite Heimat: Meine Mutter kommt aus Hamburg und ich habe dort von klein auf immer viel Zeit beim deutschen Zweig meiner Familie verbracht. Und natürlich auch alle Eigenheiten des norddeutschen Lebens mitbekommen; inklusive der diversen kulinarischen Besonderheiten. Eines meiner Lieblingsgerichte in meiner Kindheit war daher auch Labskaus. Dieses Gericht besteht aus gepökeltem Rindfleisch, gestampften Kartoffeln, Gurken, roten Rüben, Zwiebeln und Matjes. Aber natürlich gibt es jede Menge Variationen. Manchmal kriegt man noch ein Spiegelei dazu, manchmal wird alles zu einem einzigen Brei durchgemixt; manchmal kriegt man Gurken und rote Rüben extra; manchmal gibt es Schweinfleisch statt Rindfleisch, usw.

In Deutschland (das Gericht ist auch in England und Skandinavien verbreitet) wird meistens Corned Beef als Fleisch für das (den?) Labskaus verwendet. Dabei handelt es sich um zerkleinertes, gepökeltes Rindfleisch, das im eigenen Saft geliert in Dosen verpackt wird. Und genau in dieser Dose findet sich auch die Verbindung zur Astronomie. Beziehungsweise: Genau in diesen Dosen findet man sie nicht.

Denn man verpackt Lebensmittel ja nicht ohne Grund in Dosen. Die Konserven dienen dazu, ihren Inhalt möglichst gut von der Außenwelt zu isolieren. So können keine Bakterien oder andere Mikroorganismen die Lebensmittel ungenießbar machen. Sie werden vor Schmutz geschützt, vor Licht und auch vor dem Sauerstoff in der Luft. Den brauchen wir Menschen dringend zum Überleben. Aber auch die meisten anderen Lebewesen und darunter auch viele der Bakterien, die für ein schnelles Verderben der Lebensmittel sorgen. In die Konserve können sie zwar von außen nicht mehr rein – aber auch die Bakterien die schon drin sind können dann mangels Sauerstoff nicht mehr so viel Schaden anrichten. Und selbst wenn man die sauerstoffatmenden Bakterien ignoriert können chemische Reaktionen der Moleküle in den Lebensmitteln mit dem Sauerstoff in der Luft für eine unerwünschte Geschmacksveränderung sorgen.

Corned Beef gehört in die Dose! (Bild: Public Domain)

Corned Beef gehört in die Dose! (Bild: Public Domain)

Würde man das Corned Beef einfach so und ohne Schutz aufbewahren, würde es schnell ranzig riechen: Ein Resultat einer Verbindung der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren mit dem Sauerstoff in der Luft. Auch Aminosäuren können durch die Oxidationsreaktionen geschädigt werden (wodurch zum Beispiel die Vitamine geschädigt werden). Sauerstoff ist also eigentlich ein ziemlich fieses Gas. Und früher einmal war der Sauerstoff nicht nur fies, sondern Ursache der größten Katastrophe in der Geschichte unseres Planeten.

Denn ursprünglich kam die Erde wunderbar ohne Sauerstoff aus. In der ersten stabilen Atmosphäre die sie nach ihrer Entstehung hatte, gab es auch keine relevanten Mengen dieses Gases. Es ist auch schwer, Sauerstoff in reiner Form zu erhalten, denn dieses Element reagiert sehr gerne mit so gut wie allen anderen Elementen. Es kommt daher auch heute auf der Erde meistens in Verbindungen vor: Das prominenteste Beispiel ist vermutlich die Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff – besser bekannt als H2O oder Wasser. Sich selbst überlassen verschwindet der reine Sauerstoff also vergleichsweise schnell. Aber die Erde fand vor knapp 2,4 Milliarden Jahren einen Weg, dauerhaft Sauerstoff nachzuliefern. Damals entwickelten die ersten Mikroorganismen eine Methode der Photosynthese, bei der als Abfallprodukt Sauerstoff entstand. Und wie das mit Abfall so ist, ist der oft nicht unbedingt gesund. Beim Sauerstoff war das definitiv der Fall!

Für die meisten der damals existierenden Lebewesen (verschiedene Formen von Mikroorganismen; “höheres” Leben gab es damals noch nicht) war der Sauerstoff reines Gift. Das war vorerst noch kein gravierendes Problem, denn das Leben fand in den Ozeanen statt und dort wurde der entstehende Sauerstoff bei chemischen Reaktionen verbraucht und gebunden (zum Beispiel an die im Wasser gelösten Eisenatome). Irgendwann war der Ozean aber “voll” und es konnte kein weiterer Sauerstoff mehr durch chemische Reaktionen gebunden und unschädlich gemacht werden. Und ab da wurde es richtig ungemütlich! Der steigende Sauerstoffgehalt in den Ozeanen brachte so gut wie alle Lebewesen um, die damals existierten. Dieses Ereignis wird nicht umsonst die “Große Sauerstoffkatastrophe” genannt…

Ein paar Mikroorganismen konnten sich aber anpassen. Sie lernten, den Sauerstoff für ihren Energiestoffwechsel zu nutzen. Bei den so stattfindenden chemischen Reaktionen wurde wesentlich mehr Energie frei als vorher und das half den Überlebenden der Katastrophe in Sachen Evolution ordentlich weiter. Wir – und so gut wie alle anderen Lebewesen – stammen von diesen Sauerstoffatmern ab und würden ohne das ehemals (und in hohen Konzentrationen immer noch!) giftige Gas nicht auskommen.

Dass heute 20 Prozent der Erdatmosphäre aus Sauerstoff bestehen, ist der Existenz des Lebens auf unserem Planeten zu verdanken. Würden durch eine andere, noch größere Katastrophe, alle Lebewesen plötzlich aussterben, dann würde auch der Sauerstoff im Laufe der Zeit wieder verschwinden. Die Tatsache, dass wir Lebensmittel wie Corned Beef in Dosen vor der Oxidation schützen müssen, ist also eine direkte Folge der Vorgänge, die dazu geführt haben, dass unsere Erde vor langer Zeit zu einem lebensfreundlichen Planeten geworden ist. Und wenn wir irgendwann in der Zukunft die Atmosphären ferner Planeten bei anderen Sternen untersuchen, dann werden wir auch dort nach Sauerstoff Ausschau halten. Seine Existenz wäre ein guter Hinweis auf die Existenz außerirdischen Lebens. Ob man dort dann aber auch schon so weit ist, ein so hervorragendes Gericht wie Labskaus zu erfinden, wird sich mit den derzeitigen astronomischen Methoden leider nicht feststellen lassen…

Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, in Bremen oder Hamburg eine Portion Labskaus zu bekommen. Vermutlich eher in Hamburg als in Bremen, wo ich mich hauptsächlich am Uni-Gelände aufhalten werde und Labskaus wahrscheinlich nicht auf der Mensa-Karte stehen wird. Aber in Hamburg wird man hoffentlich mit den Feiern über den Verbleib des HSV in der Bundesliga (Hurra!) schon so weit fertig sein, um ein vernünftiges Labskaus zu kochen! So oder so – ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf meine Reise in die beiden Hansestädte. Und noch mehr freue ich mich, wenn ihr mich in einer davon besuchen kommt!

Kommentare (47)

  1. #1 noch'n Flo
    Schoggiland
    3. Juni 2015

    Menno! Jetzt habe ich Hunger.

    Nebenbei: wenn Du in HH richtig guten Labskaus für wenig Geld essen willst, solltest Du in den “Kartoffelkeller” in der Deichstrasse (direkt gegenüber der Speicherstadt am nördlichen Elbufer, U-Bahn-Station “Rödingsmarkt” oder “Baumwall”) gehen. In derselben Strasse hat’s auch noch das “Kontor”, auch da ist der Labskaus sehr gut.

  2. #2 CM
    3. Juni 2015

    … also *hier* gehen unsere Geschmäcker mal auseinander. Man kann ja nicht in Allem einer Meinung sein 😉

  3. #3 Nele
    3. Juni 2015

    So muss Labskaus aussehen, zumindest, wenn ich es mache. Ich streue allerdings noch ein wenig gehackte Petersilie für den Farbton drüber.

  4. #4 noch'n Flo
    Schoggiland
    3. Juni 2015

    @ CM:

    Labskaus ist sicherlich ein Gericht, das polarisiert. Meine Frau sagt beispielsweise immer, das sehe so aus, wie schon einmal gegessen.

    Es schmeckt aber besser, als es aussieht.

  5. #5 Dierk
    3. Juni 2015

    Es gehört kein Fisch ins Labskaus. Auch wenn irgendein Honk das in die Wikipedia geschrieben hat.

  6. #6 christian groschke
    3. Juni 2015

    Naja Essen Fotografieren ist eine eigene Wissenschaft. da sollte man sich hier aufgrund des optischen Eindrucks nicht vom Gericht täuschen lassen. Aber ich ess sowieso alles: Man kann jedem Gericht seine Eigenheit abgewinnen. Open your mind.

  7. #7 sternburg
    3. Juni 2015

    … also *hier* gehen unsere Geschmäcker mal auseinander. Man kann ja nicht in Allem einer Meinung sein.

    Ich meine natürlich den HSV.

  8. #8 Kumi
    3. Juni 2015

    Dierk, in der Wikipedia steht auch nicht, dass Fisch ins Labskaus gehört.

  9. #9 Friederike
    3. Juni 2015

    Was den vielen Sauerstoff betrifft: der hat ja auch letztlich als “Baumaterial” zur Entwicklung fürs Lebens beigetragen. Ich meine, sämtliche organischen Moleküle, aus denen Lebenwesen bestehen, enthalten ja ein paar Sauerstoffatome. Aber klar: damit sie da “eingebaut” werden können, müssen die Organismen den Sauerstoff erstmal verarbeiten können.
    Guten Labskaus-Appetit!

  10. #10 Alderamin
    3. Juni 2015

    @Florian

    Seine Existenz wäre ein guter Hinweis auf die Existenz außerirdischen Lebens.

    Irgendwann hatte ich für einen Kommentar mal ein Paper recherchiert, in dem stand, dass durch Photodissoziation von Wasser ein Sauerstoffgehalt einer Planetenatmosphäre von bis zu 40% entstehen kann. Daher taugt nur der zusätzliche Nachweis von Methan als Biomarker. Die beiden Stoffe mögen sich normalerweise nicht besonders.

    Aber in Hamburg wird man hoffentlich mit den Feiern über den Verbleib des HSV in der Bundesliga (Hurra!) schon so weit fertig sein, um ein vernünftiges Labskaus zu kochen!

    Labskaus gibt’s ja in vielen Restaurants in Hamburg. Ich hab’ mal einen leckeren beim Laufauf, Kattrepel 2 (nahe Chile-Haus und U-Bahn Messberg) gegessen. Die haben den aber nicht immer auf der Karte, lieber vorher anrufen. Dafür ist er dann aber auch frisch.

  11. #11 Findelkind
    3. Juni 2015

    Jaja, der Sauerstoff… Echt fieses Zeug, wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los. Mit dem Labskaus, ob nun mit oder ohne Fisch, ist das ähnlich.

  12. #12 Findelkind
    3. Juni 2015

    Ach ja, der Mars…

    Wenn es stimmt, dass der Mars seine rötliche Färbung tatsächlich von oxidiertem Eisen hat, also Rost, dann müßte es doch früher freien Sauerstoff in der Atmosphäre dieses Planeten gegeben haben. Ist das eventuell ein Hinweis darauf, dass es dort früher Leben gegeben haben könnte?

  13. #13 noch'n Flo
    Schoggiland
    3. Juni 2015

    @ sternburg:

    Ich meine natürlich den HSV.

    Okay, da bin ich dann bei Dir.

    Oleoleoleoleeee! Super Hamburg, St. Pauli!

  14. #14 Moss
    Ladenburg
    3. Juni 2015

    Es gehört kein Fisch ins Labskaus.

    Schade, eigentlich. Der Fisch ist die einzige appetitlich aussehende Komponente oben auf dem Bild. Wie man ein Spiegelei so vermurksen kann, verstehe ich auch nicht.

  15. #15 knorke
    3. Juni 2015

    brrrr sieht das schaurig aus. Irgendwie wie schonmal gegessen.

  16. #16 Tick
    3. Juni 2015

    Isst du nicht mehr vegetarisch/vegan?
    Darf ich fragen wie es dazu kam? Kommt doch eher selten vor, dass Leute die so “überzeugt” waren (das meine ich jetzt gar nicht negativ, eher als positiv, da es nicht wie eine modische Anwandlung erschien) plötzlich wieder Fleisch essen.

    Ich fand Labskaus bisher vom Namen und der Optik her eher wenig ansprechend, aber eigentlich sind da Sachen drin die ich sonst lecker finde. Ich weiß gar nicht wie ich darauf komme, dass da etwas für mich unappetitliches drin sein könnte, bzw. die Kombination zu sehr “alles-was-im Kühlschrank-war-und-nicht-weglaufen-konnte” ist, wie in Grützwurst, Saumagen oder Häggis.

  17. #17 Theres
    3. Juni 2015

    Labskaus 😀
    Tja, man kann es mit Fisch und ohne machen … ohne mag ich mehr.
    Bratkartoffeln gehören meines Erachtens auch noch dazu, daneben ein Gürkchen (ähm, darf groß sein). Es schmeckt genial, nur hingucken beim Essen sollte man nicht!
    Soweit ich weiß, gibt es keine besseren Fotos – es sieht halt so aus. Ist wie hessisches Porridge (gern auch profan Haferbrei genannt, nur eben würzig zubereitet) …
    Beides muss man halt mögen.
    @nöch’n Flos Tipp für Hamburg ist übrigens wirklich empfehlenswert, finde ich.

    Ach ja …http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-15480-2013-01-15.html Mehr zum Sauerstoff

    @Florian Freistetter
    In Bremen aber auch das Ostertor- Steinviertel besuchen, mit seinen guten Kneipen 🙂 Grüß das Eisen von mir … na, meinen Nick kennen die Lieben dort auch nicht …

  18. #18 noch'n Flo
    Schoggiland
    3. Juni 2015

    @ FF:

    Da hast Du ja was angerichtet – seit ich heute morgen Deinen Artikel gelesen habe, habe ich fast durchgehend Appetit auf Labskaus. Habe gerade noch entsprechend eingekauft, um morgen einen Topf davon zu kochen. Mjam!

  19. #19 Tjark
    3. Juni 2015

    In Bremen solltest du einmal Knipp probieren. Dann hast du zwei gute norddeutsche Gerichte. 🙂

  20. #20 Dampier
    3. Juni 2015

    Direkt gegenüber vom Veranstaltungsort ist die Rindermarkthalle, das gibts einen Schlachter mit sehr leckerem Mittagstisch. Und – knapp daneben! – Freitag gibts da Labskaus 😀

    Vielleicht bist Du ja Freitag noch da …

    http://www.genuss-factory.de/mittagstisch/center-aezmercado-rmh.html

    Bis morgen, ich freu mich drauf.

    grz
    Dampier

  21. #21 MichaelS.
    3. Juni 2015

    Mjammi, Corned Beef. Liebe ich sehr. Am besten aus der Pfanne. Das Corned Beef in 2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden, in eine heiße Pfanne geben, Zwiebeln dazu und schön braten bis die beiden Seiten des Corned Beefs schön knusprig sind und die Zwiebel leicht bräunlich. Dazu schöne Bratkartoffeln. Angerichtet mit einem Klecks Senf (am besten Siebestern-Senf, Mittelscharf) und ich könnte mich rein legen.

  22. #22 rolak
    3. Juni 2015

    Corned Beef (..) schön braten

    Das heißt, das Rennen gegen den Zerfall des Aspik kann gewonnen werden, MichaelS.? Hätt’ch nich jedaach^^ Gibt es irgendeinen Trick zu beachten oder geht das einfach so?

    Übermorgen mal antesten…

  23. #23 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. Juni 2015

    Okay, Labskaus ist fertig. Ich stelle hier mal spontan mein persönliches Lieblingsrezept ein:

    Zutaten:
    – 3 Dosen Corned Beef
    – 3 grosse Zwiebeln
    – 4 Knoblauchzehen
    – 250g Randen (rote Beete)
    – 750g Kartoffeln, mehligkochend
    – 1-2EL Instant-Gemüsebrühe
    – Eier, Gewürzgurken, Randen, Matjes (Rollmöpse)
    – 1TL Salz, 1/2 TL Pfeffer, 1 Spritzer Tabasco, Olivenöl, Bratbutter

    Die Kartoffeln schälen und in 2-3l Wasser mit Gemüsebrühe-Extrakt garkochen. Abgiessen, stampfen und zur Seite stellen.

    In einem grossen Topf 2-3EL Olivenöl erhitzen, darin Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen. Corned Beef mit der Gabel zerkleinern und zugeben. 1/2 Rande mit dem Pürierstab zerkleinern und zugeben. Die Mischung bei mittelgrosser Hitze anrösten.
    Mit Salz, Pfeffer und Tabasco würzen. Nach und nach die gestampften Kartoffeln beigeben und ständig umrühren. Dabei stetig Hitze reduzieren.

    Mehrere Eier in einer extra Pfanne in guter Bratbutter anbraten. Labskaus mit 1-2 Spiegeleiern, 1 Matjes/Rollmops, 1 Gewürzgurke und mehreren Randen-Scheiben anrichten.

    Bon appétit!

  24. #24 Theres
    4. Juni 2015

    Hmmm … ich muss einkaufen …

    @noch’n Flo
    Ich hab sie bisher nach http://www.tim-maelzer.info/rezepte/fisch-rezepte/2014/10/heimat-labskaus/ gemacht, aber dein Rezept klingt mir besser. Oder sieht es nur fleischlastiger aus?
    Wie groß sind deine Dosen?
    Okay … also Zwiebeln durch Lauch/ Poree ersetzen und Tabasco (brrr) durch Chilischote … Matjes am nächsten Tag als Brotbelag essen und Kartoffeln gleich braten, nicht alles darunter mischen … dann müssts klappen 🙂

    Ich probiere es mal aus.

  25. #25 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. Juni 2015

    @ Theres:

    Standard: 1 Dose Corned Beef = 340g

    Ich mag es fleischlastiger (“Fleisch ist mein Gemüse!”), man kann aber auch gerne mehr Kartoffeln nehmen, wenn man mag.

    (Die Tabsaco-Angabe ist ein Kompromiss für den durchschnittlichen europäischen Einkäufer, tatsächlich verwende ich eigentlich “Bello Classic Yellow Pepper Sauce” ( http://belloproducts.com/shop.html ), die aber in Europa entweder nur im Bundle mit entsprechend horrendem Versandpreis per Kurier zu beziehen ist, oder die man sich (besser!) persönlich von der Karibikinsel Dominica mitbringen sollte.)

    🙂

  26. #26 PDP10
    4. Juni 2015

    Igitt!

    Sogar der Mälzer macht das mit Corned Beef!

    Was habt ihr alle mit diesem Zeug? Für mich als Metzgerssohn ist derartig denaturiertes Fleisch aus der Dose das Grauen!
    Muss man sowas ernsthaft nochmal kochen?
    (OK, ich ertrage Corned Beef kalt in dünnen Scheiben auf Toast – dann find ichs eigentlich sogar lecker … )

    Was ist mit der guten, alten Art das mit gepökeltem Rindfleisch zu machen, dass man Kocht und dann mit den anderen Sachen durch den Wolf dreht?

    Damit würde ich noch’n Flos Rezept glatt mal ausprobieren … klingt nämlich insgesamt ziemlich schick!

  27. #27 Theres
    4. Juni 2015

    @PDP10
    Corned Beef ist lecker, fettarm, deshalb darf man Butter und lauter so tolle Sachen zum Braten nehmen. Das gibt es sogar beim Metzger (in Düsseldorf gibt es so was noch) … und Pökel…fleisch war das Original, soweit ich weiß. Pökelfleisch wie Pökelfisch ist aber … nun ja, ich nenne es ungenießbar, Hundefutter oder so, aber Labskaus geht sogar mit Rinderhack und etwas mehr Salz (auch Meersalz).
    Das war mal Resteverwertung und da dachte ich einst, alles wäre erlaubt, bis ich die Feinheiten lernte.
    Ich liebe Corned Beef, als Kind war ich da schon hin und wech … und super für Camping in Gegenden, wo Fleisch unbezahlbar ist. Fleischlastig mag ichs nämlich auch sehr.
    Kartoffeln ins Mischmasch finde ich aber pervers!
    Cucurma könnte ich mir auch vorstellen, hilft auch Haferbrei echt weiter, und je mehr Rote Beete, desto appetitlicher siehts am Ende aus.
    Hmm, vielleicht australisches … wie heißt das … Rauchfleisch? Egal, kamma experimentieren.

    @noch’n Flo
    Kartoffeln sind die Beilage – keinesfalls Sättigungsbeilage in dem Fall. Rein tue ich die nie. (Mayan gold empfehle ich da ja. Schmecken super.)
    Also diese Pfeffersaucen klingen ja … hmjam. Tja, nun, mangels Masse in der Kasse muss ich mich behelfen und nehme Chilischoten, die milden. Aber diese Seite … ich lösche sofort den Browserverlauf!
    Oder plane meinen Urlaub um 🙂

  28. #28 Theres
    4. Juni 2015

    Huch, @PDP10 ich bin in der Mod.
    Muttu bis morgen warten, tröst …

  29. #29 Theres
    4. Juni 2015

    Nachtrag:
    @PDP10
    Klick mal auf noch’n Flos Link … das klingt richtig gut. Nur teuer … seufz.
    Der muss auch auf morgen warten, trotzdem, Kartoffeln gehören da einfach nicht rein, wie ich finde. Gibt zu viele leckere Sorten, die man einzeln genießen sollte!

  30. #30 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. Juni 2015

    @ PDP10:

    Ich muss zugeben: wenn ich mal so richtig Zeit und Musse habe, hole ich mit das Fleisch tasächlich direkt beim Metzger. Dann nehme ich allerdings auch meine eigene Würzmischung in einer Tupperdose mit (genauso, wie wenn ich Mett bestelle – das kennt man hierzulande ja leider so gar nicht)) und lasse ihn alles zusammen langsam durch den Wolf drehen…

    Corned Beef ist halt ein Kompromiss für denm Alltag – schmeckt aber icht minder lecker.

    @ Theres:

    Labskaus ohne Kartoffeln – wie bist Du denn drauf?!?
    *kopfschüttel*

  31. #31 Andreas Jezek
    4. Juni 2015

    Von dieser Sauerstoff-Katastrophe dürfte es eigentlich kaum oder gar keine Fossillien geben… wie hat man das eigentlich herausgefunden? Die ältesten Fossilien stammen aus dem Kambium von über 600 Millionen Jahren… und was hat das noch mit Astronomie zu tun, bis leicht auch Paläontologe???

  32. #32 jolietjake
    4. Juni 2015

    Fleisch aus der Dose? Echt?
    Brrr….

    Tabasco finde ich persönlich scheußlich, nicht wirklich scharf aber mit unangenehmen Eigengeschmack.
    Dann doch lieber z.B. die Fuego Hot Sauce aus dem Feinkost-Regal. Ohne die esse ich keinen Burrito!

  33. #33 Andreas Jezek
    4. Juni 2015

    Aber das Buch “Der Komet im Cocktail-Glas” hab ich in einem Rausch durchgelesen, das sollte jeder Jugendliche in der Schule lesen… anstatt fade Physik und Biologie.. Astronomie wurde bei mir ja nicht unterrichtet.. dabei sind wir da, weil vor 16 Milliarden Jahren die ersten Sterne mal die notwendigen Elemente erschaffen und durch Supernovae in der Umgebung verteilt haben.

  34. #34 Adent
    4. Juni 2015

    @nFlo/Theres
    Im Prinzip ist das auch mein (bzw. Mutterns von mir übernommen) Labskausrezept. Ausser, dass ich kein Tabasco nehme lieber andere Schärfe und, tada, auch einen Teil der Gewürzgurken in kleine Würfel schneide und mit drunter mische, damit sie warm werden.
    Verdammt, da kriege ich schon morgens Hunger…

  35. #35 Theres
    4. Juni 2015

    @Adent/ n’ Flo
    Ein deftiges Frühstück gefällig 🙂

    Nein, im Ernst, Labskaus am Morgen geht nicht. Erst einkaufen … Wegen der Kartoffeln … soll ich gar Standardsorten aus dem Supermarkt kaufen?
    Da bin ich eigen siehe: http://www.kartoffel-mueller.de/_gx/Exotische-Sorten/
    Deshalb kommen nur ein oder zwei rein und der Rest knusprig auf den Teller. (Ich hab nur noch einen Rest blaue Karftoffeln und da sähe auch gar nichts aus!)

  36. #36 Theres
    4. Juni 2015

    @Andreas Jezek
    Ich zitiere mal Florian Freistetter (der das viel besser als ich erklären kann/ konnte):
    Obwohl das mit der Photosynthese ja ursprünglich keine so gute Idee war. Als vor etwa 3 Milliarden Jahren die ersten Mikroorganismen auf den Trick kamen, das Sonnenlicht zu verwenden, um es in für sie nutzbare Energie umzuwandeln und dabei als Abfallprodukt Sauerstoff zu produzieren, fand das der Rest der Welt nicht wirklich gut. Denn für fast alles andere, was damals lebte, war Sauerstoff ein extrem giftiges Gas. Aber die Photosynthese lief weiter und die “Große Sauerstoffkatastrophe” nahm ihren Lauf. Und aus damaliger Sicht war es tatsächlich eine große Katastrophe; vermutlich das größte Massensterben in der Geschichte der Erde. Nur die wenigen Lebewesen, die sich anpassen und mit dem Sauerstoff klar kommen konnten, haben überlebt. Wir stammen von ihnen ab und der Sauerstoff in unserer Atmosphäre ist für uns lebenswichtig. aus:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/12/31/running-research-denken-beim-laufen-folge-00-moose-flechten-und-die-grosse-sauerstoffkatastrophe/

  37. #37 Folke Kelm
    4. Juni 2015

    An alle Hamburgfahrer,’
    Ihr solltet vielleicht auch mal die Hamburger Aalsuppe probieren. Zu dem ewigen Streit der Kochbuchautoren, ob da jetzt geräucherter Aal oder frischer Aal reinkommt hatte meine Oma, die eine unglaublich gute Aalsuppe kochte, immer nur schallendes Gelächter übrig. Sie sprach privat nur plattdütsch, und da hiess es dann ” dor is all binn”
    all aber mit langem a gesprochen.
    Auf hochdeutsch heisst das natürlich
    “da ist alles drin”. Nicht Aal.
    Na gut, wenn man gerade einen Aal zur Hand hat, darf der natürlich auch rein, das wichtigste aber ist das getrocknete Obst und der Schinkenknochen. Die weich gekochten Backpflaumen hab ich mir immer zuerst rausgesucht.

    Andreas Jezek #30
    Ob Paläolontologie oder Astronomie ist eigentlich egal, hauptsache naturwissenschaft, und hier gehst du eher in die biogeochemie rein.
    Es gibt tatsächlich Fossilien aus der Zeit der grossen Sauerstoddrevolution, aber nicht solche im herkömmlichen Sinne. Zum einen findest du sogar in metamorphen Gesteinen noch mikrofossilien die sich als Baualgen deuten lassen, zum zweiten findest Du aus dieser Zeit und davor und danach jede Menge Sedimente mit biochemischen Markern, sozusagen chemische Fossilien, die dir einiges aussagen über das Lebensmilieu zu der damaligen Zeit, inklusive was da so ungefähr gelebt hat.
    Diese Sedimente zeigen Dir einen unglaublich radikalen Umbruch, von reduzierendem Meerwasser mit saurem pH hin zu oxidierendem Meerwasser mit basischem pH. Kein Wunder dass damals so gut wie alles ausgestorben ist.

  38. #38 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. Juni 2015

    @ Theres:

    Ein deftiges Frühstück gefällig

    Bin schon am Start.

    Übrigens hätte ich noch einen Geheimtip für richtig gute Würzsaucen und Relishes: http://www.tiptree.com . Insbesondere deren “Brown Sauce” ist ‘ne Wucht.

  39. #39 Franz
    5. Juni 2015

    Ironischerweise müsste Sauerstoff ja Wasserstoff heißen und umgekehrt, denn Sauerstoff ist nicht der Säurebildner was angenommen wurden (es ist der Wasserstoff) und Wasser besteht gewichtsmäßig mehr aus Sauerstoff.
    Daran sieht man wieder wie sich eine falsche Definition halten kann 🙂

  40. #40 fherb
    5. Juni 2015

    Also wenn ich, ursprünglich als Elektrotechniker (TU 😉 ) geboren, kulinarisch an Norddeutschland denke, fällt mir statt dessen immerzu Kabel-Jau als erstes ein. In einer Mischung aus gelben und schwarzem Isolationsmaterial (noch edler: gelb-braun) kommt das als Bild vom Teller immer gut! Andere Kollegen bevorzugen einen höheren roten und blauen Anteil. Also echte DC-Fans. – Geschmackssache!

  41. #41 MichaelS.
    6. Juni 2015

    @rolak:
    Ganz einfacher Trick: Schnelligkeit.
    Das Corned Beef darf erst nach den Zwiebeln in die Pfanne, wenn sie schon schön heiß ist. Dann wird das Fleisch auch relativ schnell knusprig an den Seiten.
    Einfach ein paar Mal probieren, dann hast Du den Dreh raus. Das war übrigens ein Lieblingsgericht von meiner schlesischen Omma und die legte auch immer Wert auf den richtigen Senf, da dieser erst den finalen “Pfiff” gibt.
    Würde mich mal interessieren, ob’s geklappt hat.

  42. #42 Florian Freistetter
    6. Juni 2015

    Übrigens: Dampier (kennen die Stammleser sicherlich) hat mir nach meinem Vortrag in Hamburg eine Dose Labskaus vom Old Commercial Room mitgebracht. Die hab ich gestern verkostet und für äußerst gut befunden! War fast so gut wie der Labskaus, den meine Mutter früher gekocht hat!

  43. #43 rolak
    6. Juni 2015

    einfacher Trick (..) Würde mich mal interessieren

    Wird ausprobiert werden, MichaelS. – und ist bereits unter ‘feedback’ eingetragen.

  44. #44 Dampier
    6. Juni 2015

    @FF, freut mich, wenn’s geschmeckt hat. Der Old Commercial Room soll das beste Labskaus in Hamburg anbieten (hab’s aber selber noch nicht probiert).

    Der Abend war jedenfalls sehr gelungen, etwa 100 Skeptik-Freaks (nettes Völkchen, gute Atmosphäre), ein kurzweiliger Vortrag und eine interessante Fragerunde. Dann noch nette Schwätzchen vor der Tür und ein Bier in der Kneipe nebenan – alles sehr schön.

    Die beiden Veranstaltungen waren die erste Gelegenheit für mich, einen Vortrag zu diesem Thema zu halten. Ich habe daher auch vorher noch nicht gewusst, was vor Publikum dann tatsächlich funktioniert und was nicht und darum auch viel mehr Material recherchiert, als dann tatsächlich zum Einsatz kam.

    Jo, ich denke, Du kannst das noch etwas straffen und die entscheidenden Argumente auf den Punkt bringen – ist für mich als Stammleser aber schwer zu beurteilen, wie das auf jemanden wirkt, der sich sonst nicht damit befasst, ich denke für die war das ne gute und aufschlußreiche Zusammenfassung.

    Also gern wieder – wenn’s das nächstemal auf ein Wochenende oder in die Ferien fällt, bringe ich meinen Neffen mit (für den du mir ja freundlicherweise dein Buch signiert hast 😉

    grz
    Dampier

  45. #45 Florian Freistetter
    6. Juni 2015

    @Dampier: “Jo, ich denke, Du kannst das noch etwas straffen und die entscheidenden Argumente auf den Punkt bringen “

    Erfahrungsgemäß muss man einen Vortrag mindestens 5-6 Mal vor Publikum halten, bis alles wirklich rund läuft. Mal sehen, wie oft ich noch dazu komme, über Astrologie zu reden 😉

  46. #46 PDP10
    6. Juni 2015

    “Mal sehen, wie oft ich noch dazu komme, über Astrologie zu reden 😉 “

    Äh .. was soll das denn nun wieder heissen?

    Stand da etwa schon der wütende Mob mit Dreschflegeln, Mistgabeln und brennenden Fackeln vor der Tür?
    (Angeführt von MT gar?)

  47. #47 Florian Freistetter
    6. Juni 2015

    @Pdp10: “Stand da etwa schon der wütende Mob mit Dreschflegeln, Mistgabeln und brennenden Fackeln vor der Tür?”

    Ne, nur nette Leute. Aber ich weiß ja nicht, zu welchen Vorträgen man mich in Zukunft einladen wird (bzw. ob überhaupt).