Da mich viele in den letzten Tagen dazu gefragt haben, möchte ich zumindest kurz etwas zur “mysteriösen” Pyramide am Mars sagen. Wenn man sich die Schlagzeilen ansieht, die da in letzter Zeit durch die Medien getrieben werden, könnte man ja auf die Idee kommen, man hätte auf unserem Nachbarplaneten tatsächlich irgendwelche Bauwerke außerirdischer Lebewesen gefunden: “Spuren einer alten Kultur? Curiosity entdeckt Pyramide” schreibt die BILD; und Focus Online fragt wie üblich sensationsgeil-suggestiv: “Beweis für Leben auf dem Mars?” und bringt auch gleich ein Interview mit “Experte” Erich von Däniken

Jede Menge Aufregung also. Und was steckt dahinter? Dieses Foto:

Es wurde vom Marsrover Curiosity aufgenommen und zwar am 8. Mai 2015, um genau 1:22 MESZ. Das Bild stammt von der rechten Mast Camera (MastCam) die auf dem 1,1 Meter hohe Mast des Rovers sitzt. Diese Kamera hat eine Auflösung von 1,44 Megapixel und hat an diesem Tag das fotografiert, was man am Mars recht oft zu sehen bekommt: Sand und Steine!

Und einer dieser Steine, oben ein wenig rechts der Mitte zu sehen, sieht aus wie eine Pyramide. Das scheint ziemlich viele Leute ziemlich stark aufgeregt haben und überall im Internet wird über Aliens, Geheimnisse und mysteriöse Bauwerke diskutiert.

Nun ja. Wenn da jetzt ne Statue von irgendeinem zweiköpfigen und fünfarmigen Marskönig zu sehen wäre oder meinetwegen auch nur eine kannelierte Säule, dann könnte man zu recht beeindruckt sein. Aber ein Stein mit dreieckiger Seitenfläche ist jetzt nicht so wahnsinnig außergewöhnlich. Zumindest dann nicht, wenn man angesichts seiner Existenz nicht gleich in Alien-Hysterie verfällt sondern sich zuerst ein bisschen über Geologie informiert. Oder wenigstens jemand fragt, der sich damit auskennt. Zum Beispiel den Geologen Christian Köberl, den Direkter des Naturhistorischen Museums in Wien. Der sagt in diesem Interview mit der Tageszeitung “Kurier”:

“Das ist ein ganz normaler Basalt, denn diese Steine brechen oft in annähernd geometrischen Formen. Würde man auf der Erde in der Nähe von Vulkanen viele Steine fotografieren, fände man sicher auch etwas, das so ähnlich aussieht. Die geometrischen Oberflächen sind durch die Mineralstruktur vordefiniert. Eine ganz natürliche Formation.”

Und weil man mit einem schnöden Basaltbrocken keine Schlagzeilen macht, schreiben alle von der Mars-Pyramiden. Aber warum eigentlich? Warum reicht dieses – oder eines der vielen anderen Bilder vom Mars – Bild nicht aus, um die Medien über den Mars berichten zu lassen? Immerhin stammt es von einer Kamera, die auf einem Gefährt befestigt, das so groß wie ein Auto ist und von der Erde aus ferngesteuert auf einem anderen Planeten herumfährt! Wer das nicht beeindruckend findet, ist selbst schuld!

Curiosity wird weiter jede Menge Bilder des Mars machen und darauf wird man mit Sicherheit immer wieder etwas finden, das wie irgendetwas anderes aussieht. Dieses Phänomen nennt man Pareidolie: Wir Menschen neigen dazu, bekannte Formen überall zu erkennen, selbst wenn sie gar nicht existieren. Auf dem Mars hat man ja auch schon ein Gesicht gefunden und jede Menge abgehackte Köpfe auf dem Mond. Und selbst die Erde liefert genug Material für Pareidolien.

Die Bilder, die von den wissenschaftlichen Geräten überall auf fremden Himmelskörpern gemacht werden, enthalten ausreichend faszinierende und spannende Informationen. Es ist nicht nötig, sich noch extra etwas auszudenken…

Kommentare (91)

  1. #1 LasurCyan
    26. Juni 2015

    mysteriöse Bauwerke

    Vor allem auch gewaltig. Wenn ich das mit anderen Aufnahmen der MastCam vergleiche, die im nachhinein mit Grössenangaben versehen wurden, dürfte das Ding über den Daumen gepeilt nicht grösser als 40 cm sein. SandKastenFormat halt.

  2. #2 Spritkopf
    26. Juni 2015

    Wer mal ein bißchen über die Quickmap des LRO scrollt, der findet bei Lat 26.5; Lon -18.5 auch ein geheimes Königsgrab der Annunaki. Oder so.

  3. #3 Bullet
    26. Juni 2015

    Mhähähähä… is klar. Curiosity is seit drei Jahren aufm Mars und findet JETZT in einem weiteren Bruchsteinfeld (durch wieviele Kilometer Bruchstein ist der schon durch?) einen annähernd dreieckigen Stein – und DAS ist jetzt plötzlich eine “Pyramide” und ein, äh, “Beweis”?
    Na ja, jeder im Presseland versucht schnell noch, Klicks zu bekommen. Ganz vorne in der Peinlichkeit dabei: CHIP.

  4. #4 Sascha
    Zentendorf
    26. Juni 2015

    Und weil man mit einem schnöden Basaltbrocken keine Schlagzeilen macht, schreiben alle von der Mars-Pyramiden. Aber warum eigentlich? Warum reicht dieses – oder eines der vielen anderen Bilder vom Mars – Bild nicht aus, um die Medien über den Mars berichten zu lassen?

    Das ist eine super Frage. Weil die meisten Meschen durch die mediale Dauerbeschallung überhaupt nicht mehr zwischen Wichtig und Unwichtig, zwischen Interessant und Uninteressant unterscheiden können. Nur solche angeblichen Sensationen, solche Spitzen die aus der Masse herausragen, werden noch wahr genommen. Und diese Spitzen müssen immer höher und höher sein um noch wahr genommen zu werden. Uns so werden interessante Meldungen und Bilder pervertiert und der Sinn dahinter meist komplett verzerrt.
    ….Arme Menschheit….

    Btw: schönes Bild und schöner Beitrag.

  5. #5 phunc
    26. Juni 2015

    Steine und Sand sind langweilig. Ebenso ein altes Radio oder ein alter Computer. Ein Fahrrad ist auch langweilig oder ein handgeknüpfter Teppich. Meine Nachbarn sind auch langweilig, ebenso Vögel.

    Dinge/Lebewesen/Beobachtungen sind langweilig, weil diejenigen die darüber urteilen einen beschränkten Horizont haben, der nicht fassen kann, welche interessanten Erkenntnisse/Mechanismen dahinter stecken, warum die Dinge sind wie sie sind. Ebenso ist alles langweilig, was keinen konkreten Nutzen hat.

    Was will man mit Sand und Steinen auf dem Mars? Beides gibt es hier und hier sind Sand und Steine ebenfalls öde. Nur jene, die verstehen was Sand und Steine sind, was sie erzählen, usw. die werden dies auch zu schätzen wissen.

    Wenn man versteht wie Technik funktioniert, wie Materie aufgebaut ist, wie sensationell es eigentlich ist, dass ich hier sitze und tippe und andere kurz darauf alles lesen können, unter Umständen für alle Ewigkeit (oder zumindest für die nächsten Jahrzehnte) – dann kann man sich auch dafür begeistern.

    Wenn man begriffen hat wie Lebewesen aufgebaut sind, wie wir funktionieren, warum wir handeln wie wir handeln, wenn man diese Komplexität begreifen kann, dann ist auch jedes Wesen ein großes Wunder, welches man nicht nur danach beurteilen kann, welche Farbe die Jacke hat oder wie die Frisur heute sitzt.

    Deswegen gibt es auch Wissenschaftler und Nicht-Wissenschaflter, interessierte Menschen und jene die sich um all das nicht scheren, weil sie nicht in der Lage sind die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Für diese Menschen gibt es nur einen Blickwinkel, nur eine Art und Weise wie man zu leben hat – nämlich jene, die einem selbst möglichst viel abwirft, sei es an Vorteilen, Lebensfreude, Genugtuung oder sonstigen positiven Aspekten.

    Solche Menschen hinterfragen zB auch stets den Sinn von Forschung, weil sie nicht greifen können was Forschung ist, was sie hervor bringen kann und wie es sich überhaupt anfühlt zu forschen, die Erkenntnisse zu teilen und diese anzuwenden.

    Insofern – Sand und Steine, Sonnen, Planeten, Galaxien, Nebel, Schwarze Löcher, aber auch Atome, Elementarteilchen und was es noch so gibt – alles langweilig. Was bringt es das alles zu wissen? Wird das individuelle Leben dadurch besser? Hat man dann am Ende des Monats mehr übrig? Kostet das Fleisch dann weniger? Kann man dann problemlos doppelt so viel Bier trinken? Wird der Lieblingsfussballverein dann endlich mal erster? Kann man dann endlich mal länger Urlaub machen und werden die Kinder dann pünktlich ins Bett gehen damit man vor dem TV in Ruhe ausklinken kann?

  6. #6 Florian Freistetter
    26. Juni 2015

    @phunc: “Was will man mit Sand und Steinen auf dem Mars? Beides gibt es hier und hier sind Sand und Steine ebenfalls öde. “

    Weder ist Geologie auf der Erde langweilig, noch auf dem Mars. Wenn dann demnächst mal wieder irgendwelche Schlagzeilen verkünden: “Der Mars war früher lebensfreundlich!”, dann deswegen, weil man Sand und Steine untersucht hat. Sollte man irgendwann mal zurecht sagen können: “Früher gab es Leben auf dem Mars”, dann weil man entsprechende Fossilien in Steinen gefunden hat. So gut wie alles, was man am Mars lernen kann, lernt man aus der Analyse von Sand und Steinen.

  7. #7 phunc
    26. Juni 2015

    @Florian

    Ich glaube ich habe mich missverständlich ausgedrückt. “X ist langweilig” ist die Argumentation der breiten Masse, die keinen Zugang zu dieser Materie findet. Ich hab lediglich versucht die typischen Aussagen nachvollziehbarer zu beschreiben und bin ganz oberflächlich auf mögliche Gründe eingegangen, warum X als langweilig betrachtet wird.

    Warum Geologie spannend ist, muss man mir nicht erklären 😉

  8. #8 T
    26. Juni 2015

    @ lasur cyan
    “dürfte das Ding über den Daumen gepeilt nicht grösser als 40 cm sein” – Natürlich nicht. Die Marsbewohner sind bekanntlich ja auch ‘kleine grüne Männchen’. Was die nur mit diesen großen Kanälen gemacht haben?

  9. #9 rolak
    26. Juni 2015

    Was steckt hinter der “Pyramide”

    Wer soll das wissen, Florian – das Ding ist doch nicht einmal ansatzweise durchsichtig…

    mit diesen großen Kanälen gemacht?

    Das sind Landebahnen für die Venusierinnen, Mr. T, kannste mal sehen, was da für ein Verkehr war^^

    EvD

    Bei aktuellen Interviews mit (oder (zB Ancient Aliens) sonstigen Auftritten von) ihm tendiert mein Denken zu mittelschweren Überlagerungen von (erlebten|erlittenen) Sequencen aus vielen Jahrzehnten, was ein völlig asynchrones Durcheinandergeblubbere mit sich bringt, das weiße Rauschen des PaläoSeti.
    Allerdings nicht merkbar gehaltloser als jede der Einzelkomponentem

  10. #10 werner
    26. Juni 2015

    “Was steckt hinter der Pyramide”
    Wer weiss denn, ob es überhaupt eine Pyramide ist ? Man sieht ja nur eine Seite und von hinten ist das Ding vielleicht bretteben oder ein Kegel.

  11. #11 johnny
    26. Juni 2015

    Alles Narren, eindeutig die Ecke eines Würfels! Wahrscheinlich sind es die Borg.

  12. #12 LasurCyan
    26. Juni 2015

    Focus Online fragt wie üblich sensationsgeil-suggestiv: “Beweis für Leben auf dem Mars?” und bringt auch gleich ein Interview mit “Experte” Erich von Däniken…

    Die beiden Hürden hab ich eben mal genommen, FocusOnline, wie auch ‘DänikenInterview’. Hoffentlich hinterlässt das keine bleibenden Schäden. Wobei die Fragen ja noch grässlicher als die Antworten waren^^

  13. #13 gaius
    26. Juni 2015

    Zur Pareidolie: Wir Menschen sind Mustererkenner. Dafür ist unser Gehirn gebaut. Und eines der für unser Überleben wichtigsten Muster ist das Gesicht.

    In der unreflektierten Begeisterung über solche “erkannten” Muster zeigt sich die gleiche Naivität, die in vielen “alternativen” Theorien steckt: Was ich auf den ersten Blick zu erkennen glaube, muss wahr sein. Und was ich nicht auf den ersten Blick erkennen kann, kann nicht wahr sein!

    Was vielen Menschen fehlt, um Wissenschaft zu verstehen, ist das Bewusstsein, dass die eigenen Wahrnehmungen kritisch überprüft werden müssen. Unsere Wahrnehmungen sind nur an einen winzigen Ausschnitt der Welt angepasst. Dem gesamten Rest des Universums ist es egal, ob wir es verstehen oder nicht.

  14. #14 dgbrt
    26. Juni 2015

    Man sollte einfach keine BILD-Zeitung lesen. Ohne diesen Beitrag hätte ich das gar nicht mitbekommen. Aber vielleicht ist das falsch, das dauert ja nicht lange und man weiß dann, was der Rest dieser Republik für bare Münze hält.

    Und wie wenig viele Menschen wissen und wahrnehmen zeigen diese Beispiele:
    Im September 2013 kommt ein Mitarbeiter, der weiß, dass ich mich für Raumfahrt, Physik, Astronomie und vieles mehr interessiere, mit der Frage zu mir: “Weißt du, dass der erste Mensch auf dem Mond gestorben ist?” Ich habe ihm freundlich erklärt, dass Neil Armstrong am 25.08.2012 verstorben ist. Ein sehr intelligenter Kollege, der nicht die BILD liest, sich gut im Bereich der Programmierung auskennt, aber vermutlich auch sonst nur wenig das aktuelle Tagesgeschehen verfolgt.

    Und heute fragte mich ein spanischer Kollege was “agujero negro” auf Deutsch heißt. Ich habe ihm mit “Schwarzes Loch” geantwortet. Er war schwer beeindruckt davon, dass sich Millionen Sonnenmassen zu einem solchen Gebilde zusammenballen können.

    Zum Einen gibt es eine sehr große Desinformation, einfach nur, weil die Leute nicht einmal die Tagesschau schauen.
    Zum Zweiten gibt es informierte Menschen, die die Ergebnisse der moderner Forschung nicht verstehen.

    Aber beiden Menschen konnte ich in der Kürze nicht zu einem besseren Verständnis verhelfen. Da braucht man mehr Zeit; BLÖD macht das mit nur einer Schlagzeile.

  15. #15 Thomas
    26. Juni 2015

    Da fällt mir ein schönes Zitat ein:

    “When one is postulating correlations or causations extant in reality, one should always remember that the human brain is mainly a pattern recognition engine. And it is such a persistent pattern recognition engine that it often perceives patterns where none exist.”

    — Jeff Walther

  16. #16 bikerdet
    26. Juni 2015

    Was die nur mit diesen großen Kanälen gemacht haben?
    Zur Ehrenrettung von Schiaparelli muss man sagen, das er ebensowenig von Kanälen geschrieben hat, wie Darwin von der Abstammung des Menschen vom Affen. Schiaparelli beschrieb 100 Km breite und bis zu 2000 Km lange ZUFLÜSSE zum ‘Südmeer’. Erst die Übersetzung seiner italienischen Texte ins Englische brachte die ‘Sensation’.

    Da hat sich in den vergangenen 120 Jahren ja nicht viel verändert, was sie saubere Recherche angeht. Sensationen sind immer noch wichtiger als Tatsachen..

  17. #17 bikerdet
    26. Juni 2015

    Mist, zu schnell abgeschickt :

    Heute wissen wir, das mehr als die Hälfte der von Schiaprelli beschriebenen Linien tatsächlichen Grabenbrüchen, Schluchten, Kraterketten und Talformationen entspricht. Auch das gigantische ‘Valles Marineres’ war Teil seiner Flusssysteme (für die er die Linien hielt).

  18. #18 rgnf
    26. Juni 2015

    Ich finde den Artikel und die Kommentare etwas zu kritisch.
    Als Curiosity damals gelandet war, gab es auch ohne irgendwelche Märchen genug Meldungen und Artikel in den Medien.
    Jetzt ist einige Zeit vergangen und das eigentlich faszinierende, eben die Nachricht, dass da ein auf Erden erbautes Fahrzeug ferngesteuert auf einem anderen Planeten unterwegs ist, ist schon vor Jahren ausgeschlachtet worden und heute keine wirkliche Neuigkeit mehr.
    In so fern kann man eigentlich froh darüber sein, dass solche Spekulationen aufkommen, weil diese der Mission wieder eine Neuigkeit gegeben hat.
    Diejenigen, die auf EvD rein fallen, denen ist eh nicht zu helfen.
    Allen anderen, die Curiosity vielleicht vergessen haben oder damals nicht so viel mitbekommen haben werden so noch mal an das Thema heran geführt.

    Und auch bei Florian wurde wieder nicht nur neues Interesse geweckt, sondern sogar der Drang, trotz Blog-Pause, noch mal einen Artikel zu schreiben.
    Das wäre ohne Pyramiden-Ähnlichkeit nicht geschehen. 😉

  19. #19 Tina_HH
    27. Juni 2015

    Ich finde das Ding als Pyramide ehrlich gesagt ein bißchen zu mickrig. Wer auch immer das gebaut hat, hätte sich da ruhig etwas mehr ins Zeug legen können. Ein Blick nach Gizeh wäre auf jeden Fall von Vorteil gewesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gizeh#/media/File:All_Gizah_Pyramids.jpg

    So baut man vernünftige Pyramiden! 😉

  20. #20 bewitchedmind
    27. Juni 2015

    Die seriöse Wissenschaft ist allerdings auch nicht ganz unschuldig an solchen Stories. Um das Budget für Marsmissionen zusammenzubekommen, klingt es einfach knackiger, wenn man sagt “Wir suchen nach möglichen Spuren von Leben”, anstatt “Okay, der Mars ist vermutlich eine tote Einöde, was ihn aber nicht weniger spannend macht”. Und auch die ernstzunehmenden Medien berichten eigentlich nur über die gewonnenen Erkenntnisse, wenn sich daraus “Wasser auf dem Mars”-Schlagzeilen machen lassen – Stories über irgendwelche Steine will halt niemand lesen (wenn die nicht gerade wie Pyramiden aussehen).

  21. #21 bewitchedmind
    27. Juni 2015

    Nachtrag: Soeben wurde auch noch Käsekuchen auf dem Mars entdeckt!!!! https://twitter.com/SarcasticRover/status/614580642563518464 😀

  22. #22 David
    27. Juni 2015

    ich dachte erst, die Pyramidengeschichte wäre eine Rezension aus den 80ern: Zak McKracken and the Alien Mindbenders.
    *facepalm*

  23. #23 Basilius
    Hayate no gotoku!!
    27. Juni 2015

    @dgbrt

    Man sollte einfach keine BILD-Zeitung lesen. Ohne diesen Beitrag hätte ich das gar nicht mitbekommen. Aber vielleicht ist das falsch, das dauert ja nicht lange und man weiß dann, was der Rest dieser Republik für bare Münze hält.

    Wer sagt denn, daß jeder Bildzeitungsleser/käufer tatsächlich alles einfach so glaubt, was dort gedruckt wird?
    Mit dieser Annahme wäre ich sehr vorsichtig, zumal sie doch eher aus der Frustration heraus geboren ist, daß die Bild nun mal totalen Quatsch schreibt und man eigentlich nichts direkt dagegen machen kann.
    Dennoch sehe ich in meinem lokalen Umfeld, daß die Reaktion vieler Menschen auf Meldungen dieser “Loch Ness Qualitäten”, die ist, daß sie praktisch keiner für bare Münze nimmt. Nach meiner Beobachtung werden Nessie-Meldungen werden von vielen Menschen eher als Unterhaltung aufgefasst und es ist ihnen schlichtweg piepsegal ob das irgendwas mit der Realität zu tun hat. Sie fühlen sich davon sowieso nie betroffen. Im konkreten Fall haben sie damit ja auch Recht – der Wackerstein dort oben hat keinerlei direkte Auswirkungen auf uns.
    Viel schlimmer finde ich die Tendenz von Bild, daß ständig Haß und Sozialneid gegen alle möglichen anderen Mitmenschen geschürt werden. Was die Bild betreibt ist für mich letztlich Volksverhetzung.
    Da möchte ich noch gerne noch mal den wirklich lesenswerten Max Goldt zitieren:

    „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“

    http://www.bildblog.de/2696/die-beispiellose-misserfolgsgeschichte-von-bild/

  24. #24 Higgs-Teilchen
    Im Standardmodell oben rechts
    27. Juni 2015

    Ach ja, wenn man das mal googlet, dann findet man da noch ganz andere Sache auf den Marsfotos: einen sitzenden Mensch, einen stehenden Gorilla, Knochen….. Wer so was für bare Münze nimmt, glaubt auch den Foto”beweisen” der Mondlandungsleugner.

  25. #25 Wolfgang
    27. Juni 2015

    @Basilius da magst du recht haben. Ich sehe aber da auch noch das Problem, dass die Leute das dann nicht wirklich der BILD zurechnen, sondern dann generell der Ansicht sind, dass man nicht alles glauben sollte. Das resultiert dann natürlich automatische darin, dass man glaubt, was einem in den Kram passt – selektive Wahrnehmung in Reinstform. Und schon hast du die Impfgegner und anderen Eso Schwachsinn.

  26. #26 Wage
    27. Juni 2015

    Pareidolie, hin und her, man sollte es aber nicht als Entschuldigung verwenden um ALLES zu ignorieren. Von Gebäuden auf dem Mars halte ich nichts, ich habe noch keine Anhaltspunkte gesehen die derartige Schlussfolgerungen wirklich stützen und es würde mich auch sehr überraschen, wenn sich das ändern sollte. Wir haben allerdings einige Hinweise die biogene Aktivität zumindest als Erwägung zulassen und das nicht nur aufgrund morphologischer Kuriositäten.

    Ich denke der Artikel fasst das gut zusammen:
    http://online.liebertpub.com/doi/full/10.1089/ast.2015.1336

  27. #27 Spritkopf
    27. Juni 2015

    @(S)Wage

    Pareidolie, hin und her, man sollte es aber nicht als Entschuldigung verwenden um ALLES zu ignorieren.

    Jahaaa, genau deswegen ist die Pyramidenentdeckung auch ein guter Anlass, die 40 Jahre alte und schon ein wenig streng riechende Labeled-Release-Leiche des Herrn Levin zu exhumieren und wiederzubeleben. Die wir zwar hier in den Kommentarspalten auch schon ausführlichst abgekaspert hatten, aber das ist ja kein Hinderungsgrund, sie nicht ein bißchen mit ihren verwesten Armen winken zu lassen, nech?

    Und hätten wir eine vernünftige Videokamera auf der Curiosity-Mastcam installiert anstatt dem Billigscheiß, den das JPL gekauft hat, dann würden wir längst schon ein paar Marsianer mit den Blueberries Murmeln spielen gesehen haben. Achso halt, habbich doch glatt vergessen! Die Blueberries SIND ja die Marsianer.

  28. #28 Kyllyeti
    27. Juni 2015

    Das sind ganz klar Überreste der Pareidolinier, einer uralten, über die ganze Galaxis verbreiteteten Kultur.

    Daran ist aber nichts besonderes – das Zeugs findet man sowieso überall (wenn man nur genau genug hinguckt).

  29. #29 Wage
    27. Juni 2015

    Ich könnte Ihnen auch erklären warum, um nur ein Beispiel rauszureifen wäre da der jüngste nachweis von Methan durch das MSL. Wissen Sie: sehr viel von diesen 40 Jahre alten Daten werden zunehmend relevanter, je mehr Daten wir sammeln. Wenn man sich natürlich auf seine Scheuklappen eingeschossen hat, blendet man sowas gerne aus, aber es sind und bleiben eben Messdaten, ganz gleich wie alt. Wie sieht denn das Kometenmodell mittlerweile aus? Mit wessen Vorhersagen deck es sich denn? :) Tja, ich bin überzeugt das Sie sich irren, das ist das Problem. Und ich kann auch genau erklären wieso.

  30. #30 Kyllyeti
    27. Juni 2015

    verbreiteteten

    (Ähm … das ist eigentlich kein Schreibfehler, denn diese Ururalten waren sowas von überall! – die mehr als einfach nur verbreitet.)

  31. #31 Kyllyeti
    27. Juni 2015

    … die waren

     

  32. #32 Bundesamt für Metaphernschutz
    27. Juni 2015

    @Wage

    Wenn man sich natürlich auf seine Scheuklappen eingeschossen hat, blendet man … aus

    Sie erhalten hier hiermit eine erste, noch nicht kostenpflichtige Verwarnung

  33. #33 MX
    27. Juni 2015

    Gibt es eigentlich auch Marsroboterleugner, analog den Mondlandungsleugnern?

    Marsroboterleugner sollten sich das Foto einmal genau ansehen: Oben sieht man einen Mönch über die Berglinie gucken, vermutlich aus dem Kloster St. Cydonia herübergewandert.

  34. #34 Wage
    27. Juni 2015

    “Während der Vorerkundung zum Kontinentalen Tiefbohrprogramm (KTB) wurden Bohrungen im Trigberg-Granit bei Moosengrund im Schwarzwald bis auf ca. 300 m abgeteuft (von Gehlen et al. 1986). Die Kerne sind reich an hydrothermalen hämatitischen Chert-Klüften. Vermutlich haben die Chert-Klüfte ein tertiäres Alter. Eine detaillierte Untersuchung der Chert-Klüfte hat eine Vielzahl von
    exzellent erhaltenen Biofilmen und Pilzhyphen-Strukturen ergeben. Beobachtet wurden auch fossile Hefe-Zellen, die meist in kleinen Klufttaschen angereichert sind. Die Myzelien sind in der Regel mit Hämatit umkrustet.”

    Quelle: Geobiologie, Joachim Reitner, Mike Reich & Gabriele Schmidt

    Möglicherweise liegen sie mit den Blueberries gar nicht so falsch, kommt jetzt natürlich drauf an was sie unter “Marsianer” verstehen. Nach allem was ich in der letzten Zeit gelesen habe könnten sogar Sie einer sein :)

    Das hört sich jetzt aber sehr viel drastischer an als es gemeint ist. Sie wissen was ich meine. Oder? Ich meine NICHT das sie mit einer Untertasse angekommen sind, nur falls irgendwer… herrgott, sehen Sie DAS ist das Problem. Es hört sich viel zu lächerlich an um ernst genommen zu werden. Mindestens so lächerlich wie 80 Tonnen schwere Reptilien.

  35. #35 Florian Freistetter
    27. Juni 2015

    @wage: “. Wenn man sich natürlich auf seine Scheuklappen eingeschossen hat, blendet man sowas gerne aus, aber es sind und bleiben eben Messdaten, ganz gleich wie alt.”

    Und was hat das mit der Behauptung zu tun, auf dem Mars würde eine Pyramide stehen? Das ist Unsinn. Und bleibt Unsinn.

  36. #36 Florian Freistetter
    27. Juni 2015

    @Wage/Swage: Es wäre ganz super, wenn du jetzt nicht schon wieder exakt die selbe Diskussion führen würdest, die du hier im Blog schon so oft geführt hast. Du musst nicht nochmal ein paar hundert Kommentare schreiben in denen genau das gleiche drin steht, was du schon in den paar hundert Kommentaren zuvor geschrieben hast. In diesem Artikel geht es auch nicht um die wissenschaftliche Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars (die trotz deines ganzen Verschwörungsgeraune von seriösen Wissenschaftler sehr ernsthaft betrieben wird – nur hat das halt nix mit deiner “Ich will unbedingt das am Mars Aliens wohnen und weil ich das will muss es auch so sein”-Einstellung zu tun). Sondern um Deppen, die einen Stein für ein außerirdisches Bauwerk halten.

  37. Fotos sind voll die Beweise, die zeigen ja die Wirklichkeit (außer, wennse vonner Regierung sind)!

    Ein Fotio oder Youtibe-Video ist grundsätzlich eine verlässliche Informationsquelle, denn da wird immer die Wahrheit gesagt, weil, Lügen darf man ja nicht, und sie bilden ja einen Schnappschuss der…

  38. #38 Felix
    auf dem dritten Planeten von links
    27. Juni 2015

    Wage – was verstehst Du unter einem Kometenmodell. Mir zumindest ist nicht bekannt das irgend ein Komentenmodell in Beton gegossen wäre und als unantastbar gälte.
    Felix

  39. #39 Basilius
    Hayate no gotoku!!
    27. Juni 2015

    @Wolfgang

    Das resultiert dann natürlich automatische darin, dass man glaubt, was einem in den Kram passt

    Ja, das sehe ich auch so. Kann man eigentlich überall beobachten. Unser Leben und unsere reale Umwelt inklusive dem ganzen Universum sind halt fast immer nicht so einfach strukturiert, wie man es gerne hätte. Da gibt es schon sehr viele sehr komplexe Zusammenhänge zu beachten und vieles kann an noch gar nicht erklären (das ist für viele besonders schwer zu akzeptieren). Ich kenne einige lieben Mitmenschen die aus Frust und ob der Mühsal diese Welt zu verstehen dann tatsächlich einfach komplett aufgeben und den einfacheren Weg gehen und sich sagen, daß man ja eh nichts und niemandem mehr trauen könne. Genau das führt selbstverständlich dazu, daß nur das als wahr erachtet wird, was man selber gerne als wahr hätte.
    Ich wüsste aber auch nicht was man da als Patentrezept dagegen tun kann außer unermüdlich Aufklärung zu betreiben und die Sachen immer wieder zu erklären.
    Jedenfalls, solange wenigstens einer noch zuhört.

  40. #40 Wage
    27. Juni 2015

    nur hat das halt nix mit deiner “Ich will unbedingt das am Mars Aliens wohnen und weil ich das will muss es auch so sein”

    Als ob sich das Universum darum kümmern würde was ich will und was nicht, Florian.

  41. #41 Kathi Keinstein
    27. Juni 2015

    Ich bin auf dem Weg zu einem Software-Download gestern zufällig bei CHIP über das Bild gestolpert….und dachte gleich an einen PR-Gag der Macher der “Mass Effect”-Game-Trilogie ;).

    Davon abgesehen spricht mir dein wunderbarer Beitrag (Kommentar Nr.5) @phunc aus der Seele.

    “Sand und Steine, Sonnen, Planeten, Galaxien, Nebel, Schwarze Löcher, aber auch Atome, Elementarteilchen und was es noch so gibt” finde ich seit frühester Kindheit unheimlich spannend und hege als Lehrerin den Wunsch diese Faszination weitergeben zu können (ebenso wie ich die Grenzen der Offenheit für solche Dinge immer wieder zu spüren bekomme). Deshalb habe ich “der anderen Perspektive” in gewisser Weise auch meinen Blog (www.keinsteins-kiste.ch) gewidmet.

  42. #42 Christian der 1.
    27. Juni 2015

    Doch wage, kennst du nicht das quantenphysikalische Prinzip
    (mehr oder weniger), https://www.youtube.com/watch?v=MWUJvTyl-m4 :-)

  43. #43 Lemurian
    27. Juni 2015

    Eine Pareidolie, das Marsgesicht betreffend, funktioniert aber nur wenn man es von oben betrachtet – das ist ja die Begründung für die angebliche Pareidolie des Marsgesichtes…durch Licht und Schatten usw.

    Hier ist aber ein Foto dass das Marsgesicht von einem ganz anderen Blickwinkel aus zeigt und da sieht es immer noch aus wie ein Gesicht…also kann es keine Paradolie sein: http://www.enterprisemission.com/MTM.htm

    Übrigens…weiß jemand wo man dieses Foto auf der offziellen NASA Seite findet? Ich finde immer nur das…ich wills mir aber mal in größerer Auflösung anschauen…oder ist das Foto ne Fälschung?

  44. #44 Theres
    27. Juni 2015

    @Lemurian
    Kannst du Englisch? Müsstest du dann: http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2001/ast24may_1/&rct=j&q=&esrc=s&sa=U&ei=1tyOVZWXHKeiygOL37qQAQ&ved=0CCAQFjAF&usg=AFQjCNGICLmWOuxPc8plYEgWvpgqKtR0uw

    Und auf der Wikipedia findest du unter Cydonia Mensae auch genug dazu. Das Phänomen nennt sich Pareidolie – und wo siehst du auf dem obigen Bild ein Gesicht oder gar ne Stadt?

  45. #46 Diogenes007
    27. Juni 2015

    Ja stimmt. Abgesehen von dem besagten Gebilde handelt es sich offensichtlich um gewöhnliches Geröll. Finde es immer wieder erstaunlich mit welcher Sicherheit manche erkennen, das pyramidenförmige Felsen gewiss nur zufällig so aussehen. Und richtig: die Cheopspyramide könnte genauso gut auch eine Kugel sein…

  46. #47 DasKleineTeilchen
    27. Juni 2015

    @Lemurian:

    wozu genau verlinkt FF nochmal selber auf einen früheren artikel von ihm, in dem *genau* das von dir verlinkte foto auftaucht?

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/08/24/das-marsgesicht/

    hmmm, laut wikipedia ist das bild von der NASA; eingebunden wurde es von der dtsch. wikisite. kein link zur originalquelle. auf der von dir verlinkten site steht auf dem foto hingegen copyright by blabla carlotto. ich glaube, hier hat die dtsch. wikipedia schlicht mist gebaut, das höhenprofil in dieser (zweifellos simulierten ansicht) stimmt auch nicht, die pyramiden sind angepasst und zu hoch.

  47. #48 PDP10
    27. Juni 2015

    Was mich, ehrlich gesagt, am meisten wundert, ist, dass sich hier immer noch kein Grammar Nazi über die Artikelüberschrift aufgeregt hat …

    😉

    (SCNR … den Mitchell & Webb wollte ich schon länger mal hier posten. Ein Lehrbeispiel wie man vernünftig und gesittet diskutiert … ähem … )

  48. #49 Steffmann
    27. Juni 2015

    @Kathi:

    Wenn du wirklich Interesse daran hast, deine Kindern Wissen zu vermitteln (und das fände ich spannend), wieso fängst du dann nicht damit an, Quellen zu prüfen ?

  49. #50 PDP10
    28. Juni 2015

    @Steffmann:

    “@Kathi:
    Wenn du wirklich Interesse daran hast, deine Kindern Wissen zu vermitteln (und das fände ich spannend), wieso fängst du dann nicht damit an, Quellen zu prüfen ?”

    Um mal wieder meine Universalfrage zu verwenden:

    Hä?

    (Will meinen, deine Kritik an @Kathis Post verstehe ich grad nicht … )

  50. #51 Lemurian
    28. Juni 2015

    @DasKleineTeilchen

    Die Copyright Info habe ich übersehen…ich hab dann aber mal nach den Namen gegoogelt und folgendes gefunden:

    http://spsr.utsi.edu/members/markjcarlotto.html

    http://www.amazon.com/Martian-Enigmas-Pyramids-Unusual-Objects/dp/1556432429/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1198949191&sr=8-1

    Da steht aber nichts von simuliert…ich denke das kann wohl nur Florian beantworten ob das Foto eine Fälschung oder echt ist! Wenn er es in dem anderen Artikel eingebunden hat so vermute ich mal das es echt sein müsste…oder?

  51. #52 Artur57
    28. Juni 2015

    Also wenn die Stimmung im Kontrollzentrum ähnlich ist wie hier im Forum, dann macht der Lander jetzt sofort eine 180-Grad-Wende und demonstriert damit wissenschaftliche Stringenz. Gegenüber Bildlesern, der Community und (vielleicht dann doch) Marsbewohnern.

    Aber es gibt dann vielleicht doch Gründe, das nicht zu tun. Die Shannonsche Informationstheorie sagt, dass der Informationswert einer Nachricht um so höher ist, je weniger sie erwartet wurde. So viel steht ja fest: eine Pyramide hat niemand erwartet und insofern ist der Nachrichtenwert hier ziemlich hoch. Schließlich ist Curiosity genau zu dem Zweck an diesem unwirtlichen Ort, um Unerwartetes zu finden.

    Was Geologe Köberl da sagt, trifft uneingeschränkt auf Kristalle zu, weil diese eine durchgehende Kritallstruktur haben. Hat aber der amorphe Basalt in keinster Weise, wie man an den übrigen Brocken sieht.

    “Würde man auf der Erde in der Nähe von Vulkanen viele Steine fotografieren, fände man sicher auch etwas, das so ähnlich aussieht.” Fände man oder findet man? Also ich habe so etwas noch nicht gesehen.

    Worauf ich hinaus will: ein nicht estoerisch unterfüttertes Plädoyer dafür, dass Curiosity nun doch einmal zur Pyramide fährt und dort ein paar Aufnahmen macht. Kann ja nicht schaden.

  52. #53 Kathi Keinstein
    28. Juni 2015

    @Steffmann: Ich schliesse mich PDP10’s Universalfrage an: Worauf genau bezieht sich deine Bemerkung?

    @Artur57: Gerade Basalt ist dafür bekannt, bei langsamer Abkühlung sechseckige Säulen zu bilden (wie ich sie z.B. auf den Kanaren bewundern durfte oder man sie auf den Bildern hier findet: https://de.wikipedia.org/wiki/Basalt ). Denkt man sich von solch einer Säule das obere Stück abgebrochen und mit einer Ecke aufwärts gerichtet in den Sand eingebuddelt, hat man schnell etwas, das (zumindest von einer Seite) wie eine Pyramide aussieht.

    Und ich nehme jetzt mal an, Curiosity ist nicht um das Ding herumgefahren um auch noch die andere Seite aufzunehmen…

  53. #54 rolak
    28. Juni 2015

    über die Artikelüberschrift

    Wejen wat, PDP10, dem ‘am’? Deswejen brauchste Dich nich am wundern ze sein, für dat einem dat hej auffällt, möt he jo am denken aanfange.

    Doch auch sonst: eine Frage der Perspektive. Wäre es von oben fotografiert, läge sie bei entfernungsorientierter Beschreibung oben und damit auf dem, doch von der Seite ists kein Pickel an der Backe, sondern eine Pyramide am Mars. Pasta.

  54. #55 Artur57
    28. Juni 2015

    @Kathi

    Man muss ja aber schon sagen, dass diese sechseckigen Strukturen stets in Gruppen auftreten, hier allerdings haben wir einen einzelnen Stein. Ich vermute als Ursache eine Benard-Zelle, hier erklärt:

    http://www.tuhh.de/rzt/rzt/it/Studium/seminar-lorenz/

    Ja und also das, was zu sehen ist, ist schon eine ziemlich exakte Pyramide mit anderen Winkeln als das Sechseck. Also schon.

    “Und ich nehme jetzt mal an, Curiosity ist nicht um das Ding herumgefahren um auch noch die andere Seite aufzunehmen…”

    Ja leider. Die Frage ist ja auch, ob das überhaupt möglich ist. Das Gelände ist durchaus schwierig und wenn der Lander einmal umkippt, dann ist die Mission zu Ende.

    Trotzdem: man darf dafür sein, dass das Fahrzeug dort hin fährt, wenn es das Gelände zulässt..

  55. #56 Spritkopf
    28. Juni 2015

    Und noch ein weiterer Tiefpunkt der Berichterstattung, diesmal in der Welt:

    Besonders auf einem Bild vom Mars, das der NASA-Roboter Curiosity aufgenommen hat, ist eine fast perfekte Pyramide zu erkennen, die in etwa so groß wie ein Auto sein soll.

    Jim Bell, ein beteiligter Wissenschaftler, teilt mit, dass nach Analysen des Mastcam-Teams der Stein etwa 4 Zoll, also ca. 10 cm hoch sei.

    Nun gut, dann eben Kleinwagengröße.

    Forscher gehen derzeit davon aus, dass der Zufall das Gebilde so geformt hat.

    DERZEIT gehen sie davon aus; das kann (oder wird?) sich aber selbstverständlich noch ändern. Etwa, wenn sich die folgende investigative Meisterleistung des Autors bestätigen sollte:

    Eine weitere Theorie: Was auf dem Foto zu sehen ist, könnte nur die Spitze einer zu großen Teilen unterirdisch liegenden Pyramide sein.

    Denn vielleicht handelt es sich ja bei dieser Struktur um das lang verschollene Grab des Marsmurmelkönigs. Und die Ignoranten vom JPL fahren mit ihrem Rover unfassbarerweise einfach daran vorbei.

  56. #57 Wage
    28. Juni 2015

    Doch wage, kennst du nicht das quantenphysikalische Prinzip
    (mehr oder weniger), https://www.youtube.com/watch?v=MWUJvTyl-m4 :-)

  57. #58 rolak
    28. Juni 2015

    Kleinwagengröße

    Nicht unbedingt, Spritkopf, eindeutig nicht unbedingt.

    unterirdisch liegenden Pyramide

    Ist doch alles Quatsch – das ist unzweideutig der fehlende Schlußstein der Cheops-Pyramide, ein recht frühes Beispiel für die potentiell katastrophalen Auswirkungen exzessiven Tourismus’.

  58. #59 Kyllyeti
    28. Juni 2015

    Da oben gibt es übrigens schon seit längerer Zeit Anzeichen von Aktivitäten außermarsianischer Lebensformen – und die NASA weiß das ganz genau.

    (Und das kann ich beweisen!)

  59. #60 Spritkopf
    28. Juni 2015

    @rolak

    Ist doch alles Quatsch – das ist unzweideutig der fehlende Schlußstein der Cheops-Pyramide, ein recht frühes Beispiel für die potentiell katastrophalen Auswirkungen exzessiven Tourismus’.

    Das kann nicht sein; der ist schon früher gefunden worden.

    Aber bei der Chephren-Pyramide fehlt ja ebenfalls der Pyramidion. Dies lässt uns schlussfolgern, dass Marsianer auf Reisen ganz schlimme Vandalen waren (oder gar noch sind). Ich prognostiziere daher, dass Curiosity demnächst auf die Nase der Sphinx stoßen wird.

  60. #61 Spritkopf
    28. Juni 2015

    Übrigens wurde von Curiosity am gleichen Tag noch ein weiterer pyramidenförmiger Stein fotografiert (rechts oben im Bild). Warum nur macht hier niemand einen medialen Aufstand und blökt lauthals etwas von Aliens? Meine Vermutung: Weil er im Gegensatz zu dem anderen Stein von so nahem aufgenommen wurde, dass man die schrundige Oberfläche und einen Teil der unregelmäßig geformten Unterseite sieht, was nicht mehr so recht zu der Mär von der Anfertigung durch eine marsianische Zivilisation passen will. Oder was ist mit dem Stein am rechten Bildrand, bei dem ein marsianischer Steinmetz ein Hexagon herausgearbeitet zu haben scheint?

    Wie Bullet schon schrieb: Wenn man sich nur genügend Steine anguckt (und an denen herrscht ja auf der Oberfläche eines nicht von Pflanzen bedeckten Planeten kein Mangel), wird man schon aus statistischen Gründen welche finden, die eine geometrische Regelmäßigkeit aufweisen und folglich nach künstlicher Herkunft aussehen.

  61. #62 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Spritkopf: Du sprichst mir aus der Seele bzw. schreibst mir aus den Gedanken. Mir ging ähnliches durch den Kopf.

    Hier ist z.B. noch ein Bild derselben Serie eines einzelnen dreieckigen Steins (links oben), der offenbar schon Verwitterung zeigt. Er ist sogar fast(!) ein gleichseitiges Dreieck. Vielleicht würde es ausreichen, um eine Theorie zerbrochener Säulen mit dreieckigem Grundriss zu begründen. 😉
    Hier ist allerdings ein weiteres Bild der Serie, dessen Ansicht genau links neben dem fraglichen und von Florian gezeigten Bild liegt. Der spitze Stein rechts oben auf dem Kamm ist derselbe, wie auf jenem Bild links oben; die Bilder wurden direkt nacheinander erstellt laut Liste.

    Ich sehe eine Landschaft mit sehr vielen recht spitz gebrochenen Steinen, so dass ich Dreieckssteine geradezu erwarten würde und mich zumindest nicht wundere. Ausreichend, um zu sagen: die “Pyramide” ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein weiterer gebrochener Dreieckiger Stein. Auch sehe ich Bruchflächen, die glatt wie mit dem Messer angeschnitten aussehen. Am unteren Bildrand sind Steine mit hochgradiger Schichtung zu sehen, wie bei uns Sedimentgesteine, die jedoch durch einen geologischen Prozess hochgradig aus der waagerechten Lage gebracht sein müssen. Wir erinnern uns: Mars hat viele Einschlagskrater, und der Rover operiert in einem riesigen solchen.

  62. #63 Rudolf Uebbing
    28. Juni 2015

    Eine Anmerkung, bitte:
    Vor wenigen Jahren wurde ebenfalls in der
    Bildzeitung eine skulpturenartige, menschlich aussehende Figur
    – eine kleine Gesteinsformation – auf einem der Marsrover-Fotos gezeigt.

    Offenbar schien die Gesteinsformation
    ziemlich klein zu sein wie derzeit auch
    das aktuelle pyramiden-förmige Gebilde
    klein zu sein scheint. Je kleiner die
    abgelichteten Gesteinsformationen sind,
    desto häufiger sind sie, desto häufiger
    mithin auch die gesehenen unterschiedliche Formgebungen – da mag
    mithin also auch schon mal eine regelmäßig,
    künstlich erscheinende Form – auch ganz
    natürlicherweise – dabei sein können. Dies kann als die wahrscheinlichste Erklärung angesehen werden, wie ich bitte meine.

  63. #64 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Arthur57 #52:
    Du missbrauchst die Shannonsche Informationstheorie, die für Kanalübertragung auf niedrigstem Niveau erdacht wurde, also Übertragung von elektromagnetischen Signalen, von Bits oder von Nervenimpulsen. Zumindest wird ein Kanal benötigt, bei dem die zu übertragenden Symbole und damit jede mögliche zu erwartende Nachricht bereits bekannt sind (lediglich die Folge eintreffender Nachrichten ist noch nicht bekannt). Und wenn man sich trotzdem einlässt, dann hängt die Bedeutung der Symbole von einer festgelegten Interpretation ab. Alleine hier haben wir Möglichkeiten zum Missverständnis von “Pyramide”:

    * ein mathematischer n-seitiger pyramidaler Körper, mit entspr. Untermöglichkeiten
    * ein (künstliches) Bauwerk, dass von Maschinen errichtet sein könnte
    * ein Bauwerk, dass von irgendwelchen (intelligenten, kultivierten) Lebewesen errichtet wurde.

    Auch die Herkunft einer Interpretation von einem bestimmten Personenkreis, sprich Nutzer des Kommunikationskanals, ist von Bedeutung. Marswissenschaftler erwarten keine Pyramiden und akzeptieren allenfalls pyramidenformähnlichen Gesteinsbruch, Marsverschwörer dagegen erwarten Pyramiden ganz doll und sehen daher gerne jede Pareidolie. Daher ist der folgende Satz so oder so Unfug:

    So viel steht ja fest: eine Pyramide hat niemand erwartet und insofern ist der Nachrichtenwert hier ziemlich hoch.

    Doch: die Verschwörer haben die Pyramide geradezu erwartet, deswegen ist der Nachrichtenwert gering und quasi nur die klitzekleine Bestätigung auf das, was sie “immer schon gewusst” haben. Eine sehr absurde Vorgehensweise. — Wissenschaftler dagegen erwarten dagegen keine gebaute Pyramide und akzeptieren daher so etwas nicht als Nachricht. Sie erwarten dagegen durchaus pyramidal geformete Bruchsteine, wenn schon ein ganzes Feld an Gestein dreieckigen Bruch aufweist (siehe oben). Und daher ist für sie das Finden einer rein geometrisch gesehenen Pyramidenform von geringerem Nachrichtenwert und keineswegs aufregend.

  64. #65 Till
    28. Juni 2015

    @Spritkopf dass Curiosity demnächst auf die Nase der Sphinx stoßen wird.

    Nee, kann nicht sein, die hat Obelix kaputt gemacht.

  65. #66 Steffmann
    29. Juni 2015

    @Kathi
    zunächst mal störte mich dein Hinweis auf deinen blog, ohne das ich irgendeine Kompetenz dafür erkennen konnte. Das kannst du, nebenbei bemerkt, zukünftig eleganter lösen. Verlinke einfach deinen Nickname. Und bevor du das tust, hätte zumindest mich, nur ein kompetenter Beitrag zum Thema wie in #53 an Arthur mundtot gemacht….

    Aber ja, ich hatte dich anfangs falsch eingeschätzt. Es ist auch schwierig, ohne persönlichen Dialog hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Sorry dafür.

  66. #67 Folke Kelm
    29. Juni 2015

    #62 Braunschweiger,

    Danke für die links zu den fotos. Auf diesen ist für den Geologen tatsächlich eine Menge zu erkennen. Leider muss ich jetzt meinem Kollegen Christian Köberl attestieren, dass er nicht hingeguckt hat. Was er hier als Basalt interpretiert ist definitiv keiner. Ein Geologe lebt davon, gut hinzuschauen, dann erschliessen sich einem ganze Reihen von interessanten Geschichten. Diese Geschichten sollten Geologen auch nach aussen tragen um den Leuten die Faszinierende Vielfalt der Geologie ahezubringen. Köberl hat in den Interview leider “ex Kathedra” abgeblockt.
    Was sieht man also auf diesen Bildern?
    Zum ersten fällt auf, dass das hier ein ganz klar geschichtetes Gestein ist. Es ist also definitiv ein Sediment wobei es ja durchaus auch ein vulkanisches Sediment sein kann, also kein definitiver Hinweis auf fleissendes Wasser.
    Zum zweiten fällt auf, dass die Steine aus ihrem natürlichen Verband gerissen sind und ziemlich kreiz und quer liegen.
    http://mars.jpl.nasa.gov/msl-raw-images/msss/00978/mcam/0978MR0043250030502820E01_DXXX.jpg
    (links unten im Bild.)
    Das ist typisch für eine sogenannte Impakt-Brekkzie, ein Sammelsurium von Bruschstücken, die bei einem Meteoriteneinschlag die nahen Auswurfmassen bilden. So etwas kann man gut um das Nördlinger Ries finden.

    http://mars.jpl.nasa.gov/msl-raw-images/msss/00978/mcam/0978ML0043200340404258E01_DXXX.jpg
    Dieses Bild zeigt Gesteine unterschiedlicher Farbe und Struktur auf einer Fläche die ebenfalls stark zerbrochen ist. Auch das ist typisch für einen nahen Meteoriteneinschlag.
    rechts oben an der Kante des Bildes findet sich ein Stein der regelmässig angeschliffene Flächen aufweist, ein sogenannter Windkanter. Der Wind kann in der Tat Steine zu kleinen Pyramiden schleifen, ganz ohne Marsianer, hauptsache der Stein liegt richtig zum Wind und ist einigermassen regelmässig in der Struktur.

    http://mars.jpl.nasa.gov/msl-raw-images/msss/00978/mcam/0978MR0043220000502814E01_DXXX.jpg
    Hier, rechts im Bild das Fussballfragment, ganz klar Basalt, aber im Zusammenhang mit gänzlich anderen Gesteinen, hellere (Andesit?), gröber körnige, evenuell ein Gluttuff (was man ja definitiv nur sagen kann, wenn man das Teil in die Hand nimmt oder eine scharfe Detailaufnahme hat) und auch wieder geschichtete Gesteine. Ein sammelsurium typisch für Auswurfmassen, bei denen ja die unterschiedlichen Schichten repräsentiert sind. Man suche ebenfalls wieder nach Windkantern und anderen Spuren der Winderosion.

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/files/2015/06/0978MR0043250040502821E01_DXXX.jpg
    Zurück zum ursprünglichen Bild.
    Hier wieder überwiegend grob geschichtete Gesteine, nicht so fein wie zum Teil auf den anderen Bildern. Man sieht links oben an der Kante einen grossen Stein, der auf mehreren sich in winkeln schneidenden Ebenen gebrochen ist. Jedes Gestein hat bevorzugte Bruchebenen, Schichtung, Schieferung, Klüftung etc. Hier haldelt es sich möglicherweise um sich schneidende Schichtung und Klüftung im Gestein, und damit auch um die Erklärung der Pyramide.
    Die Quintessenz des ganzen ist, dass diese Bilder eine ganze Geschichte in groben Zügen erzählen (naja, das ist erst das Inhaltsverzeichnis), und dass die Pyramide aus wissenschaftlicher Sicht völlig uninteressant ist.

    #52 Arthur,
    Die Pyramiden fände man nicht nur, die findet man. Dass Du sie noch nicht gesehen hast, sagt nur, dass Du noch nicht geschaut hast.
    Basalt ist nicht amorph, er hat eine deutlich anisotrope Struktur die von der Einregelung der Kristalle bei der Abkühlung und dem Einfluss der Schwerkraft während der Abkühlung abhängt.
    #55
    Wie kommst Du denn auf Benard-Zellen? Das ist extrem weit hergeholt und zur Interpretation völlig unnötig. Du rauchst sie auch nicht um die 6 eckigen Basaltsäulen zu erklären. Du kannst ja mal selber nachdenken, warum Basalt ausgerechnet in 6 eckigen Säulen auftritt und wie man die Konvektion in Benard-Zellen bei der Bildung nachweisen oder ausschliessen kann.
    Die Pyramide kannst Du völlig simpel durch das Zusammenspiel von Klüftung und Schichtung erklären, zusammen mit Winderosion, richtiger Lage des Steins und zweidimensionaler Projektion im Bild. Es besteht aus meiner Sicht, gar kein Anlass da mal herumzufahren, wenn es um diese Pyramide herum so extrem viel interessanteres zu sehen gibt, und ich gehe stark davon aus, dass die Geologen im Nasa Team das ganz genau so sehen. Es kommt eben immer darauf an, was man gelernt hat zu sehen. Für den Geologen sind solche Pyramiden nichts weiter als eine Laune der Natur, eine kurze Fussnote der langen Geschichte. Die feingeschichteten durcheinander gewürfelten Gesteinsbruchstücke sind viel viel interessanter. Aus welchen Mineralen besteht das Sediment, ist es vulkanisch oder aquatisch abgelagert? Was liegt drunter und was liegt drüber?
    Aus dem Sediment kann man unendlich viel ablesen. Wir können, wenn wir das Zeug in die Hand nehmen, die fossile Umwelt rekonstruieren. Die Pyramide ist nichts erstaunliches, sie würde erst erstaunlich werden, wenn Du auf ihrer Oberfläche klingonisch lesen könntest.

  67. #68 Folke Kelm
    29. Juni 2015

    Bei lesen meines Kommentars erschrecken mich meine Tippfehler, bitte das zu entschultichen…….

  68. #69 Ursula
    29. Juni 2015

    …erschrecken mich meine Tippfehler

    Dein Beitrag ist sehr interessant zu lesen..Tippfehler wurscht 😉

  69. #70 Folke Kelm
    29. Juni 2015

    Gern geschehen. Ich bin mit Florian völlig einer Meinung, dass es in der Natur, mit völlig natürlichen Mechanismen erklärbar, so viele Faszinierende Dinge gibt, dass man diese “mystischen Pyramiden” einfach nicht braucht um begeistert die Nachrichten zu lesen. Das Problem ist nur, dass ein Teil der Bevölkerung von den faszinierenden Naturwissenschaften nicht die blasseste Ahnung hat und das selber noch nicht einmal merkt.
    Nur deshalb grassieren solche Artikel und nur deshalb gibt es die merkwürdigsten Hypothesen.

    Auf dem Mars gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu spekulieren. Schaut man sich die Bilder der Sonden an, vergleicht sie vielleicht sogar mit Bildern aus Arktischen Gegenden der Erde, dann wirft man, wenn man ehrlich gegenüber sich selbst ist, die ganzen Pyramiden und Marsgesichter über den Haufen und beginnt sich über Permafrost Gedanken zu machen.
    Der Mars ist ein wirklich faszinierender Planet, und wenn ich mir die Bilder angucke, kribbelt es mich wirklich in den Fingern, mir meinen Geologenhammer zu schnappen und dort hin zu reisen. Scotty, Beam me up!

  70. #71 Spritkopf
    29. Juni 2015

    @Folke

    Auf dem Mars gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu spekulieren.

    Absolut. Warum sich manche mit Schmonzes wie angeblichen Marspyramiden beschäftigen wollen, wo es so viele echte und spannende Fragen auf dem Mars zu klären gibt, ist mir unbegreiflich.

    Z. B. solchen: Was sagst du denn zu diesen wie Adern aussehenden Strukturen, die anscheinend deutlich beständiger gegen Erosion als das umliegende Material sind? Sieht aus, als ob stark mineralhaltiges Wasser in irgendwelche Ritzen geflossen und dann verdunstet ist und die ausgefällten Minerale zurückgelassen hat. Und wenn man durch die Bilder der letzten 80 – 100 Marstage von Curiosity durchgeht, scheint es, als ob diese Strukturen in dem Gebiet, in dem sich der Rover derzeit aufhält, ziemlich häufig vorkommen. Fast an jedem Tag hat Curiosity irgendwelche Bilder aufgenommen, auf dem diese zarten weißen Streifen zu erkennen sind.

    Die Stelle, an der Curiosity diese Streifen erstmals entdeckte und von der auch das verlinkte Bild stammt, hat man übrigens “Garden City” genannt.

  71. #72 Kathi Keinstein
    29. Juni 2015

    @Steffmann: Kompetenzen und Bezeichnungen bzw. Kategorien dafür gibt es wie Sand am Meer (oder auf dem Mars^^). Und da ich eine Kompetenz hinsichtlich des Kommentierens von Blogartikeln bzw. der Nutzung von technischen Features gerade (d.h. durchs Kommentieren) erst erlerne, bin ich für klare Hinweise auf Fehler und Ungeschicklichkeiten stets dankbar.

    So war mir das Feature mit dem verlinkten Nickname neu und ich danke für den Hinweis darauf. Das ist wirklich elegant.

    Welche Kompetenz nun allerdings einen Link auf die eigene Seite – ob im Klartext oder im Nickname – (oder die Kritik bezüglich des Vorhandenseins eines solchen) legitimiert, kann ich weiterhin nur spekulieren (zumal dein Beitrag #49 auf eine berufliche Kompetenz anstelle einer “Kommetator-Kompetenz” anzuspielen scheint und damit das Feld für Spekulationen ziemlich weit fasst.)

    Zum Mars und seinen Pyramiden:

    @Folke: Deine Ergänzungen lesen sich so spannend, dass mir die Tippfehler garnicht aufgefallen sind (und das will was heissen 😉 ). Da sich meine Fachkompetenz in Sachen Geologie (oder im konkreten Fall Areologie?) auf Beobachten und mit Gelesenem oder schonmal Beobachtetem abgleichen erstreckt, erfüllt es mich besonders mit Genugtuung, dass du das “Fussball-Fragment”, das vorher schon als Hexagon-Relief Erwähnung fand, als Basalt identifizierst. Das war nämlich auch mein erster Gedanke.

    Zudem hat die Erwähnung des “Windkanters” meine Erinnerung geweckt, dass der Mars nur eine äusserst dünne Atmosphäre hat (Anhand eines Phasendiagramms und ein paar Eckdaten zur Mars-Atmosphäre habe ich in einer Prüfung einmal gefragt, warum es auf dem Mars (praktisch) kein flüssiges Wasser gibt (weil der Atmosphärendruck dafür zu niedrig ist).

    Aber ich habe mich vorhin davon überzeugen können, dass es auch in der Marsatmosphäre Wind gibt (und das anscheinend nicht zu knapp) – dünne Atmosphäre ist eben doch nicht keine Atmosphäre.

    Mit am Beeindruckendsten sind aber um so mehr die Bilder selbst: So scharf und “lebensecht”, dass man die Steine aufheben und im Sand herumwühlen möchte. Da könnte man glatt vergessen, dass der “Fotograf” Millionen Kilometer entfernt auf einem anderen Planeten mit höchst unwirtlichen Bedingungen herumkurvt.

    @Spritkopf: So erinnern mich die Adern – wenn nicht an Wasser – auch an Intrusionen aus magmatischem Gestein, das in flüssigem Zustand in Spalten in älterem Gestein eindringt und darin erstarrt. Aber was meint der Experte?

  72. #73 Folke Kelm
    29. Juni 2015

    @ Kathi,

    Wen meinst Du mit Experte? Hoffentlich nicht mich, ich bin nur ein armer Geologe der sich auf den Mars wünscht gerade.
    Das Bild von Spritkopf #71 sieht arg so aus wie:
    Toniges Sedimentmit Trockenrissen in denen nachfolgend salzhaltiges Grundwasser aufsteigt und an der Oberfläche verdunstet. Sieht ähnlich aus in Gewissen Salzwüsten der Erde.
    Das Salz ist zwar recht empfindlich gegen Erosion, aber doch härter als der Ton selber. Auf toniges Sediment schliesse ich, weil sich das Zeug in Form von Platten abhebt.
    Das ganze sieht aus wie eine recht frische Geschichte, wobei der Leser hier die Zeitperspektive von Geologen im Auge behalten sollte, das können durchaus Jahrtausende sein. Salz muss jetzt übrigens nicht nur Natriumchlorid sein, von mir aus auch Kalziumsulfat (Gips) oder Bariumsulfat.
    Schade dass man das nicht noch mehr vergrössern kann.

  73. #74 Spritkopf
    29. Juni 2015

    @Folke

    Schade dass man das nicht noch mehr vergrössern kann.

    Doch, kann man. Wenn du auf die Übersichtsseite zu Sol 926 gehst, dann siehst du alle aufgenommenen Bilder dieses Marstages. Da sind auch welche dabei, die deutlich stärker gezoomt sind als das, welches ich ausgewählt hatte. Außerdem ist oben auf der Seite eine Zeitleiste, mit der du zu anderen Tagen springen kannst. Auf den Seiten zu Sol 929 und 930 findest du weitere Nahaufnahmen dieser Strukturen.

  74. #75 Spritkopf
    29. Juni 2015
  75. #76 Spritkopf
    29. Juni 2015
  76. #77 Spritkopf
    29. Juni 2015

    Mist, in #75 einen Link versemmelt.

  77. #78 Olaf aus HH
    Hamburg
    29. Juni 2015

    Zum Thema “Pareidolie” gibt es dieses blog:

    http://pareidolie-tante.blogspot.de/

  78. #79 Braunschweiger
    29. Juni 2015

    @Folke Kelm: Danke für die erhellenden Beiträge, klingt alles vernünftig und interessant. — Bei dem gefurchten Basalt dachte ich zuerst an etwas Ähnliches wie Knollenquarzit. Sollte man nicht bei diesem irdischen Bild sofort überlegen, ob Aliens hier waren und künstlerische Gestaltungen hinterlassen haben, hier mit einem Schlumpffuß?

    @Spritkopf: Schöne Bildauswahl. Bei dem geaderten Bild aus #71, bin ich da eigentlich der einzige, der den Eindruck hat, links unten eine dunkle schlammige Pfütze zu sehen, teilweise durchzogen von einigen Stukturen und auch dadurch begrenzt? Möglicherweise kann ein sehr pudriges Material einen ähnlichen Eindruck hervorrufen, wenn es sehr plan und lückenfüllend liegt, so wie bei eingetrockneten Resten von uns bekannten Pfützen.

  79. #80 Folke Kelm
    29. Juni 2015

    Ui Spritkopf, ist ja genial!
    Da weiss ich wovor ich die nächsten paar tage sitze. UNd ich revidiere etwas die Salze, sieht in der Nahaufnahme doch eher wie Quarz aus. Der kann durchaus aus vulkanischem Ursprung sein oder durch basische Lösungen aus der Tiefe hochkommen.
    Aber jetzt ernsthaft, Bild: http://mars.jpl.nasa.gov/msl-raw-images/msss/00929/mcam/0929MR0040870020501768E01_DXXX.jpg
    ganz oben trechts, ich lach mich weg, das sind doch Mauern! und Knochensplitter! und keramikscherben und , ach was weiss ich noch alles, hat hier niemand ein Paar von den Deppen denen man das zum fressen vorwerfen kann?
    Erinnert mich sehr an die leute die Crinoidenstilglieder als Überreste und Zahnräder prähistorischer Maschinen ansehen.

  80. #81 PDP10
    30. Juni 2015

    @Folke Kelm:

    Auch von mir Dank für diese ausführlichen Beiträge.

    Das ist, was ich an dem Forum hier so mag:

    Es findet sich immer mal wieder ein Spezialist, der oder die einem sehr erhellende Einsichten zum Thema eines Artikels liefert.

  81. #82 walter
    30. Juni 2015

    äähm mal ehrlich Leute: wenn Florian nicht beschreiben hätte, wo das Teil liegt, hätte ich auf dem Foto nix erkannt. Aber so…

    …. sehe ich auch nur einen Haufen Steine. Wie man da von einer Pyramide (die ich mir ein bisl größer vorstelle) labern kann is mir ein Rätsel. Aber ok, die breite (dumpfdenkende) Masse braucht anscheinend solche Berichte über Außerirdische. Ich glaube, wenn die mal wirklich hier vorbeischaun würden (was ich ihnen aber nicht empfehle) dann würden die ganz schnell wieder ihren Kram zusammenpacken und abfliegen. Weil wer will schon mit solchen Idioten, wie sie hier zum Teil rumlaufen, was zu tun haben :-)

  82. #83 Braunschweiger
    30. Juni 2015

    Uups, in #79 Link vergeigt, liefere hier einen Knollenquarzit nach, mit “Schlumpffuß”.

  83. #84 Alderamin
    30. Juni 2015

    Wenn man so was auf dem Mars fände, wäre das Alienthema sicherlich auch gleich wieder auf dem Tisch. Hab’ die Dinger in Island gesehen, wo sie sehr künstlich aussahen, gibt’s aber auch bei uns, z.B. im Siebengebirge bei Bonn.

  84. #85 Captain E.
    30. Juni 2015

    @Spritkopf:

    […]

    Aber bei der Chephren-Pyramide fehlt ja ebenfalls der Pyramidion. Dies lässt uns schlussfolgern, dass Marsianer auf Reisen ganz schlimme Vandalen waren (oder gar noch sind). Ich prognostiziere daher, dass Curiosity demnächst auf die Nase der Sphinx stoßen wird.

    Liegt die nicht im British Museum in London?

  85. […] Goethe zitieren wenn wieder einer meint Spuren ausserirdischen Lebens entdeckt zu haben. Diesmal muss Florian erklären, warum der Stein auf dem Mars ein Stein ist und keine […]

  86. #87 Jens
    26. September 2015

    Am Montag den 28.09.15 will die NASA ein bedeutendes wissenschaftliches Ergebnis ihrer aktuellen Marsmission bekannt gebe. Um was könnte es dabei gehn?

  87. #88 Florian Freistetter
    26. September 2015

    @Jens: Weiß ich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass es weniger spektakulär ist als du bzw. alle sich das denken (war bis jetzt noch immer so).

  88. #89 Floka
    27. September 2015

    Der Nachweis von (ehemals existenten) Oberflächenwasser wäre für mich sensationell genug.

  89. #90 noch'n Flo
    Schoggiland
    27. September 2015

    Ich denke auch, dass man endlich direkt Wasser nachgewiesen hat. Und das wäre durchaus eine Sensation!

  90. #91 Alderamin
    27. September 2015

    Es wurde irgendwas von Methan gemunkelt, das der Orbiter gesehen haben könnte (eigentlich der indische). Curiosity hat mal sporadisch Methan geschnüffelt, aber die Konzentration änderte sich von einem Tag auf den anderen um den Faktor 10, und man weiß nicht so recht, was man davon halten soll (insbesondere, wo das Zeugs so stoßartig herkommen soll).

    @Floka

    Ehemaliges Oberflächenwasser ist doch schon nachgewiesen, Curiosity fährt doch in den Sedimenten eines ehemaligen Sees oder Meeres herum.