In der Serie “Fragen zur Astronomie” wird es heute mal ein klein wenig wissenschaftstheoretisch. Es geht um die Frage, wie wissenschaftlicher Fortschritt funktioniert. Im Speziellen um eine Frage, die mir häufig gestellt wird: Hat Albert Einsteins Relativitätstheorie die Gravitationstheorie von Isaac Newton widerlegt?

Eigentlich scheint die Sache recht klar zu sein: Isaac Newton hat im 17. Jahrhundert erklärt, wie Gravitation funktioniert. Albert Einstein hat im 20. Jahrhundert eine bessere Erklärung gefunden. Also hat Einstein recht und Newton lag falsch. Oder?

Alles falsch bei Isaac Newton?  (Bild: Wellcome Trust, CC-BY 4.0)

Alles falsch bei Isaac Newton? (Bild: Wellcome Trust, CC-BY 4.0)

Leider ist es nicht ganz so einfach. Auch nicht mit “recht haben” und “falsch liegen”. In der Physik geht es vor allererst einmal darum, die Natur zu beschreiben. Ein Beispiel: Nehme ich einen Stein in die Hand und lasse ihn (hier auf der Erde) fallen, dann fällt er zu Boden und tut das mit einer Beschleunigung von 9,81 m/s². Das wird immer so sein und es ist völlig egal, was Newton, Einstein oder irgendwer anderer dazu sagt. Der fallende Stein ist die Realität und selbst wenn morgen jemand ankommt und eine weitere, komplett neue Theorie der Gravitation veröffentlicht, werden Steine deswegen nicht plötzlich in den Himmel hinauf fliegen.

Isaac Newton hatte im 17. Jahrhundert als erster eine umfassende mathematische Formulierung der Gravitation gefunden. Seine große Leistung war es, dieses Phänomen als ein universales Prinzip zu erkennen. Er stellte fest, dass die Gravitation, die im Universum dafür sorgt, dass Planeten sich durchs Weltall bewegen die gleiche Gravitation ist, die auf der Erde für fallende Steine (oder Äpfel) zuständig ist und eine einzige mathematische Formulierung ausreicht, all diese unterschiedlichen Phänomene zu beschreiben.

Das ist ein wichtiger Punkt: Newtons Theorie ermöglichte es, die Realität zu beschreiben. Sie war im 17. Jahrhundert dazu in der Lage und ist das auch noch im 21. Jahrhundert. Aber keine physikalische Theorie ist absolut perfekt. Es gibt immer Unterschiede zwischen theoretischer Vorhersage und konkreter Beobachtung. Das kann daran liegen, dass die Beobachtungen und Messungen zwangsweise immer mit kleinen Fehlern behaftet sind (kein Messgerät arbeitet absolut genau). Es kann aber auch daran liegen, dass die theoretische Beschreibung nicht absolut perfekt ist. Die Natur ist ein höchst komplexes Phänomen und es ist so gut wie immer unmöglich, diese Komplexität exakt im theoretischen Modell abzubilden. Noch ein Beispiel: Die Erde ist eine Kugel. Beziehungsweise: Eigentlich ist die Erde keine Kugel. Die sphärische Erde ist ein Modell; in der Realität ist unser Planet ein unregelmäßig geformter Körper mit jeder Menge Dellen und Ausbuchtungen. Wenn wir also bei der Beschreibung irgendeines natürliches Phänomen davon ausgehen, dass die Erde eine Kugel ist, machen wir einen Fehler der zu Unterschieden zwischen Theorie und Beobachtung führt.

Im Fall der Erde ist dieser Fehler in den meisten Fällen enorm klein. Denn die Erde ist fast eine Kugel; der Unterschied zwischen einer Kugel und ihrer realen Form ist nicht groß und darum ist auch eine Theorie, die diese Unterschiede ignoriert einigermaßen genau. Es kommt aber auch immer darauf an, wozu man die Theorie benutzen will. Geht es zum Beispiel darum, einfach nur eine simple Beschreibung der Bewegung der Sterne am Himmel zu finden, damit man weiß, wohin man sein Teleskop richten muss, dann kann man das durchaus tun, wenn man dabei davon ausgeht, das die Erde eine Scheibe ist. Ich habe das hier am Beispiel des “Horizontsystems” genauer erklärt. Für andere Erklärungen muss aber davon ausgehen, dass sie kugelförmig ist, weil sonst der Fehler viel zu groß wäre.

Die Erde kann ruhig auch mal ne Scheibe sein...

Die Erde kann ruhig auch mal ne Scheibe sein…

Es kommt also bei einer wissenschaftlichen Beschreibung nicht so sehr darauf an, ob sie der “Realität” entspricht. Es kommt darauf an, wie gut sie in der Lage ist, die Realität zu beschreiben. Newtons Theorie der Gravitation ist darin enorm gut. Mit dieser Theorie können wir Raketen ins Weltall schicken und Raumsonden zu anderen Planeten schicken. So gut wie jedes Phänomen hier auf der Erde, das mit Gravitation zu tun hat, lässt sich damit wunderbar beschreiben und die Abweichungen zwischen Theorie und Beobachtung sind so gering, dass man sie ignorieren kann. Aber in manchen Fällen sind die Abweichungen zu groß. In diesen Fällen scheint Newtons Modell keine ausreichend gute Annäherung an die Realität zu sein.

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Kommentare (31)

  1. #1 Crazee
    6. Juli 2015

    Diese Erklärung finde ich mal wieder sehr schön. Die werde ich bestimmt mal verlinken oder ausdrucken, um jemandem die wissenschaftliche Methode zu erklären.

    Danke

  2. #2 Adent
    6. Juli 2015

    Sehr schön geschrieben, es bringt das Problem auf den Punkt, dass wir oft mit Esoterikern diskutieren, die behaupten in der Wissenschaft würde ja auch andauernd falsche Theorien aufgestellt werden, die dann 20 Jahre später keine Gültigkeit mehr besitzen. Tatsächlich ist dies ja wohl eher selten der Fall.

  3. #3 Bullet
    6. Juli 2015

    Das sind Fälle, in denen sich Objekte sehr, sehr schnell (fast so schnell wie das Licht selbst) bewegen oder sehr, sehr schwer sind (so schwer wie ein ganzer Stern oder noch schwerer).

    Oder, wie ich hier nach Erfahrungen, die ich mit mit Einstein-Leugnern bei Scienceblogs gemacht habe, hinzufügen möchte:
    Fälle, in denen sich winzige Unregelmäßigkeiten in Geschwindigkeit, kinetischer Energie oder Impuls über lange Strecken zu schwerwiegenden Fehlern aufschaukeln können, wie zum Beispiel bei berechneten Flugbahnen von Sonden zu weit entfernten Planeten oder Monden des Sonnensystems – da bedeutet eine Kursabweichung von einer einzigen Bogensekunde beim Verlassen der Erdumlaufbahn, weil Effekte der ART nicht einberechnet wurden, nämlich bei Erreichen der Neptunbahn einen Fehler von etwa 20 000 km seitwärts.

  4. #4 Kyllyeti
    6. Juli 2015

    Übrigens – noch eine ganz tolle neue Awendung der ART:

    Atomuhren sind inzwischen so genau, dass man jetzt über die Messung der Änderung ihrer Ganggeschwindigkeit Magmaverlagerungen unter Vulkanen feststellen will.

  5. #5 Alderamin
    6. Juli 2015

    @Bullet

    Mag sein, aber kein Triebwerk lässt sich so genau steuern, dass man nicht trotzdem unterwegs ein paar vorher fest eingeplante trajectory correction maneuvers machen müsste (wie New Horizons neulich mal wieder), die der jeweiligen Abweichung angepasst werden und auch schon mal entfallen können, wenn das Triebwerk gut gearbeitet hat. Eine Abweichung von 20000 km zum Neptun wäre also kein Problem. (Da geht noch mehr: beim japanischen Pendant zu NASA, der JAXA, hat das Bremstriebwerk ihrer Venussonde mitten im Feuern plötzlich gestreikt und der Eintritt in den Venusorbit wurde verpasst, die Sonde flog unbeirrt weiter; Ende des Jahres will man alleine mit den Steuerdüsen einen zweiten Versuch des Einfangs starten; toi, toi, toi!)

    Ich habe gelesen, dass das JPL die Sonden rein mit Newton steuere (unten, vorletzter Absatz) und lediglich bei der Bestimmung der Planetenposition auf Einstein zurückgreife (und natürlich, wenn man RT-spezifische Experimente durchführen möchte).

  6. #6 Alderamin
    6. Juli 2015

    @Kyllyeti

    Atomuhren sind inzwischen so genau, dass man jetzt über die Messung der Änderung ihrer Ganggeschwindigkeit Magmaverlagerungen unter Vulkanen feststellen will.

    Man kann sie auch privat mit auf Bergtour nehmen. Wenn man ein Zeit-Nerd ist. 🙂

  7. #7 Kyllyeti
    6. Juli 2015

    @Alderamin

    In zehn Jahren oder so werden die Dinger vielleicht auch auf Armbanduhrgröße geschrumpft sein. Dann wird es wohl auch Wettbewerbe geben, wer es durch geschickte Reiseplanung in einer bestimmten Zeit am weitesten in die ‘Zukunft’ schafft.

    (Unter vehementen Protesten der Einsteinleugner natürlich)  😉

  8. #8 Robert
    Minga
    6. Juli 2015

    Es ist sogar so, dass Einstein ziemlich lange gekämpft hat, bis es ihm gelang, Newtons Theorie als Grenzfall schwacher Felder und kleiner Geschwindigkeiten wieder heraus zu bekommen: Er war schon ziemlich lange auf die Idee gekommen, dass er seine Theorie im Rahmen der (pseudo)-Riemannschen Geometrie aufstellen würde. Dabei versuchte er, die Bewegungsgleichungen (und nicht etwa die Wirkung, wie es Hilbert dann tat) zu raten und rechnete länger mit Ricci-Tensor = Energie-Impusltensor herum. Das ist schon der richtige Weg, aber es gibt einerseits Probleme mit der Divergenz (die bei Ricci nicht verschwindet) und dem Newtonschen Grenzfall. Erst als er dann auf die Idee kam, noch ein Vielfaches des Ricciskalars abzuziehen (und so den Einsteintensor hinschrieb) klappte es.

    Unter den Wissenschaftstheoretikern (vor allem aus der Kungeln Schule) gibt es aber auch einige, die die Ansicht vertreten, dass die Gedankengebäude (“Paradigmata”), die den beiden Theorie zugrunde liegen, so unterschiedlich sind, kann man die beiden Theorien nicht direkt vergleichen (sie sind “inkommensurabel”), da zwar numerisch im Grenzfall Übereinstimmung erzielt wird, aber letztendlich die Bedeutungen der Begriffe zu unterschiedlich sind, so dass man Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Nicht, dass ich diese Ansicht unbedingt teilen würde.

    Ein deutlicheres Beispiel wäre hier die im Artikel erwähnte Phlogistontheorie (bei der ich auch mit der Aussage, sie wäre widerlegt, vorsichtig wäre. Eher sollte man sagen, dass sie heute keine (ernsthaften) Anhänger mehr hat). Diese war zusätzlich zur Frage der Brennbarkeit von Materialien in der Lage zu erklären, warum Metalle glänzen (nämlich wegen des Phlogistons). Die historisch überlegene Sauerstofftheorie hingegen erklärte die Frage des Glanzes für nicht Chemie-relevant und daher unerheblich (sie konnte dazu nämlich nichts sagen). Damit konnte man in diesem Bereich die beiden nicht mehr vergleichen. (Das Glänzen wurde erst später mit der Quantenmechanik und der Bandstruktur der Festkörper wieder erklärbar).

  9. #9 Bullet
    6. Juli 2015

    [die Phlogistonthese] war zusätzlich zur Frage der Brennbarkeit von Materialien in der Lage zu erklären, warum Metalle glänzen (nämlich wegen des Phlogistons)

    Öhm … und warum glänzen dann die anderen brennbaren Materialien nicht? Und Phlogiston hat auch keine negative Masse, was nötig wäre, um die Meßergebnisse überhaupt einigermaßen in Deckung mit der Realität deuten zu können.
    Also “Erklären” ist dann doch ein wenig was anderes …

  10. #10 knorke
    6. Juli 2015

    Ich finde solche Artikel toll. Nicht weil ich etwas Neues gelernt hätte (solche Artikel finde ich dann aus dem Grunde aber auch toll) sondern, weil der Artikel wunderbar erklärt, wie Wissenschaft funktionieren kann.
    Gerade unter nicht so wissenschaftsaffinen Menschen wird ja gern behauptet oder geglaubt, dass Wissenschaftler so tun als wüssten sie alles und würde alles ins dogmatische Weltbild quetschen – dazu muss man nichtmal sonderlich Alternativ oder esoterisch unterwegs sein.

    Dieses einfache Beispiel mit dem jeder etwas anfangen kann (auch ohne die Theorien Newtons oder Einsteins im Schlaf runterbeten zu können) illustriert, wie pragmatisch Wissenschaft letzten Endes ist: Wahrheiten im Sinne eines Dogmas gibt es nicht. Existierende Erkenntnisse Modelle (so sie denn funktionieren) werden verwendet, solange es nichts Besseres gibt. Und sobald es etwas Besseres gibt, ist eben das state of the art.

  11. #11 Schall & Rauch
    6. Juli 2015

    “Wäre sie eine “widerlegte” Theorie bzw. wäre sie “falsch”, dann würde sie heute keiner mehr benutzen…”

    Wenn Newtons Theorie nicht falsch ist, dann ist auch das Bohrsche Atommodell mit Elektronen als punktförmige Teilchen nicht falsch. 🙂

  12. #12 PDP10
    6. Juli 2015

    @Schall & Rauch:

    “Wenn Newtons Theorie nicht falsch ist, dann ist auch das Bohrsche Atommodell mit Elektronen als punktförmige Teilchen nicht falsch. 🙂 “

    Das ist es auch nicht.

    Nur sehr ungenau, wenn man genauer hin sieht.
    So wie Newtons Gravitationsphysik.

    Allerdings ist Newtons Physik auch heute noch für uns hinreichend genau, um zB Himmelsmechanik zu betreiben …

    Und was Bohrs Modell angeht:
    Bei der Beschreibung des Wasserstoff-Spektrums hat es zB sehr gut funktioniert. Vor allem in seiner erweiterten Version als Bohr-Sommerfeld-Modell.

    Und wie sagte Chris Quigg noch auf die Frage ob Elektronen für Ihn Teilchen oder Felder seien?

    “er stelle sich Elektronen weder als Teilchen noch als Feld vor, sondern als kleine gelbe Kugeln. ”

    🙂

  13. #13 Florian Freistetter
    6. Juli 2015

    @Schall & Rauch: “Wenn Newtons Theorie nicht falsch ist, dann ist auch das Bohrsche Atommodell mit Elektronen als punktförmige Teilchen nicht falsch”

    Weswegen das Bohrsche Atommodell ja auch immer noch seinen Zweck in der Wissenschaft erfüllt…

  14. #14 mr_mad_man
    7. Juli 2015

    Mir gefällt der Artikel auch sehr gut. Aber ich habe noch eine Frage: Woher weiß man, dass, wenn man Newton anwendet das Ergebnis nicht genau genug ist, und man dann Einsteins Gleichungen nehmen muss? Mir fällt zwar als Antwort das Beispiel des Merkurs ein. Da konnte man sehen wo er ist, und Newtons Gleichungen haben ihn woanders verortet, also war das nicht genau genug. Aber gibt es noch andere solcher Beispiele?

  15. #15 PDP10
    7. Juli 2015

    @mr_mad_man:

    “Aber gibt es noch andere solcher Beispiele?”

    Jede Menge.

    Der Knackpunkt ist jedoch:

    Man kann das ausrechnen. Dh. Newtons Physik neben Einsteins ART stellen und genau sagen, ob man die ART braucht oder nicht.

    Soll heissen: Wenn man einen bestimmten Effekt betrachtet, kann man ausrechnen, ab welchen Gravitationskräften oder ab welcher Messgenauigkeit man die ART braucht und Newton nicht mehr genau genug ist.

    Guck mal hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gravity_Probe

    Insbesondere den Abschnitt zu Gravity Probe B.

    Die Gravitationskraft der Erde ist, verglichen mit anderen Himmelskörpern wie der Sonne zB. oder gar Schwarzen Löchern so winzig, dass sie uns nur in sehr speziellen Fällen zwingt die ART anzuwenden.

    Aber wie du dem Artikel entnehmen kannst, hängt das “wie speziell” eben nur von der Messgenauigkeit ab, die man haben will – oder haben muss. Wie beim GPS zB.

  16. #16 mr_mad_man
    7. Juli 2015

    @PDP10:

    “Man kann das ausrechnen. Dh. Newtons Physik neben Einsteins ART stellen und genau sagen, ob man die ART braucht oder nicht.”

    Äh, mh, ja. Manchmal denkt man zu kompliziert, darauf hätte ich eigentlich auch selbst kommen können. Danke für die Antwort, jetzt ist es mir klar.

  17. #17 bruno
    7. Juli 2015

    und tut das mit einer Beschleunigung von 9,81 m/s².

    …habe – neulich (hier?) noch einen Artikel darüber gelesen – wie variabel (9.7x – 9.8x m/s) die … heisst das nicht Beschleunigungskonstante – “hier” (auf der Erde) wirkt…
    Wie “konstant” ist denn nun die “Beschleunigungskonstante”?
    Und sind das nicht eher empirische Werte? … (kenne Newton nicht und Einstein zu wenig..)

  18. #18 PDP10
    7. Juli 2015

    @bruno:

    “…habe – neulich (hier?) noch einen Artikel darüber gelesen – wie variabel (9.7x – 9.8x m/s) die … heisst das nicht Beschleunigungskonstante – “hier” (auf der Erde) wirkt…
    Wie “konstant” ist denn nun die “Beschleunigungskonstante”?”

    Gar nicht.

    Die 9,81 km / s^2 sind eine Definition. Eine reine Festlegung auf einen mittleren Wert, damit man besser rechnen kann.

    Das die Fallbeschleunigung an jedem Ort der Erde ein wenig anders ist, lernt man schon im Physik-Unterricht in der Mittelstufe. Wir haben das damals mit den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln auch mal nachgemessen und kamen selbst mit den primitiven Hilfsmitteln auf einen leicht anderen Wert.

    Deshalb gibt es für Labore in denen die “Konstante” eine Rolle spielt auch immer entsprechende hochgenau gemessene Werte … zB stand im meinem Script zum Grundpraktikum in Physik der Wert, der am Ort des besagten Praktikums gemessen wurde … 🙂

    Für jeden gegebenen Ort ist die “Beschleunigungskonstante ” übrigens tatsächlich eine Konstante.
    Die man aber halt messen muss.

    F = m * a.

    Das ‘a’ ist dem Fall eine Konstante in der Gleichung, die man eben mit ‘g’ abkürzt und messen muss.

    Nix kompliziertes dahinter …

  19. #19 bruno
    7. Juli 2015

    @PDP10: tx!

  20. #20 McPomm
    7. Juli 2015

    Alderamin schrieb:

    Ich habe gelesen, dass das JPL die Sonden rein mit Newton steuere (unten, vorletzter Absatz) und lediglich bei der Bestimmung der Planetenposition auf Einstein zurückgreife

    Für die Raumfahrt an sich (also das “Hochschießen” und die Bewegung aus dem Einfluss der Erde heraus) reicht sicherlich Newton aus. Aber zum Navigieren oder der Zielortung mag man offenbar dann doch nicht ganz auf Einstein verzichten.

  21. #21 bikerdet
    7. Juli 2015

    @ Alderamin in #5 :

    Ich hatte von der Jaxa – Mission auch gelesen. Dort sprach man von einem Ausfall der Komunikation. Allerdings wurde auch in meinem Text erklärt das das Haupttriebwerk beschädigt wurde. Evtl. würden die Japaner zusätzlich zu den Steuerdüsen noch das s.g. ‘Aerobracking’ nutzen. Der kontrollierte Absturz der Venusexpress-Sonde der ESA war ja ein (kostenloser) Test diesen Verfahrens. Nun hofft die Jaxa mit Hilfe der ESA-Daten ihre Mission, die übrigens ebenfalls ‘Morgenröte’ heißt (wie die Vesta- / Ceressonde), doch noch zu retten. Seit nun rund fünf Jahren eilt die Sonde auf der Venusbahn um die Sonne und hat nun endlich die Venus wieder eingeholt. Beharlichkeit, die sich hoffendlich auszahlt …

  22. #22 Stefan Hippler
    Heidelberg
    7. Juli 2015

    Hat Albert Einstein die Arbeit von Isaac Newton widerlegt?

    Newton hatte wohl keinerlei Vorstellung darüber was genau Gravitation ist. In seinem Modell breitet sich die Gravitation z.B. instantan aus. Einsteins Modell der Gravitation basiert auf der Geometrie der Raumzeit und der Erkenntnis, dass die Lichtgeschwindigkeit auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitation ist.

  23. #23 Toolianmax
    12. Juli 2015

    Wieder ein echtes FF-Highlight. Auch wenn man’s schon ungefähr wusste, ist die Lektüre ein intellektueller Hochgenuss. Danke Florian!

  24. […] Frage 041: Hat Albert Einstein die Arbeit von Isaac Newton widerleget? […]

  25. #25 Rainer2507
    Leonberg
    7. April 2016

    Ja, auf jeden Fall, denn es sind definitiv keine Anziehungskräfte im Sinne Newtons. Anwendende Physiker sind in diesem Punkt nicht so wählerisch: gib mir eine Formel die einfach anzuwenden ist und hinreichend zutreffende Voraussagen macht, und schon passt es. Ob dem nun Anziehungskräfte zugrundeliegen oder eine gekrümmte Raumzeit oder lila Wollhasen ist da erstmal egal. In der Weiterentwicklung der Theorie ist es aber anders. Da will man den Dingen schon etwas genauer auf den Grund gehen. “Anziehungskräfte” die real nicht existieren, helfen da nicht unbedingt weiter.

  26. #26 Robert Schlicht
    Hirschaid
    9. Mai 2016

    Doch – natürlich hat Einstein Newton ganz grundsätzlich widerlegt (… wenn er selbst recht hat) ! Einstein hat die Gravitation als Energie abgeschafft (was er auch WOLLTE – um zu einer Weltformel zu gelangen) und sie als Raumkrümmung mit mathematisch entsprechender / korrelierter Verkürzung der Zeit definiert – Raumzeit genannt. Gravitation sei also etwas grundsätzlich Anderes als bei Newton – nur vom mathematischen Ergebnis annähernd ähnlich ! Nebenbei bemerkt : diese “Raumzeit” als 4. Dimension zu bezeichnen ist unexakter missverständlicher Humbug : die Zeit bleibt eine separate ,höchst gnädige und beliebig manipulierbare Sphäre , die sich bis heute jeglicher Gesetzbarkeit oder Definition entzieht und keineswegs die 4. Dimension des Raums ist

  27. #27 Robert Schlicht
    Hirschaid
    9. Mai 2016

    …. im Übrigen : es ist doch völlig belanglos , dass Newton die Gravitation als instantan definiert ! Seine Theorie ist doch deshalb nicht widerlegt ! Dann nehmen wir halt Newtons Gesetze auf Basis der Lichtgeschwindigkeit! Viel eher fällt mir auf ,dass es bei Einstein eine mathematisch-definitorische Manipulation über die Zeitachse gab : entweder ist die spezielle oder die allgemeine RT richtig …. über diesen Kontrast echauffiert sich niemand ernsthaft ! Oh doch – Einer ! Einer den niemand besser gelesen und verstanden hatte als Einstein : Poincaré – der mal ca. so formulierte : Mathematik ist ein rein logisches System dessen Aufgehen links und rechts eines Istgleich-Zeichens in keiner Weise die Realität beschreiben muss.
    Das könnte zu denken geben – Demjenigen , dem der einzige grandiose innere Widerspruch – seine wahre inhaltliche Lücke – auffiele … das allerdings werde ich nicht hier ausbreiten

  28. #28 Captain E.
    9. Mai 2016

    Widerspruchsfreiheit wird überbewertet!

    Nein, mal im Ernst: Um so etwas wie “die absolute Wahrheit” geht es in den Naturwissenschaften überhaupt nicht. Es geht vielmehr darum, Hypothesen aufzustellen und zu brauchbaren Theorien zu verfeinern, die dann (Rechen-) Modelle liefern, mit denen man die Realität berechnen und ggf. sogar vorausberechnen kann. Dabei schlagen sich die Theorien von Einstein ziemlich gut. Anders ausgedrückt: “Wenn wir falsch liegen, so liegen wir zumindest verdammt gut falsch.”

  29. #29 Stephan Goldammer
    München
    28. Dezember 2017

    Ist jemandem bekannt, ob Newton damals zu seinem Gesetz auch Messfehler, Messungenauigkeiten oder Messtoleranzen mit angegeben hat?

    Strenggenommen wäre es dann so: Wenn er sein Gesetz tatsächlich als Beschreibung der Realität angegeben hat (also ohne einschränkende Zusätze), dann wäre er widerlegt. Wenn er die Einschränkungen damals mitgeliefert hat, wäre er nicht widerlegt.

    Für mich sieht es so aus, als wäre er widerlegt, aber die heutige Physikergemeinde hat für ihn die Einschränkungen vorgenommen, so das es wieder passt, und er damit nicht widerlegt ist.

  30. #30 Karl-Heinz
    29. Dezember 2017

    @Stephan Goldammer

    Warum willst du Newton widerlegen. Hast du eine bessere oder einfachere Theorie?

  31. […] Verdienst ist zweifellos die erste umfassende mathematische Formulierung der Gravitation. (Die ist zwar „nur“ ein Spezialfall, wie Einstein später nachwies, bleibt aber nichtsdestotrotz eine epochale […]