Gestern war es dann endlich so weit. Nachdem die Raumsonde New Horizons am Dienstag in knapp 13.500 Kilometern an Pluto vorbei geflogen ist wurden endlich die ersten Bilder der Begegnung veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, waren sie höchst spektakulär.

Die Oberfläche des fernen Himmelskörpers zeigt beeindruckende Details:

Hier sieht man Berge auf Pluto. Echte Berge, keine Hügel – die Erhebungen sind bis 3500 Meter hoch! Es sind Berge aus Eis (das am kalten Pluto härter ist als Gestein) und sie sind jung. Ihr Alter wird auf 100 Millionen Jahre geschätzt. Das bedeutet, das Pluto geologisch noch aktiv sein muss. Auf der Erde ist für diese Aktivität die Wärme in ihrem Inneren verantwortlich. Der viel kleinere Pluto muss aber schon längst abgekühlt sein; hier muss es einen anderen Mechanismus geben, der dafür sorgt dass die Oberfläche sich auch in der geologischen Gegenwart noch verändern kann. Einen Mechanismus, den man in den nächsten Monaten und Jahren noch entdecken und verstehen muss.

Aber New Horizons hat nicht nur hübsche Bilder gemacht, sondern auch andere Daten gesammelt. Diese hier zum Beispiel:

Man hat hier mit dem Spektroskop an Bord die Menge an Methan gemessen, die man in der Nordpolregion (der grüne Bereich) und in der Nähe des Äquators (roter Bereich) finden kann. Es existiert dort nicht in Form von Gas, sondern gefroren als Eis. Die Daten deuten darauf hin, dass das Methan-Eis am Nordpol durch gefrorenen Stickstoff “verdünnt” ist. Das zeigt, das auf Pluto an verschiedenen Orten verschiedene Bedingungen herrschen und es sich nicht um einen homogenen Himmelskörper handelt.

Und dann gibt es dort ja nicht nur Pluto, sondern auch noch fünf Monde. Der größte davon ist Charon und auch von dem hat man beeindruckende Bilder gemacht:

Über den ganzen Mond zieht sich ein System aus Klippen, das 1000 Kilometer lang ist und rechts oben erkennt man einen gewaltigen Canyon der 7 bis 9 Kilometer tief ist. In der Nordpolregion hat sich irgendetwas dunkles abgelagert und es ist, wie bei Pluto, mehr als deutlich das es sich um einen komplexen Himmelskörper handelt, auf dem einiges zu passieren scheint.

Auf den ersten Blick weniger spektakulär erscheint das Bild des kleineren Mondes Hydra:

Aber angesichts der Tatsache, dass man von Hydra bis jetzt außer einem Lichtpunkt überhaupt nichts gesehen hat, ist diese verpixelte Aufnahme schon ein großer Fortschritt. Sie zeigt uns, dass der Mond eine unregelmäßige Form hat (und ca. 43 mal 20 Kilometer groß ist). Und das es große Helligkeitsunterschiede gibt und damit auch eine strukturierte Oberfläche mit Eis und Kratern.

Das, was man seit gestern über Pluto weiß, ist allerdings nur eine kleine Vorschau, auf das, was noch kommt. So gut wie die gesamten Daten, die während des Vorbeiflugs gesammelt worden sind, befinden sich noch in den Computerspeichern an Bord des Raumfahrzeugs. Die Bilder, die erst noch zur Erde geschickt werden müssen, haben eine noch bessere Auflösung als das, was man bisher gesehen hat. Wegen der großen Entfernung wird es aber noch bis zu einem Jahr dauern, bevor der komplette Datensatz hier angelangt ist. Wir können also in den nächsten Monaten mit immer wieder neuen Überraschungen, tollen Bildern und faszinierenden Erkenntnissen rechnen.

Aber selbst wenn New Horizons jetzt ausfallen sollte und nichts davon mehr zur Erde schicken kann, wäre das was wir bisher haben schon so viel mehr als, was wir bisher hatten, das die Mission nicht anders als mit “erfolgreich” beschrieben werden kann. Ja, selbst wenn New Horizons den Vorbeiflug nicht überlebt hätte (das Risiko dafür lag aber nur bei einer Chance von 1 zu 5000) wären die Bilder, die man bis dahin von der Annäherung bekommen hat schon genug gewesen, um die Wissenschaftler jahrelang zu beschäftigen und unser Verständnis dieser fernen Welten zu revolutionieren. New Horizons ist aber nicht ausgefallen und wir werden noch viel mehr und viel bessere Daten bekommen. Der Besuch beim Pluto ist definitiv ein Höhepunkt der Sonnensystemforschung!

Oder vielleicht doch eher das Ende einer Ära? Passenderweise genau 50 Jahre vor der Begegnung zwischen New Horizons und Pluto flog die Raumsonde Mariner 4 als erstes irdisches Raumfahrzeug am Mars vorbei und zeigte uns, wie es dort wirklich aussieht. Damit begann eine Epoche, die unser Wissen um die Himmelskörper des Sonnensystems dramatisch erweitert und verändert hat. Wir haben den Mars noch öfter besucht und sind dort gelandet. Wir sind haben die Venus besucht und sind dort gelandet. Wir haben die Pioneer- und Voyager-Raumsonden bis weit hinter die Grenzen des bekannten Sonnensystems geschickt und unterwegs die ersten Nahaufnahmen der großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun gemacht. Wir haben mit Raumsonden wie Galileo Jupiter und seine Monde im Detail erforscht und das gleiche hat Cassini mit dem Saturnsystem gemacht (und tut das immer noch). Wir haben Raumsonden zu Asteroiden geschickt und zu Kometen.

Erste Nahaufnahme des Mars von Mariner 4 (Bild: NASA)

Erste Nahaufnahme des Mars von Mariner 4 (Bild: NASA)

Das Jahr 2015 war in der Hinsicht ein ganz besonderes Jahr. Einmal, weil in diesem Jahr MESSENGER seine Mission beendet hat. Diese Sonde hat eine wichtige Lücke bei der Erforschung der Planeten geschlossen. Sie hat – das erste Mal seit den 1970er Jahren – den Merkur besucht. Bis dahin kannten wir nur 45 Prozent seiner Oberfläche; MESSENGER hat die Untersuchung des kleinen, sonnennahen Planeten fortgesetzt und wir haben nun nicht nur ein komplettes Bild des Merkur sondern verstehen ihn auch viel besser als vorher.

2015 war aber auch das Jahr, in dem die Raumsonde Dawn beim großen Asteroid (und Ex-Planet) Ceres angekommen ist. Seit diesem Jahr haben wir also auch detaillierte Bilder dieses Himmelskörpers und werden in den nächsten Monaten noch jede Menge viel bessere Aufnahmen bekommen.

Und dann schließlich New Horizons und Pluto: Mit der detaillierten Beobachtung von Pluto wurde die letzte Lücke geschlossen. Wir haben jetzt alle größeren Himmelskörper zwischen der Sonne und dem Rand des Kuipergürtels aus der Nähe gesehen. Das heißt natürlich nicht, das es nichts mehr zu erforschen gibt! Wir müssen noch so viel verstehen und darum sind ja auch jede Menge weitere Missionen geplant. Nächstes Jahr wird die Raumsonde Juno das Jupitersystem erreichen und u.a. probieren zu klären ob irgendwo in den Tiefen seiner Atmosphäre ein fester Kern steckt. Wir werden wieder zum Mars fliegen und dort landen. Wir werden Bodenproben von einem Asteroiden zur Erde bringen. Vielleicht kehren wir sogar auf den Mond zurück.

Aber eines wird es so schnell nicht mehr geben. Das, was wir in den letzten Tagen bei Pluto erlebt haben: Den ersten Blick auf eine bis dahin völlig unbekannte Welt. Natürlich werden wir in den nächsten Jahren viel ungesehenes das erste Mal sehen: Asteroiden, Monde von Planeten, und so weiter. Aber das, was bei Pluto passiert ist wird so schnell nicht wieder passieren. Um einen ähnlich großen Himmelskörper das erste Mal sehen zu können, müssten wir schon zum Zwergplaneten Eris fliegen und der ist fast doppelt so weit von der Sonne entfernt wie Pluto (und auch wenn New Horizons jetzt noch weiter hinaus ins All fliegt: Eris liegt leider nicht auf dem Weg und kann nicht erreicht werden). Irgendwann werden wir vermutlich auch da mal vorbei fliegen. Irgendwann werden wir vielleicht sogar mal auf Pluto landen. Aber definitiv nicht in naher Zukunft!

Wir werden weiterhin wichtige und großartige Entdeckungen auf den Himmelskörpern unseres Sonnensystems machen. Wir werden die Asteroiden und die Monde besser erforschen und verstehen als zuvor (ich freue mich schon sehr auf die Mission zum Jupitermond Europa). Aber wir werden in absehbarer Zeit keine neuen Welten mehr entdecken. New Horizons Vorbeiflug an Pluto war ein absoluter Höhepunkt bei der Erforschung des Sonnensystems. Und das Ende einer Ära. Ich bin froh, das ich an diesem Ereignis teilhaben konnte!

Kommentare (123)

  1. #1 Higgs-Teilchen
    Im Standardmodell oben rechts
    16. Juli 2015

    @Florian

    “Ich bin froh, das ich an diesem Ereignis teilhaben konnte!”

    Amen 🙂

  2. #2 vroomfondel
    16. Juli 2015

    1/5000 fuer eine Kollision mit Material im Pluto-Orbit? Ist das sehr hoch, oder taeuscht mich der Eindruck? Liegt das an der fehlenden “Selbstreinigungskraft” des Pluto-Systems aufgrund der geringen Massen, oder an der Lage im Kuiper-Guertel? Wie hoch waere der Wert fuer die Erde bei einer vergleichbaren (nicht Distanz sondern Gravitation) Annaeherung?

  3. #3 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    “1/5000 fuer eine Kollision mit Material im Pluto-Orbit?”

    Hoch? Das ist eher sehr niedrig. Man könnte 5000 New Horizons durchfliegen lassen und 4999 kämen unbeschadet durch.

  4. #4 Marco
    Zürich
    16. Juli 2015

    Da NewHorizons durch den Verbeiflug am Pluto kaum abgelenkt wurde, scheint die Sonde ihren Weg einfach geradeaus fort zu setzen.
    Wird die Sone wie die Vojager-Sonden das Sonnensystem in einigen Jahren verlassen? Ist die Sonde ausgerüstet, auch aus diesem Bereich noch nützuliche Daten zu liefern? Immerhin soll die Batterie ja nochmals 20 Jahre halten!

  5. #5 Captain E.
    16. Juli 2015

    Und irgendwie war selbst diese Zahl mehr geraten als sonst etwas. Problem: Niemand wusste, wie sich rund um Pluto Staub- und Eispartikel verteilen. Man hat z.B. auf Ringe spekuliert, und die hätten ein Problem darstellen können. Gefunden hat man wohl bislang keine, also existieren sie nicht oder sind nur sehr dünn.

  6. #6 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Marco: ” Ist die Sonde ausgerüstet, auch aus diesem Bereich noch nützuliche Daten zu liefern? “

    Natürlich. Es gibt ja auch einen Plan für die kommende Zeit: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/10/21/hubble-sei-dank-die-pluto-sonde-hat-ein-zweites-ziel-gefunden/

    Captain E: “Und irgendwie war selbst diese Zahl mehr geraten als sonst etwas.”

    Naja, man hat anhand der Beobachtungen Computersimulationen durchgeführt. Das liefert natürlich keine exakten Zahlen, aber bei Risikoabschätzungen gehts halt nicht anders.

  7. #7 Captain E.
    16. Juli 2015

    Solange man das immer im Hinterkopf behält, stellt das auch kein Problem dar. Nur wenn man anfängt, diese Zahlen als “Wahrheit” anzusehen, wird es kritisch. Die Wisseschaftler, die näher am Thema sind, sollten allerdings etwas weniger anfällig dafür sein als der interessierte Normalbürger.

  8. #8 Bjoern
    16. Juli 2015

    “Ihr Alter wird auf 100 Millionen Jahre geschätzt.”

    Wie schätzt man so etwas ab?

  9. #9 Samira
    16. Juli 2015

    Die Mission ist noch nicht zu Ende. Die Sonde hat noch etwas Treibstoff übrig, genug um die Bahn um etwa 1° abzulenken. Zur Zeit wird ein “Anschlussbahnhof” gesucht.

  10. #10 Alderamin
    16. Juli 2015

    @Marco, Florian

    Wird die Sone wie die Vojager-Sonden das Sonnensystem in einigen Jahren verlassen? Ist die Sonde ausgerüstet, auch aus diesem Bereich noch nützuliche Daten zu liefern?

    Ein weiteres Kuiper Belt Object wird besucht werden und die Sonde wird noch ein paar Jahre funktionieren und irgendwann das Sonnensystem verlassen. Irgendwo las ich neulich, dass sie aber nicht mehr funktionieren wird, wenn sie die Heliopause erreicht, wo die Voyagers gerade unterwegs sind, weil sie dafür zu langsam ist (sie ist zwar schneller gestartet, aber mittlerweile langsamer als die Voyagers, die sich mehr Gravity Assists geholt hatten).

    @Florian

    Der viel kleinere Pluto muss aber schon längst abgekühlt sein; hier muss es einen anderen Mechanismus geben, der dafür sorgt dass die Oberfläche sich auch in der geologischen Gegenwart noch verändern kann.

    Müsste eigentlich abgekühlt sein, ist es aber möglicherweise nicht. Auf der PK gestern hieß es, Zerfallswärme im Gesteinskern oder latente Wärme, die beim Gefrieren von Wasser frei wird, wären Kandidaten. Reibungswärme aus der Gezeitenkraft kann es nicht sein, weil Pluto und Charon deoppelt gebunden rotieren.

    In der Nordpolregion hat sich irgendetwas dunkles abgelagert

    Diese Gegend wird jetzt inoffiziell “Mordor” genannt. Das helle “Herz” auf Pluto würde das New-Horizons-Team gerne “Tombaugh Regio” taufen, nach dem Pluto-Entdecker Clyde Tombaugh (von dem übrigens ein wenig Asche mit an Bord von New Horizons ist). Die IAU vergibt die offiziellen Namen von Planeten und ihren Strukturen, könnte mir vorstellen, dass sie den zweiten Namen annimmt, den ersten wohl eher nicht (was die NASA nicht daran hindern wird, ihn weiter zu verwenden, wie auf dem Mars “Mount Sharp”, der eigentlich “Aeolis Mons” heißt, und das Schlimme ist, dass ich den inoffiziellen Namen auswendig weiß und den offiziellen googeln musste…)

  11. #11 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Samira: “Zur Zeit wird ein “Anschlussbahnhof” gesucht.”

    Der wurde schon letztes Jahr gefunden: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/10/21/hubble-sei-dank-die-pluto-sonde-hat-ein-zweites-ziel-gefunden/

  12. #12 BerndB
    16. Juli 2015

    Pluto und Charon zeigen auf den ersten Blick so gut wie keine Krater. Aus dem inneren Sonnensystem weiß man aber, dass es eigentlich zu jeder Zeit Meteoriteneinschläge auf den Himmelskörpern gibt und diese entsprechende Krater hinterlassen. Wenn jetzt wenige Krater da sind heißt das entweder: Diese schlagen dort nicht so oft ein (wie bei der Venus, wo die in der Atmosphäre verglühen) oder die Oberfläche erneuert sich, ähnlich wie auf der Erde, immer wieder.

    Aber kann es nicht auch sein, dass durch die Größe der Pluto-Bahn bedingt, einfach die Trefferquote viel niedriger als im inneren Sonnensystem ist und dadurch auch weniger Krater erzeugt werden, die Altersbestimmung über Krater hier also gar nicht so zur Anwendung kommen kann?

  13. #13 Alderamin
    16. Juli 2015

    @Florian

    Mit der detaillierten Beobachtung von Pluto wurde die letzte Lücke geschlossen. Wir haben jetzt alle größeren Himmelskörper zwischen der Sonne und dem Rand des Kuipergürtels aus der Nähe gesehen.

    Über ein ähnliches Statement regte sich Emily die letzten Tage ein paarmal auf.

    Du relativierst das im folgenden, aber dann hätte man auch bei Voyager 2 und Neptun schon von einem Abschluss sprechen können; auch die anderen KBOs sind jedoch Welten, die wir bisher nur als Punkte kennen und die vielleicht wieder anders sind, als Pluto, der wider Erwarten doch kein Zwilling von Triton ist; richtig ist, dass in absehbarer Zeit keine Mission in die Gegend geplant ist, aber New Horizons ist auch nicht soo alt, ich kann mich noch gut erinnern, als das Projekt “Fire & Ice” – eine Sonde zur Sonne, eine zum Pluto – diskutiert wurde, das war vor New Horizons und kommt mir vor wie “neulich”. Demnächst gibt’s die SLS, die könnte einen Uranus-Orbiter auf den Weg schicken, eine Europa-Mission ist schon so gut wie eingetütet und vielleicht spendiert man doch irgendwann in den nächsten zehn, zwanzig Jahren noch eine Sonde in den Kuiper-Gürtel.

  14. #14 Tina_HH
    16. Juli 2015

    Ich hatte auch gelesen, dass es Spekulationen gibt, dass die Oberflächen deswegen so jung aussehen (wenig Krater), weil Pluto und Charon vielleicht erst sehr viel später als bisher angenommen durch einen Crash entstanden sind.
    Aber ich denke, die Wissenschaftler brauchen jetzt erst mal viele Daten und dann vor allem auch einiges an Zeit, um diese auszuwerten und ihre Modelle zu erstellen.

  15. #15 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Alderamin: “Über ein ähnliches Statement regte sich Emily die letzten Tage ein paarmal auf.”

    Ja, aus Sicht einer Planetologin verständlich. Ich bleibe aber trotzdem dabei. Vergleiche den Rummel um Pluto mit dem “Rummel” um die ersten Bilder von Ceres. Über Pluto berichtet sogar die Tagesschau jetzt schon den zweiten Tag hintereinander. Ceres war etwas, was nur innerhalb der “Szene” relevant war. NATÜRLICH gibts noch viel zu entdecken. Und natürlich sind die KBOs interessant. Aber wir haben Asteroiden schon aus der Nähe gesehen. Weitere Asteroiden zu sehen ist auf jeden Fall interessant (es sollte klar sein, das ich der letzte bin, der etwas gegen Asteroidenforschung hat!). Mir ging es um den allgemeineren “Entdecker”-Aspekt. Pluto war ein echter “weißer Fleck” auf der Karte; seine Beobachtung jetzt war vergleichbar mit der Entdeckung Australiens oder Amerikas. Das was jetzt kommt ist wissenschaftlich nicht weniger wertvoll, aber eben nicht so grundlegend aufregend. Was jetzt kommt ist die ausführliche Erforschung der “Länder/Kontinente” die wir schon entdeckt haben. Aber neue “Kontinente” werden wir halt trotzdem so schnell nicht entdecken.

  16. #16 UMa
    16. Juli 2015

    Juhu, die ersten Nahaufnahmen! Berge auf Pluto. Und Schluchten auf Charon!

    Bei den Kratern sollte man auch berücksichtigen, dass dort draußen nicht nur viel mehr Platz ist, sondern auch die Relativgeschwindigkeiten geringer sind.

  17. #17 Theres
    16. Juli 2015

    Na, dann passt mein Link ja.
    Eine geniale Twitterin hat Emilys Aufregung gleich umgesetzt in einen Comis 😀
    http://www.geekculture.com/joyoftech/joyarchives/2167.html

    Bedenkt man auch, dass die Oberflächenbilder, die wir jetzt gesehen haben schon zu Diskussionen anregt, wird die Ära des Verstehens noch lange genug spannend bleiben. Wie Pluto entstand und warum er noch so aktiv aussieht, ist enorm spannend, und irgendwo auf Emily Lakdawallas Seiten steht auch ein Link zu einem neuen Paper, das sich auf eisige Körper und ihre Entwicklung bezieht.

    Einige müssen umdenken, so verstand ich das (und LInks wiederzufinden, liegt mir anscheinend so gar nicht, sorry) , und genau solche Sensationen wird es noch öfter geben. Insofern ist eher eine Unterära um 😉

  18. #18 Tina_HH
    16. Juli 2015

    Vergleiche den Rummel um Pluto mit dem “Rummel” um die ersten Bilder von Ceres. Über Pluto berichtet sogar die Tagesschau jetzt schon den zweiten Tag hintereinander. Ceres war etwas, was nur innerhalb der “Szene” relevant war.

    Das kann ich insoweit bestätigen, als dass die Leute aus meinem Umfeld, die sich nicht für Astronomie interessieren (und deshalb erschreckend wenig über unser Sonnensystem wissen), sich gerade noch so ein bißchen für Pluto interessieren, den zumindest dem Namen nach kennen, ihn allerdings nach wie vor für einen Planeten halten. Von Ceres haben die meisten noch was gehört.
    Wobei ich das eigentlich erstaunlich finde, wenn man die Lage von Ceres bedenkt und dass sie früher ja auch mal ein Planet war. Ebenso erstaunlich finde ich, dass erst so spät überhaupt eine Mission zu Ceres stattgefunden hat und wir deshalb bis vor kurzem noch keine vernünftigen Bilder von ihr hatten.
    Und dass es bisher erst eine einzige Sonde gab, die an Uranus und Neptun vorbeigeflogen sind, ist in gewisser Weise genauso verwunderlich. Man könnte so viel mehr tun! Denn technisch wäre es ja möglich.

  19. #19 Tina_HH
    16. Juli 2015

    Korrektur: Von Ceres haben die meisten noch nie was gehört.

  20. #20 Tina_HH
    16. Juli 2015

    Um einen ähnlich großen Himmelskörper das erste Mal sehen zu können, müssten wir schon zum Zwergplaneten Eris fliegen und der ist fast doppelt so weit von der Sonne entfernt wie Pluto

    Ein Grund mehr, die Planung der Mission zu Eris sofort zu starten. 😉

  21. #21 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Tina_HH: “Ein Grund mehr, die Planung der Mission zu Eris sofort zu starten. “

    Es würde mich nicht wundern, wenn die Planetologen solche Pläne nicht schon in irgendwelchen Schubladen liegen hätten…

  22. #22 Frantischek
    16. Juli 2015

    Oho! Geologie….

    Fein, fein!

  23. #23 AliasArno
    Kempten
    16. Juli 2015

    Wäre die Erforschung des Ozean unter Europas Eiskruste nicht auch zu Vergleichen mit der Entdeckung eines neuen Kontinents innerhalb unseres Sonnensystems. Ob wir das miterleben ist ne andere Frage?

  24. #24 Tina_HH
    16. Juli 2015

    @Florian

    Es würde mich nicht wundern, wenn die Planetologen solche Pläne nicht schon in irgendwelchen Schubladen liegen hätten…

    Na umso besser, dann frisch ans Werk! 🙂

  25. #25 Captain E.
    16. Juli 2015

    Ich fürchte, da muss es erst viel Öffentlichkeitsarbeit geben. Die Asteroiden (2) Pallas, (3) Juno, (5) Astraea und (6) Hebe kennen wir auch allesamt noch nicht, um nur mal die mit den niedrigsten Nummern zu nennen. (Bei (4) Vesta war Dawn vor (1) Ceres.) Diese Namen müssten also der Allgemeinheit bekannt gemacht werden, und dann wäre eine Mission dorthin um einiges leichter durchzusetzen.

  26. #26 knorke
    16. Juli 2015

    Was kann es denn geben, das bei Pluto als Auslöser für Geologie grundsätzlich in Frage kommt? Charon eventuell? Oder große Asteroideneinschläge? Was könnte es noch sein?

  27. #27 Alderamin
    16. Juli 2015

    @Tina_HH

    Das kann ich insoweit bestätigen, als dass die Leute aus meinem Umfeld, die sich nicht für Astronomie interessieren (und deshalb erschreckend wenig über unser Sonnensystem wissen), sich gerade noch so ein bißchen für Pluto interessieren, den zumindest dem Namen nach kennen, ihn allerdings nach wie vor für einen Planeten halten.

    Das ist genau der Grund, warum Pluto so viel Aufmerksamkeit bekommt, er ist halt immer noch der “Planet der Herzen” und mit dem Besuch von Pluto sind jetzt alle “klassischen” Planeten (nicht ganz richtig, damit meint man eigentlich nur die aus der Antike bekannten, bis Saturn) besucht worden. Ich kann aber nicht erkennen, warum Eris jetzt weniger “kontinenal” sein soll als Pluto. Nur mit der Popularität von Pluto würde er nicht mithalten können, das ist klar.

    Vesta und Ceres waren auch nicht die ersten Asteroiden, die eine Raumsonde besucht hat (und sowieso nicht die letzten, Bennu bekommt demnächst Besuch, ist schon unterwegs), es kam ja auch keiner auf die Idee, ein Kapitel zu schließen, nachdem NEAR Shoemaker das erste Mal einen Asteroiden umkreist hatte (Galileo hatte vorher schon Ida und Gaspra auf dem Weg zum Jupiter mitgenommen).

    Pluto ist das erste Kuiper-Gürtel-Objekt das besucht wurde und sicher nicht das letzte (vielleicht das letzte in meiner Lebenszeit, mag sein). Es wird auch einmal einen Uranus-Orbiter geben und weitere Sonden zum Jupiter-System (JUNO kommt schon nächstes Jahr an, erforscht aber nicht die Monde, JUICE und Europa Clipper werden genau dies im kommenden Jahrzehnt tun). Das wird sich nicht weniger spannend sein, als der Vorbeiflug an Pluto.

  28. #28 McPomm
    16. Juli 2015

    der wider Erwarten doch kein Zwilling von Triton ist

    Wieso ist das jetzt widerlegt? Ist durch die Fast-Abwesenheit von Kratern nicht sogar die Ähnlichkeit unterstrichen worden?

    Übrigens ist mir die Frage “Höhepunkt oder Ende einer Ära?” zu pathetisch und würde ich beides mit “nein” beantworten. Ich bin aber wahrscheinlich auch nicht so euphorisch angesichts der Pluto-Bilder.

  29. #29 Captain E.
    16. Juli 2015

    Charon eher nicht, denn da gäbe es in erster Linie die Gezeitenwirkung. Da sich aber Pluto und Charon doppelt gebunden einander umkreisen, gibt es keine nennenswerte Gezeitenwirkung. Asteroideneinschläge wären natürlich denkbar, aber darauf deutet wohl zurzeit nichts hin. Bliebe noch der radioaktive Zerfall.

  30. #30 Alderamin
    16. Juli 2015

    @McPomm

    Triton hat keine Berge und auch nicht diese orange-braune Farbe auf der Oberfläche. Triton hat auch keine Gegend wie “Tombaugh Regio” (das “Herz”). Dafür hat Triton Geysire. Vielleicht hat Pluto die auch, mal schauen, was da noch kommt.

    Ich bin aber wahrscheinlich auch nicht so euphorisch angesichts der Pluto-Bilder.

    Alter Hit von BTO: You ain’t seen nothin’ yet…

  31. #31 McPomm
    16. Juli 2015

    @Alderamin

    Für mich sieht das auf Triton ähnlich ruppig und bergig aus wie auf dem Pluto-Foto.

    Ich halte es auch für nicht abwegig, dass Geysire auch auf Pluto vorkommen. Mal schauen…

  32. #32 Aliasarno
    Kempten
    16. Juli 2015

    Vielleicht ist der Raum hinter Pluto so leer das er deswegen keine Einschlagskrater und die Oberfläche eigentlich gar nicht so jung ist!

  33. #33 Karl
    16. Juli 2015

    Auch wenn ich mich damit als Laie oute, mal zwei allgemeine Nachfragen zu solchen Missionen: es heißt, die Sonde flöge etwa 50000 km/h schnell. Relativ wozu ist diese Geschwindigkeit eigentlich angegeben? Weiterhin ist diese Geschwindigkeit ja etwa halb so groß wie die mittlere Geschwindigkeit der Erde um die Sonne. Sollte nicht ein Objekt, dass von der Erde abgeschossen wird, schneller als diese Bahngeschwindigkeit sein? Oder verlangsamt es sich, weil es sich gewissermaßen gegen die Anziehung von Sonne und Erde Richtung Pluto “hinaufkämpft”?

  34. #34 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Karl: “Relativ wozu ist diese Geschwindigkeit eigentlich angegeben?”

    In Bezug auf Pluto.

  35. #35 Hans
    16. Juli 2015

    Irgendwann werden wir vielleicht sogar mal auf Pluto landen. Aber definitiv nicht in naher Zukunft!

    Also das dürfte meiner Ansicht nach noch etwa 100 Jahre dauern, bis die Menschheit dazu in der Lage sein wird. Davor wird sie erstmal erfolgreich Menschen zum Mars und wieder zurück gebracht haben müssen. Und andere Möglichkeiten zum Langzeitaufenthalt im Asteroidengürtel und dahinter entwickelt haben müssen. – Evtl. Raumstationen, die die Gasplaneten umkreisen… – ja, ich weis, dass die Strahlungsraten beim Jupiter extrem sind. Dafür wird man dann auch eine Lösung finden müssen.

  36. #36 Alderamin
    16. Juli 2015

    @Karl

    es heißt, die Sonde flöge etwa 50000 km/h schnell. Relativ wozu ist diese Geschwindigkeit eigentlich angegeben?

    50000 km/h sind 13,8 km/s, das wäre dann relativ zu Pluto. Relativ zur Sonne ist die Sonde mit 14,5 km/s unterwegs.

    Weiterhin ist diese Geschwindigkeit ja etwa halb so groß wie die mittlere Geschwindigkeit der Erde um die Sonne. Sollte nicht ein Objekt, dass von der Erde abgeschossen wird, schneller als diese Bahngeschwindigkeit sein?

    Das war sie mal, sie wurde mit 16,26 km/s relativ zur Erde in Bewegung gesetzt, fast 45 km/s insgesamt . Aber von der Sonne weg geht es “bergauf”, die Schwerkraft der Sonne verlangsamt die Sonde. Das ist nicht anders als bei einem Stein, den man nach oben wirft (nur wird der die Erde nicht verlassen, weil er viel zu langsam ist, und stattdessen wieder herunter fallen). Deswegen musste sie am Jupiter noch einmal 4 km/s durch einen Gravity Assist mitnehmen, um mit schließlich 14,5 km/s bei Pluto anzukommen.

    Die Grafik aus dem oben verlinkten Dokument zeigt schön, sie sich die Geschwindigkeit von New Horizons über die Mission verändert hat.

  37. #37 Jens
    16. Juli 2015

    Frage zu den jetzt auf Pluto entdeckten 3500 m Hohen Bergen aus Eis:
    Bestehen die aus Wassereis? Worauf beruht diese Vermutung? Könnten sie nicht auch aus Gestein bestehen?

    Frage zum Alter dieser Berge:
    Woran hat man erkannt, dass sie erst 100 Mio Jahre alt sind?

  38. #38 noch'n Flo
    Schoggiland
    16. Juli 2015

    @ Hans:

    Es war ja nicht ausdrücklich impliziert, dass eine Landung auf Pluto eine bemannte Mission sein müsse. Reicht doh auch erstmal eine Sonde mit Lander.

  39. #39 Peter
    16. Juli 2015

    Typo: Wir sind haben die Venus besucht

  40. #40 Nero 2013
    Mönchengladbach
    16. Juli 2015

    Werden wir denn vom Pluto noch Bilder wo es als Ganzes abgebildet ist sehen, wie vom 13.07, oder nur noch detailierte Einzelaufnahmen seiner Oberfläche?

  41. #41 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @Nero: Die komplette Oberfläche hat man nicht fotografiert, weil ein Teil beim Vorbeiflug im Dunkeln lag bzw. nicht gesehen werden konnte. Man hat danach aber nochmal zurück geschaut und die dunkle Seite im von Charon reflektierten Sonnenlicht fotografiert. Was dabei rausgekommen ist, wird man aber erst sehen. Aber natürlich wirds irgendwann auch ein Bild geben, auf dem alle Aufnahmen zu einem großen Ganzen zusammengesetzt sind.

  42. #42 Nero 2013
    Mönchengladbach
    16. Juli 2015

    Prima, ich freu mich riesig darauf, danke für die Antwort.

  43. #43 Karl
    16. Juli 2015

    @Alderamin+Florian:

    Danke für die Erläuterungen, klingt einleuchtend.

  44. #44 dgbrt
    16. Juli 2015

    Es gibt ein neues Bild und Morgen Abend die nächste Pressekonferenz:
    http://www.nasa.gov/press-release/nasa-to-release-new-pluto-images-science-findings-at-july-17-nasa-tv-briefing

    Das Bild ist von Charon und man kann einige Krater erkennen.

  45. #45 dgbrt
    16. Juli 2015

    Ich bin immer noch fassungslos, wie perfekt NH funktioniert. Wenn man das mit Voyager 2 bei Neptun im Jahre 1989 vergleicht, ist das heute Wahnsinn.

    Aber das Bild von Triton, dem größten Mond von Neptun, zeigt schon, dass es dort auch sehr wenige Krater gibt. Und nur zum Nachdenken: Pluto ist etwa 1/10 seines Umlaufs näher an der Sonne als Neptun. Die äußeren Verhältnisse sind also vergleichbar.

    Die meisten Narben bei Merkur oder Mars sind verursacht von Objekten aus dem Asteroidengürtel. Den gibt es aber da draußen nicht.

    Die Schlussfolgerung, das die Oberflächen von Pluto und Charon relativ jung sein müssen halte ich für verfrüht. Wenn man da nur Krater zählt kann man das nicht mit Merkur oder Mars vergleichen. Da draußen ist erstens viel mehr Platz, da sich Pluto nicht in der Ekliptik bewegt geht das natürlich mit der dritten Potenz, und es gibt da natürlich nicht mehr eine vergleichbare Materiedichte.

    Der Asteroidengürtel hat eine Masse, die in der Größenordnung unseres Mondes liegt. Und es braucht Milliarden Jahre, bis dann mal einer den Merkur oder auf den Mars trifft und große Krater hinterlässt (auf der Venus und Erde erodiert das).

  46. #46 pufaxx
    16. Juli 2015

    Sorry, ich find’ das Ding einfach zu schön:

    http://ahoipolloi.blogger.de/stories/2517310/

    🙂

  47. #47 bikerdet
    16. Juli 2015

    @ dgbrt in #45 :
    Der Asteroidengürtel hat eine Masse, die in der Größenordnung unseres Mondes liegt.

    Wie kommst Du denn darauf ? Gucks Du hier, es sind nur 4 – 5 % und Ceres alleine vereint schon 1/3 der Masse :

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/07/21/die-grosse-der-asteroiden/

  48. #48 Theres
    16. Juli 2015

    @Jens

    Bei den Temperaturen und nach dem, was man so gemessen hat, kann es nur Wassereis sein – schlicht weil Methaneis nicht stabil genug für solche Strukturen wäre.

    Ich kann das nicht so gut erklären, weil ich alles auf Englisch gelesen haben, und Rückübersetzen wird richtig mies, deshalb ein Zitat von Emily Lakdawallas Blog zur Zeitabschätzung:
    “The mountains likely formed no more than 100 million years ago—mere youngsters relative to the 4.56-billion-year age of the solar system—and may still be in the process of building, says Jeff Moore of New Horizons’ Geology, Geophysics and Imaging Team (GGI). That suggests this region, which covers less than one percent of Pluto’s surface, may still be geologically active today. Moore and his colleagues base the youthful age estimate on the lack of craters in this scene.”

    Es gibt übrigens eine neue Arbeit, die passt, aber ich kam noch nicht dazu, sie durchzulesen.
    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0019103514001687

    Eine Autorin meinte dazu : ”
    Every time we have looked at a body that has experienced tidal heating, such as Io, Europa, Enceladus, we find that the body has been more active, or is putting out 10 to 100 times the amount of heat predicted by models.

    Enceladus taught us that our models of tidal heating for icy bodies were not right, and I think the Pluto/Charon system could be telling us something similar. ”

    Anders gesagt, die Wissenschaftler werden wohl einige Modelle überarbeiten müssen, ausweiten, nachbessern, umgestalten, was auch immer die hochaufgelösten Daten nun ergeben werden. Sehr spannend, das ganze!

    Lustig finde ich ja, dass ein “Landslide” Blogger sofort überall Hangrutschungen sieht. Sieht aber wirklich ähnlich aus … nur …
    http://blogs.agu.org/landslideblog/2015/07/16/pluto-1/

  49. #49 dgbrt
    16. Juli 2015

    @bikerdet
    Du hast recht, ich hatte mich verschätzt. Es ist nur 1/22 des Mondes:
    http://www.wolframalpha.com/input/?i=mass+asteroid+belt

    Wichtig zu wissen ist, dass dort kein Planet entstanden ist, entweder weil dort von Anfang an zu wenig Masse war oder weil das Meiste sehr früh auf die inneren Planeten und Jupiter eingeschlagen ist.

    Und Ceres hat etwa 80 mal weniger Masse als unser Mond. Die Masse des Asteroidengürtels wird häufig überschätzt.

  50. #50 dgbrt
    16. Juli 2015

    @Theres
    Emily Lakdawallas macht ja auch nur einen BLOG. Und die 100 Mio. Jahre jungen Strukturen halte ich so noch für gar nicht erwiesen.

    Wir sollten etwas warten, bis uns NH die besseren Bilder und auch Messungen, die man in einer PK nicht so schön präsentieren kann, schickt.

    Wir müssen noch etwas warten (Monate!), bis wir die unglaublichen Daten alle auf der Erde empfangen haben. Und wir müssen hoffen, dass NH das, was das Ding alles gesammelt hat, uns das alles übermitteln kann.

    Aus einigen wenigen Fotos wissenschaftliche Rückschlüsse anzustellen, halte ich für falsch und irreführend.

    Aus den jetzt bekannten Ergebnissen sollte man Fragen formulieren, aber keine endgültigen Ergebnisse.

  51. #51 Jens
    16. Juli 2015

    Okay danke Theres. Also Wassereis muss es sein weil Methaneis nicht stabil genug ist. Gestein könnte es aber auch sein oder reichen dafür die geologischen Aktivitäten auf Pluto nicht aus um dies auf diese Höhe anzuheben?

    Das junge Alter dieser Strukturen begründet man ausschließlich mit den fehlenden Einschlagkratern, obwohl man für Objekte im Kuipergürtel noch keine Vergleichswerte bzgl. Häufigkeit von Einschlägen hat.

  52. #52 Florian Freistetter
    16. Juli 2015

    @dgbrt: “Wenn man da nur Krater zählt kann man das nicht mit Merkur oder Mars vergleichen. Da draußen ist erstens viel mehr Platz, da sich Pluto nicht in der Ekliptik bewegt geht das natürlich mit der dritten Potenz, und es gibt da natürlich nicht mehr eine vergleichbare Materiedichte.”

    Du darfst den Wissenschaftler durchaus zutrauen, dass sie das berücksichtigen…

  53. #53 Steffmann
    16. Juli 2015

    @Theres:

    Bei den Temperaturen und nach dem, was man so gemessen hat, kann es nur Wassereis sein – schlicht weil Methaneis nicht stabil genug für solche Strukturen wäre.

    Absolut richtig und so wird es wohl auch sein. Geil uind spektaktulär sollen ja vor allem die Fotos von Charon sein. Mal gespannt, was dabei rumkommt.

  54. #54 dgbrt
    16. Juli 2015

    @Jens und Theres:
    “Wassereis muss es sein” ist wie in eine Glaskugel schauen. Bis jetzt haben wir ein paar wahnsinnig tolle Bilder, aber über die Zusammensetztung der Berge wissen wir noch nicht wirklich viel.

    Ich sage nur Vorsicht mit der Interpretation einzelner Bilder. Siehe hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pareidolie

  55. #55 dgbrt
    16. Juli 2015

    @Florian Freistetter: Du darfst den Wissenschaftler durchaus zutrauen, dass sie das berücksichtigen…

    In der Tat zweifel ich das an, die PK war geil, die Bilder sind faszinierend; aber die Theorie der 100 Mio. Jahre alten Oberfläche kann man nicht anhand von einem einzigen Foto postulieren. Das ist Medien-Hype.

    Bei der NASA gab es auch mal Arsen fressende Bakterien…
    Oder Leben auf dem Mars: ALH 84001

    Ich denke, man sollte die anderen Messergebnisse abwarten, und aus einigen, noch schlecht aufgelösten Fotos, keine voreiligen Rückschlüsse ziehen.

    Es sollte die Überraschung über das Gefundene präsentiert und dann Fragen formuliert werden, warum das so ist. Die zwei oder fünfzig Menschen, die sich die Bilder vor der PK angesehen haben, haben sicher nur auf die PK hingearbeitet und nicht wirklich Messungen der anderen Instrumente von NH abgewartet.

  56. #56 Alderamin
    16. Juli 2015

    @Jens

    Pluto ist mit Sicherheit differenziert, das passiert schon bei viel kleineren Körpern, aber insbesondere bei kugelförmigen, d.h. außen finden sich nur die leichtesten Stoffe und innen die schwersten. Da Plutos Dichte recht gering ist, besteht er unter anderem aus großen Mengen Eis, die einen Mantel bilden müssen, wie auf der Erde der Silikatmantel außerhalb des Eisenkerns. Daher sind Berge aus Stein auf Pluto ungefähr so wahrscheinlich wie Berge aus Eisen auf der Erde.

  57. #57 Steffmann
    16. Juli 2015

    @dgbrt:

    Ich sage nur Vorsicht mit der Interpretation einzelner Bilder

    Damit hast du zweifellos Recht. Aber wenn man einfach mal logisch denkt und zugrunde legt, dass unser Sonnensystem eines der Population 3 ist, dann ……

    Ja dann werden wohl die schwereren Elemente sich vorzugsweise im inneren Sonnensytem anordnen. Je weiter du nach draussen kommst, desto unwahrscheinlicher werden schwere Elemente in grosser Konzentration auftauchen. Wenn ich auf Gold scharf wäre, würde ich zu Venus fliegen und nicht zum Mars, um es mal simpel auszudrücken.

    Aber ja, dennoch können wir überrascht werden. Mal schauen, um was es sich bei dem Phänomen handelt. Aber Theres hat schon Recht, Methan ist nicht stabil genug, um solche Strukturen zu bilden.

  58. #58 Steffmann
    16. Juli 2015

    @Alderamin:

    Mennu, du bist immer sooo schnell

  59. #59 Theres
    16. Juli 2015

    @dgbrt
    Muss es sein … ist eher eine Bestätigung von Jens, oder von mir, dass wir das Gelesene verstanden haben – keine Behauptung. Ist doch klar, dass alles in enormen Möglichkeitsformen gemeint ist, oder auch gesagt wird, auch auf der Pressekonferenz waren interessante Wahscheinlichkeitsformen zu hören. Emily Lakdawalla macht sehr klar deutlich, dass sie spekuliert, aber auf hohem Niveau.

    @Alderamin
    Danke für die Erklärung. Ist das generell so bei runden Körpern?

  60. #60 Theres
    16. Juli 2015

    @Alderamin
    Also, noch mal sortiert: Ist es nicht generell so, dass runde Körper eher differenziert sind, bis zu einer bestimmte Größe, die ich irgendwo und iwann mal gelesen zu haben meine?

    @Steffmann
    Wenn du auf Gold scharf bist, musst du in den Erdkern, … wenn alle anderen Lagerstätten erschöpft sind, jedenfalls. Hm, oder nen passenden Asteroiden finden … Beides schwer, aber gemütlicher als Venus. (Brauchts nen Zwinkersmiley?)

  61. #62 Alderamin
    17. Juli 2015

    @Theres

    Rund heißt, das Objekt war aufgeschmolzen, und dann sinken schwere Stoffe zwangsläufig nach innen. Das passiert aber wohl auch schon bei Objekten, die nur annähernd rund sind. Ich würde sagen, rund ist hinreichend für planetare Differentiation.

    Die Eisenmeteoriten stammen aus dem Inneren von differenzierten Asteroiden, die bei Kollisionen zertrümmert wurden. Wenn sie zertrümmert wurden, waren sie wohl nicht hunderte km groß und nicht so rund wie Ceres (fast 1000 km Durchmesser).

  62. #63 Theres
    17. Juli 2015

    @Alderamin
    Danke sehr!

  63. #64 Steffmann
    17. Juli 2015

    @Theres:

    Nö du, braucht kein Zwinkerchen. Ich denke, du weisst auf was ich hinaus wollte. Über alles andere möchte ich nicht streiten *Zwinker**Lächel*

  64. #65 Tina_HH
    17. Juli 2015

    Bei youtube gibts übrigens ein Video namens “The Icy Mountains of Pluto 360 spin”. Ich verlinke das jetzt nicht direkt, weil der Kommentar sonst gleich in der Mod landet.
    Auf jeden Fall hat sich dort jemand die Mühe gemacht, aus dem Detailbild der Pluto-Oberfläche ein 3D-Modell zu basteln, das sich dreht. Finde ich sehr gelungen.

  65. #66 Jens
    17. Juli 2015

    Okay eure Argumentation leuchtet ein. Wassereis als Hauptbestandteil der Berge ist am Wahrscheinlichsten. Darauf deutet auch die kantige Form hin. Genaueres werden wir sicher erfahren, sobald weitere Daten angekommen und ausgewertet sind. Verwitterungsprozesse sollten auf dem Pluto ja eher keine stattfinden oder liege ich da auch falsch?

  66. #69 Tina_HH
    17. Juli 2015

    @Captain E.
    @Alderamin
    Weiter oben (#18) hatte ich ja geschrieben, dass ich es erstaunlich finde, dass nicht schon früher eine Mission zu Ceres stattgefunden hat. Und dass Ceres ausserdem reichlich unbekannt bei Leuten ist, die sich nicht speziell für Astronomie interessieren.
    Um nochmal zu verdeutlichen, worauf ich hinaus wollte: Ich finde das deshalb erstaunlich, weil Ceres ja nicht nur einer der vielen Asteroiden im Asteroidengürtel ist (die man nicht alle kennen muss bzw. kann), sondern eben das mit Abstand grösste Objekt in dieser Region. Zudem ist Ceres ebenso wie Pluto ein ehemaliger Planet und nun offizieller Zwergplanet. Und deshalb finde ich, müsste Ceres eigentlich viel bekannter sein.
    Aber vielleicht ändert sich das ja auch gerade ein wenig, denn zumindest die “rätselhaften weissen Flecken” schaffen es ja ab und zu in die Medien.

  67. #70 Tina_HH
    17. Juli 2015

    Und hier als Nachtrag noch der originale Link zum Video (#65):

    https://www.youtube.com/watch?v=37TNyDHZExA

    Mein Kommentar weiter oben war übrigens trotzdem in der Mod gelandet, obwohl ich auf den direkten Link extra verzichtet hatte. Wahrscheinlich reicht schon die Erwähnung von “youtube”.

  68. #71 Captain E.
    17. Juli 2015

    Ich vermute, dass Ceres einfach zu früh entdeckt worden ist. Als man ihr den Planetenstatus entzogen hat, waren die Massenmedien vermutlich noch nicht dermaßen intensiv wie bei der Entdeckung von Pluto. Und natürlich wurde kein so berühmt-berüchtigtes Element wie Plutonium nach Cers benannt, sondern das genauso unbekannte Cer. Ach ja, es gibt auch keine Comicfigur namens “Ceres”.

    Kurz und gut: Ceres hat ein echtes PR-Defizit. 😉

  69. #72 Tina_HH
    17. Juli 2015

    Kurz und gut: Ceres hat ein echtes PR-Defizit.

    Ja, so kann man das auf den Punkt bringen. 🙂

    Dabei ist doch allein schon die Entdeckungsgeschichte von Ceres enorm spannend.

  70. #73 Florian Freistetter
    17. Juli 2015

    @Tina_HH: “Dabei ist doch allein schon die Entdeckungsgeschichte von Ceres enorm spannend.”

    Ja, das ist eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Astronomiegeschichte (die ich deswegen auch schon oft genug in Blog und Büchern erzählt habe). Immerhin wurde extra eine “Himmelspolizey” gegründet, um das Ding zu finden!

  71. #74 Tina_HH
    17. Juli 2015

    die ich deswegen auch schon oft genug in Blog und Büchern erzählt habe

    Habe ich natürlich gelesen. 🙂

    Und diese Himmelspolizey war dann ja auch erstaunlich schnell erfolgreich – vor allem, wenn man bedenkt, dass das alles schon vor mehr als 200 Jahren, mit den damaligen Mitteln und Möglichkeiten, stattfand.

  72. #75 Tina_HH
    17. Juli 2015

    Heute abend um 19.00 Uhr will die NASA übrigens neue Bilder von Pluto veröffentlichen.

  73. #76 Alderamin
    17. Juli 2015

    @Tina_HH

    … und die müssen großartig sein:

    Zwei Personen jubelten. Eine Person weinte. Eine Person fiel in Ohnmacht.

    Man darf gespannt sein. 😉

  74. #77 Tina_HH
    17. Juli 2015

    @Alderamin
    Hihi, dann hoffe ich mal, auf den Füßen zu bleiben. 😉
    Meine Güte, ist das alles spannend…

  75. #78 AmbiValent
    17. Juli 2015

    @Alderamin
    Nach der Beschreibung könnte es auch eine tarsianische Flotte sein…

  76. #79 dgbrt
    17. Juli 2015

    Ist das geil, das was die bis heute an Neuigkeiten veröffentlicht haben ist fast mehr als Mariner, Pioneer und Voyager zusammen geschafft haben. Die Bilder werden später nochmal in voller Auflösung übertragen werden, aber das, was jetzt schon auf den komprimierten Bildern zu erkennen ist, ist fantastisch.

    Ich halte die Theorie, dass da junge Strukturen zu erkennen sind (weniger als 100 Mio. Jahre alt) für verfrüht, aber das ist erst mal egal.

    Die Mission ist perfekt geplant worden, hat bis jetzt funktioniert wie ein Schweizer Uhrenwerk und wird jetzt im Laufe der nächsten 16 Monaten alle Daten vom Vorbeiflug übermitteln.

    Ich beobachte seit Viking 1976/1977 alle Raumfahrtmissionen, aber New Horizons übertrifft jetzt schon alles. Die NASA macht tolle PR-Arbeit, aber um diese Daten präsentieren zu können musste die Sonde beim Vorbeiflug perfekt funktionieren.

    Bei der Planung der ersten Übertragungen muss ja fast schon jemand in eine Glaskugel geschaut haben. Man konnte das alles vorher nicht wissen, aber das was da jetzt empfangen wurde sind nur Überraschungen.

    Und wenn dann im nächsten Jahr alles empfangen wurde nimmt NH Kurs auf sein nächstes Ziel. Ein KBO (Kuiper Belt Object) von gerade mal 45km Durchmesser. Und darauf müssen wir nur noch vier Jahre warten.

    Ich kann nur einen berühmten Vulkanier zitieren: Faszinierend!

  77. #80 Basilius
    Sayonara Zetsubō Sensei
    18. Juli 2015

    Völlig Off-Topic, aber was solls. Es dient ja trotzdem der Bildung
    @Captain E.
    Sätze, bei denen man schon vorher hätte wissen können, daß es besser gewesen wäre, wenn man sie einfach vermieden hätte:

    Und natürlich wurde kein so berühmt-berüchtigtes Element wie Plutonium nach Cers benannt, sondern das genauso unbekannte Cer. Ach ja, es gibt auch keine Comicfigur namens “Ceres”.

    Aber selbstverfreilich gibt es die. Sie ist sogar ein titelgebender Charakter:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Ceres,_Celestial_Legend#Characters
    Gut, Ceres ist aus einem Manga, aber das bleibt natürlich trotzdem ein Comic.
    Gut, Ceres no Ayashi ist Shojo, also für die Zielgruppe der 16-Jährigen Mädchen und sicherlich nicht so bekannt wie Sailor Moon.
    Aber das sind alles nur Ausreden. Es gibt eine Comic-Figur namens Ceres.

    Und wer jetzt nur noch von der basiliusschen Manga/Anime Obsession genervt ist und den Einwand schon deshalb nicht gelten lassen will; sogar im Marvel-Universum gibt es einen Charakter namens Ceres.
    http://www.comicvine.com/ceres/4005-74988/
    Den kennen bloß vermutlich wirklich noch weniger. So wichtig war dieser Ceres einfach nicht.

  78. #81 Basilius
    Sayonara Zetsubō Sensei
    18. Juli 2015

    Und bei XKCD spielt der/die/das echte Ceres natürlich auch eine Rolle:
    https://xkcd.com/1476/
    Abgesehen davon verfolge ich zwischen zwei Anime-Episoden begeistert, was sich bei New Horizons so tut.

  79. #82 noch'n Flo
    Schoggiland
    18. Juli 2015

    @ Basi:

    Gut, Ceres ist aus einem Manga, aber das bleibt natürlich trotzdem ein Comic.

    Für diese Aussage würdest Du von nicht wenigen Manga-Fans sehr böse Blicke ernten.

  80. #83 Tina_HH
    18. Juli 2015

    Das Nasa-Photojournal nutzt ja die Kategorie “Dwarf Planets” und zeigt dort die neuesten Bilder sowohl von Pluto als auch von Ceres:

    http://photojournal.jpl.nasa.gov/

    Meiner Meinung nach ist das ein Vorteil der neuen Kategorie “Zwergplanet”. Auch wenn einige diese Kategorie überflüssig oder blöd finden, finde ich dies für die öffentliche Wahrnehmung positiv, denn ein Zwergplanet als eigenständige Kategorie erweitert in gewisser Weise das Spektrum der besonders interessanten Objekte.
    Unter einem Zwergplanet kann sich auch ein Laie sofort etwas vorstellen und sich dann vielleicht auch dafür begeistern, dass es davon so einige in unserem Sonnensystem gibt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Zwergplaneten_des_Sonnensystems

    Wenn man die Zwergplaneten und die Zwergplaneten-Kandidaten nach und nach durch regelmäßige Berichte in den Medien immer mehr bekannt macht, steigt eventuell auch die Bereitschaft zukünftige Missionen zu diesen Objekten zu finanzieren.

    Letztlich ist so eine Kategorie eben auch ein Markenzeichen und könnte entsprechend positiv genutzt werden (und nicht nur negativ im Sinne von: Man hat Pluto degradiert).

    Dann wäre vielleicht auch Ceres irgendwann mal wieder so bekannt, wie es ihr eigentlich gebührt. Eine bekannte und beliebte Comic-Figur namens Ceres könnte sicher auch dazu beitragen.

    Übrigens: Ein Buch über Zwergplaneten würde ich übrigens sofort kaufen 😉 .

  81. #84 dgbrt
    18. Juli 2015

    @Tina_HH
    Du hast Recht und Zwergplaneten sind sehr interessant. Ob nun Pluto oder Ceres, Wir verstehen heute nicht was da passiert oder passiert ist, das macht es so interessant.
    Meine großen Fragen heute sind:
    * Was ist der große weiße (überbelichtete) Fleck auf Ceres?
    * Gibt es tatsächlich geologische Aktivitäten auf Pluto, oder ist das doch nur ein Schmelzen bei der größten Annäherung an die Sonne? Bei Pluto gibt es ja Jahreszeiten, die durch die Exzentrizität bestimmt werden. Zur Zeit entfernt sich Pluto wieder und wir müssen Zweihundert Jahre warten, bis der wieder so nahe ist.

  82. #85 Tina_HH
    18. Juli 2015

    Was mir noch einfiel:
    Für eine Mission zu Eris ist der Zeitpunkt im Moment eigentlich eher ungünstig, da sie mit 96 AU fast im Perihel ist. Also besser noch ein paar hundert Jahre warten? Nein, egal, sofort hinfliegen! 😉

  83. #86 Tina_HH
    18. Juli 2015

    Aphel natürlich…

  84. #87 Captain E.
    19. Juli 2015

    @Basilius:

    Das ist keineswegs Off-Topic, denn die Bekanntheit von Pluto ist nun einmal ein Faktum. Jeder kennt Pluto, aber nur wenige “Eingeweihte” Ceres. Ich habe am Freitag Abend die Probe aufs Exempel gemacht und eine Bekannte nach Ceres gefragt. Resultat war großes Staunen. Meine Antwort darauf: “Und dabei hatte Ceres schon seinen Planetenstatus verloren, als von Pluto überhaupt noch nicht die Rede gewesen ist.”

    Und was die Comicfiguren angeht, muss ich meine Aussage selbstverständlich wie folgt korrigieren.

    Ach ja, es gibt auch keine allgemein bekannte und beliebte Comicfigur namens “Ceres”.

    Figuren aus japanischen Mädchen-Mangas oder selbst aus dem Marvel-Universum, die jeweils nur einer Handvoll Leute bekajnt sind, dienen nun einmal leider nicht dem Zweck, den gleichnamigen Himmelskörper bekannter zu machen.

  85. #88 Hans
    19. Juli 2015

    #85 Tina_HH

    Was mir noch einfiel:
    Für eine Mission zu Eris ist der Zeitpunkt im Moment eigentlich eher ungünstig, da sie mit 96 AU fast im Perihel ist. Also besser noch ein paar hundert Jahre warten? Nein, egal, sofort hinfliegen! 😉

    Also laut JPL Small-Body Database Browser hat sie ihr Aphel im Jahre 1977 durchlaufen, also zu einer Zeit, wo die Menschheit noch nichts von ihr wusste.
    Dennoch halte ich die derzeitige Epoche bzw. das derzeitige Jahrhundert für günstig, um eine Sonde hin zu schicken, da sie sich derzeit den Bahnebenen der Planeten nähert. Wenn man sich nämlich mal die Umlaufbahn von Eris ansieht, dann stellt man fast, dass deren Bahn eine noch viel stärkere Neigung (~44°) gegenüber der Erdbahn hat, als Pluto (~17°). Nun ist es aber so, dass es sehr viel Energie bzw. Treibstoff kostet, eine Sonde auf einer Bahn zu schicken, die einen grossen Neigungswinkel gegenüber der Erdbahn hat. (Um die Sache zu vereinfachen und Treibstoff zu sparen, schickt man sie erst zum Jupiter, wo der Neigungswinkel durch ein Swing-by-Manöver in der Nähe des Nordpols vom Jupiter geändert wird.) In sofern leben wir gerade in einer günstigen Zeit, da es für Raumsonden derzeit einfacher wird, Eris anzusteuern, eben weil sie sich den Bahnebenen der Planeten nähert. Es dauert allerdings noch rund 60 Jahre, bis sie die Bahnebenen kreuzt. Wenn man jetzt mal 5 bis 10 Jahre Vorbereitung und 20 Jahre Flugzeit annimmt, dann würde man sie etwa 30 Jahren erreichen können. Dafür muss man die Flugbahn der Sonde derzeit nur um etwa 10 bis 20 Grad gegen die Erdbahn ändern, also nicht so dramatisch.

    Man kann sich die Bahnen der (Klein-)planeten auf der Webseite der Small Body Database auch sehr schön bildlich anzeigen lassen. Dafür muss aber Java (nicht JavaScript) im Browser aktiviert sein. Als Alternative kenn ich noch das Programm AstroViewer, wo man sich in der registrierten Version ebenfalls die Bahnen der Planeten und einiger Kleinplaneten ansehen kann.
    Wer noch was anderes kennt – ich bin für Vorschläge offen. 🙂

  86. #89 Basilius
    Sayonara Zetsubō Sensei
    19. Juli 2015

    @Captain E.
    Die revidierte Form Deiner Aussage trifft meine volle Zustimmung. Mit dem Bekannt- und Beliebtheitsgrad von Pluto können natürlich beide Cerese (wie bildet man da den Plural dann?) bei weitem nicht mithalten.
    Und Du hast Recht, ich könnte mir schon vorstellen, daß der wirklich liebenswerte (weil so trottelige?) Pluto gerade im Heimatland von Walt Disney schon für eine verstärkte Popularität des Planeten Pluto gesorgt haben könnte. Und man darf nicht vergessen, daß Pluto ja auch von einer Sternwarte aus eben diesem Heimatland von Walt Disney entdeckt wurde. Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht so ganz sicher, wie vielen Menschen klar ist, daß tatsächlich der Hund nach dem (damals noch) Planeten benannt wurde und nicht etwa umgekehrt.

  87. #90 Tina_HH
    19. Juli 2015

    @Hans
    Danke für den Tipp mit der Small Body Database, die kannte ich noch gar nicht. Mit der Raketen- bzw. Sondensteuerung habe ich mich noch nicht befasst (und werde ich voraussichtlich auch nicht 😉 ). Mir war nur aufgefallen, dass Eris zur Zeit fast die maximale Entfernung von der Sonne hat und deswegen die Flugzeit leider entsprechend länger wäre.

    Wenn man jetzt mal 5 bis 10 Jahre Vorbereitung und 20 Jahre Flugzeit annimmt, dann würde man sie etwa 30 Jahren erreichen können.

    Verdammt lange…

  88. #91 Tina_HH
    19. Juli 2015

    @Hans

    Dafür muss aber Java (nicht JavaScript) im Browser aktiviert sein.

    Java hab ich nicht installiert, ist mir zu unsicher. Gibts noch andere Möglichkeiten, das Orbit Diagramm anzeigen zu lassen? Vermutlich wohl nicht.

    @Basilius

    Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht so ganz sicher, wie vielen Menschen klar ist, daß tatsächlich der Hund nach dem (damals noch) Planeten benannt wurde und nicht etwa umgekehrt.

    Das gilt wohl auch für die Benennung des Plutoniums. Wer weiss schon, dass es nach Pluto benannt wurde?
    Wer kennt Neptunium (benannt nach Neptun)?

  89. #92 Wage
    19. Juli 2015

    Doch Planet? 🙂

  90. #93 Alderamin
    19. Juli 2015

    @Captain

    Pluto gehörte halt auch zu den Objekten, die man in der Schule als “Planet” lernen musste (oder hätte sollen; unsere Schule hat sich da nicht mit Ruhm bekleckert, aber im Diercke-Weltatlas gab’s neben zwei Himmelskarten [mit denen ich unter anderem den Sternenhimmel gelernt hatte] auch Abbildungen vom Sonnensystem).

    Theoretisch müsste heutzutage eigentlich unterrichtet werden, dass es neben Planeten auch Zwergplaneten gibt, und da sollte Ceres wohl als zweites Beispiel neben Pluto genannt werden.

    Praktisch überkommt mich aber der Horror, wenn ich das hier sehe. Da war der Editor wohl zu faul, die Grafik und den Text mal zeitgemäß zu überarbeiten (oder ihm war der die Motivation für die Neuklassifikation von Pluto nicht bewusst). Asteroiden-Gürtel? Wisse m’r nit mieh. Kuiper-Gürtel? Janz bestimmp nit mieh. Oortsche Wolke? Su jet hammer nit studiert. Offensichtlich Unterrichtsmaterial für Lehrer Welsch

  91. #94 Tina_HH
    19. Juli 2015

    @Alderamin
    Immerhin steht bei Pluto ja noch in Klammern “Zwergplanet”. Das reisst es zwar nicht raus, aber besser als nichts. 😉

    Ich kann mich übrigens nicht erinnern, irgendwas in der Schule über Astronomie gelernt zu haben. Entweder ist mein Gedächtnis so schlecht (was ich in diesem Fall aber nicht glaube, da mich dieser ganze Weltall-Krams damals schon ein wenig interessierte) oder es gab wirklich gar keinen Unterricht zu dem Thema (eher wahrscheinlich und sehr betrüblich). Aber gut, im naturwissenschaftlichen Bereich war mein Gymnasium sowieso leider nicht besonders gut (oder ich hatte Pech mit den Lehrern – der weltschlechteste Physiklehrer war nämlich an unserer Schule tätig – ein wirklich furchtbarer Typ).

  92. #95 Alderamin
    19. Juli 2015

    @Tina_HH

    Ich meine mich zu erinnern, dass wir in der Grundschule mal ein wenig über Planeten gelernt hatten (sicher weiß ich, dass wir in Klasse 4 was über Neandertaler gelernt haben, dazu hatte mir die Lehrerin nämlich ein Was-ist-Was-Buch in die Hand gedrückt, und dann sollte ich darüber was erzählen – eine frühe Form eines Seminar-Referats!).

    Am Gymnasium erklärte uns ein Erdkundelehrer die Mondphasen an so einem Tellurium (ich weiß erst seit zwei Minuten, dass die Dinger so heißen 😉 ), bei denen es bauartbedingt jeden Monat zu Sonnen- und Mondfinsternissen kommt. Und zwar erklärte er die Mondphasen damit, dass der Schatten der Erde auf den Mond fällt.

  93. #96 Tina_HH
    19. Juli 2015

    @Alderamin
    So was Schickes wie dieses Tellurium (der Begriff war mir bis jetzt ebenfalls unbekannt 😉 ) hatten wir nicht oder es wurde gemeinerweise einfach nicht eingesetzt.
    Schatten der Erde – das glauben ja bis heute noch viele, ohoh…

  94. #97 Hans
    19. Juli 2015

    @Tina_HH, #90

    @Hans
    Danke für den Tipp mit der Small Body Database, die kannte ich noch gar nicht.

    Bitte sehr.

    Mit der Raketen- bzw. Sondensteuerung habe ich mich noch nicht befasst (und werde ich voraussichtlich auch nicht 😉 ).

    Nun ja, ich hab mich damit bisher auch nur oberflächlich befasst…

    Wenn man jetzt mal 5 bis 10 Jahre Vorbereitung und 20 Jahre Flugzeit annimmt, dann würde man sie etwa 30 Jahren erreichen können.

    Verdammt lange…

    Stimmt. – Viellicht lässt sich daran noch was verkürzen, aber wissen tu ich es nicht.

    @all:
    Beim betrachten der Planetenpositionen in den kommenden Jahren (mit AstroViewer) fiel mir auf, das der Neptun bald auf der Linie Sonne-Eris sein wird, wenn man die Bahnen von oben betrachtet. Dabei kam mir die Idee, für eine Flugroute zu Eris, die zwar relativ kompliziert ist, die Flugzeit in der Summe aber vielleicht verkürzen könnte. Dazu wird die Sonde zuerst einmal zum Jupiter geschickt, wo sie ein Fly-By-Manöver ausführt, dass sie auf eine polare Bahn um die Sonne schickt, so ähnlich, wie man es mit der Raumsonde Ulysses gemacht hat. Dabei soll die Sonde der Sonne aber näher kommen als Ulysses und sie irgendwo zwischen den Bahnen von Merkur und Venus passieren. Zweck der Übung ist ein Fly-by an der Sonne, wobei ich aber nicht weis, ob das funktioniert. Wenn es funktioniert, soll es die Sonde zum einen weiter beschleunugen und zum anderen auf eine Flugbahn zum Neptun bringen. Neptun schliesslich soll die Bahn so ablenken, dass die Sonde Kurs auf Eris nimmt, und sie nach ein paar Jahren erreicht.
    Die Frage ist aber, ob das wirklich so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, und wie Schnell die Sonde damit wird. Evtl. muss man ihr noch Treibstoff zum bremsen mitgeben, damit sie nicht zu schnell an Eris vorbei rauscht…
    —–
    Und was Astronomie in der Schule angeht, so waren da mal ein paar Stunden in der Grundschule, an die ich mich erinnere. Da hat man uns ein paar Sternbilder und ein, zwei Sterne vorgestellt, aber sonst war da nix mehr.

  95. #98 PDP10
    19. Juli 2015

    @Alderamin:

    “Am Gymnasium erklärte uns ein Erdkundelehrer die Mondphasen [..] Und zwar erklärte er die Mondphasen damit, dass der Schatten der Erde auf den Mond fällt.”

    Am Gymnasium. Ein Studienrat (nehme ich an) …

    Man hätte der Uni an der der Ausgebildet wurde umgehend die Erlaubnis entziehen müssen Lehrer auszubilden …

    Gehts noch?

  96. #99 Alderamin
    19. Juli 2015

    @Hans

    Ein Gravity Assist an der Sonne ist unmöglich, denn sie ruht in Bezug auf das heliozentrische System, und was man beim Gravity Assist abgreift ist die Bahngeschwindigkeit eines Planeten, so dass sich die heliozentrische Geschwindigkeit der Sonde ändert (die relativ zum Planeten nicht).

    Was hingengen ginge wäre ein Ionenantrieb, gepowert durch einen Kernreaktor in der 50-200 kW-Klasse. Einem Paper entnehme ich, dass der bei einer Brennzeit von 10 Jahren eine Endgeschwindigkeit von 25 AU/Jahr erreichen kann, so dass man in gut 12, 13 Jahren bei Eris wäre. Mit etwas mehr Zeit könnte man sogar wieder herunterbremsen und einen Orbit erreichen. Ein Pluto-Orbit wäre in 10-12 Jahren erreichbar. Da liegt die Zukunft der Raumfahrt.

    @PDP10

    Klar, ein Studienrat (Oberstudienrat war er, glaube ich, nicht). Ich hab’ ihm auch auf’s Heftigste widersprochen. In Astronomie konnte mir am Gymnasium kein Lehrer was beibringen. War ein neusprachliches Gymnasium, es gab andere, altsprachliche und naturwissenschaftliche Gymnasien bei uns in der Stadt. Weil meine Mutter so gerne Französisch hörte und weil die Schwester und der Schwager meines Vaters an der Schule als Sekretärin bzw. Hausmeister arbeiteten, war allerdings abgemacht, dass ich da hin musste. Na ja, ist trotzdem was aus mir geworden 😉

  97. #100 Braunschweiger
    19. Juli 2015

    @Alderamin, Tina_HH: Tellurium

    Hm, interessant, ich dachte nämlich immer, Tellur(ium) wäre nur der Name des Elements (52) Te. Und das Planetenmodell hieße Orrery. Aber nun, “Tellurium” steht für ein Erde–Mond–Sonne–Modell. Wieder was dazugelernt.

    NB @Alderamin: mit deinen Links hast du heute nicht so viel Glück. Die Seite aus dem Diercke-Atlas lädt leider nicht, geht wohl nur mit vorherigem Laden der Hauptseite (böses System, Drupal). Hier ein Ersatz-Link zum Größenvergleich, hoffentlich selbes Bild.

  98. #101 Alderamin
    19. Juli 2015

    @Braunschweiger

    Genau das isses.

    @Hans, PDP10

    Für Euch hängt noch was in der Mod. Cheffe kündigte ja an, dass das Freischalten derzeit etwas länger dauern kann. Bitte später nochmal nach #98 schauen.

  99. #102 noch'n Flo
    Schoggiland
    19. Juli 2015

    @ Alderamin:

    Offensichtlich Unterrichtsmaterial für Lehrer Welsch…

    Hey! Ich hatte in der gymnasialen Mittelstufe einen recht kompetenten Informatik-Lehrer dieses Namens…

  100. #103 Tina_HH
    19. Juli 2015

    Von mir hängt übrigens auch noch ein Kommentar in der Mod. Ich glaube seit heute Mittag. Die #Nummern können sich also noch ein bißchen verschieben…

  101. #104 Alderamin
    19. Juli 2015

    @noch’n Flo

    Gibt’s denn über den auch ein Lied? (Text mit Übersetzung dort).

    Der echte Heinrich Welsch muss ja laut Wikipedia ein herzensguter Mensch gewesen sein, der sich als Rektor einer Sonderschule besonders um sozial benachteiligte Menschen kümmerte. Ich bezog mich nur auf den fiktiven Welsch aus dem Karnevalslied.

  102. #105 Hans
    20. Juli 2015

    Na da bin ich ja mal gespannt, was da noch in der Moderation hängt.

  103. #106 Soturi
    20. Juli 2015

    Zitat aus dem Artikel: “Es sind Berge aus Eis (das am kalten Pluto härter ist als Gestein)”
    Woher weiß man denn die Härte und wie hart ist das Eis? “Härter als Gestein” ist dann doch sehr sehr weit gefasst.

  104. #107 Alderamin
    20. Juli 2015

    @Soturi

    Die Temperatur des Pluto ist bekannt, und was mit Wassereis bei diesen Temperaturen passiert, kann man auch auf der Erde erforschen.

  105. #108 Hans
    20. Juli 2015

    #99 Alderamin

    @Hans
    Ein Gravity Assist an der Sonne ist unmöglich, denn sie ruht in Bezug auf das heliozentrische System, und was man beim Gravity Assist abgreift ist die Bahngeschwindigkeit eines Planeten, so dass sich die heliozentrische Geschwindigkeit der Sonde ändert (die relativ zum Planeten nicht).

    Hm… gut, bzw. Mist! Dann werde ich mich wohl noch mal intensiver damit beschäftigen müssen, denn dann ist da noch irgendwas falsch an der Erklärung, die ich bisher dafür habe. 🙁

  106. #109 Hans
    20. Juli 2015

    #91 Tina_HH

    @Hans

    Dafür muss aber Java (nicht JavaScript) im Browser aktiviert sein.

    Java hab ich nicht installiert, ist mir zu unsicher. Gibts noch andere Möglichkeiten, das Orbit Diagramm anzeigen zu lassen? Vermutlich wohl nicht.

    Puh, gute Frage, glaube aber nicht.

    Und der AstroViewer wird dann auch nicht laufen, denn der ist in Java geschrieben und benötigt ‘ne installierte Java-VM auf dem Rechner, obwohl er als eigenständiges Programm weder auf’s Web zugreift, noch im Browser läuft.
    Also dann weis ich momentan auch kein Programm, dass einem solche Diagramme darstellen kann.

  107. #110 Hans
    21. Juli 2015

    @Tina_HH:
    Obwohl ich hier jetzt ein Zitat widerhole…

    Gibts noch andere Möglichkeiten, das Orbit Diagramm anzeigen zu lassen?

    Ich hab mal ein bischen gebastelt und ein paar Orbitdiagramme, die ich mit AstroViewer erstellt habe, zu einem Bild zusammen gebaut. Das Ergebnis findet man hier bei picr.
    Da sieht man oben jeweils eine Draufsicht auf’s Sonnensystem, wobei die kleinste, dargestellte Bahn die vom Jupiter ist. Seine Position ist auch markiert, aber er und Saturn sind nicht mehr beschriftet. In der unteren Zeile sind die Ansichten um 90° nach vorne gedreht, so das man eine “Frontansicht” des Sonnensystems sieht. Und das ganze jeweils für den 21.7.2015 in der linken Spalte und für den 21.7.2035 (also in 20 Jahren) in der rechten Spalte.

    @all: falls jemand ein Programm kennt, dass sowas ohne Onlineverbindung und ohne Java-VM kann, würde ich gern wissen, wie das heisst.

  108. #111 WinzenFlyer
    22. Juli 2015

    Beim APL sind neue Bilder hochgeladen worden: http://pluto.jhuapl.edu/soc/Pluto-Encounter/index.php , alle in der ersten Zeile (und das erste von links in der zweiten Zeile) waren bis vor ein paar Tagen noch nicht online.

    Das dritte von links (2015-07-14 10:19:38 UTC) scheint das Bild zu sein, das Florian oben zeigt, die beiden links davon habe ich bis dato noch nicht gesehen, sehen aber sehr interessant aus :).

  109. #112 Hans
    25. Juli 2015

    Hm… – anscheinend ist mein Kommentar #110 bisher irgendwie untergegangen… 🙄

  110. #113 Braunschweiger
    25. Juli 2015

    @Hans: Du meinst die Frage nach dem Programm? – Liegt wohl daran, dass keiner was kennt. 😉

    Es könnte evtl. auch ein wenig daran liegen, dass die Frage am Ende des Posts versteckt ist, und außerdem habe ich sie nicht als ganz eindeutig aufgefasst. Ein Programm zum Betrachten von AstroViewer-Daten oder -Animationen? Oder anderer Daten? Das wird wohl schwierig. — Dagegen Programme allgemein zum Darstellen unseres Sonnensystems gibt es mehrere, z.B. Stellarium; kann aber nur mit bestimmten externen Beschreibungen umgehen. Oder auch online die Möglichkeiten bei heavens-above.com.

  111. #114 Tina_HH
    25. Juli 2015

    @Hans
    Sorry, ich hab deine Antwort auf meine Frage erst jetzt entdeckt – ist bei mir in der Tat untergegangen, hatte viel zu tun die letzten Tage und einiges an Aufregung (ein Vorstellungsgespräch…).
    Die Orbitaldiagramme sehen jedenfalls interessant aus. Vor allem die von Eris. Man sieht sehr schön, wie weit ausserhalb und wie elliptisch sie verläuft.

  112. #115 Hans
    25. Juli 2015

    @Braunschweiger:
    Das keiner so ein Programm kennt, wage ich zu bezweifeln. Dass ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe, ist schon eher möglich. Deshalb noch mal, inklusive eines kleinen Vorspanns:
    Ich habe im Kommentar #88 auf einen von Tina_HH (#85) geantwortet und mich darin auf den JPL Small-Body Database Browser bezogen. Dieser verfügt über die Möglichkeit, sich die Umlaufbahnen der kleinen Körper im Vergleich zu den Planeten anzeigen zu lassen (Orbit diagramm). Dazu muss jedoch Java im WebBrowser aktiviert sein. Das Programm AstroViewer kann solche Orbitdiagramme ebenfalls anzeigen – jedenfalls ich der registrierten Download-Version. Aber nur für die Planeten und einige wenige kleine Körper, 13 Stück, um genau zu sein. Es benötigt aber ebenfalls Java auf dem Rechner, diesmal jedoch nur eine installierte Java-VM, kein Browser-plug-in.
    Da Java jedoch als Sicherheitsrisiko gilt (obwohl sich das meines Wissens nach lediglich auf das Browser-Plugin bezieht) ist die Frage, ob es noch weitere Programme gibt, die ebenfalls die Orbits von Planeten und Kleinkörpern anzeigen können ohne das sie dafür Java auf dem Rechner benötigen?

    Was Stellarium angeht, so könnte so eine Funktion in den neueren Versionen drin sein, in meiner 0.12.2er ist es jedoch nicht so. Die 0.13er verbrauchen für meinen Rechner zuviel Rechenzeit, deshalb benutz ich die nicht. Und bei Heavens-above gibt es zwar Orbitbilder von Satelliten und alten Raketenstufen, aber nicht von (Klein-)Planeten oder Asteroiden. Es geht mir jedoch um solche Orbitbilder, wie ich sie auch in #110 verlinkt habe.

  113. #116 Alderamin
    25. Juli 2015

    @Hans

    Ich kenne mich mit diesen Programmen auch nicht so gut aus, aber vielleicht leistet Celestia das Gewünschte?

    http://sourceforge.net/projects/celestia/

    Habe damit, glaube ich, vor Jahren mal den vermeintlichen Nibiru-Orbit simuliert (oder war’s doch Stellarium?)

  114. #117 Braunschweiger
    25. Juli 2015

    @Hans:
    Dass es da viele Programme gibt, bezweifele ich nun wieder; dazu ist der “Markt” im Astronomiebereich zu klein. Jedenfalls finde ich keine per Suche — wobei Begriffe wie “orbit(al) diagram” auch zuerst zu Chemie-Applikationen führen.

    Es gibt die serverzentrierten Lösungen wie heavens-above.com, bei denen die Rechnung auf dem Server läuft und nur das Bild ausgegeben wird. Es gibt eigenständige lokal laufende Lösungen wie Stellarium, bei denen die Fütterung mit neuen Daten schwierig wird. Es gibt den Mittelweg der “Browser-VM”, bei denen also Java oder eine Skriptsprache genutzt wird und die Rechnung somit lokal ausgeführt wird. Außer AstroViewer sehe ich da nichts, und auch da ist die Datenfütterung nicht beliebig.

    Java ist nun mal das Mittel der Wahl, da z.B. JavaScript langsamer ist; und insofern schon wird man kaum etwas in JavaScript finden. Die Java-Maschine selbst ist unschuldig (sofern das Original), das Problem könnte entweder in der Anwendung oder in der Einbettung in eine HTML-Seite liegen. Firefox bietet die Möglichkeit, installiertes Java zunächst zu deaktivieren, und mittels des Plugins NoScript kann es fallweise aktiviert werden. In dieser Kombination wird sogar eine Zertifizierung der Java-Anwendung abgefragt und dem Nutzer die Herkunft des Programms vorgestellt, bevor er entscheidet.

    Die JPL-SBDB enthält sehr schöne Daten, jedoch keine explizite API zur Programmierung. Das heißt, als Schnittstelle für Daten gibt es nur die vorgestellten Techniken (HTML, eMail, Telnet, CSV) oder die Nutzung der Applets. Zwar könnte man auf diesem Wege Daten für eigene Berechnungen erhalten, die Frage ist, ob ein veröffentlichtes Programm das auch tut, da das JPL sicherlich einige Regeln zur öffentlichen oder kommerziellen Nutzung der Daten hat. Bleibt noch: selber schreiben.

  115. #118 Hans
    26. Juli 2015

    @Tina_HH

    @Hans
    Sorry, ich hab deine Antwort auf meine Frage erst jetzt entdeckt – ist bei mir in der Tat untergegangen,

    Nun ja, kann ja mal passieren.

    hatte viel zu tun die letzten Tage und einiges an Aufregung (ein Vorstellungsgespräch…).

    Sofern Du einen neuen Job suchst, wünsche ich dann viel Erfolg. – Solltest Du diejenige sein, die jemanden einstellt, so mögest Du auch die richtige Entscheidung treffen.

    Die Orbitaldiagramme sehen jedenfalls interessant aus. Vor allem die von Eris. Man sieht sehr schön, wie weit ausserhalb und wie elliptisch sie verläuft.

    Das ist das eine, das andere ist speziell bei Eris, wie lange sie braucht, um auf der Bahn “aufzusteigen”. Man darf dabei aber auch den Massstab nicht vergessen. Eris ist immerhin rund 15 Milliarden km (oder 96,2 AE) von der Erde entfernt. Da lohnt es sich auch schon fast, mit Lichtstunden zu hantieren… 🙂

    #116 Alderamin

    vielleicht leistet Celestia das Gewünschte?

    http://sourceforge.net/projects/celestia/

    Hm… das hab ich auch schon mal getestet, konnte seiner Zeit aber nicht viel damit anfangen. Kann es ja aber noch mal ausprobieren…

    @Braunschweiger
    Ich hab ja auch nicht behauptet, dass es da viele Programme gibt, aber mehr als eines müsste es schon sein.
    Und ich persönlich hab ja auch nichts gegen die Methode mit der Java-VM, die die JPL-Leute gewählt haben. U.a. für solche Anwendungen ist Java ja entwickelt worden. Die Probleme bezüglich der Sicherheit machen ja andere, vor allem jene, die gefundene Sicherheitslücken für kriminelle Zwecke ausnutzen.

    Stellarium kann man übrigens auch mit den Daten neuer Körper versorgen. D.h. man gibt dem Programm an, was man sucht und sofern eine Onlineverbindung besteht, sucht es sich die Daten aus den einschlägigen OnlineDatenbanken selbst. Wenn es um Sterne geht, meisst bei Simbad.

    Was die Datenfütterung bei AstroViewer angeht, so ist dass leider ‘ne Fehlanzeige. Das Programm hat eine fest eingebaute Datenbank mit 1.423 Sternen (Quelle: AstroViewer FAQs), den Planeten und 13 Kleinplaneten. Und von (Klein-)Planeten kann es auch diese Diagramme der Umlaufbahnen incl. Positionen der Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen. Um noch mal klar zu stellen, welches Programm ich meine, hier der Link zur Homepage des Selben: http://www.astroviewer.de

    Für die JPL-SBDB gibt es sicher einige Regeln, aber wenn ich mir die Datenformate ansehe, dann denke ich, dass man die Daten auch für eigene Programme nutzen kann, wenn man sich an die Regeln hält. – Hab bisher aber nicht nach den Regeln gesucht.

    So ein Programm selber zu schreiben, ist natürlich auch noch ‘ne Massnahme, – jedenfalls für jene, die das können. Das dürften von den (Stamm-)Kommentartoren hier einige sein, aber auch nicht alle.
    Letztlich geht es mir bei der Frage nach so einem Programm ja auch nicht um mich, sondern um Tina_HH, weil die ja kein Java auf dem Rechner hat, wie sie weiter oben (#91) schrieb und folglich sowohl die Orbital-diagram-Funktion der JPL-SBDB als auch AstroViewer nicht nutzen kann. Es geht mir dabei also um die Frage, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, diese Diagramme anzeigen zu lassen. – Eine weitere Möglichkeit hab ich ja umgesetzt, indem ich ein entsprechendes Bild zusammen gestellt und bei picr hochgeladen habe. Aber das ist ja keine dauerhafte Lösung.

  116. #119 Tina_HH
    26. Juli 2015

    @Hans

    Sofern Du einen neuen Job suchst, wünsche ich dann viel Erfolg. – Solltest Du diejenige sein, die jemanden einstellt, so mögest Du auch die richtige Entscheidung treffen.

    Vielen Dank für die guten Wünsche, kann ich sehr gut gebrauchen. 🙂 Es geht um eine Stelle, die ich gerne hätte und das ist ja bekanntlich um einiges aufregender als selber jemanden auszuwählen…

    Eris ist immerhin rund 15 Milliarden km (oder 96,2 AE) von der Erde entfernt. Da lohnt es sich auch schon fast, mit Lichtstunden zu hantieren…

    Bei der Pluto-Mission wird ja auch immer angegeben, wie lang die Lichtlaufzeit ist und wie lange die Kommunikation dauert. Immerhin 4 1/2 Stunden für eine Strecke. Wodurch man wieder mal die aberwitzigen Entfernungen sehr deutlich vor Augen geführt bekommt.

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