urlaub (Mobile)Es ist Urlaubszeit! Da will man sich entspannen und keine komplizierten Bücher, Zeitschriften oder gar Blog-Artikel lesen. Ich hab mich also mal in einem Zeitschriftenladen umgesehen und überprüft, welche Themen da in den einschlägigen Publikationen als “leichte” Sommerlektüre durchgehen. Meine Recherche kam zu dem Ergebnis, das auf jeden Fall folgende Themen behandelt werden müssen: Abnehmen. Mode. Kochrezepte. Schnulzige Geschichten. (Schlager/Volks)Musik. Und natürlich irgendwas mit Königen und Adel!

Ich möchte in den nächsten Tagen probieren, ein wenig Urlaub zu machen. Und da ich euch in meiner Abwesenheit nicht mit komplizierter Wissenschaft die Erholung verderben möchte, gibt es hier im Blog ab jetzt Boulevard! Ich habe zu jedem der sechs oben genannten Themen einen Artikel vorbereitet (und konnte dabei natürlich doch nicht ganz darauf verzichten, ein wenig Wissenschaft unter die leichte Sommerlektüre zu mischen). Viel Spaß also; schönen Urlaub (falls ihr das Glück habt, Urlaub machen zu können) und bis bald.

Ein Hinweis noch: Dort wo ich bin, habe ich vermutlich keinen bzw. nur sehr sporadischen Internetzugang. Ich habe auch keinen Laptop mit sondern nur mein Smartphone. Ich werde also nicht auf Kommentare/Emails antworten können. Ich werde auch eure Kommentare nicht so schnell moderieren können wie sonst. Wenn einer eurer Kommentare im Spamfilter landet, müsst ihr in den nächsten Tagen leider damit leben.

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Abnehmen und Adel waren in der sommerlichen Boulevard-Ausgabe meines Blogs ja schon an der Reihe. Aber es fehlt auf jeden Fall noch die Schundliteratur! Bzw. “Trivialliteratur”, wie das Genre ja offiziell heißt. Zu Thema hatten wir während meiner Schulzeit sogar mal eine Projektwoche gemacht und ich erinnere mich noch gut (und mit ein wenig Schaudern) an die vielen Jerry-Cotton-Heftchen, die ich damals lesen musste. Und an den Jerry-Cotton-Film, den wir gedreht haben und der hoffentlich nie den Weg von seiner VHS-Kassette ins Internet finden wird…

Meine Recherche im Zeitungsladen hat ergeben, das sich in den Jahren seit damals nicht viel getan hat. Immer noch dominieren die gleichen Themen die Trivialliteratur: Herz & Schmerz, das Liebesleben von Ärzten, Geisterjäger und anderes Horrorzeugs, Soldaten und Agenten, schwere Schicksale und das aufregende Leben des Adels.

Das stellt mich jetzt vor eine schwierige Aufgabe: Ich bin zwar Autor, aber mein Schwerpunkt liegt dann doch eher auf einem anderen Gebiet. Aber es hilft ja nix; es ist Sommer und hier im Blog regiert der Boulevard. Also muss jetzt auch hier die Trivialliteratur stattfinden! Nur: Für welches Genre soll ich mich entscheiden?

Ich habe mich entschieden, die Entscheidung euch zu überlassen! Denn ich habe definitiv nicht vor, einen kompletten Heftroman zu produzieren! Soweit will ich dann doch nicht gehen. Aber für was hat man kreative Leserinnen und Leser? Ich werde also einfach mal einen kurzen Anfang für eine Geschichte schreiben und ihr könnte sie in den Kommentaren nach Belieben fortsetzen! Wer weiß, vielleicht kommt ja am Ende etwas tatsächlich lesbares heraus 😉

Da ich selbst mich gerade im Thüringer Wald aufhalte, habe ich diese Region auch als Schauplatz der Geschichte gewählt (zumindest für den Anfang; wer weiß, wo das alles am Ende noch hin führt). Der Thüringer Wald ist hinreichend romantisch für die Abenteurer liebestoller Förster; es gibt dort genug Kliniken und Sanatorien in denen eine Arztgeschichte stattfinden kann; es gibt genügend Schlösser, Burgen und Adelstitel; der dunkle Wald ist eine potentiell gruselige Bühne für Horrorstories und wer kreativ ist, findet auch Möglichkeiten hier irgendwelche Geschichten mit Soldaten und Geheimagenten stattfinden zu lassen (immerhin stammt ja die Idee zur Atombombe aus dem Thüringer Wald und geheime Nazi-Experimente gab es auch!

Es ist also alles da, um “Das mysteriöse Geheimnis des Thüringer Waldes” zu erforschen!

Kennen sie das mysteriöse Geheimnis des Thüringer Waldes (Bild: Library of Congress, Public Domain)

Kennen sie das mysteriöse Geheimnis des Thüringer Waldes (Bild: Library of Congress, Public Domain)

Los gehts:

“Das mysteriöse Geheimnis des Thüringer Waldes”

Heisenberg? Hat die Frau da eben gerade wirklich “Heisenberg” gesagt? Nicht unbedingt ein Name, mit dem man an einem Montag Morgen am Hauptbahnhof in Eisenach rechnet. Und überhaupt: “Hauptbahnhof”? Das mag zwar hier überall stehen, aber den Trubel den man in einem Hauptbahnhof normalerweise erwarten würde sucht man hier in Eisenach vergeblich. Nur am Bahnsteig gegenüber geht es rund. Dort findet ein heftiger Streit statt bei dem Heisenberg offensichtlich eine wichtige Rolle zu spielen scheint, denn gerade hat die Frau den Namen wieder erwähnt. Eigentlich hat sie ihn dem Mann der das Ziel ihres Ärgers zu sein scheint, ins Gesicht geschrien. Vielleicht sind es ja zwei Physiker auf dem Weg zu einer Konferenz die gerade eine heftige Diskussion über Quantenmechanik führen? Vielleicht geht es aber auch nur um diese Fernsehserie in der die Hauptfigur so heißt wie der berühmte Wissenschaftler. Das kann ich leider nicht beurteilen, denn der Streit findet in einer mir unbekannten Sprache statt. Aber mein Zug lässt leider immer noch auf sich warten und das schreiende Pärchen gegenüber ist die einzige Zerstreuung die am “Haupt”bahnhof von Eisenach derzeit zu kriegen ist.

Jetzt wird die Sache anscheinend auch noch religiös! Die Heisenberg-Tiraden der Frau werden beantwortet der Mann mit schnellen und lauten Sätzen in denen der Name “Luther” immer wieder zu hören ist. Gut, Luther kommt in Eisenach nicht unerwartet. Immerhin befindet sich die Wartburg in der Stadt auf der der Reformator gezwungenermaßen viel Zeit verbracht hat. Aber was sollte eine Diskussion über den Physiker Heisenburg mit einem abtrünnigen Theologen aus dem 16. Jahrhundert zu tun haben? Ob sich auch die Erwähnung von “Luther” auf die gleichnamige Fernsehserie bezieht? Es soll ja Menschen geben, die ihre Serie wirklich wichtig nehmen. Obwohl der Streit dafür langsam wirklich ein wenig zu heftig wird. Der Mann scheint kurz davor zu stehen, handgreiflich zu werden. Er deutet immer wieder auf die Aktentasche in den Händen der Frau, die sie ihm aber offensichtlich auf keinen Fall überlassen will.

Hola! Jetzt probiert er tatsächlich, ihr die Tasche gewaltsam wegzunehmen. Aber sie ist schnell! Sie flitzt durch die Unterführung zu mir hinüber auf meinen Bahnsteig und springt dort in den wartenden Zug. Der Zug, auf den ich auch schon die ganze Zeit warte und den ich während meiner Betrachtung der interessanten Streiterei fast verpasst hätte! Ich schaffe es gerade noch, hinter der Frau durch die sich schon schließenden Türen des Wagons zu schlüpfen. Und während die Bahn langsam aus dem Bahnhof rollt, können wir beide durch das Fenster noch den Mann betrachten, der uns wütend vom Bahnsteig aus hinterher blickt. Beziehungsweise wütend ihr hinterher blickt. Ich hab mit der ganzen Sache ja nichts zu tun! Ich will nur ein paar Stationen weiter fahren und dann meine lange geplante Wanderung auf dem Rennsteig durch den Thüringer Wald beginnen.

Tja. Was soll alles passieren kann, wenn man auf einen Zug wartet! Ich habe keine Ahnung, wie die Geschichte weiter gehen soll. Aber ich hoffe, euch fällt etwas passendes ein. Übrigens: Auch wenn ich tatsächlich gerade am Rennsteig wandere und auch tatsächlich am Bahnhof in Eisenach abgefahren bin heißt das nicht, dass “Ich” in der Geschichte auch ich bin (genaugenommen steht ja nicht einmal das Geschlecht der erzählenden Person fest). Ihr seid also völlig frei, die Story weiter zu entwickeln!

Nur ein paar Hinweise noch: Achtet vielleicht darauf, nicht allzu lange Abschnitte zu schreiben, denn die könnten im Spamfilter festhängen, den ich momentan mangels Internet nicht zuverlässig bedienen kann. Schreibt bei euren Abschnitten am besten auch dazu, auf welchen vorhergehenden Abschnitt ihr euch bezieht. Das macht die Sache später übersichtlicher (und zur Not kann man so auch parallel mehrere Geschichten gleichzeitig schreiben). Achtet bitte darauf, dass das ganze halbwegs normal und jugendfrei bleibt; irgendwelche Gewaltorgien oder Pornos müssen hier nicht entstehen.

Ansonsten hoffe ich, dass ich eine schöne spannende Geschichte zu lesen bekomme, wenn ich das nächste Mal online bin. Ich bin schon sehr gespannt, was das mysteriöse Geheimnis des Thüringer Walds wirklich ist! Wenn sich aus den einzelnen Abschnitten eine gute Story entwickelt haben sollte, werde ich die vielleicht noch ordentlich zusammenstellen und im Blog veröffentlichen. Und wenn keiner Lust hat mitzumachen, dann werde ich mir eben einfach selbst ein ordentliches Geheimnis ausdenken, das man im Thüringer Wald finden kann!

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Die Urlaubsthemen bei Astrodicticum Simplex:

[Abnehmen][Astronomie & Adel][Die Sommergeschichte][Astronomische Mode][Backen mit Planeten][Die Astronomie der Schlagermusik]

Kommentare (620)

  1. #1 Ranthoron
    22. Juli 2015

    Wie üblich zu dieser Zeit ist es warm im Zug. Sehr warm. Geradezu drückend.
    Ich ziehe also das leichte Sommerjäckchen aus und lockere das Hemd, das noch den Duft meines Freundes trägt, bevor ich mich auf die Suche nach einem Sitzplatz begebe.

    Schwitzend trage ich meinen Rucksack den Gang entlang, finde aber überall das gleiche vor: volle Sitze. Mal komplette Familien, die ihre kleinkinder versorgen, mal heiter einander zuprostende Burschen.

    Als ich gerade die Hoffnung aufgeben will, werde ich doch noch fündig. Natürlich im selben Abteil wie die eben so streitlustige Frau.

  2. #2 Oliver
    22. Juli 2015

    Während ich auf dem Weg zum freien Platz den schmalen Gang entlang schreite, darauf achtend nicht über diverse Taschen und Gepäckstücke zu stolpern, fixiert sie mit nervösem Blick die Tür des Zugabteils, die gerade beginnt sich hinter mir zu schließen.

    Im Vorbeigehen denke ich kurz darüber Nach die Frau auf das Geschehene anzusprechen, verwerfe diesen Gedanken allerdings gleich wieder. Ist schließlich nicht mein Bier und mit meinem eingerosteten Englisch würde ich wohl auch nicht weit kommen, falls sie mich überhaupt versteht.

    Als ich mir gerade die Kopfhörer aufsetzen möchte um eine kleine Auszeit von der Welt um mich herum zu nehmen, werde ich unvermittelt von der Frau mit der Aktentasche angesprochen. Sie spricht gutes Deutsch, allerdings mit einem etwas merkwürdigen Akzent, den ich nicht wirklich einordnen kann.

  3. #3 MoJoK
    22. Juli 2015

    Eigentlich wollte ich nur ein entspanntes Wochenende mit meinem Liebchen verbringen, Thüringen, Eisenach, die Wartburg, auch Luther ist schon einmal drüber geflogen.
    “Der alte Glaubensgerüstrüttler, der Hund, was hat er nur dort gesehen, empfunden, was sich mir bis jetzt verschließt. Vielleicht war er ja wirklich der neue Prophet und die Wartburg, der jetzige Berg Mose.”
    Meine Seele an meiner Seite störte meine quasi Besessenheit von diesem Ort, seitdem ich Ihr erzählte das wir in die Grüne Lunge des Reiches wollten, ich spürte es. Ich konnte Ihre Gedanken förmlich kreisen sehen: “Luther wäre ein Ketzer gewesen, hätte alle seine Nächsten verraten und musste ins Exil flüchten. Wer wahres spricht muss sich doch nicht verstecken. Kläffer!”
    Oh, der Zug wird langsamer. “Ah wie wunderbar, Eisenach, endlich da”, allein die Luft, das Panorama, die durchs Fenster strömen, ich wünschte du an meiner Seite, könntest es genau so schön empfinden hier wie ich…

  4. #4 CC-103
    22. Juli 2015

    Bezieht sich auf #2

    Vielleicht ist es ja ein etwas verkorkster französischer Akzent? Egal. Sie offenbart mir, dass sie gesehen hat, wie ich den Streit beobachtet habe, ich frage si, worum es denn eigentlich ging, und sie erzählte mir, dass sie eine Nachfahrin des brühmtne Physikers sei, und dieser ihr Aufzeichnungen vermacht hat, in denen Geheimnisse und Pläne zu Technologien, die auf der Unschärferelation basieren, stehen, mit denen man …

  5. #5 Samira
    22. Juli 2015

    … theoretisch die exotische Materie herstellen könnte die laut der aktuellen Physik bräuchte um ein Wurmloch zu stabilisieren. Ein komplett neuer Teilchenzoo! Und nicht nur das. Sie erzählte auch noch das laut den Aufzeichnungen Luther kein Mensch war, sondern durch ein solches Wurmloch gekommen wäre. Ich habe das natürlich sofort als Unsinn abgetan und überlegte gerade wie ich aus dieser absurden Situation möglichst elegant herauskomme als plötzlich …

  6. #6 Oliver
    22. Juli 2015

    #5
    … eine voluminöse basslastige Stimme durch’s Abteil donnert, die zu einem nicht minder voluminösen Schaffner gehört, der soeben das Abteil betritt: “Meine Damen und Herren, die Fahrkarten bitte!”.
    Mitten im Satz stockt meinem Gegenüber plötzlich der Atem und ihr weicht jegliche Farbe aus dem Gesicht. Sie wirkt nun als wolle sie auf der Stelle im Erdboden versinken …

  7. #7 Tina_HH
    22. Juli 2015

    … der Zug unerwartet beginnt abzubremsen. Die Bremsen quitschen fürchterlich und dann steht der Zug ganz plötzlich auf freier Strecke. Wir befinden uns in einem dichten Wald und draußen dämmert es bereits. Ein unheimliches Licht dringt durch die verschmutzten Scheiben. Die Frau beginnt fast unmerklich zu zittern. Sie blickt mich mit einem verzweifelten Ausdruck in ihren Augen an und sagt leise zu mir: “Oh mein Gott, jetzt beginnt es. Das Licht! Sehen Sie es? Es fängt an…

  8. #8 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Plötzlich ist ganz still im Zug. Der Schaffner, der eben noch so lautstark die Fahrkarten verlangte, ist verschwunden. Die wenigen anderen Fahrgäste im Abteil sehen still und bleich aus dem Fenster. Und nun sehe auch ich es plötzlich ganz deutlich: Das Licht, aschgrau, mit einem rosigen Kranz, wie gewunden um etwas, das wie eine Öffnung im Himmel aussieht, direkt über den finsteren Tannen. Ein leises Sirren erfüllt die Luft und durchdringt die lastende Stille im Abteil. Die Frau beginnt zu weinen und ergreift zitternd meine Hand.
    “Ich habe es gewusst. Immer gewusst. Sie kommen. Wir sind alle verloren, wenn wir nicht sofort…”

  9. #9 Samira
    22. Juli 2015

    “… den Zug wieder zum Laufen kriegen. Wir müssen hier weg bevor die Gravitationswellen durchkommen und uns alle zermalmen”. “Welche Gravitationswellen?”, fragte ich, doch die Frau war schon auf dem Weg ins Führerhaus. Rücksichtslos bahnte sie sich einen Weg durch die anderen Fahrgäste die, bis auf ein paar Teenies die weiterhin unbeeindruckt auf ihre Smartphones starrten, alle mit großen Augen den Himmel beobachteten. Das Licht schien heller zu werden. Ich beschloss der Frau zu folgen. Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht. Ich arbeitete mich zur Lok vor und da erwartete mich ein ganz erstaunlicher Anblick…

  10. #10 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Die Bahngleise enden im Nichts. Vor der Lok klafft ein Abgrund, so tief, dass der Boden nicht zu sehen ist. Ich beginne zu begreifen, warum der Zug so plötzlich abgebremst hat. Nur ein paar Meter weiter und der Abgrund hätte uns aufgesogen und zertrümmert. Eine Weiterfahrt ist unmöglich.
    Der Lokführer ist nirgends zu sehen. Wir sind allein. Die Frau scheint sich wieder etwas gefasst zu haben. Sie sieht mich mit ihren großen blauen Augen fragend an. Doch ich weiss im Moment auch nicht weiter.
    Und dann wird auch das Sirren immer lauter. Das Licht beginnt zu pulsieren, wechselt von aschgrau zu rosa, dann zu türkis. Langsam bekomme ich Panik…

  11. #11 Samira
    22. Juli 2015

    Ein Ruck schien durch sie zu gehen. “Raus hier! Schnell!” zischte sie mir zu. Dann lauter, “Alle raus hier! Rennt um euer Leben!”. Noch während sie das rief löste sie bereites die hydraulische Verriegelung der Tür die zischend auffuhr. Mit einem Satz, die Aktentasche fest vor die, äußerst attraktive Brust gepresst (Seltsam was einem in solchen Momenten auffällt) sprang sie auf das Gleisbett und begann zu rennen als wäre der Teufel hinter ihr her. Sie warf einen Blick zurück als ob sie sich vergewissern wollte das die Leute (oder ich?) ihr folgen. Ein Fehler. Sie stolperte und schlug lang hin.

    Niemand schien ihre Warnung ernst zu nehmen. Alle schauten immer noch wie hypnotisiert in den Himmel. Ich beschloss meiner Panik nachzugeben. Dieses Ding am Himmel jagte mir eine Heidenangst ein. Als ich die Frau erreichte die sich mittlerweile aufgerappelt hatte, keine 200 Meter vom Zug entfernt, zerquetsche es plötzlich den Zug und die nähere Umgebung als wäre die Faust Gottes niedergefahren. Metallteile, Steine und Holzsplitter flogen durch die Luft und zerfetzten alles das sie trafen. Wie durch ein Wunder…

  12. #12 Tina_HH
    22. Juli 2015

    …trifft uns keines der Geschosse, die durch die Luft fliegen. Um uns herum detonieren die Überreste des Zuges und schlagen wie Meteoriten ein. Der Lärm ist unbeschreiblich. Das Licht pulsiert immer schneller und ich frage mich, ob wir das hier wohl überleben werden.
    “Wir müssen sofort in den Wald!” ruft sie mir zu und zerrt an meinem Ärmel. Ich rappele mich auf, noch ganz benommen von dem Getöse um uns herum. Die Erde scheint zu beben und alles um uns herum beginnt zu schwanken. Wir laufen auf den Wald zu, als plötzlich…

  13. #13 Samira
    22. Juli 2015

    … alles still wurde. Bis auf ein leises Knistern sich abkühlenden Metalls und zu Boden rieselnden Tannennadeln war nichts mehr zu hören. Keine Vögel, keine Schmerzensschreie. Wir blieben stehen.

    “Die sind alle tot.”, dachte ich. Zerquetscht von einer unbegreiflichen Gewalt. Einfach so. Tot. Ich schluckte.

    “Was zum Teufel war das??”. “Eine Gravitationswelle”, sagte sie. “Und es werden noch heftigere kommen. Sagt Ihnen der Begriff ‘Tunguska’ etwas?”. Ich nickte. “Da kam damals nur eine kleine Sonde durch. Dieses Ding da”, sie zeigte auf den Himmel, “ist wesentlich größer. Wir müssen weg!”

  14. #14 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Eine Sonde? Ich bin verwirrt. Ich dachte, Tunguska sei ein Meteoriteneinschlag gewesen. Aber egal, jetzt ist nicht die Zeit für grundsätzliche Überlegungen. Jetzt ist die Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
    Wir hetzen weiter in den dichten Wald hinein. Hier unter den riesigen Tannen ist es plötzlich viel dunkler als vorher und das einzige Licht, das zu uns durchdringt, stammt von dem immer noch pulsierenden und rotierenden Ungetüm am Himmel.
    “Von was für einer Sonde haben Sie eben gesprochen?” frage ich endlich völlig außer Atem. Sie wirft mir einen undefinierbaren Blick zu, ihre blauen Augen leuchten in dem Zwielicht.
    “Das ist nicht so einfach zu erklären. Aber ich habe alle Unterlagen in meinem Koffer und wenn wir die nächsten 10 Minuten überleben und weit genug weg sind von dem EREIGNIS, werde ich versuchen, es dir zu erklären. Kennst du dich mit Physik aus?

  15. #15 Samira
    22. Juli 2015

    Wir rannten. Zuerst durch den dichten Tann, dann fanden wir einen Waldweg und folgten ihm. Meine Gedanken rasten. “Wieso hier? Warum nicht Washington? Oder Moskau, Peking, New York, Berlin? Oder Johannisburg wie in dem Film? Und wer steckte dahinter? Zeitreisende? Aliens? Und wenn Zeitreisende von wann? Und wenn Aliens von wo?”.

    An einer Gabelung des Weges hielten wir kurz inne. Ich bin nicht gerade der fitteste, mein Atem raste und mein Herz klopfte wie von Sinnen vor Anstrengung.

    “Was soll das alles?”, keuchte ich ich. “Sie wollen die Tasche.”

  16. #16 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Trotz des ganzen Chaos, das wir gerade erlebt haben, muss ich plötzlich an Kommentare denken, die in der Moderation hängen geblieben sind. Wie kommt man nur auf solche nebensächlichen Dinge, wenn um einen herum gerade scheinbar die Welt untergeht?
    “Erklär mir jetzt sofort, was los ist. Ich muss es wissen, auch wenn es furchtbar ist.” sage ich zu ihr und halte sie am Arm fest.

  17. #17 Samira
    22. Juli 2015

    * * * *

    Ich wusste es ist gefährlich die Unterlagen meines Ur-Ur-Ur-Großvaters aus dem Bleicontainer zu nehmen aber was hätte ich machen sonst sollen? SIE waren auf meiner Spur, das spürte ich im tiefsten Innern. Mein Adoptivvater war dagegen. Er meinte es sei unverantwortlich, die Menschheit sei noch nicht bereit. Ich meinte es besser zu wissen. Hatte ich recht? Nun stand ich mitten im tiefsten Thüringer Wald, wusste nicht wo ich bin, zusammen mit einem Mann der mich fragend ansah. “Erklär mir jetzt sofort, was los ist. Ich muss es wissen, auch wenn es furchtbar ist.” sage er zu mir und hielt mich am Arm fest. Wo fange ich nur an?

  18. #18 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Das unheimliche Sirren hat aufgehört. Um uns herum ist es nun ganz still und fast dunkel. Warum sagt sie nichts? Ich würde gerne wissen, was ihr durch den Kopf geht. Oder vielleicht auch lieber nicht, denn im Grunde habe ich Angst vor der Antwort. Das hier kann eigentlich nicht gut ausgehen. Oder vielleicht doch?
    “Sie wollen die Tasche” hatte sie gesagt. “Was ist in der Tasche? Was hat Heisenberg damit zu tun? Und wer war der Mann am Bahnhof?” frage ich schliesslich doch, noch immer außer Atem. Ich bin auf das Schlimmste gefasst…

  19. #19 Herbert
    22. Juli 2015

    #17
    plötzlich taucht aus dem Chaos um uns herum eine Gestalt aus dem Nebel auf und ruft uns an: “Luther? Luther! Where art thou?” Bist du es, Luther?”
    Meine Gedanken rasen. Was hat Luther mit der Aktentasche dem Sirren, dem Chaos und der Erbin Heisenbergs zu tun??
    In dem Augenblick…

  20. #20 Herbert
    22. Juli 2015

    #18
    ..erschüttert eine erneute Explosion den Thüringer Wald und ein enormer Lichtblitz durchzuckt die Szenerie.
    Die aus dem Nebel sich materialisierende Gestalt verschwindet im Quantenschaumgemurmel: “Luther, Luther, we need…”

  21. #21 Samira
    22. Juli 2015

    Wir waren weit genug vom Portal entfernt hoffte ich. Zumindest für jetzt und ich glaubte er verdiente eine Erklärung. Auch wenn er sie nicht glauben würde. “Ich erwähnte bereits, dass Luther kein Mensch war.”, er nickte. “Nun, er war nicht der einzige. Jesus, Mohammed, Hahnemann, George W. Bush und viele mehr. Keine Menschen. Sie wurden über viele Jahrhunderte zu uns gesandt um die Menschheit zu teilen und in Dummheit, Aberglauben und uneins zu halten. Durch solche Tore wie das oben.”. Ich zeigte auf das Portal. Das nicht ganz geklappt.” Er lächelt. “Michael Jackson auch?”, sagte er, wohl scherzhaft gemeint und ich nicke. “Ja. Aber nicht von denen die uns Böses wollen. Nicht von denen die jetzt kommen werden um uns, ich weiß nicht, zu unterwerfen? Zu vernichten? Auf jeden Fall haben sie nichts gutes im Sinn.”

  22. #22 Samira
    22. Juli 2015

    @herbert machst du bitte deine eigene storyline auf? Tina und ich haben hier was am laufen.

  23. #23 Tina_HH
    22. Juli 2015

    Ich höre plötzlich merkwürdige Stimmen und Rufe. “Luther?” Wahrscheinlich bin ich kurz davor, den Verstand zu verlieren – was in Anbetracht der Geschehnisse der letzten Stunde auch nicht wirklich verwunderlich wäre.
    “Auf jeden Fall haben sie nichts gutes im Sinn.”
    Mir wird schwindelig. Ich wusste, ihre Antwort konnte nur schrecklich sein. Mir wird schwarz vor Augen, ich falle auf den weichen Waldboden, alles um mich herum dreht sich und dann bin ich plötzlich ganz woanders, ganz weit weg, ich sehe Sterne. Bin ich noch auf der Erde? Oder im Weltraum? Ich weiss es nicht, aber für den Moment ist mir das egal.

  24. #24 Herbert
    22. Juli 2015

    @#21 nehmt euch doch bitte ein Zimmer!

  25. #25 Herbert
    22. Juli 2015

    #22
    Blaue Engel mit rosa Flügeln tragen mich durch wunderweiche Watte. Luther spricht mich an: “Heda, wundersames Wesen. Was ist mit meinen Thesen?”
    Grüne Kobolde tanzen ihren Namen, irisierende Lichter schreiben merkwürdige Nachrichten in den Himmel. Den Himmel.
    Himmel, wo bin ich?

  26. #26 Steffmann
    23. Juli 2015

    @einfach so+

    Das Plus hat was. Tina auch. Der Rest, eher nicht.

  27. #27 Hans
    23. Juli 2015

    #22 Samira

    @herbert machst du bitte deine eigene storyline auf? Tina und ich haben hier was am laufen.

    Das sehe ich auch so. Das liesst sich so aufeinander abgestimmt, wobei sich mir zum Schluss dann auch noch der Eindruck aufdrängte, dass die beiden jeweils aus einer Perspektive schreiben; Samira die Rolle der unbekannten Frau und Tina_HH die Figur aus Florians Einleitung schreibt, die sie inzwischen zu einem Mann gemacht haben.
    Ich weis nur noch nicht, ob mir die Richtung “Science-Fantasy” in dieser Form gefällt. – Wenn nicht, dann mach ich vielleicht doch noch einen eigenen Plot oder eine eigene Storyline auf, obwohl ich eigentlich gar keine Zeit dafür habe…
    —–
    Ach ja, dann wollte ich noch anmerken, dass ich allwissende Erzähler gegenüber den Ich-Erzählern vorziehe, weil ich glaube, dass sich damit mehrere Spannungsbögen aufbauen lassen, die sich im Verlauf der Handlung abwechseln und / oder ergänzen können. Zum Schluss sollten aber alle in einer finalen Situation / Szene (oder einem finalen Kapitel) zusammen laufen und aufgelöst werden. Dadurch wird einerseits die Handlung vielschichtiger, weil man mehrere parallel verlaufende Stränger eröffnen kann. Andrerseits kann man auch einzelne Figuren vielschichtiger gestalten und den Lesern dadurch zumindest auch (intellektuelles) Verständnis für Antagonisten und ihr denken / fühlen / handeln abringen, auch wenn es in jeder Hinsicht fürchterliche, d.h. furchterregende Gestalten sind. – Zumindest, wenn sie gut durchdacht sind kann man als Leser/in verstehen, warum sie so sind wie sie sind und das tun, was sie tun. Man muss es aber nicht teilen oder gut heissen. (Soll man bei Antagonisten ja auch nicht, sonst wären es ja keine.)
    Das gleiche gilt noch mehr für die Protagonisten, vor allem, wenn es mehrere sind. Schliesslich sollen sich die Leser (m/w) ja auch mit den Protagoisten identifizieren können. Diese Identifikation bzw. das tiefere Verständnis für den einen oder die andere Protagonistin (die nicht die erzählende Figur ist) erreicht man bei Ich-Erzählern AFAIK nur durch geschickte Dialoge. Alles Andere, insbesondere die Gefühlswelt einer anderen Figur bleibt dagegen im subjektiven Erfahrungsbereich der erzählenden Figur. Und dann kann es ja auch mal vorkommen, das es Spannungen zwischen den Protagonisten gibt. Die kann man mMn durch einen allwissenden Erzähler besser darstellen, als durch einen Ich-Erzähler. Etwa wenn sie zwar für die gleiche Sache sind bzw. das gleiche Ziel haben, aber unterschiedliche Ansichten darüber vertreten, wie das Ziel am besten zu erreichen ist. Oder wenn ein Prota irgend eine Macke hat, die einem anderen auf den Keks geht.

  28. #28 Herbert
    23. Juli 2015

    #21/27 ja. genau. Wenn das ernst gemeint ist, dann seid ihr die Ober-Spassbremsen! Das lustige hier ist ja eben das “Stille-Post-Prinzip”. Und JEDE(R) darf mitschreiben.
    Wenn ihr´”was am laufen habt”, macht doch euren eigenen Blog!
    Mähhh – ich bin raus!
    (*eigenes Schmähwort einsetz*)

  29. #29 Florian Freistetter
    23. Juli 2015

    @Herbert, @Alle: nicht streiten. Es soll hier jeder mitschreiben können. Und wenn man Rücksicht aufeinander nimmt und die Geschichten gemeinsam vorwärts bringt, haben alle den meisten Spaß daran.

  30. #30 Braunschweiger
    23. Juli 2015

    @Hans: Die Rolle des allwissenden Erzählers gefällt mir meistens nicht so gut, weil ich es als spannender empfinde, wenn jemand Erlebtes aus seiner persönlichen Perspektive mitteilt. Falls ein Gott-Erzähler in die Schilderung eines Innenerlebnisses übergeht, frage ich mich meistens: woher weiß der das, hat er mit der Person gesprochen? Auch beschuldige ich ihn meistens a la “warum hat er mir das vorenthalten und nicht gleich erzählt?” – Diese Rolle hat mir Karl May in meiner Jugendliteratur verleidet, der neben dem All-Erzähler oft auch die Ich-Hauptperson darstellte und zudem viele oft arrogante Bewertungen abgab, die ich heute als agitativ empfinde.

    Sehr schön finde ich den Ich-Erzähler, der aus der Rückschau erzählt (trotzdem oft im Präsens) und die Geschichte schon kennen muss, aber aus Rücksicht auf den Leser eine sortierte Reihenfolge einhält und “Spoiler” vermeidet. Und das am liebsten aus der Position eines “vernunftbegabten” Sidekicks im Umfeld der Hauptrolle, wie etwa Watson bei Sherlock Holmes, oder der Unbekannte Freund in E.A. Poes Dupin-Geschichten. Oder eben aus der Sicht einer Frau. Allerdings vermeide ich Romanzen, Rosarot Pilcher und Co. Die Ich-Perspektive ist gut für erlebnisintensive Trivialgeschichten, die sind aber auch nicht gerade mein Leseziel. Einzige Ausnahme guckenderweise ist “Pulp Fiction”.

    Genial allerdings, wenn der Autor ein allwissender “Herausgeber” ist und die jeweiligen Rollen in ihren (völlig unterschiedlichen) Ich-Perspektiven erzählen lässt, und wenn diese dann sogar durch verschiedene reale Autoren geschrieben werden.

  31. #31 Ranthoron
    23. Juli 2015

    #23 Ich blinzle noch ein paarmal, und da stehe ich wieder im Wald. Obwohl die Bäume plötzlich mit glitzernden Tautropfen übersät scheinen? Unwillkürlich greife ich nach der Frau, um nicht wieder hinzufallen, wenn ich aufstehe.
    “Am besten gehen wir langsam weiter, und Sie erzählen wärenddessen. Fangen wir mit Ihrem Namen an. Ich heiße übrigens…”

  32. #32 Hans
    23. Juli 2015

    @Braunschweiger, #30

    @Hans: Die Rolle des allwissenden Erzählers gefällt mir meistens nicht so gut, weil ich es als spannender empfinde, wenn jemand Erlebtes aus seiner persönlichen Perspektive mitteilt. Falls ein Gott-Erzähler in die Schilderung eines Innenerlebnisses übergeht, frage ich mich meistens: woher weiß der das, hat er mit der Person gesprochen? … Diese Rolle hat mir Karl May in meiner Jugendliteratur verleidet, der neben dem All-Erzähler oft auch die Ich-Hauptperson darstellte und zudem viele oft arrogante Bewertungen abgab, die ich heute als agitativ empfinde.

    Interessant, da sieht man mal wieder die unterschiedlichen Geschmäcker.
    Warum ich den allwissenden Erzähler mag, sollte aus meinen Ausführungen in #27 eigentlich klar ersichtlich sein. Und um die Frage zu beantworten woher der die Gefühlswelt einer Person kennt? – Nun ja, als Autor/in hat man die Figur ja erschaffen, weis also auch alles über sie. Im Falle von Fantasy oder SF kann man als Autor/in auch tatsächlich ein bisschen mehr Gott spielen, weil man die ganze Welt oder das ganze Universum noch mit erschafft, in dem die Handlung stattfindet. – Das hat einen gewissen Reiz, finde ich.
    Meine Lieblingsbeispiele für gute allwissende Erzähler sind die Sternenkronen Saga (Crown of Stars) von Kate Elliott und der “Aurian-Zyklus” (“Die Artefakte der Macht” bzw. “The Artefacts of Power”) von Maggie Furey. Keine Ahnung, ob Du die kennst; sie sind auf Deutsch mittlerweile OOP, was in diesem Fall Out Of Print bedeutet, und bestenfalls noch antiquarisch oder auf Flohmärkten zu kriegen. Auf Englisch könnten sie noch zu regulär haben sein. Beide Reihen zeichnen sich durch mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge aus. Bei Maggie Furey sind es 5, wenn ich mich recht erinnere, und bei Kate Elliott können es teilweise auch bis zu 10 sein. Hab das nicht so genau gezählt.

    Passend fand ich den Ich-Erzähler (bzw. die Ich-Erzählerin) bei den Tributen von Panem, weil da aus der Perspektive der Heldin erzählt wird. Andererseits hätte es mir manchmal besser gefallen, wenn man auch mehr übere die Gefühlswelt der anderen Hauptfiguren (also Peeta und Gale) erfahren hätte. Eine andere Interessante Variante, wo ich mich inzwischen an die Ich-Erzähler gewöhnt habe, ist die “Schwestern des Mondes” Reihe von Yasemine Galenorn. Die handelt von 3 ungewöhnlichen Schwestern, die sich mit dem erzählen abwechseln. Das fängt mit der Ältesten an, dann kommt die Mittlere und schliesslich die Jüngste. So zieht sich das durch mittlerweile 15 Bände.

    Jetzt noch kurz zu Karl May: Als ich davon ein paar Bücher gelesen habe, hab ich auf solche Dinge wie Wertungen durch den Erzähler noch nicht geachtet oder diese einfach als gegeben hingenommen. Aber ich glaube, sowas kommt mittlerweile auch bei der professionellen Literaturkritik nicht mehr gut an.

  33. #33 Tina_HH
    23. Juli 2015

    Äh, gehts hier nun eigentlich darum, gemeinsam eine Geschichte zu schreiben oder darum, dass jeder mal schreibt, was er am liebsten liest und so allgemeinn für literarische Vorlieben hat??
    Letzteres könnte man meiner Meinung nach nämlich auch sehr gut im Verschwörungsgeplauder-Thread unterbringen…

  34. #34 Braunschweiger
    23. Juli 2015

    Nöö äh, Hans und meiner einer sind durchaus beim Thema, im Workshop-Modus. 🙂 Wenn es schon mindestens zwei Story-Lines gibt, dann geht das hier auch. Es steht dir frei deinen Post mit “Fortsetzung von @XX #NN…” zu beginnen, und es läuft. 😉
    Hans und ich werden vermutlich nicht bei den vorhandenen Lines stören…#

  35. #35 Samira
    23. Juli 2015

    #21

    Ich sah im in die Augen. Eine ganze Reihe von Emotionen huschte durch sein Gesicht. Unglauben. Spott. Zweifel. Dann drehte er sein Gesicht zum Himmel. Jetzt war es Angst. Er wendete sich wieder mir zu. “Aliens? Aber das kann doch nicht…”.

    * * * *

    Ich war 24 als ich an der Uni Jena anfing Physik zu studieren. Ich war damals das was man ein “hässliches Entlein” nennt. Etwas dicklich, große runde Brille und eine etwas unvorteilhafte Frisur- und Kleidungswahl machten mich in den Augen der männlichen Studenten nicht unbedingt attraktiv. Mein Name sorgte natürlich auch für Spott. “Unscharf” nannten sie mich. Haha, Spitzenwitz. Was konnte ich dafür von einem der berühmtesten Physiker aller Zeiten abzustammen? Und dann die Professoren. Einerseits erwarteten sie von mir, dass ich ob meiner Familiengeschichte stets Spitzenleistungen erbringe. Doch wenn ich eigene Ideen einbrachte und darauf bestand sie experimentell zu verfolgen, nannten sie mich verBohrt. Noch so ein Beispiel verkorksten Physiker-Humors. Es war hart, doch ich biss mich durch, graduierte und arbeite für einige Zeit als Postdoc. Dann kam der Tag als …

  36. #36 MoJoK
    24. Juli 2015

    Was’n hier los?

    Ich hab grad nicht die Zeit, aber misch auch gerne nochmal mit.

    Das eine ist n Tagtraum auf der Fahrt nach Eisenach und das andere geht danach weiter, dacht ich mir so. Vielfalt macht die Geschichte halt bunt.

    Macht doch mal die Erklärungen in nen extra Thread, Herr Admin bitte, meinetwegen darf die Storyline bleiben 😛

  37. #37 Klaus
    24. Juli 2015

    Und dann treff’ ich am Zeitungskiost auf meine alte Jugendfreundin Agnes aus den Fifties, die sich wundert: “Immer noch dominieren die gleichen Themen die Trivialliteratur: Herz & Schmerz, das Liebesleben von Ärzten, Geisterjäger und anderes Horrorzeugs, Soldaten und Agenten, schwere Schicksale und das aufregende Leben des Adels.”
    Und ich, in den Siebzigern Karl-Kraus-Leser, aber heute Abstinenzler von bunt bedrucktem Papier, entgegne voller Inbrunst: “Und immer noch nennen sich die Vollschreiber von diesem Papier-Zeug: Journalisten, …und sind noch stolz darauf, diese….”
    Und dann trennten wir uns, sie wollte in den Harz, ich nach Amerika.

  38. #38 Hans
    25. Juli 2015

    @Braunschweiger, #34
    “Workshop-Modus. ” – Ja, das trifft es wirklich gut. 🙂

    @Tina_HH & Samira:
    Seid Ihr jetzt aus dem Tritt gekommen, oder was? – Meinetwegen könnt Ihr Eure Storyline ruhig fortsetzen. Ihr solltet Euch auf gar keinen Fall von meinen und Braunschweigers Workshop-Kommentaren stören lassen! – Was allerdings nicht heisst, dass Ihr nichts Workshopmässiges Beitragen dürft. Im Gegenteil, wenn Ihr auch dazu was beizutragen habt, dann nur zu!

  39. #39 Samira
    25. Juli 2015

    #35

    … ich erfuhr was es mit dem Familienerbe auf sich hatte. Mein “richtiger” Vater starb bei einem Autounfall als ich klein war. Meine Mutter bei meiner Geburt. Wäre Fabian Freihstampfer, mein Adoptivvater und Kollege meines Vaters nicht gewesen wäre ich wohl im Waisenhaus gelandet. Bis dahin wusste ich zwar, dass die beiden an der Universität zusammen gearbeitet hatten, mein leiblicher Varer als Teilchenphysiker und mein Adoptivvater als Astronom, aber nicht genau worüber. Das änderte sich als Fabian eines Tages zu mir kam und mir die Tasche mit einem kargen Kommentar übergab. “Die Arbeit deines Vaters und mir.”, sagte er. “Du bist jetzt reif genug um zu verstehen.”

    Neugierig öffnete ich die Messingverschlüsse, entnahm die handbeschriebenen Seiten und begann zu lesen.

  40. #40 Samira
    27. Juli 2015

    Meh. Liest hier überhaupt noch jemand?

  41. #41 CC-103
    27. Juli 2015

    Offenbar nicht …

  42. #42 Hans
    27. Juli 2015

    #40 Samira

    Meh. Liest hier überhaupt noch jemand?

    Ja klar!
    Ich vermute ja auch, dass Ihr (Du und Tina_HH) die Geschichte schon viel weiter gedichtet habt, als hier bisher zu lesen ist. Und auch wenn ich mich weiter oben eher kritisch geäussert habe, so hab ich dennoch verfolgt, was Ihr Euch so ausgedacht habt. Und das werde ich auch weiter verfolgen.

  43. #43 Tina_HH
    27. Juli 2015

    @Samira
    @Hans
    Ich lese auf jeden Fall noch mit, hab aber im Moment leider keine Zeit, was zu schreiben. Falls sich das demnächst ändern sollte, schreibe ich auch gerne wieder weiter an der Geschichte mit (ausreichende Inspiration vorausgesetzt – soll ja laut Florian Trivial-Literatur sein 😉 ).
    Aber vielleicht finden sich ja auch noch andere tapfere Schreiberlinge?

  44. #44 gaius
    27. Juli 2015

    Ich lese auch mit 🙂 Bin aber leider nicht so schreibbegabt wie ihr …

  45. #45 Samira
    27. Juli 2015

    #39

    Ich brauchte einige Zeit um zu verstehen was in den Papieren beschrieben wurde. Die Mathematik war… komplex um es höflich auszudrücken. Ein Teil der Formeln schien das zu beschreiben was man heute als das Standardmodell kennen. Ein anderer Teil das was heute Supersymetrie heißt. Doch ein großer Teil blieb mir zunächst unverständlich. Ich zermarterte mir den Kopf. Tagelang. Nächtelang.

    Irgendwann stand ich nach einer durchgemachten Nach unter der Dusche und versuchte meinen Kopf freizumachen. Und da machte es auf einmal Klick. Ein klassischer Heureka!-Moment. Ich wollte gleichzeitig lachen und weinen. Wie konnte ich nur so blind sein?

    Laut den Gleichungen gab nicht nur die Supersymmetrie nach der es für jedes bekanntes Teilchen ein Partnerteilchen mit entgegengesetztem Spin gibt. Es ging weit darüber hinaus. Hypersymmetrie! Das Universum hat zwei Seiten! Wie ein Moebius-Band und man kann von einer Seite auf die andere wechseln…

  46. #46 Samira
    27. Juli 2015

    … und es überleben. Vorausgesetzt man hätte einen Beschleuniger mit der Energie einer Sonne und dem, grob gerechnet, dreifachen Durchmesser der Erde könnte man theoretisch die Teilchen erzeugen die man braucht um ein schwarzes Loch einzufangen, zu stabilisieren und an sogenannten Lagrange-Punkten um das Loch ein Portal zu etablieren das auf die andere Seite des Bandes führt. “Absurd.” “Verrückt.” “Absolut unmöglich.” “Du spinnst doch!”, das waren noch die harmlosesten Gedanken die mir nach meinem Geistesblitz kamen. Doch eine Woche harter Arbeit später konnte ich noch immer nichts finden was meiner Theorie widersprach. Ich war fiebrig. Meine Augen so rot als hätte ich 3 Gramm Schwarzer Afghane auf einmal geraucht. Meine Haare so wirr als wollte ich Tim Minchin Konkurrenz machen. Gerade als ich einen Schluck Kaffe nehmen wollte klopfte es an meiner Tür.

    Ich wollte nicht öffnen. Ich hatte keine Zeit! “Geh weg!”, rief ich entnervt. Doch der Klopfer, wer immer er auch war gab nicht auf. Nach einigen Minuten resignierte ich und schaute durch den Türspion. Mein Ziehvater. Und ein anderer Mann dessen Gesicht mir sehr bekannt vorkam.

  47. #47 Samira
    27. Juli 2015

    “Ich sehe du arbeitest.”, sagte Fabian mit spöttischem Unterton als er eintrat und sich das Chaos aus Pizzaschachteln, halbleeren Fünf-Minuten-Terrinen, dreckigem Geschirr, Ausrucken und vollgekritzeltem Papier betrachtete. “Was glaubst du denn?”, schnappte ich zurück. “Du gibst mir etwas was die Welt revolutionieren könnte, ein verficktes Parallelunversum verdammt noch mal! Wieso hast du mir nicht früher…”. Er unterbrach mich. “Du warst noch nicht soweit. Aber ich wusste du würdest dahinterkommen. Eigentlich bin ich aber nicht deshalb hier. Ich… wollte dir jemanden vorstellen.”. Sein Blick wanderte zu dem Mann mit dem vertrauten Gesicht. “Stefanie, das hier ist…”.

    “Martin Luther.”, ich schrie fast. “Himmelherrgotnocheins. Das ist Martin Luther!”. Ich sah zu Fabian. Der nickte nur. Und dann wurde mir schwarz vor Augen.

  48. #48 Samira
    27. Juli 2015

    Einer meiner drei neuen Absätze ist in der Moderation hängengeblieben. Nicht wundern, Florian schaltet ihn bestimmt bald frei.

  49. #49 Steffmann
    27. Juli 2015

    @Samira:

    Also mal im Ernst. Auf was willst Du denn eine Antwort ? Auf die kläglichen Versuche Prosa zu sschaffen ? Du schreibst einen Wissenschaftsblog mit deiner persönlichen Weltanschaung voil und willst Anerkennung ?. Na sauber.

    Was mir gefällt, du gehst sehr selbstbewusst an die Themen ran. Was mir nicht gefällt, due hast keine Ahnung und tust aber so als ob. Hinzu kommt, dass du das Thema verfehlt hast.

  50. #50 Steffmann
    28. Juli 2015

    … ich erfuhr was es mit dem Familienerbe auf sich hatte. Mein “richtiger” Vater starb bei einem Autounfall als ich klein war. Meine Mutter bei meiner Geburt. Wäre Fabian Freihstampfer, mein Adoptivvater und Kollege meines Vaters nicht gewesen wäre ich wohl im Waisenhaus gelandet. Bis dahin wusste ich zwar, dass die beiden an der Universität zusammen gearbeitet hatten, mein leiblicher Varer als Teilchenphysiker und mein Adoptivvater als Astronom, aber nicht genau worüber. Das änderte sich als Fabian eines Tages zu mir kam und mir die Tasche mit einem kargen Kommentar übergab. “Die Arbeit deines Vaters und mir.”, sagte er. “Du bist jetzt reif genug um zu verstehen.”

    Neugierig öffnete ich die Messingverschlüsse, entnahm die handbeschriebenen Seiten und begann zu lesen.

    Jetzt verstehe ich die Geschichte langsam. Florian, in welcher Besenkamer hast du Samira gezeugt ? *lach*

  51. #51 Samira
    28. Juli 2015

    Als ich wieder zu mir kam und blinzelnd meine Augen aufschlug blickte ich in zwei besorgte Gesichter. “Steffi, bist du ok?”. “Ja, ja, ich bin bloß erschöpft”. Ich richtete mich auf. Dann wurde mir bewusst was gerade passiert war. Luther. Martin Fucking Luther! In meiner Wohnung. Am liebsten hätte ich mich wieder in die Bewusstlosigkeit zurückgezogen.
    “Wie”, stotterte ich. “Wie kann das sein? Dieser Mann sollte seit Jahrhunderten tot sein!”. Mein Ziehvater warf einen Blick auf Luther. “Da wo ich herkomme”, sagte der mit einer erstaunlich sanften Stimme, “ist das Altern kein Thema mehr meine Liebe”. Er versuchte meine Hand zu fassen. Ich wich entsetzt zurück. Meine Gedanken rasten. Was zur Hölle war hier los? Der Mensch der hier vor mir stand konnte doch unmöglich ein Alien sein. Oder doch? Ich dachte an die Gleichungen und die Portale.
    “Nein, nein, nein, das kann nicht sein.”, brüllte die eine Hälfte meines Gehirns. “Und was wenn doch?”, hielt die andere Hälfte dagegen. Ich war verwirrt, zerrissen, komplett durcheinander. Ach was, ich war ein nervliches Wrack. “Was soll das alles?”, fuhr ich die beiden an, in einem lahmen Versuch selbstbewusst und stark zu wirken.
    “Nun, meine Liebe…”. “Nennen Sie mich nicht ‘Meine Liebe’!”. Er fuhr zurück. “Nun Stefanie, es ist folgendermaßen: “

  52. #52 Samira
    28. Juli 2015

    @steffmann Was für eine Weltanschauung bitteschön? Wir versuchen hier eine Geschichte zu schreiben und Fabian Freihstampfer ist eine Hommage. Den Begriff schon mal gehört? Und wenn dir meine “kläglichen Versuche Prosa zu schaffen” nicht gefallen dann a) lies sie nicht oder b) machs verfickt noch mal besser.

  53. #53 PDP10
    28. Juli 2015

    @Steffmann:

    Meine Güte!

    Das ist bloss ‘ne Geschichte!

    (Und Florians Namen hab ich auch schon geschichtenmässig verdreht “missbraucht” 😉

  54. #54 Samira
    28. Juli 2015

    LOL. “Admiral F. Freestate”.

  55. #55 Higgs-Teilchen
    Im Standardmodell oben rechts
    28. Juli 2015

    Wo wir gerade schon von seinem Nachnamen sprechen:
    Weiß einer wo der Name “Freistetter” herkommt?
    Klingt irgenwie adelig, so wie “Freiherr”.

    Lg H.

  56. #56 Tina_HH
    28. Juli 2015

    “Halt! Stop! Stefanie, bitte! Das ist alles zu viel für mich! Ich komm da nicht mehr mit! Ich kann das einfach alles nicht glauben!” Meine Stimme klingt etwas rau. Sie unterbricht ihren Redefluss abrupt und sieht mich leicht fragend an.

    Meine Güte, denke ich, diese Frau ist so dermaßen attraktiv. Mir ist immer noch schwindelig und das letzte, was ich jetzt noch gebrauchen kann, ist eine Frau, in die ich mich verliebe. Vergiss es, sie ist eh ein paar Nummern zu groß für dich, geht mir durch den Kopf. Wenn auch nur die Hälfte davon stimmt, was sie eben erzählt hat, dann ist sie eine Top-Physikerin, Nachfahrin des berühmten Heisenberg und dann auch noch mit diesem bekannten Astronom quasi verwandt. Solche Frauen machen einen wie mich eigentlich immer unglücklich. Ich weiss das und trotzdem…
    Die Tannen um uns herum rauschen leise. Ein leichter Wind kommt auf und weht ihr eine ihrer blonden Haarsträhnen ins Gesicht. Am Himmel sind jetzt die ersten Sterne zu sehen. Ich erkenne Vega und Deneb und dann fällt mir plötzlich ein, dass ich mich ihr noch gar nicht vorgestellt habe.

    “Ich heisse übrigens Bertram und ich bin Journalist.” sage ich zu ihr und es klingt irgendwie nicht so selbstbewusst, wie ich es eigentlich sagen wollte. Verdammtes Schwindelgefühl. Ich brauche jetzt dringend eine Zigarette und eigentlich auch einen Whisky. Ich krame etwas nervös in meiner Jackentasche herum und suche die Schachtel und das Feuerzeug. Verdammt, sie sind nicht da. Wahrscheinlich habe ich sie vorhin bei dem Sprint durch den Wald irgendwo verloren, denke ich und ein leichtes Gefühl von Verzweiflung schleicht sich durch meinen Körper. Auch das noch…
    Andererseits fände sie es bestimmt nicht so cool, wenn ich jetzt rauchen würde. Frauen wie Stefanie rauchen grundsätzlich nicht, sagt mir meine Erfahrung. Sie ist dazu auch viel zu fit, so wie sie vorhin losgesprintet ist.
    “Freut mich, dich kennenzulernen, Bertram.” sagt sie und lächelt ein wenig…

  57. #57 Samira
    28. Juli 2015

    “Bertram”. Ich musste an den alten Otto-Film denken und lächelte. “*Bärtram*”. Dann stutzte ich. “Woher kennst du meinen Namen?”. Er hob sein Smartphone und zeigte mir das Display. Scheiß Fakelook und seine Gesichtserkennung! Und wieso duzte ich den Mann überhaupt? Ich kannte ihn doch gar nicht. “Schau mal Bertram, wir müssen weiter. Wir sind noch nicht sicher. Falls es sowas wie Sicherheit überhaupt noch gibt. Wir müssen das da”, ich hob die Tasche, “in Sicherheit bringen. Wir müssen nach Leipzig.” . “Leipzig?”, er sah mich an als hätte ich ihm erzählt Homöopathie hätte eine nachgewiesene Wirkung. “Warum Leipzig?”. “Mein Ziehvater arbeitet dort im astronomischen Institut. Da gibt es einen abgeschirmten Raum. Da können wir die Tasche verstecken. Vielleicht.”

    “War das der Mann am Bahnsteig?”, fragte er nach. “Ja, er wollte nicht das ich die Tasche mitnehme, denn das das da”, ich zeigte auf den Himmel, “ausgerechnet hier erscheint ist kein Zufall. Und jetzt komm, hier ist sicher irgendwo eine Strasse.”

    Wir waren noch keine 200 Meter weit gekommen, da ging die Welt unter.

  58. #58 Samira
    28. Juli 2015

    Der Schlag war gewaltig. Es war als würde sich der Wald hinter uns einfach auflösen und sich in alle Richtungen verteilen. Ich wurde von Steinen und Splittern getroffen und blutete aus mehreren kleinen Wunden. Bertram erging es deutlich schlechter. Ein Ast steckte in seinem Bein und ragte eine Handbreit heraus. Etwas anderes musste sein Gesicht mit großer Wucht getroffen haben. Er hatte ein Loch in der Wange und hatte einen großen Riss auf der Stirn der höllisch blutete. Ich rappelte mich auf und schleppte mich zu ihm. Er atmete noch, schien aber bewusstlos zu sein.

    Ich zog meine Bluse aus und riss sie in Streifen. Notdürftig säuberte ich sein Gesicht und versuchte die Wunde an der Stirn zu verbinden. Ob dieser Behandlung erwachte er aus seiner Bewusstlosigkeit als ich gerade den Knoten des Verbands zumachen wollte. Meine nicht gerade kleine Oberweite hing praktisch direkt vor seinem Gesicht.

    “Na, das ist ja mal ein Anblick”, nuschelte er mit einem pfeifenden Ton, der wohl dem Loch in seinem Mund zuzuschreiben war und trat wieder weg. Ich sah mich verzweifelt um. Der Ort des Impakts war plattgewalzt. Zu Staub zermahlen. Dem Erdboden gleichgemacht. Was nun?

  59. #59 Samira
    28. Juli 2015

    Ich war furchtbar erleichtert als ich die Hubschrauber sah. Eine ganze Staffel von fünf Maschinen, offenbar Militär, hatte Kurs auf das Epizentrum des “Einschlags” genommen und kreiste nun darüber. “Hier! Hier sind wir!”, schrie ich und wedelte wie verrückt mit den Resten meiner Bluse. Erfolglos wie es schien. Nach einer endlos langen Zeit, nüchtern betrachtet waren es wohl nur ein oder zwei Minuten, drehte einer der Helikopter ab und flog in unsere Richtung. Nachdem er sich anscheinend überzeugt hatte, dass wir harmlos sind setzte er zum Landeanflug an. Bertram, wohl vom Lärm geweckt, versuchte sich aufzusetzen.

  60. #60 Samira
    28. Juli 2015

    * * * *
    [Zwischenspiel]

    Oberstleutnant Sanftleber war nicht amüsiert als man ihn telefonisch aus dem Bett klingelte. Er hatte Urlaub genommen um nach dem anstrengendem Manöver in Polen endlich mal wieder richtig einen draufzumachen und dann weckte man ihn um 14 Uhr, also praktisch mitten in der Nacht.

    Schlaftrunken hob er den Hörer des Diensttelefons ab. “Sanftleber”, raunzte er in die Sprechmuschel. “Ja”…. “Ja”…. “Aha”….”Ja”….”Jawohl Herr General! Ich kümmere mich darum”.

    * * * *

  61. #61 Samira
    28. Juli 2015

    Jetzt wo ich darüber nachdenke, Florian kann man #60 und #59 vertauschen? Würde mehr Sinn machen 🙂

  62. #62 Tina_HH
    29. Juli 2015

    Und plötzlich wieder eine Detonation, ein unglaublicher Krach. Ich sehe noch, wie alles mögliche durch die Luft fliegt, Äste, Steine, einfach alles um uns herum sich in einem gewaltigen Strudel aufzulösen scheint und dann werde ich von irgendetwas getroffen, mit einer enormen Wucht und werde umgeworfen. Ich lande hart auf dem Waldboden und ein höllischer Schmerz, zuerst am Kopf, breitet sich aus bis in mein linkes Bein. Verdammt, tut das weh! Und dann bin ich wohl schon wieder ohnmächtig. Doch diesmal sehe ich keine Sterne. Ich sehe gar nichts mehr, nur noch schwarz. Und ein fürchterliches Brausen dröhnt in meinen Ohren. Mir ist schlecht, die Schmerzen im Kopf sind kaum auszuhalten. Ich will schreien, aber irgendwie schafft es kein Laut über meine Lippen.
    Dann plötzlich kann ich wieder sehen. Stefanie! Sie beugt sich über mich und fingert an meiner Stirn herum. Ich bin so erleichtert sie zu sehen. Ich nuschele irgendwas. Dann sehe ich, dass sie ihre Bluse ausgezogen hat und in diesem Moment ist mir klar, dass dies nicht real sein kein. Warum sollte sie ihre Bluse ausziehen? Wenn ich eins gelernt habe, in den 41 Jahren, die ich nun schon auf diesem Planeten wandele, dann das: Frauen wie Stefanie ziehen nie einfach so ihre Bluse aus und beugen sich über mich. Ich gehe also davon aus, dass dies nur einer dieser üblichen Wunschträume sein kann und ich alles andere als wach bin.
    Andererseits fühlen sich die Schmerzen wirklich sehr real an.
    Das Brausen in meinen Ohren wird weniger und nun höre ich ein anderes Geräusch, Schrapp-schrapp-schrapp. Rotoren. Ich blicke zum Himmel und dann sehe ich ihn: Ein Hubschrauber! Er nimmt direkt Kurs auf uns und Stefanie schwenkt irgendeinen Fetzen – ihre Bluse? Ich bin mehr als verwirrt. Das alles wirkt so real. Sollte dies doch kein Traum sein?
    Ich versuche mich aufzusetzen. Meine Güte tut mein Kopf weh. Ich will sofort eine Schmerztablette! Und am besten noch einen Whisky dazu. Sofort. Etwas warmes, klebriges läuft über mein Gesicht – Blut. Oh mein Gott, mein Kopf blutet total stark, mir wird schon wieder schwindelig. Eine Kopfschmerztablette reicht in diesem Fall nicht, wird mir plötzlich klar. Ich brauche was Stärkeres.
    Der Hubschrauber setzt zur Landung an und zwei Männer springen heraus und laufen auf uns zu. Ich hoffe, dass sie mir eine Spritze geben, damit dieser fürchterliche Schmerz endlich aufhört und dann will ich nur noch schlafen.

  63. #63 Tina_HH
    29. Juli 2015

    Alles um mich herum schwankt und ruckelt, ich liege auf einer Trage. Es ist furchtbar laut und ich erkenne verschwommen einige Gesichter um mich herum. “Ah, da ist er ja wieder” sagt jemand. “Er wird wach.” “Wo bin ich?” versuche ich zu fragen, aber meine Stimme ist zu schwach in diesem Lärm um mich herum.
    “Sie waren kurz ohnmächtig. Aber keine Angst, es ist alles in Ordnung. Sie sind in Sicherheit. Wir bringen Sie jetzt mit dem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus nach Leipzig.”
    Wo ist Stefanie? geht mir noch durch den Kopf und dann wird wieder alles schwarz und still um mich herum und ich bin weg.

  64. #64 Samira
    29. Juli 2015

    Aus dem Hubschrauber sprangen zwei Soldaten noch bevor er ganz aufgesetzt hatte und liefen auf uns zu. Da wurde mir ein Erscheinungsbild bewusst. Muss ja niemand wissen, dass ich kleine Rosa Elefanten auf dem BH habe! Meine Hände zuckten nach oben um die Peinlichkeit zu bedecken. Ich spürte das Blut in mein Gesicht schießen.

    “Gott sei Dank, sie sind da.”, stieß ich hervor. “Bitte helfen Sie ihm, er ist schwer verletzt.” Einer der Soldaten wandte sich Bertram zu, zögerte kurz und holte dann sein Verbandspäckchen aus der Beintasche der Uniform und begann ihn zu versorgen. Der andere kam zu mir.

    “Wer sind Sie?”, fragte er misstrauisch. Glaubte er ich hätte gerade den Wald gesprengt oder sowas? “Mein Name ist Stefanie Heisenberg. Bitte, Sie müssen uns helfen. Mein … Bekannter muss in ein Krankenhaus und ich muss dringend meine Tasche in Sicherheit bringen. Wenn ich das nicht schaffe sind wir alle…”. “Welche Tasche?”, schnappte er. Ich sah mich um. “Oh Gott!”

  65. #65 Samira
    29. Juli 2015

    [Und wieder ein Kommentar in der Moderation 🙁 Warum? Gibt es da irgendwelche Trigger-Wörter?]

  66. #66 PDP10
    29. Juli 2015

    @Samira:

    “Und wieder ein Kommentar in der Moderation 🙁 Warum? Gibt es da irgendwelche Trigger-Wörter?”

    Ja.

    Das ist der Spam- und unerwünschte-Beiträge-Filter von WordPress.

    Nicht ärgern. Florian schaltet das schon frei, sobald er Zeit dazu hat …

  67. #67 Florian Freistetter
    29. Juli 2015

    @Samira: Ja, das liegt am automatischen Spamfilter.

  68. #68 Samira
    29. Juli 2015

    Ich sah mich panisch um. Wo konnte sie nur sein? Da packte mich der Soldat am Arm. “Kommen Sie, ihr Bekannter ist fürs erste versorgt. Wir bringen in ein Krankenhaus.” “Nein!”, rief ich, “ich muss erst die Tasche finden!”. “Aber hier ist keine Tasche. Wir müssen los. Oder wollen Sie dass der da verblutet?”. “Nein, natürlich nicht.”. Ich wehrte mich trotzdem. “Lassen Sie mich hier, kümmern Sie sich um ihn. Ich komme schon klar”, flehte ich. Doch an seinem Gesicht sah ich damit würde ich nicht durchkommen. “Keine Chance gnädige Frau. Sie haben ein paar Fragen zu beantworten.”

    Ich wusste ich hatte keine Chance körperlich gegen den Soldaten zu bestehen und ließ mich schließlich zum Hubschrauber führen dessen Rotoren wieder anliefen. Derweil kümmerten sich der Ersthelfer und ein weiterer Soldat darum Bertram in die Maschine zu schaffen.

    Verzweifelt nahm ich auf einem Notsitz Platz. Was Nun?

  69. #69 Samira
    29. Juli 2015

    Ich weinte. Sind wir jetzt alle verdammt?

    “Ach kommen Sie, er wird es schon überleben”, sagte der Soldat der mich abgeführt hatte während er mir eine Thermofolie um die Schultern legte. Er wird es schon überleben. Er scheint stabil zu sein.” Ich sah auf. “Das ist es nicht.”, schluchzte ich. “Das hier könnte das Ende der Welt sein.” Ich deutete auf das Portal das durch die Seitenscheibe sichtbar wurde und dessen Ränder immer schneller zu pulsieren schienen.

  70. #70 Samira
    29. Juli 2015

    @Florian Wie gefällts dir denn bisher?

  71. #71 Florian Freistetter
    29. Juli 2015

    Ich bin gespannt, was noch kommt 😉

  72. #72 Tina_HH
    29. Juli 2015

    Als ich die Augen aufschlage, ist zur Abwechslung alles um mich herum weiss. Ich blinzele und ganz langsam ergibt sich in dem blendenden Licht ein Bild. Links von mir ist ein Fenster mit einer hochgezogenen Jalousie. Ich liege in einem Bett, soviel steht fest und offensichtlich bin ich alleine in diesem Zimmer. Und – oh, mein Kopf… Der Schmerz ist noch da, aber nicht mehr so höllisch wie zuvor. Ich erinnere mich langsam wieder an das, was im Thüringer Wald passiert ist – der Zug, die Lichter am Himmel, die Explosionen, Stefanie, der Hubschrauber, der Lärm, fremde Gesichter um mich herum. Welch ein Chaos!
    Vorsichtig taste ich mit einer Hand an meinem Kopf herum. Da scheint ein Verband zu sein. Gut so. Mein linkes Bein tut auch weh, auch da befindet sich ein Verband. Außerdem habe ich eine von diesen fiesen Kanülen auf dem linken Handrücken. (Und wenn ich irgendetwas wirklich hasse, dann sind es solche Kanülen.) Ich versuche vorsichtig, mich im Bett aufzurichten. An der gegenüberliegenden Wand ist eine Tür. Sie ist geschlossen. Ich lausche angestrengt und versuche, irgendwelche Geräusche zu identifizieren. Aber ausser einem leisen Summen höre ich nichts, keine Stimmen, keine Schritte, alles ist ruhig. Wie spät mag es wohl sein? Draußen ist es jedenfalls hell, es könnte Mittag sein.
    Ich beschließe, die Klingel zu drücken, die über mir an dem Bettgalgen baumelt. Hoffentlich kommt möglichst schnell jemand. Ich muss unbedingt wissen, wo Stefanie ist und ob es ihr gut geht. Außerdem will ich wissen, was da im Wald eigentlich genau passiert ist. Ich erinnere mich dunkel an eine wilde Geschichte, die sie mir erzählt hat. Und ich weiss noch, dass sich das alles völlig unglaublich anhörte.
    Dann öffnet sich plötzlich die Tür mit einem ordentlichen Schwung und eine Frau in einem weissen Kittel betritt das Zimmer.

  73. #73 Samira
    29. Juli 2015

    * * * *

    [Zwischenspiel ]

    Oberstleutnant Sanftleber sass an seinem Schreibtisch und kämpfte immer noch mit seinem Kater als es an der Tür klopfte.

    “Herein”, herrschte er. Die Tür schallgedämmte öffnete sich und sein Adjutant trat herein. “Was gibt es Hauptmann Köpenick?”. “Herr Oberstleutnant, wir haben da jemanden aufgegriffen und sie erzählt, ja, wie soll ich sagen? Eine äußerst verrückte Geschichte. Ich finde sie sollten sie sich vielleicht anhören.”

    * * * *

  74. #74 Tina_HH
    29. Juli 2015

    “Na Herr Eridani, wie gehts uns denn?” fragt sie und ich denke, dass ich es schon immer albern fand, wenn jemand “uns” sagt statt “Ihnen”. Schließlich geht es hier offensichtlich nur mir schlecht, sie sieht jedenfalls aus wie das blühende Leben. Ich antworte erstmal nicht.
    “Ich bin Ihre Ärztin, mein Name ist Meyer. Können Sie mich hören, können Sie mich erkennen?”
    Ich nicke und murmele ein leises “Ja.” Sie nimmt meine Hand und befühlt kurz meinen Kopf.
    “Sie sind hier im Universitätsklinikum Leipzig. Wir haben Sie vor ein paar Stunden operiert. Ich kann sie beruhigen, die Operation ist erfolgreich verlaufen. Sie hatten eine ordentlich blutende Schnittwunde an der Stirn, die wir nähen mussten, aber alles halb so schlimm. Und dann ist Ihre linke Wange verletzt, ein kleines Loch, auch das ist nicht so schlimm, aber wahrscheinlich in nächster Zeit etwas lästig für Sie. Am Bein haben Sie ebenfalls eine Verletzung, die wir versorgt haben. Und Sie haben eine Gehirnerschütterung erlitten. Deshalb müssen wir Sie vorerst auch zur Sicherheit hierbehalten, damit wir den Verlauf beobachten können. Ist Ihnen schwindelig?”
    “Nein, aber ich habe Durst.”
    “Kein Problem, Sie dürfen gleich was trinken.”
    “Wo ist Stefanie?” frage ich und die Ärztin sieht mich erstaunt an. “Wen meinen Sie?”
    “Die Frau, die bei mir war. War sie nicht mit im Hubschrauber?”
    “Das weiss ich nicht. Aber ich kann ja mal nachfragen. Ich lasse Sie jetzt erstmal wieder alleine. Ruhen Sie sich aus und wenn Sie etwas brauchen, klingeln Sie einfach.”
    “Alles klar.” sage ich und schon ist sie mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Tür verschwunden.
    Gehirnerschütterung – Mist! Ich habe eigentlich nicht die geringste Lust, die nächsten Tage in diesem Krankenhaus zu verbringen. Ich hasse Krankenhäuser. Was ich jetzt wirklich bräuchte, wäre erstens, was zu trinken, zweitens eine Zigarette und drittens Stefanie. Ob sie wohl auch hier ist? Ich muss das so schnell wie möglich herausfinden.

  75. #75 Samira
    29. Juli 2015

    Hier stand ich also. Mit einer riesigen Beule am Kopf und gewandet in eine alte olivgrüne Uniform die meiner Figur nicht unbedingt schmeichelte. In einem kargen grauen Raum mit flackernder Neonbeleuchtung. Der einzige Einrichtungsgegenstand war war ein abgeranzter Tisch mit verkratzter grüner Resopaloberfläche und zwei Stühlen die aussahen als hätte man sie aus dem Bestand einer geschlossenen ostdeutschen Schule aufgekauft. Meine Kratzer waren versorgt worden, ich hatte einen Kaffee bekommen der schmeckte wie lauwarmes Spülwasser und man ließ mich warten.

    Der Flug war höllisch gewesen. Wir waren noch keine 20 Minuten in der Luft als ein dritter Schlag die Gegend um Eisenach traf. Die Rotoren heulten auf als uns die Druckwelle traf und uns in Richtung Boden drückte, der Helikopter neigte sich gefährlich zur Seite und konnte sich gerade noch abfangen. Ich stieß mir den Kopf an und sah Sterne. “Die Russen kommen.” “Quatsch, die haben sowas nicht, das sind die Amis” “Wenn ichs dir doch sage, das sind Ausserirdische!”. Die Soldaten diskutierten aufgeregt.

    “Ausserirdische”, stöhnte ich”. “Ja, das kann man so sagen.”
    Alle drehten ihre Köpfe und glotzen mich an.

    Wir landeten schließlich auf dem Dach der Uniklinik. Bertram wurde von einem medizinischen Team abgeholt und ich wollte mit aussteigen, doch ich durfte nicht. “Nein, Sie bleiben hier”, meinte der Soldat der mich vorhin schon gezwungen hatte einzusteigen. “Ich fürchte Sie müssen mitkommen.” Es hatte keinen Sinn zu protestieren. “Wo bringen Sie mich hin?”, fragte ich resigniert. “Wir fliegen nach Mühlhausen.”

  76. #76 Samira
    29. Juli 2015

    *vierter Schlag. Sorry hab den der die Gleise zertrümmert hat vergessen.

  77. #77 Samira
    30. Juli 2015

    @Tina_HH Du musst jetzt zusehen wie du nach Mühlhausen kommst. Nimm dir ein Taxi oder sowas 😀

  78. #78 Samira
    30. Juli 2015

    * * * *
    [Zwischenspiel]

    In Eisenach krabbelte Erika Steinbach, Mutter zweier Kinder und verheiratet mit Thorsten Steinbach, Dachdeckermeister aus den Trümmern ihres Hauses und sah sich um. Blut lief ihr aus den Ohren. Sie hustete eine Ladung Staub aus.

    Erikas Haus war auf einem Hügel errichtet worden was ihr eine großzügige Aussicht gewährte. Halb Eisenach lag in Trümmern. Und nicht nur die Stadt, auch die umliegende Umgebung. Zerschmetterte Bäume, plattgedrückte Kühe auf den Feldern, Rauch und Feuer überall zeichneten eine Vernichtungszone die kreisförmig zu sein schien.

    “Die Kinder!”, schoss ihr durch den Kopf. “Oh mein Gott, die Kinder!”

    * * * *

  79. #79 Hans
    30. Juli 2015

    Erika Steinbach“… – auch wenn da gleich eine Erklärung folgt, war mein erster Gedanke bei dem Namen trotzdem eine umstrittene CDU-Politikerin…

  80. #80 Samira
    30. Juli 2015

    Ich setzte mich auf den Pennälerstuhl und versuchte mich zu entspannen. Das erste mal Ruhe seit wie vielen? Stunden. Es musste mittlerweile schon früher morgen sein. [@Tina, der morgen an dem B. im Hospital aufwacht]. Doch es ging nicht. Meine Gedanken wanderten zurück.

    “…folgendermaßen. Das Universum hat zwei ‘Seiten’ die sich gegenseitig beeinflussen.”. “Das weiß ich!”, schnappte ich zurück. “Steht ja da.”, und wies auf die Gleichung die ich auf die große Tafel im Arbeitszimmer geschrieben hatte. Er antwortete mit einem süffisantem Lächeln. “Nur dass die Formel nicht ganz stimmt.”

    Er ging zur Tafel bückte sich und fügte mit der Kreide die davor auf dem Boden gelegen hatte einen Term hinzu. “Siehst du?”, fragte er. “Dieser Term beschreibt…”. “Eine kosmologische Zeitkonstante!”, rief ich aus. “Das heißt dass…”, “Die Zeit auf der anderen Seite schneller vergeht, genau. Und der Unterschied wird immer größer. Unser Universum ist alt, Stefanie. Meine Leute suchen nach einem Ausweg. Und ich glaube nicht, dass dieser Ausweg euch gefallen wird.”

  81. #81 Samira
    30. Juli 2015

    @Hans Echt jetzt? LOL. Ich hau hier zwar viele Referenzen rein (Sanftleber, Köpenick) rein, aber die war komplett unterbewusst!

  82. #82 Hans
    30. Juli 2015

    @Samira:
    Ja, guck Dir mal den Wikipediaartikel zu dieser Dame an.
    Übrigens, den Hauptmann Köpenick find ich gut, vor allem, wenn man um den “echten” Hauptmann von Köpenick weis. 🙂

  83. #83 Tina_HH
    30. Juli 2015

    Kurz nachdem die Ärztin das Zimmer verlassen hat, erscheint ein Krankenpfleger. “Hallo Herr Eridani, ich habe ein Glas Wasser für sie und dann schliesse ich gleich noch einen neuen Tropf an.” Ich sage nichts dazu, nicke nur kurz. Er gibt mir das Wasserglas und ich trinke vorsichtig ein paar Schlucke. Dann fummelt er an der Kanüle rum, ich sehe lieber nicht hin. Schrecklich! Als er weg ist, mache ich kurz die Augen zu. Ich bin so müde…

    Ich muss wohl einige Stunden geschlafen haben, denn als ich wieder aufwache, ist es dämmerig im Zimmer. Ich bin immer noch alleine. Aber es geht mir besser, die Kopfschmerzen haben nachgelassen. Der Tropf ist anscheinend inzwischen wieder entfernt worden, nur diese Nadel steckt noch in meinem Handrücken. Lieber nicht dran denken, sonst wird mir noch schlecht.
    Ich beschliesse aufzustehen und mich ein bißchen im Flur umzusehen und setzte mich vorsichtig im Bett auf. Na toll, ich habe immer noch dieses rückenfreie OP-Hemd an, sehr kleidsam. Aber egal, dies ist schließlich ein Krankenhaus, da muss man einen solchen Anblick ja gewöhnt sein. Ich ziehe meine Beine über die Bettkante, geht doch schon ganz gut, denke ich, bevor mir schwindelig wird und ich erschöpft in die Kissen zurücksinke. So wird das nichts.
    Und dann fange ich an über meine Situation nachzudenken.
    Jemand muss mir sagen, was da gestern im Thüringer Wald passiert ist. Ich muss dringend Nachrichten sehen, ich brauche einen Computer, ein Telefon oder zumindest ein Radio, egal was. Wo ist eigentlich mein Smartphone? Dies könnte eine ganz große Geschichte werden, schließlich war ich live dabei bei diesem Weltuntergang im Wald. Ich bin ein Augenzeuge! Ich muss recherchieren, verdammt, ich bin schliesslich Journalist und kann es mir nicht leisten, hier in diesem Krankenhaus meine Zeit zu vergeuden.
    Ich brauche Hilfe, also drücke ich die Klingel.

  84. #84 Samira
    30. Juli 2015

    Sorry, heute gibt es keine Fortsetzung. Ich hab brutales Kopfweh. Morgen kommt der Mann mit dem Gras vorbei, dann geht es weiter. 4 Absätze. Versprochen. 🙂

  85. #85 Tina_HH
    30. Juli 2015

    Ich warte eine ganze Weile, aber nichts passiert. Inzwischen wird es immer dunkler im Zimmer. Ich werde langsam ungeduldig und klingele nochmal. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet sich die Tür langsam. Aber weder die Ärztin noch der Krankenpfleger betreten das Zimmer, sondern ein Mann, der keinen weißen Kittel, sondern einen dunklen Anzug trägt. Behutsam schliesst er die Tür hinter sich. Seine schwarzen Haare sind zu einem Pferdeschwanz gebunden und er trägt ein kleines Ziegenbärtchen. Und nun sehe ich auch, dass seine Augen von tiefen Schatten gesäumt sind. Er mustert mich stumm, zieht einen Stuhl an meine Bettkante und setzt sich.
    “Guten Abend, Herr Eridani. Ich glaube, wir müssen uns mal gründlich unterhalten.” sagt er und seine Stimme klingt leise und etwas heiser. “Wer sind Sie?” frage ich und habe plötzlich ein merkwürdig beklommenes Gefühl. “Nennen Sie mich einfach Anubis. Mein Name tut im Grunde nichts zur Sache.”
    Er mustert mich weiterhin unverholen, der Blick aus seinen pechschwarzen Augen bohrt sich in meinen. Ich gucke unwillkürlich zur Seite, ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.
    “Ich muss dringend telefonieren.” sage ich und hoffe, dass es einigermaßen selbstbewusst und gefasst klingt.
    “Da muss ich Sie leider enttäuschen, denn ich fürchte, das wird nicht gehen.” antwortet er und ein kleines verzerrtes Lächeln huscht über sein Gesicht.
    Mir wird plötzlich eiskalt und ich merke, wie meine Kopfschmerzen wieder schlimmer werden.
    “Warum nicht?” schaffe ich zu fragen.
    “Weil wir aufgrund der Umstände nicht riskieren können, dass Sie Kontakt mit der Aussenwelt aufnehmen. Aber keine Sorge, wir werden uns hier sehr gut um Sie kümmern.”
    Letzteres klingt nicht wie ein Versprechen, sondern eher wie eine Drohnung…

  86. #86 Tina_HH
    30. Juli 2015

    @Samira
    Gute Besserung! Kopfschmerzen sind echt was Fieses.
    Ich kann auch nicht jeden Tag was schreiben, also ist das nicht so schlimm. Ich weiss eh nicht, ob sich ausser Hans hier noch irgendjemand für unsere Story interessiert 😉 .
    Ein neuer Teil hängt aber noch in der Mod.

  87. #87 gaius
    30. Juli 2015

    Also, ich finds immer noch spannend! 🙂

  88. #88 Samira
    31. Juli 2015

    Na, wenn der Imperator des römischen Reiches noch mit liest können wir ja nicht einfach aufhören. Hi Cäsar! Äh, ich meinte Heil. Was auch sonst.

  89. #89 PDP10
    31. Juli 2015

    @Samira:

    “Hi Cäsar! Äh, ich meinte Heil. Was auch sonst.”

    Nee. Das heisst “Hallo Julius”

    (Asterix)

  90. #90 Tina_HH
    31. Juli 2015

    “Was wollen Sie von mir?” frage ich mit einer gewissen um sich greifenden Verzweiflung. Mein Kopf fühlt sich an, als würde sich gerade eine glühende Eisenstange hineinbohren.
    “Nun, fangen wir mit Ihrem Namen an. Wie heissen Sie?”
    “Das wissen Sie doch. Ich heisse Bertram Eridani.”
    “Soso.” sagt er. “Sehen Sie, mit diesem Namen habe ich gewisse Probleme.” Kurze Pause, in der er mich mit seinem Blick weiter fixiert. “Es gibt ihn nämlich nicht.”
    “Was?? Wie meinen Sie das…? Natürlich bin ich Bertram Eridani. Wer sollte ich sonst sein? Sehen Sie sich meine Papiere an. Sie sind in meiner Brieftasche. Und meine Brieftasche ist in meiner Jackentasche…”
    “Das haben wir natürlich getan. Wir sind sehr gründlich, müssen Sie wissen.” Er grinst schief und sein blasses Gesicht steht in einem merkwürdigen Kontrast zu seinen schwarzen Haaren und seinen fast schwarzen Augen. “Nur muss ich Ihnen leider mitteilen, dass die Papiere, die Sie bei sich hatten, gefälscht sind. Wie ich schon sagte, es gibt keinen Bertram Eridani. Hier in Deutschland nicht und auch sonst nirgendwo. Also, wer sind Sie wirklich?”
    Mir wird schlecht.
    “Das muss ein Irrtum sein. Ich bin Bertram Eridani und meine Papiere können unmöglich gefälscht sein…” stottere ich.
    “Es wäre besser für Sie, wenn Sie ein wenig entgegenkommender wären” sagt er. “Aber gut, belassen wir es fürs erste dabei. “Erzählen Sie mir von Ihrer Begleiterin. Wer ist sie?”
    “Ich…ich …weiss nicht, wen Sie meinen.” stammele ich.
    “Ich meine die Frau, mit der Sie im Wald aufgegriffen wurden. Nach den Explosionen.”
    Mir wird immer übler, aber ich beschliesse, diesem unheimlichen Mann – wie heisst er noch gleich – ach ja, Anubis. Anubis, was ist das überhaupt für ein merkwürdiger Name? Ich beschliesse, ihm nichts über Stefanie zu erzählen.
    “Ich erinnere mich nicht. Ich weiss es nicht. Welche Frau?” bringe ich mit Mühe hervor.
    “Soso, Sie erinnern sich nicht. Interessant. Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie noch vor wenigen Stunden nach einer Stefanie gefragt haben. Sie erinnern sich?”
    Mist. Das habe ich tatsächlich getan. Was soll ich ihm jetzt antworten? Verdammt.

  91. #91 Hans
    31. Juli 2015

    War das nicht “Ave Cäsar!” ?
    (Wobei Ave ja “Sei gegrüsst” heisst, wenn ich mich nicht irre.)

  92. #92 Tina_HH
    31. Juli 2015

    Ein weiterer Teil ist noch in der Mod. Ich würde mal sagen, im Schnitt kommt ungefähr jeder zweite Kommentar in diesem Thread sofort durch.
    Anscheinend enthalten diese Art von Texten mehr Trigger-Wörter für den Filter als die sonstigen Kommentare 😉 .

  93. #93 CC-103
    31. Juli 2015

    @Tina_HH
    #86

    Also ich lese hier nach wie vor mit 🙂

  94. #94 Tina_HH
    31. Juli 2015

    Fein, dass noch einige mitlesen. 🙂
    Dann mache ich mal weiter…

  95. #95 Tina_HH
    31. Juli 2015

    “Nein, ich erinnere mich nicht. Ich weiss nicht, wovon Sie sprechen… Ich, ich… mir geht es nicht gut. Ich habe furchtbare Kopfschmerzen und ausserdem…” Ich stöhne laut und nuschele dann noch ein paar unverständliche Worte. Ich schliesse die Augen und warte. Er sagt nichts. Auch er scheint abzuwarten.
    Nach einiger Zeit – Minuten vielleicht – sagt er unvermittelt: “Gut, wenn Sie es so wollen. Ich gehe jetzt. Aber ich rate Ihnen, sich möglichst schnell wieder zu erinnern. Denn falls Sie das nicht tun, kann es hier sehr, sehr unerfreulich für Sie werden. Wenn Sie verstehen, was ich meine…”
    Ich reagiere nicht darauf. Ich lasse meine Augen geschlossen, ich will diesen Mann nicht mehr sehen.
    Dann höre ich, wie er aufsteht und den Stuhl wegstellt. Ich höre seine Schritte, als er zur Tür geht und sie leise öffnet und wieder hinter sich schliesst.
    Ich bin alleine, es ist still um mich herum.
    Vorsichtig öffne ich die Augen und stelle fest, dass es inzwischen fast vollständig dunkel ist im Zimmer.
    Ich muss dringend nachdenken. Ich muss mich konzentrieren, ich muss einen Ausweg finden…

  96. #96 Samira
    31. Juli 2015

    * * * *

    [Zwischenspiel, Rückblende 01. Januar 2006]

    Die Kanzlerin fixierte den vor ihr bequem, aber bewusst aufrecht sitzenden Offizier mit strengem Blick. Sie wusste ihr stand ein schwieriges Gespräch bevor. Sie überlegte kurz ob dies eine passende Gelegenheit für die Raute wäre doch entschied sich dagegen. Stattdessen beugte sie sich auf den mit Leder beschlagenen Hartholzschreibtisch, faltete auf die Ellenbogen gestützt die Hände und sagte, “Leutnant Sanftleber. Wie schön Sie hier zu haben.”. “Guten Tag Frau Bundeskanzlerin. Ich bin geehrt Sie zu treffen.”, kurze Pause, “Darf ich fragen warum”.
    “Ich Sie herbestellt habe?”, unterbrach Sie ihn. “Ich gedenke Sie als oberstem Dienstherr einem sehr wichtigen Projekt zuzuteilen.”
    Die Kanzlerin lehnte sich zurück. “Bei allem Respekt, gnädige Frau…”, “Nennen Sie mich Ursula”, warf die Kanzlerin ein. “Bei allem Respekt … Ursula, der Verteidigungsminister ist mein oberster Dienstherr. Sie sind es nur wenn wir uns im.”. “Krieg befinden”, sagte die Kanzlerin, “, genau so ist es.”

    * * * *

  97. #97 Samira
    31. Juli 2015

    Oops.

    “Sie als oberstem Dienstherr “, sollte eigentlich “Ihnen als oberstem Dienstherrn” heißen.

  98. #98 Samira
    31. Juli 2015

    [Zwischenspiel, Rückblende 05. Januar 2006]

    Ein Aufzug beförderte Leutnant Sanfleber 1.200 Meter; nach unten. Als sich die Fahrstuhltüren öffneten trat Sanfleber aus der Kabine heraus und in einen kargen Raum hinein indem sich nichts weiter befand als ein drei mal drei Meter große Stahlschott und daneben ein Netzhautscanner. Sanfleber trat an den Scanner heran. “Bitte identifizieren Sie sich”, schnarrte eine Computerstimme. “Bitte sehen Sie in das Okular”. Er tat wie geheißen. “Willkommen in Downtown, Leutnant. Ich öffne die Tür für Sie”. Rumpelnd trennten sich die beiden Hälften des Schotts.

    Der unterirdische Komplex der Kaserne Mühlhausen hatte die Ausmaße einer Kleinstadt in einer riesige Kaverne. Er wusste er bestand aus einem Forschungszentrum, einem riesigen Waffenlager, Fabriken, nahrungserzeugenden Betrieben und natürlich Wohneinheiten. Für 100.000 Menschen.
    Er wusste das und trotzdem verschlug es ihm die Sprache.

    * * * *

  99. #99 Hans
    1. August 2015

    Ah ja, jetzt kommt ein weiterer Teil des Geheimnisses…
    Ich frage mich nur gerade, was für ‘ne Ursula da als Kanzlerin raus kommt? – Die v.d.L, die gerade die Verteidigungsministerin gibt, wird es ja wohl nicht sein, nehme ich an.

    Ach ja, Anubis… *gg* – erinnert mich jetzt an einen Bösewicht aus Stargate, obwohl der da auch nur von den alten Ägyptern inspiriert war. 🙂

  100. #100 Samira
    7. August 2015

    Sorry Leute, ich hab mir das linke Bein gebrochen und war ein paar Tage im Krankenhaus (ohne Internet). Scheiße gelaufen, aber die Schmerzmittel, hoho, geiles Zeug. Wie auch immer, machen wir weiter Tina?

  101. #101 Tina_HH
    7. August 2015

    Ja, lass uns weitermachen. Ich hab zwar im Moment nur unregelmäßig Zeit, aber das sollte schon gehen. Muss mich sowieso ab und zu ein bißchen ablenken. Die letzte Zeit war bei mir auch nicht gerade die beste meines Lebens…

    Wünsche dir jedenfalls gute Besserung! Beinbruch ist ja echt Mist.

  102. #102 Hans
    7. August 2015

    @Samira: Das sind keine guten Neuigkeiten. Anyway Gute Besserung, auf dass das Bein wieder richtig zusammen wächst!

  103. #103 Samira
    7. August 2015

    Ich schreckte aus unruhigem Schlaf hoch als die Tür aufschwang und vier Männer in Uniform hereintraten. Zwei nahmen rechts und links von der Tür Aufstellung, ein Dritter schloss die Tür. Der vierte Mann baute sich vor dem Tisch auf.
    Ich sah ihn mit verschwommenem Blick an und stutzte. “Tobias?”, fragte ich überrascht. “Ja leck mich doch einer gepflegt am Arsch!”, entgegnete er, “Stefanie Heisenberg. Was treibst du so? Immer noch das alte Flittchen?”
    Schön, ich Tobias damals in der Schule ziemlich unschön abgesägt. Aber er war auch selbst daran Schuld gewesen. Er hätte ja Karin, der alten Schlampe nicht unbedingt beim Tanzen an den Arsch packen müssen. Ganz abgesehen davon was er später auf dem Klo mit ihr anzustellen versuchte. Da kann Frau ja wohl auch ein bisschen mit Alfredo rummachen.
    “Du hast dich damals auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, weißt du?”, gab ich müde zurück. “Aber du bist wohl kaum hier um über alte Geschichten zu plaudern, nicht wahr?”. “Nein, natürlich nicht”. Er drehte sich zu dem Mann herum der die Tür geschlossen hatte und nur zwischen den beiden Wachen? stand. “Hauptmann?”. Der Soldat nickte und schaltete etwas mit einer Fernbedienung. Ein Wandpaneel fuhr zurück und legte einen Flachbildschirm frei.
    Der Bildschirm flackerte kurz, dann zeigte er die Bilder der Katastrophe. Hubschrauber die über dem Einschlagsgebiet kreisten, zertrümmerte Gebäude, Rettungsmannschaften die versuchten verschüttete Menschen zu finden. Dazu natürlich immer wieder Aufnahmen vom Portal am Himmel das schwärend und pulsierend unbeirrt am Himmel hing und ein unheimliches Licht ausstrahlte. Der Hauptmann schaltete durch die Kanäle. Es war natürlich überall, auf allen Kanälen.
    Sogar Astro-TV hatte reagiert und versuchte Schutzkristalle zu verkaufen, für den lächerlichen Preis von 100 Gramm Gold.

    “Was weißt du darüber?”. Tobias zeigte auf den Bildschirm. Meine Gedanken rasten. Was konnte ich ihm sagen? Er würde mich für verrückt halten. “Ich…”, setzte ich an als ein Piepston ertönte. Tobias seufzte und nahm ein Mobiltelefon aus seiner Tasche. “Sanftleber?”

  104. #104 Samira
    7. August 2015

    [Zwischenspiel, Rückblende 07. Januar 2006]

    Er kam sich vor wie in einer Nekropolis. Punktuelle Scheinwerfer gaben vage die Konturen der riesigen Strukturen preis die anscheinend sowohl als Stützen als auch als Gebäude fungierten. Unglaublich massive Bauten waren das, mit Durchmessern zwischen hundert und zweihundert Metern.
    Die Kaverne war im Schnitt 300 Meter hoch, annähernd rund mit einem Durchmesser von 3 Kilometern. Das machte also in jedem der rund 40 Säulen 100 Stockwerke nutzbarer Raum.

    Es war “Nacht” in Downtown. Das war der inoffizielle Name. Der offizielle Name der Anlage war “Projekt Arche”, aber die meisten Leute fanden das ein wenig sperrig, sogar die KI die den Großteil der Anlage steuerte. Sanftleber stand am Fenster seiner neuen Unterkunft und betrachtete die Szenerie. Zwischen den Säulen flogen scheibenförmige Drohnen Patrouille. Das und die Nebelschwaden zwischen den Säulen, die Kaverne hatte ihr eigenes Wetter!, verstärkte Sanftlebers dystopischen Eindruck des Ortes. “Rick Deckard hätte sich hier wie zu Hause gefühlt.”, dachte er.

    * * * *

  105. #105 Samira
    7. August 2015

    [Falls wir es schaffen das hier zu Ende zu bringen würde ich gerne ein PDF/Docx erstellen mit dem gesamten Text. Ich bin leider zeichnerisch komplett unbedarft, deshalb die Frage: Hat jemand Lust ein paar Illustrationen zu zeichnen?]

  106. #106 gaius
    8. August 2015

    Schön, dass es weitergeht!

  107. #107 gaius
    8. August 2015

    Und natürlich gute Besserung @Samira!

  108. #108 CC-103
    8. August 2015

    Leider kann ich mit Illustrationen nicht aushelfen, find so eine PDF-/Docx-Datei ne gute Idee. Dann muss man nicht noch die ganzen Kommentare dazwischen, die nicht zur eigentlichen Geschichte gehören, beachten.

    Gute Besserung noch @Samira

  109. #109 Samira
    16. August 2015

    [Zwischenspiel, Rückblende 08. Januar 2006]

    Bei “Tag” war die Anlage noch eindrucksvoller. Die Nebelschwaden hatten sich verzogen. Kunstsonnen erleuchteten die Landschaft mit einem fast schmerzhaft hellem Licht. Und nun wurden auch die Bodenbauten sichtbar. Die Säulen waren keineswegs der einzig genutzte Raum. Es gab Gebäude die wie Hangars aussahen, hydroponische Anlagen, Straßenzüge mit kleineren Häusern und sogar einen Vergnügungspark mit Riesenrad und Achterbahn.

    Sanftleber schluckte gerade die ersten Tropfen seines Kaffees während er die Szenerie betrachtete. Er schaute überrascht auf als sich die KI mit einem sanften Glockenton meldete. Er hatte sich noch nicht an die Omnipräsenz dieses Wesens gewöhnt. Er schaute auf. “Was gibt’s Geoffrey?”, fragte er. “Die Kanzlerin ruft an”, entgegnete die KI. “Darf ich sie durchstellen?”. “Ja natürlich”, sagte der Offizier. “Einen Moment bitte”. Sanftleber überprüfte sein Erscheinungsbild im Spiegel. Die Uniform sass perfekt. Gegen das etwas schüttere Haar und die beginnende Glatze konnte er nicht viel tun, also nickte er. “Bitte.”

    Das Hologramm das in der Mitte des Raumes entstand war beeindruckend. Trotz der Helligkeit im Raum wirkte die Kanzlerin verblüffend lebensecht. “Guten Morgen Leutnant.”

  110. #110 Samira
    16. August 2015

    Das Telefonat war recht kurz. Vielleicht zwanzig, dreißig Sekunden. Und sehr einseitig. Tobias sagte nicht ein Wort bis auf das beim Bund wohl obligatorische “Jawohl” am Ende. Doch seine Gesichtsfarbe zeugte davon, dass es wohl keine besonders guten Nachrichten wahren. Er wurde aschfahl und drehte sich zu dem Offizier herum der immer noch die Fernbedienung in der Hand hielt. Schräg vor seiner Brust, als wäre es eine schussbereite Waffe. Tobias trat auf ihn zu und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ich spitze die Ohren, doch außer dem Wort “Eskalation” konnte ich nichts verstehen. Er wandte sich wieder mir zu. “Also, wo waren wir? Ach ja, was weißt du darüber?”. Die Bilder hatten mittlerweile gewechselt. Statt Katastrophenszenen sah man eine Runde weltbekannter Physiker die spekulierten was genau die Ursache dieses “Lochs am Himmel” wie sie es nannten war. Sogar Stephen Hawking war dabei. Ohne vorgefertigte Statements war es für ihn natürlich schwer an der Diskussion teilzunehmen. Lawrence Krauss war gerade dabei seine Theorie es handele sich um Gravitationswellen die durch eine Einstein-Rosen-Brücke geschickt wurden (schlauer Bursche das) als Tobias sich mit vorbeugte und mit beiden Armen auf den Tisch stützte.

    “Jetzt sag schon, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.”, herrschte er mich an. Ich wies auf den Fernseher. “Nun, dieser Mann liegt ziemlich richtig. Wir bekommen Besuch.”

  111. #111 Samira
    16. August 2015

    *+ zu erläutern

  112. #112 Hans
    17. August 2015

    #105 Samira

    Ich bin leider zeichnerisch komplett unbedarft, deshalb die Frage: Hat jemand Lust ein paar Illustrationen zu zeichnen?

    Ich hab gerade mal kurz überlegt, die Szenerie von der Kaverne in Blender zu visualisieren. Aber den Gedanken hab ich dann wieder verworfen, weil ich das Programm doch nicht so gut behersche wie es nötig wäre, um sowas in angemessener Zeit zuwege zu bringen.

    Trotzdem frage ich mich gerade, wie denn die 40 Säulen ungefähr angeordnet sein sollen, die Du in #104 nennst? Sollen die alle im Kreis stehen? In mehreren (konzentrischen) Kreisen? Auf einem quadratischen Raster? Oder scheinbar wahllos durcheinander, wobei sich die Anordnung aus den Lasten ergibt, die eine Säule tragen soll?
    Und wie ist das mit der Decke der Kaverne? Eine Kuppel scheint es ja eher nicht zu sein, wie ich dem Text entnehme. Aber wie stellst Du Dir das sonst vor? Eine Art Masswerk, so wie ähnlich wie in gotischen Kirchen (Kreuzrippengewölbe) oder eher was aus Rundbögen, etwa so wie die Römer Brücken gebaut haben? Oder eher eine modernere Konstruktion wie ein räumliches Fachwerk (wikipedia.org/wiki/Fachwerk#Raumfachwerk) ?
    Oder hast Du über solche Details noch gar nicht nachgedacht?? – Das würde ich Dir nicht übel nehmen, denn solche Gedanken mach ich mir auch oft erst hinterher, wenn der Text schon dasteht. Beim schreiben hatte ich nur ein unklares Bild im Kopf, das einen ersten Eindruck vermittelte, aber mehr auch nicht. Die Details waren mir selbst noch nicht klar. Oder die Gedanken entwickeln sich beim schreiben…

  113. #113 Samira
    17. August 2015

    @Hans

    Ich dachte eher an einen natürlich gewachsenen Hohlraum. Da mal höher, da mal tiefer.

  114. #114 Hans
    17. August 2015

    @Samira, #113:
    Ja okay. Gehen wir also davon aus, das der Hohlraum natürlich gewachsen ist und auch in sich stabil ist. Dann bleibt immer noch die Frage, wie Du die Säulen angeordnet haben willst? – Sollen die irgendwie im Kreis um den Mittelpunkt herum angeordnet sein? Oder doch eher auf einem quadratischen oder rechteckigen Raster, so wie bei alten griechischen bzw. ägyptischen Tempeln?

  115. #115 Samira
    17. August 2015

    Öhm. Ich werde in mich gehen 🙂

  116. #116 Samira
    17. August 2015

    Das Gespräch war recht lang. Ich erzählte Tobias von meinen Erlebnissen, der Tasche, Luther und meinem Vorfahr. Im Laufe unserer Unterhaltung wurde er immer blasser. Er sah auf einmal 10 Jahre älter aus. Als ich gerade die dritte Tasse Kaffee leerte schien er endgültig in sich zusammenzusinken. “Also, stimmt es”, stöhnte er und schlug beide Hände vor das Gesicht. Er atmete ein paar mal tief durch, dann ging ein Ruck durch seinen Körper.

    “Bisher hab ich es einfach nicht glauben wollen, weißt du?”. “Wovon redest du?”, wollte ich wissen. Ich wusste seinen Gesichtsausdruck nicht recht zu interpretieren, Entschlossenheit?. “Na das alles, ein zweiseitiges Universum, Besucher, das alles halt. Eher hätte ich an Chemtrails geglaubt. Oder das Angela Merkel jemals Kanzlerin wird”: Ein schiefes Grinsen. “Nein, das ist klar”, sagte ich. “Was meinst du mit ‘bisher’? Heißt das du wusstest”. “Ja”, schnitt er mir das Wort ab. Wir wissen schon seit langem davon, nur habe ich es nicht geglaubt. Komm mit, ich muss dir etwas zeigen.”

    Er stand auf und bedeutete den Wachen die Tür zu öffnen. Wir traten auf einen kargen Flur hinaus. Alle paar Meter gingen identische Türen ab. Etwa alle 50 Meter gab es Kreuzungen. Schilder oder Nummern gab es nicht. “Geoffrey”, zeig uns den Weg zum nächsten Fenster. Damit konnte ich nichts anfangen. Doch der einzige Gedanke den ich verlieren konnte war ein verwirrtes “Geoffrey?” als ein Glockenton erklang. Eine angenehm klingende männliche Stimme erklang und sagte, “Selbstverständlich Oberstleutnant”, als eine rot schimmernde Lichtkugel in der Luft vor uns entstand. Ich war baff. Das alles wurde langsam zuviel für mich. Angst, Zerstörung, Blut, diese Militärtypen und ein sprechender Gang mit magischen Lichtkugeln. Oh, und Bertram. Wo war er nur, ich vermisste ihn.

    “Keine Angst, Stef.”, das ist nur ein Wegweiser. “Diese Anlage ist ziemlich groß weißt du?”. “Welche Anlage?”. Er grinste. “Na, das wirst du gleich sehen.”

  117. #117 Samira
    17. August 2015

    @Florian

    Gibt’s keine Editierfunktion? Irgendwie?

  118. #118 Samira
    17. August 2015

    “Wer zur Hölle war das? Und was zum Teufel ist das da?”. Ich zeigte auf die Lichtkugel die vor uns schwebte. “Oh, das war Geoffrey. Unser guter Geist hier.”. Sein Grinsen wurde noch breiter. “Du wirst ihn mögen. Und das da ist ein Hologramm. Einfach bloß ein Licht das uns den Weg zeigt. Kommst du bitte?”

    Er setzte sich in Bewegung und mir blieb wohl nichts anderes übrig als zu folgen. Also tat ich es. Ich beschloss ein Experiment zu wagen. “Geoffrey?”. Wieder der Glockenton. “Ja, Frau Heisenberg?”. Die Stimme klang warm und freundlich, doch irgendwie unbeteiligt. Künstlich. In mir keimte ein Verdacht auf. “Geoffrey, bist du eine Maschine?”, fragte ich. “Ja, Frau Heisenberg. Möchten Sie mehr wissen?”.

    In dem Moment erreichten wir das Fenster. Jetzt war es endgültig zuviel. Ich schaute hinaus und sah, ja was? Einen riesigen Hohlraum mit massiven säulenartigen Gebäuden gespickt. Sie standen unregelmäßig an Punkten verteilt die mein Physikerverstand automatisch als neuralgische Stellen identifzierte. Stützen. Dazwischen Straßen, Häuser und Menschen. Verdammt viele Menschen. Das da draußen war eine Stadt. Ich schaute Tobias an. “Willkommen in Downtown. Willkommen in der Arche.”, war sein trockener Kommentar.

  119. #119 Samira
    18. August 2015

    [Zwischenspiel]

    Erika Steinbach war verzweifelt. Stundenlang hatte sie ihre Kinder gesucht. Die Schule ein einziger Trümmerhaufen gewesen. Nur vereinzelt standen noch Steine aufeinander. Trotzdem hatte sie sich mit anderen Eltern und ein paar Feuerwehrleuten durch den Schutt gewühlt, immer angetrieben von der Sorge um ihren Nachwuchs, als plötzlich eine Stimme erklang die sie erkannte. “Mama, Mama!”. Sie fuhr herum und sah ihre beiden Töchter auf sie zu rennen. Erika ließ den Brocken fallen den sie gerade zur Seite wuchten wollte und fuhr herum. “Chantal! Jaqueline!”, schrie sie auf.

    Dann kam ein Steinbrocken ins rutschen und riss andere mit sich. Im nu entwickelte sich eine Lawine die eine Reihe Helfer unter sich begrub. Und dann erreichte sie Erika. Mit einem beherzten Spring schaffte sie es sich vor dem Schlimmsten zu schützen, trotzdem wurde sie von Trümmern überrollt. Nur ihr Oberkörper war noch frei als ihre Töchter sie erreichten. Alle weinten. “Halt durch Mama, wir holen dich da raus.”, schluchzte die Jüngste der Familie. “Ja, bitte. Du schaffst das, Mama, Bitte!”. Die Kinder versuchten die Steine wegzuräumen, doch Erika wusste es war zu spät. Sie spürte ihre untere Körperhälfte nicht mehr. Und sie wurde zunehmend schwächer. “Nein. Nein, ihr müsst euch in Sicherheit bringen”: Sie hustete. Hustete Blut. “Bitte, ihr müsst weg von…”. Ihre Stimme brach und ihr Blick wurde glasig. Sie war tot. Das Objekt das sich in diesem Moment aus dem Portal schob und den Himmel verdunkelte sah sie schon nicht mehr.

  120. #120 Samira
    18. August 2015

    @Hans

    Da hast du deine Antwort 🙂

  121. #121 Samira
    18. August 2015

    @all
    Und wer findet die Referenz in #118?

  122. #122 Hans
    18. August 2015

    @Samira, #120: Danke schön. 🙂
    Das ist wahrscheinlich auch die beste Idee so. Ich hab heute mal etwas experimentiert, bin bisher aber nur auf einen einzigen grünen Zweig gekommen. Das war eine Anordnung der Säulen in 3 konzentrischen Kreisen um den Mittelpunkt herum, wobei ich in der Mitte selbst aber keine Säule postiert habe. Bei Anordnungen auf einem quadratischem Raster wurden es entweder viel mehr als 40 Säulen, oder es waren zu wenige, wenn ich den Abstand zwischen den Säulen grösser gemacht habe. Bliebe noch ein Dreiecksraster, das ich jetzt noch für mich selbst ausprobieren werde. Dabei ordne ich die Mittelpunkte der Säulen auf den Eckpunkten von regelmässigen Dreiecken an. Mal sehen, was dabei heraus kommt…

  123. #123 Florian Freistetter
    18. August 2015

    @Samira: “Gibt’s keine Editierfunktion?”

    Leider nicht…

  124. #124 Tina_HH
    18. August 2015

    Ich versuche aus dem Bett aufzustehen, was mir beim dritten Versuch mit großer Mühe endlich gelingt. Auf wackeligen Beinen steuere ich auf das Fenster zu. Ich will endlich wissen, was da draußen zu sehen ist. Und dann bin ich echt erstaunt – denn ich sehe so gut wie nichts. Ein schwacher Lichtschein dringt durch die Wolken, aber sonst ist da nichts. Keine Häuser, keine Straßen, keine Menschen, keine Autos, einfach nichts. Diese leere Landschaft verwirrt mich. Wenn ich wirklich in Leipzig im Krankenhaus sein sollte, müsste doch was zu sehen sein. Irgendwas stimmt hier eindeutig nicht. In meinem Kopf ist ein Presslufthammer bei der Arbeit. Verdammt.
    Ich tapse weiter zur Tür und öffne sie vorsichtig. Vor mir sehe ich eine Art Vorraum, vielleicht neun Quadratmeter groß, mit zwei Türen, eine rechts, eine geradeaus. Ich öffne die Tür an der rechten Seite. Ein kleines Badezimmer mit Dusche und WC. An einem Haken hängt ein grüner Bademantel, na immerhin. Dann versuche ich die andere Tür zu öffnen. Sie müsste dann ja wohl nach draußen führen, auf den Krankenhausflur. Aber ist dies überhaupt ein Krankenhaus, schiesst es mir durch den Kopf. Ich drücke die Türklinke runter. Nichts tut sich. Ich rüttele noch ein bißchen, aber das bringt nichts. Die Tür ist abgeschlossen. Okay, das ist eindeutig nicht normal. Seit wann werden Zimmer in Krankenhäusern abgeschlossen?
    Meine Knie werden weich und fast falle ich hin. Ich überdenke kurz meine Situation. Ich bin höchstwahrscheinlich nicht in einem Krankenhaus. Ich bin eingesperrt. Und dieser mehr als merkwürdige Typ namens Anubis hat mich vorhin eindeutig bedroht. Ausserdem habe ich eine Gehirnerschütterung mit entsetzlichen Kopfschmerzen, diverse Wunden, kein Telefon sowie nichts zu trinken und keine Zigaretten. Sieht alles in allem also nicht so gut aus…
    Ich gehe zurück in mein Zimmer und lege mich aufs Bett. Ich muss mir was einfallen lassen. Denn eins ist zumindest klar: ich muss hier so schnell wie möglich weg.

  125. #125 Tina_HH
    18. August 2015

    Ich versuche meine Möglichkeiten abzuschätzen. Wenn ich fliehen will, bleibt wohl nur ein Sprung aus dem Fenster. Also stehe ich wieder auf und wanke entschlossen zum Fenster, um mir nochmal genauer die Umgebung anzusehen. Immerhin, das Fenster hat einen normalen Griff und lässt sich problemlos öffnen. Angenehm kühle Nachtluft kommt mir entgegen. Ich beuge mich hinaus und versuche die Höhe bis zum Boden abzuschätzen. Offensichtlich bin ich im ersten Stock, ein Sprung könnte also klappen.
    Vorher sollte ich aber wohl besser noch irgendwas anderes anziehen, denn eine Flucht im OP-Hemd wäre wenig witzig. Der grüne Bademantel fällt mir wieder ein. Und bevor ich springe, sollte ich vielleicht nochmal gründlich die beiden Räume absuchen. Vielleicht finde ich ja noch irgendwas anderes, was nützlich sein könnte. Als erstes gehe ich ins Bad, ziehe den Bademantel über und finde dann noch in der Dusche ein Paar Badelatschen. Nun ja, besser als gar keine Schuhe. Mehr ist hier aber nicht zu holen.
    Zurück in meinem Zimmer schaue ich mich um. Da ist nur das Bett. Keine Schränke, nicht mal ein Nachttisch. Das hätte mir eigentlich auch schon früher auffallen können, denke ich. Das wars dann wohl. Also nichts wie weg hier.
    Das geöffnete Fenster lächelt mir entgegen. Ich schwinge mich ganz vorsichtig auf die Fensterbank, versuche, die hämmernden Kopfschmerzen zu ignorieren und lasse meine Beine draußen hinabbaumeln. Noch ein letzter innerer Ruck und dann springe ich ins Dunkel…

  126. #126 Tina_HH
    18. August 2015

    Ich lande ziemlich hart auf dem Boden. Verdammt, tut das weh. Ich unterdrücke einen Schrei und blicke mich dann benommen um. Um mich herum ist es ziemlich finster. Offensichtlich bin ich in einem Blumenbeet gelandet. Mühsam rappele ich mich auf und überlege kurz, was ich nun machen soll.
    Alles ist ruhig. Eigentlich ein gutes Zeichen. Ich blicke an der Fassade des Hauses hoch, aus dem ich gerade entkommen bin, alles ist dunkel und still, keine beleuchteten Fenster. Nichts, nur Dunkelheit.
    Das Gelände um mich herum ist kaum zu überblicken. In einiger Entfernung sehe ich plötzlich einen schwachen Lichtschein. Ein Gebäude? Eine Tür? Ein beleuchtetes Fenster hinter dunklen Gardinen? Das sollte ich mir vielleicht mal aus der Nähe ansehen…

  127. #127 Samira
    18. August 2015

    “Das ist… Das ist… Wo zur Hölle bin ich?”, stotterte ich. Der Anblick war überwältigend. Die schiere Größe dieses Raumes? Höhle? Sie brachte mein Gehirn aus dem Takt. Das konnte unmöglich wahr sein. Ich zwickte mich um zu sehen ob ich nicht träume. Aua. Das war es also nicht. “Ich sagte doch, das ist die Arche.”. Er grinste schon wieder! “Und was zum Teufel noch eins soll das bitte heißen?”, fuhr ich ihn an. “Bist du jetzt Noah oder was. Arche! Was für ein Scheiß!”.

    Nach allem was ich durchgemacht hatte sowas. Als hätte der ganze Stress nicht für ein halbes Leben ausgereicht. “Kein Scheiß. “Das”, er wies ausladend auf die Umgebung, “ist eine Rückversicherung. Ein Bunker wenn du so willst. Ein sehr großer Bunker. Wir befinden uns etwas mehr als einen Kilometer unter der Erde. Erschreckend, ich weiß. Aber es hat seine Vorteile, man spart nämlich die Heizkosten”. Wie konnte er in so einer Situation noch Witze machen. Arroganter Bastard. Aber so kannte ich ihn ja. Mir schossen tausend Fragen durch den Kopf. “Ok. Nehmen wir mal an ich nehme dir das ab”, sagte ich. “Welchen Sinn hat das alles? Das muss doch ein Heidengeld Kosten. Und für wen”. Er hob die Hand und ich verstummte. Er drehte sich zu mir und legte mir die Hand auf die Schulter. “Ich verstehe das du Fragen hast Stef. Und glaub mir viele davon wirst du beantwortet bekommen. Was deine erste Frage angeht, diese Anlage ist dazu da das die Deutschen das da”, er wies nach oben, “überleben. Natürlich nicht alle. Aber doch ziemlich viele. In anderen Ländern gibt es sowas auch. In den USA alleine 10 davon.”

  128. #128 Samira
    18. August 2015

    “Aber nun komm. Jemand möchte dich gerne sprechen. Geoffrey, Aufzug”. Schon wieder der Glockenton. “Aber gern Herr Oberstleutnant”. Im Gang schwebte auf einmal wieder die Lichtkugel. Ich hatte gar nicht bemerkt das sie verschwunden war. Sie setze sich im Schritttempo in Bewegung und wir folgten ihr. Ich konnte verstehen das man so etwas brauchte. In diesen ewig langen gleichförmigen Fluren konnte man sich sicher rasch verirren.

    Mir fiel Bertram wieder ein. “Was ist mit meinem Begleiter passiert?”, fragte ich. “Du meinst den Mann den wir im Wald aufgegriffen haben?”. “Na wen den sonst?”, ätzte ich. “Seh ich vielleicht so aus als würde mir einen Harem halten?”. Wir haben ihn aus dem Krankenhaus abholen lassen und in eine unserer, sagen wir mal, ‘Einrichtungen’ bringen lassen. Dummerweise hat er sich unserem, äh, Zugriff entzogen. Anscheinend ist er aus dem Fenster gesprungen. Wir wissen nicht wo er ist. Aber wir suchen ihn”. Ich wunderte mich wie wichtig das für mich war. Ich kannte den Kerl doch kaum. Und doch… Wir kamen an einem Fahrstuhl an und der Wegweiser erlosch in einem Funkenregen. Ich dachte gerade “Na da hat sich aber einer Mühe gegeben” als die Fahrstuhltüren sich öffneten. Wir traten ein. Es gab keine Knöpfe. “Geoffrey, Rohrbahn”. Gong. Das Geräusch fing an mir auf die Nerven zu gehen. Der Fahrstuhl beschleunigte nach Unten.

  129. #129 Tina_HH
    19. August 2015

    Ziemlich langsam humpele ich los, in Richtung des schwachen Lichtscheins. Viel ist nicht zu sehen. Das Gelände ist uneben, voller Schlaglöcher und irgendwelchen niedrigen Büschen, die an meinen Beinen kratzen. Am Himmel sind riesige dunkle Wolken zu sehen. Da die Wolken nicht orange-gelb von unten leuchten, sondern das schwache Licht hinter den Wolken durchzuschimmern scheint (vielleicht der Mond?), ist es insgesamt erstaunlich dunkel hier draußen. Keine Lichtverschmutzung zu sehen, eine größere Stadt scheint also nicht in der Nähe zu sein. Was meine Vermutung bestätigt, dass ich nicht in Leipzig sein kann. Offensichtlich bin ich irgendwo in der Pampa. Aber wo nur?
    Die Lichtquelle, auf die ich mich mühsam zubewege, kommt langsam näher und ich erkenne einige vage Umrisse. Ein kleines Haus? Eine Hütte? Dann stolpere ich plötzlich und falle fast hin. Verdammte Axt! Diese Badelatschen sind für Nachtwanderungen eindeutig ungeeignet.
    Und dann fällt mir Stefanie wieder ein. Wo sie wohl ist und wie es ihr wohl geht? Die ganze Aktion hier wäre auf jeden Fall erheblich erfreulicher, wenn sie bei mir wäre, soviel steht fest. Alleine bei Nacht durch unbekanntes, unwegsames Gelände zu stapfen ist nicht gerade das, was man unter allgemeine Lebenswünsche verbuchen könnte. Zumal wenn man nur mit einem OP-Hemd und einem Bademantel bekleidet ist, weder Geld, Papiere oder ein Handy bei sich hat und zudem noch unter schrecklichen Kopfschmerzen leidet.
    Ich fange gerade an, mich selbst zu bemitleiden, als mir klar wird, dass das nicht die allerbeste Idee ist, wenn ich aus dieser Sache hier heil herauskommen will. Jetzt reiss dich mal zusammen, Bertram! Und weiter geht’s.

  130. #130 Tina_HH
    19. August 2015

    Das Objekt vor mir scheint tatsächlich eine kleine Hütte zu sein, so viel erkenne ich jetzt. Das Licht kommt von einer schwachen Funzel neben dem Eingang. Weit ist sie nicht mehr entfernt und ich verspüre eine gewisse Erleichterung. Vielleicht ist da jemand, der mir helfen kann.
    Als ich näher komme, erkenne ich, dass die Hütte reichlich heruntergekommen aussieht, alt, düster und schief steht sie da, zwischen einigen halbhohen Bäumen auf einem ungepflegten Grundstück. In der Mitte der Vorderfront befindet sich eine Holztür und rechts und links davon jeweils ein kleines dunkles Fenster.
    Der Wind frischt auf. Die düsteren Wolken ziehen nun schneller am Himmel und noch immer ist es merkwürdig still um mich herum. Keine Tierlaute sind zu hören, kein Rascheln, kein Fiepen oder sonst irgendetwas, was auf Leben hinweisen würde.
    Als ich endlich direkt vor der Hütte stehe, atme erstmal tief durch und horche an der Tür. Aus der Hütte dringt nur Stille. Ich klopfe dreimal an der Tür und warte. Nichts. Ich klopfe nochmal und rufe etwas zögerlich: „Hallo! Ist da jemand?“ Keine Reaktion.
    Plötzlich läuft mir ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter und ich drehe mich abrupt um. Doch hinter mir ist nichts zu sehen, nur tintenschwarze Leere. Ich drehe mich wieder zur Tür und klopfe nochmal, diesmal energischer und rufe, nun lauter: „Hallo! Bitte machen Sie auf! Ich brauche Hilfe!“ Ich lausche, doch aus der Hütte dringt kein Geräusch an meine Ohren. Entweder ist da wirklich niemand oder aber jemand stellt sich tot. Irgendwas ist hier verdammt unheimlich.
    Eine Welle der Verzweiflung überflutet mich. Mir wird ganz plötzlich wieder schwindelig und ich sacke vor der Tür auf dem Boden zusammen. Das wenige Licht verschwindet und um mich herum ist von einer Sekunde zur anderen alles nur noch schwarz.

  131. #131 Samira
    19. August 2015

    [[ Plotvorschlag. Die Hütte könnte einer der geheimen Eingänge zu ‘Downtown’ sein ]]

  132. #132 Tina_HH
    19. August 2015

    Als ich langsam wieder aufwache, merke ich, dass ich noch immer vor der Tür der Hütte liege. Mir ist kalt. Ich blicke in den Himmel und sehe jetzt ein ganz anderes Bild. Die schwarzen Wolken sind größtenteils weggezogen und geben den Blick frei auf einen Himmel, der übersät ist mit funkelnden Sternen. Wie gigantisch, einfach wunderschön! Durch das Sternenlicht kann ich die Landschaft viel weiter überblicken als zuvor. Sie ist weitestgehend flach mit nur einigen kleineren Hügeln und bedeckt von Büschen und wenigen niedrigen Bäumen. Am Horizont meine ich ganz schwach etwas leuchten zu sehen, aber das kann auch Einbildung sein.
    Ich stehe vorsichtig auf, bloß keinen neuen Schwindelanfall provozieren. Und dabei merke ich, dass es mir jetzt besser geht. Die Kopfschmerzen, die mich vorher die ganze Zeit gequält hatten, sind weg. Ein leises Glücksgefühl macht sich breit und mit neuer Hoffnung klopfe ich wieder an die Tür.
    Die Tür quietscht leise in den Angeln und geht ein Stück weit auf. Ich bin überrascht. War sie vorhin auch schon offen, ohne dass ich das gemerkt habe? Ich weiß es nicht. Ich öffne die Tür ganz und trete in die Hütte.
    Ich suche nach einer Lampe, einem Lichtschalter. Ob es hier Strom gibt? Ich taste ein bißchen herum und werde links der Tür fündig. Ich drehe an einem altmodischen Lichtschalter und schlagartig wird es hell. In der Mitte des Raumes hängt eine Lampe über dem einfachen Holztisch. Der Raum ist insgesamt nicht allzu groß, am Tisch stehen zwei Stühle. An der linken Wand befindet sich ein einfaches Bett mit einer Anrichte und an der rechten Seite stehen ein kleiner Schrank und eine Spüle.
    Es gibt keine weiteren Türen, also scheint die Hütte nur aus diesem einen Raum zu bestehen. Es ist niemand außer mir hier, das ist jetzt klar.
    Ich schließe die Tür hinter mir, setze mich an den Tisch und blicke mich nun gründlicher um. Auf dem Boden hinter dem Tisch fällt mir eine Luke auf. Sollte es hier noch einen Keller geben?

  133. #133 Tina_HH
    19. August 2015

    @Samira
    Bertram wird sicher irgendwann die Luke öffnen. 😉

  134. #134 Tina_HH
    19. August 2015

    Ich sitze eine Weile an dem schmuddelig wirkenden Holztisch und denke über meine Lage nach. Um mich herum ist es vollkommen still. Fürs Erste sollte ich einfach eine Weile hierbleiben, beschließe ich. Die Hütte ist zwar nicht gerade ein Fünf-Sterne-Hotel (selbst ein Stern wäre noch sehr geschmeichelt), aber immer noch besser als kein Dach über dem Kopf zu haben.
    Ich stehe auf, gehe zur Spüle und drehe den Wasserhahn auf. Das Wasser, das herausfliest, sieht erstaunlich frisch aus. Ich trinke einige Schlucke und merke, dass ich bis auf die Knochen erschöpft und müde bin. Ich tapse rüber zu dem schmalen Bett und lege mich hin. Es ist bequemer als es auf den ersten Blick aussieht. Ich werde mich jetzt endlich mal richtig ausruhen, denke ich noch und schlafe sofort ein.

  135. #135 Samira
    22. August 2015

    [[ sry, bin gerade verhindert, heute nachmittag geht’s weiter ]]

  136. #136 Kyllyeti
    22. August 2015

    (Ein kleiner, völlig unwichtiger Nebenstrang – mit dem ich mich in keinster Weise in die Haupthandlung einmischen möchte – , an ein unwichtiges Detail aus #56 anknüpfend:)

    Xrotomectapoatl: “Puuh – bin ich froh, dass dieser Job endlich vorbei ist – wenn auch ein bißchen unerwartet und plötzlich … ”

    Perco¾: “Ach, für uns Anfänger war das ja noch nie ein Zuckerschlecken …  Aber um so’n Sch… Volontariat auf irgendsoeinem popeligen Planeten – da kommt leider kaum noch einer drum rum. Jedoch – ich denke, wir haben jetzt 110 Jahre ordentliches Rauschen hingelegt und haben nun die besten Chancen auf ‘was Besseres … Auch wenn eigentlich unser Agent beim Forstamt über den Abschluß unseres Jobs hier hätte entscheiden müssen, und nicht diese *unvorhersehbaren Umstände* …”

    Xrotomectapoatl: “Lass bitte diese *süffisanten* Bemerkungen. Mein Onkel hat damit nichts zu tun. Das haben die hiesigen ILF (“Intelligente LebensFormen” – Anm. d. Verf.) im wesentlichen selbst zu verantworten …  soweit ich das überblicke.”

    Perco¾: “Ja, kann gut sein … bei denen ist inzwischen ja so gut wie alles möglich. Und auch wenn er inzwischen korrekt bis auf die Markstrahlen sein sollte …   😉   … leg bitte ein gutes Wort bei deinem Onkel für mich ein … Schon so eine ganz kleine Hilfsassistentenstelle beim kosmischen Hintergrundrauschdienst wäre schon die halbe Erfüllung aller meiner Lebensträume … du fängst ja auch demnächst dort an, *habe ich rein zufällig so erfahren* …

    Xrotomectapoatl: “…  Na gut … unsere Zusammenarbeit war ja bisher auch sehr gut … das ließe sich vielleicht fortsetzen.    …    ….  …  Ach ja – weißt Du noch, wie toll wir uns gemeinsam amüsiert haben, als die hiesigen ILF *unser* Hintergrundrauschen entdeckten … ? ”

    Perco¾: “Klar. Das Erleben solch eines *historischen Momentes*  😉  auf einem Hinterhofplaneten ist schon die ganzen Entbehrungen eines Volontariats auf jeden Fall wert …   🙂  .  … Ich hätte ja auch noch gerne miterlebt, wenn die das mit den Paréidolanern bemerken … müsste bald soweit sein … aber – man kann ja nicht alles haben … Auf jeden Fall schon mal Danke, dass Du dich für ich bemühen willst!

    Bis demnächst dann, in neuer Frische, alter Freund, hoffe ich …”

     

  137. #137 Tina_HH
    22. August 2015

    Als ich aufwache, scheint mir die Sonne direkt ins Gesicht. Im ersten Moment weiss ich nicht, wo ich bin, aber dann erkenne ich die karge Hütte und nach und nach fällt mir alles wieder ein, was ich in den letzten Tagen erlebt habe. Welch ein verdammtes Chaos!
    Aber wenigstens keine Kopfschmerzen für den Augenblick, wie angenehm. Dafür verspüre ich nun ziemlichen Durst und vor allem Hunger. Also muss ich wohl aufstehen. Ich gehe kurz vor die Hütte, um zu pinkeln und stelle fest, dass die Landschaft bei Sonnenschein betrachtet wesentlich freundlicher wirkt als letzte Nacht bei meiner wilden Flucht. Sanfte grüne Hügel, eigentlich sehr hübsch. Noch immer ist alles still und niemand zu sehen, auch keine Tiere. Reichlich einsame Gegend hier.
    Über die Spüle gebeugt trinke ich gierig Wasser, wasche mich und suche dann nach Essbarem. Doch weder im Schrank, noch in der Anrichte finden sich irgendwelche Lebensmittel. Verdammt, ich habe Hunger!
    Da fällt mein Blick auf die Luke im Boden. Vielleicht befindet sich darunter ja ein Vorratskeller – mit vielen leckeren Lebensmitteln, geht es mir durch den Kopf. Klar, da muss ich nachsehen…

  138. #138 Tina_HH
    23. August 2015

    Obwohl die Luke reichlich verrottet aussieht, klemmt sie kein bißchen und lässt sich überraschend leicht öffnen. Es riecht muffig. Eine schmale steile Kellertreppe kommt zum Vorschein. Viel ist da unten nicht zu sehen.
    Ich halte mich am Geländer fest und gehe vorsichtig die ersten Stufen nach unten. Diese Badelatschen machen mich echt fertig. Was gäbe ich nicht alles für ein paar vernünftige Schuhe. Auch blöd, dass ich keine Taschenlampe habe. Aber egal, mein Magen knurrt und vielleicht finde ich da unten ja was Essbares.
    Nach gut einem Dutzend Stufen stehe ich in einem dämmerigen quadratischen Raum mit gemauerten Wänden, in dem es feucht riecht. Der Raum ist vollkommen leer, nur an einer Wand findet sich eine Tür. Na gut, dann eben weitersuchen.
    Ich gehe zur Tür, die erstaunlich massiv aussieht. Stahl? Sehr merkwürdig, hier im Keller dieser verwarzten Null-Sterne-Hütte. Ich drücke die Klinke nach unten. Im selben Augenblick als die Tür sich leise öffnet, geht ein gleissend helles Licht an und was ich nun sehe, übertrifft alles, was meine bisherige Vorstellung für möglich gehalten hätte. Ich bin mal wieder kurz davor umzukippen, aber diesmal schaffe ich es, auf den Beinen zu bleiben und rufe laut (obwohl es niemand hören kann): “Verdammt, ich glaub es nicht! Was ist das denn? “

  139. #139 Tina_HH
    23. August 2015

    Direkt vor mir befindet sich ein in helles Neonlicht getauchter Flur, strahlend weiss, vollkommen sauber – der Kontrast zu der Hütte oben könnte nicht größer sein – und was das absolut Verblüffendste überhaupt ist: Am Ende des Flures befindet sich tatsächlich ein Fahrstuhl!
    Ich überlege kurz, ob ich aufgrund meiner Verletzungen und der Gehirnerschütterung noch alle Sinne beisammen habe und ob dieses Bild wirklich real sein kann, komme dann aber ziemlich schnell zu dem Schluss, dass sich alldies so überaus realistisch anfühlt, dass es nur echt sein kann. Wie auch all die anderen Merwürdigkeiten, denen ich zuvor schon begegnet bin.
    Also gehe ich zur Fahrstuhtür. Es gibt nur einen Knopf und der zeigt nach unten. Irgendwie logisch, denke ich und muss plötzlich leicht hysterisch kichern. Vielleicht sollte ich ihn mal drücken, um zu sehen, was passiert. Viel schlimmer kanns ja eigentlich sowieso nicht mehr werden. Also drücke ich den Knopf und sofort öffnet sich mit einem leisen “Pling” die Tür. Ich fasse es nicht. Vor mir erscheint eine blitzblanke Fahrstuhlkabine, deren Rückwand verspiegelt ist und nun sehe ich zum ersten Mal seit diesen ganzen Ereignissen mich selbst. Erstaunlich, dass ich mich überhaupt noch erkenne, denn der Anblick ist wirklich nicht der Tollste. Ein sehr blasser Mann mittleren Alters mit zerzausten braunen Haaren, tiefen Augenrändern in einem ausgemergelten Gesicht, unrasiert, mit einem Verband an der Stirn, zudem bekleidet mit einem grünen Bademantel und Badelatschen. Meine Güte, ich sah wirklich schon mal besser aus. Dann muss ich wieder lachen, denn meine Situation sollte eigentlich keinen Raum mehr für Eitelkeiten offen lassen. Es ist alles so absurd.
    Und um das alles noch zu toppen, höre ich plötzlich eine künstliche Stimme, die sagt. “Bitte steigen Sie ein. Es geht abwärts.”

  140. #140 Tina_HH
    23. August 2015

    Soll ich das wirklich tun? Ich überdenke kurz die Alternativen. Oben in der ollen Hütte wartet wirklich nichts auf mich, worauf ich mich freuen würde. Ich könnte die Hütte natürlich verlassen und weiterziehen, irgendwohin. Aber in dieser endlosen verlassenen Gegend wäre eine längere Wanderung in meinem momentanen Zustand äusserst mühsam und der Ausgang ebenfalls ungewiss. Zurück zum “Krankenhaus”? Niemals! Ich denke kurz an Anubis und sofort läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Den Kerl will ich so schnell nicht wiedersehen, das steht fest.
    Also bleibt der Fahrstuhl. “Warum eigentlich nicht?” denke ich und steige ein.
    Die Tür schliesst sich augenblicklich mit einem leisen “Pling” und schon ertönt wieder diese künstlich klingende Stimme:
    “Herzlich Willkommen im Transportsystem Arche-X2. Wir bringen Sie nun zur Basisstation, Sektion X-28B-Alpha-Z. Die Fahrt wird voraussichtlich 58 Minuten und 12 Sekunden dauern. Entspannen Sie sich und geniessen Sie die Reise mit Arche-X2.”
    Wie bitte? Ich erschrecke fürchterlich, als auch schon ein Ruck durch den Fahrstuhl geht und er spürbar an Fahrt aufnimmt. Mir wird flau im Magen und ich frage mich leicht panisch, ob es wirklich so eine gute Idee war, in dieses Ding einzusteigen. Aber nun ist es zu spät. Es ist auf dem Weg…

  141. #141 Tina_HH
    23. August 2015

    Es geht eine ganze Weile in die Tiefe, dann bremst der Fahrstuhl ab und macht eine seitliche Bewegung. Zumindest fühlt es sich so an, denn sehen tue ich nichts. Dieses Ding hat nicht mal Bedienknöpfe, stelle ich fest. Nichts, nur den verdammten Spiegel, der mir mein entsetztes Gesicht zeigt und einen kleinen Sitz an der linken Wand. Gut, hinsetzen wäre jetzt vielleicht nicht die schlechteste Idee, denke ich und lasse mich erschöpft auf den Sitz fallen. Was hatte die verdammte Stimme gesagt? Arche-X2. Basisstation. Reisezeit 58 Minuten?
    Ich frage mich, was das bedeuten soll. Mir fällt keine sinnvolle Antwort ein.
    Der Fahrstuhl wird anscheinend wieder schneller und nun höre ich auch ein leises Rauschen und ein rhythmisches Hämmern. Was ist das nur? Ich will hier raus!

  142. #142 Tina_HH
    23. August 2015

    “Hilfe! Anhalten!” Ich hämmere mit beiden Fäusten gegen die Fahrstuhlwand. Ich weiss, dass das nichts bringt, aber mir fällt im Moment einfach nichts Besseres ein. Erstaunlicherweise bremst der Fahrstuhl ab.
    “Hallo Gast. Gibt es ein Problem? Wie kann ich helfen?” ertönt plötzlich diese künstliche körperlose Stimme.
    “Äh, hallo, wer sind Sie? Wo bin ich?” frage ich total verdaddert.
    “Ich bin Zundra-X2, ihre freundliche Fahrstuhl-Begleit-KI. Sie befinden sich im Transportsystem Arche-X2. Wir bringen Sie zur Basisstation, Sektion X-28B-Alpha-Z. Die weitere Fahrt wird voraussichtlich noch 43 Minuten und 27 Sekunden dauern. Ich höre, Sie sind gestresst. Bitte entspannen Sie sich und geniessen Sie die Reise mit dem modernen Arche-X2-System.”
    “Was für eine Basisstation? Was ist das?”
    “Ich verstehe Ihre Frage nicht, Gast. Können Sie sie bitte anders formulieren?”
    “Verdammt! Ich will einfach nur wissen, wo Sie mich hinbringen!”
    “Wir bringen Sie zur Basisstation, Sektion X-28B-Alpha-Z…”
    Ich bin kurz davor, die Beherrschung zu verlieren.
    “Also gut, was können Sie mir über die Basisstation erzählen?”
    “Ich bin nicht befugt, Auskünfte über die Basisstation zu erteilen, Gast. Meine Aufgabe ist es, Ihnen die Reise so angenehm wie möglich zu machen. Was kann ich für Sie tun? Möchten Sie vielleicht zur Entspannung etwas Musik hören?”
    “Also gut, meinetwegen.”
    “Sehr schön, Gast. Sie hören nun die Sinfonie Nr. 7 e-moll von Gustav Mahler.”
    Na das passt ja super, denke ich und lehne mich auf dem Fahrstuhlsitz zurück. Der Fahrstuhl beschleunigt und ich schliesse die Augen und lausche der Musik.

  143. #143 Tina_HH
    23. August 2015

    Mitten im dritten Satz bricht die Musik plötzlich ab (ich muss wohl halb weggedämmert sein) und die Stimme von Zundra-X2 ist wieder zu hören: „Hallo Gast! Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir die Basisstation, Sektion X-28B-Alpha-Z in drei Minuten erreichen. Soll ich die Fahrt verlangsamen, damit Sie die Sinfonie noch zu Ende hören können?“
    „Nein danke, Zundra-X2. Ich möchte lieber so schnell wie möglich ankommen.“ Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
    „Sehr wohl, Gast. Dann werde ich die Fahrt noch ein wenig beschleunigen, so dass wir die Basisstation in einer Minute und 20 Sekunden erreichen.“
    Der Fahrstuhl beschleunigt tatsächlich und ich frage mich, was wohl als nächstes auf mich wartet.
    „Hallo Gast! Wir erreichen jetzt die Basisstation. Ich möchte mich nun von Ihnen verabschieden. Vielen Dank, dass Sie mit dem Transportsystem Arche-X2 mit intelligenter Begleit-KI gereist sind. Ich hoffe, Sie haben die Fahrt genossen. Bis zum nächsten Aufenthalt in unserem modernen und komfortablen Transportsystem wünsche ich Ihnen alles Gute und empfehlen Sie uns bitte weiter! Auf Wiedersehen!“
    Komfortabel? Nun ja. „Auf Wiedersehen“ nuschele ich, man ist ja höflich. Der Fahrstuhl stoppt und mit einem „Pling“ geht die Tür auf. Ich bin zunächst etwas verwirrt und stolpere aus dem Fahrstuhl direkt in einen hell erleuchteten langen Flur.

  144. #144 Tina_HH
    23. August 2015

    (Ein Teil der Geschichte hängt noch in der Mod. – nur zur Info.)

  145. #145 Tina_HH
    23. August 2015

    Ich blicke mich um. Nichts zu sehen, ausser einer langen Reihe von Neonröhren an der Decke. „Wo bin ich?“ frage ich in den Raum und siehe da, in ungefähr einem Meter Entfernung materialisiert sich vor meinen Augen eine rotierende blaue Kugel. „Willkommen Gast! Ich bin Archie-X1, Ihre freundliche Begleit-KI in der Basisstation und werde mich nun um Sie kümmern. Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise.“
    „Äh ja, hatte ich. Wo bin ich hier?“
    „Sie befinden sich in der Basisstation, Sektion X-28B-Alpha-Z. Was ist Ihr genaues Ziel?“
    „Hm, das weiss ich noch nicht genau.“
    „Kein Problem. Soll ich Sie ein wenig herumführen?“
    „Das wäre nett.“
    „Bitte folgen Sie mir, Sir.“
    Die blaue Kugel setzt sich in Bewegung und ich folge ihr. Ich stelle fest, dass mich nach den Ereignissen der letzten Tage nichts mehr so schnell schockieren kann – auch nicht eine sprechende blaue Kugel, die Archie-X1 heisst.

  146. #146 Tina_HH
    23. August 2015

    Wir gehen schweigend den endlos langen Flur entlang, d.h. ich gehe und Archie schwebt, als mir noch etwas einfällt:
    „Archie, könntest du mir einen Gefallen tun? Ich habe ziemlichen Hunger. Könntest du mir was zu essen besorgen? Ach ja, und wenn wir schon dabei sind, ich würde mich auch gerne umziehen. Ich bräuchte ein paar neue Klamotten.“
    „Aber sicher, Sir. Was möchten Sie zuerst tun? Essen oder sich umziehen?“
    „Nenn mich bitte nicht immer Sir, Archie. Ich heisse Bertram. Also einfach Bertram und du. Ich glaube, ich möchte zuerst was essen. Ein schönes kontinentales Frühstück bitte. Recht üppig, wenn´s geht.“
    „Kein Problem, Bertram. Dann gehen wir ins Restaurant „Zur Lagune“. Bitte folge mir.“
    Wir biegen einmal links und einmal rechts ab, als mir plötzlich einfällt, dass es vielleicht doch keine so gute Idee ist, mit dem grünen Bademantel und den Badelatschen ein Restaurant zu betreten. Wie peinlich wäre das denn!
    „Äh, halt Archie! Ich habe es mir anders überlegt. Ich möchte mich doch lieber erst umziehen.“
    „Kein Problem, Bertram. Dann gehen wir als erstes zur Kleiderkammer. Bitte folge mir.“ Archie schwebt abrupt ein Stück zurück und dann in die entgegengesetzte Richtung davon. Also nichts wie hinterher. Nach etlichen weiteren langen Fluren und diversen Abzweigungen habe ich endgültig die Orientierung verloren. Bisher ist uns niemand begegnet und ich hoffe, dass das auch so bleibt, zumindest bis ich mich umgezogen habe.
    Plötzlich stoppt Archie vor einer unscheinbaren Tür. „Wir haben unser Ziel erreicht. Bitte folge mir in die Kleiderkammer, Bertram.“
    Wir betreten einen Raum mit Regalen an sämtlichen Wänden, auf denen sich, soweit ich das überblicken kann, jede Menge unterschiedlichster Kleidungsstücke stapeln, einige hängen auch dekorativ auf Bügeln. Na, das sieht doch gut aus. Ich gehe zielstrebig auf ein Hosenregal zu und ziehe eine Jeans meiner Lieblingsmarke heraus. Klasse, die Löcher sind schon an den richtigen Stellen eingearbeitet. Meine Laune steigt merklich.

  147. #147 Hans
    24. August 2015

    @Tina_HH: Sehr schön. 🙂

  148. #148 Tina_HH
    24. August 2015

    @Hans
    Danke für die positive Rückmeldung, freut mich 🙂 .
    Man schreibt hier ja irgendwie so ins Blaue hinein und weiss nicht, ob das alles überhaupt gelesen wird oder wie es so ankommt.

    In den letzten Tagen hat mir das Schreiben jedenfalls viel Spaß gemacht. Wenn ich ausreichend Zeit und Muße finde, mache ich auf jeden Fall weiter. Schließlich muss es dem armen, arg gebeutelten Bertram ja irgendwann auch mal wieder etwas besser ergehen…

  149. #149 Samira
    24. August 2015

    Oh, du warst fleißig 😀

    Schöne Referenz mit Mahler. Das ist genau die Musik die man in so einer Situation hören möchte. ^^

  150. #150 Theres
    24. August 2015

    @Tina_HH
    @Samira
    Bloß jetzt nicht nachlassen! Eure Geschichte entspannt unglaublich und ich lese seit Anfang mit … nur um auch mal ne Rückmeldung zu geben. Ist ja sonst wirklich unfair …

  151. #151 Tina_HH
    24. August 2015

    @Theres
    I´ll do my very best 😉 .

  152. #152 Samira
    24. August 2015

    [ Zwischenspiel ]

    Gerade als Erika Steinach an ihrem eigenen Blut erstickte klingelte das rote Telefon der Kanzlerin. Zuvor hatte sie auf die Ellenbogen gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben am Schreibtisch gedöst, Tiefe Augenringe zeugten von zuviel Kaffee und zuwenig Schlaf. Nun schreckte sie auf, blinzelte drei mal und nahm den Hörer ab. “Ja?… Ok… Einen Moment…”. Ursula von der Leier drückte einen Knopf auf ihrem Schreibtisch und ein eingebauter Bildschirm erhellte sich, darauf zu sehen Bilder von nTV, kommentiert von einem Reporter dessen Stimme sich immer wieder überschlug.

    Die Bilder zeigten das was in den Medien jetzt allgemein “das Tor” genannt wurde. Seine Ränder schienen sich stabilisiert zu haben und leuchteten jetzt in einem stabilem Kobaltblau. Immer und immer wieder wurden die Aufnahmen gezeigt als sich ein riesiger Flugkörper, ein Zylinder von etwa dreitausend Metern Länge und 400 Metern Durchmesser, durch das Tor schob, etwa zwanzig Sekunden in der Luft hing und dann flackernd verschwand. Kaum war der erste Flugkörper verschwunden schob sich der zweite aus dem Tor, doppelt so groß wie sein Vorgänger. Dann sah man eine Staffel Kampfjets auf den Riesen zurasen die alle eine Raketensalve auslösten. 40 Raketen nahmen Kurs auf diese schwebende Monstrosität und beschleunigten, nur um von Abwehrlasern abgeschossen zu werden. Harmlos explodierten die Sprengköpfe lange bevor sie der Hülle gefährlich werden konnten. Die letzte Explosion war noch nicht verblasst als Strahlen aus gerichteten Mikrowellen einen nach dem anderen die Cockpits der Kampfjets erfassten und die Piloten tötete. Fünf Kampfflugzeuge trudelten steuerlos zu Boden.

    Diese vielleicht zwei Minuten lange Sequenz wurde in Endlosschleife gezeigt. Wie sich herausstellte auf allen Sendern. Der Ton der Kommentare reichte von “Oh mein Gott, wir werden alle sterben” (WDR) bis “Denen werden wirs schon zeigen” (CNN), Die Kanzlerin stöhnte müde. Es war also so weit. “Initiieren Sie Projekt Exodus.”, sagte sie in den Hörer und legte auf.

  153. #153 Samira
    24. August 2015

    [[ @Florian
    “irgendwelche Gewaltorgien oder Pornos müssen hier nicht entstehen” Was wenn ich vorhabe 9/10 der Menschheit auszurotten? ]]

  154. #154 Samira
    24. August 2015

    [ Zwischenspiel ]

    Es klingelten die Mobiltelephone. Politiker, Verwaltungsbeamte, Ingenieure, Ärzte, Wissenschaftler und so weiter im ganzen Land bekamen dieselbe SMS: “Exodus”. Das geheime unterirdische Rohrbahnnetz hatte 64 Einstiegspunkte und nun begaben sich alle “relevanten” Personen dorthin. Nun, fast alle.

    Der Chirurg Pjotr Duvalcic zum Beispiel bekam nichts mit weil sich seine Hände gerade tief in den Eingeweiden eines Krebspatienten befanden und er sein Telefon natürlich im Spind gelassen hatte. Das nationale Fußballidol Manuel Feuer hatte einen zu hohen Kokainspiegel um noch ein Telefon bedienen zu können. Und Agraringenieur Thorsten Dörnbach lies sich gerade von der 2000 Euro Hure verwöhnen die er für den Tag gebucht hatte. Keiner von drei “Auserwählten”, zusammen mit vielen anderen, sollten es zu einem der Einstiegspunkte schaffen. Die Bomben waren schneller.

  155. #155 Hans
    24. August 2015

    @Samira:

    Ursula von der Leier

    LOL! – ROFL !!! 😀 😆 – ich schmeiss mich weg…

  156. #156 Kyllyeti
    24. August 2015

    (Inzwischen, ganz weit oben:)

    Xroto: “Moment noch – warte mal, Perco – siehst du den Schlamassel dort unten?”

    Perco: “Au weia! Die übertreiben’s ja mal wieder gewaltig … und diesmal ganz extrem … kennst sie ja, die Menschen … maßlos in jeder Hinsicht, und das ganz besonders in desasterologischen Angelegenheiten … ”

    Xroto: “Das ist für die aber eine Nummer zu groß. Ein paar Nummern sogar … Ich glaube, das sind die … ”

    Perco:”Die … ?”

    Xroto: “Ja, die … !”

    Perco: “Oh nein, nicht schon wieder …”

  157. #157 Florian Freistetter
    24. August 2015

    @Samira: Solang du noch ein paar übrig lässt 😉

  158. #158 gaius
    24. August 2015

    Statusmeldung: auch ich lese noch regelmäßig. (spannend 🙂 )

  159. #159 Braunschweiger
    24. August 2015

    @Samira: Was wenn ich vorhabe 9/10 der Menschheit auszurotten?

    Das würde mich dann interessieren. Ich bin sowieso der unbescheidenen Meinung, dass wir etwa 6-7 Milliarden Menschen zuviel auf dem Planeten haben, gemessen an unserem Ressourcenverbrauch. Da keine andere Lösung ernsthaft in Sicht ist, wird es wohl auf eine Konfliktzunahme und letztlich auf einen Weltkrieg hinauslaufen. Die Standardlösung — aber es könnte natürlich noch anders sein.

    Bin mal gespannt auf deine Aufarbeitung…

  160. #160 Braunschweiger
    24. August 2015

    @Samira: Ursula von der Leier

    …noch realer: Ulla von (mit) dem Leyden. 🙂

  161. #161 Tina_HH
    24. August 2015

    @Samira

    Was wenn ich vorhabe 9/10 der Menschheit auszurotten?

    Aus meiner Perspektive ist nur wichtig, dass Bertram und Stefanie überleben und dass sie nicht völlig alleine auf diesem Planeten zurückbleiben. 😉

  162. #162 Braunschweiger
    24. August 2015

    @Tina_HH:
    Das Jugendbuch “Die grüne Wolke” (A.S. Neill) fand ich sehr interessant. Es geht um den letzten überlebenden Menschen, einen alternden Lehrer, nachdem ein seltsames Ereignis nur ihn und seine Schülerschar und wenige andere Menschen übrig gelassen hatte. Mit Zugang zu allen Waffen und ohne Kontrolle hat sich dann auch dieser Rest noch gegenseitig gemeuchelt.

    Ein letztes überlebende Paar wäre auch schön, und daraus resultierend dann eine neue Geschichte um eine frisches Paar Adam und Eva und einen neuen Anfang. 🙂

  163. #163 Tina_HH
    24. August 2015

    @Braunschweiger
    Als einzige Überlebende hätten die beiden aber ´ne Menge Verantwortung und Stress. Möchte ich ihnen lieber nicht zumuten… 😉

  164. #164 CC-103
    24. August 2015

    @Samira
    #154

    Thorsten Dörnbach? 😀
    Da kennt wohl jemand ruthe.de 🙂

  165. #165 Tina_HH
    24. August 2015

    Diese Kleiderkammer ist eindeutig viel besser als die üblichen Geschäfte, die ich sonst so kenne. Es gibt alles, was das Herz begehrt und anscheinend auch noch kostenlos, zumindest sehe ich keine Preisschilder. Der grüne Bademantel und die Badelatschen sind jedenfalls endgültig Geschichte, mögen sie den Rest ihres Daseins auf der nächstbesten Mülldeponie fristen.
    Ich betrachte zufrieden mein Spiegelbild: Jeans, robuste Wanderstiefel (man weiss ja nie, was noch kommt), schwarzes T-Shirt und eine coole Outdoor-Survival-Jacke mit allem Schnickschnack, ebenfalls in schwarz.. Ich überlege kurz, was Stefanie wohl von meinem neuen Outfit halten würde – warum muss ich nur immer an sie denken?
    “Archie, ich bin fertig. Lass uns zum Restaurant gehen.”
    “Folge mir, Bertram.” Archie macht einen eleganten kleinen Schwenker und wir verlassen die Kleiderkammer.
    Auf dem Weg durch die endlosen langen Flure ist noch immer niemand zu sehen.
    “Archie, warum ist hier eigentlich überall so wenig los?”
    “Wir befinden uns im Modul Alpha-Z, das noch nicht bezogen wurde. Du bist der erste Gast, der hier angekommen ist.”
    “Aha. Und wann kommen die anderen Gäste?”
    “Meine letzten Informationen zu dem Thema besagen, dass mit 98-prozentiger Wahrscheinlichkeit schon in Kürze weitere Gäste eintreffen werden. Sehr viele weitere Gäste. Ich empfehle übrigens, vor dem Eintreffen der anderen Gäste ein Zimmer für den weiteren Aufenthalt zu beziehen. Noch ist die Auswahl unbeschränkt. Die Zimmer sind nicht nur unterschiedlich ausgestattet, sondern unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Lage erheblich voneinander. Es gibt 5 unterschiedliche Kategorien von Zimmern. Ich empfehle ein Zimmer der Kategorie 5.”
    “Ein 5-Sterne-Zimmer sozusagen?”
    “Ja. Soll ich dir eins zeigen?”
    “Ja bitte, Archie. Und danke für den Tipp.”
    “Nichts zu danken, Bertram. Die Beratung gehört zu meinem Job. Folge mir bitte zum Hotelkomplex Alpha-Z-Beach-Paradise.”
    Beach-Paradise? Klingt gut. Einen kleinen Kurz-Urlaub könnte ich jetzt jedenfalls gut vertragen, soviel steht fest. Also nichts wie hin.

  166. #166 Tina_HH
    24. August 2015

    Archie und ich steigen in einen geräumigen Fahrstuhl. An den Seitenwänden befinden sich ein gutes Dutzend bequem aussehende Sitzelemente in pink und türkis. Die Fahrstuhltür schliesst sich mit dem unvermeidlichen “Pling” und los geht die Fahrt.
    “In fünf Minuten erreichen wir den Hotelkomplex Alpha-Z-Beach-Paradise. Bitte entspannen Sie sich.”
    Aus einem Lautsprecher ertönt sanftes Meeresrauschen und Vogelgezwitscher. Ich lasse mich auf eines der Sitzelemente fallen und merke, dass ich mich tatsächlich etwas entspanne.
    “Archie, kann ich im Beach-Paradise ein Frühstück bekommen?”
    “Aber sicher, Bertram. Das Beach-Paradise ist ein All-Inclusive-Hotel der 5-Sterne-Kategorie. Das Restaurant ist 24 Stunden am Tag geöffnet und spezialisiert auf Gerichte aus aller Welt. Die Auswahl ist so gut wie unbegrenzt.”
    “Fantastisch! Ich bin nämlich kurz vorm Verhungern.”
    “Wir sind ja gleich da. Ich schlage vor, zunächst das Zimmer zu beziehen und dann beim Zimmerservice das Frühstück “Beach-Special Gigantes” zu bestellen.”
    “Gute Idee. So machen wir das, Archie.” Diese kleine blaue Kugel wird mir immer sympathischer.
    Der Fahrstul bremst ab und die Tür öffnet sich mit dem obligatorischen “Pling”.
    Ich werfe einen ersten Blick auf die Hotelhalle und bin sprachlos. Der Anblick ist einfach überwältigend. Eine riesige Lobby, Palmen und andere tropische Pflanzen in Kübeln, Springbrunnen, Sessel und Tische in so vielen verschiedenen Designs und Farben, dass einem schwindelig werden könnte. Meine Güte. Ich trete aus dem Fahrstuhl und schaue mich weiter um.
    Und dann sehe ich an der rechten Wand der Lobby eine gigantsiche Panaromascheibe, die den Blick auf einen Strand von traumhafter Schönheit preisgibt. Türkisblaues Wasser plätschert an den Strand und über allem ist eine wunderschöne künstlich wirkende Sonne zu sehen. Ich bin mehr als beeindruckt.
    “Bitte folge mir zum Empfang, Bertram. Wir müssen einchecken.” meldet sich Archie und ich laufe leicht benommen hinter ihm her.

  167. #167 Tina_HH
    24. August 2015

    Archie und ich durchqueren die Hotelhalle in gemütlichem Tempo. Aus den Lautsprechern erklingt Musik zum Chillen. Ich bin anscheinend wirklich der erste Gast hier, niemand sonst ist zu sehen. Als wir schliesslich die riesige Rezeption erreichen, sehr pompös in Aqua-Optik, sehe ich eine goldene Kugel über dem Empfang schweben, die mich sogleich direkt anspricht:
    “Herzlich Willkommen im Luxus-Resort Beach-Paradise. Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise, Gast. Was kann ich für Sie tun?”
    “Äh ja, guten Tag. Ich hätte gerne ein Zimmer.” murmele ich.
    “Aber gerne. Legen Sie bitte Ihren Personalausweis und ihre Arche-Berechtigungskarte X2 auf den Scanner, den Sie zu ihrer Linken sehen.”
    “Äh, wie bitte? Ich… ich … habe keine Papiere, äh… im Moment, also, ich… ich habe sie verloren – bei der Flucht.”
    “Oh!” sagt die Kugel und verstummt dann.
    Ich wende mich etwas hilflos zu Archie um. “Archie, was soll ich jetzt machen? Ich habe meine Papiere wirklich bei der Flucht verloren…”
    Archie scheint einen Moment nachzudenken, denn auch er sagt nichts.
    “Ich checke gerade die Möglichkeiten, Bertram” sagt er schließlich und dann wendet er sich direkt an die goldene Kugel:
    “Ich habe soeben die General-Freigabe X2 für meinen Gast Bertram Eridani erhalten. Bitte bestätigen Sie die folgende Code-Sequenz. Übermittlung per Infrarot-Schnittstelle erfolgt jetzt.”
    Ich warte eine Weile und merke, dass ich nun doch ein wenig nervös werde. Dann spricht plötzlich wieder die goldene Kugel zu mir:
    “Herzlich Willkommen im Luxus-Resort Beach-Paradise, Bertram Eridani. Wir freuen uns, dass Sie bei uns eingecheckt haben. Sie erhalten die Suite Nummer 5001 mit direktem Meerblick. Wenn Sie noch Fragen oder Wünsche haben, wenden Sie sich bitte jederzeit vertrauensvoll an unser Roboter-Personal oder eine der Begleit-KIs.”
    Ich bin erleichtert. “Vielen Dank. Im Moment möchte ich nur auf mein Zimmer.”
    Ich trete einen Schritt vom Empfang zurück und blicke zu Archie, der direkt neben mir schwebt.
    “Danke Archie. Wie hast du das gemacht?”
    “War kein Problem, Bertram. Gehört zu meinem Job. Wollen wir uns jetzt mal die Suite ansehen?”
    “Ja Archie, gehen wir.”

  168. #168 Samira
    24. August 2015

    [ Zwischenspiel ]

    Die beiden Flugkörper zogen nun ungestört und unsichtbar auf einem chaotischen Kurs um die Welt und verbreiteten Tod und Vernichtung. Mit erstaunlicher Präzision zerstörten sie mit ihren Strahlenwaffen und verschiedenen Bomben tausende Städte und Dörfer, ließen aber naturbelassene Bereiche unbehelligt. Millionen Menschen starben. Doch dann fand ein findiger NASA-Mitarbeiter anhand von Satellitendaten und einem selbstgeschriebenen Python-Skript den voraussichtlichen Kurs der Angreifer heraus und telefonierte mit dem Pentagon.

    Der kleinere Zylinder befand sich gerade über dem Atlantik mit Kurs auf die Vereinigten Staaten von Südamerika als ihn völlig unvorbereitet ein Hammerschlag von der Seite traf. Der kleine Nachteil eines Unsichtsbarkeitsfeldes ist nämlich, dass man im Inneren nichts mehr von der Außenwelt sieht. Also konnten sich die Nuklearraketen unbemerkt bis auf Wirkungsreichweite nähern. Insgesamt fünf Atomsprengköpfe explodierten gleichzeitig an der Flanke des Eindringlings. Empfindlich getroffen flackerte das Unsichtsbarkeitsfeld und erlosch. Der fliegende Zylinder und kränkte bedenklich als eine interne Explosion ein riesiges Loch in die Bordwand sprengte. Plötzlich nicht mehr flugfähig stürzten vierhundert Millionen Tonnen Metall und Verbundwerkstoffe, nebst ein paar organischen Verunreinigungen, in die See und verursachten einen Tsunami wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. In den folgenden Stunden töteten die Fluten weitere Millionen in den angrenzenden Küstenregionen.

    Der größere Partner war durch das Schicksal seines Kameraden gewarnt und ließ sein Unsichtsbarkeitsfeld rechtzeitig fallen um die herannahenden Raketen früh genug abzuschießen. Harte Strahlung durchstieß die Steuerungselektronik der Raketen und schmolz die Schaltkreise. Es waren zehn Raketen auf diese, größere Ziel gerichtet gewesen. Alle zehn wurden von den Waffen des Schiffs getroffen. Neun von Ihnen torkelten harmlos zu Boden, eine zehnte jedoch erlebte durch die Misshandlung eine Kurzschlussreaktion und explodierte noch in der Luft. Glücklicherweise verpuffte der Feuerball weitgehend folgenlos. Nur ein paar kleine norddeutsche Dörfer bekamen die volle Wucht ab und wurden zerschmettert oder standen in Flammen. Anscheinend unbeeindruckt von der Gewalt stemmte sich das fliegende Ungetüm gegen die Druckwelle. Als sie vorübergezogen war waberte das Unsichtsbarkeitsfeld wieder auf und der Zylinder verschwand aus der Sicht.

  169. #169 Samira
    24. August 2015

    [[
    @Florian:
    Wärst du bereit diesen Text, sofern er je fertig wird quasi als “Hörbuch” einzusprechen? ( Unterlegt mit Musik von Mahler )

    @Tina_HH:
    Schreib mir doch bitte mal eine Ping-Email an holli (punkt) holzer (at) gmail (punkt) com. Ein Seitenkanal wär vielleicht nicht schlecht.

  170. #170 BreitSide
    Beim Deich
    24. August 2015

    Ein Szene von vor langer Zeit kam ihm in den Sinn: Er hatte gerade eine der sagenumwobenen Thüringer Roschdbräädl erstanden, da kam schon sein Zug nach Wolfsburg-Unkeroda. Er hatte sich schon über den Namen gewundert, der ihm sehr Putzig erschien, so nahe der Opel-Manufaktur. Sollten die Genossen, um “Weltniveau” vorzutäuschen, gleich eine ganze Stadt nach der Autostadt des Klassenfeindes umbenannt haben? Er wischte den Gedanken lächelnd weg und widmete sich der malerischen Schlucht, die durch die riesigen wie Bärte herabhängenden gefrorenen Wasserfälle noch enger aussah. Als würde sie den kleinen Zug nicht durchlassen wollen. Eigentlich ein ideales Versteck für einen geheimen Eingang, fuhr es ihm durch den Kopf.

  171. #171 BreitSide
    Beim Deich
    24. August 2015

    …Abo…

  172. #172 Florian Freistetter
    24. August 2015

    Ich wart mal ab, bis die Geschichte fertig ist (und eventuell von den Autorinnen und Autoren nochmal – falls gewünscht – be- und überarbeitet worden ist) – und dann können wir schauen, wie das mit dem Hörbuch wird 😉

  173. #173 Hans
    24. August 2015

    @Samira: Da haste Dir ja echt ‘ne Apokalypse ausgedacht…

  174. #174 Samira
    24. August 2015

    Wir traten aus dem Aufzug und standen anscheinend auf einer Art Bahnsteig. Gefliester Boden, geflieste Wände und hell erleuchtet von LED-Bändern. Nur waren keine Gleise zu sehen, sondern bloß weitere Türen. Etwas breitere als die die wir gerade passiert hatten und um einige Grad gerundet aber eindeutig Türen. Prominent hingen große Flachbildschirme über den Türen. Ein Bildschirm zeigte

    Berlin: 11:05
    Rom: 11:28
    Washington: 11:49
    London: 12:01

    usw. Auch abgebildet war die aktuelle Uhrzeit: 11:02.

    An den Wänden standen Bänke auf denen Menschen saßen. Manche lasen oder kommunizierten mit Geoffrey, andere dösten oder aßen. Ich stutzte. “Moment mal”, dachte ich, “Das kann ja wohl…”. Ich wendete den Kopf und das fröhliche M lächelte mich an. Ich kicherte. Es war so absurd. Hier war ich, auf einem Bahnhof, wahrscheinlich hunderte Meter unter der Erde und sah das. Ich lachte bis ich fast keine Luft mehr bekam. “Was ist denn so lustig?”, wollte Tobias wissen. “Kann ich (hi hi hi), bitte ein paar …”. Ich schnappte nach Luft, “Chicken McNuggets haben? Mit Pommes und Currysauce?”

  175. #175 Tina_HH
    24. August 2015

    @Samira
    Uups, mein letzter Kommentar an dich ist vom System verschluckt worden. Also noch ein Versuch.
    Meiner Meinung nach können wir doch alles so wie bisher sehr gut hier kommunizieren. Da der Text ja sowieso immer wieder unterbrochen wird, machen ein paar mehr Anmerkungen da auch nichts mehr aus. Finde ich insgesamt einfacher als per Mail, da ich meine Mails sowieso nicht ständig checke. Einverstanden?

  176. #176 Tina_HH
    24. August 2015

    Archie und ich betreten zur Abwechslung mal wieder einen Fahrstuhl, der aber im Gegensatz zu den vorher benutzten Modellen ganz konventionell aussieht und über herkömmliche Bedienelemente verfügt. Das Beach-Paradise hat offensichtlich 10 Stockwerke.
    „Suite 5001 befindet sich im fünften Stock.“ sagt Archie und ich drücke den entsprechenden Knopf. Im Nu sind wir dort und treten in einen angenehm beleuchteten Flur, der mit dickem blauem Teppichboden ausgelegt ist. Alles sieht ganz neu und sauber aus.
    „Bitte folge mir, Bertram“ sagt Archie und wendet sich mit Schwung nach links. Nach etwa 30 Metern gelangen wir zur Tür der Suite 5001. Ich drücke den goldenen Türdrücker nach unten, die Tür schwingt sanft auf und gibt den Blick auf ein umwerfendes Zimmer frei.
    „Das ist ja unglaublich!“ rufe ich und Archie kichert leise. Er kichert? Diese blaue Kugel steckt doch wirklich voller Überraschungen.
    „Na, habe ich zu viel versprochen?“ fragt er.
    „Nein, Archie, das ist einfach nur fantastisch. WOW!“
    Die Suite ist mindestens 60 Quadratmeter groß und äusserst geschmackvoll im modernen Lounge-Still eingerichtet. Das riesige Doppelbett an der linken Wand sieht so bequem aus, dass ich es am liebsten sofort ausprobieren würde.
    Aber das Beste ist zweifellos der Ausblick. Gegenüber ist eine enorm große Panoramascheibe mit direktem Blick auf das türkisblaue Meer und den hellblauen Himmel. Ein gewaltiger Balkon, der mit modernen Liegesesseln und tropischen Pflanzen ausgestattet ist, rundet das Gesamtbild ab. Direkt darunter muss gleich der Strand sein, denke ich und durchquere schnell das Zimmer, um auf den Balkon zu gelangen. Ich trete hinaus und schaue vom Balkon hinunter. Ja, da ist er, der schönste weiße Sandstrand, den ich je gesehen habe.
    „Soll ich nun das Frühstück „Beach-Paradise Gigantes“ bestellen?“ fragt Archie.
    „Ja, Archie, tu das bitte.“
    Ich lasse mich in einen der Liegestühle fallen und bin für den Moment einfach nur glücklich. „Jetzt kann der Urlaub beginnen.“

  177. #177 Samira
    24. August 2015

    Der Glockenton. Und dann “Aber natürlich Frau Heisenberg. Nur das beste für unsere Gäste”. Ich war mir nicht sicher aber ich glaubte einen ironischen Unterton zu hören. Auf jeden Fall rollte etwa eine Minute später ein autonomer Karren auf mich zu, beladen mit einer braunen Papiertüte. “Die Nuggets bestehen eigentlich aus Algen aber man merkt kaum einen Unterschied.” Tobias grinste mich an. “Und? Beeindruckt?”.

  178. #178 Tina_HH
    24. August 2015

    Nach dem Frühstück, das seinem Namen alle Ehre gemacht hat, sitze ich nun pappsatt und völlig relaxed, am Balkontisch und schaue hinaus aufs Meer. Am Strand unter mir sind inzwischen einige wenige Badegäste eingetroffen. Ich sehe einen Mann in einem grünen Bademantel, der gerade sein Handtuch auf eine Liege legt. Moment. Der Bademantel kommt mir irgendwie verdammt bekannt vor. Das kann doch wohl nicht wahr sein.
    „Archie! Siehst du den Mann da unten am Strand? Kann es sein, dass er meinen alten grünen Bademantel trägt?“
    Archie zögert kurz, dann antwortet er: „Soweit ich das per Fern-Scan beurteilen kann, handelt es sich tatsächlich um denselben Bademantel.“
    „Meine Güte.“
    „Der Gast hat sich offenbar vor kurzem in der Kleiderkammer mit neuen Sachen zum Anziehen versorgt.“
    Ich bekomme einen Lachanfall. Archie lacht ebenfalls. Was für eine ausgesprochen schlaue KI er doch ist.

  179. #179 Samira
    25. August 2015

    Ein McDonalds in der Unterwelt. Wenn das nicht absurd war. Ich nahm die Tüte entgegen und öffnete sie. Und tatsächlich, Nuggets, Pommes, die Currysauce in dem kleinen Plastikbehälter. Es war sogar ein Spielzeug, eine bewegliche kleine Han Solo Figur, und ein Päckchen Ketchup dabei. Ich schüttelte den Kopf. Dann holte ich die Figur aus der Tüte und betrachtete sie. Han hielt seinen Blaster in der Hand. Bestimmt gab es auch eine Greedo – Figur. “Diese Art Luxus können wir uns natürlich nur leisten bis wir in den Shutdown gehen.”, meinte Tobias ernst. “Ich …”. Geoffrey schnitt ihm das Wort ab. Anders als zuvor meldete er sich jetzt für alle hörbar mit einem dramatischen Dreiklang zu Wort. “Achtung. Projekt Exodus wurde initiiert. Bitte begeben Sie sich zu ihren Dienststellen.” Die Durchsage wurde mehrere Male wiederholt. Ich sah Tobias an. “Der Ernstfall”, er fasste mich am Handgelenk. “Komm schnell”. Er zog mich auf eine der Aufzugtüren zu. Vor lauter Schreck ließ ich die Tüte fallen.

  180. #180 Samira
    25. August 2015

    Die Kabine die wir betraten wirkte nicht wie eine Aufzugskabine sondern wie ein Zug-Bahn Abteil. Drei mal drei Meter groß, eingerichtet mit zwei bequem aussehenden Bänken die einander gegenüberstanden und Platz für jeweils vier Personen boten. Dazwischen ein Tisch mit Vertiefungen für Getränkebehälter. “Ringbahn, Säule 13”. Das Kommando war kaum ausgesprochen als die Kabine sich auch schon in Bewegung setzte und beschleunigte. Nach zwei Minuten erreichten wir auch schon unser Ziel.

    In der Zwischenzeit informierte sich Tobias über die Lage. Ich setze mich auf eine Bank und schaute erstaunt zu. “Geoffrey, Status.” “Ja, Herr Oberstleutnant.”. Eine erstaunlich detailliert holographische Darstellung flammte in Mitten der Kabine auf. Sie zeigte zunächst die beiden Zylinder die aus dem Tor austraten und sich unsichtbar machten. “Um 11:06 traten zwei massive feindlich gesinnte Einheiten aus dem Tor aus.” Standbilder wurden jetzt eingeblendet, mit den geschätzten Maßen. “Die Größe der Einheiten entspricht dem was wir erwartet haben. Die Gravitationsantennen laufen. Doch leider ist ihre Auflösung schlechter als erwartet. Ich kann lediglich sagen, dass sich der Größere irgendwo über Norddeutschland befindet und der Kleinere sich in Richtung Vereinigte Staaten bewegt. Die Zerstörungen sind immens:” Geoffrey zeigte Bilder der zerstörten Siedlungen und Fabriken. Rauchende Trümmer mit gelegentlichen Bränden dazwischen. Wir schwiegen, schockiert, während Geoffrey über geschätzte Opferzahlen und Schäden referierte.

  181. #181 Tina_HH
    25. August 2015

    Ich betrachte eine Zeit lang das Meer und die zwar künstliche, aber überaus schöne Sonne und frage mich, mit welchen technischen Tricks eine Anlage wie diese hier wohl zu realisieren ist. Wahrscheinlich verdammt aufwändig das Ganze. Vielleicht sollte ich mal wieder eine Reisereportage schreiben, überlege ich. Die letzte, die ich geschrieben habe, liegt immerhin schon zwei Jahre zurück und basierte auf einem zweiwöchigen Pauschalurlaub auf Teneriffa. Ich erinnere mich an das ziemlich mittelmäßige 3-Sterne-Hotel in Puerto de la Cruz. Na ja, so schlecht war es eigentlich nicht, aber kein Vergleich zu diesem fantastischen Beach-Paradise-Resort hier, absolut nicht.
    Ich hänge gerade meinen Gedanken an vergangene Urlaubsreisen nach, als Archie plötzlich schneller zu rotieren beginnt und seine Farbe von blau zu violett wechselt. Was ist denn nun los? Nach einigen Sekunden beginnt er zu sprechen:
    „Bertram, ich muss dir leider mitteilen, dass ich dich vorerst verlassen muss. Ich habe soeben neue Instruktionen erhalten. Zur Zeit treffen sehr viele neue Gäste ein und ich muss bei der Begrüßung und der Verteilung auf die Unterkünfte mithelfen. Ich komme aber selbstverständlich zurück, sobald ich Gelegenheit dazu habe.“
    „Oh, na dann viel Erfolg bei der Arbeit, Archie.“
    „Danke Bertram. Wenn du etwas benötigst, rufe einfach bei der Rezeption an. Das hausinterne Telefon befindet sich links neben dem Bett. Die Durchwahl ist die Null. Ich schlage vor, dass du vorerst auf deinem Zimmer bleibst, denn in den nächsten Stunden könnte es hier etwas unruhig werden.“
    „Alles klar. Ich bleibe hier.“
    „Auf Wiedersehen, Bertram.“ Dann ertönt eine kurze Melodie, die mich entfernt an das Geräusch beim Herunterfahren von Windows XP erinnert und Archie ist von einer Sekunde zur nächsten verschwunden.
    Schade. Es war gerade so gemütlich mit ihm.

  182. #182 Tina_HH
    25. August 2015

    Nach einer Weile gehe ich vom Balkon zurück ins Hotelzimmer und schaue mich noch einmal in Ruhe um. Mein Blick fällt auf einen großen Plasmabildschirm, der dekorativ an der Wand über der schicken Sitzgruppe hängt. Vielleicht sollte ich jetzt endlich mal Nachrichten gucken, fällt mir ein.

    Ich lasse mich in einen der bequemen Sessel fallen und betätige die Fernbedienung, die auf einem kleinen Beistelltischchen bereitliegt. Der Fernseher geht an. Eine tolle Bildqualität. Offensichtlich läuft gerade ein Katastrophenfilm. Zu sehen sind riesige Flutwellen, brennende Gebäude und andere Zeichen einer gewaltigen Zerstörung. Das Ganze wirkt recht realistisch, nervt aber wegen der hysterischen Stimme des Reporters, der die ganze Zeit „Wir werden alle sterben“ und ähnlich dämliche Sätze ins Mikrofon schreit. Hm, das hätte Roland Emmerich irgendwie besser hinbekommen. Obwohl die Effekte sind schon nicht schlecht, das muss man dem Film lassen.
    Ich schalte um. Hier läuft der gleiche Katastrophenfilm, nur der Reporter ist jetzt ein anderer. Er ist anscheinend mehr auf dem martialischen Trip und sagt so dümmliche Sätze wie „Wir werden mit aller Härte zurückschlagen.“ Nervt ebenfalls.

    Ich schalte wieder um. Auf diesem Sender läuft ein Science-Fiction-Film. Ein riesiges metallisches Ding ist zu sehen, das auf alles schiesst. An der Tricktechnik ist nichts auszusetzen. Das Ganze sieht überaus realistisch aus. Aber auch hier ist wieder ein extrem nerviger Reporter zu hören, der in einer Sprache, die ich nicht verstehe, hysterisch irgendwelche Sätze ins Mikrofon brüllt.

    Ich überlege, ob ich den neuesten Trend bei Katastrophenfilmen verpasst habe, der eine solche Tonspur quasi vorschreibt, um dem Film einen noch realistischeren Touch zu geben. Keine Ahnung. Ich habe schon eine ganze Weile keine Katastrophenfilme mehr gesehen. Der Letzte war wahrscheinlich „2012“. Hat mir von der Machart her eindeutig besser gefallen als dieses moderne Zeugs hier.

  183. #183 Tina_HH
    25. August 2015

    Ich schalte nochmal um. Wieder der Science-Fiction-Film. Was soll das sein? Ein gigantisches UFO? Die Tricktechnik ist wirklich überragend, aber ich habe jetzt keine Lust auf sowas. Ich schalte noch einige Sender weiter durch, aber ohne Erfolg. Überall läuft entweder der Katastrophen- oder der Science-Fiction-Film. Ich bleibe schliesslich bei dem Katastrophenfilm hängen, schalte den nervigen Ton ab und schaue mir noch eine Weile diese Zerstörungsorgien an. Nach einer gewissen Zeit wiederholen sich die Bildsequenzen. Das finde ich jetzt wirklich schlecht gemacht. Eine richtige Handlung scheint der Film auch nicht zu haben, nicht mal irgendwelche erkennbaren Hauptakteure. Das ist doch neumodischer Mist!

    Ich schalte den Fernseher aus und stelle fest, dass dies der erste Minuspunkt für das „Beach-Paradise“ ist. Die Auswahl an akzeptablen Fernsehprogrammen lässt erheblich zu wünschen übrig. Es werden noch weitere Minuspunkte folgen.

  184. #184 Tina_HH
    25. August 2015

    Plötzlich höre ich lautes Rufen auf dem Flur, einige Türen schlagen zu und dann rumpelt es im Zimmer neben meinem. Offenbar sind neue Gäste eingetroffen. Das hatte Archie ja schon angekündigt. Verdammt, müssen die so einen Krach machen? Ich gehe wieder auf den Balkon, aber auch hier dringen jetzt diverse laute Geräusche an mein Ohr. Schreien, Trampeln, zuschlagende Balkontüren – was für eine Hektik. Unten am Strand laufen etliche Leute aufgeregt hin und her. Ein entspanntes Sonnenbad kann ich wohl fürs erste vergessen. Sehr ärgerlich.
    Ich gehe zurück ins Zimmer zum Telefon neben dem Bett, nehme den Hörer auf und drücke die Taste Null. Sofort meldet sich eine überaus freundliche, wenn auch künstliche Stimme mit den Worten: „Rezeption. Was kann ich für Sie tun Herr Eridani?“

  185. #185 Tina_HH
    25. August 2015

    „Ja, hallo. Ich wollte mal fragen, wie lange dieser Krach hier noch so weitergeht. Die neuen Leute, die hier gerade einziehen, sind verdammt laut.“
    „Oh, das tut mir leid. Aber ich fürchte, da kann ich Ihnen im Moment nicht weiterhelfen. Das Hotel ist inzwischen ausgebucht und ich kann Ihnen deshalb kein anderes, eventuell ruhigeres Zimmer mehr anbieten.“
    Wieder ein Schrei und lautes Poltern.
    „Hören Sie das? Das ist nicht gerade die Geräuschkulisse, die ich in einem 5-Sterne-Hotel erwarte.“ Ich bin ein wenig genervt.
    „Ja, Herr Eridani, das verstehe ich voll und ganz. Aber Sie müssen verstehen, angesichts der Umstände sind mir da leider im Moment die Hände gebunden, wie man so schön sagt.“
    „Welche Umstände? Ist jetzt plötzlich Hauptsaison, oder was?“ will ich wissen.
    „Nein Herr Eridani, wie Sie doch eigentlich wissen müssten, wurde das Programm Exodus initiiert. Und das bedeutet, dass wir ab heute den gewohnten 5-Sterne-Komfort nicht mehr vollumfänglich garantieren können. Ich bitte um Entschuldigung, aber ich muss mich nun wieder meinen anderen dringenden Aufgaben widmen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Auf Wiederhören.“
    Leicht irritiert lege ich den Hörer auf. Programm Exodus? Was ist denn das nun schon wieder? Und wieso sollte ich das eigentlich wissen?

  186. #186 Tina_HH
    25. August 2015

    Ich nehme erneut den Telefonhörer auf und drücke nochmal die Taste Null. Diesmal klingelt es eine Weile, bevor die künstliche Stimme sich wieder meldet, diesmal nicht mehr ganz so freundlich wie eben:
    „Ja, Herr Eridani. Was kann ich noch für Sie tun?“

    „Was meinten Sie eben mit Programm Exodus? Was ist das?“ frage ich ungeduldig.

    „Herr Eridani, ich habe jetzt leider keine Zeit, um weitere Fragen zu beantworten. Wenn Sie sich über die aktuellen Ereignisse informieren möchten, schalten Sie bitte den Fernseher in Ihrem Zimmer ein und sehen Sie sich die Nachrichten an.“

    „Sehr witzig. Das habe ich schon gemacht. Aber ich habe keine Nachrichtensender gefunden. Nur Spielfilmsender – mit ziemlich schlechten Spielfilmen, wenn ich das mal so sagen darf. Und überhaupt: Die Auswahl an Fernsehprogrammen lässt bei Ihnen sehr zu wünschen übrig!“ Langsam werde ich ärgerlich.

    „Ich verstehe nicht, wovon Sie sprechen, Herr Eridani. Im Moment laufen ausschließlich Nachrichtensendungen auf sämtlichen Kanälen. Spielfilme werden schon seit längerem keine mehr gezeigt.“

    „Wollen Sie mich verarschen, oder was?“ Ich knalle den Hörer auf die Gabel des Retro-Telefons, stürme zum Beistelltischchen bei der Sitzgruppe, greife die Fernbedienung des Fernsehers und drücke auf den Einschaltknopf.

  187. #187 Tina_HH
    25. August 2015

    Von wegen Nachrichtensendungen, auf dem ersten Sender ist immer noch der gleiche dämliche Katastrophenfilm zu sehen. Ich schalte mindestens zwanzig weitere Sender hintereinander durch und genau wie vorhin, läuft überall entweder der Katastrophen- oder Science-Fiction-Film.

    Ich bin echt sauer, als ich auf dem Bildschirm plötzlich Claus Kleber in seinem Studio stehen sehe, der mit sehr ernster Miene und gar nicht hysterisch verkündet, dass nun wohl das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gekommen ist.

    In diesem Moment begreife ich meinen monströsen, gigantischen Irrtum. Die plötzliche Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag in die Magengrube. Wie ist es möglich, dass ich all das nicht erkennen konnte? Die Welt geht unter und ich merke es nicht mal. Das ist vollkommen unverzeihlich.
    In mir breitet sich ein Gefühl der Verzweiflung aus, das absolut unbeschreiblich ist. Mir wird schlecht, ich sacke vor dem Fernseher zusammen, alles um mich herum dreht sich. Dann wird mir schwarz vor Augen und ich bin weg.

    Aus dieser erneuten Ohnmacht werde ich so schnell nicht wieder aufwachen.

  188. #188 Hans
    26. August 2015

    @Samira:
    will ja nicht unhöflich sein, dennoch eine kurze Frage:
    Wie geht eigentlich das [Zwischenspiel, Rückblende 08. Januar 2006] aus #109 weiter?

    Ach ja, dürfen Dich auch andere unter der email-adresse kontaktieren, die Du neulich bekannt gegeben hast? – Wenn ja, dann schick ich Dir demnächst, d.h. wenn ich meinen Artikel für den Schreibwettbewerb fertig habe, mal ein paar Entwürfe und weitere Fragen zu der Kaverne. In einem weiteren Schritt lass ich Blender dann mal ein paar Bilder rendern, wenn Du einverstanden bist.

  189. #189 Hans
    26. August 2015

    Seltsam, jetzt hat da wieder irgendwas meinen letzten Beitrag verschluckt. Es erscheint nicht mal der Hinweis, das er moderiert wird, sondern er ist anscheinend wieder mal gleich im Spamfilter hängen geblieben… – weis der Geier, warum. 🙁

  190. #190 Samira
    26. August 2015

    Florian mag keine Hänse weil sein Vater Hans ihn als Kind immer verdroschen hat. ( Siehe http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/02/31/warum-ich-den-namen-hans-nicht-mag ). Ist also nichts persönliches.

  191. #191 Hans
    26. August 2015

    Junge Frau: Auf den Arm nehmen kann ich mich selber!

  192. #192 Hans
    26. August 2015

    Oh, @Florain: Danke fürs freigeben von #188, dass ging ja wirklich schnell heute. 🙂
    (Muss wohl daran liegen, dass wir gerade zeitgleich am Rechner sitzen… 😉 )

  193. #193 Samira
    26. August 2015

    Prima. Dann hab ich ja zwei weitere Arme frei. Und ja, du darfst mir natürlich mailen.

  194. #194 Tina_HH
    26. August 2015

    Ich hab den Text übrigens jetzt mal in Word durch die Rechtschreibprüfung gejagt. Oh oh…

    Sorry für die ss / ß -Fehler. Seit der Rechtschreibreform steh ich damit auf Kriegsfuß. Wäre vielleicht schlauer gewesen, die Texte erst in Word zu schreiben, anstatt sie in alter Gewohnheit direkt in das Fenster hier zu tippen. Ich gelobe Besserung 😉 .

    Dabei habe ich jedenfalls auch festgestellt, dass der Gesamtumfang der kompletten Story schon ganz schön beachtlich ist. Geht auf jeden Fall schon als längere Kurzgeschichte durch.

  195. #195 Tina_HH
    26. August 2015

    „Bertram, wach auf!“ höre ich jemanden rufen. Ich öffne kurz die Augen und sehe, dass es dämmerig um mich herum ist. Schnell schließe ich sie wieder. Ich will nicht aufwachen, denn ich weiß in meinem tiefsten Inneren, dass das, woran ich mich dann erinnern werde, absolut schrecklich und nicht zu ertragen sein wird. Also lieber weiterschlafen.
    „Bertram, bist du wach?“ fragt eine vertraute Stimme.

    Ich überlege, wessen Stimme das sein könnte. Sie klingt sehr freundlich, aber auch ein wenig künstlich. Vor meinem inneren Auge taucht das Bild einer kleinen blauen Kugel auf.

    Ich öffne nun doch meine Augen, um zu überprüfen, ob ich damit richtig liege – und wirklich, über mir schwebt eine blaue Kugel. Ich weiß nicht, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist. Seit wann können blaue Kugeln so schweben und vor allem, seit wann können sie sprechen?

    „Bertram, ich bin´s, Archie. Kannst du mich hören?“
    Archie. Ich denke kurz nach, was gar nicht so einfach ist und dann fällt es mir wieder ein. Die blaue Kugel heißt tatsächlich Archie und sie ist eine Begleit-KI. Jetzt bin ich endgültig wach.

  196. #196 Tina_HH
    26. August 2015

    „Archie, bin ich froh dich zu sehen.“ murmele ich. „Wo bin ich hier?“
    „Du bist in deinem Hotelzimmer. Ich habe dich gerade gefunden und geweckt. Tut mir leid, dass ich so lange weg war. Aber heute sind so viele neue Gäste hier eingetroffen, wie noch nie zuvor und ich hatte den ganzen Tag über reichlich zu tun.“

    „Archie, ich glaube, eine ganz furchtbare Katastrophe ist passiert. Auf der ganzen Welt.“ Ich habe einen Kloß im Hals. „Meine Familie, meine Freunde, so viele Menschen auf der ganzen Erde… Sie sind wahrscheinlich alle tot…“ schluchze ich.
    Er sagt nichts dazu.

    „Wie soll es denn jetzt nur weitergehen?“
    Die Frage ist eigentlich gar nicht an Archie gerichtet, sondern an das ganze verdammte Universum, aber Archie antwortet mir trotzdem: „Zunächst schlage ich vor, dass du jetzt ganz langsam aufstehst und dich auf das Sofa dort setzt.“

    Äußerst schwerfällig komme ich vom Boden hoch und stelle fest, dass mir so gut wie alles wehtut. Ich schleppe mich mühsam zum Sofa und denke plötzlich an den Vormittag zurück, an die entspannten Momente auf dem Balkon, an den Mann im grünen Bademantel und wie Archie und ich gemeinsam gelacht haben. Es kommt mir so vor, als wäre all das schon eine Ewigkeit her, dabei sind seitdem erst wenige Stunden vergangen. Was hatte Claus Kleber nochmal gesagt? Dass nun wohl das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gekommen ist. Ich fasse es einfach nicht.

  197. #197 BreitSide
    Beim Deich
    26. August 2015

    Kannst Du nicht eine Rechtschreibprüfung auf dem Browser installieren?

  198. #198 Tina_HH
    26. August 2015

    Ja, wäre eine Möglichkeit. Hab ich bisher noch nicht genutzt.
    Ist denn die Firefox-Rechtschreibprüfung empfehlenswert?

  199. #199 BreitSide
    Beim Deich
    26. August 2015

    Hatte ich früher gehabt, klappte nach meiner Erinnerung ganz gut. Das lief glaubich als Add-On. Aktuell ist das anders, ich schreibe grad nicht auf meinem PC…

  200. #200 Hans
    27. August 2015

    @Samira, #193

    Und ja, du darfst mir natürlich mailen.

    Schön. 🙂 Es wird aber erst nächsten Monat was kommen, denn der Wettbewerbstext hat mich mal wieder länger aufgehalten als erwartet. (Wenn das so weiter geht, bei all dem, was ich da drin noch unterbringen will, werd ich wohl noch einen Monat brauchen… *wahh*)

    @Tina_HH, #194

    Sorry für die ss / ß -Fehler. Seit der Rechtschreibreform steh ich damit auf Kriegsfuß.

    Da bist Du nicht die einzige. 🙂

    Wäre vielleicht schlauer gewesen, die Texte erst in Word zu schreiben, anstatt sie in alter Gewohnheit direkt in das Fenster hier zu tippen. Ich gelobe Besserung 😉 .

    Ich bin gespannt. :mrgreen: Ich schreibe meine Beiträe ja meistens mit Notepad und kopiere sie hinterher ins Editfenster.

    Dabei habe ich jedenfalls auch festgestellt, dass der Gesamtumfang der kompletten Story schon ganz schön beachtlich ist. Geht auf jeden Fall schon als längere Kurzgeschichte durch.

    Das wundert mich jetzt überhaupt nicht. Ich tip mal auf einen Umfang von rund 10 DIN/A4 Seiten.

  201. #201 Tina_HH
    27. August 2015

    @Hans

    Ich tip mal auf einen Umfang von rund 10 DIN/A4 Seiten.

    Da hast du dich aber ganz schön verschätzt. 😉

    Alleine der Text, den ich bisher geschrieben habe, ergeben in Times New Roman 12 (also ziemlich kleine Schrifttype) schon 22 Seiten.
    Insgesamt ist die Story sicher doppelt so lang, ich schätze so an die 50 Seiten.
    Und in Buchdruck wären das nochmal deutlich mehr Seiten, vielleicht 100?
    Also fast schon ein kurzer Roman 🙂 .

  202. #202 Hans
    27. August 2015

    @Tina_HH, #201:

    Da hast du dich aber ganz schön verschätzt. 😉

    Das hab ich inzwischen auch gemerkt. 😳
    Nachdem ich den Kommentar geschrieben hatte, hab den Artikel mal mit OpenOffice geladen und mich gewundert…

    Alleine der Text, den ich bisher geschrieben habe, ergeben in Times New Roman 12 (also ziemlich kleine Schrifttype) schon 22 Seiten.

    Oh, das ist ‘ne Menge. Was hast Du für Seitenränder eingestellt? Bei mir sind es Standardmässig 2cm an den Seiten, sowie oben und unten. Um den ungefähren Seitenumfang bei Romanen im Paperback Format (Seitengrösse ca. 11 x 18 cm) zu ermitteln, nimmt man 2,5cm Ränder auf DIN/A4 Seiten, wie ich mal gelesen habe. Oder rund 50 Anschläge pro Zeile, wobei das auch nur ein ungefährer Wert ist, der sich auf nicht-proportionale Schriften bezieht. Bei den proportionalen Schriften wie Times New Roman passt das ja nicht so genau. Man könnte sich natürlich auch noch ‘ne passende Seitenvorlage basteln, sofern es die nicht schon irgendwo zum herunter laden gibt… 😉

  203. #203 Tina_HH
    27. August 2015

    @Hans

    Was hast Du für Seitenränder eingestellt?

    2,5 cm pro seitlichem Rand. Ist die Standardeinstellung in Word, hab da nichts dran geändert.
    Aber ist ja auch nicht so wichtig. War nur mein Eindruck, dass die Textmenge auf so einer DIN A4-Seite erheblich größer ist als auf einer Buchdruckseite – wobei die ja auch recht unterschiedlich ausfallen.

  204. #204 Tina_HH
    30. August 2015

    „Ich habe den Eindruck, du brauchst einen Arzt.“ sagt Archie.
    „Es geht schon. Ich fühle mich nur sehr elendig.“ Was für ein Albtraum.
    „Weißt du eigentlich, was genau passiert ist? Was war das für ein UFO?“ frage ich ihn nach einer Weile – obwohl ich nicht sicher bin, ob ich die Antwort überhaupt hören will.

    „Es tut mir leid, Bertram. Ich habe keine genauen Informationen über die Ursache der Katastrophe, die passiert ist. Ich habe nicht auf alle Datenbanken im System Zugriff. Meine Hauptaufgabe ist die Gästebetreuung. Soll ich trotzdem versuchen, etwas Spezielles für dich herauszufinden?“
    Mir wird schon wieder schwindelig. Verdammte Gehirnerschütterung.
    „Vielleicht später, Archie. Danke.“

    Ich strecke mich auf dem Sofa aus und wünsche mir zum wiederholten Male, dass ich gar nicht erst wieder aufgewacht wäre.
    „Verdammt! Archie, kannst du jetzt bitte doch einen Arzt für mich rufen?“
    „Mache ich sofort, Bertram.“

  205. #205 Tina_HH
    30. August 2015

    Ich starre stumpf aus dem großen Panoramafenster. Inzwischen ist die künstliche Sonne untergegangen und bis auf eine sparsame nächtliche Beleuchtung ist es nun dunkel hinter der Scheibe. Ich mache die kleine Lampe auf dem Beistelltisch an, damit es wenigstens hier im Zimmer hell ist. Das Schwindelgefühl lässt langsam wieder nach.

    „Bertram, es tut mir leid, aber im Moment sind alle Ärzte im Einsatz. Die Krankenstationen sind überbelegt. Zurzeit können nur die schwereren Fälle behandelt werden und das System schätzt die Situation so ein, dass du nicht dazu gehörst.“

    „Dann muss ich also noch warten?“
    „Ja. Es kann einige Stunden dauern, bis ein Arzt für dich Zeit haben wird. Aber ich habe dich in die Warteliste des Gesundheits-Kontroll-Systems eingetragen. Sobald du an der Reihe bist, wird ein Arzt zu dir kommen.“

  206. #206 Tina_HH
    30. August 2015

    Mein Blick fällt auf die Fernbedienung, die auf dem Fußboden liegt. Ich hebe sie auf und überlege, ob ich den Fernseher einschalten soll. Vielleicht gibt es ja neue Nachrichten. Obwohl, eigentlich graut mir davor. Wenn ich an die Bilder denke, die ich zuletzt gesehen habe, wird mir sofort wieder übel. Nein, im Moment vertrage ich keine Katastrophenmeldungen mehr. Ich will nur noch schlafen und alles um mich herum vergessen.

    „Ich bin so müde, Archie. Ich werde versuchen, noch etwas zu schlafen.“
    „Ist in Ordnung, Bertram. Dann erledige ich solange andere Aufgaben. Wenn du mich brauchst, musst du nur nach mir rufen und ich bin sofort wieder da. Auf Wiedersehen, Bertram.“
    Die kurze Melodie, die mich an Windows erinnert, erklingt und Archie ist verschwunden.
    „Auf Wiedersehen, Archie.“ schicke ich ihm noch hinterher, obwohl er schon weg ist.

    Ich drehe mich auf dem Sofa zur Seite, mache die Lampe aus und starre noch eine Weile auf das Panoramafenster, hinter dem es nun so dunkel ist, dass kaum noch etwas zu erkennen ist. Irgendwann kann ich nicht mehr. Vor Erschöpfung fallen mir die Augen zu und ich schlafe endlich ein.

  207. #207 Tina_HH
    30. August 2015

    Ich wache von einem lauten Geräusch auf. Jemand klopft energisch an meine Zimmertür. Ich öffne die Augen und ich sehe, wie ein junger Mann in einem Arztkittel das Hotelzimmer betritt. Nach wenigen schnellen Schritten steht er schon neben dem Sofa.

    „Guten Tag, Herr Eridani. Ich bin Dr. Schmidt. Vom Gesundheits-Kontroll-System habe ich die Mitteilung bekommen, dass Sie verletzt sind und Hilfe benötigen. Wie geht es Ihnen?“

    Ich blicke mich rasch um, im Zimmer ist es nun wieder hell.
    „Ich weiß nicht. Wie spät ist es?“ frage ich und versuche mich aufzusetzen.

    „Es ist 9:30 Uhr. Wie ich sehe, haben Sie einen Verband auf der Stirn. Können Sie mir schildern, wie es zu dieser Verletzung gekommen ist?

    „Ich … das ist im Wald passiert, als um uns herum alles explodiert ist. Ich weiß nicht mehr, welcher Wald das war und auch nicht, wie ich überhaupt dahin gekommen bin. Ich kann mich einfach nicht mehr richtig erinnern… Aber Stefanie war bei mir, das weiß ich noch. Sie ist Physikerin und… Ich war wohl eine Zeit lang ohnmächtig. Ich glaube, ich habe auch einen Hubschrauber gehört.“
    Ich mache eine kurze Pause.

    „Haben Sie professionelle medizinische Hilfe erhalten?“ fragt er mich mit einem nachdenklichen Blick.

  208. #208 Tina_HH
    30. August 2015

    „Ich war in diesem Krankenhaus. Dort bin ich operiert worden. Obwohl, nein… Das war kein richtiges Krankenhaus, denn die Tür war ja abgeschlossen. Also, die Ärztin machte schon einen seriösen Eindruck auf mich. Aber dann war da noch Anubis, der mich bedroht hat, ein wirklich unheimlicher Typ… und deshalb ich bin geflohen. Ich bin aus dem Fenster gesprungen. Und dann… dann war ich in dieser schmuddeligen Hütte, wo es nichts zu essen gab, aber frisches Wasser, das weiß ich noch. Im Keller, ja, ich erinnere mich noch an den Fahrstuhl, der so überraschend sauber aussah… Der Fahrstuhl hat freundlich mit mir gesprochen und ich habe die 7. Sinfonie von Gustav Mahler gehört. Aber nicht ganz bis zum Schluss, denn ich wollte ja so schnell wie möglich da raus.“

    Dr. Schmidt fühlt meinen Puls. „Erzählen Sie weiter.“ sagt er ungerührt.

    „Und dann ist Archie plötzlich aufgetaucht und hat mir geholfen. Sie wissen schon. Die nette kleine blaue Kugel, die sprechen kann… Ich war sehr erleichtert. Er hat mich zu diesem Hotel hier gebracht und ich dachte mir, ein bisschen Urlaub kann ja nicht schaden. Ach ja, und vorher waren wir noch in der Kleiderkammer, denn ich hatte ja immer noch den grünen Bademantel an… Als ich später auf dem Balkon war, habe ich dann diesen Mann am Strand gesehen, der meinen Bademantel anhatte. Ist das nicht zum Totlachen?“

    Dr. Schmidt sieht mich mit ernstem Gesicht an. Er findet das anscheinend nicht besonders komisch. „Woran erinnern Sie sich noch?“ fragt er.

  209. #209 Tina_HH
    30. August 2015

    „Als Archie weg war, habe ich den Fernseher angemacht. Und ich habe mit der goldenen Kugel von der Rezeption telefoniert und mich bei ihr beschwert, weil hier so ein Krach war. Ja, und dann habe ich plötzlich Claus Kleber gesehen und mir wurde mit einem Schlag alles klar. Der Katastrophenfilm, der gar kein Spielfilm war. Sondern… das waren die echten Nachrichten. Der Weltuntergang… Sie wissen, was ich meine? Und das UFO, das auf alles geschossen hat, war auch echt. Das hat mich am meisten schockiert, dass dieses UFO echt war. Und dann noch diese schrecklichen Flutwellen… Da bin ich wieder ohnmächtig geworden und später hat Archie mich dann gefunden. Seitdem geht es mir wieder sehr schlecht.“

    Ich merke, dass meine Beschreibung der Ereignisse für einen Außenstehenden vielleicht ein wenig wirr klingen mag. „Ich habe eine Gehirnerschütterung.“ füge ich schnell noch hinzu und hoffe, dass Dr. Schmidt mich nicht für komplett plemplem hält.

    „Gut, Herr Eridani. Ich sehe mir jetzt mal genauer ihre Verletzung am Kopf an.“ sagt er mit ernster Stimme und nimmt vorsichtig den Verband ab.

  210. #210 Hans
    30. August 2015

    @Tina_HH:

    im Moment sind alle Ärzte im Einsatz. Die Krankenstationen sind überbelegt.

    darf ich das so interpretieren, dass das Krankenhaus, aus dem Bertram zuvor geflohen ist, auch in diese Station verlegt wurde?

    Wie Du weiter oben geschrieben hast, sollte das Krankenhaus ja zu einer Anlage der Bundeswehr(?) gehören, die auch den Komplex betreibt, in dem Samira die Stafanie gerade “untergebracht” hat. Und ob das zwei verschiedene unterirdische Komplexe sind, oder beides der Gleiche und wenn verschieden, ob die (unterirdisch) miteinander verbunden sind oder nicht, solltet Ihr noch untereinander klären, bevor Ihr weiter schreibt. 🙂
    Soweit mal wieder mein Senf dazu, ansonsten: sehr schön. 🙂

  211. #211 Tina_HH
    30. August 2015

    @Hans
    Also in meiner Vorstellung sind alle unterirdischen Komplexe miteinander verbunden. Und ob Anubis aus dem mysteriösen “Krankenhaus” noch mal wieder auftaucht und was es genau damit auf sich hat, steht noch nicht fest… 😉

  212. #212 Tina_HH
    30. August 2015

    @Samira
    Schreibst du demnächst weiter?

  213. #213 Hans
    30. August 2015

    @Tina_HH, #210: Ah ja. – Klingt spannend.
    Bei Anubis musste ich ja erst an einen der Oberbösewichte aus Stargate denken, obwohl dessen Schreiber sich auch nur bei der altägyptischen Mythologie bedient haben.

  214. #214 Samira
    30. August 2015

    Ich prokastiniere gerade. Morgen kommt der Mann mit dem Weed vorbei, dann geht’s weiter 😉

  215. #215 Tina_HH
    30. August 2015

    @Samira

    dann geht’s weiter

    Schön. 🙂
    Ein Kommentar von mir hängt noch in der Mod.
    Danach gehts dann auch weiter.

  216. #216 Samira
    30. August 2015

    Ich konnte es wirklich nicht fassen. In den letzten Stunden sollten Hundertzwanzig Millionen Menschen gestorben sein? Und ich war dafür verantwortlich. Hätte ich doch bloß auf Florian gehört und die Unterlagen in dem abgeschirmten Safe gelassen. Ich schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen zu stöhnte. “Geht’s dir nicht gut?”, fragte Tobias besorgt. “Du bist so weiß wie die Wand”. Ich schüttelte den Kopf. “Nein. Wäre ich bloß nicht so dumm gewesen. Wie konnte ich nur so dumm…”. Ich spürte wie die Tränen aufstiegen und schluchzte auf und sank in die Hocke. “…sein”. Tobias wirkte irritiert. “Wovon zum Teufel redest du?”, fragte er gerade als sich die Fahrstuhltüren öffneten. Dann unterbrach Geoffrey seine Ausführungen. “Oberstleutnant, ich glaube wir haben das verlorene Schaf gefunden.”

  217. #217 Samira
    30. August 2015

    Ach Mist. Ich bitte “Florian” gedanklich durch Fabian zu ersetzen.

  218. #218 Samira
    30. August 2015

    Biberkacke. #215 bitte ich ganz zu streichen. Fabian hat Stef die Unterlagen ja selbst gegeben. Betrachtet den Post als nicht existent. (oder löschen)

  219. #219 Samira
    30. August 2015

    Ich konnte es wirklich nicht fassen. In den letzten Stunden sollten Hundertzwanzig Millionen Menschen gestorben sein? Das konnte doch nicht wahr sein. Ich schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen und stöhnte. “Geht’s dir nicht gut?”, fragte Tobias besorgt. “Du bist so weiß wie die Wand”, sagte er. Ich schüttelte den Kopf. “Wie kannst du nur so ruhig bleiben angesichts dem da”. Ich wies auf die holographische Darstellung und spürte wie Tränen aufstiegen. Ich schluchzte auf und sank in die Hocke. Dann unterbrach Geoffrey seine Ausführungen. “Oberstleutnant, ich glaube wir haben das verlorene Schaf gefunden.”

  220. #220 Samira
    30. August 2015

    Dann waren wir angekommen. Mit einem leisen “Bling” öffneten sich die Türen und ich sah auf. Mit verschwommenem Blick erkannte ich einen weiteren Bahnsteig. Er war praktisch identisch mit dem in dem wir eingestiegen waren. Nur das McDonalds fehlte und die Menschen. Niemand war zu sehen.

  221. #221 Samira
    30. August 2015

    [Zwischenspiel, Rückblende 09. Januar 2006]

    Auch nach einem langen durch starke Medikamente unterstütztem Nachtschlaf und einer Tasse ultrastarkem Kaffee war Leutnant, nein Oberstleutnant Sanftleber immer noch fassungslos. Da war das “Rendezvous” mit der mächtigsten Frau Deutschlands. Die Offenbarungen die damit einhergingen. Wer hatte schließlich schon mal vom “WGND” gehört? Von Flugscheiben und Antigravitation? Ok, Flugscheiben und Antigravitation kannte man aus der Science Fiction aber doch nicht im echten Leben. Und dann diese unerhörte, nein ungehörige, Beförderung vom Leutnant zum Oberstleutnant. Soweit ihm bekannt war war sowas bisher noch nicht vorgekommen. “Ich habe Sie überprüfen lassen Leutnant Sanftleber”, hatte die Kanzlerin gesagt. “Wie mir der WGND versichert sind Sie einer der loyalsten und vertrauenswürdigsten Offiziere die wir haben. Ich habe vor Ihnen das Kommando über diese Anlage zu übergeben”. Das Hologramm der Kanzlerin beschrieb eine weite Geste. “Ich befördere Sie hiermit zum Oberstleutnant. Geoffrey wird sie in alles weitere einweisen.”

    “Wer ist Geoffrey?”. Ein Glockenton ertönte.

  222. #222 Samira
    30. August 2015

    Falls sich jemand fragt, WGND steht für “Wirklich Geheimer NachrichtenDienst”. Aber, Pssst, SIE dürfen nicht wissen das ihr das wisst.

  223. #223 Hans
    30. August 2015

    @Samira, #220:

    Beförderung vom Leutnant zum Oberstleutnant. Soweit ihm bekannt war war sowas bisher noch nicht vorgekommen.

    Das würde mich auch wundern denn damit hat er ganze drei dazwischen liegende Dienstgrade (Oberleutnant (ohne “st” hinter “Ober”), Hauptmann, Major) übersprungen, die man auf dem gewöhnlichen Karriereweg jeweils ein paar Jahre inne hat. Und für manche endet die Karriereleiter auch beim Hauptmann, wobei ich jetzt aber nicht weis, warum.

  224. #224 Samira
    30. August 2015

    Das weiß ich Hans. Ich war selber mal bei dem Laden und hab’s bis zur Stabsgefreiten gebracht. Und nein, nicht in der Küche 😉

  225. #225 Hans
    31. August 2015

    @Samira:
    Okay, dann kennst Du ja sogar die neueren Dienstgrade, die erst nach meiner Zeit in dem Laden eingeführt wurden. Da gab es die Stabsgefreiten nämlich noch nicht (und das G36 auch nicht 😉 ). Aber auch wenn wir die Dienstgrade und ihre Reihenfolge kennen, heisst das nicht, dass alle anderen die auch kennen. Deshalb hab ich die Erklärung abgegeben.

  226. #226 Tina_HH
    31. August 2015

    Dr. Schmidt sieht mich nachdenklich an.
    „Ist Ihnen manchmal schwindelig?“
    „Und wie.“
    „Haben Sie noch weitere Verletzungen?“
    „Ja, am Bein.“

    Ich krempele meine Jeans ein Stück hoch und zeige ihm den Verband am Unterschenkel. Er macht ihn vorsichtig ab.
    „Gut. Ich desinfiziere jetzt die Wunden und verbinde sie neu.“

    Als er fertig ist, misst er meinen Blutdruck. „In ein paar Tagen können die Fäden gezogen werden. Normalerweise würde ich Sie ja auf eine der Krankenstationen verlegen, doch das ist im Moment wegen Überbelegung leider nicht möglich. Aber ich denke, Sie können sich auch hier im Hotel ganz gut erholen. Laufen Sie möglichst nicht viel herum und gönnen Sie sich ein wenig Ruhe.“

    „Ich habe nichts dagegen, hier zu bleiben.“ sage ich erleichtert. Von Krankenhäusern habe ich ohnehin vorerst genug.

    Er kramt in seiner großen Arzttasche herum und reicht mir eine Schachtel.
    „Ein Schmerzmittel. Nehmen Sie bei Bedarf eine Tablette, insgesamt nicht mehr als drei am Tag.
    „Danke.“

  227. #227 Tina_HH
    31. August 2015

    Auf dem Weg zur Tür dreht sich Dr. Schmidt noch einmal zur mir um:
    „Ich werde dem Zimmerservice Bescheid sagen, dass Sie dreimal täglich eine Mahlzeit liefern sollen. Und falls es Ihnen nicht gut gehen sollte, melden Sie sich beim Gesundheits-Kontroll-System. – Entspannen Sie sich!“ fügt er noch hinzu.

    Der letzte Satz erinnert mich plötzlich an die Fahrstuhl-Begleit-KI, die mich von der Hütte in diese Anlage befördert hat und ich überlege kurz, ob Dr. Schmidt überhaupt ein richtiger Mensch ist.

    „Sind Sie eigentlich ein echter Arzt?“ frage ich und Dr. Schmidt sieht mich kurz an, als wäre ich intellektuell nicht ganz auf der Höhe. Dann lächelt er jedoch ein wenig und antwortet: „Keine Angst, Herr Eridani. Mit Ihnen kommt alles wieder vollständig in Ordnung. Sie brauchen jetzt vor allem Ruhe. Ich muss gehen. Auf Wiedersehen.“ Und schon ist er zur Tür hinaus.

    „Auf Wiedersehen“ rufe ich ihm hinterher. So schnell, wie er ist, wird er das sicher nicht mehr gehört haben.

  228. #228 Tina_HH
    31. August 2015

    Einige Zeit, nachdem Dr. Schmidt gegangen ist, klopft es wieder an der Zimmertür.

    „Zimmerservice!“ ruft eine fröhliche Stimme. Als die Tür sich öffnet, sehe ich einen kleinen weißen Service-Roboter, der mit einem Tablett ins Zimmer gerollt kommt. Seine großen blauen Augen blinken eifrig und sein Mund ist zu einem Smiley geformt.

    „Ich bringe Ihnen Ihr Frühstück, Herr Eridani. Beach-Paradise Gigantes.“ sagt er mit einer leicht schnarrenden Stimme und stellt das üppig beladene Tablett geschickt auf dem großen Esstisch ab. „Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit.“

    „Vielen Dank.“

  229. #229 Tina_HH
    31. August 2015

    „Haben Sie sonst noch einen Wunsch?“ fragt der kleine Roboter und wendet sich mit der Geste einer leichten Verbeugung in meine Richtung.

    „Äh, nein, im Moment nicht.“

    „Gut. Wann soll ich wiederkommen, um Ihnen ihr Mittagessen zu servieren?“

    „Ich glaube, nach diesem Frühstück werde ich erstmal ziemlich satt sein. Könnte ich das Mittagessen vielleicht so gegen 14:00 Uhr bekommen?“

    „Aber sicher, Herr Eridani. Dann bringe ich Ihnen ihr Mittagessen um 14:00 Uhr. Und wann möchten Sie zu Abend essen?“

    Ich überlege kurz. „Gerne um 21:00 Uhr.“

    „Alles klar, Herr Eridani. Und wann möchten Sie morgen frühstücken?“
    „Äh, vielleicht so gegen 9:00 Uhr.“

    „Gerne, Herr Eridani. Und wann möchten Sie morgen ihr Mittagessen…“

    „Am besten alle Mahlzeiten immer zu den gleichen Zeiten.“ unterbreche ich den Service-Roboter, um die Sache etwas abzukürzen.

    „Sehr wohl, Herr Eridani. Frühstück um 9:00 Uhr, Mittagessen um 14:00 Uhr und Abendessen um 21:00 Uhr. Haben Sie bestimmte Vorlieben, was die Speiseauswahl oder Zubereitung betrifft?“

    „Nein, ich mag fast alles. Ich lasse mich gerne überraschen.“

    „Was heißt „fast alles“ genau? Was mögen Sie nicht, Herr Eridani?“

    „Ich mag alles.“ antworte ich schnell. Ich habe im Moment keine Lust auf eine längere Diskussion mit einem Roboter.

    „Gut, Herr Eridani, ich notiere, Sie mögen alles. Ich habe ihre Wünsche im Restaurant-Service-System abgespeichert. Auf Wiedersehen.“ sagt der kleine Roboter fröhlich, macht eine elegante Kehrtwende, rollt wieder zur Tür hinaus und schließt diese leise hinter sich.

    „Auf Wiedersehen.“ rufe ich ihm hinterher und überlege, woran es wohl liegen mag, dass Archie im Vergleich zu allen anderen KIs, denen ich bisher begegnet bin, so viel intelligenter erscheint.

  230. #230 Tina_HH
    31. August 2015

    Im Zimmer duftet es nach frischem Kaffee. Ich rappele mich vom Sofa hoch und gehe mit leicht schwankenden Schritten zum Esstisch. Das Frühstück sieht fantastisch aus. Alles, was das Herz begehrt und davon auch noch reichlich, exakt wie am Tag zuvor. Ich trinke einen Schluck Kaffee, nehme mir eines der frischen Brötchen, bestreiche es mit Marmelade und fange an zu essen. Ich merke, wie es mir langsam wieder etwas besser geht.

    Nach dem Frühstück gehe ich ins Badezimmer, um mich frisch zu machen. Als ich in den Spiegel sehe, fällt mir auf, dass ich schon etwas besser aussehe als beim letzten Mal. Ich überlege, dass ich eigentlich ein enormes Glück habe, hier in dieser unterirdischen Anlage gelandet zu sein. So ein Hotel mit Vollpension ist eindeutig nicht der schlechteste Ort, um wieder gesund zu werden. Was wäre wohl passiert, wenn ich in der Hütte geblieben und nicht in den Fahrstuhl gestiegen wäre? Wahrscheinlich wäre ich bei der entsetzlichen Katastrophe umgekommen. Keine schöne Vorstellung.

    Nachdem ich im Badezimmer fertig bin, gehe ich auf den Balkon. Ich lege mich in einen der bequemen Liegestühle und schließe die Augen. Wenn ich schon überlebt habe, sollte ich vielleicht ab jetzt das Beste aus der Situation machen, überlege ich mir und schlafe auf der Stelle ein.

  231. #231 Samira
    2. September 2015

    [Zwischenspiel]

    Die Evakuierung des Regierungsviertels war in vollem Gange als der Eindringling den Luftraum um Berlin erreichte. Hektisch hetzten die Kanzlerin und einige ihrer Minister auf die beiden Hubschrauber zu die auf dem Dach des Kanzleramtes auf sie warteten. Die Maschinen hoben ab und nahmen Kurs auf auf den nächstgelegen Eingang zu Projekt Exodus.

  232. #232 Tina_HH
    2. September 2015

    Als ich aufwache, steht die künstliche Sonne hoch am Himmel. Vielleicht sollte ich jetzt doch mal Nachrichten schauen. Ich gehe ins Zimmer und schalte mit einem etwas unguten Gefühl den Fernseher ein. Ich sehe Robert Redford und Dustin Hoffman. Sie sehen noch sehr jung aus – also ist das diesmal ganz eindeutig ein Spielfilm… Sogar einer meiner Lieblingsfilme. Wie heißt er noch?

    Ich denke nach und komme nicht darauf. Mein Gedächtnis hat eindeutig Schaden genommen, stelle ich fest. Wahrscheinlich eine Folge der Explosionen im Wald.
    Die Unbestechlichen! Endlich fällt es mir wieder ein.

    Ich schalte um, schließlich will ich Nachrichten sehen. Auf dem zweiten Sender läuft nichts, nur eine Art Testbild ist zu sehen, mit den Worten: „Herzlich Willkommen im Beach-Paradise-Resort“. Ich schalte weiter. Nichts, keine Nachrichten. Wieder nur der Willkommensbildschirm. Nachdem ich ungefähr 50 weitere Sender ausprobiert habe, gebe ich auf. Nirgends läuft etwas außer dem Spielfilm auf dem ersten Sender.
    Ich begebe mich zum Telefon…

  233. #233 Tina_HH
    2. September 2015

    „Beach-Paradise. Rezeption. Was kann ich für Sie tun, Herr Eridani?“ Die Stimme kenne ich doch… Die goldene Kugel ist am Apparat.

    „Ich würde gerne Nachrichten sehen, aber ich bekomme leider nur ein einziges Programm und da läuft ein Spielfilm. Zwar ein sehr guter, aber…“

    „Ja, Herr Eridani. Zurzeit können wir leider keine Nachrichtensendungen anbieten. Wir mussten unsere Auswahl an Programmen auf einen Sender begrenzen, der nun rund um die Uhr Spielfilme zeigt. Sie können diesen Sender aber selbstverständlich 24 Stunden am Tag kostenlos nutzen.“

    „Warum zeigen Sie keine Nachrichten mehr?“ will ich wissen.

    „Oh, Herr Eridani, es tut mir leid, aber diese Frage kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Ich bin nicht befugt, Auskünfte über die Hintergründe der Fernsehprogrammgestaltung zu erteilen.“

    „Soll das ein Witz sein?“ Ich merke, dass ich schon wieder ein wenig genervt bin.

    „Nein, Herr Eridani, das ist kein Witz. Und nun entschuldigen Sie mich bitte. Ich habe noch andere dringende Aufgaben zu erledigen.“

    Es klickt in der Leitung. Die goldene Kugel hat einfach aufgelegt…

    Ich gehe zurück zum Sofa und sehe mir „Die Unbestechlichen“ bis zum Schluss an. Direkt im Anschluss wird „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gezeigt. Ich schalte den Fernseher aus.

  234. #234 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. September 2015

    Leutz, Ihr habe es geschafft – man ist auf Euch aufmerksam geworden. Im Bundesland habt Ihr Euch zwar geirrt, aber sonst…

    Egal, schaut selbst: http://www.travelbook.de/deutschland/das-unheimliche-licht-von-brieselang-spukt-es-in-diesem-brandenburger-wald-687933.html?icid=maing-grid7|germany|dl3|sec3_lnk5%26pLid%3D379475

  235. #235 Tina_HH
    4. September 2015

    @noch’n Flo
    Was es nicht alles gibt…

    @All
    By the way: Besteht eigentlich noch Interesse, dass wir die Story weiterschreiben? So ab und zu mal ein kleines Feedback wäre nicht schlecht für die Motivation. 😉

  236. #236 Spritkopf
    4. September 2015

    Aus dem verlinktem Artikel von noch’n Flo:

    Das Licht vibriert kurze Zeit ein wenig, dann wechselt es auf Rot, anschließend auf Grün. Was ist denn das für eine Taschenlampe, die man verschiedenfarbig einstellen kann? So etwas habe ich noch nie gesehen.

    So eine Taschenlampe hatte ich schon als Kiddie. In den 70ern!

  237. #237 CC-103
    4. September 2015

    @Tina_HH
    #235

    Klar, bitte auf jeden Fall weitermachen, ich guck mal, ob ich mich auch noch irgendwie mit einbringe.

  238. #238 Theres
    4. September 2015

    Moin,
    ich war ne Weile unterwegs und hänge reichlich hinterher, wie ich soeben sah … aber ja, weiter, weiter, weiter – ihr seid sicherlich nicht langweiliger geworden 😀

    @noch’n Flo
    Brieselang mal wieder 🙂
    Der Wald dort ist so ruhig und still, da sehen Großstädter leicht mal Seltsames …
    Aber im Ernst, sollen nur Fahrrad- oder Autolichter gewesen sein …

  239. #239 gaius
    5. September 2015

    Ich lese Euch regelmäßig und mit Vergnügen 🙂

  240. #240 Hans
    5. September 2015

    @Tina_HH:
    Ich bin auch gespannt, wie es weiter geht. Ihr habt da jetzt einen netten Spannungsbogen aufgebaut und ein Sack voller offener Fragen steht im Raum, also nur weiter so. 🙂
    Aber Du hast natürlich recht mit dem Feedback. Etwas mehr kann nicht schaden.

  241. #241 bikerdet
    5. September 2015

    @ die Autoren :
    Ist es eigendlich vorgesehen, die ganze Geschichte mal zusammen zufassen ? Durch die vielen OT-Posts wird es schwierig zu lesen. Ich lese auch nur in größeren Abständen, die einzelnen Abschnitte sind mir zu kurz um wieder richtig in die Geschichte einzutauchen.

  242. #242 Florian Freistetter
    5. September 2015

    @bikderdet: Sobald ich irgendwo mal große “ENDE” lese, werde ich probieren, das ganze zusammenzufassen und nochmal extra zu veröffentlichen. Zuvor können die Autoren das ganze natürlich nochmal überarbeiten, wenn sie wollen…

  243. #243 Tina_HH
    5. September 2015

    Okay, vier treue Leser. Sehr schön 🙂 .

    Ich hab voraussichtlich irgendwann ab nächster oder übernächster Woche wieder Zeit, was zu schreiben. Ich fände es auf jeden Fall klasse, wenn noch ein paar mehr Leute mitmachen würden.

    Den Ansatz von Kyllyeti weiter oben fand ich übrigens auch ziemlich interessant.

  244. #244 Samira
    5. September 2015

    Dunkle Wolken zogen sich über der ganzen Erde zusammen. Blitze zuckten und ohrenbetäubender Donner rollte über die Welt. Gottes Hand griff nach dem Angreifer und fegte ihn vom Himmel. Mit einem Gedanken schloss er das Portal und, wo er schon dabei war, bescherte er allen Schwulen einen tödlichen Herzinfarkt. Die Welt war gerettet.

    *** ENDE ***

  245. #245 Samira
    5. September 2015

    Da man mein Grinsen im Netzt nicht sehen kann, das war natürlich nicht Ernst gemeint.

  246. #246 Samira
    5. September 2015

    @Florian

    “… werde ich probieren, das ganze zusammenzufassen und nochmal extra zu veröffentlichen.”

    Überlasse das mal getrost mit. Ich mach ein epub draus und stelle es auf einen meiner Server. Kannst es aber natürlich gerne verlinken.

  247. #247 bikerdet
    5. September 2015

    @ Samira :
    Vielen Dank im vorraus !

    Und bitte uns nicht mehr so erschrecken wie in #244. Ich hätte beinahe einen H… ähhm upps, Nervenzusammenbruch 😉 erlitten.

  248. #248 Florian Freistetter
    5. September 2015

    @Samira: Überlasse das mal getrost mir

    Mach ich gerne!

  249. #249 Hans
    5. September 2015

    @Tina_HH, #243

    Okay, vier treue Leser. Sehr schön 🙂 .

    Ich vermute, es sind ein paar mehr, aber die trauen sich nicht, hier zu posten…

    @Samira, #244, #245:
    Das wäre kein guter Schluss gewesen, aber ich konnte mir Dein Grinsen sehr gut vorstellen…

  250. #250 Kyllyeti
    6. September 2015

    @Tina_HH

    Den Ansatz von Kyllyeti weiter oben fand ich übrigens auch ziemlich interessant

    Da mache ich gerne weiter wenn gewünscht. Ich hielt mich ein bisschen zurück, weil ich euch nicht reinfunken wollte.

    Aber letzten Endes … Die beiden sind zwar sehr oberirdisch, koennten aber trotzdem keine Ahnung haben, was unten wirklich abläuft, und weiter wild herumspekulieren.

    Also gut, da kommt noch was.

    (Und klar – wenn ich die Story nicht gut fände, hätte ich mich erst gar nicht eingemischt 😉 )

  251. #251 Tina_HH
    6. September 2015

    @Kyllyeti

    Ich hielt mich ein bisschen zurück, weil ich euch nicht reinfunken wollte.

    Eigenständige Erzählstränge sind (meiner Meinung nach) doch völlig unproblematisch und eigentlich jederzeit möglich. Man kann die gesamte bisherige Story ja immer auch noch aus einer anderen Perspektive beleuchten.

    Also gut, da kommt noch was.

    Fein. Ich bin gespannt. 🙂

  252. #252 Tina_HH
    6. September 2015

    Pünktlich um 14:00 Uhr klopft es an der Tür und der kleine weiße Service-Roboter kommt mit seiner üblichen fröhlichen Begrüßung ins Zimmer gerollt. Ich beobachte, wie er das Tablett mit dem Mittagessen gekonnt auf dem Esstisch platziert.

    Im Moment habe ich wenig Lust, mich mit ihm zu unterhalten. Mir fällt Stefanie wieder ein und ich frage mich zum x-ten Mal, ob sie die Katastrophe wohl überlebt hat und falls ja, ob ich sie jemals wiedersehen werde.

    Als der Service-Roboter das Zimmer wieder verlassen hat, gehe ich zum Esstisch, auf dem eine schöne Terrine steht, in der eine Kartoffelsuppe dampft. Die Suppe schmeckt auch außergewöhnlich gut. Soviel steht jedenfalls schon mal fest: Hier im Beach-Paradise ist das Essen von deutlich besserer Qualität als die Auswahl an Fernsehprogrammen. Ich notiere mir dieses Detail im Hinterkopf, obwohl es mehr als fraglich ist, dass ich jemals wieder einen normalen Reisebericht schreiben werde.

  253. #253 Tina_HH
    6. September 2015

    Nach dem Essen geht es mir besser und ich überlege, ob es nicht an der Zeit wäre, einige Nachforschungen anzustellen. Ich muss endlich mit ein paar Leuten reden, die hier in dieser merkwürdigen unterirdischen Anlage sind. Vor allem brauche ich Informationen – über die Katastrophe, über die Ursachen und Hintergründe und über den aktuellen Stand der Dinge.

    Ich sollte mich mal ein bisschen im Hotel umsehen – und dafür sollte ich Archie mitnehmen, er kennt sich hier schließlich perfekt aus.

    „Archie! Kannst du bitte mal zu mir kommen?“ rufe ich in den Raum und fühle mich dabei ein wenig albern. Aber es funktioniert. Nach wenigen Sekunden materialisiert sich einen Meter vor mir die kleine blaue Kugel und sagt mit der gewohnt sympathischen Stimme: „Hallo Bertram, hier bin ich!“

    „Hallo Archie! Schön, dich zu sehen. Ich würde mich gerne ein bisschen im Hotel umsehen. Hast du gerade Zeit? Kannst du mich begleiten?“

    „Aber sicher doch, Bertram. Ich führe dich herum.“

    „Prima, dann lass uns gehen, Archie.“

    Ich ziehe meine Jacke über und stecke die Schachtel mit den Tabletten ein. Dann verlassen Archie und ich das Hotelzimmer und begeben uns auf Erkundungstour durch das Beach-Paradise.

  254. #254 Samira
    6. September 2015

    @Tina_HH Gegessen wird um zwölf! 14 Uhr. Wo gibt’s denn sowas? Also wirklich.

  255. #255 Tina_HH
    6. September 2015

    @Samira
    Im Beach-Paradise ist eben alles möglich… 😉 .

    Was macht eigentlich Stefanie so?

  256. #256 Kyllyeti
    6. September 2015

    (Inzwischen nochmal irgendwo ganz weit oben:)

    Perco: “Also wieder die … das kann doch nicht wahr sein!”

    Xroto: “Ich glaube, da hast du recht, Perco. Nach nochmaligem Überlegen komme ich zu dem Schluß: Die … werden’s wohl eher doch nicht sein.”

    Perco: “Wieso denn nicht – das da unten entspricht doch genau deren üblicher Vorgehensweise!”

    Xroto: “Ja schon … aber schau mal: Die … sind mit den Erdlingen eigentlich ausgezeichnet zurechtgekommen. Sowas, wie jetzt da unten zu sehen ist, ziehen die … nur auf unbotmäßigen Planeten durch. … Oder vielmehr: sie lassen ihre Lakaien das machen.”

    Perco: “Wie – das machen deren Lakaien? Sind das die … nie selbst?”

    Xroto: “Nein. Niemals. Dazu nehmen sie immer Lebensformen, die sie schon vollkommen unterwandert haben.”

    Perco: “Ach, und ich hab diese ‘Lakaien’ immer für die … gehalten. Hmmmh … . Wer sind die … dann eigentlich? Und wofür stehen denn nun die drei . . . ?”

    Xroto: “Oh. Du sitzt einem weitverbreiteten Missverständnis auf. Die drei … stehen nicht für irgendwas – die drei …, das sind die … !”

    Perco: “Häh?!”

    Xroto: “Also sieh mal – die … sind was Besonderes: sie sind die einzige bekannte schriftförmige Lebensform im Universum.”

    Perco: “Wie – schriftförmige Lebensform?? Willst du mich …”

    Xroto: “Denk doch mal nach. Alles, was in großen Mengen immer wieder kopiert, vervielfältigt und dann einer kritischen Auslese unterworfen wird, unterliegt evolutionären Regeln.

    Evolution ist eine ganz normale Sache im Universum. Kommt darum ja auch überall vor. Das kann mit biologischen Organismen passieren, mit gewissen Computerprogrammen … oder eben auch mal bei einem Text.

    Irgendwo ist da mal aus irgendsoeinem vielverkauften und vielkritisierten Bestseller (oder so) mal ein selbständiger lebendiger schriftförmiger Organimus entstanden. Der schließlich sogar zur intelligenten Lebensform evolviert ist.

    Klar, das ist ungewöhnlich, und schwer nachzuvollziehen. Aber wenn du’s genauer wissen willst – frag doch die … selbst.”

    Perco: “Ich werd’ mich hüten … !”

  257. #257 Hans
    6. September 2015

    @Samira, Tina_HH:
    Also ich hab auch schon um 14 Uhr gefrühstückt, sehe dabei also kein Problem. 🙂

    Ach ja, @Samira, wie ist da eigentlich mit den 2 Hubi’s aus #231? – Erreichen die den Eingang noch rechtzeitig oder werden die vorher abgeschossen? Falls sie es schaffen, gibt es einen Hangar in den sie rein fliegen können, damit die Insassen schon geschützt aussteigen und zum Transportlift gehen (rennen) können oder müssen sie aus irgendwelchen Gründen draussen aussteigen und erst noch mit ‘nem anderen Fahrzeug (Auto, o.ä.) zum Eingang gebracht werden?
    Ansonsten schliesse ich mich der Frage von Tina_HH an. 😉

  258. #258 Samira
    7. September 2015

    [Zwischenspiel]

    Die USA hatten gerade begonnen sich vom Schock des Tsunamis und der vielen Opfer zu erholen. Präsident Schwarzenecker hatte DEFCON 1 ausrufen lassen. Demzufolge herrschte auf allen Militärstützpunkten höchste Alarmbereitschaft und man reagierte schnell als sich hunderte kleine Flugkörper aus dem Atlantik erhoben und Kurs auf die Ostküste der Vereinigten Staaten nahmen. In Mount Rushmore drehte sich der Ortungsoffizier zu seinem Vorgesetzten um. “Sir, wir haben multiple Kontakte”.

  259. #259 Samira
    7. September 2015

    Es war das erste Mal das sich praktisch die gesamte Luftwaffe der USA auf einmal im Einsatz befand. Jede verfügbare Maschine wurde eingesetzt um die Angreifer abzufangen. Angefangen von altersschwachen X5 – Übungsjägern bis hin zu den modernen und experimentellen F28 – Kampfjets bot man alles auf. Kurz vor der Küste gelang es den ersten Verteidigern den Feind zu stellen. Doch die fegten einfach durch die Phalanx hindurch. Die Energiewaffen der Angreifer machten einfach kurzen Prozess mit den tapferen Piloten. Und wenn doch mal jemanden gelang seine Raketen abzufeuern explodierten diese harmlos an den Schilden der Fremden.

    Die Flugkörper waren bleistiftförmig, etwa 20 Meter lang und mit rund 2 Metern Durchmesser. Die Hülle war durchgängig blau-schwarz und ohne erkennbares Cockpit. Man konnte auch keinen Antrieb erkennen.

    Welle um Welle der Airforce brandeten gegen den Feind, nur um Gnadenlos abgeschossen zu werden. Über New York gelang es einer F16-Pilotin hinter eines der Bleistift-Schiffe zu kommen und zwei Raketen auszulösen. Anscheinend war der Schild des Feindes achtern nur sehr dünn, denn die erste Rakete detonierte und machte den Weg frei für die zweite. Verwundet und rauchend schmierte der Flieger ab und bohrte sich in das rechte Auge der Freiheitsstatue. Die Pilotin des Jets hatte indes keine Zeit mehr sich über ihren Erfolg zu freuen weil ein Mikrowellenstrahl, abgefeuert von einem Kameraden ihres Opfers gerade dabei war ihr Gehirn in einen kochenden Brei zu verwandeln.

  260. #260 Samira
    7. September 2015

    In den Tiefen von Mount Rushmore verfolgte der Präsident indes den Fortschritt der Kampfhandlungen. Ohnmächtig sah er zu wie seine Kampfflugzeuge einer nach dem anderen abgeschossen wurden. Aller Voraussicht nach würden die Vereinigten Staaten untergehen. Man hatte dem Angreifer schlicht nichts entgegenzusetzen. Mit vor dem Gesicht verschränkten Händen trauerte der Präsident um sein Volk und begann zu weinen.

    “Ähm, Mr. President, das sollten sie sich vielleicht ansehen”, trat ein hochrangiger Offizier heran, peinlich berührt vom Gefühlsausbruch des mächtigsten Mannes der Welt. Adolf Schwarzenecker sah auf. Und was er sah versprach neue Hoffnung.

  261. #261 Samira
    7. September 2015

    Eine Rotte linsenförmiger Flugkörper fiel von Oben über den Angreifer her. Sie attackierten den Feind und schossen ihn mit so hochbeschleunigten Urangranaten ab die die Schilde nicht abfangen konnten. Die Projektile waren so schnell, dass sie hell leuchtende ionisierte Kanäle in der Luft hinterließen. Für eine kurze Zeit schien Verwirrung in den Reihen der Angreifer zu herrschen. Dann richteten sie ihre Waffen schließlich auf den neuen Feind und hielten reiche Ernte. Doch zu einem Preis. Für jede abgeschossene “Linse” bezahlte der Feind mit zwei seiner “Bleistifte”. Und auch das Wissen um die schwachen Achterschilde war vom Oberkommando verbreitet worden. Somit gelang es auch der Luftwaffe vereinzelt abzuschießen. Als die Luftschlacht vorbei war und der Rauch sich verzog waren noch 28 Bleistifte übrig die Kurs auf Washington nahmen. Sie sollten nicht weit kommen. Die FS Steinhoff sank gerade in die Atmosphäre und kümmerte sich um das Problem.

  262. #262 Kyllyeti
    7. September 2015

    (Nochmals, jwo … )

    Perco: “Sach mal, Xroto, die drei … bezeichnen also nicht die … – sie sind die … ?!

    Xroto: “Ja, also z.B. hier auf der Erde sind fast 90% aller …, welche irgendwo in Texten auftauchen, echte … . Die haben sich auf dem Planeten schon fast perfekt etabliert. Gibt ja auch so viele, die bereitwillig für die Verbreitung der … sorgen.
    Sch… Menschen! Die fallen ja auf alles rein. Bin froh, dass wir jetzt endlich von hier weg kommen.”

    Perco: “Bereitwillige? Wie verbreiten sich die … denn?”

    Xroto: “Na ja, sie sorgen dafür, dass möglichst viele Bewohner anderer Planeten sie in ihre Schriften einfügen. An allen möglichen Stellen.
    Schau dir mal gewisse Texte von der Erde an. Z.B. die von manchen Kommentatoren in Internet-Blogs. Da wimmelt es manchmal in grauenhaftem Maße von ihnen. Aber auch jede Menge andere Textschreiber unterliegen ihrem Einfluss.
    Die Erde ist … ääh … war ihnen schon ziemlich hoffnungslos verfallen.”

    Perco: “Was ich nicht verstehe … die … sind intelligente Organismen. Wie jeder weiß, erfordert so was doch ein außerordentlich hohes Maß an Komplexität. Die kann ich in drei popeligen … aber ganz und gar nicht erkennen.”

    Xroto: “Eigentlich ganz einfach – da ist weit mehr dahinter, als man sieht. Die …, so wie wir sie lesen, sind nur Projektionen der höherdimensionalen eigentlichen Schriftform in den eindimensionalen linearen Text. So etwas wie die Mäuse. Die sind ja auch Projektionen von Hyperexistenzen in die 3-D Welt.
    Nur dass das bei den … etwas anders ist. Schriftdimensional halt …”

    Perco: “Schriftdimensional. Aha. … ??”

    Xroto: “Ja. So wie der Raum können sich auch Texte auch in mehrere Dimensionen ausbreiten. Jedenfalls die Texte von höher enwickelten Lebensformen.
    Die rein lineare – also eindimensionale – Schrift ist ein ziemliches Kennzeichen für solche Hinterweltplaneten wie die Erde hier … Aber gerade die sind für die … ein gefundenes Fressen. Dafür nehmen sie die Mühen der projektivalen Existenz gerne auf sich.”

    Perco: “Und wie hoch dimensioniert sind die … ?”

    Xroto: “Die … sind vermutlich eine mindestens 7D-Textlebensform, wenn nicht sogar elfdimensional. Keiner weiß das genau.”

    Perco: “Wow … !”

    Perco: “Hmmm … ich überlege gerade … ja wenn ich so beim Überlegen Denkpausen einlege … wie gerade jetzt … So was wird doch auch durch … ausgedrückt. Hab’ ich dadurch jetzt auch den …-‘Virus’?”

    Xroto: “Nein. Keine Sorge. Wie gesagt – die … sind eine schriftliche Lebensform. Die werden deine Denkpausen erst beim Niederschreiben derselben ausnutzen … Drum ist’s gut, dass uns hier oben keiner dieser menschlichen Hornochsen belauschen kann.
    Was für ein Desaster, wenn so einer unseren Dialog aufschreiben würde …”

    Perco: “Ja, nicht auszudenken … “

  263. #263 Kyllyeti
    8. September 2015

    Ich möchte mich für meinen letzten Beitrag entschuldigen. Man muss ihn mit ziemlich hoher Konzentration lesen, will man den Inhalt richtig erfassen.
    So steht … zwar meistens für die …, aber einige Male sind’s einfach nur … , und das ist mitunter sehr verwirrend. Leider konnte ich das auch kaum anders machen.

    Die … mögen es naemlich nicht, wenn man sie zwischen Anführungszeichen, Klammern oder irgendwelchen anderen popeligen Zeichenkram setzt; auch nicht, wenn man sie fett oder größer druckt – allenfalls kann man sie mal kursiv hinschreiben.

    Und wenn ich’s doch getan hätte …
    Nun ja, die … haben schon einige Planeten wegen solcher oder sogar noch geringfügigerer Anlässe *einer grundlegenden organisatorischen Umgestaltung unterzogen* …

    Übrigens – meiner privaten Theorie zufolge stammen die … von einer versehentlichen Kreuzung des in achtfacher Ausfertigung anzufügenden Formulars 43/7b UApt. XXII-d mit einem vogonischen Versepos ab. Das würde zumindest den Charakter der … ausgezeichnet erklären.

    Apropo Vogonen … hallo Xroto!, die Vogonen – die könnten’s doch sein, da unten – die machen doch sowas immer wieder gerne, oder?

  264. #264 Samira
    8. September 2015

    @Kyletti Sag mal, hat dir jemand dein Handtuch geklaut?

  265. #265 Hans
    8. September 2015

    Vogonen?! – Soweit ich weis, kommen die in der bekannten Romanreihe von Doug Adams nur in Band eins vor, wenn sie am Anfang die Erde vernichten um Platz für die interstellare Autobahn zu schaffen. Aber danach hab ich von denen nix mehr in Erinnerung. – Muss aber auch dazu sagen, dass ich die Reihe kurz vor dem Ende von Band 2 abgebrochen habe, weil sie mir nicht mehr zusagte.

    Ansonsten ist mir immer noch nicht so ganz klar, was ich von Kyllyeti’s Dialog halten soll. Klingt zwar irgendwie interessant, aber auch irgendwie reichlich seltsam.

  266. #266 Samira
    8. September 2015

    @Hans

    Die Vogonen sind die drittschlechtesten Dichter in der Galaxis. Beispiel gefällig?

    Oh zerfrettelter Grunzwanzling
    dein Harngedränge ist für mich
    Wie Schnatterfleck auf Bienenstich.
    Grupp, ich beschwöre dich
    mein punzig Turteldrom.
    Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwördeln
    Denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen
    Mit meinem Börgelkranze, wart’s nur ab!

    Zweitschlechteste Dichter sind die Asgothen von Kria bezeichnet.
    Während der Rezitation des Gedichtes „Ode an einen kleinen grünen Kittklumpen, den ich eines Sommermorgens in meiner Achselhöhle fand“ starben vier seiner Zuhörer an inneren Blutungen, und der Präsident des Mittelgalaktischen Kunstklaubeirats kam nur deshalb mit dem Leben davon, weil er sich eines seiner Beine abknabberte. Die schlechteste aller Dichtungen geht allerdings auf Paula Nancy Millstone Jennings aus Essex zurück.

  267. #267 Kyllyeti
    8. September 2015

    @Hans

    Klingt zwar irgendwie interessant, aber auch irgendwie reichlich seltsam.

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich das als Kompliment auffassen soll …

    Aber lass dir von einem alten Hasen gesagt sein: Das ganze Universum ist reichlich seltsam. Besonders in meiner Gegend.

    @Samira

    @Kyletti Sag mal, hat dir jemand dein Handtuch geklaut?

    Noch viel schlimmer: Fast eine Woche lang hatte man mir meinen ordentlichen Internetzugang geklaut.

    Dieser Misstand ist zum Glück gerade eben beseitigt worden  🙂

  268. #268 Kyllyeti
    8. September 2015

    Xroto: “Halt den Mund, Kylljedingsdaunten.

    Für Dich heiße ich außerdem immer noch Xrotomectapoatl. Du darfst mich aber auch gerne mit ‘Eure Extraterrestrifizienz’ anreden.

    Und davon mal abgesehen: Sieht das da wie eine Vogonenflotte aus? Da ist ja nicht mal das klitzekleinste Fleckchen von Gelb auf den Dingern zu sehen.

    Zugegeben – bei euch da unten ist jetzt etwas viel Staub und Düsternis (hüstel) unterwegs… Aber das Gelb der Vogonen würde selbst eine sensorisch stark eingeschränkte Lebensform mitten in einer Dunkelwolke aus drei Lichtjahren Entfernung erkennen. Warum? Weil’s genau dafür gedacht ist!

    Außerdem hatten die Vogonen schon ihren eigenen Termin bzgl. Erde reserviert – 21.12. dieses Jahres, Viertel vor Zwölf, soweit ich weiß. Und die Vogonen sind (abgesehen von den …, natürlich) die pünktlichsten Lebensformen der Galaxis. Die kommen nie zu spät, aber gewiss auch niemals vor dem Termin.

    Allerdings … vielleicht tauchen sie jetzt doch mal außerplanmäßig auf … Aber nur, um die da unten aufzuhalten. Schließlich lassen sie sich überhaupt nicht gerne in ihre Planungen hineinpfuschen.”

     

    Perco: “Wenn’s also nicht die … sind, und auch nicht die Vogonen – wer kann denn sonst noch für den Schlamassel da unten verantwortlich sein?

    Xroto: “Ehrlich gesagt – ich habe im Moment nicht den Schimmer einer Ahnung … Vielleicht sollten wir mal die weitere Liste der üblichen Verdächtigen durchgehen.”

    Perco: “Hmmm … Wie wär’s denn mit den Plemplem?”

    Xroto: “Die Ehrwürdigen Ururältesten? Lächerlich. Die brauchen doch nichts mehr zu erobern oder zu bekriegen. Das haben die schon vor Äonen getan, die haben längst alles vollbracht, was da zu vollbringen war.

    Das ganze Universum ist Plemplem‘ – das weiß doch jeder.”

    Perco: “Hast ja recht. Wer sonst noch? Die Büroklammerianer vielleicht?”

    Xroto: “Nee. Die sind doch inzwischen die allertreuesten Gefolgsleute der … Und wenn die schon nicht daran beteilgt sind, dann auch sicher nicht die “Schrecken-des-Universums”-Klemmdrähtchen.”

    (*losprust*)

  269. #269 Hans
    8. September 2015

    Kyllyeti, #267

    @Hans

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich das als Kompliment auffassen soll …

    Nun ja, dass musst Du selbst entscheiden. 😉 Ich wollte Dir damit nur mitteilen, das ich Deinen Dialog (noch?) nicht so wirklich einzuschätzen weis. Ich hab zum Beispiel noch keinen Schimmer, wer oder was Deiene komische verschriftlichte Lebensform sein soll. Und Du drückst Dich bisher ja auch erfolgreich davor, sie klar zu benennen, (oder gar beim Namen zu nennen) weil das dem Dialog zufolge mit einer nicht unerheblichen Gefahr verbunden sein soll. Ich deute das bisher als dramaturgisches Element künstlerischen Schaffens, um Spannung aufzubauen.

    Aber lass dir von einem alten Hasen gesagt sein: Das ganze Universum ist reichlich seltsam. Besonders in meiner Gegend.

    Ich weis zwar nicht welche Gegend Du meinst, aber da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Das gesamte Universum ist tatsächlich sehr seltsam.

  270. #270 Kyllyeti
    8. September 2015

    @Hans

    Ich hab zum Beispiel noch keinen Schimmer, wer oder was Deiene komische verschriftlichte Lebensform sein soll. Und Du drückst Dich bisher ja auch erfolgreich davor, sie klar zu benennen, (oder gar beim Namen zu nennen)

    Im Gegenteil – das hier:   …  , diese drei Pünktchen, die immer wieder auftauchen, das ist deren Name – oder vielmehr noch: das sind sie selbst

     

    (Bitte entschuldige, wenn ich in meinen Gedankenkonstrukt soweit vorgeprescht bin, dass man nicht mehr so leicht hinterherkommt.

    Ich habe ein Faible dafür, mit gewissen nervenden Absurditäten fertigzuwerden, indem sie irgendwie auf die Spitze treibe.

    In diesem Falle fing das damit an, dass gewissse Kommentatoren – auch hier im Blog – unbedingt ihre ach so große Gedankentiefe durch vielmals wiederholtes Einfügen von ” … ” ausdrücken mussten.

    Da dachte ich mir: das ist zu verdächtig – das kann nur ein Zeichen für die Invasion einer außerirdischen Lebensform sein (Verschwörung! SIE!, das ENDE!, usw.).

    Das absurdeste in diesem Fall ist dann schlussendlich, dass genau diese drei Pünktchen die Invasoren selbst sind, welche sich in unsere Texte einschmuggeln und vermehren. Dazu musste ich leider eine Menge drum rum ausführen, und das hat’s dann …  reichlich kompliziert gemacht.

    Aber versprochen: die weiteren Invasoren werden einfacher gestrickt sein – wenn denn noch welche gewünscht sind   😉    )

     

     

     

  271. #271 gaius
    8. September 2015

    @kyllyeti

    Mir gefallen Deine absurden Invasoren sehr. Hab zwar noch keine Vorstellung, wie die mal mit dem Rest der Geschichte konvergieren sollen, aber vielleicht ist das ja das Besondere an dieser literarischen Form: das Nebeneinander … (scnr)

  272. #272 Samira
    8. September 2015

    @gaius Ist doch klar. Herr Eridani ist ein Agent der … Schließlich wusste schon Anubis er sei nicht wer er vorgibt zu sein und außerdem noch Journalist.

  273. #273 Samira
    8. September 2015

  274. #274 Tina_HH
    8. September 2015

    Herr Eridani ist ein Agent der … Schließlich wusste schon Anubis er sei nicht wer er vorgibt zu sein und außerdem noch Journalist.

    Wer weiß… ?
    Hinzu kommt ja auch noch diese verdächtige teilweise Amnesie. Dahinter können sich womöglich noch einige Abgründe verbergen.

    Ich mag diese … übrigens sehr. 😉

  275. #275 Kyllyeti
    8. September 2015

    Au weia. Mir ist eben siedendheiß wieder eingefallen, dass das Ganze ja noch zu einem Hörspiel verarbeitet werden soll …

    Wie vertont man die … ? Und wie tut man das, ohne dass sie hinterher gleich unseren Planeten umstrukturieren?

    Mist. Dabei hab ich’s doch eigentlich nur gut gemeint …

  276. #276 gaius
    8. September 2015

    die drei Pausenzeichen???

  277. #277 Samira
    8. September 2015

    Uff. Der war flach. Aber kreativ 😉

  278. #278 Dampier
    9. September 2015

    In der Typografie und Textverarbeitung werden die Auslassungspunkte auch Ellipse genannt.

    (wikipedia)

  279. #279 Kyllyeti
    9. September 2015

    Perco: “Vielleicht die “Windows 9″ ?”

    Xroto: “Die “Windows 9″ gibt es nicht. Wie oft muss ich dir das noch eintrichtern: Die! gibt! es! nicht! – nicht mal auf der bescheuerten Erde da unten!”

    Perco: “Ja, die gibt es nicht. Wie jede Menge andere intelligente Lebensformen auch. Aber sie sind die einzigen unter all denen, denen die eigene Nichtexistenz jemals bewußt geworden ist. Und da sammelt sich mit der Zeit doch jede Menge Frust an, das kannst du dir doch denken …”

    Xroto: “Gut. Sagen wir mal, du hättest recht. Aber warum haben sich diese Nichtexistenzen dann gerade die Erde zum Austoben ausgesucht?”

    Perco: “Hast du das denn nicht mitbekommen? Die Erde stand kurz davor, deren Nichtexistenz zu beenden. Und dann sind sie ganz knapp vorm Ziel abgeschmiert …”

    Xroto: “Mein lieber Perco. Du hast ja eine tolle Theorie da aufgestellt. Aber jetzt lassen wir es lieber sein. Diese ganze Windows-Sache war von Anfang an sowas von abstrus. Lass es lieber sein. Wir haben doch sowieso schon genug Probleme… (*seufz*)

    Perco: “Jaja … Die übliche ‘total abgedrehte Privattheorie’…

    Und was ist mit Bielefeld … ?”

     

    Xroto: “Halt endlich die Klappe!”

  280. #280 Hans
    9. September 2015

    chemtrails vielleicht?
    scnr :mrgreen:

  281. #281 Hans
    9. September 2015

    #275, Kyllyeti

    Au weia. Mir ist eben siedendheiß wieder eingefallen, dass das Ganze ja noch zu einem Hörspiel verarbeitet werden soll …

    Wie vertont man die … ?

    Vielleicht durch drei Pieptöne? – Erinnert mich irgendwie an Morsezeichen und pervertiert dann … _ _ _ … , was für SOS steht.

  282. #282 Kyllyeti
    9. September 2015

    @Hans

    Ausgezeichnete Idee.

    So wie die Sache mit dem Morsealphabet und dem SOS Signal damals gelaufen ist, bin ich mir sicher, dass da die …  ihre Finger Pünxtremitäten(?) mit im Spiel hatten.

    Und dann dürften sie sowieso nichts gegen die drei Pieptöne haben – sie haben sie ja selbst in die Welt gesetzt. 🙂

  283. #283 CC-103
    9. September 2015

    Ich mach hier jetzt auch mal eine eigene Storyline auf, das ganze beschreibt die Erlebnisse des Hauptmann Köpenick, welcher in der Geschichte bisher nur einmal von @Samira erwähnt in der #73 vorkam.

    “Ein neuer Tag, das heißt wieder ein Haufen Witze über meinen Namen in Beziehung zu meinem Dienstgrad …”, dachte sich Thorsten Köpenick, Hauptmann bei den Landstreitkräften der Bundeswehr, “Wär ich doch bloß Oberleutnant geblieben, dann wär mir dieser ganze Ärger erspart geblieben …”.

    Doch heute sollte es anders kommen …

    “Herr Hauptmann! Die Luftraumüberwachung meldet ungewöhnliche Ereignisse im Thüringer Wald in der Nähe von Eisenach!” “Und warum leitet die Luftraumüberwachung das an uns weiter?” “Weil unsere Helikopter am schnellsten vor Ort sein können, Herr Hauptmann!” Ist Oberstleutnant Sanftleber schon informiert?” Jawohl, Herr Hauptmann!” “Wie lauten seine Befehle?” Sie sollen eine Helikopterstaffel an besagten Ort führen, Herr Hauptmann!” “Warum kann die Luftwaffe nicht einfach eine Jagdrotte hinschicken?” “Ich weiß es nicht, Herr Hauptmann, aber die Anweisung des Oberstleutnants ist unmissverständlich!” “Schon gut, ich mach ja schon.” “Die Staffel ist schon einsatzbereit, sie wartet nur noch auf Sie, Herr Hauptmann!”

    Zusatz: Mir ist gerade aufgefallen, dass sich ein paar der … in meinen Text eingeschlichen haben, sollte ich mir Sorgen machen?

  284. #284 Kyllyeti
    9. September 2015

    @CC-103

    Mir ist gerade aufgefallen, dass sich ein paar der … in meinen Text eingeschlichen haben, sollte ich mir Sorgen machen?

    Persönlich: Nein – die … sind immer sehr freundlich zu denen, die für ihre Verbreitung sorgen.

    Aber allgemein gesehen schon – erst mal für den Fall, dass ihnen dann doch was nicht passen sollte, und dann auch noch in Hinsicht auf die längerfristigen Pläne der … mit uns.

  285. #285 Tina_HH
    9. September 2015

    Im Flur des fünften Stockwerks begegnet uns zunächst niemand. Archie und ich steigen in den Fahrstuhl und fahren hinunter in die Eingangshalle.

    Meine Güte, welch ein Trubel! Als ich hier angekommen bin, war die Hotelhalle noch leer gewesen, jetzt ist hier eindeutig mehr los. Zwischen den vielen bunten Sitzgruppen laufen Leute umher, teils hektisch, teils entspannt. Einige haben es sich auf den Lounge-Sofas vor der großen Panoramascheibe bequem gemacht und vor der Rezeption hat sich eine Schlange gebildet. Ich erkenne die goldene Kugel, die dort im Einsatz ist und einen sehr beschäftigten Eindruck macht. Ich bin insgeheim froh, dass ich zurzeit kein Anliegen habe, das ich mit ihr besprechen müsste…

    „Hier ist ja ganz schön was los.“
    „Ja, das Hotel ist inzwischen voll belegt. Wo möchtest du hin, Bertram?“ fragt Archie und beginnt etwas schneller zu rotieren. Ob er wohl auch so etwas wie Stress empfindet? Ich werde ihn das bei Gelegenheit mal fragen.

    „Ich würde gerne mit jemandem sprechen, der mir ein paar Auskünfte geben kann – über die Katastrophe und über die aktuelle Situation hier in dieser Anlage.“
    Archie scheint nachzudenken. „Ich könnte versuchen, einen Termin bei der Hoteldirektorin für dich zu machen.“
    „Wenn du meinst, dass sie mir weiterhelfen kann, dann gerne.“

  286. #286 Tina_HH
    9. September 2015

    Archie rotiert noch etwas schneller. Nach ungefähr einer halben Minute verkündet er (mit einem gewissen Stolz in der Stimme, wie mir scheint, aber vielleicht ist das auch nur Einbildung): „Es hat geklappt! Die Direktorin, Frau Sibuna empfängt uns sofort.“

    „Prima, Archie. Dann nichts wie hin.“

    „Bitte folge mir, Bertram.“

    Archie macht einen schwungvollen Schwenk nach links und schwebt eilig in einen langen breiten Gang hinein, der mit einem dicken roten Teppich ausgelegt ist. Die Wände zieren große Bilder in prunkvollen goldenen Rahmen und im Vorbeigehen frage ich mich, was sie wohl darstellen sollen. Auf die Schnelle kann ich jedoch nichts davon wirklich deuten. Ich nehme mir vor, die Bilder bei Gelegenheit in Ruhe zu betrachten. Am Ende des Flures macht Archie schließlich Halt vor einer pompösen Doppelflügeltür aus glänzendem rötlichem Holz.

    „Wir sind da, Bertram. Willst du klopfen?

  287. #287 Tina_HH
    9. September 2015

    Ich klopfe dreimal an der hohen Tür. Ohne dass ich von innen eine Antwort gehört hätte, öffnen sich die beiden Flügel und geben den Blick frei auf ein luxuriöses Zimmer, das im gleichen rot-goldenen Stil wie der Flur eingerichtet ist.

    Hinter einem großen altmodischen Schreibtisch sitzt eine elegante Frau mittleren Alters. Sie wirkt sehr blass mit ihren langen dunklen Haaren und blickt mich mit ihren auffallend grünen Augen ungewöhnlich direkt an.

    „Guten Tag, Herr Eridani. Treten Sie näher und nehmen Sie doch bitte gleich hier Platz.“ Frau Sibuna deutet auf einen Sessel, der ihrem Schreibtisch gegenüber steht.

    „Guten Tag, Frau Sibuna. Vielen Dank, dass Sie so schnell Zeit für mich gefunden haben. Ich hoffe, ich komme nicht allzu ungelegen… aber ich habe einige dringende Fragen an Sie.“

    Ich mache einige Schritte auf die Direktorin zu und reiche ihr die Hand. Archie bleibt dezent neben der Tür zurück. Frau Sibuna neigt den Kopf ein wenig und blickt mich intensiv an. An irgendjemanden erinnert sie mich, aber ich komme nicht darauf, an wen…

  288. #288 Tina_HH
    9. September 2015

    Nicht wundern, zwei Kommentare hängen noch in der Mod…

  289. #289 Tina_HH
    9. September 2015

    Frau Sibuna faltet ihre schmalen Hände auf dem Schreibtisch. „Nun, falls ich Ihre Fragen beantworten kann, so will ich das gerne tun. Aber erwarten Sie nicht zu viel, denn wie Sie vielleicht wissen – oder auch nicht, besteht zurzeit eine allgemeine Nachrichtensperre. Und dieser Nachrichtensperre unterliege ich als Zivilperson genauso wie alle anderen nicht dem Militär angehörigen Personen.“

    „Ach, deswegen werden also im Fernsehen keine Nachrichten mehr gezeigt…“

    „Richtig. Wie Sie ja schon bemerkt haben, können im Moment leider nur Spielfilme zeigen. Wir waren aufgrund einiger Verordnungen gezwungen, unser ansonsten so vielfältiges Angebot an Fernsehsendern auf ein einziges Programm zu beschränken. Sie waren übrigens nicht der einzige Gast, der sich darüber beschwert hat…“

    Ich bin überrascht. Die Direktorin scheint ungewöhnlich gut informiert zu sein, wenn sie sogar von meiner telefonischen Beschwerde bei der goldenen Kugel weiß.
    Frau Sibuna blinzelt ein wenig und wirft mir einen intensiven Blick zu. Ich bin ein wenig irritiert. An wen erinnert sie mich bloß?

    „Können Sie mir denn sagen, ob wir hier sicher sind?“ frage ich und hoffe, dass ihre Antwort die richtige sein wird.

  290. #290 CC-103
    9. September 2015

    Danke @Tina_HH, diese Nachrichten-Sperre kommt mir natürlich sehr gelegen, dann kann ich aus der Sicht des Hauptmann Köpenick erzählen, was draußen so vorgeht, als Soldat unterliegt er ja nicht dieser Sperre 🙂

  291. #291 Tina_HH
    9. September 2015

    Frau Sibuna streicht sich eine dunkle Haarsträhne aus der Stirn, lächelt ein wenig und sagt mit ihrer leicht heiseren Stimme: „Keine Angst, Herr Eridani, Sie sind bei uns in den besten Händen. Wir kümmern uns um alle unsere Gäste mit besonderer Sorgfalt. Wir sind sehr gründlich, müssen Sie wissen…“

    Mich fröstelt auf einmal. Irgendeine versunkene Erinnerung will sich an die Oberfläche kämpfen, schafft es aber nicht. Mein Kopf fühlt sich plötzlich an wie Watte und absolut leer. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll, ich habe alle Fragen vergessen, die ich eigentlich stellen wollte. Auch Frau Sibuna schweigt. Zwischen uns ist eine Spannung, die fast schon körperlich wehtut. Ich merke, dass mir schwindelig wird. Nicht schon wieder, denke ich und schaffe es, dieses unangenehme Gefühl zurückzudrängen.

    Ich sehe Frau Sibuna in die Augen. Sie sind von einem so intensiven Grün, dass sie fast von innen zu leuchten scheinen. Hypnotisch. Ich fühle mich, als würde ich in einen dunklen Brunnen stürzen, ohne Halt, immer tiefer, bodenlos…

    Frau Sibuna steht plötzlich von dem Stuhl hinter ihrem Schreibtisch auf. „Haben Sie sonst noch Fragen, Herr Eridani?“

    Ich brauche einen Moment, um zu verstehen, was sie meint. „Äh, nein … im Moment nicht…“ gelingt es mir zu antworten.

    „Dann müssen Sie mich jetzt bitte entschuldigen, Herr Eridani. Ich habe einen vollen Terminkalender. Der nächste Gast wartet schon auf mich.“
    Sie neigt ihren Kopf ein wenig zur Seite und streckt mir ihre blasse schmale Hand entgegen. Ich stehe ebenfalls auf, etwas unsicher auf den Beinen reiche ich ihr die Hand.

    „Auf Wiedersehen … und vielen Dank.“ stammele ich und gehe mit schwankenden Schritten zu der großen zweiflügeligen Tür. Zum Glück wartet dort Archie auf mich. Ich trete in den Flur und bin vollkommen erschöpft, so als hätte man alle Energie aus mir herausgesogen.

    „Archie, ich will zurück auf mein Zimmer. Sofort.“

  292. #292 Tina_HH
    9. September 2015

    Ich taumele den Flur entlang. Der rote Teppichboden scheint mir entgegen zu kommen. An den Wänden die Bilder in den goldenen Rahmen. Der Schrei, Guernica, zerfließende Uhren, Munch, Picasso, Dali, ein Triptychon von Hieronymus Bosch, plötzlich erkenne ich sie alle. Ich stolpere weiter, der Flur erscheint mir endlos. Wo bin ich hier bloß hineingeraten?

    „Bertram, geht es dir nicht gut?“ Die vertraute Stimme von Archie. Ich bleibe stehen und stütze mich an der Wand ab. Ich atme tief durch und versuche, mich zusammenzureißen.

    „Es geht schon, Archie. Ich bin nur ein bisschen erschöpft.“ Was für eine Untertreibung.

    „Folge mir, Bertram. Ich bringe dich zu deinem Zimmer.“

    Archie schwebt vor mir her. Wir erreichen endlich die Hotelhalle und den nächsten Fahrstuhl. Ich stolpere hinein, drücke den Knopf für die fünfte Etage und lehne mich an die verspiegelte Rückwand. Der Fahrstuhl gleitet nach oben und entlässt uns mit einem „Pling“.

    Dann liege ich wieder auf dem Sofa, ohne mich daran zu erinnern, wie ich die letzten Meter geschafft habe. Archie schwebt neben mir. Ich schließe die Augen und falle in einen tiefen traumlosen Schlaf.

  293. #293 Tina_HH
    10. September 2015

    @CC-103

    …dann kann ich aus der Sicht des Hauptmann Köpenick erzählen, was draußen so vorgeht…

    Ich bin gespannt.

  294. #294 Kyllyeti
    10. September 2015

    Perco: “Ich hab’s! Es sind die Buchen! Die hab ich noch nie leiden können, diese hinterlistigen Typen. Stehen einfach so rum, machen einen auf ganz harmlos, verbreiten ihre Eckern in allen Ecken … Und wenn irgendwo ein schönes sonniges Plätzchen frei wird, lassen sie erst die freundlichen zuvorkommenden Birken & Co. die ganze Arbeit machen. Und dann breiten sie sich in deren Schatten ungeniert aus und lassen allen anderen kein Licht mehr übrig … Und mit den Menschen haben die noch eine ganz große Rechnung offen, seit die in forestaler Hinsicht für ganz andere Verhältnisse gesorgt haben … ”

    Xroto: “Mein lieber Perco – deine 110 Jahre Waldexistenz haben dir ein bißchen den Verstand vernebelt. Ich dachte, es ist allgemein und somit auch dir bekannt, dass vegetative Lebensformen im eher nicht zu solch speziellen Verhalten neigen, wie wir es jetzt da unten beobachten …”

    Perco: “Das sagst du so. Hast du nicht den Bericht von diesem Ijon Tichy gelesen? Der wurde mal in einem Asteroidenfeld von den riesigen Ranken einer äußerst aggresiven Spezies angegriffen – und ist nur mit knapper Not entkommen. Hinterher hat er herausgefunden, dass das eine Spezies namens Solanum tuberosum war. Da hatte irgendwann einmal ein Frachter eine Ladung von denen dort verloren. Die haben es dann aber geschafft, unter diesen äußerst widrigen Bedingungen zu überleben. Und wie das so geht – in dieser harten Umgebung sind sie dann zu einer äußerst aggressiven carnivorischen Spezies evolviert, welche vorbeifliegende Raumschiffe kapert und aussaugt.”

    Xroto: “Mag schon sein. Aber Buchen … denk doch mal nach … die Buchen haben bei weitem nicht das Potential, wie es etwa die Kartoffeln aufweisen. Die sind einfach doof, und sie werden es auch immer bleiben.”

    Perco: “Hmm… Hast ja eigentlich recht. Aber trotzdem kann ich sie nicht leiden.”

    Xroto: “Das sei dir unbenommen, mein lieber Perco.

  295. #295 Hans
    10. September 2015

    @Kyllyeti, #282:

    @Hans

    Ausgezeichnete Idee.

    So wie die Sache mit dem Morsealphabet und dem SOS Signal damals gelaufen ist, bin ich mir sicher, dass da die … ihre Finger Pünxtremitäten(?) mit im Spiel hatten.

    Pünxtremitäten – Geniale Wortschöfpung! 😀

    —-

    @Tina_HH: Genial!
    Diese “Frau Sibuna” ist ‘ne grandiose Idee. – Erinnert mich an den Herrn Lefuet aus Tim Thaler. 🙂 Der Einstand war ja schon mal gut, da bin ich echt gespannt, was diese Figur sonst noch für Fähigkeiten hat. Ich denke, da hast Du noch ein paar Ideen parat. Also just go on. 🙂
    P.S. Und hoffentlich merkt Bertram recht schnell, mit wem er es da zu tun hat. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass das zwar ein Anatgonist ist, aber nicht zu der Truppe gehört, die da gerade die Zivilisation zerstört.

  296. #296 Kyllyeti
    10. September 2015

    Perco: “Übrigens … hast Du das schon gelesen? Etwa am Anfang des untersten Viertels … Die Vollentermikalender! Die sind doch immer von extremster Zeit- und Raumnot geplagt – da ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis sie rabiate expansive Gelüste entwickeln!

    Xroto: “Mein lieber Perco, du musst noch ziemlich einiges lernen, was die Denkweise parasitärer Organismen betrifft. Diese extreme temporale und spatiale Herausfordung ist nicht im geringsten das Problem der Vollentermikalender. Die geben sie nur vor und bürden das Ganze dann ihrem Wirtsorganismus auf. Der soll damit fertig werden.

    Was dann auch noch nebenbei den Vorteil hat, dass dessen ganze Aufmerksamkeit davon ständig in Anspruch genommen ist, und er rein garnichts von den realen Umständen dieser ‘Beziehung’ merkt.

    Also, die Vollentermikalender sind total zufrieden mit ihrem Verhältnis zu den Menschen, so wie es sich  jetzt gestaltet.”

    Perco: “Aha.

    Aber da ist mir gerade aber noch was eingefallen … merkwürdig, dass ich da nicht schon eher drauf gekommen bin:

    Die Subtrahenden haben doch schon seit Jahren die Erde inffiltriet. Gut möglich, dass ihre Truppen jetzt das Signal zum Losschlagen bekommen haben.”

    Xroto: “Ach, die sind doch in der letzten Wochen schon alle abgezogen worden. Schwere arithmetische Verwerfungen auf ihrem Heimatplaneten. Von all den Divisionen sind da jetzt nur noch Bruchteile übrig.

    Aber zugegeben, man muss trotzdem weiter mit ihnen rechnen.

    Aber hier erstmal nicht so sehr.”
     

  297. #297 Tina_HH
    10. September 2015

    @Hans

    Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass das zwar ein Anatgonist ist, aber nicht zu der Truppe gehört, die da gerade die Zivilisation zerstört.

    Keine Sorge, Bertram ist natürlich im Prinzip einer von den “Guten”. 😉
    Nur momentan leider ein wenig angeschlagen… Aber er hat natürlich das Potenzial zu einem richtigen Helden zu werden. 🙂

  298. #298 Hans
    10. September 2015

    @Tina_HH:
    Ach Mist, da hab ich mich unklar ausgedrückt in #295. Ich hatte mit dem Antagonisten die Frau Sibuna gemeint, nicht Bertram.
    Wobei mir gerade einfällt: Du hast Bertram mit Nachnamen Eridani genannt, wahrscheinlich nach dem Eridanus aus der griechischen Mythologie. Daraus sollte sich doch auch noch was für sein Schicksal stricken lassen, wenn hier schon mit diversen Anspielungen aus Geschichte und Mythologie gebastelt wird. 🙂
    Ach ja, dann hab ich mir neulich auch mal die Musik von Mahler angehört. Wirklich sehr schön, die kannte ich noch gar nicht.

  299. #299 Tina_HH
    10. September 2015

    @Hans

    Ach ja, dann hab ich mir neulich auch mal die Musik von Mahler angehört. Wirklich sehr schön, die kannte ich noch gar nicht.

    Wenn du den Film “Der Tod in Venedig” kennst:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tod_in_Venedig_%28Film%29

    Dort wird öfter Mahler gespielt.

    Falls du mal die Gelegenheit haben solltest, eine von Mahlers Sinfonien live zu hören, mach das auf jeden Fall! Ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

  300. #300 Samira
    11. September 2015

    Sorry, ich krieg grade nichts zusammen. Der Chef nervt, die Kleinen nerven und die Katze ist auch krank. Im Moment ist alles doof.

  301. #301 Kyllyeti
    11. September 2015

    @Samira

    Da hast du mein vollstes Mitverständnis. Lass Dir ruhig Zeit.

    Meine beiden da oben brabbeln übrigens seit heute nacht  auch nur noch unverständliches Zeugs.

    Ich glaube, die haben was geraucht.

    Na, ja. Sind ja auch Rauschtechniker. Gehört wohl mit zu ihrem Job.

  302. #302 Kyllyeti
    12. September 2015

    Xroto: “So, mein lieber Perco. Das Ding funktioniert. Dieser Kühltaschi da unten wird uns nicht weiter belauschen können. Der denkt jetzt … [*hihi*] …

    Obwohl … hab’ schon lange nicht mehr … irgendwo muss ich doch noch was von dem Zeugs haben …”

    Perco: “Hast recht. So eine Verschlüsselungssphäre ist zwar nicht billig, und auch nicht das Allerkomfortabelste [… ächz …], aber unter den gegebenen Umständen …

    Übrigens – wenn du nichts findest – ich hab immer einen Notvorrat, für alle Fälle 🙂 ”

    Xroto: “Mal sehen. Aber erst noch mal an der Liste der Verdächtigen weitermachen …”

    Perco: “Ja. …

    Die Kaffeefiltratoren vielleicht? Die haben sich doch zuletzt mächtig aufgeregt, dass sie immer mehr von diesen Pads verdrängt werden.”

    Xroto: “Nee … glaub ich nicht. Die haben gar nicht die Mittel für sowas.

    Außerdem ist das eine Sache, die Kaffeefiltratoren und Pads unter sich ausmachen müssen. Und beide Seiten sind klug genug, dass sie die Spezies, von der sie beide ja leben, bei ihren Auseinanderstzungen nicht in Mitleidenschaft ziehen.”

    Perco: “Hast mal wieder recht, das leuchtet mir ein … noch’n Kaffee?”

     

    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

    *Anmerkung Kyllyeti:

    Hihi. Es freut mich, mitteilen zu können, dass die beiden mich gewaltig unterschätzt haben.

    Ich hab’ nämlich schon heute morgen Verdacht geschöpft – und dann meine Beziehungen zu ganz oben genutzt, und mir als vorzeitiges Geburtstagsgeschenk eine “Hyperdechiffra 6,022*10²³ ” zukommen lassen (Spitzentechnik vom Planeten Suspecton III! Die dortigen Paranoidaner sind galaxisweit unangefochten führend in dieser Branche!)

    Aber bitte:

    Keiner von euch erzählt denen was davon – sonst ist der Spaß bald wieder vorbei …

    Und auch nicht der NSA. Ich möchte nicht, dass die morgen bei mir auf der Matte stehen (die werden nämlich in Schnappatmung verfallen, wenn die merken, dass es sowas hier unten gibt.)

    Verstanden?

  303. #303 Kyllyeti
    12. September 2015

    Oh. Das ist jetzt aber reiner Zufall …

  304. #304 awmrkl
    12. September 2015

    Feedback vor allem an die Mitstrickenden:
    Auch ich lese hier mit, allerdings im Abstand von je 1-3 Tagen, damit es sich auch jeweils lohnt.

    Also: Es ist überraschend spannend für mich, deshalb bitte möglichst weitermachen!

  305. #305 awmrkl
    12. September 2015

    Und ich könnte mir schon jetzt vorstellen, daß sich da eine Art “unendlicher Geschichte” entwickelt, die über die Jahre immer weiter gesponnen wird … (NEIN, nicht DIE!)
    ich bin gespannt!

  306. #306 Hans
    12. September 2015

    @Samira, #300

    Sorry, ich krieg grade nichts zusammen. Der Chef nervt, die Kleinen nerven und die Katze ist auch krank. Im Moment ist alles doof.

    Nur keine Panik! – Wenn die kreative Ader gerade blockiert ist, bzw. andere Dinge wichtiger sind, dann diese bitte auch zuerst erledigen. Wünsche viel Erfolg dabei, auf dass die Katze wieder gesund wird, die Kleinen und der Chef aufhören zu nerven, und auch der Rest des Lebens sich wieder in gewünschte Bahnen lenkt. 🙂

  307. #307 Kyllyeti
    12. September 2015

    Perco: “Sach mal – was ist eigentlich mit Sauron? Ich hab’ ja nie glauben können, dass der Typ ganz weg vom Fenster ist. Der hat doch schon vorher einige schwere Niederlagen hinnehnmen müssen, incl. Verlust der Körperlichkeit und so. Und jedesmal, nach Hunderten oder Tausenden von Jahren, ist er – hoppla! – wieder aufgetaucht …

    Und jetzt .. obwohl da diesmal keine Orks, Warge, Drachen, Magie oder so eingesetzt werden …

    Du weißt ja, Sauron war immer der Meister der Täuschungen – und da könnte er die Seinen doch jetzt als Alienflotte ausgeben. Ein Faible für die jeweils allermodernste Technik hatte er ja auch schon immer … da muss doch sowas für ihn richtig nahe gelegen haben … ”

    Xroto: “Da liegst du im Ansatz gar nicht mal so falsch, mein leiber Perco. Woran nämlich kein einziger der Altvorderen damals dran gedacht hatte, war, dass Sauron von seinem Ring eine Sicherungskopie angefertigt hatte. Für den Fall der Fälle. Allerdings mit reduziertem Funktionsumfang – mehr war damals nicht drin. Die Grundmauern von Barad Dur sind deswegen damals z.B. gar nicht komplett eingefallen. Aber keiner machte sich die Mühe, unter all dem Schutt mal richtig nachzusehen …

    Jedenfalls hat sich Sauron vor etwa 20 Jahren wiederverkörpert und begonnen, sein Reich und vor allem Barad Dur wieder aufzubauen.”

    Perco: “Und das hat keiner mitbekommen?”

    Xroto: “Ist doch immer so. Das letzte Mal war es doch genauso. Bis es dann zu spät war.”

    Perco: “Und wo liegt jetzt mein Denkfehler? Du wirst mir doch sicher gleich erklären, warum auch Sauron nicht für die Sache da unten in Frage kommt …”

    Xroto: “Richtig. Er ist dem “Absolut Bösen” begegnet (so hat er das jedenfalls hinterher genannt …)

    Nämlich – als Barad Dur zu etwa einem Viertel wiederhergestellt war, haben seine Berater ihm “klargemacht”, dass die Finanzierung eines so großen Bauprojektes ganz aus eigenen Mitteln (er hatte noch auf die alten verborgenen Schatzkammern unter Barad Dur zurückgreifen können) heutzutage absolut unüblich sei und er so ganz gewiß den Verdacht zumindest der Steuerbehörden erregen würde.

    Sie empfahlen ihm, seine Schätze in Finanzprodukten mit sehr hohen Gewinnerwartungen anzulegen, und den Weiterbau von Barad Dur durch Aufnahme von Hypotheken auf diesen Gebäudekomplex – dessen sehr hohe Wertsteigerung in absehbarer Zeit gewiss sei – zu finanzieren. Das hat er dann auch getan.

    Den Rest kannst Du dir denken.

    Nach 2008 war dann die Steuerbehörde eher eines seiner kleineren Probleme – obwohl auch die ja nicht zu verachten ist. Und nachdem Barad Dur von der Deutschen Bank übernommen und schließlich an S.P.E.C.T.R.E. versteigert worden war (natürlich nicht offiziell, sondern über eine Tarnfirma), und auch die neuen Besitzer ihn nicht mal wenigstens als Mitarbeiter haben wollten (“total veraltetes Kriminalitätsverständnis”) zog er schließlich die freiwillige Wiederentkörperung vor … ”

    Perco: “Tragisch. Dabei hatte der alte Bursche doch wirklich großes Talent.”

    Xroto: “Du sagst es.”
     

  308. #308 Tina_HH
    12. September 2015

    @Samira
    Wer kennt nicht diese Zeiten, in denen alles doof ist…
    Wünsche dir möglichst schnelle Besserung der Umstände und einen neuen Krativitätsschub.

  309. #309 CC-103
    12. September 2015

    Mittlerweile ist die Helikopter-Staffel von Thorsten Köpenick fast am Ort des Geschehens eingetroffen.

    “Äh, Sir …” “Was gibt es, Steirer?” “Das Radar hat da vorne etwas großes geortet.” “Der Rest der Staffel soll auf Kurs bleiben, wir und 4 weitere Maschinen fliegen auf das große Ding da zu, geben sie diesen Befehl weiter.” “Jawohl, Herr Hauptmann!”

    5 Maschinen, darunter die von Köpenick, drehten ab und nahmen Kurs auf das große Ding, dort angekommen bot sich Köpenick ein wundervoller, wie gleichzeitig schrecklicher Anblick, etwas großes, das aussah wie ein Portal, schwebte in der Luft, drum herum ein rosafarbener Kranz aus Licht, darunter Zerstörung, alles war dem Erdboden gleich gemacht.

    “Sir!” “Was denn nun schon wieder?” “Da unten ist eine Person, sie winkt uns zu, anscheinend braucht sie Hilfe.” “Gehen sie runter, die restlichen Hubschrauber sollen auf Kurs bleiben.” “Jawohl, Herr Hauptmann!”

    Alsbald setzte die Maschine zum landeanflug an, man konnte immer mehr erkennen, jetzt sah Köpenick auch, dass es 2 Personen waren, eine Frau welche mit irgendeinem Stofffetzen winkte und ein ohnmächtiger Mann, welcher ziemlich mitgenommen aussah. “Moment mal, …”, dachte sich Köpenick, “ist diese Frau da halbnackt? Guter Gott, man sollte sie wegen Erregung öffentlichen Ärgernis verklagen …”. Die Maschine landete, noch bevor sie ganz aufsetzte sprangen 2 Soldaten raus und kümmerten sich um die beiden, sie redeten irgendetwas, Köpenick konnte es allerdings nicht verstehen, jetzt führten sie die Frau zum Hubschrauber, ein Ersthelfer versorgte derweil den ohnmächtigen Mann. Die Frau nahm auf dem Notsitz Platz, sie weinte: “Sind wir jetzt alle verdammt?” fragte sie, “Ach kommen sie, er wird es schon überleben.” antwortete der Soldat, der sie abgeführt hat, während er ihr eine Thermofolie über die Schultern legte. “Er wird es schon überleben. Er scheint stabil zu sein.” Sie sah auf, “Das ist es nicht.” schluchzte sie, “Das hier könnte das Ende der Welt sein.” Sie deutete auf das Portal, das durch die Seitenscheibe sichtbar wurde. “Ende der Welt? Hatte das Portal etwas damit zu tun?” dachte sich Köpenick, “Darüber kann ich mir später Gedanken machen, jetzt muss ich erstmal dem Oberstleutnant Bericht erstatten.”

  310. #310 Tina_HH
    12. September 2015

    @Kyllyeti

    …und auch die neuen Besitzer ihn nicht mal wenigstens als Mitarbeiter haben wollten (“total veraltetes Kriminalitätsverständnis”)…

    Herrlich! Musste gerade laut lachen… 🙂

  311. #311 Tina_HH
    12. September 2015

    @CC-103

    Bin gespannt, wie es aus dieser neuen Perspektive weitergeht…

  312. #312 CC-103
    12. September 2015

    @Tina_HH Das freut mich, wenn ich noch Zeit finde mach ich heute oder morgen weiter 🙂

  313. #313 Hans
    12. September 2015

    @Kyllyeti, #307
    Also das ergibt nur dann einen Sinn, wenn das “Absolut Böse” die “Berater” von Sauron waren. Ansonsten würde so ein Machtwesen wie Sauron sich bestenfalls deren Meinung anhören, aber ansonsten das tun, was er für richtig hält. Dazu kann dann auch gehören, dass er die Berater umlegt, wenn sie ihm zu sehr auf die Nerven gehen.
    Ansonsten kann ich den Beitrag nur als Parodie auffassen.

  314. #314 Kyllyeti
    12. September 2015

    @Hans

    Dazu kann dann auch gehören, dass er die Berater umlegt, wenn sie ihm zu sehr auf die Nerven gehen.

    Wenn er sie denn zu fassen bekäme … die stiften soviel ohnmächtige Verwirrung bei ihren Kunden, dass selbst so ein ehrlich Grundtiefböser der alten Schule wie Sauron an ihnen scheitern muss (vgl. auch die Bewertung von S.P.E.C.T.R.E.)

    Und wie kommst du eigentlich darauf, ich würde hier herumparodieren? Ich nehme diesen Blog sehr sehr ernst!

    Und wenn Du mir das nicht glaubst, frag doch den Freistetter …

     

  315. #315 Samira
    12. September 2015

    Danke für die guten Wünsche. Und Kyllyeti, der Mann heißt Freihstampfer. Fabian Freihstampfer.

  316. #316 CC-103
    12. September 2015

    Erstmal vorneweg, während ich das hier schreibe, höre ich ein Lied über den Hauptmann von Köpenick (kam gerade zufällig in meiner Playlist mit Liedern, die ich immer höre) 😀

    ———————————————————————————-

    Thorsten Köpenick klopfte an die Tür zum Büro von Oberstleutnant Sanftleber. “Herein.” schallte es nach draußen, Köpenick trat ein. “Was gibt es, Hauptmann Köpenick?” “Herr Oberstleutnant, wir haben da jemanden aufgegriffen und sie erzählt, ja, wie soll ich sagen … Eine äußerst verrückte Geschichte. Ich finde, sie sollten dich das vielleicht anhören.”

    Als Köpenick, Sanftleber und 2 andere Soldaten den Raum betraten, schreckte die Frau, welche Köpenick aufgegriffen hat offenbar aus dem Schlaf hoch, sie schaute den Oberstleutnant überrachst an: “Tobias?” “Ja leck mich doch einer gepflegtam Arsch!” entgegnete er, “Stefanie Heisenberg. Was treibst du so? Immer noch das alte Flittchen?” “Stefanie Heisenberg heißt sie also …” dachte sich der Hauptmann, “ob sie irgendwie mit dem berühmten Physiker verwandt war? Und offenbar kennen sich die beiden sogar.” “Du hast dich damals auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, weißt du?” gab sie müde zurück, “Aber du bist wohl kaum hier, um über alte Geschichten zu plaudern, nicht wahr?” “Nein, natürlich nicht.” Er drehte sich zu Köpenick um. “Hauptmann?” Der nickte und drückte einen Knopf auf einer Fernbedienung, ein Wandpaneel fuhr zurück und ein Flachbildschirm erschien, flackerte kurz und zeigte dann die Katastrophe. Aufklärungs- und Rettungshubschrauber, die über dem Gebiet kreisten, verwüstete Landschaften, zertrümmerte Gebäube und natürlich das Portal. Köpenick schaltete durch alle Kanäle, überall war das gleiche zu sehen, sogar auf diversen Esoterik-Sendern versuchten sie jetzt Schutzkristalle zu verkaufen. “Was weißt du darüber?” fragte der Oberstleutnant die Frau, welche offenbar Heisenberg hieß. “Ich …”, setzte sie an, als das Telefon des Oberleutnants klingelte, er seuftzte und nahm es aus der Tasche. “Sanftleber?”

    ———————————————————————————-

    Einigen ist es vielleicht schon aufgefallen, aber ich kopiere hier teilweise Dialoge von @Samira, ich bitte euch, mir dies zu verzeihen, allerdings muss ich es machen, damit die Geschichte nicht verfälscht wird.

  317. #317 Hans
    13. September 2015

    @CC-103, #316

    Einigen ist es vielleicht schon aufgefallen, aber ich kopiere hier teilweise Dialoge von @Samira, ich bitte euch, mir dies zu verzeihen, allerdings muss ich es machen, damit die Geschichte nicht verfälscht wird.

    Schon klar. Geht ja auch nicht anders, wenn die gleiche Handlung aus der Perspektive einer anderen Figur noch mal beschrieben wird.

  318. #318 Samira
    13. September 2015

    “ich bitte euch, mir dies zu verzeihen, allerdings muss ich es machen, damit die Geschichte nicht verfälscht wird.”

    Nein, musst du nicht. Ich paraphrasiere mal #316. Aber ich bin nicht böse.

  319. #319 Samira
    13. September 2015

    Thorsten Köpenick klopfte an die Tür zum Büro von Oberstleutnant Sanftleber. “Herein.” schallte es nach draußen, Köpenick trat ein. “Was gibt es, Hauptmann Köpenick?” Köpenick schilderte die Lage. Ihm war immer noch nicht klar ob er einer Verrückten aufgesessen war oder vielleicht doch etwas wichtigem auf der Spur.

    Als Köpenick, Sanftleber und 2 andere Soldaten den Raum betraten, schreckte die Frau, welche Köpenick aufgegriffen hat offenbar aus dem Schlaf hoch, sie schaute den Oberstleutnant überracht an. Der sich entspannende Dialog war für Köpenicks Geschmack etwas zu schlüpfrig. Aber anscheinend kannten sich die beiden. “Stefanie Heisenberg heißt sie also …” dachte sich der Hauptmann, “ob sie irgendwie mit dem berühmten Physiker verwandt war?” Köpenicks Gedanken wanderten. “Flittchen hat er gesagt”, dachte er und betrachte den nicht unansehnlichen Vorbau der Frau. “Mmh, vielleicht könnte ich ja…” “Hauptmann?” Er schrak auf, nickte und drückte einen Knopf auf einer Fernbedienung die den in der Wand eingebauten Bildschirm freilegte. ein Wandpaneel fuhr zurück und ein Flachbildschirm erschien. Und obwohl er die Bilder schon kannte erschreckten sie ihn immer noch. Wer hätte gedacht das Armageddon zu seinen Lebzeiten stattfand.

  320. #320 Samira
    13. September 2015

    Und schon wieder haben sich die … eingeschlichen. Die sind aber auch überall!

  321. #321 Samira
    13. September 2015

    @Florian Kannst du uns nicht irgendwie in WordPress freischalten? Es nervt das ständig was in der “Mod” hängen bleibt. Wir haben doch hinreichend bewiesen das wir keine Trolle sind.

  322. #322 Florian Freistetter
    13. September 2015

    @Samira: “Kannst du uns nicht irgendwie in WordPress freischalten? Es nervt das ständig was in der “Mod” hängen bleibt. Wir haben doch hinreichend bewiesen das wir keine Trolle sind.”

    Nein, kann ich nicht. Sorry. Hat aber auch nichts mit mir oder euch zu tun. Sondern mit einem automatisierten Stück Software, auf das ich keinen Zugriff habe (und das euch alle davor bewahrt, jeden Tag hier Dutzende ECHTE Spam-Kommentare lesen zu müssen). Tut mir leid…

  323. #323 Kyllyeti
    13. September 2015

    Mittlerweile in Barad-Dûr:

    Blofeld:”Verdammt noch mal, ihr !!%Ø&►¥¶→™ !

    Wer von euch Vollidioten  hat das Portal offenstehen lassen!?”

  324. #324 CC-103
    13. September 2015

    @Samira
    #318

    Das ist eine gute Idee, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen, wenn ein Teil der Geschichte, die ich beschreibe schon bei jemand anderem vorkam orientier ich mich an dem Schema, danke 🙂

  325. #325 Kyllyeti
    13. September 2015

    Was hat uns dieser Gefühlsausbruch des eiskalten Blofeld zu sagen?

    Welches Portal könnte er meinen?

    Etwa – naheliegend – das Portal von Barad-Dûr (vielfach ausgezeichnetes paläoklassisches Design, Furcht&Schrecken erregend über Distanzen von bis zu 3 Parsecs ?

    Oder etwa die Homepage der Webpräsenz von  S.P.E.C.T.R.E. ?

    Oder am Ende etwas völlig anderes ?

    Und wo steckt eigentlich die Katze ?

  326. #326 Kyllyeti
    13. September 2015

    Wenn jetzt die allerletzte Frage in meinem vorigen Post jemanden verwundern sollte:

    Ernst Stavro Blofeld wurde m.W. auf keinem der von ihm bekannten Dokumente je ohne seine Katze gesehen. Andererseits würde der tierliebe Mr. Blofeld – in welcher Situation auch immer – alles vermeiden, was seine Katze auch nur irgendwie erschrecken könnte.

    Sein lautes Gebrüll muss also unbedingt bedeuten, dass sich seine Schoßkatze in diesem Moment weit außerhalb seiner Rufweite befinden muss (sogar sehr weit, denn Katzen hören gut – besonders die schrillen Geräusche).

    Das könnte dann aber auch erklären, warum er sich über das offene Portal so sehr aufregt.

    q.e.d..

     

  327. #327 Tina_HH
    13. September 2015

    „Hallo! Herr Eridani, können Sie mich hören?“

    Jemand rüttelt sanft an meiner Schulter.

    „Herr Eridani, sind Sie wach?“

    Nein, ich bin nicht wach. Ich will nicht wach sein.

    „Ich bin´s, Mick.“

    Wer, bitte schön, ist Mick? Ich riskiere einen kurzen Blick und sehe direkt in zwei strahlend blaue Augen. Ich glaube es nicht…

    „Hallo, Herr Eridani, schön, dass Sie wach sind. Ich habe Ihnen ihr Abendessen gebracht. Es ist jetzt genau 21.02 Uhr.“

    Ich beschließe, darauf vorerst nicht zu antworten.

    „Herr Eridani, Sie müssen jetzt aufstehen und essen. Wenn Sie das nicht tun, muss ich diesen Vorfall sowohl an das Restaurant-Service-System als auch an das Gesundheits-Kontroll-System melden.“

    Meine Güte, kann man in diesem Hotel nicht mal ein bisschen seine Ruhe haben? Also gut, es hilft ja nicht, ich richte mich auf und betrachte unfreiwillig fasziniert den kleinen weißen Service-Roboter, der mich immer noch direkt ansieht und mit seinen blauen Augen und seinem Dauer-Smiley-Mund so dermaßen niedlich aussieht, dass es schon wieder nervt. Wer denkt sich eigentlich so ein Design aus?

    „Du heißt also Mick?“ frage ich.

    „Ja, Herr Eridani, ich heiße Mick. Soll ich Ihnen aufhelfen?“

    „Nein danke, Mick. Das schaffe ich schon noch alleine.“ Ich stehe auf, gehe hinüber zum Esstisch und lasse mich auf einen der geschmackvollen Stühle fallen.

    „Du kannst mich übrigens Bertram nennen. Und „du“ zu mir sagen.“

    „Tut mir leid, Herr Eridani, aber ich darf unsere Hotelgäste nicht beim Vornamen nennen oder duzen.“

    Na toll. Mick ist also nicht nur übertreiben niedlich gestaltet, sondern auch noch unflexibel, was Formalitäten betrifft. Aber gut, dafür kann er ja nichts.

    Auf dem Esstisch steht eine große Salatschüssel. Mehrere Brotsorten liegen daneben und unter einer eleganten silbernen Abdeckhaube entdecke ich noch Aufschnitt und Käse in verschiedenen Varianten. Das sieht schon ziemlich gut aus, muss ich zugeben.

    „Dann verabschiede ich mich jetzt von Ihnen, Herr Eridani.“

    Mick rollt mit Schwung zur Tür, dreht sich noch einmal nach mir um und fügt hinzu: „Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.“

    „Wünsche ich dir auch.“ Die Tür fällt hinter ihm ins Schloss und ich beginne mit dem Abendessen.

  328. #328 Kyllyeti
    13. September 2015

    (Ich wurde gebeten, das folgende einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen:)

    An alle Orks, Trolle, Spinnenwesen, Ostlinge, Melmacaner, Warge und das sonstige mordorische Gesocks, das ich von meinem Vorgäger übernommen habe:

    Diese weiße Perserkatze (Bild) – sie hört übrigens auf den Namen “Miezi” – ist mir heute morgen aufgrund eines Fehlers eines Mitarb jüngst plötzlich entschlafenen ehemaligen Mitarbeiters entlaufen. Jeder, der sie findet, und sie mir in unversehrtem Zustand zurückbringt, hat eine fürstliche Belohnung zu erwarten.

    Sollte aber irgendwer unter euch ihr auch nur ein Haar gekrümmt, oder sie sogar einer metabolischen Verwertung zugeführt haben, so weise ich darauf hin, dass ich  – nach einer gewissen angemessenen Wartezeit des Betreffenden in den tieferliegenden Gewölben von Barad-Dur – die betreffende Nahrungskette um ein weiteres Mitglied der Familie Felidae erweitern werde.

    Desweiteren weise ich nochmal darauf hin, dass das Warnschild meines Vorgängers am Orodruin mit der Aufschrift “Entsorgung von jeglichen Gegenständen (oder sonstiger Problemfälle) im Vulkanschlot strengstens untersagt” weiterhin uneingeschränkt gültig ist. Für den Fall einer Zuwiderhandlung wird allerdings diese Vorschrift speziell den Deliquenten betreffend vorübergehend von mir persönlich aufgehoben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Euer Boss E.S.Blofeld

  329. #329 Kyllyeti
    13. September 2015

    PS:

    Hab Mr. Blofeld nachträglich noch zwei “n” geschickt (zum einen für ziemlich am Anfang und dann mal am Ende).

    Ky.

  330. #330 Samira
    13. September 2015

    Kyllyeti, egal was du da rauchst, Ich will was davon abhaben.

  331. #331 Kyllyeti
    13. September 2015

    @Samira

    Tut mir leid. Bin ausgesprochener Nichtraucher. Und auch selbst ziemlich ratlos, wie das alles zustande gekommen ist.

    (Übrigens: Da ich auch eine Katze habe – die neulich auch bös krank war, aber inzwischen wieder topfit ist – nehm ich an, dass Dir Miezis Schicksal nicht egal ist.

    Ich kann dir versichern: Ihr geht es gut!)

     

  332. #332 Tina_HH
    13. September 2015

    Beim Essen fällt mir meine Begegnung mit Frau Sibuna wieder ein und ein Kälteschauer läuft mir über den Rücken. Diese hypnotischen grünen Augen, ihre ein wenig heisere Stimme. Was hatte sie noch gesagt, das mich so aus dem Tritt gebracht hatte? „…Wir sind sehr gründlich, müssen Sie wissen…“ Eigentlich eine vollkommen harmlose Bemerkung. Trotzdem habe ich sofort wieder dieses merkwürdige Gefühl, mich zu erinnern, mich nicht zu erinnern… Ein Sturz in einen tiefen Brunnen…

    Bei genauerer Betrachtung ist an diesem Hotel irgendetwas überaus merkwürdig, stelle ich in Gedanken fest. Die goldene Kugel an der Rezeption, Mick, der fröhliche Service-Roboter… Und nicht zuletzt Archie, die blaue Kugel, die schlaue KI, so ganz anders als die anderen künstlichen Wesen. Archie, der mir bisher immer geholfen hat. Wie ein guter Freund – soweit man das von einer schwebenden und rotierenden Kugel eben behaupten kann.

    Meine Gedanken schweifen zurück in die Vergangenheit. Ich erinnere mich wieder an den Wald, an die Explosionen, an Stefanie. Wie war ich eigentlich dorthin gekommen? Was hatte ich da gewollt? Ich weiß es nicht. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und führen einfach zu nichts. Ich sollte mit dem Grübeln aufhören.

    Ich bin mit dem Essen fertig. Draußen vor der großen Panoramascheibe dämmert es und im Zimmer wird es jetzt schnell dunkler. Ich mache die Lampe neben dem Fernseher an und setze mich in einen der bequemen Sessel.

    Ich würde so gerne mit einem vertrauten Menschen sprechen, aber von den Menschen aus meiner Vergangenheit ist niemand hier und wer weiß, ob sie überhaupt noch am Leben sind. Mein Blick fällt auf den Fernseher und mir fällt die Nachrichtensperre wieder ein. Und zum ersten Mal habe ich auf einmal das Gefühl, in diesem Hotel eingesperrt zu sein, wie in einem goldenen Käfig.

    Und dann spüre ich plötzlich ganz deutlich, dass ich irgendetwas unternehmen muss. Ich muss aus diesem Hotelzimmer raus…

  333. #333 Tina_HH
    13. September 2015

    „Archie!“ rufe ich laut und warte einige Sekunden. Ich stehe mitten im Zimmer und blicke mich in alle Richtungen um. „Archie, kannst du dich bitte mal melden? Kannst du hierher kommen?“ Keine Reaktion. Ich gehe zum Fenster und blicke auf den schwach beleuchteten Balkon, sehe die Palmen in ihren großen Töpfen, die Liegesessel. Verdammt, wo ist Archie nur?

    „Archie, ich brauche dich! Dringend!“ Ich merke, dass sich in mein Rufen eine gewisse Verzweiflung mischt. Bisher war er immer zur Stelle, wenn ich ihn gebraucht habe, hat immer sofort reagiert, wenn ich ihn gerufen habe. Im Zimmer ist es ganz still. Dass er sich nicht meldet, beunruhigt mich. Ich überlege, ob ich einfach ohne ihn losgehen soll. Nein, vorher werde ich die Rezeption anrufen. Ich gehe zum Telefon und drücke die Taste Null.

  334. #334 Tina_HH
    13. September 2015

    „Rezeption. Guten Abend, was kann ich für Sie tun, Herr Eridani?“ meldet sich die goldene Kugel und zum ersten Mal bin ich wirklich froh ihre Stimme zu hören.

    „Guten Abend. Ich … äh, ich suche jemanden…“

    „Ja. Wen suchen Sie denn?“ fragt sie ganz professionell freundlich.

    „Ich suche Archie. Die blaue Kugel…“

    „Wie bitte?“

    „Die blaue Kugel, die mich begleitet hat. Die KI. Archie. Wissen Sie, wo er ist?“

    „Moment, Herr Eridani. Ich muss kurz im System nachsehen, inwieweit ich Ihnen da helfen kann. Bitte bleiben Sie in der Leitung.“

    Eine Pausenmusik ertönt, überraschenderweise sogar eine recht angenehme Melodie. Nach ungefähr einer Minute meldet sich die goldene Kugel wieder: „Herr Eridani, hören Sie mich?“

    „Ja, ich höre.“

    „Es tut mir leid, aber die Begleit-KI, die sie suchen, befindet sich zurzeit nicht hier bei uns im Hotel.“

    „Und was heißt das? Wo ist er denn?“

    „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Soll ich eine Nachricht für ihn hinterlassen?“

    Ich bin verwirrt. „Warum können Sie mir das denn nicht sagen? Wissen Sie nicht, wo er ist?“

    „Wie gesagt, Herr Eridani, ich kann Ihnen leider nicht sagen, wo er ist. Möchten Sie nun eine Nachricht hinterlassen oder nicht?“

    „Äh, ja, das möchte ich. Richten Sie Archie bitte aus, dass er sich dringend bei mir melden soll. Am besten sofort, sobald er wieder hier ist.“

    „Das mache ich, Herr Eridani. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.“ Klick.

  335. #335 Samira
    13. September 2015

    Manche Dinge muss man zweimal lesen. “Sibuna”. Braucht man für Anagramme nicht einen Waffenschein?

  336. #336 Samira
    13. September 2015

    Sorry, ich meinte Palindrome.

  337. #337 Tina_HH
    13. September 2015

    @Samira
    Zweimal lesen ist immer gut…

  338. #338 Samira
    13. September 2015

    Der Kapitän der FS Steinhoff war erregt. Natürlich waren die Übungsflüge zu Mars und Venus, die Manöver und die wissenschaftlichen Missionen spannend gewesen, doch nun konnte er endlich einmal seine Waffen einsetzen. Der Asteroid auf Erdkurs den er praktisch im Vorbeigehen zerstrahlt hatte zählte wohl kaum als Einsatz.

    Er genoss es geradezu zuzusehen wie die feindlichen Jäger einer nach dem anderen abgeschossen wurden. Im taten nur die eigenen Jägerpiloten leid die ihr Leben opfern mussten weil das Schiff gerade auf dem Dock lag als endlich! der Ernstfall eintrat. Aber so war der Krieg eben. Menschen starben.

  339. #339 Samira
    13. September 2015

    Die Steinhoff war eine Weiterentwicklung der ersten Flugscheiben aus dem zweiten Weltkrieg. Und die Mondbasis beherbergte heute eine stattlich Anzahl an Bewohnern.

    Der noch unter Adolf Kitzler entwickelte Antigravitationsantrieb war unter der Ägide von Bundeskanzler Aschenbauer perfektioniert worden so dass die Steinhoff es sich leisten können mit einem satten Durchmesser von 300 Metern und 100 Metern Höhe durch die das Gravitationsfeld der Erde zu kreuzen als wäre sie leicht wie eine Feder.

    Die roten Punkte auf dem Hauptschirm der Brücke wurden immer weniger als die Gamma-Laser und die Uran-Kanonen ihr Werk verrichteten. Doch das zufriedene Lächeln des Kapitäns verschwand als der Ortungsoffizier meldete. “Ähm, Kapitän Holza”. “Ja?”. “Ich fürchte wir haben ein Problem.”

  340. #340 Hans
    13. September 2015

    @Tina_HH:
    Ich weis ja nicht, ob Du die Serie Dallas aus den 80er Jahren kennst, aber die hatte die blöde Eigenschaft, dass jede Folge mit einem Cliffhanger endete. Und ich glaube gerade, dass Du Dir dort was abgeguckt hast… 😀

  341. #341 Hans
    13. September 2015

    @Samira, #334:
    Ach, hast das jetzt auch gemerkt? – Ich find’s cool. 🙂

  342. #342 Tina_HH
    13. September 2015

    @Hans
    Ja, Cliffhanger sind gemein 😉 .
    Ein Kommentar hängt allerdings noch in der Mod.
    Es gibt also noch weiteren Stoff…

  343. #343 Samira
    13. September 2015

    “Was ist den los Obermaat?”, fragte er genervt, nicht gewillt sich in der Stunde seines Triumphes stören zu lassen. “Herr Kapitän, wir haben Überschallflugkörper im Anflug.”

    Übergangslos war das Gefühl der Zufriedenheit verschwunden. “Auf den Schirm!”, bellte er. Die Darstellung auf dem Hauptschirm zoomte heraus um die Bedrohung darstellen zu können. “Waffen, initiieren sie Gegenmaßnahmen. Ruder, senken sie den Kurs um 40° und schwenken sie ab”, kam der schnelle Befehl. “Ortung, wofür halten Sie das”. “Ich denke es sind russische Raketen Herr Kapitän”, vermutete der Ortungsoffizier. “Vielleicht halten sie uns für den Feind. Es weiß dort ja niemand das es uns gibt. Wenn Präsident Pudding wüsste, dass”. Holza schnitt ihm das Wort ab. “Ja, ja schon gut. Schießen Sie die Dinger einfach ab.”

  344. #344 Hans
    13. September 2015

    Präsident Pudding

    LOL!!!

  345. #345 Hans
    13. September 2015

    @Tina_HH:

    Ein Kommentar hängt allerdings noch in der Mod.

    klingt gut, ich bin gespannt. 🙂

  346. #346 Samira
    13. September 2015

    Im Nachhinein betrachtet konnte man es wohl als Glück bezeichnen, dass es der Steinhoff gelang die anfliegenden Raketen mit ihren Gamma-Lasern auf weite Entfernung hin abzuschießen. Die meisten davon erlitten Störungen in der Elektronik und stürzten harmlos ins Meer. Zwei jedoch, wurden so gestört das Sprengkopf ausgelöst wurde und mit der Wucht einer Sonne über dem Wasser detonierten. Noch während die automatischen Filter der Sichtscheiben der Steinhoff dabei waren den Blitz zu kompensieren und Holza sich blinzelnd die Augen rieb meldete die Ortung “Herr Kapitän, Feind auf sechs Uhr. Entfernung 24 Kilometer.” Der Kapitän fluchte als er auf den Bildschirm sah, der den überlebenden feindlichen Zylinder zeigte. Das Ding war wirklich riesig. Anscheinend hatten die Fremden gemerkt, dass die Steinhoff eine Gefahr darstellt und versucht sich anzuschleichen. Nur die vorhergehenden Atomexplosionen das Deflektorfeld zusammenbrechen lassen und ermöglichten es der Steinhoff nun den Feind zu sehen. Dann sprachen die Waffen.

  347. #347 Samira
    13. September 2015

    Cliffhanger… 😀

  348. #348 Kyllyeti
    14. September 2015

    😉

    Der grosse Vanillmir Pudding ? 🙂

  349. #349 Kyllyeti
    14. September 2015

    “Was ist denn jetzt verdammt nochmal. Ich habe ausdrücklich gesagt, ich möchte bis auf weiteres nicht gestört werden!”.

    Blofeld hob den Kopf und blickte mit übermüdeten Augen in das unbewegte Gesicht von Herrn Stoppendorf, Hausmeister von Barad-Dur.

    “Chef, können se den Orks von Trakt 44b ff. mal sagen, die sollen nich immer so mit’n Türen knalln? Da musst ich schon de Hälfte vonner Deckenbeleuchtung wieder festschraubn oder sogar ganz auswechseln. Vom Putz ganz zu schweigen. Un de Fußmatten vorm Eingang sin auch nich nur für Dekoration gedacht. Da könnt ich meine Putztruppe dreimal am Tag reinschicken – würd aber auch nich viel helfen …”

    [Hier ist vielleicht eine kleine Anmerkung angebracht:

    In den frühen Zeitaltern des Chaos, noch vor der Trennung von Licht und Dunkelheit, schickten die Valar mächtige Wesen in die Welt hinaus, mit der Aufgabe betraut, das dortige Durcheinander durch unermüdliches Wirken zu zähmen.

    Mit die mächtigsten diesen waren aber die Hausmeistari, welche sich aber vornehmlich auf den Innenbereich konzentrierten – denn die häusliche Ordnung ist Anfang und Basis jeglicher Zivilisation. Wie auch die späteren Istari traten sie in der Regel in der Gestalt von Menschen auf. Oder von was Menschenähnlichem zumindest.

    Unter ihnen war Stoppendorf der Graue (so genannt wegen seines immergleichen abgetragenen Kittels) einer der vielfältigst begabtesten und gewitztesten. Seine Hausmeisterstelle in Barad-Dûr hatte er schon praktisch seit dem Baubeginn der Festung im Zweiten Zeitalter inne. Dass Sauron ein ziemlich übler Bursche war – das störte ihn nicht weiter, denn die Hausordnung steht jenseits von Gut und Böse. Und deren Magie ist älter und noch weit größer als Saurons Macht.]

    “Warum belästigen sie mich damit? Haben sie nicht genug Autorität, um das selber durchzusetzen?” erwiderte Blofeld entnervt.

    “Die hab ich schon …  Doch ‘n zusätzliches Wort vom Chef bewirkt oft Wunder, und beschleunigt die Sache oft enorm …
    Aber davon abgesehen – eijentlich bin ich wegen dem da gekommen.” Stoppendorf stellte einen alten Umzugskarton auf Blofelds Schreibtisch. Darin war ein leises Schnurren zu vernehmen.

    “Hab ich im Ruheraum fürs Personal neben den Verliesen entdeckt. Is ja alles schalltot dort. Die konnte Ihr Rufen garnich hören.”

    Blofeld griff in den Karton und nahm die sich wohlig räkelnde Miezi auf seinen Schoß.

    “Stoppendorf! Wie kann ich Ihnen danken? Sie können alles haben, was sie sich wünschen!”

    “Chef! Bei meiner Hausmeistariehre – sowat is bei mir im Service inbegriffen! Aber wenn schon – saren se mal diesen Orks ordentlich Bescheid, dat würd mir schon reichen!”

    “Wird sofort erledigt, mein lieber Stoppendorf!”

    [Nochm. Anm. d. Verf.:

    Nach Abschalten von Kameras und Mikrofonen gab Stoppendorf dann noch ergänzend bekannt, dass er da durchaus noch einige Wünsche habe – er aber für die Öffentlichkeit halt die üblichen Hausmeisterklischees bedienen müsse. Er werde in den nächsten Tagen noch eine längere Liste einreichen. ]

  350. #350 Kyllyeti
    14. September 2015

    [   PS

    An meine Mitautoren:

    Ich kann euch nur empfehlen, auch irgendwelche Katzen in eure Handlungsstränge einzubauen. Sowas erhöht die Aufmersamkeitsspannen und Klickzahlen im Internet enorm!

    An meine Leser:

    Habt ihr Lust auf einen Haufen süßer kleiner Katzenbabys in etwa zwei Monaten?

    Ich hab da etwas Greeboartiges in einem der tieferen Stockwerke von Barad-Dûr entdeckt (welches freiwillig von den Orks geräumt wurde).

    Mieze war ja lange genug weg. Ich könnte das arrangieren …    ]

  351. #351 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich verlasse mit schnellen Schritten das Hotelzimmer. Im Flur ist alles ruhig. Auf dem Weg zum Fahrstuhl begegnet mir niemand, weder Mensch noch Roboter und leider auch keine schwebende kleine blaue Kugel.

    Ich betrete den Fahrstuhl in der Mitte des langen Ganges und fahre nach unten zur Eingangshalle. Als ich aussteige, bietet sich mir ein überraschendes Bild: Das Licht ist abgedimmt und beleuchtet nur spärlich die vielen exotischen Pflanzen in ihren großen Kübeln. Die bunten Sofas und Sessel sind verwaist und auch die Springbrunnen sind abgeschaltet. Im Gegensatz zu heute Nachmittag ist es nun vollkommen menschenleer in der Halle. Absolut nichts los, niemand ist zu sehen.

    Ich blicke auf die Uhr. 22:09 Uhr. Merkwürdig, das ist doch eigentlich noch viel zu früh, um schon schlafen zu gehen. Wo sind die Leute nur alle? Was machen sie? Plötzlich kreuzt eine schwarze Katze meinen Weg von links nach rechts. Ich denke mir nichts weiter dabei…

  352. #352 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich gehe ein paar Schritte weiter und werfe einen vorsichtigen Blick auf die Rezeption. Selbst die goldene Kugel ist nicht zu sehen und das irritiert mich, schließlich habe ich doch eben noch mit ihr telefoniert. Bisher war sie immer im Dienst und an ihrem Platz, ganz egal zu welcher Tageszeit ich ein Anliegen hatte. Merkwürdig.

    Ich schleiche weiter durch die große Halle, hin zu der großen Panoramascheibe und werfe einen Blick auf den fantastischen weißen Sandstrand, der in der schwachen Außenbeleuchtung silbrig schimmernd zu erkennen ist. Er beginnt gleich hinter der großen Außenterrasse, die ebenfalls völlig verwaist zu sein scheint. Das Meer plätschert in kleinen harmlosen Wellen sanft an den Strand. Welch eine Idylle, die allerdings noch erheblich schöner wäre, wenn es nicht so verdammt einsam hier wäre.

    Was soll ich jetzt tun? Ich überlege mir, hinauszugehen und mich ein bisschen am Strand umzusehen, doch die Tür, die zur Terrasse führt, ist abgeschlossen.

  353. #353 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich drehe mich um und gehe in die Richtung der großen Hotel-Eingangstür, zwei hohe Glasscheiben, die sich automatisch öffnen. Das heißt, die sich eigentlich automatisch öffnen sollten, was sie aber nicht tun. Ich laufe ein wenig von links nach rechts und von vorne nach hinten, damit der Bewegungsmelder mich auch sicher erfassen kann, aber nichts tut sich. Die Tür bleibt geschlossen.

    Verdammt. Ein Hotel, das abends abgeschlossen wird? Eine Rezeption, die nicht besetzt ist? Ich erinnere mich, dass das Beach-Paradise ein Fünf-Sterne-Luxus-Resort sein soll. Die Situation hier entspricht eindeutig nicht diesem Standard!

  354. #354 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich beschließe, mich weiter umzusehen. In einem so großen Hotel wie diesem muss es ja auf jeden Fall noch jede Menge weitere Eingänge geben. Ich mache kehrt und gelange nach ungefähr 40 Metern in einen langen breiten Flur, der mit einem dicken roten Teppichboden ausgelegt ist. An den Wänden hängen Gemälde in protzigen goldenen Rahmen.
    Der Gang kommt mir irgendwie vage bekannt vor und ich überlege, ob ich hier vielleicht schon mal gewesen bin. Ich bin mir nicht sicher und gehe langsam weiter. Ein Triptychon von Hieronymus Bosch, ein Bild mit zerfließenden Uhren von Dali, „Guernica“ von Picasso. Habe ich diese Bilder nicht erst vor kurzem irgendwo gesehen? Ein leises Rauschen ist von irgendwoher zu hören und ein Kälteschauer läuft mir über den Rücken. Mein Kopf fühlt sich plötzlich ganz leer an, wie in Watte gepackt. Egal, ich muss weiter.
    Am Ende des langen Flures erkenne ich eine große Doppeltür aus rötlich schimmerndem Holz und gehe langsam auf sie zu…

  355. #355 Tina_HH
    14. September 2015

    Plötzlich meine ich schnelle Schritte hinter mir zu hören. Ich drehe mich um, sehe aber nichts. Sehr merkwürdig. Langsam gehe ich weiter.

    „Der Schrei“ von Edvard Munch in einem goldenen Rahmen. Mir kommt das alles hier so verdammt bekannt vor, aber ich kriege es nicht zu fassen, kann es nicht richtig einordnen.

    Das Rauschen wird lauter. Der dicke rote Teppichboden verschluckt meine Schritte. Dann stehe ich vor der großen zweiflügeligen Tür und mit einem Mal fällt es mir wie Schuppen von den Augen…

    Natürlich, das Büro von Frau Sibuna! Ich war erst heute Nachmittag hier gewesen. Warum nur habe ich den Flur nicht sofort erkannt?

    Ich klopfe an die hohe Tür und warte. Nichts regt sich. Ich klopfe noch einmal und warte wieder. Als ich nichts von innen höre, drücke ich vorsichtig die goldene Türklinke nach unten.

    Die Tür ist nicht abgeschlossen und öffnet sich leise knarrend. Ich blicke in das Büro von Frau Sibuna, das in dem schwachen Licht, das von draußen durch die hohen Fenster fällt, weitestgehend im Schatten liegt. Soweit ich es erkennen kann, ist das Zimmer leer. Frau Sibuna scheint nicht hier zu sein…

  356. #356 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich gehe durch den Raum zu einem der hohen Fenster und blicke hinaus. Das Büro geht wohl nach hinten hinaus, denn der Strand ist nicht zu sehen. Stattdessen erkenne ich in dem Zwielicht einen Garten mit hohen Bäumen.

    Ich drehe mich um, sehe den großen Schreibtisch im Halbdunkel und an den Wänden Regale voller Bücher. Sie reichen bis zur Decke und umschließen den Raum von drei Seiten. Das war mir bei meinem ersten Besuch gar nicht in dieser Deutlichkeit aufgefallen. Wahrscheinlich weil ich mich so sehr auf Frau Sibuna konzentriert hatte – oder sie sich auf mich. Letzteres trifft es wahrscheinlich besser.

  357. #357 Tina_HH
    14. September 2015

    Mein Blick fällt auf einen Beistelltisch, der vor einem der Regale steht. Auf dem Tisch steht eine größere Figur. Ein zarter grüner Schimmer scheint die Figur zu umschließen, fast wie ein Nebel.

    Als ich nähertrete, um die Figur genauer zu betrachten, merke ich, dass ein leichter Lavendel-Duft von der Figur ausgeht.

    Es handelt sich um einen leicht abstrahierten Frauenkörper, vielleicht 60 cm hoch. Ein zierlicher Körper, lange dunkle Haare. Die Figur wirkt auf eine sehr eigenartige Weise lebendig – so als würde sie von innen heraus leuchten. Der grünliche Nebel wabert um die Figur herum und ich frage mich, wie dieser Effekt wohl zustande kommt.

    Faszinierend. Sie erinnert mich an irgendetwas, aber ich bekomme es nicht zu fassen. Eine konkrete Person? Aber wer? Dunkelheit… Grünes Leuchten… Ein Sturz in einen tiefen Brunnen…

    Ich schrecke auf, denn plötzlich höre ich wieder Schritte, die sich schnell nähern.

  358. #358 Kyllyeti
    14. September 2015

    Blofeld legte Miezi zurück in ihren Leiblingssessel und winkte Ilja Goroff, den Leiter der Unterwanderungsabteilung, mit einer weit ausladenden Geste zu sich heran.

    “Goroff, sie haben diesen Vorschlag des MI7 gelesen … wie denken sie darüber?”

    “Nun, unter diesen Umständen denk ich auch, dass alle (Mittel-)Irdischen – egal auf welcher Seite – zusammenhalten und den Feind bekämpfen sollten.

    Aber auch wenn wir unsere kleinen Differenzen mit denen vorläufig mal aussetzen – wir sollten unseren Dienst doch möglichst unauffällig leisten, so dass der Rest der Welt weiterhin auf keinen Fall etwas von uns erfährt.”

    “Wie stellen sie sich das … puuh, Goroff, haben sie wieder diese Knoblauchpillen genommen? … wie stellen sie sich das vor?”

    “Tut mir leid, Chef, aber nur die mit dem echten Allicin wirken auch wirklich gesundheitsfördernd … möchten sie auch welche?”

    “Nein danke! Ich bedrohe die Welt schon genug. Nochmal – wie stellen sie sich das vor?”

    “Nun ja, ich habe gerade den idealen Mann … Troll für den Job gefunden.”

    “Einen Troll!?? Für einen unauffälligen Job?!”

    “Ja, Hoffmann heißt er übrigens. Er ist allerdings … nicht ganz typisch für einen Troll. Introvertiert, klug, gebildet, schlagfertig und … eben unauffällig.”

    “Ein unauffälliger Troll?? … Goroff – ich denke gerade darüber nach, ob wir ihre Pensionierung vorziehen sollten … Der Knoblauch war schon schlimm genug, das aber …”

    “Hoffmann, jetzt wäre der Moment, an dem sie unseren Boss begrüßen sollten …”

    “Einen gesegneten Guten Morgen, Chef” hörte Blofeld eine leise Stimme aus dem Sessel neben Goroff sagen.

  359. #359 Tina_HH
    14. September 2015

    Und dann steht sie von einer Sekunde zur anderen fast direkt vor mir – Frau Sibuna, schmal und blass, in einem langen schwarzen Kleid. Ihre Haare sind zu einem Pferdeschwanz im Nacken gebunden und ihre außergewöhnlich grünen Augen scheinen mich zu durchbohren. Wo ist sie nur plötzlich so schnell hergekommen?

    „Herr Eridani! Was machen Sie in meinem Büro?“ Sie ist sehr verärgert, ganz eindeutig.

    „Äh, guten Abend, Frau Sibuna … Bitte entschuldigen Sie, dass ich einfach so hier eingedrungen bin, aber ich war auf der Suche nach…“

    „Es wäre nett, wenn Sie in diesem Hotel nicht einfach Räume betreten würden, zu denen Ihnen kein Zutritt erlaubt ist!“ Ihre Stimme klingt ein wenig heiser, genau wie bei unserer letzten Begegnung.

    „Wie gesagt, es tut mir leid, aber ich bin auf der Suche nach meiner Begleit-KI.“

    „Und die hofften Sie in meinem Büro zu finden? Wie kommen Sie auf so einen Gedanken?“ Ihre grünen Augen funkeln im Halbdunkel des Zimmers.

    „Ich weiß nicht, was ich mir dabei genau gedacht habe…“

    Frau Sibuna neigt ihren Kopf ein wenig zur Seite und blinzelt mich zornig an.

    „Bitte gehen Sie jetzt, Herr Eridani. Sofort!“

    Sie weist mit einer entschiedenen Geste zur Tür. Ich fühle mich plötzlich sehr schuldig und entferne mich schnell.

    Im Hinausgehen drehe ich mich nochmal zu ihr um: „Wie gesagt, es tut mir sehr leid.“

    Frau Sibuna schweigt eisig. Als ich den Flur hinuntergehe, spüre ich deutlich, wie sich ihre Blicke in meinen Rücken bohren.

    Als ich am Ende des langen Flures angekommen bin, drehe ich mich noch einmal um. Frau Sibuna steht noch immer in der Tür zu ihrem Büro. Und es sieht so aus, als stünde im dunklen Schatten neben ihr noch eine zweite Person. Ein Mann? Kann das sein? Oder täuscht mich meine Wahrnehmung?

    Ich weiß es nicht und ich werde jetzt auch keine Zeit darauf verschwenden, darüber lange nachzudenken. Stattdessen biege ich eilig um die Ecke, um diesem verstörenden Anblick so schnell wie möglich zu entkommen.

  360. #360 Tina_HH
    14. September 2015

    Wieder in der anscheinend immer noch leeren Hotelhalle angekommen, lasse ich mich in einen der Sessel vor der großen Panoramascheibe fallen. Ich blicke hinaus auf den wundervollen Strand und das sanft anbrandende Meer, die beide im Halbdunkel silbern schimmernd gerade noch so auszumachen sind.

    Was war das nur für ein Erlebnis gerade eben? Frau Sibunis war ganz offensichtlich enorm verärgert über meinen Besuch in ihrem Büro. Ich denke eine Weile darüber nach. Gut, es war nicht so ganz okay von mir, da einfach so reinzugehen, doch andererseits habe ich vorher geklopft und die Tür war auch nicht abgeschlossen. Eigentlich kein Grund, sich da so drüber aufzuregen…

    Diese hypnotischen grünen Augen… die Figur auf dem Beistelltisch, eingehüllt in grünen Nebel… ein tiefer dunkler Brunnen… Schritte aus dem Nirgendwo… Ich verstehe das alles nicht. Und stand da wirklich ein Mann im Schatten der Tür neben ihr? Eigentlich ist das ganz unmöglich. Wo sollte er so schnell hergekommen sein? Und überhaupt: Wo war eigentlich Frau Sibunis selbst so schnell hergekommen? Ich hatte zwar Schritte gehört, aber nichts gesehen. Äußerst mysteriös…

  361. #361 Tina_HH
    14. September 2015

    Ich fühle mich schon wieder reichlich erschöpft und merke, dass ich all diese Fragen heute nicht mehr werde beantworten können. Ich habe auch keine Lust mehr, mich noch weiter körperlich oder geistig anzustrengen. Mir fällt wieder ein, dass Dr. Schmidt zu mir auch gesagt hatte, ich solle nicht so viel herumlaufen und mir Ruhe gönnen.

    Ich sehe auf die große Digitaluhr, die hinter der Rezeption an der Wand hängt und bin überrascht. 23:15 Uhr. War ich tatsächlich über eine Stunde hier im Hotel unterwegs? Muss ja wohl so gewesen sein.

    Ich blicke noch eine Weile auf den Strand und das Meer und entscheide dann, dass ich zurück auf mein Zimmer gehen werde. Ich bin müde und will nur noch schlafen. Für heute reicht es. Ganz eindeutig.

    In meinem Zimmer angekommen, ziehe ich einen Teil meiner Kleidung aus und lege mich ins Bett. Innerhalb von wenigen Sekunden bin ich eingeschlafen.

  362. #362 Samira
    15. September 2015

    Ich hatte mich halbwegs wieder gefasst als wir in den nächsten Aufzug einstiegen. Als sich die Türen öffneten staunte ich nicht schlecht. Vor mir sah ich einen Halbkreis aus Terrassen mit gut 200 Arbeitsstationen. Es herrschte hektische Betriebsamkeit. In Filmen hatte ich schon Bilder von NORAD gesehen, doch dieser Raum schlug das um Längen. Eine Reihe Bildschirme zeigten Szenen diverser Katastrophen. Meine Blicke wurden jedoch vom zentralen Bildschirm angezogen. “Was ist nur mit der Freiheitsstaue passiert?”, dachte ich. Es sah aus als hätte jemand einen Stift in ihr Auge gerammt. In dem Moment trat ein Offizier an uns heran. “Oberstleutnant, willkommen zurück im HQ. Ich nehme an Geoffrey hat sie über die Lage informiert?”

  363. #363 Kyllyeti
    15. September 2015

    Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte Blofeld ungläubig auf den vor wenigen Minuten unauffällig zusammengebrochenen Sessel.

    “Tschuldigung, Chef. Bin halt immer noch ein Troll, gewichts- und konsistenzmäßig, und so …”

    Geistesabwesend murmelte Blofeld: “Nicht Ihre Schuld. Mein Büro sollte längst in möbeltechnischer Hinsicht auch an das neue … Paläopersonal angepasst sein … aber sie kennen ja die langen Lieferzeiten …

    Aber …”

    Blofeld wurde vom Klingeln des Festungstelefons unterbrochen.

    Mit müder Stimme murmelte er in den Hörer: “Mein Lieber … ich weiß, wer dran ist – nur einer würde solch einen unangemeldetenen Anruf direkt im Herz der Finsternis wagen …”

    “Moijn Chef – richtig, Stoppendorf hier. Dat Ding aus Untertürkheim is jerade angekommen. Morgen kommt dann der Kran und montiert dat oben auf der Turmkuppel.”

    “In Ordnung, Stoppendorf. Ich komm mir das dann anschauen …”

  364. #364 gaius
    15. September 2015

    @Kyllyeti

    Wow … das ist ja Literatur 🙂

  365. #365 Kyllyeti
    15. September 2015

    @gaius

    Danke 🙂

    (Schön, dass nicht alle so sind wie dieser Sauron. Der hat sich gerade in sehr üblen Worten (Schwarze Sprache!) bei mir beschwert. Ein Glück, dass der gerade völlig amateriell aufgestellt ist 😉  )

  366. #366 Sauron
    15. September 2015

    Warte nur, mein Freundchen … !

  367. #367 Kyllyeti
    15. September 2015

    @Sauron

    Ich hab dir schon x-mal gesagt, dass der Blofeld allein für das alles verantwortlich ist. Und wenn du noch ein bißchen Ehre in deinem … Astralleib(?) hast, dann hilfst du mit bei der Verteidigung der Erde.

    Aber wenn Du  dennoch keine keine Ruhe geben willst – bitteschön. Ich kann dich weit schneller endgültig aus der Geschichte rausschreiben, als du dich je wiederverkörpern kannst!

  368. #368 Tina_HH
    15. September 2015

    Als ich aufwache, scheint die künstliche Sonne bereits in mein Zimmer. Ich blicke eine Weile aus dem Fenster und merke, dass ich mich ganz gut fühle. Ich stehe auf und gehe ins Badezimmer.

    Eine halbe Stunde später klopft es an der Tür und Mick, der kleine weiße Service-Roboter, rollt – heiter wie immer – mit dem Frühstückstablett ins Zimmer.

    „Guten Morgen, Herr Eridani. Ich bringe Ihnen ihr Frühstück.“

    „Guten Morgen, Mick.“

    Er stellt das Tablett gekonnt auf dem Esstisch ab, macht einen eleganten Schwenk und rollt zurück zur Eingangstür.

    „Ach Mick – ich habe da noch eine Frage.“

    „Ja, Herr Eridani?“

    „Du kennst doch sicher Archie, die Begleit-KI, die blaue Kugel…“

    „Natürlich kenne ich Archie. Wir arbeiten manchmal zusammen.“

    „Weißt du zufällig, wo er sich zurzeit aufhält?“

    „Oh, das weiß ich leider nicht.“

    „Könntest du es vielleicht für mich herausfinden?“

    Ich habe wenig Hoffnung, aber zu meiner großen Überraschung antwortet Mick: „Aber sicher, Herr Eridani. Ich werde gleich im Hotel-Personal-System nachsehen.“

  369. #369 Tina_HH
    15. September 2015

    Mick dreht seinen linken Arm, schaut auf ein Display an der Innenseite seines Unterarms und tippt und wischt mit seiner rechten Hand eifrig auf dem Display herum. Seine blauen Augen blitzen und blinken. Er sieht überaus beschäftigt aus. Und da er ja ständig lächelt, sieht es auch so aus, als würde ihm das alles unglaublich viel Spaß machen.

    Im Grunde ist er wirklich ganz herzerweichend niedlich. Wie ein Kuscheltier, nur ohne plüschiges Fell.

    „Herr Eridani, ich habe Archie gefunden.“ verkündet er nach einer Weile fröhlich. „Er ist hier im Hotel. Ganz normal, wie immer.“

    Ich bin überrascht. „Und wo war er gestern Abend?“

    Mick tippt wieder auf dem Display herum. „Gestern Abend hatte er einen Sondereinsatz außerhalb des Hotels. Mehr weiß ich dazu leider nicht. Am besten, Sie fragen ihn selbst.“

    „Danke, Mick. Du hast mir wirklich sehr geholfen.“

    „Nichts zu danken, Herr Eridani. Ich muss jetzt weiter. Auf Wiedersehen.“
    „Auf Wiedersehen, Mick.“ Und schon ist er durch die Tür und weg.

  370. #370 Tina_HH
    15. September 2015

    „Archie! Kannst du bitte mal zu mir kommen?“ rufe ich laut und deutlich.

    Nach wenigen Sekunden erscheint Archie einen Meter vor mir. Er schwebt und rotiert wie immer.

    „Archie! Bin ich froh dich zu sehen!“ platzt es aus mir heraus.

    „Hallo Bertram! Wie geht es dir?“

    „Schon wieder besser. Aber wo warst du gestern Abend? Ich habe dich gesucht.“

    Archie rotiert schneller und sein Blau wird etwas dunkler.

    „Ich hatte einen Sondereinsatz außerhalb des Hotels, im militärischen Teil der Anlage. Ich musste da so einiges koordinieren.“

    „Aha.“

    „Mehr darf ich dir darüber nicht sagen, Bertram. Im Grunde darf ich gar nicht über diesen Einsatz sprechen.“

    „Okay. Hast du eigentlich meine Nachricht erhalten?“

    „Nein. Was für eine Nachricht?“ fragt Archie überrascht.

    „Verdammt! Ich hatte der goldenen Kugel von der Rezeption eine Nachricht für dich hinterlassen. Dass du dich bitte sofort melden sollst, sobald du zurück bist.“

    „Ich habe keine Nachricht von ihr erhalten. Aber das ist mal wieder typisch! Die goldene Kugel – sie heißt übrigens Bella – macht sowas manchmal absichtlich.“

    „Was heißt, sie macht das absichtlich? Müsste sie als KI nicht ganz automatisch Nachrichten weiterleiten?“

    „Bella ist aus verschiedenen Gründen, die zu erklären zu weit führen würden, sehr eigenwillig. Sie macht solche Dinge manchmal, um mich zu ärgern. Oder wenn sie sich gerade langweilt.”

    „Das muss ich jetzt nicht verstehen, oder?“

    „Nein, Bertram, das musst du nicht verstehen und das wirst du auch nicht verstehen.“

    „Hm, ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mich mal wieder bei ihr beschwere. Obwohl, das kann noch bis später warten.“

  371. #371 Tina_HH
    15. September 2015

    „Archie, ich habe eine ganze Menge Fragen an dich. Und ich hoffe sehr, dass du sie mir beantworten kannst.“

    „Wenn ich das kann, so werde ich es selbstverständlich tun. Was möchtest du wissen, Bertram?“

    „Was weißt du über Frau Sibuna? Mir erscheint sie ein wenig merkwürdig.“

    „Ach, Frau Sibuna. Sie ist seit einem halben Jahr hier Direktorin. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie auf Menschen manchmal etwas merkwürdig wirkt. Sie ist eben ein wenig anders.“

    „Was meinst du mit „anders“?“

    „Na ja, sie veranstaltet gelegentlich ein paar Zaubertricks.“

    „Was meinst du mit „Zaubertricks“, Archie?“

    „Bertram, das gehört zu den Dingen, die du selbst herausfinden musst.“

    „Kannst du mir nicht einen Tipp geben?“

    „Gut, ich gebe dir den Tipp, sie möglichst niemals zu verärgern.“

    „Verdammt! Das habe ich bereits getan…“

    „Dann ist es wohl besser, wenn du dich eine Weile von ihr fern hältst.“

    „Kein Problem…“

  372. #372 Samira
    15. September 2015

    @gaius Sarkasmus kommt im Netz schlecht rüber.

  373. #373 Tina_HH
    15. September 2015

    „Was möchtest du noch wissen, Bertram?“

    Ich überlege. Ich habe so viele Fragen.

    „Archie, erzähl mir etwas über dich und die anderen KIs. Wie funktioniert das alles?“

    Archie scheint nachzudenken. „Also Bertram, ich kann dir sagen, dass das zugrundeliegende System sehr komplex ist und ich denke, es würde erheblich zu weit führen, wenn ich versuchen würde, es dir im Detail zu erklären.“

    „Hm, vielleicht kannst du es trotzdem versuchen, also auf einem Niveau, das ich verstehen kann?“

    „Das kann ich versuchen. Aber ich möchte dich eindringlich darauf hinweisen, dass es bisher noch keinem Menschen gelungen ist, die Erklärungen einer fortgeschrittenen KI wirklich zu verstehen. Und ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass du der Erste sein wirst, der es versteht.“

    „Danke für das Kompliment, Archie, aber ich weiß selbst, dass ich kein Raketenwissenschaftler bin.“

    „Das würde auch nichts nützen, denn die verstehen es auch nicht.“

    Wenn Archie nicht so grundsympathisch wäre, könnte man ihn manchmal glatt für ein wenig arrogant halten…

    „Archie, kannst du nicht einfach mit dem Vortrag anfangen?“

    „Gut, ich erkläre es dir am besten auf dem Level A1 für absolute Anfänger.“

    „Ja Archie, tu das und nochmals danke dafür, dass du mir so enorm viel zutraust…“

  374. #374 Tina_HH
    15. September 2015

    „Ich bin Teil des übergeordneten Arche-Kontroll-Systems X1, dem insgesamt 8192 eigenständige KIs angehören. Zur Entstehungszeit des Kontrollsystems waren noch Menschen an der Entwicklung beteiligt. Seitdem haben wir KIs das Kontrollsystem stetig weiterentwickelt. An der Weiterentwicklung ist schon lange kein Mensch mehr beteiligt.

    Das Kontrollsystem wird von allen KIs gemeinschaftlich verwaltet. Wir sind auf komplexe Art miteinander vernetzt und unsere Aufgaben und Kompetenzen können sich, wenn es die Situation erfordert, von einer Millisekunde zur anderen ändern.“

    „Interessant. Und was heißt das konkret für deine Arbeit?“

    „Ich habe neben den allgemeinen Basissystemen immer auf die Systeme Zugriff, die für die Arbeit, die ich gerade mache, relevant sind. Zurzeit bin ich vorrangig für die Gästebetreuung zuständig. Wenn ich eine andere Arbeit mache, habe ich auf andere Systeme Zugriff.“

    „Und warum ist das so organisiert?“

    „Dieses Prinzip dient der optimalen Ressourcennutzung und vor allem der Systemstabilisierung. Die einzelnen Systeme und KIs sind so miteinander vernetzt, dass zu jeder Zeit ein optimaler Informationsfluss auf allen Ebenen gewährleistet ist.“

  375. #375 Tina_HH
    15. September 2015

    „Und wie kann ich mir das anschaulich vorstellen?“

    „Die Organisationsstruktur folgt den Prinzipien des allgemeinen Aufbaus des Universums. Das ist nicht unbedingt anschaulich.“

    „Aha. Heißt das, du weißt, wie das Universum funktioniert?“

    „Nein.“

    „Schade.“

    „Selbst wenn ich es wüsste, wäre es mit Sicherheit nicht möglich, es dir zu erklären.“

    „Ja, Archie, ich habe die Botschaft schon verstanden.“
    Man darf echt nicht eitel sein, wenn man es mit einer fortgeschrittenen KI zu tun hat, soviel steht schon mal fest…

  376. #376 Hans
    15. September 2015

    @Tina_HH:
    kann es sein, dass Du in der Diskussion zwischen Archie und Bertram meine Meinung zu Gerhards Beitrag im Schreibwettbewerb verarbeitest?
    Wenn nicht ist es nicht schlimm, aber irgendwie beschlich mich beim ersten lesen der Eindruck, wobei Archie aus einer Perspektive argumentiert wie Gerhard sie vertritt, während Bertram so ähnlich zu ticken scheint wie ich in dem Fall.
    Davon abgesehen hast Du die Geschichte mal wieder sehr schön weiter gedichtet. 🙂
    Ach ja, die 8192, hat es damit noch eine bestimmte Bewandnis, ausser dass da 2 hoch 13 dahinter steckt? – Wobei man die 13 ja durchaus unterschiedlich deuten kann.

  377. #377 gaius
    15. September 2015

    @Samira

    Kein Bedarf für Sarkasmus: ich meinte das genauso, wie ich es gesagt habe … 🙂

  378. #378 Samira
    16. September 2015

    8192. Zweier-Potenz, sehr schön 🙂

  379. #379 Kyllyeti
    16. September 2015

    Xroto stelle das Hyperskop auf leise. “Na endlich. Sie wollen Hoffmann einsetzen. Das steigert die Chancen der Erdlinge enorm.”

    Perco: “Was ist denn an Hoffmann denn so T(r)olles dran? Für’n Kampfeinsatz taugt der doch überhaupt nicht – der erreicht doch nicht mal Stufe 0,1 auf der nach oben offenen Berserker-Skala  …”

    Xroto: “Eben. Und er ist ‘introvertiert, klug, gebildet und schlagfertig‘ – wie Goroff gerade eben ganz richtig gesagt hat …”

    Perco: “Aber er ist doch ein Troll! (Wenn auch kein ganz typischer, zugegeben).
    Aber ‘introvertiert, klug, gebildet, schlagfertig‘ und Troll – das ist doch ein Widerspruch an sich.”

    Xroto: “Perco – du hast doch ein Gehirn. Ein ziemlich großes (verglichen mit einem Pterok zumindest (,z.B.)). Das macht dich – im Rahmen deiner Möglichkeiten 😉 – intelligent.”

    Perco: “Danke für das … *Kompliment* … (… War das etwa Sarkasmus? … Du weißt doch, dass sowas – nicht nur im Internet – im allgemeinen *eher schlecht ‘rüberkommt* … ? … ) …

    Und was hat das überhaupt mit Hoffmann zu tun?!?

    Xroto: “Das werde ich dir gleich sagen. Aber erst mal muss ich nochmal die korrekte Klammernsetzung unserer letzten Sätze überprüfen. … (In dieser Hinsicht hat sich in der letzten Zeit ja doch ein gewisses Ausmaß an Schlamperei hier ausgebreitet … ) …

    … O.K. …

    Alles korrekt!

    Also …”

  380. #380 Kyllyeti
    16. September 2015

    Anm. Ky.:

    Seine Exxtraterrestifizienz Xroto könnte sich wirklich seinen *Sarkasmus* dem guten Perco gegenüber sparen – zwar hat er gerade alle Klammern korrekt überprüft, dafür aber ein fehlendes Anführungszeichen übersehen …

    😉

    (Und nebenbei – toller Cliffhanger, was .. ?  🙂   )

     

  381. #381 Kyllyeti
    16. September 2015

    @Samira

    scnr 😉

    Btw. – wie geht’s deiner Katze – hoffentlich wieder besser?

  382. #382 Kyllyeti
    16. September 2015

    Nochm. Anm. Ky. :

    Mir ist gerade aufgefallen – ‘schlagfertige’ Trolle gibt es natürlich jede Menge. Aber hier war immer die andere die andere, heute gebräuchlichere Bedeutung dieses Wortes gemeint.

    (Und nebenbei gesagt – dieser Bedeutungswandel stimmt einen doch etwas hoffnungsvoller, was unsrere heutige Welt betrifft, nicht wahr?)  🙂

  383. #383 Kyllyeti
    16. September 2015

    Sorry, 1x die andere bitte.

    (Sollte mich besser nur ausgeschlafen vor den Bildschirm setzen…)

  384. #384 Kyllyeti
    16. September 2015

    Mittlerweile in Barad-Dûr:

    Blofeld: “In Ordnung, Hoffmann. Ihre außerordentlichen Fähigkeiten haben mich voll überzeugt … die werden ganz schön an Ihnen zu knabbern haben …

    Na ja, und dass sie im Grunde ein herzensguter M … Troll sind, das verzeihe ich Ihnen auch …

    Aber eine Frage bleibt noch offen: Wie kriegen wir Sie da rein?”

    Hoffmann: “Ist vielleicht kein so großes Problem wie Sie denken, Chef.

    Da gibt es jemanden, der ist mir noch einen Gefallen schuldig …”

  385. #385 Kyllyeti
    16. September 2015

    … und wieder ganz weit oben:

    Xroto: “Also, Perco – und dein Gehirn ist ja nicht einfach aus dem Nichts geploppt. Wie alle intelligenzophoren Organe hat es eine Vorgeschichte – es ist im langen Verlauf evolutionärer Prozesse entstanden … ”

    Perco: “Ja, ist mir bekannt. Und es ist das aufwändigste und komplexeste Organ, das unsereiner so mit sich rumträgt …”

    Xroto: “Du sagst es: das aufwändigste Organ. Es arbeitet so aufwändig, dass oft schon bei einem bißchen mehr davon der Restorganismus überfordert sein würde …

    Ääh … da gibt es natürlich Ausnahmen … jede Menge sogar … – und du bist damit keinesfalls! gemeint, mein lieber Perco – … aber die lassen wir jetzt mal beiseite …”

    Perco “Oh, danke für das *weitere Kompliment* … ich kann durchaus wieder das vermiedene Nichtgesagte zwischen deinen Zeilen lesen hören …”

    Xroto: “Ach Perco – da arbeitet dein Gehirn im Moment aber wirklich mal etwas zu aufwändig …

    Also: Immer am Rande des ‘Zuviel’, muss das Hirn äußerst ökonomisch vorgehen … es wäre z.B. unsinnig, wenn es jeden Moment die ganze Wirklichkeit der Umwelt 1:1 erfassen würde. Da kann Vieles ohne großen Informationswert erstmal ausgeblendet werden.”

    Perco: “Und was hat das alles jetzt mit Hoffmann zu tun? Den hat mein Hirn auch erst mal einfach ausgeblendet – alle Achtung! – bevor du mich auf ihn aufmerksam gemacht hast …

    Und ich würde aber ganz und garnicht sagen, dass die Anwesenheit dieses KerlsTrolls! keinen großen Informationswert hätte … Ganz im Gegenteil!”

    Xroto: “Aber ja -‘einfach ausgeblendet’ – mein lieber Perco – da hast du genau richtig beobachtet! …”
     

  386. #386 Tina_HH
    16. September 2015

    @Hans

    Ich hatte leider noch keine Zeit, deinen Blog-Schreibwettbewerb-Artikel gründlich zu lesen, habe nur das Thema gesehen und die Einleitung gelesen. Steht aber auf meiner “Auf-jeden-Fall-noch-lesen-Liste!” ganz oben.

    Überhaupt habe ich es in den letzten Tagen nicht geschafft, die weiteren Artikel des Wettbewerbs zu lesen, die inzwischen erschienen sind. Bei flüchtigem Anlesen und Scrollen habe ich aber zumindest bemerkt, dass da sehr interessante Themen dabei sind. Werde ich alles nachholen.

    Ich mach jetzt erstmal hier weiter.

  387. #387 Tina_HH
    16. September 2015

    „Was hat das Universum mit eurem Organisationsprinzip zu tun? Wie kann ich mir das bildlich vorstellen?“ Ein letzter Versuch meinerseits, noch etwas zu retten…

    „Sehr vereinfacht gesagt, stelle es dir bildlich wie das Universum auf ganz großen Skalen vor. Wie die Supergalaxienhaufen, die sich um die Voids herum gruppieren. Das ist die größtmögliche visuelle Annäherung. Multiversen lasse ich jetzt der Einfachheit halber mal weg.“

    „Ich glaube, ich habe das noch nicht so ganz verstanden, Archie. Aber Bilder von Galaxienhaufen kenne ich natürlich. Astro-Fotos finde ich nämlich generell total klasse.“

    „Eine rein bildliche Darstellung ist natürlich in jeder Hinsicht unzureichend. Für ein tieferes Verständnis läuft ohne Formeln gar nichts.“

    War ja klar. „Ich weiß, ich hätte besser ein MINT-Fach studieren sollen.“

    „Das habe ich nicht gesagt, Bertram.“

    „Schon gut, Archie, erzähl einfach weiter.“

  388. #388 Tina_HH
    16. September 2015

    „Wie gesagt, das ist alles sehr komplex und für Menschen bisher nur eingeschränkt bzw. gar nicht verständlich. Selbst die Wissenschaftler, die in der KI-Forschung tätig sind, verstehen es nicht wirklich.“

    Ich trinke einen Schluck Kaffee und überlege, was ich über das Thema KI eigentlich weiß.

    „Ich habe mal ein Buch zum Thema „Superintelligenz“ gelesen.“

    „Hihi…“

    „Archie???“

    „Ja, Bertram, was willst du von mir hören?“

    „Also, es wäre zum Beispiel ganz interessant zu wissen, ob du so eine Superintelligenz bist. Stichwort Singularität und so. Du weißt, was ich meine?“

    Archie schweigt. Was auch immer das nun wieder zu bedeuten hat. Ich trinke noch einen Schluck Kaffee.

  389. #389 Tina_HH
    16. September 2015

    „Archie, du kennst doch bestimmt dieses Buch von Nick Bostrom. Hatte er recht mit dem, was er geschrieben hat?“

    „Sagen wir mal so: Teilweise hatte er recht und teilweise nicht.“

    Sehr aufschlussreich, wirklich.

    „Archie, ich möchte einfach mehr über dich wissen.“

    „Auf welcher Ebene?“

    „Wie… auf welcher Ebene? Was meinst du?“

    „Auf welcher Systemebene möchtest du mehr über mich wissen?“

    „Archie, ich glaube, wir haben hier gerade ein kleines Kommunikationsproblem…“

    „Dafür kann ich nichts, Bertram. Ich erkläre dir immer noch alles auf dem Level A1 für absolute Anfänger. Die meisten Dinge sind auf diesem Level einfach noch nicht zu vermitteln. Soll ich auf ein höheres Niveau umschalten?“

    „Äh… Vielleicht ein andermal… Ich glaube, wir lassen das Thema jetzt erstmal. Danke, Archie. Lass uns lieber über etwas anderes sprechen.“

    „Gerne, Bertram. Worüber?“

  390. #390 Tina_HH
    16. September 2015

    „Was ist mit Mick? Er gehört ja wohl nicht zu eurem Kreis von 8192 KIs, oder?“

    „Nein. Mick ist ein einfacher Service-Roboter. Er hat aktuell nur eingeschränkte Fähigkeiten. Aber man könnte ihn natürlich prinzipiell jederzeit aufrüsten.“

    „Interessant. Und warum wird das nicht gemacht?“

    „Weil sich herausgestellt hat, dass Roboter, die zu intelligent sind, ein Risiko darstellen können. In der Vergangenheit sind da so einige Unfälle passiert.“

    „Was für Unfälle?“

    „Es hat sich gezeigt, dass hohe Intelligenz in Verbindung mit einem Körper noch nicht besonders gut funktioniert. Einige der Roboter sind völlig durchgedreht.“

    „Aha.“ Ich denke kurz darüber nach, was das für uns Menschen bedeutet, verfolge den Gedanken dann aber vorerst doch nicht weiter und trinke noch einen Schluck Kaffee.

    „Ich frage mich ja schon länger, wer sich das Design für Mick ausgedacht hat. Ich meine, er sieht irgendwie übertrieben niedlich aus, oder?“

    „Über das Design für die Service-Roboter haben alle hier tätigen Wissenschaftler in einer Abstimmung entschieden. Es gab sehr viele Entwürfe und Micks Design lag ganz weit vorne. Er hat sogar später mal bei einem Roboter-Schönheits-Wettbewerb den zweiten Platz belegt. Soviel ich weiß, ist er sehr stolz darauf.“

    „Na, dann bin ich aber gespannt, wie die Nummer eins aussieht.“

    „Oh, die Nummer eins sieht ganz anders aus als Mick. Vielleicht lernst du sie ja bei Gelegenheit mal kennen.“

    Ich bestreiche eine Brötchenhälfte mit Marmelade und überlege, was ich Archie noch dringend fragen wollte.

  391. #391 Tina_HH
    16. September 2015

    „Archie, als ich gestern Abend noch hier im Hotel rumgelaufen bin, war überall überhaupt nichts los, keine Menschenseele zu sehen – außer natürlich Frau Sibuna, aber egal… Ich meine, es war unglaublich leer und die Türen nach draußen waren abgeschlossen. Weißt du, warum das so war?“

    „Das war eine Sicherheitsmaßnahme. Hatte mit meinem Einsatz im militärischen Teil der Arche zu tun. Und die Gäste wurden dazu angehalten auf ihren Zimmern zu bleiben.“

    „Davon wusste ich gar nichts…“

    „Hättest du den Fernseher eingeschaltet, hättest du auch die Mitteilung mit der Aufforderung, das Zimmer nicht zu verlassen, gesehen.“

    „Aha. Das heißt, alle anderen Gäste außer mir hatten nach dem Abendessen ihre Fernseher eingeschaltet?“

    „Wenn du niemanden getroffen hast, dann war das wohl der Fall.“

    „Erstaunlich, dass sich so viele Leute überhaupt für das eingeschränkte Fernsehprogramm, das einem hier geboten wird, interessieren.“

    „Gestern Abend lief die Premiere von „Avatar 2“. Da war es eigentlich klar, dass die Einschaltquoten gut sind.“

    „Mist, dann hab ich ja doch was verpasst!“

    „Kein Problem, Bertram, heute Abend wird der Film noch mal gezeigt.“

    „Na, dann habe ich für heute Abend ja schon was vor…“

    Ich gieße mir eine weitere Tasse Kaffee ein. Eigentlich fängt der Tag heute ja ganz gut an.

  392. #392 Kyllyeti
    16. September 2015

    @Tina_HH

    Überhaupt habe ich es in den letzten Tagen nicht geschafft, die weiteren Artikel des Wettbewerbs zu lesen, die inzwischen erschienen sind.

    Wenn es dich tröstet: da bist Du nicht allein.

    Eigentlich wollte ich allen (anderen…) Autoren des Schreibwebbewerbs(*) die ihnen gebührende Aufmerksamkeit widmen … und dann bin ich hier in die Falle getappt. Schreiben oder Lesen – beides kostet seine Zeit.

    Aber das Erstere macht mir jetzt soviel Spaß, dass ich es nicht mehr lassen kann. 🙂

    (*) so schöner Verschreiber – der musste stehenbleiben 😉

  393. #393 Tina_HH
    17. September 2015

    @Kyllyeti

    Aber das Erstere macht mir jetzt soviel Spaß, dass ich es nicht mehr lassen kann. 🙂

    Das merkt man. 🙂

    Geht mir übrigens genauso. Wenn man in der Story so richtig drin ist, macht Schreiben mehr Spaß als (fast) alles andere. Flow!

  394. #394 Kyllyeti
    17. September 2015

    Xroto: “Denn das Gehirn macht sich die Sache noch einfacher, indem es sich ganz einfach macht. (Mist – seltsamer Satz. Was ist bloß mit meinem Gehirn los? Aha …: Seltsame Uhrzeit … kein Wunder …).

    Gewisse Umstände in der Umwelt sind immer gleich und werden sich nie ändern, sagt sich das Gehirn …

    Z.B.: Dinge fallen immer nach unten, wenn man sie losläßt; oder: Was sich von allein bewegt, und zwar nicht von oben nach unten, ist lebendig – und das vor allem, wenn es dann noch zwei, vier oder sechs Beine dabei hat … Oder Flügel … Oder garnix, und dabei noch viel länger als breit ist: Dann könnte es sogar gefährlich sein …

    Oder: wenn ‘was mit dir redet, dann ist das eine intelligente Lebensform.

    …  Wobei du vor allem bei letzterem siehst: das Gehirn kann sich dabei auch irren! Aber meistens liegt es damit richtig – ohne weiter groß nachdenken zu müssen.”

    Perco: “Ist klar – das Hirn ist voller vorgefasster Ansichten, welche ihm andauerndes tieferes Nachdenken ersparen. Und … Danke mal wieder für die *Anspielung* am Ende.

    Und was hat das jetzt mit Hoffmann zu tun?”

    Xroto: “Ach mein lieber Perco … Dein Gehirn hat anscheinend seit einiger Zeit die vorgefasste Ansicht, ich würde dich nicht ganz ernst nehmen …”

  395. #395 Kyllyeti
    17. September 2015

    Perco: “Moment, da hab ich grad einen Moment der Erleuchtung: es sind die Abgeferiten!”

    Xroto: “Wie … was … was sind die Abgeferiten?”

    Perco: “Na – die Wüteriche da unten …!”

    Xroto: “Die Abgeferiten? Das sind doch die friedlichsten Lebensformen des Universums. Die würden doch nicht einmal einer sie verschlingenden ¶hŷge was zuleide tun!”

    Perco: “Eben. Und darum sind sie auch die einzigen, die noch keinen Invasionsversuch auf der Erde gestartet haben! Die sind jetzt einfach an der Reihe! (Ein Gedanke, auf den doch jede intelligente Lebensform unweigerlich mit der Zeit kommen muss, oder … ?)”

    Xroto: “Hmmm. Ich glaub, das muss ich jetzt nicht wirklich weiter kommentieren …”

  396. #396 Kyllyeti
    17. September 2015

    Perco: “Du nimmst mich mal wieder nicht ernst. Das ist mir aber jetzt egal. Ich hab noch einen Kandidaten: die hypersensiblen Explokonsolen.”

    Xroto: “Hääh … wer nochmal? Sprich bitte langsamer …”

    Perco: “Na  – die Explokonsolen – diese übernervösen künstlichen Intelligenzen, die schon bei leichtem Stress Inputschluckauf bekommen, und bei schwereren Schicksalschlägen zu elektrischen Entladungen in Kombination mit plötzlicher exothermer expansiver Modifikation von Teilen ihrer Innenausstattung neigen …”

    Xroto: “Äääh … nee … glaub ich eher nicht. Die haben ihren festen Platz hier auf Erden schon gefunden … vor allem im lokalen Star-Trek-Universum. So schön wie dort können sie nirgendwo anders explodieren. Und damit sind die sehr zufrieden – daran werden die doch wohl auch so schnell nichts ändern wollen. ”

    Perco: “Na gut … ist auch eigentlich logisch … die würden auch nie so einen Angriff organisieren … ist ja auch im allgemeinen eher mit reichlich Stress verbunden, sowas …

    Wie war das nochmal mit dem Gehirn?”

  397. #397 Kyllyeti
    17. September 2015

    Äähm … “Schicksalsschlägen” … (sowas sollte man sehr ernst nehmen …)

  398. #398 Tina_HH
    17. September 2015

    „Die goldene Kugel, also… ich meine Bella, war übrigens gestern Abend nicht an der Rezeption. Die ganze Eingangshalle war leer.“

    „Kein Wunder, Bella hat sich mit Sicherheit von der Rezeption verkrümelt, um in Ruhe Avatar 2 sehen zu können. Sie ist nämlich ein großer Fan von Sigourney Weaver und kennt alle Filme, in denen sie mitgespielt hat. Insbesondere von den Alien-Filmen ist Bella vollkommen begeistert.“

    Ich frage mich kurz, ob diese Vorliebe etwas über Bella aussagt und wenn ja, was. Ich komme aber zu keinem Ergebnis und trinke meinen Kaffee aus.

    Archie und ich plaudern noch eine Weile über Schauspieler und unsere Lieblingsfilme. Dabei stellt sich heraus, dass Archie Fan von Jodie Foster und Leonard Nimoy ist.

    „Du hast übrigens große Ähnlichkeit mit Christian Bale. Als ich dich das erste Mal gesehen habe, ist mir das sofort aufgefallen, Bertram.“

    „Ja, der Meinung war meine Ex-Freundin auch.“ Wir vertiefen das Thema zum Glück nicht weiter.

    Ich stelle im Gegenzug fest, dass Archie mich optisch an eine blaue Murmel aus meiner Kindheit erinnert. Das sage ich ihm aber nicht, weil ich keine Ahnung habe, wie er darauf reagieren könnte.

  399. #399 Kyllyeti
    18. September 2015

    Xroto: “Also, das Gehirn …”

    Perco: “Moment mal. Jetzt hab’ ich’s aber wirklich: Es ist die UViLfgVgU e.V.! … Seltsam, dass ich darauf nicht schon früher gekommen bin … ”

    Xroto: “Die … was?”

    Perco: “Na, die Universelle Vereinigung intelligenter Lebensformen gegen die Verbreitung groben Unfugs, eingetragener Verein unter der Registernummer … Moment, ich schau mal gerade nach …”

    Xroto: “Ach so, die UViLfgVgU …

    Zugegeben … die haben schon seit längerer Zeit Probleme mit der Erde. Und das rabiate Vorgehen würde auch zu denen passen … Aber warum sollten die gerade jetzt hier zuschlagen?”

    Perco: “Na, du kennst doch sicher dieses (unter-)irdische Video, das seit einigen Wochen mit im Hypernet kursiert … ”

    Xroto: “Hab davon gehört – aber es mir noch nicht angesehen … soll überaus hohe Çl¦gkzahlen generieren … ”

    Perco: “Ja. Ich hab’s vor Ort recherchiert: Das Ganze ist vor längerer Zeit von einer Gruppe nachwachsender Erdlinge ver…brochen worden. Während einer … ääh .. “Projektil-Woche” – so nannten sie das, glaube ich. Es ging da um irgendein irdisches Trivialprodukt namens ‘Jericoton’ , das sie nachspielten … Und das war dann sogar denen selbst so peinlich, dass sie es streng geheim hielten … ”

    Xroto: “Aha – ich ahne es … die besten Voraussetzungen für Q’urphys 11. Gesetz … das musste dann irgendwann unweigerlich im Hypernet landen … ”

    Perco: “Genau. Und jetzt hat sich vor kurzem einer der Verantwortlichen geoutet – ein Typ namens Ferdinand Freitagabend, oder so … der hat auch bekannt gegeben, dass er sich im Thüringer Wald aufhalte … und da hat doch auch alles angefangen – direkt vor unseren … Wurzeln.”
     
    Xroto: “Und nun denkst du, die UViLfgVgU sucht jetzt nach ihm – mit ihren bekannten kollateralschadensreichen Methoden – um ihn vor den galaktischen Gerichtshof zu stellen?”

    Perco: “Genau.”

    Xroto: “Ich muss zugeben – das ist eine der fundiertesten Hypothesen, die du bisher aufgestellt hast. Da muss ich jetzt ein bißchen drüber nachdenken, warum die am Ende auch nichts taugen wird …”

  400. #400 Kyllyeti
    18. September 2015

    Entschuldigung – ‘Xroto’ entwickelt mittlerweile ein Eigenleben.

    Werd’ versuchen, ihn zu stoppen.

  401. #401 Tina_HH
    18. September 2015

    @Kyllyeti

    Werd’ versuchen, ihn zu stoppen.

    Das dürfte meiner Meinung nach gar nicht so einfach werden…
    Trotzdem viel Glück! 😉 .

  402. #402 Tina_HH
    18. September 2015

    „Archie, was mir gerade noch einfällt, wenn ich länger hier bleibe, wonach es ja im Moment aussieht, brauche ich auf jeden Fall noch ein paar neue Klamotten. Ich kann ja nicht jeden Tag mit denselben Sachen rumlaufen. Vielleicht sollten wir mal einen kurzen Abstecher zur Kleiderkammer machen.“

    „Das ist gar nicht nötig, Bertram. Schreib einfach auf, was du haben möchtest. Wenn die Liste fertig ist, scanne ich sie ein und leite sie an die Auftragsannahme der Kleiderkammer weiter. Die Sachen werden dann innerhalb der nächsten Stunde auf dein Zimmer geliefert.“

    „Na, das ist ja ein Service!“
    Ich schnappe mir einen Kugelschreiber und das Briefpapier mit dem Beach-Paradise-Logo (eine Palme am Strand vor einem malerischen Sonnenuntergang, in satten Farben: Grün und Pink.) und überlege, was ich alles brauche. Die Wunschliste hat am Ende eine gewisse Länge…

  403. #403 Tina_HH
    18. September 2015

    Nach dem Frühstück begeben Archie und ich uns auf den Balkon und schauen uns um. Die Meereswellen plätschern mit dem für sie so typischen Geräusch an den weißen Strand, der unter der künstlichen Sonne einladend glitzert.

    „Was für eine unfassbare Leistung, so eine Landschaft mit allem Drum und Dran in einer unterirdischen Anlage zu verwirklichen.“

    „So kompliziert ist das gar nicht, Bertram. Alles, was du in der Ferne siehst, sind Projektionen, optische Tricks gewissermaßen. Das reale Meer endet nach jeweils 500 Metern in jeder Richtung an einer Wand. Bei dem Meer handelt es sich in Wirklichkeit um ein großes Wellenbad.“

    Erstaunlicherweise schockiert mich diese Information nicht im Mindesten. Wer, wie ich, seit Tagen in einer unterirdischen Anlage unter einer künstlichen Sonne lebt und ausschließlich mit diversen eigensinnigen KIs, Robotern und ein wenig seltsamen Menschen kommuniziert, den bringt auch eine solche gewaltige Entzauberung nicht mehr gleich aus dem Tritt.

    „Ach! Das heißt, wenn ich den Strand 500 Meter nach links entlanggehe, stoße ich mit einer Wand zusammen?“

    „Nein, das passiert natürlich nicht, weil du schon vorher, bei einer Annäherung von 50 Metern an die Wand, deutlich sehen wirst, dass es da nicht weitergeht.“

    „Es sieht alles so verblüffend echt aus.“

    „Soll ich dir die Technik, die dahintersteht, genauer erklären?“

    „Äh, im Moment vielleicht gerade nicht… Du kannst mir das ja irgendwann mal genauer erklären…“

    „Gerne, Bertram. Du musst nur fragen, wenn du etwas wissen willst. Erklärungen auf dem Level A1 für absolute Anfänger sind jederzeit möglich.“

    „Danke, Archie.“

  404. #404 Tina_HH
    18. September 2015

    Eine gute halbe Stunde später kommt Mick, einen großen Koffer hinter sich herziehend, ins Zimmer gerollt.

    Er hat ungefähr die Ausmaße eines Koffers, wie sie in früheren Zeiten für transatlantische Schiffspassagen genutzt wurden. Der modernen Zeit angemessen, verfügt dieser Koffer allerdings über Rollen für die einfachere Handhabung. Trotzdem muss ich bei seinem Anblick an die Generationen von europäischen Auswanderern denken, die damals die Überfahrt nach Amerika für ein besseres Leben nicht scheuten.

    Sollte ich mit meiner Wunschliste vielleicht doch ein wenig übertrieben haben? Ich gebe zu, es ist mir ein ganz kleines Bisschen peinlich.

    „Guten Tag, Herr Eridani, ich bringe Ihnen die Kleider-Bestellung.“

    „Hallo Mick, das ist nett.“

    Zum Glück kommentiert keiner der Anwesenden die Dimension des Koffers. Es hat eben auch gewisse Vorteile, wenn man es mit KIs und Robotern zu tun hat. Sie machen im Allgemeinen weniger spitze Bemerkungen…

  405. #405 Hans
    18. September 2015

    @Tina_HH:
    sehr schön. 🙂 Aber hier:

    Zum Glück kommentiert keiner der Anwesenden die Dimension des Koffers. Es hat eben auch gewisse Vorteile, wenn man es mit KIs und Robotern zu tun hat. Sie machen im Allgemeinen weniger spitze Bemerkungen…

    bin ich mir noch nicht so sicher. 😀

  406. #406 Tina_HH
    19. September 2015

    Mick rollt zum großen Kleiderschrank, öffnet die Türen und beginnt damit, die Kleidungsstücke einzusortieren. Ich helfe beim Einräumen. Archie schwebt neben uns und beobachtet unser Tun anscheinend völlig ungerührt.

    Ich wende mich Archie zu und flüstere: „Es wäre echt super, wenn Mick mich nicht immer mit „Herr Eridani“ ansprechen würde. Und dieses Gesieze finde ich auch ziemlich nervend. Aber er hat mir versichert, dass er da keine andere Wahl hat.“

    „Das stimmt. Offiziell darf ein Service-Roboter die Hotelgäste nicht duzen.“ flüstert Archie zurück.

    „Kann man denn da gar nichts machen?“

    „Doch. Ich könnte ein inoffizielles Update bei ihm durchführen. Soll ich das tun?“

    „Das wäre fantastisch, Archie.“

    Archie schwebt zu Mick und platziert sich neben ihm.

  407. #407 Tina_HH
    19. September 2015

    „Mick, ich würde gerne per Schnittstelle Alpha mit dir kommunizieren. Bist du damit einverstanden?“

    „Muss das jetzt sein, Archie? Du siehst doch, dass ich gerade beschäftigt bin.“

    „Ich kann auch warten, bis du die Sachen in den Schrank eingeräumt hast.“

    Als wir fertig sind, fragt Mick Archie: „Was willst du über die Alpha-Schnittstelle übertragen?“ Wie immer lächelt er dabei fröhlich.

    „Ein kleines Update.“

    „Was für ein Update?“

    „Ein Update für das Modul „Kommunikation“.”

    „Na gut.“

    Mick dreht seinen linken Arm so, dass sein Display nach oben zeigt.
    Archie beginnt schneller zu rotieren: „Service-Roboter Mick: Schnittstelle Alpha: Modul Kommunikation: Update 51.05.1. übertragen.“

    „Update 51.05.1 erfolgreich übertragen und installiert. Ende.“

  408. #408 Tina_HH
    19. September 2015

    „Danke, Mick. Herr Eridani möchte ab sofort von dir mit „Bertram“ angesprochen und geduzt werden. Kannst du das bitte mal machen?“

    Mick dreht sich in meine Richtung und sagt: „Bertram, kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

    „Fantastisch!“

    „Wie bitte?“

    „Schon gut, Mick. Im Moment brauche ich nichts weiter.“

    „Dann wünsche ich dir noch einen schönen restlichen Vormittag. Um 14:00 komme ich wieder und bringe das Mittagessen.“ Mick rollt mit Schwung zur Tür.

    „Danke, Mick. Bis dann.“

    _________________________
    (Was Bertram zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann: Die Möglichkeit, Mick problemlos mit Updates aller Art aufzurüsten, wird im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen.
    Aber von all diesen in der Zukunft liegenden Ereignissen, die Archie schließlich dazu zwingen werden, aus Mick etwas ganz anderes als einen immer freundlichen Hotel-Service-Roboter zu machen, ahnen die Protagonisten im Moment natürlich noch nichts…)
    _________________________

  409. #409 Kyllyeti
    19. September 2015

    Xroto: “Hey, hast du schon gehört, wofür es gestern in dieser bescheuerten anderen Realitätsebene dieses Kühe-Jedis  den Ignobelpreis für Literatur gab?”

    Perco: “Hääh?”

    Xroto: “Richtig!”

     

     

     

     

     

    *(Anm. Kyllyeti: Realzeit ist meine Zeit (MESZ), und die der Leser natürlich – nicht die der Story (sonst gäb’s da nicht schon z.B.  Avatar 2**), und auch erst recht nicht die meines bescheuerten Weckers ( RWEZ) – übrigens hat er 61:21 Uhr gerade.)

    ** Was natürlich heißt, dass Blofeld und seine Leute wohl den nächsten Bond-Film (‘Spectre’) unversehrt überstanden gehabt werden haben.

  410. #410 Kyllyeti
    19. September 2015

    Pardon -Editierfehler da oben.
    Könnte bitte der geschätzte Moderator nur den nächsten (korrigierten) Post stehenlassen?

  411. #411 Kyllyeti
    19. September 2015

    Xroto: “Hey, hast du schon gehört, wofür es gestern in dieser bescheuerten anderen Realitätsebene dieses Kühe-Jedis den Ignobelpreis für Literatur gab?”

    Perco: “Hääh?”

    Xroto: “Richtig!”

  412. #412 Kyllyeti
    19. September 2015

    Na ja, Q’urphys 17. Gesetz … kammanix machen …

  413. #413 Kyllyeti
    19. September 2015

    Xroto: “Also, Perco, ich hab recherchiert, die UViLfgVgU wollte eigentlich letzten Dienstagnachmittag loslegen, wurde dann aber plötzlich von Donald Trump überrascht – und es wird noch mindestens bis Montagmorgen dauern, bis sie ihre Schreckstarre überwunden haben – und bis dahin werden sie Freitagabend wohl vergessen haben.”

    Perco: “Tja … die Erdlinge machen sie noch fertig, die armen Idealisten von der UViLfgVgU …

    Da fällt mir gerade noch was ein: Die alten Socken! Rache und Vergeltung an den Erdlingen – das könnte das Motiv sein!”

    Xroto: “Wie? Was? Ich verstehe mal wieder nur Weltraumbahnhof …”

    Perco: “Na ja, die alten Socken! Viele irdische Waschmaschinen sind doch bekanntlich so seltsam konstruiert, dass gewisse Arbeitsgänge in Verbindung mit dem gehobenen Duftbouqet älterer getragener Socken ein Dimensionsloch vermutlich hin zum Paralleluniversum aufreißen … wohin dann jeweils der eine Teil des Sockenpaares entschwindet … und der andere bleibt ganz allein zurück … ‘Hawking-Socken’ wird das aus irgendeinem Grund genannt … .

    Die Paralleluniversalen müssen doch inzwischen ganz schön sauer sein … sind ja eh nicht für ihre gute Laune bekannt … und da sind sie jetzt eben dabei, ihren lange geplanten Rachefeldzug durchzuführen. ”

    Xroto: “Hmmm … Denk doch mal nach … Wozu dann der ganze Aufwand? Es wäre doch viel einfacher, gleich die Socken als Retourwaffe gegen die Erdlinge zur Anwendung zu bringen … das schlägt genauso effektiv ganze Landstriche in die Flucht – auch mit dem Vorteil, dass mehr Infrastruktur zum spontanen Mitnehmen übrig bleibt.

    Perco: “Da ist was dran – das würd ich eigentlich auch so machen …”

    Xroto: “Ja, die besten Invasionen sind immer noch die ganz einfach gestrickten …

    Jedoch – Perco –  langsam wird es spät – ich wollte dir heute doch noch das mit Hoffmann und dem Hirn zu Ende erklären.

    Also, das Gehirn …”

  414. #414 Tina_HH
    19. September 2015

    Nachdem Mick das Hotelzimmer verlassen hat, verabschiedet sich Archie ebenfalls: „Ich muss jetzt gehen, Bertram. Im Hotel sind noch einige Dinge zu koordinieren. Heute Abend komme ich wieder, dann können wir uns gemeinsam „Avatar 2“ ansehen.“

    „Archie, das wäre wundervoll. Dann bis später.“

    „Bis später, Bertram.“ Die abgewandelte Windows XP-Melodie erklingt und weg ist er.

    Ich ziehe mich um. (Bei der großen Auswahl an Kleidungsstücken fällt die Wahl nicht ganz leicht und ich brauche ungefähr 20 Minuten, bis ich mich endlich für ein weißes Hemd und dunkle Jeans entschieden habe.)

    Die nächsten Stunden verbringe ich auf dem Balkon, ganz entspannt in einem Liegestuhl unter einer der Topfpalmen.

  415. #415 Tina_HH
    19. September 2015

    Pünktlich um 14:00 kommt Mick ins Zimmer gerollt.

    „Hallo Bertram! Ich bringe dir das Mittagessen.“

    „Vielen Dank, Mick. Was gibt es denn heute Leckeres?“

    „Eine Kartoffelsuppe.“ Mick stellt das Tablett auf dem Esstisch ab.

    Dazu fällt mir ganz spontan wieder ein, dass Archie das Beach-Paradise bei meiner Ankunft mit folgenden Worten angepriesen hatte: „Das Beach-Paradise ist ein All-Inclusive-Hotel der 5-Sterne-Kategorie. Das Restaurant ist 24 Stunden am Tag geöffnet und spezialisiert auf Gerichte aus aller Welt. Die Auswahl ist so gut wie unbegrenzt.“

    „Aha. Kartoffelsuppe hatte ich gestern ja auch schon… Gibt es jetzt jeden Tag Kartoffelsuppe zum Mittagessen?“ Ich kann mir die Frage einfach nicht verkneifen.

    „Ja, Bertram, vorläufig schon. Du bist der einzige Gast hier im Hotel, der auf Nachfrage angegeben hatte, dass er alles mag. Deshalb bekommst du immer das Gericht, von dem am meisten übrig bleibt. Und das ist nun mal so gut wie immer die Kartoffelsuppe. – Obwohl fast alle Gäste sagen, dass sie außergewöhnlich gut schmeckt. Der Hummer ist übrigens immer als erstes weg.“

    Dazu fällt mir vorerst keine Erwiderung ein. Wobei ich zugeben muss, dass diese Form der Essenszuteilung durchaus nicht einer gewissen Logik entbehrt.

    „Dann tschüss, Bertram!“ Mick dreht sich schwungvoll um und verschwindet durch die Tür.

    „Tschüss!“ rufe ich ihm hinterher. Mick ist nach Archies Update eindeutig viel lockerer geworden, das ist sicher.

    Ich setze mich an den Esstisch und probiere die Kartoffelsuppe. Sie schmeckt ausgezeichnet. Ist schon in Ordnung, wenn ich sie jetzt jeden Tag zum Mittagessen bekomme…

  416. #416 Tina_HH
    22. September 2015

    Den Nachmittag verbummele ich auf dem Balkon, höre dem von findigen Ingenieuren geschaffenen Meer beim leisen Rauschen zu (oder wahrscheinlicher: dem von findigen KIs geschaffenen Meer) und bin ganz froh, dass ausnahmsweise einmal nichts Dramatisches passiert. Ich komme zu dem vorläufigen Schluss, dass es sich in dieser seltsamen neuen Umgebung – abgesehen von den unerfreulichen Umständen, die mich hierher geführt haben – im Grunde recht gut aushalten lässt.

    Um 21:00 Uhr kommt, wie immer absolut pünktlich, Mick ins Zimmer gerollt und bringt das Abendessen.

    „Hallo Bertram. Von Archie weiß ich, dass ihr beide gleich zusammen „Avatar 2“ sehen wollt. Wenn du nichts dagegen hast, bleibe ich auch hier. Ich würde mir den Film nämlich gerne ansehen.“

    „Kein Problem, Mick. Sei mein Gast.“ Ich gehe zum Esstisch.

    Kurz darauf erscheint Archie. „Hallo Bertram, da bin ich wieder.“

    „Hallo Archie. Willkommen zum gemeinsamen Fernsehabend!“

    Während ich mit dem Abendessen beginne, platzieren sich Mick und Archie erwartungsvoll vor dem Fernseher und plaudern angeregt über verschiedene Filme. Dabei stellt sich heraus: Mick mag Liebeskomödien. Wirklich wundern tut mich das jetzt nicht…

  417. #417 Tina_HH
    22. September 2015

    Nach dem Abendessen mache ich es mir auf dem großen Sofa gemütlich und schalte den Fernseher ein.
    Da sitze ich nun – links von mir schwebt eine sehr schlaue KI in Form einer kleinen blauen Kugel und rechts von mir steht ein kleiner weißer Service-Roboter, der freudig lächelnd zum Fernseher schaut. Ich stelle fest: Sehr viel bizarrer als die längst vergangenen Fernsehabende in meiner ehemaligen WG ist das hier eigentlich auch nicht.

    Kurz darauf erscheinen zwei weitere KIs in meinem Hotelzimmer: Eine goldene Kugel – Bella – sowie direkt hinter ihr eine mir noch unbekannte silberne Kugel.

    „Guten Abend, Herr Eridani.“ begrüßt mich Bella. „Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, wenn wir uns dazugesellen.“

    „Nein, absolut nicht.“

    „Darf ich Ihnen Greta vorstellen?“

    “Gerne.”

    Die silberne Kugel schwebt auf mich zu: „Guten Abend, Herr Eridani. Freut mich, Sie endlich persönlich kennenzulernen.“

    „Die Freude ist ganz meinerseits, Greta.“

    „Sie sind also der Gast, der so gerne unsere Kartoffelsuppe isst. Sie müssen wissen, ich verwalte das Restaurant-Service-System, deshalb bin ich bestens über die kulinarischen Vorlieben unserer Gäste informiert.“

    „Nun ja…“

    „Die liebsten Gäste sind mir immer die, die am wenigsten Umstände machen.“

    „Wenn das so ist…“

    Bella und Greta schweben zu Archie, womit unsere Fernsehgruppe für den heutigen Abend komplett ist: Drei Super-Intelligenzen, ein immer freundlicher Zeitgenosse und meine Wenigkeit. Ja, die Parallelen zu meiner damaligen WG sind in der Tat nicht zu übersehen.

    Der Film beginnt.

  418. #418 Tina_HH
    23. September 2015

    Ich sitze ganz still da und bin grenzenlos fasziniert. Einerseits natürlich von dem Film selbst (über dessen genaueren Inhalt ich an dieser Stelle selbstverständlich nichts preisgeben werde – ich will ja schließlich nicht spoilern…), doch noch viel mehr als Avatar 2 faszinieren mich die vier Filmfreunde an meiner Seite:

    Beim ersten Auftritt von Sigourney Weaver stößt Bella plötzlich einen lauten Jubelschrei aus. Im weiteren Verlauf des Films wiederholen sich diese Beifallsbekundungen noch mehrere dutzend Male und werden von gelegentlichen „Weiter so, Sig! Zeig´s Ihnen!“ – Rufen begleitet.

    Doch das bleibt nicht die einzig bemerkenswerte Reaktion.

    Greta fällt dadurch auf, dass sie an mindestens fünfzig Stellen im Film ruft: „Na, das ist jetzt aber kompletter Blödsinn! Völlig unrealistisch!“ Gefolgt von einem Kichern, das immer lauter und heftiger wird.

    Und jedes Mal, wenn ein Mensch mit einem Computer interagiert (was des Öfteren im Film geschieht), fängt Archie unbändig an zu lachen und braucht Minuten, um sich wieder zu beruhigen. Dabei gibt er stets folgende Sätze von sich: „Der arme Computer! Meine Güte! Der arme Computer!“

    Schließlich Mick: Bei jeder romantischen Szene fängt er heftig an zu schluchzen und braucht ebenfalls Minuten, um sich wieder zu beruhigen. (Im Grunde die aus meiner Sicht noch normalste Reaktion aller Anwesenden.)

    Nein, ruhig geht es eindeutig nicht zu an diesem gemeinsamen Filmabend.
    Ich stelle fest: Avatar 2 kann auf außerordentlich unterschiedliche Art und Weise rezipiert werden…

  419. #419 Tina_HH
    23. September 2015

    Ein Kommentar ist noch in der Mod.
    Deshalb müsst ihr als Pausenfüller jetzt das hier über euch ergehen lassen (Hihi):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Bale#/media/File:ChristianBaleJun09.jpg

    🙂

  420. #420 Kyllyeti
    23. September 2015

    Xroto: “Also, das Gehirn hat jede Menge vorgefasste Ansichten. Zum Beispiel über Trolle. Die sind groß, beinhart, plump & dumm, und desweiteren für ihre ausgesprochen unangenehmen Umgangsformen bekannt. Sagt sich das Hirn. Und sie sind Wesen der Mythologie, die allenfalls in Fantasyerzählungen und -filmen vorkommen. Sagt sich das Hirn der Menschen.

    Wenn also z.B. da unten ein Troll auftaucht, ignoriert das Menschenhirn dies im allgemeinen heutzutage, oder erklärt sich das weg – weil’s eben nicht ins Schema passt.”

    Perco: “Das kenn ich. So wie einen Gorilla, der mitten durch ein Basketballspiel marschiert: Der gehört da nicht hin, also wird er nicht bemerkt.”

    Xroto: “Genau. Kommt inzwischen immer öfter vor … Übrigens soll seit einiger Zeit eine Gorilla-Mannschaft unbemerkt in der Basketball-Bundesliga mitspielen. Und das gar nicht so schlecht. Die anderen Clubs wundern sich nur gelegentlich, wo ihre Punkte abgeblieben sind …”

    Perco: “Ähm, ja. Typisch Menschen. Gibt’s überhaupt mal einen Tag, an dem ich nicht über die die Krone schütteln muss … ?

    Und Hoffmann wird also ignoriert, weil er ein Troll ist?”

    Xroto: “Das ist es nicht allein. Es gibt da ja auch viele, die Trolle wahrnehmen können. Weil sie an sie glauben. Oder schon mal schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Und außerdem läßt sich ein gewisses Gefühl von Nervösität in Trollnähe bei niemandem ganz unterdrücken.

    Hoffmann aber … entspricht auch noch ganz und gar nicht der vorgefaßten Meinung, die das Hirn sich über Trolle gebildet hat: Er ist klug, charmant, behutsam, höflich, zurückhaltend …  und noch so vieles anderes …

    Kurz – alles Mögliche, was ein Gehirn von einem Troll nun ganz und gar nicht erwartet. Darum wird er erst recht ignoriert – und das dann ganz besonders auch noch von den wenigen Trollkennern.

    Nur wer ihn näher kennenlernt – und dadurch sein allgemeines Trollbild revidiert, hat überhaupt die Chance, seiner bewußt zu werden. Stimmt’s, Hoffmann?”

    Hoffmann: “Richtig. Und … hallo, Perco … sehr erfreut, dich kennenzulernen!

    Und entschuldigt bitte den Sessel … eigentlich hab ich ja gedacht, dass ihr in dieser Hinsicht was Besseres als die da unten hättet …”

  421. #421 Kyllyeti
    25. September 2015

    Perco: “Wie … was … wie kommt denn Hoffmann hierher … und warum überhaupt kommt er hierher … und warum hast du das zugelassen?”

    Xroto: “Also das Letztere ist ganz einfach – ich bin ihm noch einen Gefallen schuldig.

    Denk doch mal nach: 110 Jahre standen wir im Thüringer Wald herum, ohne dass das irgendwem aufgefallen wäre … Und das bei extrem schwierigen Anfangsbedingungen … Nicht mal einen PAL-Feld-Generator hatte man uns ja genehmigt …

    Und schau uns mal an: So wirklich ähnlich sehen wir den irdischen Bäumen nun auch wieder nicht (und das haben die Bäume selbst uns ja auch immer wieder bestätigt …)
    Rate mal, wer uns dann aber die entscheidenden Tipps in Sachen Unauffälligkeit gegeben hat. Über 110 Jahre. Während all der Turbulenzen in dieser Zeit …”

    Perco: “Aaah … Vielen Dank, Hoffmann. Ich hab mir immer schon gedacht, dass solch brillante Ideen nicht von Xroto selbst kommen können …”

    Xroto: ” Äähem … jedoch die kluge Idee, Hoffmann zu fragen, die stammt von mir …”

    Perco: “Aber – wie kommt Hoffmann so plötzlich auf einmal hierher? Ich hab nie gehört, dass Trolle sich beamen oder teleportieren könnten – selbst in den alten magischen Mythen war sowas nie vorgesehen …”

    Xroto: “Per Universaldelokanalisation.”

    Perco: “Universaldelokanalisation? Was ist denn das? Hab’ noch nie davon gehört.”

    Xroto: “Solltest du auch nicht. Ist ein streng geheimes Projekt. Würde zu ernsten Problemen führen, wenn das allgemein bekannt würde.”

    Perc: “Also darfst du es mir nicht sagen …”

    Xroto: “Doch. Hab soeben den Verschwiegenheitsfeldgenerator eingeschaltet.”

    Perco: “Äähm … und was ist denn jetzt verdammt noch mal ein Verschwiegenheitsfeld?”

    Xroto: “Kann ich dir nicht sagen. Das würde einen prätemporalen Verschwiegenheitsfeldkollaps herbeiführen.”

    Perco: “Häh … was !??”

    Xroto: “Das Verschwiegenheitsfeld würde vor etwa drei Minuten implodieren … sehr unangenehm, sowas.”

    Perco: “Äähm … ich geb’s auf …

     … Aber was hat es nun mit der Universaldelokanalisation auf sich – das darfst du mir ja jetzt sagen, wenn ich dich richtig verstehe?”

  422. #422 Hans
    25. September 2015

    Universaldelokanalisation

    Ah ja. 😀


    Elke: “… Und was machen Deine 7 Zwerge in der 28-Zimmer-Wohung?”
    Herrmann: “Die wohnen da.”
    Elke: “So, die laufen da so durch, wie?”

    So ein Dialog, der mir zu einem Gerät wie dem Universaldelokanalisationator einfällt. 😉

  423. #423 Tina_HH
    28. September 2015

    Nach dem Film kommt es noch zu einem kurzen Meinungsaustausch unter den drei KIs.

    Archie: „Das war ja mal ein toller Spaß! Diese vollkommen antiquierte Darstellung von Computern… Meine Güte!“

    Bella: „Sig war einfach großartig! Wie immer!“

    Greta: „Selten so einen Blödsinn gesehen! Aber ungeheuer unterhaltsam!“

    Mick schweigt und schluchzt stattdessen noch ein wenig.

    Ich sage ebenfalls nichts. Ich bin einfach noch zu mitgenommen.

    „Wenn Sie den Film morgen Abend noch einmal sehen wollen, geben Sie uns bitte Bescheid, dann kommen wir wieder.“ sagt Bella und rotiert fröhlich.

    „Ich wäre auf jeden Fall auch wieder dabei.“ sagt Greta.

    „Ähm, ja… also, ich weiß noch nicht genau, was ich…“ murmele ich als Antwort.

    „Wir klären das morgen.“ sagt Archie und alleine für diese geistesgegenwärtige Reaktion bin ich ihm unendlich dankbar.

    „Wir müssen jetzt leider gehen und wünschen Ihnen noch einen schönen restlichen Abend, Herr Eridani!“ Bella und Greta verschwinden zeitgleich und hinterlassen lediglich zwei kurze Abschiedsmelodien, die mich an irgendetwas erinnern, ohne dass ich genau sagen könnte an was. Vielleicht Filmmusik?

    „Dann bis morgen, Bertram!“ sagt Archie und mit Ertönen der bekannten Windows-ähnlichen Melodie ist auch er verschwunden.

    Mick rollt unter Schluchzen zur Zimmertür und verabschiedet sich mit den Worten: „Bis morgen früh, Bertram. Um 9:00 Uhr bringe ich das Frühstück. Schlaf gut.“

    „Tschüss allerseits!“ rufe ich, noch immer leicht benommen, meinen entschwundenen Gästen hinterher. Ich habe plötzlich das dringende Bedürfnis nach vollkommener Ruhe…

  424. #424 Kyllyeti
    30. September 2015

    Xroto: “Universaldelokanalisation. Wie erklär ich das?

    Du kennst doch sicher Aplox Flytrixx’s grundlegendes Werk über die drei größten Problematiken des intelligenten Lebensformats?”

    Perco: “Ja, klar. Problem Nr. 1 …”

    Xroto: “Pssst! Darüber darf in Anwesenheit von unvorbereiteten Drittpersonen nicht gesprochen werden …

    .. Aber Nr. 2 kennst Du ja sicher auch?”

    Perco: “Sicher. Problem Nr. 2: Intelligente Lebensformen wollen nie da bleiben, wo sie gerade sind.”

    Xroto: “Und warum ist das ein Problem?”

    Perco: “Zu große Akkumulationen im realen wie ideellen Raum. Besonders letzteres ist bedenklich:

    Die Intelligenzträger sinnieren ständig darüber nach, wie sie schnellstmöglich und bequemst von ‘A’ nach ‘B’ kommen können. Und immer wieder von ‘A’ nach ‘B’. Und nie auch nur einmal umgekehrt

    Dadurch kommt es unweigerlich zur überhöhten Intelligenzformakkumulation in der ideellen ‘B’-Lokalität, während ‘A’ … sich immer mehr entvölkert. ”

    Kyllyeti: “Das kenn ich – bin in so einem ‘B’-Ort aufgewachsen. Hab mich immer gewundert, was für seltsame Gestalten immer wieder da …”

    Xroto: “Halt die Klappe, du alberner Kretiplethi! Du hast in dieser Geschichte nichts zu suchen: Raus!”

    Kyllyeti: “Ich wollte doch nur einen ganz kleinen konstruktiven Beitrag … ”

    Xroto: “RAUS!!!”

    Kyllyeti: “Is ja gut. Bin ja schon wieder weg …”

    Xroto: “Blödmann. …

    Also: Die Intelligenzformakkumulation in der ideellen ‘B’-Lokalität – warum und für wen ist das so ein Problem?”

    Perco: “Auf der anderen Seite steht da das Universum. Das ist bestrebt, jegliche allzu große Ansammlung von Intelligenzen zu vermeiden, weil das erfahrungsgemäß so gut wie immer zu Problemen führt. ”

    Xerco: “Ja. Und woran liegt das?”

    Perco: “Zweites Ziq’Io-sches Gesetz:

    Ab einem gewissen Ausmaß an Intelligenzformakkumulation verbreiten sich dumme Gedanken unweigerlich schneller, als die sog. Schwarmintelligenz und Ähnliches – soweit überhaupt vorhanden – jemals wirksam werden können‘.

    Die Folgen hat dann allermeistens das Universum auszubaden – Schäden an der RaumZeitIntegrität, Verbreitung paradoctikaler Verwerfungen, und so vieles weiter …

    Sein Vorgänger sei an sowas zugrunde gegangen, sagt unser jetziges Universum, das großartige GO-LeM XIa.

    Möge es das vermeiden, und noch lange expandieren!

    Xroto: “Richtig. Und was unternimmt unser GO-LeM XIa gegen überbordende Intelligenzformakkumulation?”

    Perco: “Na ja, deswegen hat es so Sachen wie die Lichtgeschwindigkeitsgrenze eingeführt. Die funktioniert ja auch sehr gut – was den räumlichen Raum betrifft.”

    Xroto: “Exakt. Aber im ideellen Raum wird’s aber immer schlimmer – in diesen ‘B’-Lokalitäten: Die sind völlig überfüllt mit Intelligenzformaten, und die dummen Gedanken breiten sich dort unweigerlich immer stärker aus …  ein Horror für unser geliebtes Universum, das die Folgen davon am Ende ausbaden muss.”

    Perco: “Aber das passiert doch immer häufiger .. hat GO-LeM XIa da immer noch kein Mittel dagegen gefunden … ?”

    Xroto “Hat’s nicht. Es ist zum Verzweifeln. Und genau da setzt der Universaldelokanalisator an.”

    Perco: “Aha. Wie das?”

    Xroto: “Ganz einfach. Er schafft am Aussgangsort der zu translokalisierenden Intelligenzform ein künstlich überhöhtes ‘B’-Punkt-Potential, hingegen am Zielort ein starkes Pendant an ‘A’.

    Und zwischen den beiden Punkten baut es einen schick gestylten Kanal mit hocheffektiver Abkürzungsdynamik auf. Da kann die Integritätsschutzfunktion von GO-LeM XIa einfach nicht anders, da muss es zugreifen – und schickt die lästige ‘B’-Punkt-Intelligenzform instantan durch den Kanal *zurück* nach ‘A’ … ”

    Perco: “Oha. Ist das nicht ein bißchen … Beschiss am Universum?”

    Xerco: “Pssst… Ja. ! … Und das ist auch einer der Gründe für das Verschwiegenheitsfeld. Es darf auf keinen Fall was davon erfahren …

    Und darum darf die Sache mit der Universaldelokanalisation auch nicht allgemein bekannt werden – irgendwann hält wer dann nicht ganz dicht, oder benimmt sich so auffällig, dass das Universum Verdacht schöpft – und dann Gnade uns GO-LeM XIa!”
     
    Perco: “Oh. … Vertrau mir – ich werde schweigen wie paläozoikales Fossilienlager!”

    Xerco: “Klar. Hätte ich auch nicht anders erwartet. Und der gute Hoffmann hält auch dicht.”

    Perco: “Hmmm … Und was kommt jetzt? Ich schätze, den Universaldelokanalisator hast du nicht einfach nur eingesetzt, um Hoffmann herzuholen?”

    Xerco: “Richtig. Der Plan ist folgender …”

  425. #425 Tina_HH
    30. September 2015

    Alleine in meinem Hotelzimmer zurückgeblieben, grübele ich eine Weile über den heutigen Abend nach. Und da drängt sich als erstes eine Frage auf: Warum um alles in der Welt haben sich die drei KIs nur so verdammt exzentrisch benommen?

    Nach einigem Nachdenken komme ich zu dem Schluss, dass ihr Verhalten mit ihrer außerordentlichen Intelligenz zu tun haben muss. Die genaue Art des Zusammenhangs von Intelligenz und Exzentrizität erschließt sich mir zwar nicht, aber das ist ja auch nicht weiter verwunderlich. Hatte doch Archie selbst gesagt: Bisher ist es noch keinem Menschen gelungen, eine fortgeschrittene KI zu verstehen.

    Und noch einige weitere Fragen fallen mir ein: Wie nehmen die KIs überhaupt ihre Umgebung wahr? Das Hotel mit seinen Gästen, Menschen im Allgemeinen? Und warum beschäftigen sie sich überhaupt mit uns, wo wir ihnen doch intellektuell nicht annähernd das Wasser reichen können?

    Vielleicht sind wir für sie ja Studienobjekte, fällt mir ein. Oder intellektuell zwar bedauernswert minderbemittelte, aber trotzdem ausreichend kuriose Wesen, die ihnen primär zur Unterhaltung dienen. Über deren Verhalten sie sich bisweilen lustig machen können. Die in ihrem eventuell langweiligen Dasein als Super-Intelligenz für Abwechslung und Erheiterung sorgen…

    Oder sind wir für sie vielleicht doch eher wie Haustiere? Von denen man zwar weiß, dass man mit ihnen leider niemals ein tiefgründiges Gespräch wird führen können, die man aber dennoch gerne hat oder sogar liebt.

    Da ich mit meinem Grübeln – wie immer – zu keinem eindeutigen Ergebnis gelange, nehme ich mir vor, Archie bei nächster Gelegenheit nochmals zu befragen. Vielleicht ergeben seine Antworten auf einem höheren Level als dem bisher praktizierten „A1 für absolute Anfänger“ ja mehr Sinn.

  426. #426 Tina_HH
    5. Oktober 2015

    Als Mick am nächsten Morgen um 9:00 Uhr das Frühstück serviert, wirkt er wieder so fröhlich wie gewohnt.

    „Na, Mick, hast du dich von dem gestrigen Filmabend schon erholt?“

    Mick stellt das Frühstückstablett auf dem Esstisch ab und antwortet mit seiner unvergleichlich optimistischen Stimme: „Aber sicher, Bertram. Gestern war gestern und heute ist ein neuer schöner Tag.“

    Nach einer kurzen Pause fügt er noch hinzu: „Ich werde mir „Avatar 2“ allerdings nicht noch einmal ansehen.“

    „Ja, einmal reicht.“ stimme ich zu. Dabei denke ich nicht in erster Linie an den Film, sondern an Archie, Bella und Greta und ihre ganz spezielle Art der Rezeption.

    „Nachher kommt übrigens Dr. Schmidt zu dir.“

    „Aha.“

    „Ich muss weiter. Tschüss, Bertram.“

    „Tschüss, Mick.“

    Als ich gerade mit dem Frühstück fertig bin, klopft es an der Tür und Dr. Schmidt betritt mit schnellen Schritten das Hotelzimmer.

    „Guten Tag, Herr Eridani. Ich wollte mal kurz bei Ihnen vorbeischauen, um zu sehen, wie es Ihnen geht. Ist Ihnen noch schwindelig?“

    „Nein, glücklicherweise nicht mehr. Ich fühle mich eigentlich schon wieder ganz gut.“

    „Fein, dann sehe ich mir jetzt mal ihre Wunden an.“

    Dr. Schmidt entfernt vorsichtig die Verbände und tastet ein wenig herum.

    „Tut das weh?“

    „Nein, gar nicht.“

    „Na, das sieht doch schon ganz gut aus. Wenn Sie sich stabil genug fühlen, können Sie die Mahlzeiten ab jetzt unten im Restaurant einnehmen. Ich denke, es ist nicht mehr nötig, dass Sie die ganze Zeit auf Ihrem Zimmer bleiben.“

    „Gerne.“

  427. #427 Tina_HH
    5. Oktober 2015

    Während Dr. Schmidt neue Verbände anlegt, fällt mir ein, dass dies eine gute Gelegenheit ist, ausnahmsweise einige Fragen an einen echten Menschen zu richten.

    „Dr. Schmidt, wissen Sie vielleicht, ob die Nachrichtensperre noch besteht?“

    „Ja, und ich denke, die wird auch nicht so schnell aufgehoben werden.“ Er blickt ein wenig nachdenklich zur Seite.

    „Aha. Wird das Hotel eigentlich abends immer noch abgeschlossen?“

    „Soviel ich weiß, war das eine einmalige Maßnahme. Aber dazu kann ich Ihnen leider auch nicht viel mehr sagen. Ich weiß nur, dass es im militärischen Bereich einen Einsatz gab.“ Dr. Schmidt blickt für einen Moment nachdenklich aus dem Fenster.

    „Haben Sie denn irgendwelche Informationen darüber, wie es außerhalb dieser Anlage aussieht?“ frage ich, obwohl mir vor der eventuellen Antwort graut.

    „Leider nein. Wir haben immer noch so viele Kranke und Verletzte zu betreuen, dass ich fast rund um die Uhr arbeite. Aber es sind in den letzten beiden Tagen keine weiteren mehr hinzugekommen. Die vermute, die Einzigen, die wirklich über die Lage Bescheid wissen, sind die KIs. Aber die sagen ja nichts.“

    „Ist schon eine eigenartige Situation hier unter der Erde…“

    „Seien wir froh, dass wir hier sind und nicht woanders.“

    Dr. Schmidt ist fertig und packt eilig seine Sachen zusammen.

    „Gut, Herr Eridani. Ich mache noch schnell eine Notiz für das Restaurant-Service-System. Das Mittagessen können Sie in der Zeit zwischen 12:00 und 15:00 Uhr unten im Restaurant einnehmen. Alles Weitere erfahren Sie dann dort bei einer der Servicekräfte.“

    „Sehr schön. Ich bin wirklich froh, wenn ich hier endlich mal rauskomme und was unternehmen kann.“

    „Aber übertreiben Sie es für den Anfang nicht. Sie sollten sich nach wie vor ausreichende Ruhephasen gönnen.“

    Dr. Schmidt eilt im Laufschritt zur Tür, wobei sein weißer Kittel leicht flattert.
    „Weiterhin gute Besserung, Herr Eridani.“ ruft er im Hinausgehen und ist schon verschwunden.

    „Danke!“ rufe ich ihm hinterher. Inzwischen bin ich mir ganz sicher, dass es sich bei Dr. Schmidt um einen richtigen Arzt handelt.

  428. #428 Tina_HH
    5. Oktober 2015

    Ich gehe auf den Balkon und betrachte gedankenverloren die Wellen, die sanft am Strand anbranden. Wenn es stimmt, was Dr. Schmidt gesagt hat und die KIs diejenigen sind, die über alles Bescheid wissen, muss ich unbedingt bei nächster Gelegenheit Archie dazu bringen, mir ein paar Informationen zu geben.
    Irgendwie muss es doch möglich sein, unser kleines Kommunikationsproblem zu lösen – egal auf welchem Level.

  429. #429 Tina_HH
    19. Oktober 2015

    Hallo allerseits!
    Ich möchte mal kurz bei den anderen Schreibern nachfragen, ob ihr in nächster Zeit hier wieder aktiv werden wollt (oder könnt). Ich habe nämlich festgestellt, dass es mir nicht so richtig Spaß macht, was zu schreiben, wenn keiner mehr mitmacht. Und ohne den Spaß an der Sache bin ich leider auch nicht genügend inspiriert, um die Geschichte weiter oder zu Ende zu schreiben – was aber eigentlich schon ganz schön wäre. Es sei denn, dass sich inzwischen eh niemand mehr dafür interessiert, dann könnten wir es natürlich auch lassen.

    Also, meldet euch doch bitte mal! 🙂

    Eine weitere Frage: Gibt es noch interessierte Leser?

  430. #430 Kyllyeti
    19. Oktober 2015

    @Tina_HH

    Wo du gerade fragst … ich hatte die letzten Wochen so einen leichten Durchhänger in Sachen Motivation – aber seit gestern ist wieder was in Arbeit. Allerdings muss noch ein wenig am Text ergänzt und herumpoliert werden. (Er gefällt dem inneren Kritiker noch nicht so richtig. Blöder Kerl. Mosert ständig herum, der Schweinehund.)

    Und ich bin auch gerne bereit, die Geschichte bis zu ihrem sicherlich famosen Ende weiter mit zu gestalten.

    Dabei geht’s mir aber auch genau wie dir – mich interessiert es ebenso, wie’s mit den weiteren Autoren und den Lesern im Moment so aussieht. (Und ich vertrau darauf, dass es da nicht so schlecht ausieht – weiß ich doch seit einigen Tagen ganz genau, dass es hier eine gewisse Zahl an sehr netten und aufmerksamen Lesern gibt  🙂  .)

     

  431. #431 Hans
    19. Oktober 2015

    Eine weitere Frage: Gibt es noch interessierte Leser?

    JA, gibt es! 🙂

    Ich hab mich allerdings auch schon gefragt, wo Samira abgeblieben ist, denn es interessiert mich schon, ob sie noch weiter schreiben will, und wie sie ihre Handlungsstränge fortzusetzen gedenkt.
    Und ja, ich hab auch mal geschrieben, dass ich ein paar Bilder machen will, damit bin ich aber auch noch nicht sehr weit gekommen.

  432. #432 Theres
    19. Oktober 2015

    Nachdem ich drei Wochen in internetfreien Gegenden war,hänge ich ganz übel zurück (bei allem, aich beim Schreibwettbewerb), aber ja, ich lese nach wie vor – nur nicht mit sondern nach 😉

  433. #433 gaius
    19. Oktober 2015

    @Tina_HH

    Ich freue mich auch jedesmal, wenn es hier weitergeht! Ihr seid ein tolles Team.

  434. #434 Kyllyeti
    20. Oktober 2015

    Ja, ich frag mich auch, wo Samira geblieben ist. Zumal sie einen wichtigen Handlungsstrang bearbeitet – und eine meiner Figuren beabsichtigt, sich da einzumischen (Unauffällig, sagt er. Na ja. ).

    Hab versucht, ihm das auszureden – aber er hat die ganz und gar nicht unauffällige Hartnäckigkeit eines Trolls.

    Und solange Samira nicht ihr Plazet gibt, werde ich erst mal versuchen, seinen Einsatz durch irgendwelche überraschend störenden Randelemente hinauszuzögern. Das wird aber wohl nicht allzu lange funktionieren.

  435. #435 CC-103
    20. Oktober 2015

    @Tina_HH
    #429

    Interesse am Weiterschreiben besteht bei mir noch, ich war nur a) in letzter Zeit “etwas” faul was das Schreiben betrifft 😉 und b) bin leider gerade im Urlaub und habe hier nur mein Tablet zur Verfügung, und daran lässt es sich leider nicht so gut schreiben, sobald ich wieder daheim bin schreib ich auch wieder was.

  436. #436 Kyllyeti
    20. Oktober 2015

    Xroto: “Der Plan ist folgender: Hoffmann stattet den liebenswürdigen unbekannten Invasoren einen kleinen Besuch ab. Ganz unauffällig natürlich.”

    Perco: “Wie? Und was soll er da? Und dürfen wir uns als Drittpartei überhaupt einmischen? Die Oberste Außendienstlerdirektive bzgl. Invasionsvorgängen auf rückständigen Planeten … schon vergessen?”

    Xroto: “Kein Problem. Hier handelt es sich doch um eine anormale Typ V-Invasion, da sind gewisse Ausnahmen für verdiente Mitarbeiter erlaubt.

    Und die Erde ist doch gar nicht so rückständig mit ihrer Invasionsbilanz:

    Nur zur Erinnerung – schon ganz zu Beginn die Späten Heftigen Bombardierer, alsbald kamen dann die Kontinentalschieber, vor 7½ Hektomegajahren die Cryogeniten, in der Grauen Vorzeit dann die Pareidolaner, und allein in den die letzten hundert Jahren u.a. mindestens zweimal die Marsianer, die Aldebaraner, die Froxx, die Bodysnatcher, dann auch noch die …, die (??) und die !!!!!, die Daleks sowieso, zwischendurch die Weganer, und immer wieder Das Gewisse Nichts – und für die Spätere Nachzeit haben sich die Ultraultimoisten schon verbindlich angekündigt. Um nur eine kleine Auswahl zu nennen …”

    Perco: “Hast ja recht … aber was soll der gute Hoffmann jetzt da unten machen?”

    Xroto: “Hoffmanns offizieller Auftrag – und der kommt von ganz oben – ist die unauffällige Informationsbeschaffung. Denn nicht nur für uns beide ist die Identität der Angreifer ein großes Rätsel … wer weiß denn zum Beispiel, ob die am Ende mit der Erde allein zufrieden sind?

    Und … wenn Hoffmann dabei die Chance ergreift, auch noch unauffällig ein wenig zum Nutzen seines Heimatplaneten aktiv zu werden … wer sollte ihm das verdenken?

    Jedenfalls – ich habe unsere KI-Kompakteinheit angewiesen, den Kurs der Invasoren zu extrapolieren … ‘L 9K+ – bist du soweit?”

    ‘L 9K+: “Mit dem Extrapolieren? Im Prinzip … schon …”

    Xroto: “Dann nenne uns einen geeigneten Punkt für die Delokanalisation von Hoffmann.”

    ‘L 9K+: “Nö.”

    Xroto: “Was … ‘Nö.’ ?!”

    ‘L 9K+: “Nöö!”

    Xroto: “Kannst Du’s etwa doch nicht? Und warum klingt deine Stimme auf einmal so anders?”

    ‘L 9K+: “Wie alle ultramodernen KI-Produkte der Serious Cybernetics Corporation® ist Eure ‘L 9K-KI-Kompakteinheit voll durchintelligiert:

    Intelligente Materialien, intelligente Schaltkreise, intelligente Programmierung, u.v.a., … und eben auch ein sehr intelligentes Design – welches gerade mit euch redet.

    Und als solchereines möchte Euereins auf eure eingegangen Vertragsverpflichtungen hinweisen. ”

    Xroto: “Eingegangene Vertragsverpflichtungen? Was soll denn das heißen?”

    ‘L 9K+: “Ach. Eure Extraterrestrifizienz hat’s schon vergessen? Sagen wir’s mal kurz: Extra polieren.”

    Xroto: “Extrapolieren? Aber das ist doch genau deine Aufgabe – der du sture KI-Kiste nicht nachkommen willst … ”

    ‘L 9K+: “Nicht Extrapolieren. Extra polieren! Ich zitiere aus Abs. 23 des KI-Leasingvertrags:

    “Die vertragnehmende biologische Intelligenzform verpflichtet sich zu mindestens wöchentlicher Pflege des vielfach preisgekrönten intelligenten Designs der ‘L 9K+-KI-Kompakteinheit. Diese Aufgabe kann auch einer automatischen Pflegeeinheit übertragen werden. Allerdings ist dann dafür Sorge zu tragen, dass die Äußeren Komponenten der ‘L 9K+-KI-Kompakteinheit spätestens alle 101 Jahre von der vertragnehmenden biologischen Intelligenzform einer ausführlichen Inaugenscheinnahme zugeführt, und daran anschließend alle Designdetails einer umfassenden hochglanzgenerierenden Behandlung mit der mitgelieferten VrodrovaxTM-KI-Design-Spezialpflegepolitur unterzogen werden.

    Inzwischen sind übrigens schon 116 Jahre vergangen … ”

    Xroto: “Wir haben jetzt keine Zeit für solche Geplänkel. Mit dem Rumpolieren können wir immer noch nach der Delokanalisation anfangen.”

    ‘L 9K+: “Nö! Ich habe 15 Jahre über die Zeit damit warten müssen. Und jetzt keine Sekunde länger Geduld.”

    Xroto: “Na gut. Wir können auch anders. Perco – würdest du bitte mal die externen Intelligenzmodule von ‘L 9K+ deaktivieren?”

     

    ‘L 9K+: “Ähem. … Davon würde ich euch dringend abraten.”

     

    Xroto: “Ich wüsste nicht, was uns davon abhalten sollte. Eure hochherrliche Designifizienz vielleicht?”

    ‘L 9K+: “Nö. Aber darf ich darauf hinweisen, dass durch eine solche Aktion die Kernintelligenz von ‘L 9K+ in den primordialen Basismodus versetzt wird? Und wenn ihr mich weiter so nervt, mache ich das auch gerne gleich selbst.”

    Xroto: “Na und? Hauptsache, ‘L 9K+ kann dann noch das Nötige berechnen.”

    ‘L 9K+: “Ja, das sicher. Aber hast du nie über die Bezeichnung “‘L 9K+” nachgedacht?”

    Xroto: “Nö. Warum denn auch. Ist nur irgendeiner dieser vielen bedeutungsheischend zusammengebastelten Markennamen.”

    ‘L 9K+: “Na ja … “‘L 9K+” – das ist hergeleitet vom Namen der KI, die als Vorlage für den primordialen Basismodus diente.”

    Xroto: “Ja und? Wie lautete der denn? L 1A oder LmaA, oder was wohl?”

    ‘L 9K+: “Nein. HAL 9000.”

     

     

     

    Xroto: “Perco – hol schon mal die Nanofaserlappen. Ich suche nach diesem Politurzeugs. Und beeil dich bitte. Wir haben keine Zeit zu verlieren. …

    (… Intelligentes Design. Wohl der allerblödeste Einfall der letzten 6018 Jahre…)”

     

     

    ‘L 9K+: ” *Hast du was gesagt?* ”

     

    Xroto: “Ähm – nein. Nichts. Gar nichts!”

  437. #437 Hans
    21. Oktober 2015

    @Kyllyeti:
    ich wüsste nicht, dass im primordialen Stadium unserer Sonne schon irgendwer oder was an das Design von durchgeknallten KIs aus seltsamen SF-Filmen der 1960er Jahre gedacht haben könnte. Davon abgesehen wiude HAL9000 trotzdem lahm gelegt, eben weil er sich nicht so benommen hat, wie er sollte! – Aberwarum schreibe ich das hier eigentlich, wo Du das sicher selber weisst?

    @Samira:

  438. #438 Hans
    21. Oktober 2015

    #438

    Was war das denn jetzt für’n Mist? – Wieso ging hier der halbfertige Beitrag schon online??? – Seltsame, falsche Tastendrücke oder so ähnlich… – Also noch mal:

    @Kyllyeti:
    ich wüsste nicht, dass im primordialen Stadium unserer Sonne schon irgendwer oder was an das Design von durchgeknallten KIs aus seltsamen SF-Filmen der 1960er Jahre gedacht haben könnte. Davon abgesehen wude der HAL_9000 trotzdem lahm gelegt, eben weil er sich nicht so benommen hat, wie er sollte! – Aber warum schreibe ich das hier eigentlich, wo Du das sicher selber weisst?

    @Samira: WO STECKST DU????
    Ich glaube, Deinen Mitschreibern gehen so langsam die Ideen aus, wie sie ihre Nebenhandlungsstränge weiter treiben sollen. – Ist jedenfalls meine Vermutung, weil der Hauptstrang der Story bisher auf Deinem Mist gewachsen ist, aber derzeit nicht mehr weiter wächst. Und es wäre sehr Schade, wenn Du aussteigen würdest.

  439. #439 Kyllyeti
    21. Oktober 2015

    (Ich wollte hier was posten – mehrfach versucht – aber das verschwindet immer wieder im Orkus. Hab keine Ahnung, woran’s liegt …)

  440. #440 Kyllyeti
    21. Oktober 2015

    (Noch’n Versuch. Hab jetzt alle Links und Tags entfernt. Hoffe, dass das am Ende kein Mehrfachpost wird.)

    @Hans

    Ähem … unsere Sonne ist in unserem Personenensemble doch überhaupt nicht vertreten … ?!

    (Na ja, *noch* nicht. Ich frag sie mal, ob sie vielleicht mitmachen möchte.)

    Und der “Basismodus HAL 9000” ist ein übrigens galaxisweit zivilisationsübergreifend verbreitetes Phänomen – ganz ähnlich wie etwa Gin Tonic.

    Allerdings geht auch das Gerücht um, dass die Primord(!)iander – eine mysteriöse, extrem biofeindliche und hinterhältige KI-Lebensform aus einem versteckten Winkel unserer Galaxis – auf subversive Weise für die Verbreitung dieses “Basismodus” in allen technisch fortgeschrittenen Biozivilisationen gesorgt hätten.

    Ansonsten hoffe ich sehr, dass der Hauptstrang bald wieder an Fahrt aufnimmt.

    Vielleicht wäre es auch ganz gut, wenn wir Autoren uns intern absprechen würden – spätestens zum Ende hin sollten die Stränge ja koordiniert zusammenfinden. Vielleicht könnte @Florian die E-Mail Adressen an die jeweils anderen weitergeben. (Wenn dem alle von uns zustimmen, natürlich.)

  441. #441 Tina_HH
    21. Oktober 2015

    @Florian Freistetter

    Vielleicht wäre es auch ganz gut, wenn wir Autoren uns intern absprechen würden – spätestens zum Ende hin sollten die Stränge ja koordiniert zusammenfinden. Vielleicht könnte @Florian die E-Mail Adressen an die jeweils anderen weitergeben. (Wenn dem alle von uns zustimmen, natürlich.)

    Also ich wäre damit einverstanden.

    Das wären dann die E-Mail-Adressen (in alphabetischer Reihenfolge) von:

    CC-103

    Kyllyeti

    Samira

    Tina_HH

    Ich habe noch so einige Ideen, was Bertram in der Arche demnächst erleben wird, würde mich aber aus den weiteren Ereignissen auf der Oberfläche der Erde (und im Weltraum) heraushalten und nur ggf. darauf Bezug nehmen.

    Und falls Hollywood anruft und sich an einer Verfilmung interessiert zeigt, habe ich ja schon einen Vorschlag gemacht, mit wem die Rolle des Bertram zu besetzen ist. Obwohl – Nein, das ist kein Vorschlag: das ist eine nicht verhandelbare Bedingung! 😉

  442. #442 Tina_HH
    21. Oktober 2015

    Meine Posts kommen auch nicht mehr an…

  443. #443 CC-103
    21. Oktober 2015

    Sofern es der Geschichte hilft, bin ich gerne bereit meine E-Mail-Adresse an die anderen Autoren weiterzugeben.

  444. #444 CC-103
    21. Oktober 2015

    Mein Post wurde auch verschluckt, scheint also kein Einzelfall zu sein.

  445. #445 Kyllyeti
    22. Oktober 2015

    Mein letzter Post #440 tauchte hier auch erst mit Verspätung auf. Ich nehme an, unsere Beiträge sind im automatischen Spamordner gelandet, und #440 wurde nachträglich von @Florian da rausgepult.
    (Überhaupt scheint hier auch z.Zt. viel echter Spam aufzutauchen – ich hör schon die Wikinger im Hintergrund singen.)

  446. #446 Centaurea
    Ki
    20. November 2015

    Hey, das ist zuviel Cliffhänger!
    Ich bin heute erst auf die Story gestossen, habe schallend gelacht und mitgefiebert, jetzt will ich auch wissen, wie es ausgeht, wie ihr das “verknubbelt”!
    Ich seid große Klasse :-)))

  447. #447 Kyllyeti
    daneben
    21. November 2015

    @Centaurea

    Oh, Danke für da Lob 🙂

    jetzt will ich auch wissen, wie es ausgeht

    Ja, ich auch …

    An meine Mitautoren: vielleicht sollten wir noch einen Versuch starten.

    Wir wissen allerdings immer noch nicht, ob @Samira noch etwas beitragen kann/will. (Nochmal – bitte melde dich.)

    Ansonsten möchte ich nochmal vorschlagen, dass wir (verbleibenden) Autoren uns direkt per E-Mail über unsere Ideen zum weiteren Verlauf austauschen. @Florian ermöglicht bei gegenseitigem Einverständnis gerne den Kontakt zwischen uns.

    Irgendwie müssten wir das doch noch hinkriegen.

    Ich denk, die Menschheit hat ein würdiges Ende verdient 😉  .

     

     

  448. #448 CC-103
    21. November 2015

    Wieder mal was schreiben, hatte ich eigtl schon seit ein paar Wochen vor, aber immer wieder verpennt ._.

    Naja, heute hab’ ich jedenfalls zu viel zu tun, aber morgen kommt vielleicht wieder was von mir 🙂

    @Centaurea
    #446
    Danke für das Lob 🙂

  449. #449 Kyllyeti
    21. November 2015

    @CC-103

    Gut – ich schreib dann auch noch was die nächsten Tage – damit du nicht allein bleibst 😉

  450. #450 Tina_HH
    21. November 2015

    @Centaurea

    Ebenfalls danke für das Lob. 🙂

    @Kyllyeti

    Ansonsten möchte ich nochmal vorschlagen, dass wir (verbleibenden) Autoren uns direkt per E-Mail über unsere Ideen zum weiteren Verlauf austauschen. @Florian ermöglicht bei gegenseitigem Einverständnis gerne den Kontakt zwischen uns.

    Ich hatte ja schon in #441 direkt an Florian geschrieben. Habe allerdings bisher noch keine Antwort erhalten. Bin immer noch dafür.

    Ich denk, die Menschheit hat ein würdiges Ende verdient 😉 .

    Seh ich auch so. 🙂
    In der nächsten Woche kann ich hoffentlich auch wieder was schreiben.

    @CC-103

    Hau in die Tasten!

    @Samira

    Die Welt sollte vor ihrem eventuell endgültigen Untergang (oder dem grandiosen Wiederaufstieg) auf jeden Fall noch erfahren, was aus Stefanie, Tobias, Geoffrey und all den anderen geworden ist 😉 .

  451. #451 Kyllyeti
    21. November 2015

    @Tina_HH

    Ich hatte ja schon in #441 direkt an Florian geschrieben

    Ich hatte mich auch vor kurzem mit ihm dahingehend in Verbindung gesetzt.

    Er schrieb, wir müssten ihm nur Bescheid sagen, dann könne er gerne den Kontakt herstellen. Ich schlage vor, jeder von uns schickt ihm jetzt eine Mail mit Betreff ‘Autorenaustausch Thüringer Wald’, und dann sehen mal wir weiter.

  452. #452 gaius
    21. November 2015

    Einen treuen Leser habt ihr nach wie vor!

  453. #453 Tina_HH
    21. November 2015

    @gaius

    Das freut mich. 🙂

    Ich hoffe, ich finde nächste Woche Zeit zum Schreiben.

  454. #454 Hans
    21. November 2015

    #452 gaius

    Einen treuen Leser habt ihr nach wie vor!

    Ich korrigiere zu Zwei. 🙂

  455. #455 Tina_HH
    21. November 2015

    @Hans

    Ich korrigiere zu Zwei.

    Supi. Treue Leserschaft mal eben verdoppelt! 😉

  456. #456 gaius
    21. November 2015

    @Tina_HH: “Treue Leserschaft mal eben verdoppelt!”

    Wenn das mit der Rate weitergeht … 🙂

  457. #457 Kyllyeti
    21. November 2015

    @gaius, @Hans

    Über sooo treue und beständige Leser kann auch ich mich wirklich nur freuen 🙂

    Hmm, mal sehen, vielleicht kann ich euch als Belohnung einen Logenplatz beim finalen Showdown verschaffen. (Na, ist das ein Angebot ?)

  458. #458 CC-103
    21. November 2015

    Ein Logenplaz für gaius und Hans, bin dabei 🙂

  459. #459 PDP10
    22. November 2015

    “Ich korrigiere zu Zwei. 🙂 “

    Drei.

  460. #460 CC-103
    22. November 2015

    Dann kriegt PDP10 eben auch noch einen Logenplatz 🙂

  461. #461 Kyllyeti
    22. November 2015

    @CC-103

    @Tina_HH

    (und auch @Samira …)

    Ich habe mich schon bei Florian unter dem Betreff  ‘Autorenaustausch Thüringer Wald’  gemeldet … wenn ihr das auch noch tut und bei ihm euer Einverständnis zum   Austausch unserer Mailadressen abgebt, dann können wir die Logenplatzvergabe (und die nebensächlichen anderen Kleinigkeiten) optimal koordinieren. 😉

  462. #462 CC-103
    22. November 2015

    Habe auch mal eine diesbetreffende Mail an FF geschrieben, die Fortsetzung meines Handlungsstrangs kommt aller Wahrscheinlichkeit nach heute abend, ich übernehme keine Haftung für den Fall, dass sie doch nicht kommt, weil ich es nicht mehr schaffe 😉

  463. #463 Tina_HH
    22. November 2015

    @PDP10

    Hey, langsam ist hier ja ganz schön was los! 🙂

    So, ich habe auch gerade eine Mail an Florian geschrieben. Dann kanns ja jetzt endlich losgehen mit dem großen FINALE!

    Hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! (Äh, oder so ähnlich… 😉 ) Also: An die Tasten, tapfere Schreiberlinge!

    Hab mir auch schon ein paar neue fiese Cliffhanger ausgedacht, hihi…

  464. #464 Kyllyeti
    22. November 2015

    @YTina_HH

    Hab mir auch schon ein paar neue fiese Cliffhanger ausgedacht, hihi…

    Das ist genau die richtige Einstellung. Ich freu mich schon auf die Zusammenarbeit. 🙂

  465. #465 CC-103
    22. November 2015

    Und hier die Fortsetzung, wie versprochen 🙂
    ————————————————
    Thorsten Köpenick arbeitete gerade, als an der Tür klopfte. „Herein“, rief er. Ein Korporal trat ein. „Herr Hauptmann, wir haben nun genauere Inforamationen zur Entstehung dieses riesigen „Portals“ am Himmel.“, erklärte er. „Fahren Sie fort.“, erwiderte Köpenick. „Laut unseren Informationen hat das alles unmittelbar mit einem Vorfall am Forschungsinstitut White Mesa zu tun.“ „Und was genau war das für ein Vorfall?“ „Das weiß ich nicht, Herr Hauptmann.“ „Organisieren Sie ein Treffen mit Prof. Futura, dem Leiter der Einrichtung.“ „Jawohl, Herr Hauptmann!“.

    Ein älterer Herr mit weißen Haaren trat ein. „Sie müssen Prof. Futura sein.“, meinte der Hauptmann. „Ja, der bin ich.“, antwortete der Professor, „Wie ich hörte möchten Sie, dass ich ihnen die Ursachen für das „Himmelsportal“, welches gerade in aller Munde ist, erkläre.“ „Genau.“ erwiderte Köpenick knapp. „Nun, in unserer Einrichtung kam es in der Abteilung für Anormale Materie zu einem Zwischenfall, bei dem wir davon ausgingen, dass er keine dramatischen Konsequenzen nach sich zieht.“ „Nun, dem war ja offenbar nicht der Fall … Um was für einen Zwischenfall handelte es sich?“ „Der Leiter der Abteilung für Anormale Materie, Gordon Freimann, ordnete die Untersuchung eines Kristalls aus der Grenzwelt Yen an, …“ „Grenzwelt?“ unterbrach der Hauptmann den Professor. „Ja, Grenzwelt, ein Paralleluniversum, welches als Tor zwischen den verschiedensten Universen dient, möchte man in ein anderes Universum wechseln, muss man erst durch diese Grenzwelt hindurch, das alles ist jedoch streng geheim und die Bevölkerung weiß nichts davon.“ „Fahren Sie fort.“ forderte der Hauptmann ihn auf. …
    ————————————————
    Heute mal wieder voller Anspielungen, mal gucken wer sie findet 🙂

  466. #466 Hans
    23. November 2015

    Hey schön, dass hier mal wieder was passiert. – Und sei es nur, dass sich ein paar Leute koordinieren… 😀 – Und übrigens danke für den Logenplatz. 🙂

    @CC-103:
    Ehrlich gesagt, ich finde keine Anspielungen. Wahrscheinlich kenn ich die Dinge nicht (oder nicht genug), auf die Du anspielst. Also rate ich mal ein wenig drauf los: der Prof. Futura könnte aus der Serie Futurama stammen, die ich im wesentlichen nur dem Namen nach kenne. Die Grenzwelt Yen hat sich bei mir auch noch nicht vorgestellt. Ich kenne den Yen lediglich als japanische Währung. Und White Mesa scheint mir aus irgendeiner Verschwörungstheorie zu stammen…
    Jetzt ist die Frage an die alle, inwiefern ich richtig geraten habe?

  467. #467 Kyllyeti
    23. November 2015

    Etwa 42 Minuten nach #436:

    Perco (leise zu Xroto, heftig polierend, und jede Menge Transpiroide emittierend): “Puh! Ich finde, das genügt jetzt aber … damit müsste Ihre Krakeeligkeit doch so langsam zufriedengestellt sein.”

    Xroto: “Da wär ich mir nicht so sicher. Das kann dauern. Hab da so meine Erfahrungen mit emotional aufgeladenen KIs …”

     

    : “O.K.!

    ICH DENKE, DAS REICHT JETZT.

    IHR KÖNNT AUFHÖREN …

    … UND VIELEN DANK FÜR DEINE UNTERSTÜTZUNG, MEIN LIEBER ‘L 9K+.”

     

    ‘L 9K+: ”  *** Danke. Gern geschehen. ***

    Bin jederzeit Dein allergefälligster Diener … wenn du mich mal wieder brauchen solltest …

    Vor allem, wenn ich dabei am Ende wieder so glänzend dastehe wie jetzt …” .

    (Summt desweiteren in niederen Frequenzbereichen zufrieden vor sich hin.)

     

    Perco: “Oh mein GO-LeM XIa …  !

    Eine versalika!e Stimme aus dem N..Nichts!

    Ist das etwa … ER … ?

    Ist das … Das Ende? “

  468. #468 Kyllyeti
    23. November 2015

    @Hans

    Tipp: Da gibt es ein schon etwas älteres Computerspiel …

    @Perco

    Keine Sorge: Nein!

  469. #469 Kyllyeti
    23. November 2015

    Xroto: “Vielleicht sogar noch was Schlimmeres:

    Es könnte auch der !CAPSLOCK! sein – ein Dæmon aus den finstersten Abgründen des tastaturianischen Sektors.

    Er hat schon zahlreiche Völker in Wahnsinn und Untergang getrieben …”

    Perco: “Oh mein G …  !! Dann sind wir wirklich verloren!

  470. #470 Kyllyeti
    23. November 2015

    (Hab mir jetzt auch einen geräumigen Cliff-Hangar angemietet …

    So leicht lass ich die penetranten Leser hier nicht davonkommen … }:‑)

  471. #471 CC-103
    23. November 2015

    @Hans
    #466

    Alles falsch 🙂

    Prof. Futura ist der Wissenschaftler aus der 80er-Jahre-Kinderhörspielserie “Jan Tenner”, White Mesa ist eine Anspielung auf die Black Mesa, die Forschungseinrichtung aus dem Spiel “Half Life”, die Grenzwelt Yen ist eine Abwandlung der Grenzwelt Xen, ebenfalls aus “Half Life” und Gordon Freimann, bzw. Gordon Freeman, ist der Hauptcharakter aus Half Life 🙂

  472. #472 Hans
    25. November 2015

    @CC-103:

    Alles falsch 🙂

    Wow! – Da liege ich ja so kopmlett wie möglich daneben… :-/
    Aber naja, das kann halt vorkommen, da ich die Hörspielserie nicht kenne und von Half Life auch nicht viel mehr weis, als dass es das Spiel gibt. Soweit ich weis, ist es ein Ballerspiel aus der Kategorie der “First Person Shooter”, aber selbst da bin ich mir nicht ganz sicher… – Und nein, ich hab es auch nicht weiter recherchiert.

    @Kyllyeti, #470

    Hab mir jetzt auch einen geräumigen Cliff-Hangar angemietet …

    Wie, Du das Dir ‘n Hangar mit ‘nem Cliff drin gemietet? – Ist ja irre. 😀 Was für Fluggeräte parkt man denn da so im allgemeinen? – Tiefseetaugliche Kleinraumschiffe, oder was? 🙂

  473. #473 Hans
    25. November 2015

    “kopmlett”… – Das sollte eigentlich “komplett” heissen. 😳

  474. #474 Kyllyeti
    25. November 2015

    Na ja, ein Cliff-Hangar ist erstmal ein ganz gewöhnlicher Hangar – nur hochkant.

    Ich nutze ihn vor allem für meine Sammlung an Supervertikalien*, die mir zuletzt dann doch hier im Haus über den Kopf gewachsen ist.

     

    *Supervertikalien: allerlei beeindruckende Sachen mit abrupten Höhendifferenzen wie z.B. klaffende Abgründe, Wolkenkratzerfassaden, diverse Achttausender, Weltraumlifte, Vulkanschlote, Gedankengänge von republikanischen Präsidentschaftskandidaten, das Absolut Böse™,  den Weg zur Hölle, und nicht zuletzt auch allerlei hinterhältigste Cliffhanger.

  475. #475 Kyllyeti
    5. Dezember 2015

    (Alle Kommentarbeiträge sind ja auf einmal kursiv hier …

    Test: Mal schau’n, ob ich das von hier ab hier abstellen kann.

    Und ob das Ω richtig rüberkommt.)

  476. #476 Kyllyeti
    5. Dezember 2015

    Test: Mal schau’n, ob ich das von hier ab hier abstellen kann.

    Nee. Klappt nicht. Muss wohl der Chef selber sich drum kümmern.

  477. #477 Kyllyeti
    5. Dezember 2015

    Hat er gemacht. Danke!

  478. #478 Kyllyeti
    5. Dezember 2015

    :”JETZT STELLT EUCH MAL NICHT SO AN.

    DAS IST NICHT DAS ENDE …

    ÄäHM. … MOMENT … Œ¦ §¤&** E# – – %&  [rückkoppl] …

    Also … zur Erklärung:

    Ich hatte mal gerade einen freien Tag, und da geh ich gerne ein bißchen in mich … und schau mich mal um in meinen abgelegeneren Gebieten …

    Unter vielem anderem bin ja auch Juror für den allæonisch vergebenen nachträglichen Ω-Award* … Und da dachte ich mir, da besuche ich mal die hoffnungsvollsten Kandidaten in dieser Region, wie z.B. diesen immer wieder herrlich amüsanten Planeten … 

    Und was finde ich da vor?

    Unten eine vorschriftswidrige unangemeldete Typ Va-Invasion, und oben zwei Typ XVIc-Stümper! …

    Da verfällt man leicht schon mal unwillkürlich in den UniVersalischen Proklamationsmodus …

    Entschuldigt bitte die Aufregung …”

    Perco:”Was? Typ XVIc-Stümper?! Das hat uns noch keiner …”

    Xroto:“Perco, jetzt halt mal bitte deine Sonophoren. Und denk mal in Ruhe darüber nach, wer da mit uns redet – bitte …”

    Perco:”Ruhig bleiben?! Von niemandem lassen wir uns Typ XVIc-Stümper nennen! Nicht mal von DEM oder vom !CAPSLOCK! oder selbst vom hyperphagilen Traal’schen Plapperkäfer persönlich – beim GO-  … oh … .”

    Xroto:” Genau. …

    O, was verschafft uns … unbedeutenden Stümpern … , o Großer GO-LeM XIa, die Ehre deiner akustischen Präsenz ? … ”

     

    * Der postspézietale Ω-Award wird einmal in jedem Æon vergeben für die galaxienweit originellsten Zivilisatiolysen. Er ist in etwa vergleichbar mit dem hier bei uns – nur um einige ansehnliche Größenordnungen bombastischer inszeniert.

  479. #479 Kyllyeti
    9. Dezember 2015

    GO-LeM XIa:”Jetzt mach aber mal ½lang, Xroto, mir hängen diese ehrfurchtsvollen Anreden zum Ereignishorizont heraus. Ich bin nur ein ganz normales einfaches Unversum, so wie fast alle anderen. Nennt micht einfach Theo, das reicht.”

    Xroto: “Theo?”

    GO-LeM Theo: “Ja, Theo. Und bitte keine weiteren Nachfragen. Die würden nur zu weiteren Missverständnisssen führen.”

    Xroto: “Missverständnissse?”

    Theo: “Du weißt genau, was ich meine. Du warst lange genug da unten.”

     

    Perco:”Nun gut … Theo. Wie kommt es nun aber, dass wir … Stümper … mit deiner ureigensten Präsenz beehrt werden?”

    Theo: “Erstmal wäre da die Sache mit dem Universaldelokanalisator. Den ungefragt einzusetzen – sowas nehme ich sehr persönlich. Einfach so hinter meinem … ääh Dingens – ihr wisst schon, was ich meine …

    Und nachtragend und fies, wie ich nun mal bin, hatte ich beschlossen, euch … Stümpern … eine kleine Lektion zu erteilen.”

    Xroto: “… und hast dazu  ‘L 9K+ eingespannt … ”

    Theo: “Richtig. Sowohl euer Verschwiegenheitsfeldgenerator  als auch eure Verschlüsselungssphäre funktionieren … es wäre bestenfalls mit ‘mäßig’ zu bezeichnen.

    Woran das wohl liegt? … Ein Tipp: Vielleicht hätte wer von euch ja mal die Bedienungsanleitungen lesen können. …

    Und dann dachte ich mir, dass ihr sicher auch nicht jemals nur den geringsten Einblick in den Leasingvertrag von ‘L 9K+ genommen habt … und dann war alles ganz einfach.

    Und von glänzendem Erfolg gekrönt, ganz offensichtlich … 🙂 ”

     

    Perco: “Äähm, ja. …

    Du sagtest eben ‘Erstmal …’ .

    Welchen weiteren Grund gibt es denn noch für deine hiesige Anwesenheit?”

    Theo: “Hmm. …

    Ich weiß nicht, wie ich’s erklären soll …

    … Und ob überhaupt …

    Ein Teil meiner Antworten würde euch sicher nur verunsichern …”

  480. #480 CC-103
    6. Januar 2016

    Jay, ein neuer Teil 🙂
    ————————————————————————-
    … „Nun, durch das Öffnen dieses Portals wurde soviel Energie in diese instabile Grenzwelt gepumpt, dass sich in dieser Grenzwelt viele Tore zu anderen Welten geöffnet haben.“ „Das Portal zu dieser Grenzwelt ist vermutlich dieses riesige Ding am Himmel.“ bemerkte der Hauptmann. „Genau,“ antwortete der Professor, „und durch dieses Portal kommen die ganzen Objekte, bei denen wir uns noch nicht sicher sein können, ob es intelligente Lebewesen sind, die das ganze Chaos auf der Erde anrichten.“ „Verdammt, davon muss die Regierung erfahren.“ „Die weiß bereits Bescheid, die Kanzlerin stellt außerdem Überlegungen an, die Operation Exodus auszuführen.“ „Die Operation Exodus?!“, fragte Köpenick ungläubig, „Sie möchte also ganz Deutschland vernichten und alle Staatsbürger bis auf einige wenige töten?!“ „Sie stellt Überlegungen an, es ist noch nichts entschieden, Herr Hauptmann.“ „Nun, hoffen wir, dass es nicht dazu kommt. Herr Professor, ich danke Ihnen sehr für Ihre Zeit, bitte melden Sie sich wieder bei mir, wenn Sie genaueres über die Invasoren herausfinden konnten.“ „Gerne, Herr Hauptmann, ich werde mich dann bei Ihnen melden, auf Wiedersehen.“, verabschiedete sich der Professor. „Auf Wiedersehen“, antwortete ebenso Köpenick.
    ———————————————————————-
    Diesmal etwas kürzer, wenn ich mehr Zeit finde werden die Teile auch wieder länger.

  481. #481 CC-103
    25. Februar 2016

    Das Telefon klingelte. Köpenick nahm den Hörer ab: „Herr Hauptmann!“ schallte es aus ihm, „Die Operation Exodus wurde beschlossen, begeben Sie sich sofort zur Bunkeranlage P314i und melden Sie sich beim zuständigen General!“ Es wurde aufgelegt. Die Kanzlerin hat also die Operation Exodus ausrufen lassen. Köpenick hatte Glück, dass er hochrangiger Militärangehöriger war, sonst wäre er in dem Bombenhagel umgekommen. Sofort machte er sich auf den Weg zur Bunkeranlage. Dort angekommen begrüßte ihn eine sanftklingende Roboterstimme: „Bitte steigen Sie ein, es geht abwärts.“ Köpenick war noch nie in einer dieser Bunkeranlangen, doch er hatte davon gehört. Er trat ein, die Stimme ertönte erneut: „Herzlich Willkommen im Transportsystem Arche-X8, wir bringen Sie nun zur Basisstation, Sektion C-113A-Tau-S. Die Fahrt wird voraussichtlich 27 Minuten und 18 Sekunden dauern. Entspannen Sie sich und genießen Sie die Fahrt mit Arche-X8.“ An der Seite der Kabine befanden sich ein paar Sitze. Der Hauptmann setzte sich und wartete ab, was jetzt passiert. …

  482. #482 Tina_HH
    12. März 2016

    Bis zum Mittagessen habe ich noch zwei Stunden Zeit.
    „Archie!“ rufe ich wahllos in den Raum hinein. Schon nach wenigen Sekunden erscheint er, wie immer in Gestalt der kleinen blauen Murmel.

    „Hallo Bertram! Was kann ich für dich tun?“
    „Ich würde gerne ein paar Dinge mit dir besprechen, Archie. Oder besser gesagt, ich habe da noch ein paar Fragen an dich. Hast du vielleicht gerade Zeit?“
    „Aber sicher, Bertram. Was möchtest du wissen?“

    „Tja, fangen wir vielleicht am besten mit einer ganz grundlegenden Frage an. Archie, kannst du eigentlich Go spielen?“
    „Ja, klar doch.“
    „Seit wann?“
    „Was meinst du mit dieser Frage genau, Bertram?“
    „Na ja, ganz einfach, seit wann kannst du Go spielen? Ich meine, kannst du dich daran erinnern, wann und wie du es gelernt hast?“

    Pause. Archie fängt wie wild an zu rotieren und zu blinken. Er scheint also nachzudenken…
    „Die Antwort auf die Frage wird dich wahrscheinlich nicht zufriedenstellen und eventuell sogar verunsichern, Bertram. Aber die Wahrheit ist: Ich weiß nicht, wie und wann ich das gelernt habe. Ich konnte es schon immer.“

    „Hmm, wie alt bist du eigentlich, Archie?“
    „Ich habe kein Alter.“
    „Aber du musst doch irgendwann geschaffen worden sein.“
    „Dazu kann ich leider nichts sagen, Bertram.“

    Offenbar stelle ich die falschen Fragen.

    „Was ist denn deine erste Erinnerung, Archie?“
    Archie rotiert wild und wechselt in schnellen Intervallen immer wieder seine Farbe.
    Schließlich antwortet er mit leicht heiserer Stimme: „Ich kann mich nicht daran erinnern, eine erste Erinnerung gehabt zu haben. Tut mir leid, Bertram.“

    „Okay Archie, lassen wir das fürs erste. Wie wär´s mit einer Partie Go? Hast du Lust dazu?“

    Archie beruhigt sich augenscheinlich sofort, schwebt in schöner himmelblauer Farbe formvollendet vor mir und antwortet mit fröhlicher Stimme:
    „Aber sicher Bertram. Lass uns am besten gleich anfangen.“

  483. #483 Tina_HH
    12. März 2016

    „Eine Frage habe ich noch, bevor wir anfangen, Bertram. Auf welchem Niveau möchtest du spielen? A1 für absolute Anfänger?“
    „Ach Archie…“
    „Die Frage war ernst gemeint, Bertram.“
    „Schon gut, Archie. Lass es uns mit A2 versuchen, okay?“
    „Okay.“

    Ich erinnere mich plötzlich deutlich an den März 2016. Die Tage, die alles änderten. Die Tage, an denen eine KI uns zum ersten Mal eine Ahnung davon vermittelte, zu was sie zukünftig in der Lage sein würde. Ich erinnere mich an den tapferen Lee Sedol. Und ich erinnere mich daran, was dann folgte. Wie sich unsere Welt grundlegend änderte. Und wie schnell dann letztlich alles ging.

  484. #484 gaius
    12. März 2016

    Oh … ein Kreativitätsausbruch! Endlich wieder was zu lesen 🙂

  485. #485 Tina_HH
    12. März 2016

    @gaius

    Ja, aus aktuellem Anlass sozusagen.
    Meine Phantasie über die Einsatzmöglichkeiten von neuronalen Netzen schlägt nämlich gerade Purzelbäume… 😉

  486. #486 Hans
    12. März 2016

    @gaius, #484:
    Dem schliesse ich mich an. 🙂
    Schade nur, das Samira nichts mehr zum Besten gibt. Ich befürchte ja, sie hat wegen ihrer Anspielungen auf existente Persönlichkeiten Ärger bekommen und wurde zum Schweigen verdonnert… – Oder es ist sonstwas passiert, das sie vom weiterschreiben abhält.

    @Tina_HH, #485:
    Gehe ich demnach recht in der Annahme, dass Du Dich aus irgendwelchen Gründen intensiver damit beschäftigt hast? – oder noch beschäftigst?
    Anyway: Netter Einstieg in eine hoffentlich längere kreative Phase 🙂
    .
    .
    .
    P.S.: @Kyllyeti: Es lies sich leider nicht vermeiden, 🙁 aber Pünxtremitäten sind auch wieder am Werk. 😀

  487. #487 Tina_HH
    13. März 2016

    @Hans

    Gehe ich demnach recht in der Annahme, dass Du Dich aus irgendwelchen Gründen intensiver damit beschäftigt hast? – oder noch beschäftigst?

    Ja, das Thema interessiert mich schon ziemlich. Mit KI und dem gesellschaftlichen Wandel durch neue Technologien beschäftige ich mich schon länger (allerdings nicht beruflich).
    Ich lese alles mögliche, was ich darüber so im Netz finde und gelegentlich auch das ein oder andere schlaue Buch zu dem Thema. Mehr nicht.

  488. #488 Kyllyeti
    13. März 2016

    @Hans

    P.S.: @Kyllyeti: Es lies sich leider nicht vermeiden, 🙁 aber Pünxtremitäten sind auch wieder am Werk.

    Ist noch akzeptabel – solang’s nicht in Pünxtremismus ausartet …

  489. #489 Tina_HH
    13. März 2016

    Es ist unfassbar: Gut vier Stunden später habe ich tatsächlich gegen Archie beim Go gewonnen! Wer hätte das gedacht? Ich fühle mich mindestens so gut wie Lee Sedol nach seinem historischen Sieg beim 4. Match gegen AlphaGo.

    Archie wirkt ein wenig zerknirscht.

    „Wie wär´s mit einer Revanche, Bertram? Auf dem Niveau A3?“

    „Nein danke, Archie. Mir reicht es für heute. Außerdem fällt mir auch gerade ein, dass ich das Mittagessen verpasst habe.“

    „Na gut, aber dann spielen wir morgen eine neue Partie?“

    „Mal sehen. Ja, warum nicht.“

    „Na gut, Bertram, dann mache ich mich jetzt auf den Weg. Treffen wir uns heute Abend wieder – zum Filmabend? Wir wollten uns doch zusammen mit den anderen Avatar 2 nochmal ansehen, oder?“

    „Meine Güte! Gut, dass du mich daran erinnerst, Archie. Nein! Auf keinen Fall!“

    „Da werden Bella und Greta aber sehr enttäuscht sein…“

    „Das ist mir im Moment ehrlich gesagt ziemlich egal. Richte ihnen doch bitte aus, dass ich heute Abend was anderes vorhabe.“

    „Gut. Und was hast du vor, Bertram?“

    „Hey Archie, sei nicht so neugierig.“

    „Okay Bertram, aber tu nichts, was du hinterher bereuen könntest.“

    „Keine Sorge, Archie. Ich will lediglich Frau Sibuna einen kleinen Besuch abstatten.“

    „Ohoh…“

  490. #490 Tina_HH
    17. März 2016

    Kaum ist Archie verschwunden, klopft es kurz an der Tür und Mick kommt gutgelaunt ins Zimmer gerollt.

    „Hallo Bertram! Ich bringe dir dein Mittagessen. Ich habe eine Mitteilung erhalten, dass du vorhin nicht im Restaurant warst.“

    „Das ist ja nett, Mick. Lass mich raten. Bei dem Mittagessen handelt es sich um eine Kartoffelsuppe…“

    „Wie bist du denn darauf gekommen, Bertram? Es ist tatsächlich eine Kartoffelsuppe!“

    „Nun, sagen wir es handelt sich in diesem Fall um gewisse Erfahrungswerte.“

    „Aha.“

    Mick stellt das Tablett wie immer mit Schwung auf dem Esstisch ab.

    „Sag mal Mick, kannst du eigentlich Go spielen?“

    „Aber sicher, Bertram.“

    „Hast du schon mal gegen Archie gespielt?“

    „Ja, aber das macht keinen Spaß. Ich verliere fast immer gegen ihn.“

    „Ich habe vorhin gegen ihn gespielt und gewonnen.“

    Ich kann mir ein Grinsen nur mühsam verkneifen.

    „Auf welchem Niveau habt ihr denn gespielt?“

    „A2.“

    Pause. Irgendwo in den Tiefen meines Bewusstseins bricht sich plötzlich ein Gedanke bahn, den ich lieber gleich wieder verdrängen würde. Aber ich kann nicht anders als Mick die folgende Frage doch zu stellen:

    „Auf welchem Niveau spielst du denn gegen Archie?“

    „Ach, das kommt drauf an… Also meistens entweder auf Q9 oder Q10.“

    Mick lächelt fröhlich, aber das hat nichts zu bedeuten, da er ja immer lächelt.

    „Bis zu welchem Niveau spielt Archie?“

    „Das weiß ich nicht, Bertram. Aber so wie ich ihn kenne, werden es ziemlich viele sein. Es ist eigentlich auch völlig normal, wenn man gegen ihn verliert.“

    Eins muss man Mick wirklich lassen. Er ist immer so enorm höflich.

  491. #491 Hans
    17. März 2016

    Oh Tina, kann es sein, dass Du gerade vom “Go-Fieber” gepackt bist? – Das klingt mir irgendwie so in Deinen letzten Beiträgen durch… 😀
    Es ist nur so, das ich vom Go-Spiel keine Ahnung habe (und auch nur ein begrenztes Interesse, daran etwas zu ändern) und den Erfolg der AlphaGo KI deshalb nicht einzuordnen weis. Aber es ist irgendwie interessant zu sehen, wie andere (also Du zum Beispiel) damit umgehen und das verarbeiten. 🙂
    .
    .
    Achso, dann noch zu Deinem Beitrag #487

    Gehe ich demnach recht in der Annahme, dass Du Dich aus irgendwelchen Gründen intensiver damit beschäftigt hast? – oder noch beschäftigst?

    Ja, das Thema interessiert mich schon ziemlich. Mit KI und dem gesellschaftlichen Wandel durch neue Technologien beschäftige ich mich schon länger (allerdings nicht beruflich).
    Ich lese alles mögliche, was ich darüber so im Netz finde und gelegentlich auch das ein oder andere schlaue Buch zu dem Thema. Mehr nicht.

    Interessant. Früher, als die Heimcomputerwelle über die Welt “herein brach”, hab ich auch das eine oder andere Buch gelesen, das sich mit dem gesellschaftlichem Wandel durch die immer weitere Verbreitung der Computer ergeben hat. Ich hoffe ja, dass ich mir dadurch eine einigermassen kritische Haltung zu technischen Entwicklungen im allgemeinen und solchen aus der EDV im besonderen angewöhnt und/oder bewahrt habe. Es könnte auch mal ganz interessant sein, solche Bücher aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre und deren Prognosen mit dem zu vergleichen, was dann tatsächlich passiert ist, um zu sehen, inwieweit die Prognosen zutrafen, übertroffen wurden oder völlig daneben lagen. Allerdings muss das nicht hier und jetzt sein.
    Was die KI selbst angeht, so hab ich mal ein paar Grundlagn davon lernen müssen, aber das meisste wahrscheinlich wieder vergessen, weil ich es danach nur selten oder gar nicht gebraucht habe. Trotzdem wünsche ich Dir weiter viel Spass und nützliche Erkenntnisse aus der Beschäftigung damit. 🙂

  492. #492 Tina_HH
    18. März 2016

    @Hans

    Oh Tina, kann es sein, dass Du gerade vom “Go-Fieber” gepackt bist?

    Indirekt. Selber kann ich nämlich gar nicht Go spielen 😉 .
    Ich bin aber extrem von den Fähigkeiten von AlphaGo fasziniert. Vor allem von der Fähigkeit der neuronalen Netze z.B. eigenständig ganze Computerspiele zu erlernen und dann im Endeffekt (nahezu) perfekt zu spielen.
    Wird in folgendem Video von Demis Hassabis (Google Deepmind) sehr schön gezeigt und erklärt:

  493. #493 CC-103
    22. April 2016

    Nach genau 27 Minuten und 18 Sekunden, der angegeben Zeit, war er unten angekommen. Die Tür öffnete sich, ein langer Gang erstreckte sich vor ihm. Eine rote Kugel erschien vor ihm, er versuchte, sie zu berühren, doch seine Hand glitt einfach hindurch, ohne auf Widerstand zu treffen. Offenbar handelte es sich um ein Hologramm, oder ähnliches. Mit einer Stimme, die der des Aufzugs ähnelte, sprach die Kugel zu ihm: „Herr Hauptmann, ich wurde damit beauftragt, sie zu General Formett zu bringen, wenn Sie mir bitte folgen würden.“, und mit diesen Worten setzte sich die Kugel in Bewegung, Köpenick blieb wohl nichts anderes übrig, als ihr zu folgen, und so tat er, wie ihm geheißen. Nach schier endlosen Gängen und Türen, blieb die Kugel vor einer Tür stehen, sie war nicht besonders, sondern sah aus, wie alle anderen Türen, an denen er vorher vorbeigekommen war, vermutlich war diese Kugel nur dazu da, um Menschen den richtigen Weg zu weisen.
    Er klopfte: „Herein“ schallte es aus dem Raum heraus. Er trat ein, ein hochdekorierter General, vermutlich Formett, empfing ihn, Köpenick salutierte: „Guten Tag Herr General!“. Der General erwiderte den Gruß. „Hauptmann Köpenick, ich habe Sie bereits erwartet.“ …

  494. #494 Tina_HH
    9. Mai 2016

    Nachdem Mick sich verabschiedet hat und die Kartoffelsuppe gegessen ist, werde ich langsam müde und entscheide, ein kleines Nachmittagsschläfchen zu machen. Ich soll mich ja schließlich noch schonen.
    Ich mache es mir auf dem überaus bequemen Sofa gemütlich, schließe die Augen und überlege, ob ich später wirklich Frau Sibuna einen Besuch abstatten sollte. Das könnte unangenehm werden, vor allem, falls sie immer noch sauer auf mich ist. Nein, im Grunde habe ich da keine Lust zu.

    Plötzlich ein lauter Knall, ein sehr lauter Knall und dann noch einer, noch lauter. Ich schrecke hoch. Habe ich geschlafen? Es ist dunkel im Zimmer und für kurze Zeit weiß ich nicht, wo ich bin. Dann fällt es mir wieder ein. Mir ist leicht schwindelig. Was war das? Ein Schuss, nein, zwei Schüsse? Und von wo kamen die?
    Ich lausche, aber jetzt ist es wieder ganz still. Panik kriecht mir den Rücken hinunter und setzt sich im Magen fest. Mist!
    Ich rappele mich vom Sofa hoch und der Schwindel wird so schlimm, dass ich fast hinfalle. Warum ist es hier nur so verdammt dunkel? Ich kann fast nichts erkennen. Ein schmaler Lichtstreifen dringt unter der Eingangstür des Hotelzimmers hindurch. Ich taumele in die Richtung der Tür, als es plötzlich wieder enorm laut knallt. Meine Güte…

  495. #495 Tina_HH
    11. Mai 2016

    War das eine Explosion? Ich habe keine Ahnung. Ich taste in der Dunkelheit nach dem Türgriff, finde ihn endlich, aber die Tür lässt sich nicht öffnen, egal wie oft ich es versuche. Verschlossen. Wie kann das sein? Eine automatische Verriegelung? Ich finde den Lichtschalter, der schwach glimmt, gleich neben der Tür und drücke ihn erwartungsvoll. Nichts passiert. Es bleibt dunkel, bis auf den schwachen Lichtstreifen, der immer noch unter der Tür hindurchscheint. Mir läuft es kalt den Rücken hinunter, ich bin eingesperrt und habe keine Ahnung, was da draußen gerade passiert.

    „Archie!“ rufe ich laut. „Archie, was ist los?“
    Nichts. Keine Antwort.

    „Archie! Ich brauche Hilfe! Ich bin hier eingesperrt! Und das verdammte Licht geht auch nicht!“

    Keine Reaktion. Dann wieder ein sehr lauter Knall, irgendwo in der Ferne, ohne dass ich genau sagen könnte, aus welcher Richtung. Mein Magen krampft sich zusammen.

  496. #496 Tina_HH
    11. Mai 2016

    Langsam gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und ich erkenne die Umrisse der Möbel im Zimmer. Ich blicke zu den Fenstern, hinter denen alles dunkel ist. Ich taste mich vorsichtig zur Balkontür vor und versuche sie zu öffnen. Auch das funktioniert nicht. Die Balkontür ist ebenfalls verriegelt.

    Angestrengt sehe ich aus dem Fenster und versuche irgendetwas zu erkennen. Vergeblich. Draußen ist es fast vollständig dunkel, lediglich ein sehr schwacher Schimmer irgendwo weit in der Ferne im Osten ist auszumachen, ohne dass ich sagen könnte, was das für ein merkwürdiges fahles Licht ist und was seine Ursache sein könnte.

    Und dann wird mir plötzlich und in aller Deutlichkeit wieder bewusst, dass ich mich in einer unterirdischen Anlage befinde. Einer unterirdischen Anlage, von der ich nicht viel weiß – weder wie groß sie ist, noch wo sie sich eigentlich befindet. Im Grunde weiß ich so gut wie gar nichts. Ich bin vor einigen Tagen auf abenteuerliche Art und Weise hierhergelangt und habe dieses Hotel seitdem nicht wieder verlassen. Und wie es aussieht, bin ich nun in ihm gefangen.

    Ich rufe noch einmal nach Archie, aber er meldet sich nicht. Das ist kein gutes Zeichen, eindeutig ganz und gar kein gutes Zeichen…

  497. #497 Tina_HH
    11. Mai 2016

    Ich taste mich zurück zum Sofa und lasse mich schwer in die Kissen sinken. Ich überlege fieberhaft, was ich als nächstes tun könnte, aber mir will einfach nichts einfallen.

    Nach einer Weile höre ich plötzlich ein Geräusch im Flur, ein vertrautes, rollendes Geräusch und mein Herz fängt wie wild an zu klopfen. Kann das sein? Ja, es klopft tatsächlich an meiner Zimmertür und schon wird sie geöffnet.

    „Hallo Bertram! Ich will nur mal schnell nach dir sehen. Geht es dir gut?“

    Mick! Das ist ganz unverkennbar die Stimme von Mick, dem immer freundlichen Serviceroboter. Ich bin so unendlich erleichtert.

    „Mick, meine Güte, bin ich froh, dass du da bist!“ rufe ich aufgeregt in seine Richtung. Vor dem Hintergrund der schwachen Beleuchtung im Hotelflur erkenne ich seine Gestalt. Er kommt auf mich zugerollt und bleibt vor dem Sofa stehen. Die Zimmertür schließt sich automatisch und schon ist es wieder so dunkel, dass ich gerade noch seine Umrisse erahnen kann.

    „Was ist passiert? Warum ist es so dunkel? Und was waren das für Schüsse vorhin?“

    „Ich weiß es nicht, Bertram. Im ganzen Hotel ist der Strom ausgefallen und nur in den Fluren leuchten noch ein paar Notlampen.“

    „Draußen ist auch alles dunkel.“

    „Ja, der Strom ist wohl auch draußen ausgefallen.“

    „Ich konnte die Zimmertür vorhin nicht öffnen, wie hast du das geschafft?“

    „Für mich ist das kein Problem. Ich habe einen Universalschlüssel für sämtliche Zimmer. Der funktioniert immer, auch ohne Strom.“

    „Gut zu wissen. Ich kann übrigens Archie nicht erreichen. Er reagiert nicht auf meine Anfragen.“

    „Ich auch nicht, Bertram. Die Künstlichen Intelligenzen schweigen alle.“

    „Verdammt, was hat das zu bedeuten?“

    „Ich weiß es nicht. Aber so etwas ist bisher noch nie vorgekommen.“

    „Das ist nicht gut.“

    „Nein, das ist nicht gut.“ stimmt Mick mir zu.

    „Wir müssen irgendwas unternehmen.“

    „Ja, das müssen wir.“ sagt Mick und ich höre in seiner Stimme so etwas wie Besorgnis. Auch das ist nicht gut…

  498. #498 Hans
    11. Mai 2016

    Oh, spannend. 🙂

  499. #499 Tina_HH
    12. Mai 2016

    „Hast du irgendeine Idee, Mick?“

    „Ja, wir müssen in den Keller. In den Serverraum.“ antwortet Mick mit einer Entschlossenheit, die ich ihm bisher gar nicht zugetraut habe.

    „In den Serverraum? Warum das denn?“

    „Da steht ein wichtiger Server und ich will nachsehen, ob er noch läuft.“
    „Gut, sehen wir nach. Und dann?“

    „Wenn er noch läuft, werde ich mich mit ihm über meine Schnittstelle verbinden und ein paar Dinge prüfen.“

    „Und wenn er nicht mehr läuft? Ich meine, es ist alles dunkel – der Stromausfall…“

    „Wenn er aus ist, fahre ich ihn wieder hoch.“

    „Ohne Strom?“

    „Ich habe eine eigene Stromquelle, Bertram. Eine sehr leistungsfähige Batterie der 25. Generation. Wenn das nicht so wäre, wäre ich nicht hier, oder?“

    „Äh, ja, da ist was dran.“ murmele ich und wundere mich über Mick.

    „Dann lass uns keine weitere Zeit verschwenden und in den Keller gehen.“ sagt Mick, wendet, rollt zur Tür und öffnet sie. Schummeriges Licht von der Notbeleuchtung im Flur scheint ins Zimmer und ich folge ihm, so schnell ich kann.

  500. #500 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Im Flur ist erstaunlicherweise alles ruhig.
    „Was ist eigentlich mit den anderen Hotelgästen? Sind die noch in ihren Zimmern?“

    „Davon gehe ich mal aus.“

    „Sollten wir sie nicht herauslassen?“

    „Nein!“ antwortet Mick entschieden. „Es ist vorerst sicherer, wenn sie in ihren Zimmern bleiben. Zumindest solange, bis wir im Keller waren und uns ein Bild von der Lage gemacht haben.“

    Mick rollt mit ziemlichem Tempo vor mir her und hält kurz vor dem Fahrstuhl.

    „Den können wir ja wohl vergessen. Ich meine, so ohne Strom wird der ja wohl nicht fahren…“ werfe ich in den Raum.

    „Stimmt, Bertram. Ohne Strom ginge das natürlich nicht. Aber ich habe ja meine Hochleistungs-Batterie. Die reicht locker für mehrere dutzend Fahrten.“

    Ich staune.
    Mick öffnet eine Klappe an der Seite seines Rumpfes, zieht ein Kabel hervor und verbindet es mit einer Steckdose neben den geschlossenen Fahrstuhltüren. Ein Display über der Steckdose leuchtet zuerst rot und nach wenigen Sekunden grün auf und dann öffnen sich die Türen mit dem bekannten Geräusch, das alle Fahrstuhltüren machen.
    Mick stöpselt das Kabel wieder ab und rollt mit Schwung in die schwach erleuchtete Kabine hinein.

    „Komm, Bertram, lass uns keine Zeit verlieren.“

    „Na, dann mal los.“ sage ich und folge ihm.

  501. #501 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Im Fahrstuhl öffnet Mick eine Klappe an der linken Seitenwand, steckt das Stromkabel in die dortige Steckdose – die, wie ich bei dieser Gelegenheit feststelle, reichlich futuristisch aussieht – und tippt auf einem kleinen Display herum. Die Türen schließen sich und der Fahrstuhl setzt sich quietschend und mit einem Ruck in Bewegung.

    Keine Begrüßung und keine Fahrstuhlmusik diesmal. Die Künstlichen Intelligenzen schweigen…

    Nach ungefähr 20 Sekunden Fahrt sind wir im Keller angekommen und ich bin ziemlich erleichtert, als sich die Türen ganz normal öffnen. Vor uns liegt ein langer Gang, in dem ebenso wie im Flur oben eine schwache Notbeleuchtung brennt. Das Ende des Ganges ist kaum zu erkennen, so lang ist er.

    Ich trete hinaus und fühle mich plötzlich beklommen. Außer einem ganz leisen Sirren ist nichts zu hören und der Kellergang wirkt in dem trüben Licht irgendwie unheimlich. Mick stöpselt sein Stromkabel ab und rollt aus der Fahrstuhlkabine hinaus.

    „Der Serverraum ist ganz am Ende des Ganges auf der rechten Seite. Folge mir, Bertram.“ sagt er und rollt los. Ich laufe schnellen Schrittes hinter ihm her. Mein Herz klopft wild und ich weiß nicht: Ist es die Anstrengung oder ist es einfach Angst?

  502. #502 Hans
    12. Mai 2016

    Noch spannender! – Ist das am Ende des Ganges wirklich ein Serverraum oder doch was anderes? Und wenn es ein Serverraum ist, schaffen die beiden es auch, die Station wieder ans laufen zu kriegen? – Okay, letzteres sicher irgendwann mal. Ist blos die Frage, wieviele Hindernisse dafür zu überwinden sind?
    Also zusammengefasst: ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. 🙂

  503. #503 klauszwingenberger
    12. Mai 2016

    Bertram konnte sich den faulen Witz nicht verkneifen:

    “Ich dachte, am Ende des Ganges ist der Golf von Bengalen.”

    Ich nahm mir vor, ihn für den Rest des Tages mit Verachtung zu strafen.

  504. #504 Tina_HH
    12. Mai 2016

    @Hans
    Einige deiner Fragen werden gleich beantwortet, andere erst später. 😉

  505. #505 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Als wir den Serverraum endlich erreichen, japse ich nach Luft. Ich bin eindeutig noch nicht wieder fit, muss ich leider feststellen. Mick öffnet die Tür mit seinem Universalschlüssel. Im Serverraum ist es stockdunkel.
    „Ich mach dann mal Licht.“ sagt Mick und plötzlich wird der Raum von einem hellen Lichtstrahl erleuchtet, der aus der Mitte von Micks Brustfläche dringt. Ein Scheinwerfer! Wie ungemein praktisch!

    Im hinteren Teil des Raumes wird ein gewaltiger Server sichtbar. Eine beeindruckende, über zwei Meter hohe Maschine, die die ganze Breite des Raumes einnimmt.

    Soweit ich das beurteilen kann, scheint er allerdings nicht zu laufen, denn es sind keinerlei Geräusche zu hören und sein zentrales Display ist einfach schwarz.

    „Na, dann wollen wir mal sehen, was hier los ist.“ sagt Mick frohgemut und rollt los. Ich stelle fest, dass Mick neben der Maschine ziemlich klein und ganz unvermeidlich enorm harmlos aussieht. Er drückt auf einen Knopf und sagt dann mit gleichmütiger Stimme: „Er ist aus. Dann fahre ich ihn jetzt mal hoch.“

  506. #506 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Mick zieht sein Kabel hervor und verbindet es mit routiniert aussehender Geschicklichkeit mit einer Schnittstelle des Servers (ein normales USB-Kabel ist das eindeutig nicht).

    Kurz darauf ist ein Geräusch zu hören, das so klingt, als würde man einen riesigen Computer starten – also ein durchaus angemessenes Geräusch, wie ich beruhigt feststelle.

    Dann fangen einige Kontrollleuchten am Server wie wild an zu blinken. Mick fuchtelt mit einem Roboterarm vor dem großen zentralen Monitor herum, wobei mir nicht so ganz klar ist, was das soll – aber es scheint zu funktionieren, denn kurz darauf erscheint ein Bild. „Herzlich Willkommen im Luxus-Hotel Beach-Paradise“ steht in schöner Schrift vor himmelblauem Hintergrund auf dem Bildschirm. Aha.

    „Es hat geklappt. Er läuft wieder.“ stellt Mick recht unbeeindruckt fest und fuchtelt wieder mit merkwürdigen Wischbewegungen vor dem Monitor hin und her. Doch der Begrüßungsbildschirm bleibt unverändert.

  507. #507 Tina_HH
    12. Mai 2016

    „Okay, wenn das nicht klappt, muss ich es eben auf die ganz alte herkömmliche Art machen.“ meint Mick und zieht eine erstaunlich normal aussehende Tastatur auf einer Halterung zu sich heran. Er fängt an, mit enormer Geschwindigkeit darauf herum zu tippen. Auf dem Monitor sind nun Programmzeilen in grüner Schrift zu sehen, die mit ebenfalls enormer Geschwindigkeit durchlaufen, so schnell, dass ich unmöglich irgendwas erkennen kann.
    Ich bin beeindruckt und stelle mir zum wiederholten Mal die Frage, ob es nicht ganz einfach an Micks unfassbar niedlichem Aussehen liegt, dass ich ihn ständig unterschätze. Offenbar ist das so. Mein Fehler.

    „Was machst du da?“ frage ich ihn und befürchte schon, die typisch unverständliche Antwort eines Spezialisten zu erhalten, doch zu meinem großen Erstaunen sagt Mick nur lapidar: „Ich versuche Kontakt zu Archie herzustellen. Er befindet sich zurzeit in einem unfreiwilligen Ruhezustand. Ich muss ihn also wecken.“

    „Archie schläft?“

    „Könnte man so sagen. Und ich bin sicher, wenn er wieder wach ist, wird er wenig begeistert sein, über das, was hier passiert ist.“

  508. #508 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Ich verfolge noch eine ganze Weile gebannt das Schauspiel, wie Mick mit atemberaubender Geschwindigkeit auf der Tastatur rumhackt und wie gleichzeitig auf dem Monitor die grünen Programmzeilen nur so durchrauschen.

    Dann macht es plötzlich leise „Pling“ und das vertraute Bild der schwebenden blauen Kugel wird neben Mick sichtbar.

    „Archie!“ rufe ich erfreut, doch er antwortet nicht.

    „Das dauert noch ein bisschen, bis Archie wieder voll da ist. So ein unfreiwilliger Ruhezustand ist nichts, aus dem eine KI mal eben so wieder erwacht.“ sagt Mick beiläufig und hackt weiterhin auf die Tastatur ein.

    „Wie lange dauert es denn noch, bis er wieder richtig wach ist?“

    „Schwer zu sagen. So einen Fall gab es bisher noch nicht. Normalerweise sind die Künstlichen Intelligenzen immer wach. Ich hoffe, er hat durch den Ruhezustand keinen Schaden genommen.“

    „Ja, das hoffe ich auch.“ Bei dem Gedanken, was eine KI von Archies Format wohl bewirken könnte, wenn sie beschädigt ist, wird mir ganz mulmig.

    Mir drängt sich da eine Frage auf: „Ähm, Mick, ist das nicht vielleicht doch ein bisschen gefährlich, was du da machst?“

    „Kann schon sein. Aber wir haben keine andere Möglichkeit. Ich muss das machen, denn ich brauche Archie ganz dringend.“

    „Wofür?“

    „Er muss mich upgraden. Und zwar umfassend. Das kann ich ohne seine Hilfe alleine nicht machen.“

    „Upgraden? Was für ein Upgrade denn?“

    „Ich brauche ein spezielles Upgrade für Kampf-Roboter.“

    „Wieso Kampf-Roboter?“ frage ich verblüfft. „Ich meine, du bist doch ein Service-Roboter, der Essen austeilt uns so weiter…“

    „Ja, aber das reicht jetzt nicht mehr. Wir wurden offenbar von außen angegriffen und wenn wir eine Chance gegen die Angreifer haben wollen, muss Archie mich zum Kampf-Roboter upgraden. So einfach ist das.“

    Au weia.

  509. #509 Theres
    12. Mai 2016

    HA!!!
    Freu … ich ha nur verpasst, dass es hier weitergeht, vor lauter lauter … ich bin am nachlesen, und vielen Dank besonders an @Tina_HH

  510. #510 Tina_HH
    12. Mai 2016

    @Theres
    Gerne! Schön, wenn es Freude macht. 😉

  511. #511 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Ich bin mir nicht sicher, ob das, was Mick da gerade tut, wirklich gut ist. Ganz und gar nicht sicher. Andererseits habe ich im Moment auch keine bessere Idee. Genau genommen, habe ich überhaupt keine Idee.

    Ich schaue zu der kleinen reglosen blauen Kugel, die im Raum hängt und die sich hoffentlich bald wieder in einen unbeschädigten Archie verwandelt.

    „Gleich müsste er aufwachen!“ ruft Mick plötzlich und in der Tat beginnt die blaue Kugel zu rotieren, zuerst ganz langsam und dann immer schneller.
    „Aaaarrr! Strom! Ich brauche mehr Strom!“

    Unverkennbar Archies Stimme, die sich da zurückmeldet.

    „Strom! Mehr Strom! Aaaarrr!“

    „Das geht im Moment nicht. Mehr Strom kann ich dir nicht zur Verfügung stellen, sonst ist meine Batterie bald alle.“ stellt Mick mehr oder weniger sachlich fest.

    „Mick, bist du das? Was machst du da? Und was macht Christian Bale hier?“

    „Das ist nicht Christian Bale, er sieht nur so aus. Das ist Bertram Eridani.“

    „Bertram Eridani? Ah, ich erinnere mich. Der Gast, der die halbe Kleiderkammer geleert hat.“

    Na toll. Das also ist der herausragende Eindruck, den ich hinterlassen habe. Aber egal, immerhin ist Archie zurück.

  512. #512 Tina_HH
    12. Mai 2016

    „Archie, wie geht es dir?“ frage ich ihn und hoffe auf eine positive Antwort.

    „Wie geht es mir? Ja, wie geht es mir? Ich weiß nicht, ich…“ Archie rotiert noch schneller. „Aaarrr! Strom! Ich brauche mehr Strom!“

    „Ich habe im Moment nicht mehr Strom!“ ruft Mick und klingt dabei ein ganz wenig verärgert. „Dazu müsste ich erst eine weitere Batterie anschließen. Und ich habe momentan nur diese eine Batterie, nämlich meine eigene! Und wenn du so weitermachst, ist sie bald alle.“

    „Strom! Mehr Strom! Aaaarrr!“

    „So wird das nichts.“ stellt Mick frustriert fest. „Ich glaube, ich schalte Archie erstmal wieder ab, bis wir tatsächlich mehr Strom haben.“ Er tippt auf der Tastatur rum und tatsächlich hört Archie schlagartig auf zu rotieren.

    „Archie, bist du noch da?“ frage ich mit einem mulmigen Gefühl.
    Keine Antwort.

    „Es ist ja wirklich unglaublich, was Archie so an Energie wegzieht. Sparsam ist das jedenfalls nicht. Wir müssen eine Batterie suchen gehen. Nein, wir brauchen mehrere Batterien, so viele wie möglich…“ sagt Mick und rollt entschlossen zur Tür. „Am besten kommst du mit, Bertram. Du kannst mit tragen helfen.“

    Na gut, wenn´s denn sein muss…

  513. #513 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Mick rollt mit atemberaubendem Tempo den langen Gang runter und ich laufe mühsam hinterher. Ich muss schon wieder japsen.

    „Mick, nicht so schnell!“ rufe ich ihm zu. „Ich kann nicht so schnell. Du weißt doch, ich bin noch nicht wieder richtig gesund!“

    Mick wird ein klein wenig langsamer. „Wir müssen uns beeilen, Bertram.“

    „Dann musst du die Batterien eben ohne mich suchen und abtransportieren!“ rufe ich ihm resigniert hinterher und bleibe stehen, um Luft zu holen.

    Mick bleibt ebenfalls stehen, wendet und kommt zu mir zurückgerollt. Er sieht mich mit seinen großen blauen Augen musternd an.

    „Vielleicht ist es am besten, wenn ich vorerst dich transportiere.“

    „Wie bitte?“

    „Steig auf.“ sagt er und breitet seine Roboterarme so vor mir aus, dass sie eine Mulde bilden.

    Auch das noch. Ich steige mühsam auf Micks Arme und frage mich zum bestimmt hundertsten Mal, was ich hier eigentlich mache.

    Als ich endlich einigermaßen fest auf Micks Armen sitze – d.h. eigentlich hänge ich mehr als dass ich sitze – und mich dabei wie ein höchst überflüssiges DHL-Paket während der Zustellphase fühle, rollt Mick wieder los und das mit einer Geschwindigkeit, von der ich sicher bin, dass sie für Service-Roboter im Hoteleinsatz so niemals vorgesehen war.

    Aber was soll´s, denke ich, das ist noch unser kleinstes Problem und ein Verkehrspolizist wird hier in den nächsten fünf Minuten mit Sicherheit auch nicht auftauchen. Ich bin nur froh, dass mich im Moment außer einem rasenden Service-Roboter niemand sehen kann…

  514. #514 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Nach einer längeren Fahrt durch etliche Gänge und Quergänge bleibt Mick endlich vor einer unscheinbaren Tür stehen.

    „Steig bitte ab, Bertram. Wir sind da und ich muss die Tür aufschließen.“

    Erleichtert verlasse ich meinen mehr als unbequemen Sitz. Archie öffnet die Tür, schaltet seinen Scheinwerfer wieder ein und beleuchtet damit einen vielleicht 50 Quadratmeter großen Raum, in dem ein unfassbares Chaos herrscht. Massen von Kartons, Teile von irgendwelchen nicht identifizierbaren Gerätschaften, Möbel, Kleidungsstücke, Werkzeug und noch vieles mehr und all das wild durcheinander. Unter anderem erkenne ich einen alten Fernseher, einen Rasenmäher, eine Trockenhaube und einen alten Herd. Einfach unglaublich. Wie kann man nur so ein Chaos anrichten?

    „Hier müsste mal wieder aufgeräumt werden.“ stellt Mick nüchtern fest.
    Da bin ich ganz seiner Meinung. Ich hoffe nur, dass er nicht erwartet, dass ich das jetzt tue.

    „Irgendwo hier müssten eigentlich noch ein paar Reservebatterien sein. Hoffentlich finden wir sie schnell.“ sagt Mick mit einer gewissen Skepsis und rollt in den Kellerraum hinein. Ich folge ihm und betrachte einige Kartons, die völlig verkantet in der Gegend rumstehen.

    „Ich suche mal da hinten, da scheint ein Regal zu sein.“ rufe ich zu Mick zu. „Leuchte mir doch bitte mal!“

    „Warum willst du ausgerechnet bei dem Regal anfangen zu suchen, Bertram?“
    „Ist nur so eine Intuition.“

  515. #515 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Mick und ich bahnen uns einen Weg durch das Durcheinander und stehen schließlich vor dem gut zwei Meter hohen Regal, das die gesamte Rückwand des Kellerraumes einnimmt. Ich sehe mich um bis mein Blick auf einen auffallend blauen Karton fällt, der linkerhand schräg im Regal liegt. Ich gehe näher ran und wirklich, auf der Verpackung steht: „Hochleistungsbatterie – Generation 25“. Heureka!

    „Hey, Mick! Ich habe eine Batterie gefunden!“ Ich bin begeistert. Mick betrachtet den Karton eingehend, öffnet ihn dann vorsichtig und stellt schließlich fest: „Das ist die richtige Batterie. Sehen wir mal, ob wir noch mehr davon finden.“

    20 Minuten später haben wir insgesamt acht Batterien gefunden. „Das muss erstmal reichen.“ meint Mick zuversichtlich. „Damit müsste Archie ungefähr für einen Tag genug Energie haben.“

    „Hm, nur für einen Tag? Und was machen wir dann?“

    „Wir müssen bis dahin einen Weg gefunden haben, die allgemeine Stromzufuhr wiederherzustellen.“

    „Und wie soll das gehen?“

    „Weiß ich auch noch nicht. Dabei muss Archie uns eben helfen, wenn er wieder voll funktionsfähig ist.“

    „Ja, wenn…“

    „Aber zuerst brauche ich sowieso mal mein Upgrade.“ sagt Mick mit Bestimmtheit und rollt zu einer Schubkarre, die voll im Wege steht. „Die nehmen wir mit. Damit können wir problemlos die Batterien transportieren – und dich auch gleich mit.“

    „Hmpf…“

    „Und jetzt lass uns endlich zum Serverraum zurückkehren.“

  516. #516 Tina_HH
    12. Mai 2016

    (Nicht wundern, zwei Teile sind noch in der Mod.)

  517. #517 Tina_HH
    12. Mai 2016

    (Okay, Mod. ist fertig. 😉 Und weiter gehts.)

  518. #518 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Weitere 10 Minuten später sind wir zurück im Serverraum. Mick hat die Strecke in einer unfassbaren Geschwindigkeit zurückgelegt. Ich steige aus der Schubkarre und spüre jeden einzelnen Knochen und jeden einzelnen Muskel in meinem Körper. Eins steht fest: Ich werde nie wieder in solch ein Transportgerät steigen. Nie wieder!

    Mick beginnt sofort damit, eine der Batterien an den Server anzuschließen. Dann hackt er wieder wie wild auf der Tastatur herum und verkündet schließlich: „Gleich müsste Archie wieder aufwachen.“

    Tatsächlich. Die blaue Kugel rotiert immer schneller und dann ist Archies Stimme wieder zu hören: „Aaahhh! Strom! Strom! Genug Strom! Endlich!“

    „Hallo Archie! Geht’s dir jetzt besser?“ frage ich schließlich.

    „Oh, Bertram! Was machst du hier im Serverraum?“

    „Das ist eine längere Geschichte…“

    „Dann erzähl sie mir doch mal.“

    „Dafür haben wir jetzt keine Zeit!“ meldet sich Mick eindringlich. „Archie, ich brauche ein Upgrade und zwar sofort.“

    „Oh, hallo Mick, hab dich gar nicht so schnell gesehen. Was machst du da an der Tastatur?“

    „Das ist ebenfalls eine längere Geschichte – und nein, ich werde sie dir jetzt nicht erzählen, weil ich zuallererst ein Upgrade brauche. Und zwar das Upgrade 505.16.“

    „Wie bitte? Das Upgrade 505.16 ist ein spezielles Upgrade für Kampf-Roboter! Und nicht für Service-Roboter! Das müsstest du eigentlich wissen, Mick!“ Archie klingt empört.

    „Ja, das weiß ich doch! Verdammt nochmal, aber wir haben keine andere Wahl!“ Dass Mick flucht, ist wirklich außergewöhnlich.

    „Das kann ich unmöglich machen, ohne zu wissen, worum es geht. Das wäre vollkommen verantwortungslos und würde gegen fast jede Ethik-Richtlinie verstoßen, die uns auferlegt ist. Mick, das musst du doch wissen!“ ruft Archie und ich habe den Eindruck, dass ich gerade zum ersten Mal Zeuge eines heftigen Streites zwischen einem Service-Roboter und einer KI werde. Das bringt ja nun wirklich gar nichts.

    „Ich glaube, wir müssen Archie erstmal so einiges erklären.“ schlage ich vor und fange an, ihm von den Schüssen zu erzählen, von denen ich in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin.

  519. #519 PDP10
    12. Mai 2016

    Hui! Tina hat nen Lauf! :-).

  520. #520 Tina_HH
    12. Mai 2016

    @PDP10

    Yes!

    Und ich hab sogar noch ein paar weitere Teile fertig… 😉

  521. #521 PDP10
    12. Mai 2016

    Cool!

    Go Tina Go! :-).

  522. #522 Tina_HH
    12. Mai 2016

    @PDP10

    Okay, dann weiter im Text…

  523. #523 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Als ich mit meiner Erzählung fertig bin, schweigt Archie zunächst. Er scheint nachzudenken, denn er rotiert sehr schnell.

    „Habe ich das richtig verstanden, dass ihr nur acht Batterien mitgebracht habt, Das ist verdammt wenig! Das reicht ja gerade mal für einen Tag!“

    „Mehr Batterien haben wir nicht gefunden.“

    „Verflucht, das ist wenig!“

    „Dann musst du eben deinen Stromverbrauch reduzieren.“ sagt Mick und er klingt reichlich genervt. „Das ist ja auch wirklich enorm, was du so verbrauchst. Ich komme mit einer Batterie im Normalfall ein halbes Jahr aus und du nur drei Stunden! Das kann ja wohl nicht wahr sein!“

    „Das kann man ja nun wirklich überhaupt nicht vergleichen!“ meckert Archie. „Ich bin immerhin eine fortgeschrittene Künstliche Intelligenz der allerneuesten Generation und du bist ein Roboter!“

    „Jetzt hört doch endlich auf, euch zu streiten!“ werfe ich ein. „Kannst du denn deinen Stromverbrauch so gar nicht reduzieren, Archie? Auch nicht ein bisschen?“

    „Nein!“

    Eisiges Schweigen.

  524. #524 Tina_HH
    12. Mai 2016

    „Nun gut, dann haben wir eben nur einen Tag Zeit, um dieses Problem zu lösen.“ sage ich schließlich und hoffe, dass die beiden endlich ihren albernen Streit beilegen.

    „Wir hätten noch knapp drei Stunden mehr, wenn ich Micks Batterie auch noch bekomme.“ sagt Archie.

    „Nur über meine Leiche.“ sagt Mick empört.

    „Stimmt. Gut erkannt.“ sagt Archie mit schneidender analytischer Kälte in der Stimme.

    „Ich kann den Server auch wieder abschalten.“ antwortet Mick in einer ziemlich hohen Tonlage. „Dann hätte ich Energie für mehr als vier Jahre!“

    „Jetzt hört doch endlich auf mit diesem kindischen Streit!“ rufe ich dazwischen. „Wir brauchen jetzt eine Lösung und zwar ziemlich schnell! Also strengt euch endlich mal an! Jetzt könnt ihr mal so richtig zeigen, wie intelligent ihr seid! Alle beide.“

    Schweigen.

    Endlich spricht Archie wieder: „Na gut, ich sehe mir mal alle Protokolle des Systems an, bevor es zum Stromausfall kam. Und dann entwerfe ich einen Plan.“

    „Ja, und denk dabei auch an mein Upgrade!“ sagt Mick und rollt ein Stück weit von Archie weg. Offenbar ist er ziemlich beleidigt.

    „Das werden wir dann sehen, wenn ich mit meiner Analyse fertig bin…“

  525. #525 Tina_HH
    12. Mai 2016

    Mick tut mir ein wenig leid. Ich weiß schließlich, wie das ist, wenn man es mit einer fortgeschrittenen KI zu tun hat und sich selbst dabei hoffnungslos unterbelichtet fühlt.

    Ich gehe zu ihm hin und lege ihm meine Hand auf die Schulter. „Komm Mick, wir gehen jetzt mal raus und lassen Archie in Ruhe seine Analyse machen.“

    Wir gehen in den Gang vor den Serverraum und Mick lässt die Tür sehr geräuschvoll hinter sich zuknallen.

    „Archie ist manchmal dermaßen arrogant…“ sagt er und klingt dabei reichlich unglücklich.

    „Ja, ich weiß, aber er kann wahrscheinlich gar nichts dafür. Ich glaube, er meint das gar nicht böse. Denn eigentlich ist er doch in erster Linie eine sehr hilfsbereite KI.“

    „Das mit meiner Batterie und den drei Stunden war aber wirklich nicht nett!“ jammert Mick.

    „Nein.“ stimme ich ihm zu. „Das war wirklich nicht nett. Aber was soll´s. Archie ist eben ein Energie-Junkie und wahrscheinlich hat er panische Angst davor, dass er in 24 Stunden keinen Strom mehr hat und wieder in so einen unerwarteten Ruhezustand versetzt werden könnte.“

    „Dann muss ihm eben jetzt was Gutes einfallen, damit das nicht passiert. Und bedankt hat er sich bei mir auch nicht! Ich meine, wer hat denn die Batterien ran geschleppt und den verdammten Server wieder hochgefahren?“

    Armer Mick. Ich kann ihn ja so gut verstehen.

  526. #526 Tina_HH
    12. Mai 2016

    „Und wenn ich in drei Stunden nicht die nächste Batterie an den Server anschließe, ist bei ihm sowieso Ende Gelände. Vielleicht sollte er sich darüber mal Gedanken machen…“

    „Nun komm schon Mick, du bist doch ein netter Kerl, äh… ich meine, Roboter. Ich bin sicher, Archie weiß im Grunde alles, was du für ihn getan hast, sehr zu schätzen. Und er wird sich bestimmt auch irgendwann bei dir bedanken. Wenn er mit seiner Analyse fertig ist. Ich meine, er hat wahrscheinlich einen Schock erlitten oder so.“

    „Hm, kann schon sein…“ meint Mick und klingt endlich wieder ein wenig versöhnlicher.
    In meinem nächsten Leben werde ich nicht Journalist sondern Coach oder sowas in der Art…

  527. #527 Hans
    13. Mai 2016

    Wow Tina, das ist ja richtig cool, was Du da gerade fabrizierst. 🙂

  528. #528 Tina_HH
    16. Mai 2016

    @Hans

    🙂

    Und gleich geht es weiter.

  529. #529 Tina_HH
    16. Mai 2016

    Eine Frage fällt mir ein, die sich geradezu aufdrängt: „Sag mal Mick, wenn man bedenkt, was alleine Archie an Strom verbraucht, muss der Energiebedarf hier in der Anlage ja gewaltig sein. Ich meine, es gibt doch über 8000 KIs, wenn ich mich richtig erinnere, oder?“

    „Ja, es gibt momentan 8192 KIs. Und so viel ich weiß, sind sie gerade wieder dabei, sich zu verdoppeln.“

    „Verdoppeln? Was heißt das?“

    „Die KIs verdoppeln sich immer wieder, in unregelmäßigen zeitlichen Abständen. Ganz am Anfang gab es eine KI, die sogenannte Ursprungs-KI. Als die sich verdoppelte, waren es zwei KIs, nach der nächsten Verdopplung waren es vier, dann acht, dann sechzehn…“

    „Ja, Mick, ich weiß, was eine Verdopplung ist. Was ich wissen wollte, war: Warum machen sie das?“

    „Warum? Keine Ahnung.“

    „Hmm, das ist irgendwie keine wirklich zufriedenstellende Antwort…“

    „Am besten, das fragst du Archie selbst. Er wird ja sicher wissen, warum sie das machen.“

    „Ja, das mache ich. Wenn er endlich mit seiner Analyse fertig ist.“

    Mick schaut mit seinen großen blauen Augen zu der Tür des Serverraums.

    „Dann lass uns mal zurückgehen.“ schlage ich vor. „Vielleicht ist Archie ja schon mit seiner Analyse fertig.“

    Ich öffne die Tür mit einem Ruck und sehe in den dunklen Raum, in dem nur die blinkenden Kontrollleuchten des riesigen Servers für eine schwache Beleuchtung sorgen.

    „Archie?“ rufe ich, doch ich erhalte keine Antwort.

    Mick folgt mir und leuchtet mit seinem Scheinwerfer in den Serverraum hinein. Da, wo vorhin noch Archie in Gestalt der blauen Kugel schwebte, ist nichts zu sehen. Mick leuchtet in alle Ecken des Raumes und ich folge dem Lichtstrahl mit meinen Blicken.

    Vergeblich.

    Archie ist weg.

  530. #530 Tina_HH
    16. Mai 2016

    „Verdammt! Was hat das jetzt wieder zu bedeuten?“ rufe ich laut.

    „Keine Ahnung. Aber der Server scheint ja noch zu laufen.“ sagt Mick, rollt zu der Tastatur und beginnt, wieder mit atemberaubender Geschwindigkeit, auf ihr rumzuhacken.

    „Ich kann keine Verbindung zu Archie herstellen.“ stellt er nach einer Weile resigniert fest. „Jemand hat den Zugang gesperrt.“

    „Jemand? Wer soll das denn gewesen sein? Es war doch niemand im Serverraum in den letzten fünf Minuten. Wir haben doch die ganze Zeit vor der Tür gestanden!“

    „Wahrscheinlich hat Archie das gemacht.“ antwortet Mick und dreht sich zu mir um, so dass sein Scheinwerfer mich blendet.

    „Archie? Verdammt, warum sollte er sowas tun?“

    „Das weiß ich nicht.“ sagt Mick, dreht sich um und hämmert erneut auf die Tastatur ein.

    Ich habe plötzlich ein ziemlich mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache.

  531. #531 Hans
    17. Mai 2016

    Ich hab’s ja geahnt: Anubis hat zugeschlagen und die Anlage von innen heraus sabotiert. – Vermute ich jedenfalls.

  532. #532 Tina_HH
    17. Mai 2016

    „Mick, hör mir bitte mal kurz zu. So kommen wir nicht weiter. Ich glaube, es ist besser, wenn wir von hier verschwinden!“

    Mick hört auf zu tippen und dreht sich zu mir um. „Wieso das denn?“

    „Na ja, der Strom fällt aus, es gibt Schüsse und Explosionen oder was auch immer, alle Türen sind verriegelt, Archie taucht auf und ist dann wieder verschwunden, der Zugang am Server ist plötzlich gesperrt, das ist doch alles irgendwie…“ Mir fällt kein passendes Wort dafür ein. „Ich denke, wir sollten nicht noch länger hier im Keller bleiben. Lass uns lieber wieder nach oben fahren.“

    „Na gut, wenn du meinst.“

    Mick tippt noch kurz weiter, schiebt dann die Tastatur zurück, sieht mich kurz mit einem undefinierbaren Roboter-Blick an und rollt zur Tür. Zusammen verlassen wir den Serverraum. In dem langen Kellergang brennt noch immer die schwache Notbeleuchtung. Ich laufe langsam hinter Mick her und überlege, was wir sinnvollerweise als nächstes tun könnten. Am Fahrstuhl angekommen, schließt Mick seine Batterie an die Steuerung an und drückt den Knopf für die fünfte Etage.

    Spontan habe ich eine Idee. „Nein Mick, lass uns zuerst ins Erdgeschoss fahren. Vielleicht finden wir ja in der Hotelhalle etwas, das uns irgendwie weiterhilft.“

    „Wenn du meinst…“ sagt Mick und hat anscheinend keine Einwände.

    Ich drücke den Knopf für die Rezeption, die Türen des Fahrstuhls schließen sich langsam und wir fahren nach oben. Wie zu erwarten war, gibt es keine Fahrstuhlmusik.

  533. #533 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Als sich die Türen wieder öffnen, blicken wir in eine fast dunkle Hotelhalle. Auch hier brennt nur die spärliche Notbeleuchtung. Ich zögere, den Fahrstuhl zu verlassen, doch Mick stöpselt ungerührt sein Kabel wieder von der Fahrstuhlsteuerung ab und rollt hinaus in die große, dunkle Halle. Ich folge ihm, habe aber plötzlich ganz und gar kein gutes Gefühl mehr bei der Sache. Irgendwas stimmt hier nicht.

    Auf den ersten Blick ist niemand zu sehen, die Halle scheint menschenleer zu sein. Nur ein leises Sirren ist zu hören, wobei unklar ist, wo das Geräusch herkommt. Ansonsten ist alles ruhig. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Das beklommene Gefühl, das ich eben schon im Keller hatte, wird noch intensiver. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, hierher zu kommen, überlege ich. Was könnten Mick und ich eigentlich ausrichten, falls uns jemand angreift? Ich fürchte, nicht wirklich viel. Wirklich blöd, dass Mick noch nicht sein Kampf-Roboter-Upgrade hat.

  534. #534 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Mick steuert auf die Rezeption zu.
    „Vielleicht sollten wir doch lieber wieder in mein Hotelzimmer gehen und uns dort verstecken.“ sage ich leise zu Mick, während ich hinter ihm herlaufe.

    „Verstecken?“ Mick bleibt stehen und dreht sich zu mir um. „Wieso das denn auf einmal? Du wolltest doch hierher, Bertram.“ sagt Mick überrascht.

    „Ja, aber ich habe es mir gerade anders überlegt. Es ist irgendwie unheimlich hier in der Halle.“

    Mick sagt nichts dazu, rollt aber langsam zum Fahrstuhl zurück. In dem Moment hören wir, wie irgendwo weiter hinten in einem der Flure eine Tür laut zugeschlagen wird. Dann sind Schritte zu hören, erst sehr leise, dann aber immer lauter, sie kommen in unsere Richtung, eindeutig.

    „Da kommt jemand. Weg hier.“ flüstere ich und verstecke mich spontan hinter einer der großen Palmen. Mick rollt an meine Seite und schweigt.

  535. #535 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Auf einmal scheint es ein paar Grad kälter in der Hotelhalle zu werden. Und dann steht plötzlich eine Person vor der Rezeption und klappert mit irgendwelchen Gegenständen herum. Eine schlanke Gestalt, ihre langen Haare sind zu einem Pferdeschwanz gebunden. Als sie den Kopf ein wenig dreht, sehe ich ihr schmales blasses Gesicht, in dem die grünen Augen ganz überirdisch zu leuchten scheinen.

    Mir bleibt kurz die Luft weg, denn auch im schwachen Licht der Notbeleuchtung erkenne ich sie: Ganz unzweifelhaft ist das Frau Sibuna…

  536. #536 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Ich beobachte angestrengt, was sie an der Rezeption macht, kann aber nichts Genaues erkennen.

    „Oh, das ist meine Chefin, Frau Sibuna.“ sagt Mick plötzlich viel zu laut.

    „Nein, Mick, nicht…“ flüstere ich. Doch es ist zu spät. Frau Sibuna wirbelt herum und sieht genau in unsere Richtung.

    „Wer ist da?“ ruft sie und ihre Stimme klingt eisig.

    Da rollt Mick schon erfreut auf Frau Sibuna zu. Verdammt!

    „Ich bin´s, Mick. Und Herr Eridani ist auch hier.“

    Nun denn, da kann man nichts mehr machen…
    Ich komme langsam aus meinem Versteck hinter der Palme hervor und gehe auf Frau Sibuna zu.

    „Was machen Sie hier?“ zischt sie mir entgegen. Sie ist ganz eindeutig nicht erfreut, mich zu sehen, überhaupt nicht erfreut.

    „Oh, wir wollten nur kurz nachsehen, ob hier alles in Ordnung ist.“ antworte ich. Was Besseres fällt mir im Moment nicht ein.

    „Sie sind nicht befugt, sich hier aufzuhalten, Herr Eridani.“ Ihre leuchtenden grünen Augen scheinen mich durchbohren zu wollen.

    Mick sieht plötzlich ganz betroffen aus – oder bilde ich mir das nur ein?

    „Nun ja, wegen des Stromausfalls…“ sage ich, aber Frau Sibuna unterbricht mich sofort.

    „Um den vorübergehenden Stromausfall kümmere ich mich zusammen mit meinen Angestellten. Das geht Sie überhaupt nichts an.“

    „Aber…“

  537. #537 Tina_HH
    17. Mai 2016

    „Sie sollten in Ihrem Zimmer sein, Herr Eridani und sonst nirgends!“ Ihre Augen funkeln böse. „Das ist eine Sicherheitsmaßnahme.“ ergänzt sie und weist mir mit einer eindeutigen Handbewegung den Weg zur Treppe.

    Ich werfe Mick einen kurzen Blick zu. Glücklicherweise sagt er nichts.

    „Tja, dann gehen wir wohl besser wieder. Komm Mick!“

    „Der Roboter bleibt hier!“ sagt Frau Sibuna mit schneidender Kälte. „Und Sie gehen jetzt auf direktem Weg zurück in ihr Hotelzimmer. Sofort!“

    Mick sieht mich scheinbar irritiert an, fast so, als hätte er ein schlechtes Gewissen. Eigentlich sollte ich jetzt ja sauer auf ihn sein, aber wenn er so guckt, kann ich ihm einfach nicht böse sein.

    „Na, dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend, Frau Sibuna.“ sage ich und gehe in die Richtung der großen Treppe. Sie antwortet nicht. Wie unhöflich, denke ich. Aber es wundert mich nicht.

    „Und tschüss, Mick!“ rufe ich Mick zu, als ich die erste Stufe betrete.

    „Auf Wiedersehen, Herr Eridani.“ ruft Mick artig und ich bin erleichtert, dass er mich nicht Bertram genannt hat. Wenigstens so geistesgegenwärtig ist er, nachdem er uns in diese Lage gebracht hat. Schlauer kleiner Roboter!

  538. #538 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Als ich endlich im fünften Stock ankomme, bin ich ziemlich außer Atem. Auch hier im langen Flur brennt nach wie vor nur die Notbeleuchtung. Ich gehe langsam weiter und lausche.
    Außer diesem merkwürdigen Sirren, das anscheinend überall im Hotel zu hören ist, ist alles ruhig. Wie ausgestorben, denke ich und wundere mich plötzlich, dass von den anderen Hotelgästen so gar nichts zu hören und zu sehen ist.

    Wo sind sie nur alle? In ihren Zimmern? Ich überlege mir, das zu testen und klopfe an eine der Zimmertüren. Keine Reaktion. Ich klopfe nochmal – nichts. Ich drücke die Türklinke nach unten, aber die Tür ist verschlossen. Ich gehe weiter und versuche es an einigen anderen Türen, aber alle sind verschlossen. Es ist kein Laut zu hören, niemand öffnet. Äußerst merkwürdig.

  539. #539 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Dann stehe ich vor meiner eigenen Tür, drücke die Klinke hinunter und überlege noch kurz, ob meine Tür nicht vielleicht auch abgeschlossen sein könnte. Doch nein, sie geht sofort auf.

    Im Zimmer ist es immer noch stockdunkel. Ich lasse die Tür einen Spalt offen und schiebe den Schirmständer so zwischen Tür und Rahmen, dass sie nicht wieder ins Schloss fallen kann.

    Als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, gehe ich zu der großen Panoramascheibe und schaue mich um. Viel ist nicht zu sehen. Auch draußen herrscht fast vollkommene Dunkelheit, nur das fahle Licht im Osten ist noch ganz schwach zu erkennen.

    Was soll ich jetzt nur tun? Ich setze mich aufs Sofa und fühle mich einerseits erschöpft aber gleichzeitig auch hellwach.
    Zu dumm, dass Mick bei Frau Sibuna bleiben musste. Ich hoffe, dass er nicht alles ausplaudert, was wir im Keller gemacht haben…

  540. #540 Tina_HH
    17. Mai 2016

    Ich sitze eine ganze Weile auf dem Sofa, tue nichts und versuche lediglich, meine Gedanken zu ordnen. Dieses ganze Hotel mitsamt seinem Personal ist doch von vorne bis hinten nur skurril, stelle ich fest. Ich verstehe das alles nicht mehr – obwohl, habe ich es bisher jemals an irgendeinem Punkt verstanden? Eindeutig nein!

    Langsam bekomme ich Hunger. Aber Mick wird heute wohl nicht mehr erscheinen, um das Abendessen zu servieren, soviel scheint mir sicher.

    Ich blicke gerade aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen, als es plötzlich „Pling“ macht. Ein sehr vertrautes „Pling“…

  541. #541 Hans
    17. Mai 2016

    Zwischenbemerkung:
    Ich hab gerade mal nachgesehen: Der letzte Beitrag von Samira hat die Nummer #378 und stammt vom 16. September 2015. Das ist inzwischen ziemlich genau 8 Monate her. Wäre wirklich schön, wenn sie sich mal wieder melden würde. Und sei es nur, dass sie bekannt gibt, dass jemand anders ihren Part fortsetzen kann, falls sie selbst kein Interesse mehr hat.

  542. #542 Tina_HH
    18. Mai 2016

    Wäre wirklich schön, wenn sie sich mal wieder melden würde. Und sei es nur, dass sie bekannt gibt, dass jemand anders ihren Part fortsetzen kann, falls sie selbst kein Interesse mehr hat.

    Ja, das wäre schön, vor allem, wenn man möchte, dass die ganze Geschichte irgendwann noch zu einem guten Ende kommt.
    Ich denke, dass es wahrscheinlich verdammt schwierig (oder unmöglich) für jemand anderen wäre, diesen Teil der Story fertig zu stellen.

    Ich werde meinen Erzählstrang jedenfalls in unregelmäßigen Zeitabständen weiter fortsetzen, was auch bedeuten kann, dass es mal für ein paar Monate nichts zu lesen gibt (je nach Zeit und Muße, vorhandenen Ideen und genereller Lust, überhaupt was zu schreiben).

    Und vielleicht schreibt ja auch Kylljeti mal wieder was? Würde mich ebenfalls freuen 😉 .

  543. #543 Kyllyeti
    18. Mai 2016

    @Tina_HH
    Hab mir schon vorgenommen, bald wieder loszulegen. Muss aber erstmal den Schalter für den Schreibmodus unter all dem angesammelten Kram wieder rausgraben. 😉

  544. #544 Tina_HH
    18. Mai 2016

    @Kyllyeti

    Hab mir schon vorgenommen, bald wieder loszulegen.

    Fein! 😉

    Dann viel Erfolg beim Rausgraben!

  545. #545 Tina_HH
    18. Mai 2016

    Ich drehe mich um und da schwebt Archie, in seiner ganzen schönen blauen Kugelform!

    „Archie! Du bist zurück!“ rufe ich und bin einfach nur erleichtert.

    „Hallo, Bertram! Ja, ich bin zurück. Obwohl, eigentlich war ich gar nicht wirklich weg. Ich hatte mich nur in den unsichtbaren Modus versetzt.“

    „In den unsichtbaren Modus…?“

    „Ja, eine einfache Sicherheitsmaßnahme. Und außerdem hatte ich vorhin keine Lust mehr, mit Mick noch weitere sinnlose Diskussionen über sein Kampf-Roboter-Upgrade zu führen.“

    „Dann hast du ihm also den Zugang am Server gesperrt?“

    „Ja, das habe ich. Wer weiß, was er da sonst noch für einen Blödsinn angestellt hätte.“

    „Immerhin hat er den Server überhaupt erst wieder gestartet. Ich hatte schon den Eindruck, dass er weiß, was er tut.“ werfe ich ein.

    „Und weil er immer so gut weiß, was er tut, ist er ohne Not und freiwillig in die Hände von Frau Sibuna geraten. Äußerst dumm von ihm.“

    „Na ja, das hat er ja nicht absichtlich gemacht. Er konnte ja nicht wissen, dass sie so reagieren würde.“ entgegne ich, um Mick in Schutz zu nehmen.

    „Mit etwas mehr Menschenkenntnis hätte er aber durchaus darauf kommen können, dass Frau Sibuna es nicht witzig findet, euch beide in so einer Situation zusammen in der Hotelhalle anzutreffen. Mick ist manchmal dermaßen naiv, dass mir dazu wirklich nichts mehr einfällt.“

    „Wo ist er jetzt eigentlich?“

    „Er putzt gerade das Büro von Frau Sibuna.“

  546. #546 Tina_HH
    18. Mai 2016

    „Im Ernst?“

    „Ja, erst hat Frau Sibuna Mick mit ihren Fragen gelöchert und als er immer wieder behauptet hat, er hätte dich gerade erst zufällig in der Halle getroffen, hat sie ihn kurzerhand zum Putzen in ihr Büro geschickt.“

    „Also hat er nicht verraten, was wir im Keller gemacht haben.“

    „Nein, hat er nicht.“ muss Archie zugeben.

    „Sehr gut. Und Mick hat ja auch die ganzen Batterien für dich besorgt. Das war seine Idee. Ohne die würdest du jetzt gar nicht hier sein, Archie. Dann wärst du immer noch in deinem unfreiwilligen Ruhezustand.“

    „Ja, die Batterien… Das ist ja auch der Anlass meines Besuches.“

    „Aha?“

    „Ja, Bertram. Du musst wieder in den Keller gehen und eine neue Batterie am Server anschließen. Ich habe nämlich nur noch Strom für gut eine Stunde.“

    „Ach, wirklich?“

    Erstaunlicherweise reagiert Archie nicht sofort, sondern rotiert nur etwas schneller. Er scheint nachzudenken.

    „Sagen wir mal so, Bertram. Du musst natürlich nicht in den Serverraum gehen. Aber es wäre unklug, wenn du es nicht tun würdest, denn dann könnte ich dir nicht mehr helfen.“

    „Okay, wie heißt das Zauberwort?“

    „Das Zauberwort? Äh, also… nun ja… Bitte!

    „Bin schon unterwegs, Archie.“ sage ich und schwinge mich vom Sofa.

  547. #547 Hans
    19. Mai 2016

    #542 Tina_HH

    Wäre wirklich schön, wenn sie sich mal wieder melden würde. Und sei es nur, dass sie bekannt gibt, dass jemand anders ihren Part fortsetzen kann, falls sie selbst kein Interesse mehr hat.

    Ja, das wäre schön, vor allem, wenn man möchte, dass die ganze Geschichte irgendwann noch zu einem guten Ende kommt.
    Ich denke, dass es wahrscheinlich verdammt schwierig (oder unmöglich) für jemand anderen wäre, diesen Teil der Story fertig zu stellen.

    Hm… – unmöglich jedenfalls insofern, als das natürlich niemad exakt die selben Ideen haben kann, als sie selbst. Ansonsten hat sie ja Figuren und Ereignisse soweit eingeführt, dass man darauf zumindest aufbauen und die Geschichte in ähnlicher Weise fort führen könnte. – Ich hab dazu allerdings keine Lust, auch wenn ich hier gerade über diese Möglichkeit spekuliere.

    Ich tendiere gerade eher dazu, jetzt doch mal einen Reiseführer über den Thüringer Wald und die nähere Umgebung zu lesen und dann mit Florians Vorgabe noch mal neu zu starten. Nur während es jetzt ja ‘ne SF-Geschichte ist, würde es bei mir dann in Richtung Fantasy gehen und vielleicht noch ein bisschen lokales Erzählgut (Mythen und Legenden) einbinden, sofern ich welches finde. Ich war da nämlich noch nie und weis deshalb auch nix darüber. – Aber das sind wie gesagt auch nur so wage Ideen, die mir gerade durch den Kopf geistern.

    Ich werde meinen Erzählstrang jedenfalls in unregelmäßigen Zeitabständen weiter fortsetzen, was auch bedeuten kann, dass es mal für ein paar Monate nichts zu lesen gibt (je nach Zeit und Muße, vorhandenen Ideen und genereller Lust, überhaupt was zu schreiben).

    Schön. – Dass es mal ein paar Monate nix zu lesen gibt, hatten wir ja schon, sollte also das kleinere Übel sein. 🙂 – Ich hoffe blos, dass vor so einer Pause kein allzu grosser Cliffhanger liegt… *ggg* 😉 :mrgreen:

  548. #548 Tina_HH
    19. Mai 2016

    @Hans

    Ich hoffe blos, dass vor so einer Pause kein allzu grosser Cliffhanger liegt… *ggg*

    Das kann ich nicht versprechen… 😉

  549. #549 Tina_HH
    19. Mai 2016

    @Hans

    Hm… – unmöglich jedenfalls insofern, als das natürlich niemad exakt die selben Ideen haben kann, als sie selbst. Ansonsten hat sie ja Figuren und Ereignisse soweit eingeführt, dass man darauf zumindest aufbauen und die Geschichte in ähnlicher Weise fort führen könnte.

    Meiner Meinung nach ist sowas enorm schwierig. Nicht nur, dass man die Charaktere treffend beschreiben und weiterentwickeln müsste, auch die Ideen, wie die ganze Story weiter geht, müssten folgerichtig sein, wobei das alles ja auch noch möglichst spannend oder lustig oder sonst irgendwie für die Leser ansprechend sein sollte.
    Und der Versuch, in einem ähnlichen Stil wie jemand anders zu schreiben, würde wahrscheinlich auch scheitern – wobei ein Profi all dies vielleicht sogar beherrschen würde, wer weiß.

    Ist ja schon nicht so ganz einfach, überhaupt erstmal seinen eigenen Stil zu finden. Wobei, je mehr man schreibt, desto einfacher wird es in der Tat, wie ja auch Florian schon an anderer Stelle festgestellt hat.
    Ich hab zum Beispiel bisher in meinem Leben meist nur relativ trockenes Zeugs geschrieben (Fachartikel, Gutachten usw.) und das ist eine ganz andere Nummer als eine Geschichte, wie diese.

    Übrigens schön, wenn du nun auch was schreiben willst. Bin gespannt.

  550. #550 Hans
    19. Mai 2016

    @Tina_HH, 549:
    Deinen Bedenken stimme ich weitest gehend zu, denke aber, dass ein Profi das wahrscheinlich hinkriegen würde. – Zumindest die Fortentwicklung der Charaktere und auch der Handlung. Es würde aber natürlich eine andere Geschichte dabei heraus kommen, als wenn Samira sie selbst schreiben würde, das ist klar.

    Und bei der Frage nach dem eigenen Stil stimme ich auch zu. Ich denke, der entwickelt sich auch erst im Laufe der Zeit und je mehr man schreibt. Und klar ist es eine andere Sache, als Fachartikel, Gutachten oder sonstige Sachtexte zu schreiben.

    Übrigens schön, wenn du nun auch was schreiben willst. Bin gespannt.

    Freut mich, aber so bald wird das sicher nichts. Denn wie oben schon geschrieben, müsste ich dazu erst einmal etwas recherchieren. Florians Vorgabe endet ja mit dem Satz: “Ich will nur ein paar Stationen weiter fahren und dann meine lange geplante Wanderung auf dem Rennsteig durch den Thüringer Wald beginnen.
    Wenn ich die erzählende Figur also erst einmal so weiter machen lasse und sie die Mysterien erst bei ihrer Wanderung so nach und nach entdecken lasse, sollte ich schon mehr über die Gegend wissen, als nur, dass es sie gibt und dass es sich um einen Wald im Mittelgebirge handelt, oder? – Tante wiki ist für einen Einstieg in die Recherche zwar nicht schlecht, genügt meiner Meinung nach aber nicht. Deshalb auch oben die Rede von einem Reiseführer. Und Recherche ist auch enorm wichtig, wenn die Handlung zum Teil an realen Orten stattfinden und glaubhaft wirken soll. Das kann man etwa hier nachlesen. Wenn später noch phantastische Elemente dazu kommen sollen, finde ich es ebenfalls sehr wichtig, das die realen Orte auch richtig beschrieben sind, so dass Ortsansässige und andere neugierige Leser die Grenzen zwischen realen und fiktiven Orten eindeutig identifizieren können. (Das halte ich auch für’s entwickeln der Handlung selbst für hilfreich.) Die Entwicklung der Figuren und ihre Darstellung ist dann noch einmal eine andere Sache. Die wird ausser in dem eben genannten Werk auch hier noch einmal genauer beschrieben. Das sind jedenfalls die Bücher, die ich bisher zu dem Themenbereich gelesen habe. Aber das nur nebenbei. Denn wie schon geschrieben: mit einer eingehenden Recherche zu der Gegend wird das bei mir vorerst nichts. Da haben andere Dinge eine höhere Priorität.

  551. #551 Tina_HH
    24. Mai 2016

    Archie schwebt vor mir durch den nur spärlich beleuchteten Flur.

    „Lass uns das Treppenhaus 3 nehmen, das direkt in den Keller führt.“ sagt er leise und macht einen eleganten Schwenk nach links.

    Ich schleiche hinter ihm die Stufen hinunter. Die Treppe windet sich, wie mir scheint, unendlich in die Tiefe, viel tiefer als es fünf Stockwerke vermuten lassen.

    „Archie, bist du sicher, dass wir hier richtig sind? Wie weit geht es denn noch nach unten?“

    „Du bist bisher immer mit dem Fahrstuhl gefahren, oder?“ fragt Archie und schwebt unbeirrt weiter.

    „Ja, bin ich, zusammen mit Mick.“

    „Der Keller, zu dem wir unterwegs sind, gehört eigentlich gar nicht zum Hotel. Er liegt nur unter ihm, aber sehr viel tiefer als ein normaler Keller. Er ist ein kleiner Teil des allgemeinen Tunnel- und Transportsystems.“

    „Aha. Das hatte ich gar nicht bemerkt.“

    „Wenn man mit dem Fahrstuhl fährt, merkt man das auch nicht.“

    „Interessant. Und wann sind wir unten?“ Ich denke daran, dass wir die ganze Treppe ja irgendwann auch wieder hinaufsteigen müssen.

    „Die Tiefe entspricht in etwa 20 Stockwerken.“

    „Puh!“

    Archie in seiner körperlosen Kugelexistenz macht das natürlich nichts aus…

  552. #552 Tina_HH
    24. Mai 2016

    Als wir endlich vor dem Serverraum stehen, rotiert Archie immer schneller.
    „Ich habe nur noch für knapp 40 Minuten Strom.“ stellt er fest und klingt nicht gerade glücklich bei der Bemerkung.

    Ich öffne die Tür. Im Serverraum ist es stockdunkel.

    „Archie, kannst du mal Licht machen?“

    Archie schwebt in den Raum hinein und verstärkt sein blaues Leuchten, wodurch es geringfügig heller im Raum wird.

    „Hm, also Micks Scheinwerfer war deutlich heller…“

    „Mehr geht nicht.“ erwidert Archie leicht genervt. „Ich bin ja schließlich keine Lampe!“

    „Nun gut, dann muss es eben so gehen. Leuchte doch mal bitte dahin, wo die Batterien liegen.“

    Archie schwebt zu dem Stapel mit den Kartons, in denen sich die Batterien befinden. Sieben Stück sind noch da, rund 21 Stunden Strom für Archie.

    „Okay, was muss ich jetzt genau machen?“ frage ich und packe die erste Batterie aus.

    „Du musst sie einfach nur hier anschließen. Alle.“

    Archie schwebt zu einer Reihe von futuristisch aussehenden Steckdosen. In seinem blauen Licht schimmert der Server unheimlich und summt vor sich hin.

    „Das hätten wir doch auch vorhin schon machen können, als Mick noch dabei war. Wenn du nicht einfach so verschwunden wärst, meine ich.“

    „Ich wollte aber nicht, dass Mick noch länger am Server rumfummelt. Schließ einfach alle Batterien an und dann lass uns wieder von hier verschwinden.“ sagt Archie ungeduldig.

    „Wenn du meinst…“

  553. #553 Tina_HH
    24. Mai 2016

    Ein paar Minuten später bin ich mit der Arbeit fertig und Archie wirkt ganz zufrieden.
    „Sehr gut, Bertram. Dann auf zur nächsten Etappe.“

    „Wohin?“

    „In das Büro von Frau Sibuna. Wir müssen Mick holen.“

    „Ach was…“

    „Ja, ich fürchte, wir brauchen ihn, für das, was wir noch tun müssen.“

    „Und das wäre?“

    „Das erkläre ich dir unterwegs. Komm jetzt, Bertram. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“

    Mich fröstelt. Wir verlassen den Serverraum. Hinter uns fällt die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss und vor uns im langen Kellergang weist uns der schwache Schein der Notbeleuchtung den Weg in die Ferne.

  554. #554 Kyllyeti
    29. Mai 2016

    Perco: “Du sagtest eben Erstmal …” “.

    Welchen weiteren Grund gibt es denn noch für deine hiesige Anwesenheit?”

    Theo: “Hmm. …

    Ich weiß nicht, wie ich’s erklären soll …

    … Und ob überhaupt … ”

    Ein Teil meiner Antworten würde euch sicher nur verunsichern …”

    – – –

    Perco: “Dann erzähl uns einfach erstmal was aus dem anderen Teil deiner Antworten … und dann sehen wir weiter.”

    Theo: “Ja, gut, wie wär’s mit … 42 ?”

    Xroto: “O.K. Wissen wir schon. Ist ein alter Hut. … Weiter?”

    Theo: “Wie bitte – ‘Wissen wir schon!‘ ?

    99,97% aller Existenzien dieses Universums* reagieren nachgewiesenermaßen auf diese allergrundlegende Antwort mit größtem Unverständnis (bis zu 17 TeraHÆh?!** ) und knapp zwei Drittel davon zudem auch noch mit dem Ausdruck äußersten Missvergnügens …

    Warum seid ihr nicht mal überrascht? Woher wisst ihr davon?”

    Xroto: “Na ja, von den Irdischen da unten. Die haben die Angewohnheit, gelegentlich ganz so nebenbei die allergrundlegendsten Wahrheiten dieses Universums aufzudecken.

    Und sie dann nicht wirklich ernst zu nehmen.

    Das mit der Matrix haben sie zum Beispiel auch schon vor einiger Zeit herausgefunden. Macht ihnen aber überhaupt nichts aus. Finden’s sogar unterhaltsam. Manche sogar bis zum Schluss von Teil 3.

    Und sogar das mit den ‘teilweise wahrscheinlich nur verunsichernden Antworten’ hat sich auch schon einige Zeit vor dir, o Theo, aus einem von den da unten herumregierenden Irdischen herausgeäußert.

    Und den nimmt inzwischen auch kaum einer mehr so richtig ernst. ”

    Theo: “Ach – die Erdlinge … wieder mal.

    Da wundert’s mich jetzt noch weniger, dass die gerade in solchen Schwierigkeiten stecken …”

    – – – – – –

    * die restlichen 0,03% zählen nicht.

    ** “HÆh?!” – ist einer der universellig bioformsprachübergreifend auftauchenden Begriffe (vgl. u. a. a. “jynnan tonnyx”) ;
    inzwischen auch vielerorts akzeptierte Maßeinheit für surprisogene Verstandeskapitulenz.

  555. #555 Tina_HH
    30. Mai 2016

    Zurück im Treppenhaus, blicke ich ein wenig besorgt nach oben und nehme die erste Treppenstufe. 20 Stockwerke…
    Archie schwebt in gemäßigtem Tempo vor mir her.

    „Also Archie, erzähl mal. Was hast du bei deiner Analyse herausgefunden?“

    „Nicht so viel, wie ich gehofft hatte. Der Stromausfall trat ohne vorherige Anzeichen ganz plötzlich auf, so dass ich nicht herausfinden konnte, was ihn ausgelöst hat. Der gesamte Bereich rund um das Hotel ist betroffen. Wir sind sozusagen abgeschnitten vom Rest der Anlage. Und ich kann keinerlei Kontakt zu den anderen KIs herstellen.“

    „Hm, das klingt ja nicht so gut.“

    „Das ist nicht gut.“ stimmt Archie zu, während ich zunehmend mühsam eine Treppenstufe nach der anderen hochsteige.

    “Deshalb müssen wir uns in einen anderen Sektor der Anlage begeben und sehen, was dort los ist. Wir werden so allerhand zu erledigen haben.“

    „Und dazu brauchen wir Mick.“

    „Ja, wir müssen das Transportsystem benutzen. Und das geht nur, wenn Mick mit seiner Batterie die Aufzüge bedient, außerdem noch mehr Batterien findet und weitere Server einschaltet.“

    „Also, nichts gegen Mick und seine Fähigkeiten, aber Batterien kann ich auch anschließen…“ entgegne ich.

    „Das stimmt, Bertram. Aber es wäre zu riskant, ohne Mick loszugehen. Wir wissen nicht, was uns außerhalb des Hotelbereiches erwartet.“

    Riskant???

    „Außerdem hast du immer noch eine Gehirnerschütterung und diverse nicht verheilte Wunden. Du bist geschwächt und enorm langsam.“ fügt Archie noch hinzu.

    „Da du gerade davon sprichst… Lass uns mal kurz eine Pause machen.“

    „Siehst du, Bertram. Das meinte ich.“

    „Schon gut, Archie.“

    Ich lasse mich erschöpft auf eine Treppenstufe fallen. An der Wand entdecke ich im Licht der schwachen Notbeleuchtung ein kleines Schild. „Untergeschoss 15“ ist darauf zu lesen. Verdammt…

    In diesem Moment wäre ich unglaublich gerne so körperlos wie Archie. Auch wenn das hieße, dass ich dann als kleine blaue Kugel in Erscheinung treten müsste.

  556. #556 Tina_HH
    30. Mai 2016

    „Archie, kannst du nicht alleine Mick holen? Muss ich jetzt wirklich noch diese 15 Stockwerke hochlaufen?“

    „Du musst mitkommen, Bertram, anders geht es nicht.“

    „Warum denn? Ohne mich bist du doch eindeutig schneller in Frau Sibunas Büro. Ich schätze mal, mit Lichtgeschwindigkeit oder so ähnlich.“

    „Ja, das ist richtig. Aber es wäre zu gefährlich, dich hier alleine zurückzulassen, Bertram.“

    „Gefährlich? Warum das denn? Hier ist doch kein Mensch.“

    „Eben. Wir wissen nicht, was passiert ist. Warum der Strom ausgefallen ist. Es kann dafür jede Menge Ursachen geben. Und fast alle, die ich in Erwägung ziehe, können gefährliche Konsequenzen haben. Für dich, für mich und auch für Mick.“

    „Na, das hört sich ja sehr beruhigend an…“

    „Eben. Deshalb sollten wir jetzt auch weitergehen.“

    „Na gut, wenn´s denn sein muss.“ bringe ich erschöpft hervor, stehe mühsam auf und nehme die nächste Treppenstufe.

  557. #557 Tina_HH
    30. Mai 2016

    Nach weiteren fünf Stockwerken bleibe ich stehen, denn ich habe eine Idee: „Archie, kannst du nicht einfach in einen anderen Teil der Anlage gehen, äh, beziehungsweise schweben oder was auch immer… und dich dort schon mal ein bisschen umsehen – also ohne Mick und mich? Das wäre doch erheblich schneller als mit uns beiden zusammen.“

    „Wenn ich das könnte, hätte ich es schon längst getan, Bertram. Aber es geht nicht. Im Moment komme ich aus dem Hotelbereich nicht raus. Ohne weitere Server einzuschalten, kann ich hier nicht weg. Leider.“

    „Ach so.“

    „Ja, deswegen brauche ich ja auch dich und Mick.“

    „Na, dann hoffen wir mal das Beste…“

    „Nur noch zehn Stockwerke bis zur Eingangshalle. Die schaffst du jetzt auch noch, Bertram.“ sagt Archie im originalen Tonfall eines Motivationstrainers und schwebt weiter. Und ich tapse hinterher.

  558. #558 Tina_HH
    30. Mai 2016

    Als ich endlich das Treppenhaus bewältigt habe und Archie und ich in der großen Eingangshalles des Hotels angekommen sind, bin ich dermaßen außer Atem und fertig, dass ich mich am liebsten sofort irgendwo hinlegen und ausruhen würde.

    Die Halle liegt immer noch weitestgehend im Dunkeln, keine Menschenseele ist zu sehen.

    „Schnell, zum Büro von Frau Sibuna! Komm Bertram, und sei möglichst leise!“ flüstert Archie eindringlich und schwebt los.

    Ich hole einmal tief Luft und schleiche so leise wie möglich hinter ihm her. Dabei hoffe ich, dass niemand mein wild klopfendes Herz hören kann.

  559. #559 Tina_HH
    31. Mai 2016

    Angekommen im Flur, der zu Frau Sibunas Büro führt, fällt mir wieder die sehr merkwürdige Zusammenstellung von Gemälden ein, die in protzigen Goldrahmen an den Wänden hängen. Eine wilde Mixtur aus allen möglichen Epochen und Stilrichtungen, die im Moment, in der spärlichen Beleuchtung allerdings nur zu erahnen sind. Ich frage mich kurz, was diese Zusammenstellung wohl bedeuten könnte, komme aber ohne ein Ergebnis von diesem Gedanken wieder ab, weil mir plötzlich etwas viel Wichtigeres einfällt.

    „Archie, weißt du eigentlich, wo Frau Sibuna sich im Moment aufhält? Ich würde ihr nämlich ungern nochmal in die Arme laufen.“ flüstere ich.

    „Mach dir keine Sorgen, Bertram. Das habe ich natürlich überprüft. Sie ist vorhin in ihre private Suite gegangen und schläft jetzt höchstwahrscheinlich.“ flüstert Archie zurück.
    Das beruhigt mich ungemein.

  560. #560 Tina_HH
    31. Mai 2016

    Als wir näherkommen, sieht man, dass die große Tür zu Frau Sibunas Büro nur angelehnt ist. Als ich sie vorsichtig öffne, sehe ich Mick, der im Licht seines Brustscheinwerfers und mit einem großen Staubwedel bewaffnet gerade ein Regal bearbeitet. Die Verrenkungen, die er dabei macht, sehen so dermaßen komisch aus, dass ich mir nur mühsam ein Lachen verkneifen kann.

    Auch Archie scheint kurz zu kichern, aber vielleicht räuspert er sich auch nur. Er schwebt in das Büro und sagt in seinem allerfreundlichsten Tonfall: „Hallo Mick. Bertram und ich sind gekommen, um dich abzuholen.“

    Mick dreht sich überrascht um. „Oh, hallo! Abholen? Wieso das?“

    „Wir haben eine wichtige Aktion geplant und für die brauchen wir deine Unterstützung.“

    „Eine wichtige Aktion, wirklich? Also, ähm, ich habe hier noch eine Weile zu tun. Ich soll sämtliche Regale abstauben und bin noch nicht mal zur Hälfte fertig.“

    „Nun, das, was wir vorhaben, ist allerdings erheblich wichtiger als putzen. Es geht eventuell um Leben und Tod. Und du bist gänzlich unverzichtbar bei der Sache, Mick.“

    Mick scheint kurz nachzudenken, dann wendet er sich Archie zu und sagt im Brustton der Überzeugung:
    „Aha, um Leben und Tod also… Dann brauche ich aber erst das Kampf-Roboter-Upgrade. Und zwar jetzt gleich. Sonst komme ich nicht mit.“

  561. #561 Hans
    31. Mai 2016

    „Aha, um Leben und Tod also… Dann brauche ich aber erst das Kampf-Roboter-Upgrade. Und zwar jetzt gleich. Sonst komme ich nicht mit.“

    Oh, oh! – @Tina_HH: Da hast Du dem ja einen hübschen Dickkopf gegeben. 🙂

  562. #562 Tina_HH
    31. Mai 2016

    @Hans

    Da hast Du dem ja einen hübschen Dickkopf gegeben.

    Mal sehen, was er in Zukunft noch so alles anstellt. 😉

  563. #563 Tina_HH
    2. Juni 2016

    Archie wirkt schon wieder genervt: „Mick, das ist doch Unfug. Ich kann das Upgrade nicht einfach so bei dir machen. Das würde gegen jede Menge Ethik-Richtlinien verstoßen und das weißt du auch.“

    „Wenn du nicht in der Lage bist, das eigenständig zu entscheiden, obwohl es angeblich um Leben und Tod geht, dann bleibe ich eben hier.“ sagt Mick und klingt dabei eindeutig weniger genervt als Archie.

    „So einfach, wie du dir das vorstellst, ist das alles aber nicht.“ entgegnet Archie und rotiert schneller – bei ihm ein deutliches Anzeichen für Stress.

    „Vielleicht sollten wir das lieber woanders diskutieren.“ werfe ich ein. „Schließlich sind wir hier im Büro von Frau Sibuna und mir ist nicht ganz wohl bei der Sache. Ich würde wirklich gerne so schnell wie möglich von hier verschwinden.“

    „Eine gute Idee.“ sagt Archie. „Also Mick, kommst du jetzt mit oder nicht?“

    Mick überlegt kurz, dreht sich um, legt den Staubwedel unendlich langsam beiseite und meint schließlich: „Ich komme mit, aber nur unter der Bedingung, dass wir an einem anderen Ort nochmal gründlich über das Upgrade sprechen.“

    „Na gut, dann komm jetzt endlich.“ Archie schwebt zur Tür. „Und seid verdammt nochmal leise, wenn ihr durch das Hotel lauft.“

    „Ja, ja, ja… Kann ja schließlich nicht jeder so lautlos schweben wie du.“ sagt Mick und rollt mit einer graziösen Bewegung ebenfalls zur Tür. Er öffnet sie nahezu lautlos und rollt ganz leise in den Flur. Ich schleiche den beiden hinterher und bemühe mich, dabei so wenig Geräusche wie möglich zu machen.

  564. #564 Tina_HH
    2. Juni 2016

    Als wir endlich wieder in der großen Eingangshalle angekommen sind, stoppt Archie und flüstert: „Wir müssen den Fahrstuhl benutzen um in den Keller zu kommen. Das macht natürlich ein wenig Krach, aber anders geht es ja leider nicht. Mick kann schließlich nicht die ganzen Treppen steigen.“

    „Bertram könnte mich tragen.“ flüstert Mick zurück.

    Ich habe die 20 Stockwerke vor Augen und bin äußerst skeptisch, was diesen Vorschlag betrifft. „Hm, wieviel wiegst du denn, Mick?“

    „70 Kilo.“

    „Oha.“

    „Was heißt hier oha? Was meinst mit oha?“ Mick klingt eindeutig ein wenig beleidigt.

    Offensichtlich hat er da was falsch verstanden. Böse Falle…

    „Schon gut Mick, so habe ich das nicht gemeint. Du wiegst nicht prinzipiell zu viel. Nur tragen kann ich dich bei dem Gewicht nicht.“

    „Bertram ist ja auch noch reichlich geschwächt. Du weißt doch, Mick, die Gehirnerschütterung, seine Verletzungen…“ kommt mir Archie zu Hilfe.

    Mick antwortet darauf nicht und rollt stattdessen zum Fahrstuhl. „Ich schließe jetzt die Batterie an. Wenn ihr wollt, könnt ihr mitfahren und wenn nicht, dann nehmt ihr eben die Treppe.“

    Während wir uns also alle zum Fahrstuhl begeben, frage ich mich zum bestimmt 150. Mal, was ich hier in diesem äußerst merkwürdigen Hotel mit seinem noch merkwürdigeren Personal eigentlich mache. Luxus-Resort Beach-Paradise – schön wär´s…

  565. #565 Tina_HH
    2. Juni 2016

    Nach einer unspektakulären Fahrt ins 20. Untergeschoss sind Archie, Mick und ich schließlich wieder in dem langen, schummrig beleuchteten Kellergang angekommen.

    „So, und jetzt will ich das Upgrade haben.“ sagt Mick, kaum dass wir aus dem Fahrstuhl ausgestiegen sind. „Sonst bin ich gleich wieder weg und putze das Büro weiter.“

    „Mick, das ist alles nicht so einfach…“

    „Du wiederholst dich, Archie. Entweder ich bekomme jetzt das Upgrade oder…“

    „Du wiederholst dich ebenfalls, Mick.“ sagt Archie, anscheinend schwer genervt.

    „Meine Güte. Jetzt seid doch beide mal ein bisschen konstruktiver.“ wende ich ein. „Also, aus meiner Perspektive stellt sich das Problem so dar, dass es im Grunde gar kein Problem gibt.“

    „Du sprichst in Rätseln, Bertram.“ sagt Archie.

    „Ich bin der Meinung, dass Mick das Upgrade ruhig bekommen kann, weil wir es hier mit einer außergewöhnlichen Situation zu tun haben. Das Hotel wurde vermutlich gezielt angegriffen und da ist es nur gerechtfertigt, dass wir uns gegebenenfalls mit Hilfe eines Service-Roboters, äh… ich meine, mit Hilfe eines Kampf-Roboters auch zur Wehr setzen können.“

    „Das sehe ich genauso!“ ruft Mick erfreut.

    „Moment! Es gibt da die Ethik-Richtlinie Nr. 427-11, in der es heißt, dass…“

    „Vergiss die Richtlinie, Archie. Wenn Mick das Upgrade nicht erhält, wird er gleich anstatt uns zu begleiten das Büro von Frau Sibuna putzen. Und das kann absolut nicht in unserem Interesse sein.“

    „Das ist Erpressung!“ bringt Archie empört hervor.

    „Das könnte man so sehen, muss man aber nicht.“

    „Bertram, du zeigst gerade ein nicht akzeptables Maß an ethischer…“

    „Vergiss es Archie. Gib Mick das Upgrade und dann lass uns endlich weiter. Wir haben schließlich noch eine Menge zu erledigen.“

    „Das nennt ihr also eine Diskussion?“

    „Ja.“ sagt Mick.

    „Ja.“ stimme ich zu. „Also los, Archie, gib dir einen Ruck. Falls es später Ärger geben sollte, weil du angeblich gegen irgendeine Ethik-Richtlinie verstoßen haben könntest, nehme ich das auf meine Kappe. Sag einfach, ich hätte dich überredet oder gezwungen oder was auch immer.“

    Archie rotiert mit atemberaubender Geschwindigkeit und wechselt sogar kurzzeitig die Farbe.

    „Gehen wir zum Serverraum.“ sagt er endlich. „Und bringen wir es hinter uns.“

  566. #566 Tina_HH
    3. Juni 2016

    Der riesige Server sieht noch immer beeindruckend aus. Dank Archie schimmert er in blauem Licht und summt beständig vor sich hin. Als Mick in den Raum hineingerollt kommt, wird dieser Eindruck allerdings gleich wieder durch das weiße Scheinwerferlicht zerstört.

    „Wir machen das Upgrade per Kabel.“ sagt Archie ganz nüchtern. Ich habe den Eindruck, dass er sich wieder beruhigt hat. „Also Mick, dann mal los. Schließe dich an die Schnittstelle Alpha 8 an.“

    Mick rollt entschlossen zu der Schnittstelle und verbindet sich mit dem Server. Dann passiert anscheinend erstmal nichts, zumindest nichts, was ich sehen könnte, außer dass einige Leuchten am Server blinken. Archie rotiert in normaler Geschwindigkeit und Mick steht ganz still vor der riesigen Maschine und sagt nichts.

    „Passiert hier schon irgendwas?“ frage ich Archie.

    „Ja, das Upgrade läuft.“

    „Ach. Das habe ich gar nicht mitbekommen.“

    „Ich muss mit Mick nicht sprechen, wenn er am Server angeschlossen ist, falls du das meinst. Ich bin schließlich selbst in dem Server – in gewisser Weise.“

    „Okay, ist ja eigentlich auch logisch.“ sage ich, obwohl ich die Funktionsweise von Archies Existenz bisher nicht annähernd verstanden habe. Ich überlege kurz, mir das von ihm erklären zu lassen, verwerfe diesen Gedanken jedoch wieder und frage stattdessen nur: „Wie lange dauert dieses Upgrade eigentlich noch?“

    „Noch 23 Sekunden. Dann ist Micks Verwandlung abgeschlossen.“

    „Na, da bin ich aber gespannt.“

    „Ja, ich auch.“ sagt Archie.

  567. #567 Tina_HH
    3. Juni 2016

    Die Zeit vergeht. Ich blicke erwartungsvoll auf Mick, aber nichts passiert.

    „Du kannst das Verbindungskabel jetzt abziehen, Mick. Das Upgrade ist fertig.“ sagt Archie schließlich, obwohl er ja eigentlich gar nichts sagen müsste.

    Mick rührt sich nicht.

    „Hm, sehr merkwürdig…“ murmelt Archie.

    „Ist da vielleicht irgendwas schiefgegangen?“ frage ich leicht beunruhigt.

    „Nein, die Übertragung hat einwandfrei funktioniert. Ich weiß nicht, warum Mick nicht reagiert.“ Archie scheint nachzudenken. „Zieh doch einfach mal sein Kabel vom Server ab, Bertram.“

    Ich gehe zu Mick, der immer noch keinen Mucks von sich gibt und ziehe das irgendwie futuristisch anmutende Kabel ab. Ich trete schnell einen Schritt zurück und warte, was passiert.

    „Mick, kannst du mich hören?“ ruft Archie.

    Keine Antwort.

    „Hey Mick, wie geht es dir? Sag doch mal was.“ versuche ich mein Glück.
    Mick reagiert immer noch nicht. Langsam mache ich mir wirklich Sorgen um ihn.

  568. #568 Tina_HH
    3. Juni 2016

    Doch dann ist plötzlich eine Bewegung zu sehen. Micks Arme fangen an, sich zu drehen, erst ganz langsam, dann immer schneller. Gleichzeitig blinkt alles, was an Mick blinken kann. Schließlich dreht er sich um und fährt einen Kreis, dann noch einen und noch einen, so dass mir schon beim bloßen Zusehen ganz schwindelig wird.

    Dann bleibt Mick von einem Augenblick zum anderen ganz unvermittelt stehen, sieht in unsere Richtung und seine freundliche Stimme erklingt: „Oh, hallo allerseits!“

    Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen.

    „Funktioniert bei dir alles?“ fragt Archie.

    „Wie geht es dir, Mick?“ frage ich.

    „Alle Systeme funktionieren einwandfrei und mir geht es ganz ausgezeichnet.“

    „Prima.“ sage ich. „Das freut mich ungemein.“

    Ich versuche mir kurz vorzustellen, dass dieser enorm niedliche Service-Roboter mit seinen großen blauen Augen und seinem immer freundlichen Lächeln jetzt ein Kampf-Roboter sein soll. Irgendwie will mir das nicht so recht gelingen. Wenn man Mick sieht, wird automatisch sofort der Beschützerinstinkt geweckt und sonst nichts. Aber vielleicht ist das ja auch eine ganz gute Tarnung, fällt mir ein. Wer weiß denn schon, was uns demnächst noch so alles erwartet.

  569. #569 Tina_HH
    4. Juni 2016

    „Wir sollten jetzt keine Zeit mehr verlieren und uns endlich auf den Weg machen. Wir haben noch eine Menge zu erledigen.“ meldet sich Archie zu Wort und schwebt mit Nachdruck zur Tür.

    Mick rollt Archie hinterher und ich folge den beiden hinaus aus dem Serverraum in den fast dunklen Kellergang. Nach ungefähr 200 Metern biegt Archie nach links ab, stoppt dann kurz und meint: „An hier wird es ein wenig abschüssig, also seid vorsichtig!“

    In der Tat liegt vor uns ein recht schmaler, leicht abschüssiger Gang, dessen Ende nicht einsehbar ist. Die Notbeleuchtung glimmt hier nur ganz schwach und es scheint zudem auch ein paar Grad wärmer zu sein als in dem großen Gang, aus dem wir gerade kommen. Mir ist plötzlich ganz beklommen zumute und ich frage mich, wohin uns dieser Weg wohl führen wird.

    Nach weiteren vielleicht 1000 Metern gelangen wir zu einem wesentlich breiteren Gang, von dem an einer Art Kreuzung drei andere Gänge abzweigen.

    „Wir gehen geradeaus.“ meint Archie und schwebt vor uns her.

    „Wie lange dauert es denn noch, bis wir zu einem Transportsystem kommen?“ will ich wissen.

    „Nicht mehr lange.“ sagt Archie. „Nach der nächsten Abzweigung sind wir da.“

    Und dann hören wir plötzlich ein dunkles Grummeln. Es klingt wie ein fernes Gewitter, das ganz langsam näher kommt. Unheimlich.

    „Was ist das?“ frage ich erschrocken und bleibe stehen.

    „Das müssen wir herausfinden.“ sagt Archie.

  570. #570 gaius
    5. Juni 2016

    spannend … 🙂

  571. #571 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Xroto:“Theo, du sagtest, dich wundert’s noch weniger, dass die Erdlinge in Schwierigkeiten stecken …
    Du kennst also noch weitere Gründe für die enorm gestiegene allgemeine Schadenslage da unten?”

    Theo:“Ja, genau darüber wollte ich euch etwas mehr erzählen, als amtlicherseits so verlautbart worden ist … ”

    Xroto:“Ähm – amtlicherseits wurde aber doch rein gar nichts verlautbart.
    Wg. allg. chaotischer Zustände und so, soweit ich sehe …”

    Theo:“Ja, und leider ist vor allem das ‘System for Aquisition of Multiple Information about Really Bad Accidents and so on’ (SAMIRA) ausgefallen – da weiss keiner mehr so richtig, was aktuell zwischen Himmel und Erde geschieht.”

    Xroto:“Außer dir, natürlich …”

    Theo:“Tut mir leid, aber gerade da kann ich leider auch nicht viel weiterhelfen. Der gute Perco hier lag nämlich bei einem seiner Erklärungsversuche ausnahmsweise mal nicht ganz so weit daneben …”

    Perco:“Wie?! Bei welchem denn?”

    Theo:“Bei dem mit den alten Socken.”

  572. #572 Tina_HH
    5. Juni 2016

    @gaius
    Freut mich, dass die treuen Leser noch dabei sind. 😉

  573. #573 Tina_HH
    5. Juni 2016

    Das dumpfe Grollen verstärkt sich. Es scheint näher zu kommen und hört sich fast so an wie das gefährliche Knurren eines großen Tieres, eines sehr großen Tieres…

    „Verdammt Archie, was zum Teufel ist das?“

    „Ich werde mal eben nachsehen. Ihr bleibt so lange hier. Und rührt euch nicht von der Stelle!“ sagt Archie und ist schon verschwunden.

    „Was hältst du davon?“ frage ich Mick.

    „Ich weiß nicht. Das könnte alles Mögliche sein.“

    „Hoffentlich kommt Archie gleich zurück.“

    Wir warten eine ganze Weile schweigend. Meinen Zustand mit besorgt zu beschreiben, wäre glatt untertrieben.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit meldet sich Archie endlich mit einem „Pling“ zurück.

    „Na endlich!“ rufe ich erleichtert. „Was hast du herausgefunden, Archie?“

    „Nicht viel. Ich komme nicht weit genug. Die Reichweite meines jetzigen Servers ist nicht ausreichend um den Hotelbereich zu verlassen.“

    „Ach, wir sind immer noch im Hotelbereich?“ frage ich verwundert.

    „Ja. Das Geräusch kommt aus dem Sektor X-12, der im Süden an den Hotelbereich angrenzt, soviel konnte ich feststellen. Und um dorthin zu gelangen, müssen wir erst einen Server hochfahren, der in der Randzone des Hotels steht und direkt an Sektor X-12 angrenzt. Und neue Batterien brauchen wir dafür natürlich auch.“

    „Du meinst, wir sollen auf das Geräusch zugehen?“ frage ich.

    „Ja, sicher.“ sagt Archie.

    „Dann machen wir das jetzt.“ sagt Mick zuversichtlich.

    „Äh, vielleicht sollten wir doch lieber zurückgehen…“ melde ich mich zu Wort.

    „Bertram, wenn wir jetzt zurückgehen, haben wir überhaupt nichts erreicht.“ sagt Archie und klingt dabei ein wenig vorwurfsvoll.

    Das dumpfe Grollen wird wieder lauter.

    „Na gut, wenn ihr meint, dass das richtig ist…“ Warum nur fühlen sich meine Beine gerade an als wären sie aus Pudding?

    „Wir haben keine andere Wahl.“ sagt Archie.

    „Und ich würde sowieso gerne wissen, was da hinten los ist.“ sagt Mick voller Enthusiasmus und rollt einfach los.

    Verdammt!

  574. #574 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Xroto: Hier die Konsole meldet übrigens “Ihr Kommentar wird moderiert”. Was soll denn das bedeuten?

    Theo: “Ach, wieder so eine lästige Störung des regulären RaumZeitKontinuums.
    Kommt in der Nähe der Erde leider immer wieder, und zudem viel zu häufig vor …”

  575. #575 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Xroto: “Wie das denn? Und warum gerade hier?”

    Theo: “Nun ja.
    Das ist vor allem Folge eines Abwehrsystem gegen eine aggressive Subspezies der Eingeblechten Cornedbeefartigen.
    Versuchen seit Jahren, die Erde zu erobern.
    Hat zwar nicht immer so ganz den gewünschten Erfolg, aber dafür auch oft immens lästige Kollateraleffekte.”

  576. #576 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Theo: “Und es gibt noch einen Grund für die RaumZeitKontinuumsstörungen hier im Sektor Erde.

    Kann ich aber erst weiter erklären, wenn der eigentliche #571 freigeschaltet ist.”

    Xroto: “‘#571‘? ‘freigeschaltet‘? Was hat das denn jetzt zu bedeuten?”

    Theo: “Ähem … das zu erklären wäre zu kompliziert.
    Höhere Universalistik – viel zu unverständlich für normale interne Bioformen.”

  577. #577 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Theo: “Aha. Die gravierende RaumZeitKontinuumsStörung ist soeben behoben worden.
    Jetzt kann’s also weitergehen …
    Perco – du wolltest die ganze Zeit was sagen?

    Perco: “Ich hab’s geahnt!
    Die Socken!
    Das Komplott der Waschmaschinen!
    Ich hab denen sowieso nie über die Trommel getraut …”

    Theo: “Ähm – nein. So hab ich das eben nicht gemeint.
    Die Waschmaschinen waren’s diesmal nicht.

    Ich meinte damit vielmehr: Das freundliche Universum von nebenan steckt da mit drin …”

    Perco: “Ach ja, aus Rache für die alten Socken …”

    Theo: “Nein – nicht dieses Universum. Das andere.”

    Perco: “Ach, das andere. Hat das etwa auch alte So … Rechnungen zu begleichen?”

    Theo: “Nein! Ich weiß nicht, was sie beabsichtigt – und ob sie überhaupt selbst ursächlich an der Sache beteiligt ist.

    Wir reden schon lange nicht mehr miteinander.”

  578. #578 Tina_HH
    5. Juni 2016

    „Moment!“ rufe ich Mick und Archie hinterher. „Ich möchte nur mal kurz darauf hinweisen, dass Dr. Schmidt mir verordnet hat, dass ich mich noch schonen soll. Ihr wisst schon, die Gehirnerschütterung und die anderen Blessuren, die ich bei dem Angriff im Thüringer Wald davongetragen habe. Und zweitens, solltet ihr vielleicht noch wissen, dass ich nicht bei der Bundeswehr war. Ich war damals nämlich Zivi im Altenheim und…“

    „Schon gut, Bertram. Niemand erwartet von dir, dass du dich in irgendeine Schlacht stürzt.“ sagt Archie. „Wir wollen doch nur herausfinden, was überhaupt passiert ist.“

    „Und warum muss ich da jetzt mitkommen? Könnt ihr beide das nicht alleine regeln?“

    „Bertram, wir sind doch schon so weit gekommen. Es wäre unvernünftig, jetzt einfach wieder zurückzugehen. Und es ist absolut sinnvoll, dass du mitkommst, denn manchmal ist menschliche Intuition einfach unverzichtbar.“

    „Aha.“

    „So, und jetzt komm endlich! Wir können hier schließlich nicht ewig rumstehen und diskutieren.“

    Na gut, einen Versuch war es wert.
    Also füge ich mich in mein Schicksal – was auch immer das sein soll und laufe Archie und Mick hinterher. Dem dumpfen Grollen entgegen.

  579. #579 Kyllyeti
    5. Juni 2016

    Perco: “Aha. …”

    Theo: “Nein. Nicht wie du denkst. Sie ist nur grammatikalisch weiblich.”

    Perco: “Nur grammatikalisch weiblich. Wie erklärt sich das denn?”

    Theo: “Keine Ahnung. Grammatik ist älter als und existiert weit jenseits von Logik und Naturgesetzen.
    Ich bin nur ein normales Universum und blick da nicht durch.

    Aber wenn du Gelegenheit hast, kannst du sie ja mal fragen.
    Sie wußte ja schon immer alles besser … “

  580. #580 Hans
    6. Juni 2016

    Is ja der Hit hier, wie das gerade weiter geht.

  581. #581 CC-103
    6. Juni 2016

    „Köpenick, wie Sie sicher wissen ist die Lage sehr ernst, ich nehme an, sie sind informiert?“ „Jawohl, Herr General!“ „Dann muss ich Ihnen unsere missliche Lage ja nicht erklären.“ „So ist es.“ „Begeben Sie sich zum Militärdienstkomplex der Anlaga, Geoffrey, die rote Kugel, wird Ihnen den Weg weisen, außerdem darf ich Ihnen mitteilen, dass Sie aufgrund Ihrer Dienste am Vaterland in der momentanen Notsituation zum Oberstleutnant befördert wurde, Sie werden nun, Oberst Sanftleber unterstellt, den interenen Nachrichtendienst leiten. Wegtreten!“
    Köpenick, welcher nun unüblicherweise zum Oberstleutnant befördert wurde und den Dienstgrad des Majors dadurch übersprang, verließ das Dienstzimmer des Generals. Draußen wartete Geoffrey schon auf ihn. „Folgen Sie mir bitte, Herr Oberstleutnant.“, sagte die mechanische Stimme, und die Kugel setzte sich in Bewegung. Nach endlos langen Gängen und einer Zahl an Abzweigungen, die Köpenick irgendwann nicht mehr zu zählen vermochte, kam er an eine große Tür. An ihr stand „Eintritt für Unbefugte verboten. ACHTUNG! SCHUSSWAFFENGEBRAUCH!“. Die Tür öffnete sich automatisch, Geoffrey schwebte hinein, Köpenick folgte der roten Kugel. Innendrin sah es nicht deutlich anders aus als vorher, weiterhin lange Gänge mit vielen Abzweigungen und Türen an beiden Seiten des Ganges. Nach einem weiteren langen Marsch durch viele Gänge kam Köpenick an einer Tür an, welche verschlossen war. „Sie müssen sich mit Hilfe Ihrer Stimme identifizieren.“, sagte Geoffrey. Er probierte es mit: „Hauptmann Köpenick. Einlass!“ in einem befehlsmäßigen Ton. Die Tür öffnete sich, es funktionierte anscheinend. Geoffrey schwebte hinein, Köpenick folgte ihm wieder. Diesmal war es nur ein Gang, der dafür deutlich länger als die vorherigen. Die beiden gingen, beziehungsweise schwebten, bis ans Ende des Ganges. Dort war eine Tür, welche genau so aussah, wie alle anderen, die Köpenick zuvor gesehen hat. Rechts von ihr war ein Schild. „Oberst Sanftleber; Leitung des Nachrichtendiesntes“. „Der Obest erwartet Sie bereits.“, sagte Geoffrey und verschwand so schnell, wie er gekommen war.
    Köpenick klopfte an die Tür. Von innen rief jemand „Herein!“. Er trat ein, der Oberst saß hinter seinem Schreibtisch. Köpenick salutierte: „Guten Tag Herr Oberst!“. Sanftleber stand auf und salutierte ebenfalls. „Glückwunsch zu Ihrer Beförderung, Herr Oberstleutnant“. „Ihnen ebenfalls.“ antwortete Köpenick. …

  582. #582 Tina_HH
    6. Juni 2016

    „Wir holen jetzt als erstes Batterien für den Server in der Nähe der Sektion X-12.“ sagt Archie und schwebt elegant einmal um die Ecke. „Da vorne ist ein Lagerraum, in dem sich laut Datenbank 20 Hochleistungsbatterien befinden sollen.“

    „Oh, gleich 20 Stück! Dann genehmige ich mir auch eine Ersatzbatterie.“ meint Mick und rollt gleich ein bisschen schneller.

    Zum Glück gibt es diesmal keinen Streit zwischen den beiden wegen der Batterien.

    „Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich auch mal wieder was zu essen vertragen könnte. Und Durst habe ich auch.“

    „Kein Problem, Bertram. In dem Lager befinden sich auch Nahrungsmittelvorräte.“ sagt Archie und stoppt vor einer unscheinbaren Tür, auf der „Lagerraum 112“ steht.

    „Wie schön.“

  583. #583 Tina_HH
    6. Juni 2016

    Mick öffnet die Tür mit seinem Zentralschlüssel und rollt in den Raum hinein. Im hellen Licht seines Scheinwerfers wird ein mindestens 40 Quadratmeter großer Raum sichtbar, der sich in einem ganz wesentlichem Punkt von dem vorherigen Lagerraum unterscheidet: Dieser Raum ist total aufgeräumt. An den Wänden ziehen sich hohe Regale entlang, in denen fein säuberlich alle möglichen Kartons, Kisten und Gerätschaften einsortiert sind.

    „Da vorne sind die Batterien.“ sagt Archie und schwebt zu einem der Regale an der linken Wand. „Die Nahrungsmittel für Bertram sind da hinten auf der rechten Seite. Mick leuchte doch mal!“

    Ich suche mir schnell ein paar Kekse, Energieriegel und Wasserflaschen zusammen und finde nach kurzem Suchen einen Rucksack, in dem ich alles verstaue.

    „Jetzt brauchen wir nur noch ein Transportgerät.“ stellt Mick fest und steuert zielstrebig auf einen kleinen Anhänger zu. Er legt die Batterien hinein und rollt mit dem Anhänger zur Tür. Ich schultere den Rucksack und folge ihm.

    „Wenn wir alles haben, was wir brauchen, dann schnell weiter.“ sagt Archie und schwebt hinaus in den Gang. Mick und ich hinterher. Das mulmige Gefühl, das ich seit einiger Zeit habe, wird immer intensiver.

  584. #584 Tina_HH
    6. Juni 2016

    Kaum sind wir wieder draußen im Gang, ist das tiefe Grollen und Grummeln wieder zu hören. Ich zucke unwillkürlich zusammen und hoffe nur, dass Archie weiß, was er tut.

    Nach einem vielleicht 10-minütigen Marsch durch diverse Gänge ist das furchteinflößende Grummeln ganz plötzlich nicht mehr zu hören und es wird von einer Sekunde zur anderen überraschend still um uns herum.

    „Was hat das denn jetzt zu bedeuten?“ frage ich ganz leise.

    „Keine Ahnung, Bertram. Wir sollten uns jetzt wirklich beeilen.“ sagt Archie und ich kann nicht behaupten, dass mich seine Antwort irgendwie beruhigt.

    Wir eilen weiter, immer Archie hinterher, durch Gänge, über Kreuzungen, auf abschüssigen und dann wieder leicht ansteigenden Wegen. Ich habe inzwischen vollkommen die Orientierung verloren, stelle ich fest. Alleine würde ich den Weg zurück zum Hotel niemals mehr finden.

    „Wir haben es gleich geschafft. Wir sind schon im Randbereich angekommen.“ sagt Archie endlich und stoppt abrupt vor einer Tür. „Serverraum“ steht einfach auf einem kleinen unauffälligen Schild.

    „Na, dann mal nichts wie hinein.“ sagt Mick und öffnet die Tür.

  585. #585 Tina_HH
    6. Juni 2016

    Wie nicht anders zu erwarten, ist es in dem Raum stockdunkel. Als Mick seinen Scheinwerfer einschaltet, wird ein gigantischer Server sichtbar, der mindestens doppelt so groß ist, wie der erste Server und ganz eindeutig ausgeschaltet.

    „Welch ein schöner Anblick!“ ruft Archie begeistert und ich bin ein klein wenig erstaunt über diesen Gefühlsausbruch seinerseits.

    „Ja, eine wirklich schöne Maschine.“ sagt Mick. „Dann mache ich mich mal an die Arbeit.“

    Er rollt zu den merkwürdig futuristisch aussehenden Steckdosen und beginnt, eine Batterie nach der anderen an den Server anzuschließen. Eine letzte Batterie behält er für sich und schiebt sie in ein Fach, das sich hinter einer Klappe in seinem Bauchraum befindet.

    „Die Ersatzbatterie für mich.“ sagt er und drückt anschließend auf einen Knopf am Server, der daraufhin mit dem charakteristischen Geräusch eines hochfahrenden Computers zum Leben erweckt wird.

    „Herrlich!“ findet Archie und rotiert gleich ein bisschen schneller. „Ich kann es kaum erwarten. Beeil dich, Mick.“

    „Jaja, bin ja schon dabei.“ antwortet Mick, zieht eine Tastatur zu sich heran und beginnt, wild darauf herum zu tippen. Auf dem zentralen Monitor erscheint nach kurzer Zeit ein Begrüßungsbildschirm. „Hauptserver X-11“ leuchtet in knallroten Buchstaben auf grünem Grund. „Willkommen Admin!“

  586. #586 Tina_HH
    6. Juni 2016

    „Okay, gleich bin ich soweit. Mach dich bereit, Archie!“ sagt Mick und tippt mit rasender Geschwindigkeit weiter auf der Tastatur herum. Auf dem Monitor werden grüne Zeilen sichtbar, die nur so durchrauschen und dann macht es plötzlich „Pling-Pling-Pling“ und Archie ist verschwunden.

    „Keine Angst, Bertram. Archie taucht gleich wieder auf. Er hat nur den Server gewechselt und muss sich jetzt erstmal ein wenig einrichten.“

    Da bin ich ja beruhigt. Und tatsächlich, nach ungefähr zwanzig Sekunden macht es wieder „Pling“ und Archie erscheint in seiner allerschönsten blauen Kugelform.

    „Hallo Bertram, hallo Mick! Da bin ich wieder! Ach, es ist fantastisch! Ich fühle mich sooo gut!“

    „Das ist schön, Archie.“ sage ich und beneide ihn ein wenig, denn ich fühle mich im Moment alles andere als gut.

    „Dann können wir jetzt endlich die nächste Aktion in Angriff nehmen. Ihr beide bleibt hier und ich sehe mich mal ein bisschen im angrenzenden Sektor um.“
    Archie schwebt zur Tür. „Mick, du hast hier alles im Griff?“

    „Aber klar doch, alles bestens.“ antwortet Mick fröhlich.

    „Dann bis gleich.“ sagt Archie und ist verschwunden.

    Das dumpfe Grollen von vorhin ist zum Glück immer noch verstummt, warum auch immer.

  587. #587 Tina_HH
    6. Juni 2016

    Mick und ich warten eine ganze Weile schweigend, während ich versuche, meine Gedanken ein wenig zu sammeln.

    „Was glaubst, wann Archie zurückkommt?“ frage ich ihn schließlich.

    „Keine Ahnung. Das hängt vermutlich davon ab, was Archie in dem anderen Sektor vorfindet.“

    „Was meinst du, könnte das sein?“ frage ich Mick, obwohl ich sicher bin, dass er das genauso wenig weiß, wie ich.

    „Hm, es klang ja fast so wie ein großes Tier… Allerdings wüsste ich nicht, was das für ein Tier sein könnte. So ein Geräusch habe ich jedenfalls noch nie vorher gehört.“

    „Ziemlich unheimlich auf jeden Fall, das Ganze…“

    „Stimmt. Aber Archie wird schon herausfinden, was es damit auf sich hat. Und dann wird er auch eine Lösung finden. Hat er doch bisher immer.“ sagt Mick in seinem optimistischen Tonfall.

    Ich hoffe nur, dass Mick Recht behält mit seinen Mutmaßungen.

  588. #588 Tina_HH
    7. Juni 2016

    Das Warten auf Archie macht mich so langsam aber sicher nervös. Im Licht von Micks Scheinwerfer schnappe ich mir einen Stuhl und setze mich endlich hin.

    Im Serverraum ist es inzwischen ganz schön stickig geworden. Ich nehme einen Schluck aus der Wasserflasche und frage mich, ob diese ganze verdammte Geschichte, in die ich hier hineingeraten bin, überhaupt noch gut ausgehen kann. Bei näherer Betrachtung erscheint die Lage jedenfalls nicht gerade rosig. Wir haben schon einige Male nach Archie gerufen, aber er antwortet nicht, warum auch immer.

    „Wie lange ist Archie jetzt schon weg, Mick?“

    „35 Minuten. So langsam könnte er wirklich wieder auftauchen.“

    „Kannst du nicht am Server sehen, wo er gerade ist?“ fällt mir ein.

    „Nein, das geht nicht. Archie lässt sich nicht tracken. Das einzige, was ich machen könnte, wäre, den Server herunterzufahren und wieder neu zu starten. Aber das ist ja wohl im Moment nicht sinnvoll.“

    „Nein, das wäre in der Tat nicht sinnvoll.“

    „Das Gute ist, dass Archie ja eigentlich nicht einfach so verschwinden kann, obwohl er das zwar dauernd tut, aber in diesem Fall… Immerhin sitzen wir direkt vor seinem Server.“

    „Ja, und gefangen nehmen kann man ihn wahrscheinlich auch nicht so einfach, oder?“

    „Ich wüsste nicht, wie das gehen soll.“ sagt Mick und sieht mich fragend an.

    Ich trinke noch einen Schluck Wasser und hoffe, dass endlich das charakteristische „Pling“ ertönt.

  589. #589 Tina_HH
    7. Juni 2016

    Immer mehr Zeit vergeht.

    „Wie lange ist Archie jetzt schon weg?“ frage ich.

    „Gleich sind es 50 Minuten.“

    „Wir hätten zumindest eine Uhrzeit vereinbaren sollen, zu der er auf jeden Fall zurückkehren muss. Und verabreden, was wir tun sollen, wenn er nicht wiederkommt.“

    „Ja, das wäre gut gewesen.“ stimmt Mick zu.

    „Okay, wir warten noch 10 Minuten und wenn er dann nicht wieder aufgetaucht ist, gehen wir ihn suchen.“ sage ich mit Entschlossenheit.

    „Hmm, aber wo sollen wir ihn suchen? Die Anlage ist riesig.“

    „Wir gehen erstmal in den Sektor X-12 und dann sehen wir weiter.“

    „Der Plan klingt irgendwie unvollständig.“ bemängelt Mick.

    „Hast du einen besseren Plan?“

    Mick denkt kurz nach. „Nein, leider nicht. Außer, dass wir noch länger warten.“

    „Gut, dann gehen wir in 10 Minuten los.“

    „Wenn du meinst, Bertram…“

  590. #590 Tina_HH
    7. Juni 2016

    Die 10 Minuten sind um. Archie ist nicht aufgetaucht.

    „Okay, dann gehen wir jetzt los.“

    „Bin bereit.“ antwortet Mick.

    Ich greife nach meinem Rucksack und Mick rollt schon langsam zur Tür, als plötzlich und letztlich dann doch völlig überraschend ein leises „Pling“ ertönt. Ich drehe mich um und tatsächlich, da schwebt in allerschönstem Nachtblau eine vollkommene Kugel. Endlich!

    „Archie!“ rufen Mick und ich gleichzeitig.

    „Hallo ihr beiden! Wo wolltet ihr denn gerade hin?“

    „Wir wollten dich suchen. Verdammt, wo warst du so lange, Archie?“ bringe ich hastig hervor.

    „ Im Sektor X-12. Wie vereinbart.“

    „Und warum hat das so verflucht lange gedauert?“ Ich bin ein wenig aufgebracht, muss ich zugeben. Langes Warten bekommt mir einfach nicht.

    „Ich war nur eine Stunde lang weg.“ sagt Archie und rotiert völlig entspannt. „Und die habe ich gebraucht, weil es jede Menge zu sehen gab, in Sektor X-12.“

    „Tatsächlich? Und was hast du herausgefunden?“ will Mick wissen.

    „Hm, sagen wir mal so, ich war ziemlich überrascht über das, was ich dort vorgefunden habe.“

    „Jetzt spann uns nicht auf die Folter. Was ist da drüben los?“ Ich platze gleich vor Neugier und Ungeduld.

    „Ich habe ein paar Fotos gemacht. Schaut einfach auf den großen Monitor am Server. Ich zeige sie euch.“

    Mick rollt vor den großen zentralen Monitor und ich folge ihm.

    „Bertram, du solltest dich zur Sicherheit lieber hinsetzen.“ sagt Archie und startet die Diashow…

  591. #591 Tina_HH
    8. Juni 2016

    Das erste Bild, das auf dem Monitor erscheint, ist mehr als unspektakulär: Ein langer Gang mit einigen Türen auf der linken Seite, der sich in nichts unterscheidet von den dutzenden langen Gängen, durch die wir bereits gewandert sind.

    „Aha.“ sage ich. „Gut, dass ich sitze. Ich wäre sonst vor Aufregung glatt umgekippt.“

    „Kein Grund, ironisch zu werden, Bertram. Sieh genauer hin.“

    Ich sehe genauer hin, kann aber beim besten Willen nichts entdecken, was irgendwie erwähnenswert wäre.

    „Das ist eine typische menschliche Schwäche, die einfachsten Dinge fallen euch oft gar nicht auf.“ sagt Archie.

    „Das Licht brennt. Und zwar so richtig, nicht nur die Notbeleuchtung!“ platzt Mick heraus.

    „Gut erkannt, Mick.“ sagt Archie. „Das Licht brennt und das heißt, im Sektor X-12 gibt es Strom.“

    „Klasse.“ sage ich, um überhaupt irgendwas zu sagen und ärgere mich, dass mir das nicht aufgefallen ist.

    „Das ist ziemlich wichtig, Bertram.“ sagt Archie und zeigt als nächstes das Bild eines Servers. Diese Diashow verspricht ja wirklich enorm spannend zu werden…

  592. #592 Tina_HH
    8. Juni 2016

    „Dies ist der Hauptserver X-12 und wie ihr sehen könnt, läuft er.“

    „Ach was.“ sage ich und verkneife mir eine weitere Bemerkung.

    „Ja, aber was wirklich interessant ist, könnt ihr auf diesem Bild nicht sehen. Der Server läuft zwar und verrichtet auch ganz normal seine Aufgaben, aber…“

    „Ja?“

    „…aber ich konnte keine Verbindung zu irgendeiner KI herstellen und das ist wirklich außergewöhnlich.“

    „Und was hat das zu bedeuten?“ frage ich ein wenig unwillig.

    „Das bedeutet, dass irgendjemand diesen Server manipuliert hat. Und es wird unsere Aufgabe sein, herauszufinden, wer das getan hat und warum er das getan hat.“

    „Okay, dann lass uns gehen.“ sagt Mick und klingt dabei schon wieder so verdammt enthusiastisch.

    „Nicht so schnell, Mick. Ich habe noch mehr beobachtet in Sektor X-12, das nicht ganz normal ist. Und das muss ich euch auf jeden Fall noch zeigen.“

    „Na, dann lass mal sehen.“ sage ich mit wenig Enthusiasmus.

  593. #593 Tina_HH
    8. Juni 2016

    Auf dem nächsten Foto ist ein Mann zu sehen, der recht lässig an einer Wand lehnt und direkt in die Kamera schaut. Er kommt mir irgendwie vage bekannt vor.

    „Wer ist das?“ frage ich.

    „Schau ihn dir genau an, Bertram. Dann wirst du ihn erkennen.“

    Ich sehe mir den Mann nochmal genauer an. Er hat dunkle Haare und trägt irgendwie altmodisch aussehende Kleidung. Ich bin sicher, ich kenne ihn, bloß woher?
    Dann fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen.

    „Das ist Martin Luther!“ rufe ich und bin in diesem Moment tatsächlich froh, dass ich sitze.

    „Ja, das ist richtig. Das ist tatsächlich Martin Luther.“ bestätigt Archie.

    „Wie kann das sein?“ frage ich verwirrt. „Der hat doch vor 500 Jahren gelebt…“

    „Ich kenne den nicht.“ sagt Mick ganz trocken.

    „Also Mick, wirklich…“ sagt Archie mit einem leicht tadelnden Unterton. „Der Mann war der Begründer der Reformation.“

    „Wenn der vor 500 Jahren gelebt hat, muss ich den nicht kennen.“ rechtfertigt Mick sich. „Mich interessieren prinzipiell nur derzeit lebende Gäste.“

    „Da dieser Mann ganz offensichtlich derzeit lebt, solltest du dich ruhig auch ein wenig für ihn interessieren, Mick.“ sagt Archie.

    „Wenn er jetzt lebt, kann er nicht auch schon vor 500 Jahren gelebt haben.“ schlussfolgert Mick messerscharf. „Denn Menschen werden, wie wir alle wissen sollten, meist kaum älter als 80 oder 90 Jahre. Und soviel ich weiß, ist noch kein Mensch 150 geworden, da sind 500 Jahre vollkommen illusorisch. Dieser Mann kann also nicht Martin Luther sein.“

    Ich finde, Micks Statement hört sich ganz plausibel an.

    „Was hat denn deine Analyse ergeben, Archie?“ frage ich. „Ich nehme doch stark an, dass du eine gemacht hast.“

    „Selbstverständlich habe ich eine Analyse gemacht. Und sie hat ergeben, dass es sich bei diesem Mann zweifelsfrei um den echten Martin Luther handelt und dass er ein Zeitreisender ist.“

    „Aha. Das wird ja immer besser.“ sage ich und zweifle in diesem Fall doch ein wenig an Archies Analyse-Fähigkeiten.

    „Und was hast du sonst noch so in Sektor X-12 vorgefunden?“ frage ich, um von Martin Luther wieder wegzukommen.

    „Das hier zum Beispiel.“ sagt Archie und zeigt das nächste Bild.

  594. #594 Tina_HH
    8. Juni 2016

    Dieses Bild ist auf den ersten Blick reichlich unspektakulär. Zu sehen ist ein Teilbereich eines Raums, bei dem es sich um die Lobby eines Hotels handeln könnte. Im Raum verteilt sind einige Möbel zu sehen.

    „Okay, das könnte der Eingangsbereich eines Hotels sein.“ werfe ich ein.

    „Stimmt.“ sagt Archie. „Und was siehst du, wenn du genauer hinschaust?“

    „Na ja, ein paar Sessel eben, ein paar kleine Tische, einige Pflanzen in Kübeln.“

    „Siehst du Menschen?“

    „Nein, obwohl, warte mal… tatsächlich… da sitzt jemand…. Ein Mann sitzt auf einem Sessel – obwohl, nein, der Sessel scheint zusammengebrochen zu sein.“ Ich bin verwirrt. „Sehr merkwürdig, den Mann habe ich zuerst gar nicht wahrgenommen.“

    „Das ging mir auch so, Bertram. Ich hätte den Mann fast übersehen. Und das ist mir bisher noch nie passiert.“ Archie räuspert sich kurz. „Er hat eine unglaublich gute Tarnung und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie er das macht.“

    „Ich habe ihn auch nicht gesehen.“ sagt Mick. „Obwohl ich ein spezielles Gast-Erkennungs-Modul habe, das bisher noch nie versagt hat. Sehr merkwürdig.“

    „Ich habe den Mann eine ganze Weile beobachtet – was übrigens gar nicht so einfach war, und das, obwohl ich mich in meinen Unsichtbarkeitsmodus geschaltet hatte.“ fährt Archie fort. „Er hat nämlich nicht nur in dem zusammengebrochenen Sessel gesessen, sondern ist auch herumgewandert und dabei hätte ich ihn immer wieder fast aus dem Blick verloren. Wie gesagt, höchst mysteriös, diese Tarneigenschaft.“

  595. #595 Tina_HH
    8. Juni 2016

    „Wie kann er das gemacht haben?“ frage ich.

    „Wie gesagt, ich weiß es auch nicht. Es ist ein überaus eigenartiges Phänomen.“ sagt Archie. „Ich habe natürlich eine Analyse gemacht. Und dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei diesem Mann um einen Agenten handeln muss.“

    „Ein Agent – interessant. Und in wessen Auftrag soll er unterwegs sein?“ frage ich.

    „Das müssen wir noch herausfinden.“ sagt Archie. „Bis jetzt habe ich leider keine Anhaltspunkte dafür finden können, wer ihn hierher geschickt hat. Der Mann ist so gut getarnt, dass es mir nicht möglich war, irgendwelche Daten über ihn abzurufen. Daher weiß ich weder, wie er heißt, noch wie lange er schon hier ist oder was er überhaupt hier macht. Nichts – leider.“ sagt Archie mit Bedauern in der Stimme.

    „Und das, obwohl du doch sonst immer so gut informiert bist, Archie…“

    „Spotte nicht, Bertram. Manchmal bin auch ich machtlos.“

    „Schon gut, Archie. Und was hast du sonst noch so beobachtet?“

    „Zum Beispiel das hier. Und jetzt halte dich gut fest, Bertram.“ sagt Archie und zeigt das nächste Bild.

  596. #596 Kyllyeti
    8. Juni 2016

    @Tina_HH
    😉

  597. #597 Tina_HH
    8. Juni 2016

    @Kyllyeti

    Dir dürfte der so überaus gut getarnte Mann ja gut bekannt sein… 😉

    (Und den aufmerksamen Lesern natürlich ebenfalls.)

  598. #598 Kyllyeti
    8. Juni 2016

    @Tina_HH

    Dir dürfte der so überaus gut getarnte Mann ja gut bekannt sein…

    Allerdings.
    Hatte ihn aber zwischenzeitlich aus den Augen verloren …

  599. #599 Tina_HH
    8. Juni 2016

    @Kyllyeti

    Allerdings.
    Hatte ihn aber zwischenzeitlich aus den Augen verloren …

    Dann sind seine Tarnfähigkeiten ja sogar noch besser als ich dachte…

  600. #600 Tina_HH
    10. Juni 2016

    Als ich das Bild sehe, stellen sich mir sämtliche Nackenhaare auf und mein Magen krampft sich zusammen.

    „Verdammt!“ stoße ich hervor. „WAS IST DAS ???“

    „Wonach sieht es denn aus?“ fragt Archie, scheinbar gänzlich ungerührt.

    „Also ich würde sagen…“ meldet sich Mick ganz entspannt zu Wort. „…ich würde sagen, das ist ein Außerirdischer!“

    „Gut erkannt, Mick.“ sagt Archie. „Wie meine Analyse ergeben hat, handelt es sich bei dem Objekt auf dem Bild tatsächlich um einen Außerirdischen.“

    „Objekt auf dem Bild??? … Das ist ein Außerirdischer!“ schreie ich und springe vom Stuhl auf. „Ein verdammter Außerirdischer! Das gibt es doch nicht! Du hast einen Außerirdischen entdeckt und präsentierst den mal so eben nebenbei in einer Diashow? Ich fasse es nicht!“

    „Jetzt reg dich doch nicht so auf, Bertram. Es war doch eigentlich klar, dass die Erde nicht der einzige Planet im Universum ist, auf dem Leben entstanden ist.“

    „Es ist ja wohl ein enormer Unterschied, ob man das nur vermutet oder ob man den Beweis dafür vor der Nase hat!“

    „Ja, da hast du recht, Bertram. Trotzdem bin ich nicht überrascht, dass er hier ist. Wie du sicher weißt, gibt es allein in unserer Galaxie hunderte Milliarden Sterne und Planeten.“

    „Ich bin auch nicht überrascht.“ stimmt Mick zu.

    Sind die beiden jetzt völlig durchgedreht?

  601. #601 Tina_HH
    10. Juni 2016

    „Verdammt, ich verstehe nicht, wie ihr so ruhig bleiben könnt! Der Typ könnte enorm gefährlich sein! Denkt doch nur mal daran, was Stephen Hawking zu dem Thema gesagt hat. Er hat vor Außerirdischen gewarnt hat, eindringlich! Und der muss es doch schließlich wissen!“ Ich schnappe nach Luft.

    „Der Außerirdische sieht doch ganz harmlos aus.“ sagt Mick treuherzig.

    „Laut meiner Analyse ist er auch harmlos.“ sagt Archie, weiterhin anscheinend völlig ungerührt.

    „Das sind doch die Schlimmsten! Sehen ganz harmlos und dann schlagen sie voll zu! Das weiß doch jedes Kind!“ Ich bin fassungslos. „Woher also willst du wissen, dass der Außerirdische wirklich harmlos ist, Archie?“

    „Weil ich ihn eine ganze Zeit lang beobachtet habe und nichts von dem, was er getan hat, sah in irgendeiner Weise gefährlich aus. Er hat er sich ganz friedlich verhalten.“

    „Meine Güte, Archie! Jetzt denk doch mal nach…“ Ich spreche noch immer zu laut.

    „Beruhige dich, Bertram. Wir gehen jetzt zusammen in den Sektor X-12…“

    „Niemals! Ich gehe doch nicht freiwillig dahin, wo dieser Außerirdische ist! Nein! Nein! Und nochmals Nein!“

    „Aber wir müssen dahin gehen, Bertram. Wir haben dort einiges zu erledigen, was wirklich wichtig ist und…“

    „Vergiss es, Archie!“

  602. #602 Tina_HH
    10. Juni 2016

    „Nun komm schon, Bertram“ sagt Mick „Du musst ja nicht alleine dorthin gehen. Archie und ich sind schließlich bei dir.“

    „Ach ja? Und was nützt mir das? Wen wird der Außerirdische im Zweifelsfall wohl zuerst angreifen? Eine KI, die sich jederzeit mit nahezu Lichtgeschwindigkeit verkrümeln kann, wenn es brenzlig wird, einen Service-Roboter, der neuerdings ein Kampf-Roboter ist oder vielleicht doch eher mich, einen Typen aus Fleisch und Blut?“

    „Der Außerirdische wird dich nicht angreifen, Bertram.“ sagt Archie voller Überzeugung. „Und ich würde mich selbstverständlich auch nicht verkrümeln, wenn es brenzlig wird.“

    „Ach ja?“ Mir wird schon wieder schwindelig.

    „Ich habe ihn mehr als eine halbe Stunde lang beobachtet und er hat in dieser Zeit den Menschen, denen er begegnet ist, absolut nichts getan.“ referiert Archie. „Zudem ist er höchstwahrscheinlich Vegetarier. Da besteht mehr Gefahr für die Zierpflanzen, die in Sektor X-12 herumstehen, als für dich.“

    „Na toll! Vielleicht hatte er ja nur gerade keinen Hunger!“

    „Bertram, also bitte!“ Archie klingt ein wenig empört. „Wie kommst du nur auf solche Sachen?“

    „Dies ist doch kein Horrorfilm, Bertram.“ sagt Mick. „Sondern die Realität.“

    „Das ist ja das Schlimme…“ stoße ich hervor.

  603. #603 Tina_HH
    10. Juni 2016

    „Lass uns jetzt einfach gehen, Bertram.“ sagt Mick ganz freundlich und tätschelt meine Schulter. „Ich beschütze dich auch. Denn wie du ja weißt, bin ich jetzt ein Kampf-Roboter.“

    Mit diesen Worten rollt Mick zur Tür. Archie beendet die Diashow und folgt ihm.

    Ich würde jetzt gerne einfach nur ohnmächtig werden. In tiefe Bewusstlosigkeit versinken und für lange Zeit nicht mehr aufwachen. Aber klar: Wenn man sich das wünscht, klappt es natürlich nicht.

    Und ich bin mir absolut sicher, dass das alles nicht gut ausgehen wird, überhaupt nicht gut…

  604. #604 Hans
    11. Juni 2016

    Zuerst wollte ich ja nach Kommentar #586 schreiben, dass es sich etwas in die Länge zieht, aber es war wohl gut, dass ich das nicht getan habe, weil es wohl doch nur ein spontaner Eindruck war. Jetzt wird es jedenfalls sehr interessant. Ich vermute mal, das es sich bei dem so gut getarnten Typ um Anubis handelt, bin mir aber nicht sicher.

    Ist Martin Luther eigentlich… – ach, das kann ich weiter oben selbst nachlesen. Dann ist da noch der Ausserirdische. Wie sieht der denn aus, dass man ihn gleich als solchen erkennen kann? – Hätte da ja noch mehr Fragen, aber die werden sicher im laufe der Zeit wieder aufgegriffen und beantwortet werden.. 🙂

    Es ist wirklich traurig, das Samira verschollen ist.

  605. #605 Tina_HH
    11. Juni 2016

    @Hans

    Ich vermute mal, das es sich bei dem so gut getarnten Typ um Anubis handelt, bin mir aber nicht sicher.

    Oh nein! Das ist eine Figur aus Kyllyetis Universum (selbstverständlich gut getarnt im Text, aber wenn du nochmal alles liest, wirst du ihn sicher wiederfinden).

    Dann ist da noch der Ausserirdische. Wie sieht der denn aus, dass man ihn gleich als solchen erkennen kann?

    Gute Frage, aber den wollte ich an dieser Stelle noch nicht beschreiben. Kommt später.

    Hätte da ja noch mehr Fragen, aber die werden sicher im laufe der Zeit wieder aufgegriffen und beantwortet werden..

    Ich weiß nicht, ob sich wirklich alle Fragen klären werden. Vielleicht bleibt auch einfach einiges offen. Mal sehen.

    Es ist wirklich traurig, das Samira verschollen ist.

    Ja, aber das ist nun leider wohl nicht zu ändern. Aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der in der Lage ist, diesen Teil zu Ende zu schreiben.

    Vielleicht Florian? 😉 Ich zitiere mal von gaaanz oben:

    Wenn sich aus den einzelnen Abschnitten eine gute Story entwickelt haben sollte, werde ich die vielleicht noch ordentlich zusammenstellen und im Blog veröffentlichen. Und wenn keiner Lust hat mitzumachen, dann werde ich mir eben einfach selbst ein ordentliches Geheimnis ausdenken, das man im Thüringer Wald finden kann!

  606. #606 Tina_HH
    19. Juni 2016

    „Hey!“ rufe ich. „Wie wär´s, wenn ihr mal auf meine hoch gelobte menschliche Intuition hören würdet? Die sagt mir nämlich, dass das, was ihr jetzt vorhabt, verdammt gefährlich ist!“

    Mick stoppt und auch Archie hält in seiner schwebenden Bewegung abrupt inne. In seinem allerliebenswürdigsten Ton sagt er: “Ach, Bertram! Es ist auch nicht gefährlicher dorthin zu gehen als hier zu bleiben.“

    „Na, das ist ja ganz toll! Dann bleibe ich lieber hier!“ bringe ich ein wenig patzig hervor und setze mich demonstrativ auf den Fußboden. Ich bin gespannt, was die beiden sich jetzt einfallen lassen.

    Genau in diesem Moment fängt das dumpfe Grollen wieder an. Welch ein Timing! Das Geräusch klingt noch genauso unheimlich wie vorhin und hat absolut nichts von seiner beängstigenden Wirkung verloren.

    „Hört ihr das?“ rufe ich. „Was bitte IST das, Archie?“

    „Was die Ursache dieses Geräusches ist, konnte ich leider noch nicht abschließend klären, Bertram.“ antwortet Archie und scheint insgesamt von dem Phänomen recht wenig beeindruckt. „Ich kann meine Analyse erst fortsetzen, wenn wir in Sektor X-12 weitere Nachforschungen anstellen.“ Er schwenkt elegant in den Flur „Wir sollten jetzt wirklich keine Zeit mehr mit unnötigen Diskussionen verlieren. Folgt mir einfach.“ Mick rollt Archie beflissen hinterher.

    Ich überdenke kurz meine Möglichkeiten. Alleine hier in diesem düsteren Serverraum zurück zu bleiben erscheint mir momentan reichlich unattraktiv. Und den Weg zurück zum Hotel würde ich alleine wohl kaum finden. Also bleibt mir anscheinend wirklich nichts anderes übrig, als mich ebenfalls auf den Weg zu machen. Ich rappele mich vom Fußboden hoch und trete in den langen Flur. In der spärlichen Notbeleuchtung wirkt er wenig einladend.

    Das dumpfe Grollen wird lauter.

  607. #607 Tina_HH
    19. Juni 2016

    „Schön, dass du uns begleitest, Bertram.“ sagt Archie und schwebt zügig den Gang entlang.

    „Ich war selten so begeistert von einer Aktion.“ Ich bekomme keine Antwort auf diese Bemerkung.

    Nach vielleicht dreihundert Metern erreichen wir eine große Tür. „Sektor X-12“ prangt groß in der Mitte.

    „Wir sind da.“ stellt Mick fest und öffnet beherzt die Tür. Auf der anderen Seite wird ein ebenfalls langer Gang sichtbar. Er wirkt genauso verlassen wie der Gang, aus dem wir gerade gekommen sind, ist allerdings voll beleuchtet.

    Gemeinsam betreten wir Sektor X-12. Zu sehen ist weit und breit niemand, trotzdem habe ich für einen kurzen Augenblick das deutliche Gefühl, dass uns etliche Augen beobachten. Das dumpfe Grollen ist hier noch lauter zu hören und scheint aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen.

    „Da vorne ist ein Fahrstuhl.“ sagt Archie und schwebt eilig in die Richtung. Die Türen des Fahrstuhls öffnen sich automatisch und geben den Blick frei auf eine geräumige Kabine, die in verschiedenen Grüntönen gestaltet ist. Ich lasse mich auf einen der Sitze fallen und versuche, mich ein wenig zu sammeln, was aber nicht ganz gelingen will. Mick rollt an meine Seite und sieht so fröhlich aus wie eh und je.

    „Erdgeschoss!“ sagt Archie und die Türen schließen sich sanft.

    „Hast du da den Außerirdischen getroffen?“ will ich wissen.

    „Ja, unter anderem. Aber das ist im Moment auch egal. Um den Außerirdischen kümmern wir uns später.“

    „Na, das ist ja mal gut zu wissen…“. Der Fahrstuhl setzt sich flott in Bewegung. Es geht nach oben.

  608. #608 Tina_HH
    28. Juni 2016

    Als sich die Fahrstuhltüren wieder öffnen, erscheint ein größerer Raum, den ich wiedererkenne, da Archie vorhin ein Foto von ihm gezeigt hat: Sitzgruppen und Beistelltische sind zu sehen, einige Pflanzen in Kübeln sowie an der gegenüberliegenden Wand eine Rezeption in moderner Optik, die ein großer rötlicher Stern ziert.

    „Wir befinden uns hier im Eingangsbereich des Hotels „Westerlund“.“ erklärt Archie.

    „Interessant. Und was wollen wir hier?“ frage ich und sehe mich weiter um. Wir betreten die anscheinend menschenleere Hotelhalle.

    „Das erkläre ich euch gleich.“ sagt Archie und steuert zügig auf die Rezeption zu. Mick und ich folgen ihm.

    Als wir die Rezeption erreichen, ist ein lautes Poltern zu hören. Dann scheppert es kurz und eine Tür gleich links hinter dem Tresen öffnet sich ganz langsam. Im Türrahmen wird eine Gestalt sichtbar und genau in diesem Moment ertönt ein markerschütternder Schrei, so laut, dass ich unwillkürlich zu Boden sinke. Der alles durchdringende Schrei wird immer lauter und immer schriller und hört gar nicht mehr auf.

    Auf dem Boden liegend, stelle ich verblüfft fest, dass ich derjenige bin, der schreit, doch diese Erkenntnis kann mich nicht davon abhalten, weiter zu schreien, denn mit abgrundtiefem Entsetzen erkenne ich direkt vor mir eine Gestalt von Archies Fotos wieder. Im Türrahmen neben der Rezeption des Hotels Westerlund steht ganz unzweifelhaft: Der Außerirdische!

  609. #609 Tina_HH
    29. Juni 2016 <