Das letzte Mal war er 1986 in der Nähe der Erde und er wird erst im Jahr 2061 wieder zu Besuch kommen: Der Halleysche Komet. Es war der erste Komet den wir aus der Nähe gesehen habe und ein Himmelskörper, der die Menschheit schon seit Jahrtausenden fasziniert. Grund genug, ihm eine eigene Folge der Sternengeschichten zu widmen.

Sternengeschichten-Cover

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Transkription

Komet Halley (Bild: NASA/W.Lille)

Komet Halley (Bild: NASA/W.Lille)

Im Jahr 1986 konnte man von der Erde aus mit freiem Auge einen großen Kometen am Himmel sehen. Es war ein Anblick, den die Menschen schon seit Jahrtausenden kennen. Aber das Geheimnis dieses Himmelskörpers wurde erst zu Beginn des 18. Jahrhundert gelüftet.

Kometen gehören zu den fasznierensten Himmelskörpern, die wir mit freiem Auge sehen können und ich habe in den Folgen 44 und 45 der Sternengeschichten schon ausführlich über sie gesprochen. Sie sind vor allem deswegen so faszinierend, weil sich ihr Anblick so dramatisch von dem unterscheidet, was man normalerweise am Himmel sehen kann. In einer klaren Nacht sieht man dort ja hauptsächlich Lichtpunkte. Da gibt es die Sterne, die Nacht für Nacht am gleichen Punkt des Himmels zu finden sind. Und es gibt die Lichtpunkte der Planeten, die zwischen den Sternen hin und her wandern. Ab und zu kann man auch mal eine Sternschnuppe sehen, die schnell über den Himmel huscht.

Ein Komet allerdings sieht ganz anders aus. Er erscheint als große leuchtende und oft unregelmäßig geformtes wolkenartiges Gebilde, das noch dazu einen langen Schweif haben kann der sich über weite Bereiche des Himmels zieht. Die Bewegung der Planeten war in gewissen Ausmaß schon in der Antike vorhersagbar. Kometen dagegen tauchten unvermittelt am Himmel auf und verschwanden ebenso unvermittelt nach einigen Wochen wieder.

Das alles hat dazu geführt, dass man lange Zeit davon überzeugt war, dass es sich bei diesen Objekten gar nicht um Himmelskörper handelt, sondern andere Phänomene. Leuchterscheinungen in der Lufthülle der Erde zum Beispiel. Oder irgendwelche mystischen oder religiösen Zeichen, die auf kommendes Unheil hinweisen sollen.

Erst die Beobachtungen die der dänische Astronom Tycho Brahe beim Kometen des Jahres 1577 gemacht hat, zeigten, dass es sich tatsächlich um ein Objekt handeln muss, das sich außerhalb der Erdatmosphäre und noch weit hinter dem Mond durchs Weltall bewegt. Aber so richtig verstanden hatte man diese Himmelskörper immer noch nicht.

Dazu musste erst Isaac Newton herausfinden, wie man die gravitative Wechselwirkung mathematisch beschreiben kann. Das eröffnete den Astronomen die Möglichkeit, die Bahnen von Himmelskörpern zu berechnen. An der Veröffentlichung von Newtons großem Werk war auch der englische Astronom Edmond Halley beteiligt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts beschäftigte sich Halley mit der Frage, ob es für die von Johannes Kepler gefundenen Gesetze zur Beschreibung der Planetenbewegung auch irgendwelche mathematischen Beweise gibt. Er fragte Isaac Newton um Rat der ihm erklärte, das er dieses Problem schon längst gelöst, aber nur noch nicht veröffentlicht hatte. Newton war generell sehr zögerlich bei der Publikation seiner Ergebnisse aber Halley konnte ihn überreden, seine Arbeit aufzuschreiben und drucken zu lassen. Das Ergebnis war Newtons berühmtes Buch “Principia Mathematica Philosophiae Naturalis” mit der ebenfalls berühmten Formel zur Berechnung der Gravitationskraft.

1705 untersuchte Halley dann die Bahnen von verschiedenen Kometen die in der Vergangenheit beobachtet worden waren. Er berechnete mit Newtons Formeln genau, wo und wie sie sich um die Sonne bewegen. Und stellte dabei fest, dass Kometen die in den Jahren 1531, 1607 und 1682 zu sehen gewesen waren, alle auf verdächtig ähnlichen Bahnen durchs Sonnensystem flogen. Die Bahnen waren so ähnlich, das Halley die Hypothese aufstellte, es wäre jedesmal der selbe Komet gewesen. Ein Komet, der sich auf einer periodischen Umlaufbahn um die Sonne befindet, auf der Erde ungefähr alle 76 Jahre nahe kommt. Das nächste Mal sollte das laut Halley im Jahr 1759 der Fall sein.

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