Vor wenig mehr als einem Jahr hat Raumsonde Rosetta den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreicht. Seitdem begleitet sie den Himmelskörper auf seinem Weg um die Sonne und beide haben heute, am 13. August 2015, um 4:03 MESZ einen ganz besonderen Punkt erreicht: Das Perihel also den Punkt der Bahn, der der Sonne am nächsten liegt. Im Vergleich mit anderen Kometen die der Sonne so enorm nahe kommen das sie dabei zerstört werden hält Tschurjumow-Gerasimenko allerdings einen ausreichend großen Sicherheitsabstand. Er hat sich nur auf 185 Millionen Kilometer angenähert und war damit weiter von der Sonne entfernt als es die Erde ist (deren mittlerer Abstand zur Sonne ca. 150 Millionen Kilometer beträgt). Trotzdem ist es ein wichtiger und vor allem interessanter Zeitpunkt für den Kometen und die Wissenschaftler, die ihn erforschen. Da es keine Atmosphäre gibt, über die sich die Wärme verteilen bzw. die das Licht reflektieren kann, wird es auf dem Kometen durchaus recht heiß werden: Bis zu 80 Grad Celsius hat es an den wärmsten Stellen. Das sorgt natürlich auch dafür, dass Tschurjumow-Gerasimenko in dieser Zeit der Annäherung besonders aktiv ist, also besonders viel seines Eises in Form von Gas ins All entkommt und dabei Staub und Gestein mit sich reißt.

Aktivität auf 67P. Der am 29. Juli 2015 beobachtete Gas-Jet schießt mit ca. 10 m/s ins All und dauerte nur knapp eine halbe Stunde (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Aktivität auf 67P. Der am 29. Juli 2015 beobachtete Gas-Jet schießt mit ca. 10 m/s ins All und dauerte nur knapp eine halbe Stunde (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Diese Aktivität ist eines der Phänomene, das die Wissenschaftler erforschen wollen und weswegen man sich mit Rosetta überhaupt so lange beim Kometen aufgehalten hat. Der viele Staub macht die Mission aber auch schwierig, denn die Sensoren, mit denen sich Rosetta orientiert, werden dadurch gestört. Normalerweise beobachtet eine Kamera die Sterne und bestimmt aus den Mustern ihre Position. Wenn da aber alles voll mit Staub ist, bringt das die Sensoren durcheinander und sie wissen nicht mehr, was Stern ist und was Staubkorn. Damit Rosetta nicht die Orientierung verliert und sich sicherheitshalber selbst abschaltet (was in der Vergangenheit schon einmal passiert ist), hält die Raumsonde derzeit einen Abstand von 300 Kilometern zum Kometen.

Daten werden aber natürlich weiterhin gesammelt – genau so wie in den letzten Monaten. Die Europäische Weltraumagentur ESA ist zwar mit ihren Daten nicht so freigiebig wie es sich manche wünschen, aber wissenschaftliche Arbeiten sind in der Vergangenheit natürlich trotzdem schon veröffentlicht und ein paar davon sogar frei verfügbar. Manche direkt von Rosetta-Forschern; manche von anderen Astronomen, die sich trotzdem mit dem Kometen beschäftigt haben. Ich möchte sie hier kurz zusammen fassen (und da ich nicht weiß, ob ich wirklich alle frei verfügbaren Artikel gefunden habe, würde ich mich über Hinweise freuen, falls ich etwas übersehen habe):

  • “The rotation state of 67P/Churyumov-Gerasimenko from approach observations with the OSIRIS cameras on Rosetta” (September 2014): In dieser Arbeit wurden Daten ausgewertet, die schon während des Anflugs auf den Kometen gesammelt worden sind. Man hat untersucht, wie sich die Rotation des Himmelskörpers im Laufe der Zeit verändert. Bevor der Komet im Jahr 2009 das letzte Mal sein Perihel erreicht hatte, rotierte er mit einer Geschwindigkeit von 12,76 Stunden um seine Achse; nach dem Perihel waren es 12,4 Stunden. Es wird jetzt natürlich interessant zu beobachten, wie sich der aktuelle Perihel-Durchgang auf die Rotationsgeschwindigkeit auswirkt.
  • “Orbital elements of the material surrounding comet 67P/Churyumov-Gerasimenko” (April 2015): Als Himmelsmechaniker finde ich diese Arbeit natürlich besonders interessant. Die Wissenschaftler haben sich Staubkörner in der Koma des Kometen extrem genau angesehen und probiert, deren Umlaufbahnen zu bestimmen. Das ist natürlich nicht so ganz einfach; vor allem weil man dazu auch wirklich genau Daten braucht. Aber immerhin hat man vier Staubkörner untersuchen und bei dreien eine zumindest annähernde Bahn bestimmen können. Sie befanden sich in einem elliptischen Orbit um den Kometenkern; waren also an 67P gebunden. Es kann aber auch durchaus sein, dass diese Teilchen irgendwann auf hyperbolischen Bahnen den Kometen verlassen. Untersuchungen dieser Art sind relevant, wenn man verstehen will, wie ein Komet seinen Staub im Sonnensystem verteilt (und beispielsweise Sternschnuppenschauer verursacht).
  • “Spectrophotometric properties of the nucleus of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko from the OSIRIS instrument onboard the ROSETTA spacecraft” (Mai 2015): In dieser Arbeit wurden dann schon Beobachtungen ausgewertet, die aus der unmittelbaren Nähe beim Kometen gemacht worden sind. Mit den Kameras von Rosetta hat man den Himmelskörper in verschiedenen Filtern beobachtet und aus der unterschiedlichen Reflektion des Lichts unterschiedlicher Wellenlänge Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Oberfläche gezogen. Der Komet ist, verglichen mit anderen Himmelskörpern, enorm dunkel; seine Oberfläche reflektiert also nur wenig Licht. Verglichen mit anderen Kometen die man bis jetzt aus der Nähe betrachtet hat, ist 67P aber einer mit einer sehr hellen Oberfläche. Es gibt auch starke Variationen, je nachdem, wo am Kometen man sich befindet. Manche Gegenden reflektieren bis zu 16 Prozent mehr Licht als der Durchschnitt, bei anderen sind es 10 Prozent unter dem Mittelwert. So lassen sich auch Regionen identifizieren, in denen besonders viel Eis vorhanden ist.
  • “Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko: Constraints on its origin from OSIRIS observations” (Mai 2015): Diese interessante Arbeit beschäftigt sich mit der Herkunft des Kometen. Schon recht früh wusste man ja, dass der Komet einen doppelten Kern hat. Es stellte sich daher die Frage, ob der Komet schon von Anfang an so beschaffen war, oder ob die beiden Hälften sich erst irgendwann später zusammengefügt haben. Mit Daten über die Dichte des Kometen und der verschiedenen Regionen und Modellrechnungen haben die Wissenschaftler diese Hypothesen untersucht und kommen zu dem Schluss, dass ein Ursprung durch eine “sanfte Kollision” durchaus möglich und sogar wahrscheinlich ist.
  • “Regional surface morphology of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko from Rosetta/OSIRIS images” (Mai 2015): Klingt auch interessant, aber obwohl dieser Artikel angeblich frei verfügbar sein soll schaffe ich es nicht, den Link zur pdf-Datei zu öffnen. Kann also auch nichts näheres darüber sagen – vielleicht klappt es ja später noch.
  • “Geomorphology of the Imhotep region on comet 67P/Churyumov-Gerasimenko from OSIRIS observations” (Mai 2015): Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gegend auf dem Kometen, die den Namen Imhotep bekommen hat. Die hat man mittlerweile wirklich gut analysiert und Bilder mit einer Auflösung von wenigen Zentimetern pro Pixel gemacht. Der Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen geologischen Strukturen die dort zu finden sind:
  • “OSIRIS observations of meter-size exposures of H2O ice at the surface of 67P/Churyumov-Gerasimenko and interpretation using laboratory experiments” (Mai 2015): Hier hat man sich die Bereiche auf der Oberfläche des Kometen genau angesehen, in denen Eis zu finden ist. Die durchmessen oft nur wenige Meter und man findet sie sowohl massiert in schattigen Regionen oder vereinzelt irgendwo sonst am Kometen. Ursprünglich hat man ja einfach nur “helle Flecke” auf der Oberfläche beobachtet aber in dieser Arbeit konnten die Forscher ziemlich gut nachweisen, das es sich dabei tatsächlich um offengelegtes Eis handeln muss.
  • “Search for satellites near comet 67P/Churyumov-Gerasimenko using Rosetta/OSIRIS images” (Mai 2015): Viele Kleinkörper im Sonnensystem haben “Monde” bzw. Satelliten. Das könnte auch bei 67P der Fall sein und würde dabei helfen, zu verstehen, wie er entstanden ist. Solche Minimonde sind ja oft das Überbleibsel früherer Kollisionen – aber bei Tschurjomow-Gerasimenko bliebt die Suche nach Satelliten bisher erfolglos, wie diese Arbeit berichtet. Alles was größer als 6 Meter und dem Kometen näher als 20 Kilometer ist, hätte man mit Rosetta schon entdeckt; ebenso alles was größer als 1 Meter und näher als 110 Kilometer. Und die Forscher kommen zu dem Schluss, das es extrem unwahrscheinlich ist, in Zukunft noch etwas zu finden.
  • “Insolation, erosion, and morphology of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko” (Mai 2015): In dieser Arbeit geht es darum, die Stärke des Sonnenlichts in verschiedenen Gegenden des Kometen zu untersuchen und vorherzusagen, wie sich das auf die Aktivität auswirkt und wie das alles mit der Geografie des Himmelskörpers zusammenhängt. So ein Komet kann ja durchaus sehr absurde Formen haben und bestimmte Regionen können das Licht so reflektieren, dass sich die Aktivität anderswo dadurch erhöht. Je nach Stärke der Aktivität können sich Oberflächenstrukturen auch komplett auflösen. Mit ihrem Modell konnten die Wissenschaftler erklären, wieso man in der Hapi-Region schon früh starke Aktivität sehen konnte.
  • “Solar wind sputtering of dust on the surface of 67P/Churyumov-Gerasimenko” (Mai 2015): Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des Sonnenwindes auf den Kometen. Die energiereichen Teilchen von der Sonne können einzelne Atome aus der Oberfläche herauslösen (“Sputtern”) und ob und in welchem Ausmaß das stattfindet, hat man hier mit den von Rosetta gewonnenen Daten untersucht. Dabei hat man vor allem Kalium, Natrium, Silizium und Calcium gefunden und ihre jeweilige Menge mit der Stärke des gerade herrschenden Sonnenwindes in Verbindung gebracht.
  • “Rosetta observations of solar wind interaction with the comet 67P/Churyumov-Gerasimenko” (Mai 2015): Der Sonnenwind ist auch das Thema dieser Arbeit. Hier ging es um die Frage, wie der Sonnenwind von der Koma des Kometen abgelenkt wird. Die Daten zeigen, dass Protonen des Sonnenwinds stärker abgelenkt werden als Helium-Kerne und das alles noch dazu davon abhängt, wie stark und orientiert das interplanetare Magnetfeld gerade ist, was wiederum unter anderem von den geladenen Teilchen beeinflusst wird, die von der Kometenoberfläche ins All gelangen.
  • “Redistribution of particles across the nucleus of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko” (Mai 2015): In diesem Artikel haben die Astronomen untersucht, wie sich Material auf der Oberfläche des Kometen verteilt und wie es von einer Ecke des Himmelskörpers zur anderen transportiert werden kann. Das passiert durch einen Mechanismus, den die Forscher “airfall” nennen, also im Wesentlichen starke Aktivitätsausbrüche, bei denen Gas- und Staubfontänen Material durch die Gegend schleudern. Auf den hochauflösenden Bildern die Rosetta gemacht hat, wurden entsprechende Ereignisse identifiziert und untersucht.
  • “The changing rotation period of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko controlled by its activity” (Mai 2015): Ein weiterer Artikel der sich mit der Rotation des Kometen beschäftigt. Im Gegensatz zur ganz am Anfang erwähnten Arbeit hat man hier schon neue Daten gewonnen und ein Modell erstellt das zeigt, das sich die Rotationsgeschwindigkeit erhöhen wird, wenn sich der Komet der Sonne nähert. Grund dafür ist die verstärkte Aktivität auf der Oberfläche. Aber auch die Form des Kometen spielt eine Rolle, weswegen die Rotation nach dem Durchlaufen des Perihels schnell wieder langsamer werden sollte.
  • “Distribution of water around the nucleus of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko at 3.4 AU from the Sun as seen by the MIRO instrument on Rosetta” (Mai 2015): In dieser Arbeit wurden Daten von MIRO ausgewertet, dem Rosetta-Instrument das Mikrowellen messen kann. Man hat damit untersucht, wie sich Wassermoleküle in der Koma des Kometen verteilen. Auch hier hat man festgestellt, dass die Aktivität – durch die das Wasser ja überhaupt erst ins All gelangt – nicht nur von der Stärke des Sonnenlichts abhängt, sondern auch der Form des Kometen.
  • “Evolution of the ion environment of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko – Observations between 3.6 and 2.0 AU” (Mai 2015): Auch Wasser, aber mit einem anderen Instrument, haben die Astronomen in dieser Arbeit untersucht. Diesmal ging es um Wasser-Ionen, also geladene Teilchen. Deren Menge, Verteilung und Eigenschaften hat man während eines längeren Zeitraums untersucht während dem sich der Abstand des Kometen von der Sonne deutlich verändert hat. Untersuchungen dieser Art waren ja einer der Gründe, warum man extra den langen Weg auf sich genommen hat und nicht gewartet hat, bis der Komet seinen erdnächsten Punkt erreicht um Rosetta in eine Umlaufbahn zu bringen. Man wollte eben genau mitverfolgen, wie sich dort alles verändert, während er seiner Bahn um die Sonne folgt. Dass sich das durchaus lohnt, zeigt auch diese Arbeit, die zum dem Schluss kommt, dass der Zusammenhang zwischen der Menge der ins All entkommenden Wasser-Ionen und dem Abstand des Kometen zur Sonne absolut nicht linear, sondern viel komplizierter ist. Solche Ergebnisse wird es vermutlich noch viel öfter geben… immerhin haben wir das erste Mal die Gelegenheit, einen Kometen so detailliert zu untersuchen und all die Faktoren (Form, Sonnenwind, etc) zu berücksichtigen, über die wir bisher keine Daten sammeln konnten.
  • “Observation of a New Type of Low Frequency Waves at Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko” (Mai 2015): In dieser Arbeit geht es um die Messung des Magnetfelds des Kometen; im innersten Bereich seiner Koma. Das wird, so zeigen die Messungen, durch Oszillationen mit großen Amplituden dominiert; etwas, was man bei anderen Kometen in der Form nicht beobachtet hat. Und – siehe die Arbeiten weiter oben über Sputtering und Sonnenwind – das hat natürlich wieder Auswirkungen auf die Art und Weise, wie sich das ganze Material das vom Kometen ins All hinaus entkommt verhält.
  • Gravitational slopes, geomorphology, and material strengths of the nucleus of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko from OSIRIS observations” (Mai 2015): In dieser Arbeit geht es um die Gravitation, die auf der Oberfläche des Kometen wirkt. Die ist natürlich erstmal viel, viel schwächer als die auf die Erde. Aber zusätzlich muss sie nicht immer nach “unten” wirken. Das sind wir nur auf der Erde so gewohnt, weil unser Planet mehr oder weniger kugelförmig ist. 67P ist aber weit von so einer simplen Form entfernt und daher wirkt auch die Gravitation mal hierhin und mal dorthin. Wie das mit den Oberflächenstrukturen dort zusammenhängt, haben die Astronomen in dieser Arbeit untersucht und gezeigt, dass sich die Größenverteilung des dort herumliegenden Materials auf diese Weise erklären lässt.
  • “What drives the dust activity of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko?” (Juni 2015): Hier geht es wieder um die Aktivität des Kometen und die Frage, wie überhaupt Material seine Oberfläche verlassen kann. Die Details dieses Prozesses sind immer noch nicht komplett verstanden, denn viele Staubtteilchen sind eigentlich zu groß als das sie durch den Druck des Gases ins All geschleudert werden könnten. Beziehungsweise vielleicht doch, aber das hängt von der genauen Struktur der Oberfläche ab. In dieser Arbeit haben die Wissenschaftler probiert zu modellieren, wie sich diese Struktur verändert, wenn sich der Komet der Sonne nähert und berechnet, welche Arten von Teilchen in welchem Fall den Kometen verlassen können und welche nicht.
  • “Measurements of the Near-Nucleus Coma of Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko with the Alice Far-Ultraviolet Spectrograph on Rosetta” (Juni 2015): Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Messungen, die mit der Ultraviolettkamera Alice der Raumsonde gemacht worden sind. Alice hat die Koma betrachtet, also die aus Gas und Staub bestehende Wolke, in die sich der Kometenkern mit zunehmender Aktivität einhüllt. Bei Abständen zwischen 10 und 80 Kilometer von der Oberfläche hat man vor allem Wasserstoff und Sauerstoff gefunden, der dank der Alice-Beobachtungen auf Wasserdampf zurückgeführt werden konnte, der durch die Einstrahlung von Sonnenlicht in seine Bestandteile aufgespalten worden ist.

So weit meine Literaturliste. Wie gesagt: Es gibt noch viel mehr Rosetta-Forschung, aber nicht alles davon ist frei verfügbar (und ich schreibe ja in meinem Blog nicht über nicht frei verfügbare Forschungsergebnisse). Und viel mehr Forschungsergebnisse werden in den nächsten Jahren noch veröffentlicht werden. Wahrscheinlich sogar in den nächsten Jahrzehnten… Das, was gerade bei Tschurjomow-Gerasimenko an Daten gesammelt wird, ist tatsächlich völlig einzigartig und wird die Astronomen noch sehr lange beschäftigen.

Wer Lust hat, ein paar der Rosetta-Wissenschaftler über ihre Arbeit sprechen zu hören, der kann heute beim Perihelion-Hangout teilnehmen. Heute (13. August 2015), ab 15 Uhr MESZ wird hier ein Livestream übertragen bei dem die Forscher Rosettas “Tag in der Sonne” feiern. Ich jedenfalls bin schon sehr gespannt, was wir in Zukunft noch an Erkenntnissen von dieser tollen Mission zu erwarten haben!

Kommentare (26)

  1. #1 Crazee
    13. August 2015

    Bei mir hat der Link zur Morphologie funktioniert. Soll ich Dir einen Link (44MB) bei mir schicken?

  2. #2 Fermat
    13. August 2015

    Gibt es von Tschurjumow-Gerasimenko
    eigentlich auch aktuelle ‘normale’ Kometenbilder

    Bei der Bildersuche von Google habe ich nur eines gefunden. Und das ist schon von 08/2014. Also nicht gerade aktuell.

    http://www.spektrum.de/news/67p-tschurjumow-gerasimenko-ist-wirklich-ein-komet/1307791

  3. #3 Florian Freistetter
    13. August 2015

    Was meinst du genau mit “normal”? Im Rosetta-Blog gibts ständig neue Bilder: http://blogs.esa.int/rosetta/ Oder meinst du was anderes?

  4. #4 Johannes
    13. August 2015

    größer als 1 Meter und näher als 110 Kilometer
    Dasd sollte wahrscheinlich “10 Kilometer” heißen, oder? Sonst ergibt der Satz nämlich keinen Sinn 🙂

    Bei mir hat das PDF auch funktioniert, es ist nur ziemlich groß.

  5. #5 Johannes
    13. August 2015

    Ich denke, Fermat meint Fotos, die von der Erde aus gemacht wurden.

  6. #6 Frantischek
    13. August 2015

    Auch wenn ihn schon die meisten kennen werden, find ich es ist ein guter Zeitpunkt…

    “Und viel mehr Forschungsergebnisse werden in den nächsten Jahren noch veröffentlicht werden. Wahrscheinlich sogar in den nächsten Jahrzehnten… Das, was gerade bei Tschurjomow-Gerasimenko an Daten gesammelt wird, ist tatsächlich völlig einzigartig …”

    noch einmal den Kurzfilm “Ambition” zu verlinken:

  7. #7 Florian Freistetter
    13. August 2015

    @Fermat: Gerade veröffentlich – der “Interactive Viewer for Comet 67P”: http://blogs.esa.int/rosetta/2015/08/13/new-interactive-viewer-for-comet-67pc-g/

  8. #8 Crazee
    13. August 2015

    Und ein neues druckbares STL-Modell. *freu*

  9. #9 Alderamin
    13. August 2015

    @Johannes

    Gerade eben auf Twitter, ein Bild von Damian Peach vom 12.08:
    http://sen.com/images/damian-peach#2092

  10. #10 Fermat
    13. August 2015

    @Florian/@Johannes. Ich meinte tatsächlich Bilder von der Erde aus. So hat man schließlich seit Jahrtausenden Kometen beobachtet. Deshalb habe ich gedacht, daß man solche Bilder schon noch als “normale Kometenbilder” bezeichnen kann.

    Ich fände es halt interessant den Kometenschweif auch mal aus der Ferne anzuschauen. Auf den Rosetta-Bildern sieht er ja eher klein aus

  11. #11 dgbrt
    13. August 2015

    @Fermat:
    Diese Bilder übertreffen alles, was man von der Erde aus beobachten kann (aktuell von heute):
    http://blogs.esa.int/rosetta/2015/08/13/rosettas-big-day-in-the-sun/

    Den ESA-Blog solltest du dir schon genauer anschauen. Was Amateure von der Erde schaffen können ist hier:
    http://blogs.esa.int/rosetta/2015/08/07/amateur-astronomers-keeping-an-eye-on-the-comet/

    Und was die Profis machen gibt es hier:
    http://blogs.esa.int/rosetta/2015/07/24/chasing-a-comet-from-earth-update-on-the-professional-observing-campaign/

    67P/Tschurjumow-Gerasimenko ist nicht besonders aktiv, weil er jetzt an seinem sonnennächsten Punkt noch weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde. Genau deswegen kann Rosetta da überhaupt nur so nah ran. Und bei den größten Annäherungen hatte die Sonde ja auch schon einige Aussetzer.

    Man darf die Messtechnik nicht unterschätzen, das menschliche Auge würde im Orbit von Rosetta nichts erkennen, nur, dass da in dem schwarzen Dingens die Sterne im Hintergrund fehlen. Der Komet ist so schwarz wie das gesamte Weltall dahinter. Und selbst die Aktivitäten des Kometen könnte unser Auge dort nur kaum wahrnehmen.

  12. #12 dgbrt
    13. August 2015

    @Florian:
    Drei ESA Links und ich werde moderiert. Ist das notwendig? Ist doch nur Arbeit für dich.

  13. #13 PDP10
    13. August 2015

    @dgbrt:

    “Drei ESA Links und ich werde moderiert. Ist das notwendig? Ist doch nur Arbeit für dich.”

    Florian hat damit nichts zu tun. Das ist der WP Filter der erstmal alle Beiträge in die Mod schickt, die mehr als zwei Links enthalten.

    Arbeit für Florian ist es natürlich trotzdem.

  14. #14 Braunschweiger
    14. August 2015

    Einen Kommentator, der keine Vokale kennt, würde ich mit jedem Mal moderieren… 🙂
    Es gab da schon ganz andere, die sich “Dagobert” nannten, z.B. einen Herrn Funke…

  15. #15 Panos
    14. August 2015

    Beeindruckend, was die Forscher mit Rosetta geschafft haben.

    Eine Frage: Weiß man schon, was mit der Rosetta passieren wird, wenn die Mission abgeschlossen ist?

  16. #16 Florian Freistetter
    14. August 2015

    @Panos: “Weiß man schon, was mit der Rosetta passieren wird, wenn die Mission abgeschlossen ist?”

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird man versuchen, Rosetta auf dem Kometen zu landen um so noch ein paar letzte Daten aus nächster Nähe zu sammeln.

  17. #17 noch'n Flo
    Schoggiland
    14. August 2015

    @ FF:

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird man versuchen, Rosetta auf dem Kometen zu landen

    Ist denn Rosetta für eine einigermassen sanfte Landung geeignet, oder wird das dann eher eine Art kontrollierte Bruchlandung?

  18. #18 Florian Freistetter
    14. August 2015

    @noch’nFlo: “Ist denn Rosetta für eine einigermassen sanfte Landung geeignet, oder wird das dann eher eine Art kontrollierte Bruchlandung?”

    Ne, geeignet nicht. Aber bevor das Ding blöd und unkontaktierbar unnütz durchs All fliegt, wird man das sicher probieren. Verlieren kann man dabei ja nix mehr. Und bei NEAR und der (ungeplanten) sanften Landung auf dem Asteroid Eros hats ja auch geklappt.

  19. #19 PDP10
    14. August 2015

    “Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird man versuchen, Rosetta auf dem Kometen zu landen um so noch ein paar letzte Daten aus nächster Nähe zu sammeln.”

    Echt?
    Wieso lässt man die nicht einfach weiter mit fliegen?

    Soweit ich mich erinnere, war es gar nicht so klar, ob Tschuri und Rosetta den Periheldurchgang überhaupt überleben – trotz der Entfernung von 185 Mio. km im Perihel.

    Jetzt hamses überstanden und ich finde das coolste wäre, wenn man Rosetta einfach weiter mitfliegen lassen würde.

    Wenn sie – ungeplant – solange durchhält wie zB Opportunity auf dem Mars, könnte man noch eine volle Umkreisung um die Sonne mitmachen – sind ja nur ungefähr 6,5 Jahre.

    Das fänd ich cool!

  20. #20 Florian Freistetter
    14. August 2015

    @PDP10: “Wenn sie – ungeplant – solange durchhält wie zB Opportunity auf dem Mars”

    Im Gegensatz zu Opportunity braucht Rosetta aber Treibstoff um ihre Bahn zu halten. Und der ist irgendwann und absehbar definitiv alle. Dann wäre Rosetta nur noch Metallschrott, der durchs Sonnensystem fliegt und das hilft niemanden. Mit ner Landung oder auch nur dem Versuch könnte man aber nochmal Daten sammeln. Es würde schon reichen, wenn die Osiris-Kamera ein Bild aus unmittelbarer Nähe machen könnte – und die Leute hätten daran wahrscheinlich monatelang zu forschen…

  21. #21 PDP10
    14. August 2015

    @Florian:

    “Im Gegensatz zu Opportunity braucht Rosetta aber Treibstoff um ihre Bahn zu halten. “

    Ähm ja stimmt. Aber wäre das langfristig wirklich ein Hindernis?
    Zur Zeit braucht Rosetta ja vor allem immer wieder Bahnkorrekturen, weil Tschuri so aktiv ist.
    Wenn Tschuri aber wieder weiter von der Sonne entfernt ist, könnte es dann nicht möglich sein, dass man Rosetta in eine halbwegs stabile Umlaufbahn um ihn bringt?

    Ich hab das jetzt nicht recherchiert und spekuliere nur rum, aber die Vorstellung ist einfach zu schön um sich so schnell davon zu verabschieden 🙂

  22. #22 Alderamin
    14. August 2015

    @PDP10

    Vergiss’ auch nicht, dass die Sonde lange im “Winterschlaf” ruhen musste, weil die Sonnensegel weit draußen nicht genug Strom produzierten.

    Die Sonde hat den Kometen doch schon zigmal umrundet und aus allen Winkeln aufgenommen. Ein paar coole Aufnahmen direkt von der Oberfläche (oder kurz davor) wären doch was. Da Blickfeld von Philae reichte ja nicht sehr weit.

  23. #23 PDP10
    14. August 2015

    @Alderamin:

    “Da Blickfeld von Philae reichte ja nicht sehr weit.”

    Das stimmt allerdings (auch wenn da ein ‘s’ fehlt 😉 ).
    So ein Anflug mit ‘Landung’ könnte schon sehr spektakuläre Bilder und Daten liefern …

    Ausserdem hat sich der Kleine ja schon länger nicht mehr gemeldet und soweit ich das mitgekriegt habe, ist es möglich, dass er das auch nicht mehr tut.

    Aber die Vorstellung, dass Rosetta trotzdem noch eine ganze Umrundung um die Sonne mitmacht, lässt mich einfach nicht los … (wie zu beweisen war 🙂 )

  24. #24 Fermat
    17. August 2015

    Hier ist überigens ein guter Vortrag über die Rossetta-Mission
    https://www.youtube.com/watch?v=HkV9CF8RShg&list=PLmGfeHeU4DbExUE5E7sEnMHxAxLy2meU8

    Und das sogar auf Deutsch.

  25. […] dass man gleich mit der Planung der nächsten Sonde begann. Und wie erfolgreich diese Rosetta-Mission verlief konnten wir ja in den letzten Jahren live […]

  26. […] sondern eher langgestreckt. Vielleicht ähnelt es dem Kometen 67P, den die Raumsonde Rosetta 2014 besucht hat und besteht aus zwei aneinander “klebenden” größeren Brocken. Vielleicht ist es sogar […]