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Die Zerstörung von Maschinen war im 19. Jahrhundert eine gänige Protestform von Arbeitern. (Bild: gemeinfrei)

Die Zerstörung von Maschinen war im 19. Jahrhundert eine gängige Protestform von Arbeitern. (Bild: gemeinfrei)

Im Jahr 1812, in Manchester, England: Reverend William Hay erhielt von einem jungen Mann eine beunruhigende Nachricht. Einige Männer hätten ihn angesprochen und gefragt, ob er nicht „mitmachen“ wolle. Für Hay stand fest: Der junge Mann wurde von den so genannten Ludditen rekrutiert, einer Gruppe von rebellierenden Arbeitern, die seit einiger Zeit den Norden Englands durch Sabotage von Webstühlen und sogar Morden in Aufruhr versetzten. Wer diese Ludditen waren, wusste keiner so genau. Dennoch war sich die Obrigkeit sicher, dass mehr dahinter stecken musste als die Umtriebe einer Bande von Kriminellen. Es gab nämlich berichte, dass dies nur der Anfang sei. Die Ludditen würden nämlich gemeinsam mit irischen Katholiken und sogar revolutionären Franzosen eine Invasion des Königreichs vorbereiten. Beweise dafür gab es praktisch keine. Trotzdem schienen viele Briten fest von der Existenz dieser Gefahr überzeugt gewesen zu sein. Heute würden wir sagen: Sie glaubten an eine Verschwörungstheorie.

Was ist eine Verschwörungstheorie?

Verschwörungstheorien sind uns zu genüge bekannt. Es scheint so, als hätten sie in den letzten Jahren viele neue Anhänger gewonnen. Zumindest erwecken zahllose Internet-Diskussionsgruppen und Debunking-Seiten diesen Eindruck: Die BRD ist nur eine GmbH, Impfungen sind eine Erfindung der Pharmaindustrie und die Kondensstreifen von Flugzeugen Teil eines Plans zur Schaffung einer neuen Weltordnung.

Was eine Verschwörungstheorie ist und was deren Verfechter antreibt, wird sowohl im Allgemeinen als auch von Wissenschaftlern überraschend knapp beantwortet. Verschwörungstheorien werden vornehmlich als eine Narrationen aufgefasst, mit deren Hilfe komplexe Vorgänge und Prozesse auf einen einfachen Nenner gebracht und so für den Einzelnen verständlich sowie begreifbar werden. Sie dienen somit der Reduktion von Komplexität. Sie werden weiterhin „falsches Wissen“ beschrieben: Wer einer Verschwörungstheorie anhängt, verfügt nur über begrenztes Wissen. Solche Theorien entstehen demnach aus Unwissenheit, Ignoranz oder intellektueller Unfähigkeit. Der Verschwörungstheoretiker gilt folglich als ungebildet, unaufgeklärt und häufig sogar als mental Instabil.

Zwar sind diese Aussagen nicht gänzlich falsch. Als Erklärung sind sie auf Dauer dennoch unbefriedigend. Dass Verschwörungstheorien komplexe Zusammenhänge auf einen einfachen Nenner reduzieren und dass sie die Wirklichkeit massiv vereinfachen, ist offensichtlich. Folgt man darüber hinaus der Systemtheorie, dann ist Komplexitätsreduktion nicht etwa die Ausnahme, sondern der Regelfall: Um sozial interagieren zu können, muss Komplexität reduziert werden. Was konkret also leisten Verschwörungstheorien?

Mit einer kurzen Episode aus der britischen Geschichte möchte ich das Phänomen aus einer anderen Perspektive beleuchten. Dazu werde ich Verschwörungstheorien nicht einfach als „falsches Wissen“ verstehen, wie dies bisher meistens getan wurde. Anstelle aufzuzeigen, wo sich die Verschwörungstheoretiker irrten und wie es „eigentlich gewesen ist“, geht es mir darum Aspekte hinter dem Glauben an eine solche Theorie zu beschreiben. Ich werde weniger auf diejenige eingehen, die sich Verschworen haben, sondern mir vor allem ansehen, wie seitens der damaligen staatlichen Behörden, den Magistraten, über diese angeblichen Verschwörer geschrieben wurde.

Der Ansatz basiert dabei auf einer Idee des Historikers Richard Hofstadter. Er brachte in den 60ern den Begriff „paranoid style“ ins Spiel. Anders als „paranoid“ suggeriert, soll dieser Begriff aber keine psychologische Beschreibung bieten: Der „[paranoid style] has to do with the way in which ideas are believed and advocated rather than with the truth or falsity of their content.“(1) Oder anders gesagt: Ob es die Verschwörung tatsächlich gegeben hat, ist erstmal zweitrangig. Von Interesse ist viel mehr wie aus Beobachtungen eine Verschwörungstheorie konstruiert wurde, wie diese dann kommuniziert wurden und welche Konsequenzen sich im jeweiligen Kontext daraus ergaben.

Die Ausgangslage

Bildunterschrift: So stellte man sich den Anführer der Ludditen "Ned Ludd" vor. Bild: Public Domain

Bildunterschrift: So stellte man sich den Anführer der Ludditen “Ned Ludd” vor. Bild: Public Domain

Ungefähr seit November 1811 erreichten das Home Office – mehr oder weniger das damalige britische Innenministerium – zahlreiche berichte von Magistraten aus den Regionen Nottinghamshire, West Riding of Yorkshire sowie Lancashire. In ihren Briefen erzählten sie von aufgebrachten Arbeitern, Unruhen und Aufständen, vor allem aber von Angriffen auf Webstühle sowie von vereinzelten Morden. Die Aufständischen wurden bereits von den Zeitgenossen als Ludditen bezeichnet. Der Name basiert auf dem Pseudonym Ned Ludd, welches die Arbeiter verwendeten um in Briefen anonym Kritik an der Obrigkeit zu äußern – in etwa eine Art Robin Hood der frühen Arbeiterklasse. Die Obrigkeit griff diesen Namen auf und bezeichnete die Aufständischen kurzerhand als Ludditen.

Wer diese Ludditen waren ist bis heute nicht genau geklärt. In der Forschung besteht aber zunehmend Einigkeit darin, dass es sich nicht um eine organisierte Bewegung handelte, wie der Begriff unterstellt und viele Zeitgenossen glaubten. Statt dessen scheint es sich bei den Aufständen eher um regionale Unruhen gehandelt zu haben, die nur lose miteinander in Verbindung standen und auch nicht unbedingt außergewöhnlich waren. Die Perspektive der Historiker stand den Magistraten jedoch nicht zur Verfügung, sondern lediglich die der teilnehmenden Beobachter.

Bei diesen Magistrate handelte es sich nicht um ausgebildete Staatsdiener. Sie waren Laien, die zur Selbstverwaltung eingesetzt wurden. In ihren Zuständigkeitsbereich gehörte vor allem die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Hier hatten sie prinzipiell freie Hand, allerdings standen ihnen nur begrenzte Mittel zu Verfügung. Eine Polizei oder gar Ermittlungsbehörden gab es nicht – so etwas galt als Einschränkung der Freiheit – und daher blieben die Magistrate auf eigenens angeheuertes Personal angewiesen. Im Ausnahmefall konnten sie das Home Office um militärische Hilfe bitten, welches diese allerdings nur widerwillig gewährte: Mit lokalen Angelegenheiten wollte man sich in London nur ungern beschäftigen, gleichwohl man regelmäßige Berichte über die aktuelle Lage erwartete. So bestand das, was die Magistrate über die aufständischen Arbeiter berichteten, letztlich aus Hörensagen, eigenen (zufälligen) Beobachtungen, unzuverlässigen Zeugenaussagen und Berichten von dubiosen V-Männern. Systematische Ermittlungen waren kaum möglich. Ein guter Nährboden also für Spekulationen und Gerüchte.

Die Beobachtungen der Magistrate

Über das, was die Magistrate meinten gesehen zu haben, sind wir relativ gut informiert: Im britischen Nationalarchiv lagern unzählige Briefe, die so genannte Disturbance Correspondence, welche die Magistrate an das Home Office verfasst haben.(2) Darin schildern sie unter anderem, was sie über die Ludditen in Erfahrung bringen konnten. Nimmt man die Berichte wörtlich, so scheinen viele Magistrate überzeugt gewesen zu sein, es mit einer umfassenden Gefahr zu tun zu haben.

Sie machten zunächst ökonomische Gründe für die Unruhen verantwortlich. Die angespannte wirtschaftliche Lage, verursacht durch den anhaltenden Krieg gegen Napoleon sowie die Einführung neuer Maschinen in die junge Textilindustrie, führten in weiten Teilen des Nordens Englands zu hohen sozialen Spannungen. Ungeachtet dessen blieb das Verständnis für die Aufständischen gering. Die Arbeiter wurden regelmäßig als “disaffected” und “wicked” oder “lawless mob” beschrieben, der diabolische Taten beging und “terror” über die unschuldigen Bewohner bringen würden.

Einige Magistrate maßen den Ereignissen letztlich nur temporäre Bedeutung bei: Wenn sich die ökonomische Lage verbessere, würden sich die Arbeiter wieder beruhigen, meinten einige. Die Mehrheit glaubte jedoch in den Unruhen ein Muster zu erkennen. Dies wäre durchaus ungewöhnlich: Es galt die Vorstellung, dass Arbeiter eher kopflos agierten und nicht fähig waren sich auf längere Zeit zu organisieren. Die Beschreibung des Magistrats Georg Coldham musste daher für Aufsehen gesorgt haben: „Es geschieht immer zwischen 6 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Die Gruppe versammelt sich vor einem Haus und wartet auf den richtigen Zeitpunkt um loszuschlagen, wenn man meinte, die Patrouillen wären abwesend“

Für Coldham war klar, dass es sich nicht einfach um einen wütenden Mob handelte. Er berichtet weiter: “Viele Menschen sind bewaffnet […] und es wurde in großem Stile Geld gesammelt.” Für diese These sprach auch, dass Vorfälle dieser Art aus mehreren Städten gemeldet wurden und man weiterhin bemerkte, dass die Ludditen über »Pistolenschüsse von Dorf zu Dorf« kommunizierten. Untermauert wurden solche Beobachtungen schließlich von Augenzeugen, die unter Eid von Gruppen mit schwarzgefärbten Gesichtern berichteten, die bei Nacht gewaltsam Wohnhäuser nach Waffen durchsuchen würden.

Dies alles setzt voraus, dass mehr hinter den Taten stecken musste. Irgendjemand musste das Sammeln von Waffen und Spenden sowie die Überfälle organisieren. Doch wer?

Spione, Augenzeugen und Rädelsführer

Arbeiter, so die allgemeine Sichtweise, galten für sich genommen nicht als Bedrohung. Hin und wieder protestieren sie zwar und mitunter auch anhaltend und gewalttätig. Doch wähnte man sie nicht in der Lage sich zu organisieren und das Königreich ernsthaft gefährden zu können. Diese Arbeiter jedoch, Ludditen schienen nicht in dieses Bild zu passen.

Dafür sprach auch die Schilderung eines jungen Mannes. William Hay aus Manchester nannte ihn in seinem Bericht an das Home Office zu dessen Sicherheit „Mi“. Dieser wurde von einem gewissen „Wittingham“ gefragt, ob er mitmachen wolle – wobei wird nicht näher genannt. „Mi“ berichtet lebhaft, wie er mit verbundenen Augen im Schutz der Dunkelheit auf ein Feld abseits der Stadt geführt wurde. Dort musste er einen Eid leisten und sich zu einer strikten Geheimhaltung verpflichten: „Ich schwöre feierlich, dass ich zu keiner Person die Namen derjenigen verraten werde, die das geheime Komitee bilden, weder wo sie sich treffen, wie sich sich Kleiden oder irgendetwas anderes, das zu deren Entdeckung führen könnte“. Ein Verstoß gegen diesen Eid würde mit dem Tod bestraft werden. „Mi“ berichtet ebenfalls, dass ein ganzes Netzwerk solcher Komitees existiere, die unabhängig voneinander agieren würden. Allerdings gäbe es wohl eine Zentrale in London, deren Angehörige jedoch im Unerkannt bleiben würden, bis die Zeit „um loszuschlagen“ gekommen sei.

Tiefere Einblicke in diese verschworenen Netzwerke schienen die Berichte von Spitzeln zu ermöglichen: Insgesamt, meinte ein Spion, stünden in ganz England 7400 Arbeiter vereidigt unter Waffen. Sie verfügten außerdem über „2380 Pistolen und Schwerter und andere verwendeten Mistgabeln“. Die Spione bestätigten nicht nur das geheime Netzwerk aus verschworenen Komitees, sondern schienen auch nähere Fakten zu kennen. Und nicht nur das: Sie berichteten von viel weitreichenderen Verbindung. Nicht nur innerhalb von England solle es ein Netzwerk an Verschwörern geben, sondern auch zu den Iren und Schotten gäbe es Verbindungen. Alles in allem seien so über 40000 Menschen Teil der Eidgemeinschaft.

Wer die Drahtzieher in London waren, wurde nie konkret genannt. Die Hinweise auf eine Verbindung nach London war jedoch für königstreue Magistrate ein klares Signal: Es konnte niemand anderes als die sogenannten „Radikalen“ gemeint sein, also Angehörige einer politischen Strömung, die sich für eine Reform des Parlaments einsetzten und folglich auch als gefährlich galten.

Eine Verschwörung der Ludditen?

Die Mehrzahl der Berichte ergeben ein äußerst düsteres Bild. Dabei blieb das Wesen der Ludditen, deren Beweggründe und Vorgehensweise vage und holzschnittartig. Die Magistrate unterscheiden bei ihren Beschreibungen nicht zwischen Sach‐ und Werturteilen. Sie verweisen stets darauf, wie bösartig, schrecklich oder hinterhältig die Machenschaften der Ludditen waren. Die Aufständischen selbst werden aber nie konkret benannt oder charakterisiert. Sie werden lediglich als diffuse Gruppe beschrieben, die bloß unter dem Einfluss einiger Rädelsführer agierten. Ihr Ziel bestünde allein darin, sich zu verschwören, um Angst zu verbreiten und auf diesem Weg ihre Interessen durchzusetzen, die vage als „diabolisch“ charakterisiert wurden.

Die Berichte nahmen mitunter paranoide Züge an. Viele meinte revolutionäre Kräfte am Werk zu sehen. Diese hätten sich verschworen, um mit Unterstützung französischer oder irischer Kräfte auf einen Umsturz hinzuarbeiten. Zunehmend standen nicht die bereits begangen Taten im Vordergrund, sondern die Taten, die so möglicherweise noch begangen werden könnten.

In diesem Zusammenhang ist gerade das Leisten eines Eides, wie es Hays Zeuge „Mi“ beschreibt, von großer Bedeutung. Das Schwören war eine äußerst heikle Angelegenheit. Der Eid ist in vormodernen Gesellschaften, die sich nicht durch Schriftlichkeit organisieren, d.h. mit öffentlichen Unterlagen, Verträgen, Unterschriften und dergleichen, nämlich ein zentraler Akt. Er gilt zu dieser Zeit als ein konstitutives Element in der Politik und der Rechtsprechung – als „Sakrament der Herrschaft“.(3) Da als Zeuge in der Regel Gott als strafende Instanz aufgerufen wurde, war das Schwören eines Eides nichts, was man leichtfertig vagen konnte. Wer freiwillig Teil einer conjuratio – grob übersetzt einer Verschwörung – wurde, der musste, so die Annahme, etwas Gefährliches vorhaben und die dunkelsten Absichten verfolgen. Der Eid über den “Mi” berichtete galt daher in der Rechtsprechung als ein großes Vergehen mit „schweren Konsequenzen für die Sicherheit des Königreiches“.(4) Das Ziel einer solchen Verschwörung konnte nur darin bestehen dem Königreich zu schaden. Das Schwören führte zwangsläufig zum „schwersten aller Verbrechen“, nämlich Hochverrat (high treason).

Das Bild schlägt eine Brücke zwischen der Vernichtung der Spanischen Armada und der Pulverfaßverschwörung. Es stellt beide als einen gottgewollten Sieg der Briten über die Verschwörung der "Papisten" dar. (Bild: The Double Deliverance 1588 1605, British Museum. CC BY-NC-SA 4.0.

Das Bild schlägt eine Brücke zwischen der Vernichtung der Spanischen Armada und der Pulverfaßverschwörung. Es stellt beide als einen gottgewollten Sieg der Briten über die Verschwörung der “Papisten” dar. (Bild: The Double Deliverance 1588 1605, British Museum. CC BY-NC-SA 4.0.

Die Szenarien, die die Magistrate beschrieben haben, waren aus damaliger Sicht durchaus Glaubwürdig. Auch dass Katholiken, wie die Iren am Umsturz des Königreiches arbeiten würden, galt seit Jahrhunderten als erwiesen. Ebenso war die Angst vor einer Invasion ein immer wiederkehrendes Schreckensszenario. Für viele Briten waren derartige Schilderungen daher keineswegs aus der Luft gegriffen.

Gegen eine solche Bedrohung, eine Verschwörung im Bunde mit den Feinden des Landes, vorzugehen schien dringend geboten. Es überrascht daher nicht, dass die Schilderungen vieler Magistrate letztlich darauf hinaus liefen solchen Anliegen Nachdruck zu verleihen. Es sei „unumgänglich für den Frieden und die Sicherheit der Stadt und der Nachbarschaft, sofort eine effizientere militärische Kraft zu mobilisieren und diese den Magistraten zu unterstellen.“ Andere Magistrate forderten mehr Befugnisse. Sie merkten an, dass es massiven illegalen Waffenbesitz gäbe, aber mit den bestehenden Gesetzen hätten sie keine Möglichkeit diese zu suchen und zu beschlagnahmen. Das Parlament müsse daher die Befugnisse der Magistrate erweitern.

Die Politik der Verschwörungstheorie

Viele Elemente scheinen uns heute vertraut: Die Verschwörer wurden nie klar benannt, sondern es blieb bei vagen Szenarien mit einer klaren Einteilung in Gut und Böse. Man unterschied lediglich zwischen der breiten Masse und den Drathziehern mit ihren dunkelen Absichten. Es stand am Ende unumstößlich fest, dass dem britischen Staat eine große Gefahr drohe. Aus einzelnen Versatzstücken und Beobachtungen wurde so ein umfassendes Bedrohungsszenario kreiert.

Mit Hilfe des Verschwörungsgedankens ließ sich also auch hier eine unübersichtliche Sachlage in eine einfache Erzählung verpacken. Doch es geschieht noch mehr: Durch die Beschreibung als Verschwörung wird die Situation nicht nur begreifbar, sondern aus den Aufständen wird gleichsam ein hochgradig krimineller Akt: Hochverrat galt als eines der höchsten Verbrechen. Dabei ging es nicht mehr nur um bereits begangene Taten: Allein der Plan solche Taten zu begehen war strafbar.

Aber haben die Magistrate wirklich geglaubt, was sie gesehen und geschrieben haben? Hätten sie besser nachgeforscht, dann hätte ihnen doch auffallen müssen, dass die Beweislage auf wackeligen Beinen stand. Oder wollten sie aus reiner Machtbesessenheit mit Hilfe des Verschwörungsszenarios Angst schüren? Über die tatsächlichen Motive der Magistrate lässt sich nur spekulieren. Würde man jedoch die Sache mit dem Verweis auf deren Unfähigkeit beenden, übersieht man einen wichtigen Aspekt: Hinter der Beschreibung als Verschwörung steht in diesem Kontext eine politische Funktion. Mit dem Verschwörungs- und Verratsvorwurf wird ein Bedrohungsszenario konstruiert aus dem sich politischer Handlungsbedarf ableitet: Der Ruf nach Reformen, nach neuen Befugnissen und so fort. Es ist daher erstmal zweitrangig ob oder inwiefern es die Verschwörungen wirklich gegeben hat. Mit Hilfe eines Verschwörungsszenarios ließ sich ein lebendiges Bild einer unmittelbar bevorstehende Krise heraufbeschwören. Aus dieser Krise ergaben sich drastische Folgen für das gesamte Land. Nur wenn harte Maßnahmen ergriffen würden, bestehe die Chance eine Katastrophe zu verhindern.

Die Beschreibung als Verschwörung garantierte in diesem Kontext die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – und erhöhte gleichzeitig den Druck auf die Regierung bzw. das Parlament. Hinter der Verschwörungstheorie über die Ludditen standen also nicht nur unaufgeklärte Menschen, sondern ebenso politische Interessen.

Diese Verschwörungstheorie ist nur ein historisches Beispiel von vielen und mutet eher wahllos ausgewählt an. Dennoch kann sie als Grundlage für weitere Überlegungen über Verschwörungstheorien anstoß bieten. Sie dienen nicht einfach nur “überforderte Menschen” zur Komplexitätsreduktion, sondern auch als Mittel um politische Interessen zu transportieren. Man tut als gut daran, Verschwörungstheorien nicht nur als Hirngespinste von abseitigen Spinnern anzusehen, sondern auch in anderen Zusammenhängen nach vergleichbaren Mustern zu suchen.

Nachweise:
(1) Hofstadter, Richard, The paranoid style in American politics. And other essays, New York 1965, S. 5.

(2) Ich zitiere sofern nicht anders angegeben im Folgenden aus diesen Dokumenten: TNA HO 40, http://discovery.nationalarchives.gov.uk/details/r/C8904. Zur besseren Lesbarkeit habe ich die Zitate frei übersetzt.

(3) Die Bezeichnung stammt von: Prodi, Paolo, Das Sakrament der Herrschaft. Der politische Eid in der Verfassungsgeschichte des Okzidents (Schriften des Italienisch‐Deutschen Historischen Instituts in Trient, Bd. 11), Berlin 1997.

(4) Anonymous. A correct report of the proceedings on the trial of thirty‐eight men, on a charge of administering unlawful oath, 1812, 16.

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Hinweis zum Autor: “Matthias Friedmann ist Historiker und (ab Oktober) wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 1150 “Kulturen des Entscheidens” in Münster.”

Kommentare (15)

  1. #1 Artur57
    24. September 2015

    Nun ja, Komplexitätsreduktion in dem Sinne, dass staatliche Stellen immer gern einen Rädelsführer am Werk sehen, den es zu fangen und undschädlich zu machen gilt. Dann, so die Folgerung, werde der ganze Spuk aufhören. Ähnliches sehen wir bei den USA, die sich hierbei auf die Person Bin Laden fixierten. Dessen Ausschaltung dann aber ziemlich belanglos war.

    Ja und natürlich hatte diese Verschwörungstheorie einen Zweck. Es ist doch wohl das Strafmaß heraufgesetzt worden, denn bis dahin konnte man die Maschinenstürmer ja nur wegen Sachbeschädigung anklagen, was offenbar nicht abschreckend wirkte. Wir hatten hier in der Bundesrepublik einen ähnlichen Vorgang, indem in den 70-er Jahren der Straftatbestand “Bildung einer terroristischen Gruppe” neu festgelegt wurde. Der bewirkte, dass jedem RAF-Täter zu seinen sonstigen Strafftaten auch noch dieser Paragraph hinzukommend angerechnet wurde. Was dann ein paar Jahre Knast mehr bedeutete. Ich denke mal, man findet Ähnliches bei den Briten.

  2. #2 odet
    24. September 2015

    “Mit Hilfe des Verschwörungsgedankens ließ sich also auch hier eine unübersichtliche Sachlage in eine einfache Erzählung verpacken. Doch es geschieht noch mehr: Durch die Beschreibung als Verschwörung wird die Situation nicht nur begreifbar, sondern aus den Aufständen wird gleichsam ein hochgradig krimineller Akt:”

    Zusätzlich kann man noch sagen, daß, da der Sündenbock benannt ist, man auch weiter nichts unternehemen muss. Die Lebensumstände der Fabrikarbeiter im frühen 19. Jh. waren verhehrend. Aber natürlich darf man ihnen nicht helfen, da sie böse sind.

    Klase Artikel.

  3. #3 gaius
    24. September 2015

    Interessante Aspekte. Besonders den “paranoid style” finde ich einen interessanten Ansatz.

    Es kam mir schon immer komisch vor, dass man die Frage, ob es sich bei Hypothesen über gesellschaftliche Zusammenhänge um eine “Verschwörungstheorie” handelt oder nicht, nur davon abhängig macht, ob sie sich im Nachhinein als “richtig” erweisen.

    Es sind ja durchaus gut begründete Vermutungen denkbar, die sich später eben als falsch erweisen. Genauso wie Theorien, auf die zu dem Zeitpunkt nur ein Paranoiker kommen kann, auch mal stimmen können (Dass du ein Paranoiker bist, heißt nicht, dass sie nicht hinter dir her sind 🙂 ) Man muss meiner Meinung nach die Hypothese auf den derzeitigen Informationsstand beziehen.

  4. #4 BreitSide
    Beim Deich
    24. September 2015

    Da hast Du mich aber gehörig aufs Glatteis geführt!

    Ich hatte mich auf eine Analyse der 9/11-Truther und anderer Knallchargen eingestellt, aber (offensichtlich…) können Regierungen genauso auf abgedrehte Verschwörungstheorien reinfallen wie Privatpersonen…

    Es war ja der eigentliche Erfolg für Al Kaida, dass die USA in größter Eile ein Menschenrecht nach dem anderen abgeschafft haben und damit die “moralische Überlegenheit des freien Westens” so richtig in die Sch*** geritten haben. Zusammen mit einer erschreckenden – freiwilligen! – kompletten Gleichschaltung der Medien.

  5. #5 dgbrt
    24. September 2015

    Also, man muss die Verschwörungstheorien in zwei Gruppen aufteilen:
    1.) Vorwurf an die Obrigkeit uns zu belügen. Beispiele sind 9/11, Mondlandung oder der Mord an JFK.
    2.) Der Vorwurf an versteckte Organisationen, die uns etwas Böses antun zu wollen oder zumindest im Geheimen etwas Großes planen. Beispiele sind hier die Illuminaten, Templer oder Neuschwanbenland in der Antarktis.

    In der zweiten Gruppe gibt es eigentlich nur Märchengeschichten und sichtbare Ergebnisse gab es nie. Die Ludditen gehören wohl auch hier hinein.

    Und die Beweggründe der Anhänger ist auch unterschiedlich.
    Bei der ersten Gruppe sind es Zweifel an offiziellen Verlautbarungen, oft begründet durch mangelndes Wissen. Sie haben tatsächlich oft Angst, dass sie von Oben gesteuert werden.
    Der zweiten Gruppe würde ich einfach empfehlen mehr Märchen oder Science-Fiction zu lesen. Da kann man schön über unmögliches phantasieren.

    PS.: Natürlich gibt es bei dieser Einteilung auch Überschneidungen. Z.B. gehören die Chemtrails wohl in beide Gruppen.

  6. #6 meregalli
    25. September 2015

    Was ist eine “VT” wirklich?

    Die Antwort ist sehr banal:

    Es ist die zurückgelegte Wegstrecke!

  7. #7 Captain E.
    25. September 2015

    @dgbrt:

    Mit der Beschreibung der “versteckten Organisationen” habe ich ein paar Bauchschmerzen. Wenn man definiert, dass Verschwörungstheorien sich dadurch auszeichenen, dass eben niemals etwas dran ist ,dann stimmt das natürlich.

    Andererseits hat es immer wieder zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Orten (mehr oder weniger) im Geheimen operierende Organisationen gegeben. Ich erinnere da nur an RAF und NSU, aber auch die NSDAP und ihre Unterorganisation SA haben sich in den 20er Jahren mit einigen Dingen beschäftigt, die den Behörden nicht gefallen konnten.

    Oder nehmen wir Dikatoren wie Somoza und Batista. Denen haben bestimmt ihre Sicherheitsleute gesagt, dass Rebellen an ihrem Sturz arbeiten, ohne dass sie ganz genau gewusst hätten, wer alles dazu gehörte oder wie die genauen Pläne aussahen. Es gab aber diese Rebellen und sie waren erfolgreich.

    Was ich damit sagen will, ist folgendes: Wenn die Behörden das Gefühl haben, dass eine Gruppe daran arbeitet, die bestehende staatliche Ordnung umzustürzen, dann kann durchaus etwas dran sein, Verschwörungstheorie hin oder her.

  8. #8 bruno
    25. September 2015

    Komplexitätsreduktion?
    Stricken nicht gerade VTler aus simplest erklärbaren Phänomenen höchst abstruse und hochkomplexe Geschichten?

    Aus “Kondensstreifen” auf eine neue Weltordnung zu schliessen, aus “Fluzeug fliegt in Haus – Haus fällt zusammen” irre Regierungskomplotte zu vermuten und aus einer “schwingenden Karbonstange” zu schliessen, die Mondlandung sei ein Fake klingt nicht gerade nach Verringerung der Komplexität?

  9. #9 Captain E.
    25. September 2015

    Vermeintliche Komplexitätsreduktion?

    Sie findet halt nur im Kopf der VTler statt, und danach kann man denen noch so lange erklären, dass ihre Spinnereien viel unwahrscheinlicher sind als die Realität – sie werden es nicht mehr glauben.

  10. #10 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    25. September 2015

    “Verschwörungstheorie” ist eine moderne Bezeichnung für Ketzerei. Andere Bezeichnungen für Ketzer sind z.B. “Truther” oder “Querfrontler”.

    Gängige Verschwörungstheorien sind z.B., dass die NSA zusammen mit dem britischen GCHQ etwa die weltweite Kommunikation überwachen lasse, und Programme zur Manipulation der öffentlichen Meinung habe. In dem Zusammenhang wurde sogar behauptet, eine Verschwörung innerhalb von US-Geheimdiensten hätte etwa das Beweismaterial auf den Laptops des Untersuchungsausschusses des US-Senats manipuliert.

    Ebenfalls aktuell ist die Verschwörungstheorie, die USA hätten etwa den “Islamischen Staat” wissentlich in Kauf genommen, und würden jetzt Al Kaida finanzieren, um den syrischen Diktator Assad zu stürzen.

    Andere Verschwörungstheoretiker versteigen sich gar darauf, Polizisten in Stuttgart und Schwäbisch Hall seien im Kukluxklan organisiert, und der Wohnwagenselbstmord der beiden NSU-Uwes sei so gar nicht möglich gewesen, wie es die offizielle Untersuchung darlegt. Besonders lächerlich dabei: den untersuchenden Behörden wird unterstellt, sie hätten Akten vernichtet und Beweismittel ignoriert!

    Auch dass die ukrainische Finanzministerin in Wirklichkeit Amerikanerin sei, und eine Ex-Mitarbeiterin des US State Department, ist eine beliebte Verschwörungstheorie. Es wird unter Querfrontlern sogar behauptet, sie habe den Investment-Fonds gegründet, dem der ukrainische Regierungschef seine Finanzierung verdanke. Ja, Verschwörungstheoretiker versteigen sich sogar zu der Behauptung, US-Regierungsbeamte hätten sich zuvor telefonisch abgesprochen, diesen Regierungschef als Marionette einzusetzen.

    Aber auch an der Front der Truther kann man die Absurdität der Behauptungen leicht erkennen. So wird etwa behauptet, die BBC habe tatsächlich in einer Fernsehübertragung bereits 20 Minuten vor dem Zusammensturz des Salomon-Brothers-Buildings über genau denselben gesendet. Hinter der Reporterin sei sogar noch das Gebäude zu sehen, während sie live über dessen angeblich bereits passierten Einsturz berichtet. Und die Truther versteigen sich sogar dazu zu behaupten, obwohl es in diesem Gebäude gebrannt hat, zeige das Video des tatsächlichen Zusammensturzes klar eine Abbruchsprengung.

    Glücklicherweise finden alle diese Verschwörungstheorien nur im Kopf der VTler statt, denn diese Spinnereien sind viel unwahrscheinlicher als die Realität. Deshalb lohnt es sich auch nicht, solch offensichtlichen Blödsinn nachzurecherchieren: da kommt dann sowieso nur derselbe Quatsch raus wie bei den Chemtrails und den Mondnazis, nicht wahr?

    Nächstens behauptet noch jemand, die Geschichte, wie der Mossad Eichmann entführt und vor Gericht gebracht hat, sei in Wirklichkeit ganz anders abgelaufen. Lächerlich und absurd, kann ich da nur sagen! 😉

  11. #11 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    25. September 2015

    dgbrt: gehören zu 1.) auch der Tonkin-Zwischenfall, die Massenvernichtungswaffen im Irak sowie die Brutkastenlüge?

    Im weiteren Sinne könnte man dann auch noch das MKULTRA-Programm, den Bombenanschlag auf der Piazza Fontana oder den Anschlag von Bologna 1980 dazu nehmen, nicht wahr?

  12. #12 Dampier
    25. September 2015

    Schön, mal wieder ein historischer Artikel. Ich fand ihn gut und aufschlussreich. Dank an den anonymen Autor.

  13. #13 dgbrt
    25. September 2015

    @Volker Birk:
    Wenn du die Lügen der US-Regierung um G.W. Bush bzgl. der Massenvernichtungswaffen im Irak meinst, dann sage ich, dass dieses keine klassische Verschwörungstheorie ist. Das hat damals schon niemand geglaubt und irgendwann ist das dann ja auch aufgeflogen.
    Das selbe gilt auch für den Tonkin-Zwischenfall (1964) als Begründung für den Krieg der USA in Vietnam oder die Brutkastenlüge als Begründung für die Befreiung Kuwaits 1990.
    Auch diese beiden Lügen sind später aufgeklärt worden.

    Verschwörungstheorie zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen aus Angst, Ignoranz von Tatsachen oder fehlendes Wissen an etwas glauben was ohne jegliche Substanz einfach nur behauptet wird.

  14. #14 Spritkopf
    26. September 2015

    @Volker Birk

    Aber auch an der Front der Truther kann man die Absurdität der Behauptungen leicht erkennen.

    Sollte das jetzt Ironie sein?

    So wird etwa behauptet, die BBC habe tatsächlich in einer Fernsehübertragung bereits 20 Minuten vor dem Zusammensturz des Salomon-Brothers-Buildings über genau denselben gesendet. Hinter der Reporterin sei sogar noch das Gebäude zu sehen, während sie live über dessen angeblich bereits passierten Einsturz berichtet.

    Ja, anscheinend hat die BBC über den Einsturz von 7 WTC berichtet, bevor das Gebäude tatsächlich zusammengekracht ist. Allerdings ist da nichts Geheimnisvolles hinter. Man wusste schon 1 – 2 Stunden vor dem Einsturz darüber Bescheid, dass 7 WTC sich nicht viel länger würde halten können, weil der Brand im Inneren so heftig war, dass die tragenden Strukturen bald nachgeben würden. Folglich hat man auch sämtliche Feuerwehrleute aus dem Gebäude abgezogen und die Voraussage, dass es nicht zu retten sei, nach draußen (u. a. an die BBC) gegeben.

  15. #15 Matthias
    26. September 2015

    Ohje! Ich habe doch glatt die Veröffentlichung meines Artikels verpennt 🙂

    Ich denke der Vorteil bei der Verwendung des “paranoid styles” ist es, dass es durchaus reale “Verschwörungen” geben kann, jedoch dazu eine Theorie existieren kann, die die eigentlichen Ereignisse massiv umdeutet. Beispielsweise: Es hat ja offenkundig – sagen wir mal – problematische Überwachungsmaßnahmen gegeben, aber es ist ein Unterschied ob ich dies eher sachlich beschreibe oder es darauf hinaus laufen lasse, dass “irgendwer” dies macht um die Macht an sich zu reißen und Big Brother zu spielen – oder dergleichen. Die Übergänge dazwischen müssen nicht unbedingt klar sein. Aber es ist, finde ich, ein sinnvoller Ansatz zwischen den Ereignissen und der Darstellung der Ereignisse zu unterscheiden.

    @bruno:
    “Komplexitätsreduktion? Stricken nicht gerade VTler aus simplest erklärbaren Phänomenen höchst abstruse und hochkomplexe Geschichten?”

    Das stimmt. Ich bezog mich eher darauf, dass die Funktion einer Verschwörungstheorie in Medien recht häufig mit “Komplexitätsreduktion” erklärt wird. Wenn auch nicht genau mit dem Wort, aber dem Prinzip.

    @dgbrt:
    Naja, der Vorwurf an die Obrigkeit ist ja auch häufig eine Art Vorwurf gegen eine “verdeckte Organisation”: Zwar ist die Obrigkeit in dem Sinne nicht verdeckt, aber es ist dann lediglich von “denen da oben” oder dergleichen die Rede. In so einem Fall werden auch selten konkrete Prozesse oder Verantwortliche genannt – wenn dann nur exemplarisch, meinem Eindruck nach. Aber hinter dem jeweiligen Vorwurf stehen sicher andere Motive.