Am 1. Januar 2015 habe ich die Blogleserinnen und Blogleser im Internationalen Jahr des Lichts willkommen geheißen. Dieses aus astronomischer Sicht natürlich besondere Jahr geht nun langsam zu Ende. Aber keine Sorge! Auch 2016 hat von den Vereinten Nationen wieder eine Jahreswidmung bekommen. 2016 wird das Internationale Jahr der Hülsenfrüchte sein!

Gut, das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär. Hülsenfrüchte – Erbsen, Bohnen, Linsen und all die anderen Pflanzen dieses Typs – üben nicht unbedingt die gleiche Faszination aus wie die großen Entdeckungen der wissenschaftliche Pioniere die uns das Licht verstehen gelehrt haben. Aber natürlich sind Hülsenfrüchte wichtig und haben durchaus ihr eigenes internationales Jahr verdient. Diese Pflanzen stellen die Grundlage der Ernährung da; und dank ihres hohen Eiweißgehalts sind sie in vielen Regionen dieser Welt von enormer Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung. Hülsenfrüchte wie Klee oder Lupinen können den Stickstoff der Luft wunderbar binden und sie spielen deswegen in der Landwirtschaft und Viehaltung eine wichtige Rolle. Die Welt braucht die Hülsenfrüchte und das Internationale Jahr wird probieren, ihre Bedeutung ensprechend zu vermitteln.

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Ich habe aber leider nicht allzuviel Ahnung von der Biologie der Hülsenfrüchte, den Problemen und Chancen der Landwirtschaft und den Fragen der weltweiten Ernährung. Über diese Themen kann ich daher nicht allzu viel mitteilen – aber dafür habe ich Ahnung von Astronomie!

Hülsenfrüchte und die Welt der Sterne scheinen keine wirklich offensichtliche Verbindung zu haben (Was nicht stimmt: Wie ich in meiner gAstronomie-Serie zeige, gibt es jede Menge Zusammenhänge zwischen Nahrung und Astronomie). Aber auch am Himmel finden wir Bohnen, Erbsen und Linsen! Sie eignen sich nicht unbedingt für den Verzehr – sind aber trotzdem enorm interessant!

Da sind zum Beispiel die Erbsen-Galaxien oder Green Pea Galaxies. Die wurden im Jahr 2007 entdeckt und zwar auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise. “Galaxy Zoo” ist ein Citizien-Science-Projekt, bei dem Menschen seit fast 10 Jahren die Eigenschaften von Galaxien untersuchen. Freiwillige aus aller Welt betrachten Bilder aus den Datenbanken der Astronomen und klassifizieren die Galaxien wesentlich genauer als es automatische Algorithmen tun könnten. Und vor allem sind Menschen in der Lage, auf den Bildern neue Dinge zu entdecken! So wie es die Lehrerin Hanny van Arkel im Jahr 2007 tat, als sie ein seltsam grünlich leuchtendes Dingens auf einer der Aufnahmen fand, das heute “Hannys Objekt” heißt und über das ich damals schon geschrieben habe.

Hannys Objekt stellte sich als sogenannter Reflexionsnebel heraus (dazu mehr dann später). Und die vielen Freiwilligen von Galaxy Zoo nahmen diese Entdeckung als Anlass, nach weiteren grünen Dingern auf den Aufnahmen zu suchen. Und fanden auch jede Menge davon, die – damals noch – scherzhaft “Peas”, also “Erbsen” genannt wurden.

Grün ist am Himmel ja eher eine seltene Farbe. In den Bildern des Galaxy-Zoo-Projekts deutet das auf das Vorhandensein von viel stark ionisierten Sauerstoff-Atomen hin. Die geben Licht in einem Wellenlängenbereich ab, der in den Filtern des genutzten Katalogs grün dargestellt wird.

Was als eher amüsante Freizeitbeschäftigung der Galaxy-Zoo-User begann, wurde schnell echte Wissenschaft. Carolin Cardamone von der Universität Yale und ihre Kollegen veröffentlichten eine Facharbeit mit dem Titel “Galaxy Zoo Green Peas: Discovery of A Class of Compact Extremely Star-Forming Galaxies” in der die kosmischen Erbsen genauer unter die Lupe genommen wurden. 251 Erbsen hatte man bis dahin identifiziert.

Grüne-Erbsen-Galaxien! (Bild: Cardamone et al, 2009)

Grüne-Erbsen-Galaxien! (Bild: Cardamone et al, 2009)

Aber im Detail untersucht waren kaum welche davon. Die Arbeit von Cardamone zeigte, dass es sich bei so gut wie allen um kleine Galaxien handelte, die typischerweise nur aus knapp einer Milliarde Sterne bestanden (im Vergleich zu den etwa 200 Milliarden in unserer Milchstraße). Trotzdem entstanden dort besonders viele Sterne. Im Durchschnitt waren es 13 neue Sterne pro Jahr; bei den Spitzenreitern bis zu 59! Unsere viel größere Heimatgalaxie kommt dagegen gerade mal auf ein halbes Dutzend neue Sterne in jedem Jahr. All diese jungen und heißen Sterne erzeugen jede Menge UV-Strahlung die den Sauerstoff in den interstellaren Wolken ionisiert und für das grüne Licht sorgt.

So richtig verstanden hat man die Erbsen aber noch nicht. Sie gehören wohl zu der Klasse der leuchtkräftigen blauen kompakten Galaxien, unterscheiden sich von den typischen Vertretern dieser Gruppe insofern als sie in ihrem Inneren kein aktives supermassereiches schwarzes Loch haben. Es sind die kleinsten der Galaxien mit aktiver Sternentstehung und eine Art von Galaxie, die es heute nicht mehr gibt. Wir sehen die Erbsen zu einer Zeit, als das Universum noch deutlich jünger war als heute und ihre Beobachtung zeigt uns, wie die Entstehung von Sternen und auch die Entwicklung von Galaxien damals abgelaufen ist. Wir werden aus der Erforschung der kosmischen Erbsen sicher noch jede Menge lernen können (und die englische Wikipedia hat einen ausführlichen Überblick über den aktuellen Forschungsstand).

Erbsen sind aber bei weitem nicht alles, was man am Himmel finden kann. Es geht noch weiter mit den Hülsenfrüchten – zum Beispiel den Bohnen!

Im Jahr 2012 haben Wissenschaftler um den Bonner Astronomen Mischa Schirmer Galaxienhaufen untersucht. Und dabei ein weiteres seltsam grünes Ding entdeckt. Es trägt den schönen Namen SDSS J224024.1−092748 und sieht so aus:

Grühne-Bohnen-Galaxie! (Bild: CFHT/ESO/Mischa Schirmer)

Grühne-Bohnen-Galaxie! (Bild: CFHT/ESO/Mischa Schirmer)

Farbe und Form haben die Forscher veranlasst, es als “Grüne-Bohnen-Galaxie” zu bezeichnen. Und weiter zu untersuchen! Denn wie schon gesagt – “Grün” ist in der Astronomie fast immer ein Zeichen dafür, dass man irgendwas interessantes vor sich hat. Die Astronomen haben die Datenbanken nach ähnlichen Objekten durchsucht und unter knapp einer Million Einträgen gerade mal 16 weitere gefunden. Das bedeutet, dass die “Grünen Bohnen” äußerst seltene Objekte darstellen. Im Durchschnitt findet man nur eines davon pro 1,3 Milliarden Kubiklichtjahre!

In ihrer Arbeit (“A sample of Seyfert-2 galaxies with ultra-luminous galaxy-wide NLRs — Quasar light echos?”) gehen die Astronomen davon aus, dass es sich dabei um Ionisationsechos von Quasaren handelt. Also um Galaxien die – im Gegensatz zu den Erbsen – aktive schwarze Löcher in ihren Zentren besitzen. In deren Umgebung wird jede Menge hochenergetische Strahlung freigesetzt, die interstellares Gas ionisiert und grün leuchten lässt. Aber: In der von Schirmer entdeckten Galaxie ist das zentrale schwarze Loch den Beobachtungen zu Folge nicht sooo aktiv. Das grüne Leuchten ist also nur ein “Echo”; es stammt von Strahlung, die vom aktiven Galaxienkern früher mal ausgesandt wurde. Diese Strahlung braucht Zeit, um bis zum Gas zu gelangen und wir sehen jetzt nur noch ein letztes Nachleuchten des ehemals aktiven schwarzen Lochs. Weil es sich also um ein temporäres Phänomen zu handeln scheint ist es auch nicht verwunderlich, wenn die grünen Bohnen so selten sind.

Aber interessant sind sie trotzdem: Denn sie zeigen uns, wie aktive Galaxien sich “abschalten” und zu Galaxien mit ruhigen Zentren werden, wie ja auch unsere Milchstraße eine ist. Die Hülsenfrüchte sind also auch hier eine wichtige Möglichkeit, mehr über die Evolution der Galaxien im Universum zu verstehen.

Nach Erbsen und Bohnen brauchen wir für ein ordentliches Hülsenfrüchtegericht jetzt noch die Linsen! Die gibt es in der Astronomie natürlich haufenweise. Die Linsen waren es überhaupt erst, die die moderne Astronomie möglich gemacht haben. Allerdings nicht die pflanzliche Version sondern die Linsen aus Glas, aus denen im 17. Jahrhundert die ersten Teleskope gebaut worden sind. Ihren Namen haben die optischen Bauteile von der Form, die sie sich mit den Hülsenfrüchten teilen. Aber über Teleskope will ich jetzt gar nicht sprechen (habe ich ja außerdem schon hier getan). Bleiben wir lieber bei den Galaxien. Denn dort gibt es selbstverständlich auch Linsen!

Alle die sich mit Galaxien beschäftigen kennen das berühmte Hubble-Stimmgabeldiagramm. Es wurde vom berühmten Edwin Hubble im Jahr 1936 entwickelt und teilt die Galaxien anhand ihrer Form in verschiedene Gruppen ein (siehe dazu auch hier). Da sind zuerst die elliptischen Galaxien, die je nachdem wie stark sie von der Kreisform abweichen in die Klassen E0 bis E7 eingeteilt werden. Danach teilt sich die Sequenz in die beiden Arme der “Stimmgabel”. Den einen Ast bilden die Spiralgalaxie in den Klassen Sa, Sb und Sc (je nach Form der Spiralarme); den anderen die Balkenspiralgalaxien (zu denen auch unsere Milchstraße gehört). Genau am Schnittpunkt der Äste findet man aber noch eine besondere Gruppe von Galaxien, die man “S0” nennt. Beziehungsweise “Lentikulargalaxie” oder “Linsengalaxie”.

Jede Menge Galaxien im Stimmgabeldiagramm (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Jede Menge Galaxien im Stimmgabeldiagramm (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Die Linsengalaxien sind ein Übergangsstadium zwischen den Elliptischen und den Spiralgalaxien. Allerdings nur was die Morphologie angeht! Die Hubble-Sequenz im Diagramm bildet keinen evolutionären Vorgang ab (auch wenn man das früher manchmal vermutet hatte). Es ist nicht so, dass sich elliptische Galaxien im Laufe der Zeit über die Linsengalaxien hin zu Spiralen bzw. Balkenspiralen entwickeln! Eher im Gegenteil: Wenn zwei Spiralgalaxien kollidieren und verschmelzen, entsteht daraus im Allgemeinen eine Elliptische.

Wie genau die Linsengalaxien entstehen ist noch nicht völlig klar. Es ist möglich, dass sie ebenfalls durch die Verschmelzung zweier anderer Galaxien gebildet werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um “ausgelaugte” Spiralgalaxien handelt. Wenn die all ihr Gas in den Spiralarmen im Zuge der Sternentstehung aufgebraucht haben, dann verschwinden die Arme im Laufe der Zeit und übrig bleibt nur noch die schmale Linsengalaxie.

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Hülsenfrüchte sind also eine sehr lohnenswerte Sache, nicht nur am Feld und in der Küche, sondern auch in der Astronomie.
(Und warum Pythagoras und seine Anhänger die Bohnen so sehr verachtet haben bleibt mir daher unverständlich. Kein Wunder, dass die alten Griechen so seltsame Vorstellung vom Universum hatten, wenn sie die Hülsenfrüchte so ignorieren…)

Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß in den letzten Tagen im Jahr des Lichts und noch viel mehr Spaß im kommenden Jahr der Hülsenfrüchte. Bis bald und guten Appetit!

P.S. Und wenn ihr noch weitere Verbindungen zwischen Astronomie und Hülsenfrüchten kennt: Immer her damit! (Zur Not nehme ich aber auch einfach ein paar gute Kochrezepte…)

Kommentare (24)

  1. #1 Silava
    22. Dezember 2015
  2. #2 Ferrer
    22. Dezember 2015

    Ich vermisse nur die Kichererbsen. Cicero heisst so, weil er eine famose Warze auf der Nase gehabt haben soll, sein Name bedeutet Kichererbse. Aristoteles schrieb, Pythagoras mißbilligte die Bohne wegen ihrer Hoden-Form, was mir persönlich nicht einleuchtet; moderne Ernährungswissenschaftler vermuten eher, dass er an Favismus litt. Das bekannteste Kichererbsenrezept ist bei uns vermutlich Hummus, aber Couscous und cocido madrileño sind auch nicht zu verachten. Alle Rezepte sind nicht nur lecker, sondern auch sehr sättigend. Einen guten Appetit!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Favismus
    http://www.chefkoch.de/rezepte/1574081264949444/Merceiles-Hummus-auf-tuerkische-Art.html
    http://www.chefkoch.de/rezepte/841381189333865/Tunesischer-Couscous.html
    http://www.chefkoch.de/rezepte/1327301237545758/Cocido-Madrile-o.html

  3. #3 rolak
    22. Dezember 2015

    Mein Jahr. Hülsenfrüchte sind, nachdem der Körper sich einmal dran gewöhnt hat, eine unglaublich vielseitige ErnährungsGrundlage (AltesWissen™). Hier neben Getreide/Brot und Kartoffeln, während Getreide/Nudeln und Reis sehr selten genutzt werden.

    Doch eine der ‘Verbindungen zwischen Astronomie und Hülsenfrüchten’ ist das bestenfalls wg manchmal auftretende(m|r) himmlischen Wohlgefühl und All-umfassender Zufriedenheit nach einem leckerem Mahl ;‑)
    Die Bohne an sich aber ist aufgrund ihres Wuchses schon lange ein möglicher Zugang zu höheren Sphären: Märchenhaft.

  4. #4 gedankenknick
    22. Dezember 2015

    Die Erdnuss ist übrigens auch eine Hülsenfrucht (und nicht etwa eine Nuss), wie der englische Name “Peanut” – Erbsennuss – durchaus Nahe legt. Aber zugegeben unnützes Wissen, wenn man nicht gerade Hülsenfrucht-Allergiker ist. Um den Bezug hinzubekommen, hier eine Meldung des M-Planck-Institus vom 05.02.14: “Asteroid ´Itokawa´ sieht aus wie ein Erdnuss-Flip”.

    @Silava:
    In dem Fall müßte man aber alle Formen “optischer Linsen” (Sprich durch Brechung/Beugung den Weg sichtbaren Lichts beeinflussende Objekte) den Hülsenfrüchten zuordnen – und damit jeden Refraktor. Würde man das ausweiten, haben Hohlspiegel von außen betrachtet auch (zumindest eine halbe) Linsenform, und damit wären auch alle Formen von Spiegelteleskopen mit Hülsenfrüchten zu verbinden. Immerhin – dann hätte der Autor viel zu bloggen im Jahr der Hülsenfrucht-benötigenden Astronomie… 😀

  5. #5 rolak
    22. Dezember 2015

    Erdnuss ist übrigens auch eine Hülsenfrucht (und nicht etwa eine Nuss)

    Das wird gerne kolportiert, gedankenknick, ist aber nicht richtig, denn “Die Frucht der Erdnuss ist botanisch gesehen eine Hülsenfrucht, die sich entwicklungsgeschichtlich zur Nuss gewandelt hat.” Die Schale bleibt bei der Erdnuß ja geschlossen, während eine echte Hülsenfrucht eine Öffnungsfrucht ist.
    Doch ‘falsche’ Nüsse gibts ja zu Hauf, spontan fallen mir ein: Cashew-, Para-, Kokos- und Muskat-Nuß.

  6. #6 JW
    22. Dezember 2015

    @rolak: achtung, es gibt die Einordnung der Frucht, wo ja nicht jede Nuss eine Nuss ist (
    Siehe Walnuss) und die Systematik der Pflanze. Und dann ist die Erdnuss eine Leguminose oder Fabaceae, sprich eine Hülsenfrucht

  7. #7 Ferrer
    22. Dezember 2015

    @JW: Dasselbe gilt für Beeren, wovon die meisten (Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Wacholderbeere…) botanisch gar keine Beeren sind. Dafür heissen viele echte Beeren nicht Beere. Sprache und Botanik sind nicht synchron

  8. #8 Kyllyeti
    22. Dezember 2015

    Das Schlimmste sind aber die Fingerbeeren. Die sind nicht mal botanisch keine echten Beeren. Und wenn man sie mal hat, wird man sie so gut wie nie wieder los.

  9. #9 Herr Senf
    22. Dezember 2015

    Haben’se das Gedenkjahr gemacht, weil die Hülsen vom Aussterben bedroht sind.

  10. #10 Braunschweiger
    22. Dezember 2015

    @Kyllyeit:
    Nun lenk mal nicht ab. Die Diskussion ist ernst.
    ;-))

  11. #11 rolak
    22. Dezember 2015

    achtung

    *strammsteh* Jawoll, JW, doch es wird ja wohl keiner ‘Erdnüsse’/’Erdnuß’ ohne den entsprechenden Kontext mit der Familie der ErdnußPflanze gleichsetzen, ‘Gefahr’ besteht imho erst bei so etwas wie “die Erdnüsse gedeihen gut dieses Jahr”.

    viele echte Beeren

    Deren liebste mir der Kürbis in seiner Mannigfaltigkeit ist, Ferrer. Es wartet schon wieder ein kleiner (das passt jetzt auch zu den Nüssen) Butternut aufs nächste EintopfKochen…

  12. #12 JW
    22. Dezember 2015

    @ rolak: Schon wieder beim anders als der Rest der Welt denken erwischt.
    Wie wird denn der Butternut zubereitet. Ich morde meisstens Hokkaidos

  13. #13 Basilios
    Monster Musume
    22. Dezember 2015

    Butternut ist lecker, rolak. Ich hatte letzthin einen Muskat, der sich in meinem Curry-Eintopf vorzüglich machte.
    Seit “Shimoneta” weiß ich jetzt auch was “Dingleberries” sind und, daß es den Begriff auch im deutschen als “Klabusterbeere” tatsächlich gibt. Verlinken tue ich das aber nicht. Das passt nicht zu leckerem Essen.

  14. #14 rolak
    22. Dezember 2015

    Wie?

    Generell verarbeite ich die ganzen geschmacksgenehmen Kürbisse gleich variabel: braten, backen, kochen. Nur die gelben Riesen (der typische Jack’o’Lantern) werden ausschließlich süß/sauer eingelegt.

    meisstens Hokkaidos

    me2, JW, aus dem schlichten Grunde, daß das Häuten wegfällt, faule Socke &so. Doch sonst alle Kürbisse, die nicht zu groß sind, da nur Unversehtes lagerbar ist. Den (die?) Butternut gabs für ganz kleines Geld auf dem Markt, weil die Schale ne Katsch hat und gemäß seines Namens geht er mehr ins Süßlichere, Cremigere – ersteres wird im Eintopf durch Chili gekontert werden und letzteres dient wohl eher der Bindung als dem Biß. Deswegen diesmal Festkochende dazu und (wie fast üblich) vor der Portionsaufwärmung in der Mikro noch FrischGemüse(Julienne) dran.

    Sowas ist sicherlich perfekt geeignet für winterlich nachts und draußen teleskopierende Astronomen, ggfs im IsoHenkelmännchen ;‑)

  15. #15 gedankenknick
    22. Dezember 2015

    @rolak
    Höhö. Danke. Aber ich zitiere mal Wiki: Die Erdnuss (Arachis hypogaea), auch Aschanti-, Arachis- oder Kamerunnuss genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Dass ein Hülsenfrüchtler nicht unbedingt eine Hülsenfrucht entwickelt… ist halt die Geschichte mit dem Apfel, der sehr weit vom Stamm fällt. (Da hier Beeren sowieso schon diskutiert werden: Die Erdbeere ist eine Sammelnuss, die Banane ist eine Beere. Na egal, hat alles nix mit Astronomie zu tun.) Dass ein Hülsenfruchtallergiker allerdings Erdnüsse meiden sollte, ist hoffentlich jedem Betroffeen bekannt. 😉

  16. #16 gedankenknick
    22. Dezember 2015

    @rolak:
    Nachtrag: Wenn man sich mal ungeschälte Erdnüsse kauft, wird einem der Zusammenhang zur Hülsenfrucht spontan näher gebracht. Zugegeben, ich als gelernter Ex-DDR-Bürger kannte ich dieses Phänomen auch nur durch Westpakete – aber das “knacken” von Erdnüssen ist halt eine ganz andere Kiste als z.B. das von Haselnüssen. Oder das von Walnüssen, welche aber blöder Weise eher Steinfrüchte sind. *kicher* Weitere Nüsse-Witze lasse ich jetzt bleiben, da meine Astronomie-Kenntnisse (trotz leidlich regelmäßigem mitlesens dieses Blogs) leider so dürftig sind, dass ich keine sinnvollen Bezüge zum ursprünglichen Artikel mehr herzustellen vermag. Und ich will ja nicht nur OT labern hier.

  17. #17 Zhar
    22. Dezember 2015

    Bei dem ganzen interlektuellen Geschreibsel verliert man ja seinen Missglauben an die Internetkultur!
    wo bleiben denn die ganzen _schlechten_ Hülsenfrüchte-Witze?
    Na, dann muss ich halt wenigstens den Titel zum nächsten Artikel mit der astronomischen Verbindung nennen:
    Von der kollabierenden zur expandierenden Gaswolke: Eine astronomische Geschichte der Hülsenfrucht.

  18. #18 Beobachter
    22. Dezember 2015

    Lauter leckere Kommentare – Rezepte und Warenkunde von Hobbyköchen inkl. Verpflegungsvorschläge für nächtens sterneguckende Astronomen.
    Was will man mehr … 😉

    Vielleicht wird 2017 das Jahr der Beerenfrüchte – hmmm ….

  19. #19 bikerdet
    22. Dezember 2015

    Nachdem wir jetzt lange genug auf dem Erdnüssen herumgehackt haben, gibt es passend zu Weihnachten noch einen Trick um kleine Kinder zu verblüffen:

    Wenn man den Erdnusskern sehr vorsichtig öffnet, sieht der Samen einem Nikolaus ähnlich. Ein spitzer Hut, ein feines Gesicht und ein zweigeteilter Bart lassen Kinder immer wieder staunen.

    Ob man das jetzt unbedingt als Verbindung von Hülsenfrüchten und dem All ansehen will, weis ich nicht.

  20. #20 PDP10
    22. Dezember 2015

    @Zhar:

    “wo bleiben denn die ganzen _schlechten_ Hülsenfrüchte-Witze?”

    *fuuuurz*

    So. Der muss reichen.

  21. #21 MatthiasR
    22. Dezember 2015

    Hier ist meine Verbindung zwischen Hülsenfrüchten und Astronomie:
    http://www.freudenberger.net/aussaatkalender-huelsenfruechte.html

    (Der Kalender ist beliebig gewählt war der erste Treffer einer einfachen Suche: Aussaatkalender Huelsenfruechte.)

    Wie ich diese Verbindung ziehe?
    Dem Astronomen kann ich diesen Schluss vielleicht nahelegen: Klar, die Astronomie ist aus der Astrologie als eine ‘Hilfswissenschaft’ des Ackerbaus entstanden. Wer die Jahreszeiten exakt bestimmen konnte, war (ist) klar im Vorteil. Die Bestimmung der Jahreszeiten ist nur mit astronomischen Mitteln und Werkzeugen möglich.
    Wichtig ist dieses Wissen nicht nur, weil Pflanzen mit Wärme und Licht gut wachsen, wichtig ist auch, dass es sogenannten Langtagpflanzen gibt, die eine bestimmte Tageslänge brauchen, die triggert dass diese Langtagpflanzen erblühen, ohne die ausreichende Tageslänge kommen die Pflanzen nicht mehr zum Erblühen, bzw. zu früh zum Erblühen. Bei den sogenannten Kurztagpflanzen muss eine gewisse Tageslänge unterschritten werden. Werden Pflanzen mit ausgeprägtem Photoperiodismus zu früh oder zu spät ausgesät hat das fatale Folgen für den Ernteerfolg. (Manche Erbsensorten gehören zu den Langtagpflanzen. Manche Bohnensorten zu den Kurztagpflanzen). Interessant ist dann auch, dass es bestimmte Jahrestage gibt, NACH denen man erst aussäen sollte, wenn die Pflanzen überwintern sollen ohne noch im laufenden Jahr zu erblühen.
    Damit wäre dann auch der Bogen zwischen dem Jahr des Lichts und dem internationalen Jahr der Hülsenfrüchte geschlossen, wenn auch nur über die Brücke Ackerbau.

    (Interessant aber nicht direkt mit Hülsenfrüchten verbunden und fast schon wie Vodoo klingt die Beobachtung, dass auch Vollmondlicht (≈ 5 · 10−3 W/m²) wirksam sein kann um Photoperiodismus auszulösen, Quelle hierfür “nur” die Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Photoperiodismus.)

  22. #22 MatthiasR
    22. Dezember 2015

    @Herr Senf

    Nein, ich denke sie haben das Jahr der Hülsenfrüchte gemacht, weil sie etwas Werbung für die Hülsenfrüchte als Nahrungsmittel machen wollen. Damit die Leute vielleicht ihre Anbau und Essgewohnheiten ändern oder zumindest überdenken.
    Hülsenfrüchte könnten (eher noch als gentechnisch veränderte Nahrungsmittel) direkt zur Lösung von Hungersnöten beitragen.
    Prinzipiell stehen von der Menge her auf der Erde genug Nahrungsmittel zur Verfügung, allerdings gibt es ein großes Verteilungsproblem. Das man meines Erachtens auch nicht von ‘außen’ lösen kann. Hülsenfrüchte sind dagegen ein Nahrungsmittel, das lokal angebaut und vermarktet werden kann, mit einem sehr hohen Nährwert, vor allem was Proteine angeht. Allerdings sind Hülsenfrüchte wahrscheinlich nicht so ‘hipp’ wie z.B. der Anbau von Reis. Oder, wer es sich leisten kann, der möchte natürlich auch Fleisch verzehren. Allerdings braucht es um 1kg Fleisch zu produzieren, ca. 10 kg Pflanzennahrung für die Tiere. Mit proteinreichen Pflanzensorten wie Hülsenfrüchten, könnten wir direkt 1 kg Pflanzennahrung essen und hätten immer noch 9 kg Nahrung übrig.

  23. #23 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/12/24/dufttannenbaum/
    24. Dezember 2015

    Mit Hülsenfrüchten kann ich nichts anfangen, war lange mein Credo, auch in Unkenntnis der Einordnung von Erdnüssen, die aber wohl irgendwie strittig ist. Von der Volksweisheit ‘Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, jede Erbse einen Knall’ würde ich sagen, dass Erdnüsse wohl doch in die Richtung gehören, wobei einige wenige Erdnüsse harmlos sind, aber eine ganze Dose macht sich dann doch bemerkbar.

    Dann aber entdeckte ich, dass ich doch ein großer Gemüsiker bin: Kakaobohnen beispielsweise, Kaffeebohnen, Weinbrandtbohnen und, last but not least: Chilieschoten, Bohnenpepperoni und weniger spektakulär: Paprikaschoten. Oder sind das auch alles keine richtigen Bohnen?

    (Wikipediawühl) Also Chili, Paprika zählt auch botanisch zu den Beeren. Kaffeebohnen sind auch keine Bohnen sondern Steinfrüchte. Der Kakaobaum trägt Spaltkapselfrüchte mit Samen. Also alles ein großes Kuddelmuddel.