Im letzten Jahr haben Holger Klein und ich eine spezielle Weihnachstfolge des WRINT Wissenschaft Podcast produziert und dort jede Menge weihnachtliche Wissenschaft besprochen. Aber weil Weihnachten ja jedes Jahr stattfindet und auch die Wissenschaft immer wieder neues Material liefert, haben wir uns wieder zusammen gesetzt und eine noch weihnachtlichere Weihnachtsfolge aufgenommen als letztes Jahr!

Ihr könnt die Folge hier anhören oder hier direkt als mp3 runterladen.

Wenn ihr heute Abend also noch ein wenig Zeit vor der großen Bescherung tot schlagen müsst, dann versammelt euch doch alle unter dem Weihnachtsbaum und hört euch an, was wir über die weihnachtliche Wissenschaft zu erzählen haben.

Holger und ich haben beispielsweise über die Geschichte vom “Weihnachtsvollmond” gesprochen und erklärt, was es mit dem Meton-Zyklus auf sich hat. Und den fiesen Asteroid der uns angeblich alle noch vor Weihnachten umbringen soll, haben wir natürlich auch nochmal genauer betrachtet.

Wir haben aber auch über Pseudowissenschaft diskutiert. Darüber, dass es beispielsweise sinnlos ist, sich mit Esoterikern zu streiten, wenn man aufklären will. Ganz besonders, wenn es um Kreationisten geht. Die Schöpfung und der Schöpfer spielen ja auch Weihnachten eine wichtige Rolle. Was ja auch ok ist – nur in der Schule sollte der ganze Kram von wegen Kreationismus und Intelligent Design im Biologie-Unterricht nicht unbedingt auftauchen. Wie sich die Anti-Evolution-Gesetzgebung im Laufe der Zeit verändert hat, hat kürzlich ein australischer Biologe untersucht. Und ich hab mir schon vor längerer Zeit Gedanken gemacht, was es eigentlich wirklich bedeuten würde, alle “Alternativen” zur Evolution in der Schule zu unterrichten, wie es die Kreationisten ja gerne fordern. Dann müsste man nämlich auch über kotzende Götter, masturbierende Ägypter und tote Riesen sprechen

Sehr schön fanden wir beide auch den Artikel über die Chemie des Advents von Lars Fischer; auch wenn ich ein paar Probleme hatte, Worte wie Furanoeudesma-1,3-dien korrekt auszusprechen… Aber immerhin habe ich eine Person von Natures Liste der 10 “people who mattered this year” gekannt.

Was bei uns im Fernsehen zu Weihnachten fehlt, sind vernünftige Sendungen über Wissenschaft (und sie fehlen nicht nur zu Weihnachten!). Ich habe erst kürzlich über die Probleme mit den deutschsprachigen Wissenschaftsvideos geschrieben. Und im Podcast neidisch auf die lange britische Tradition der Christmas Lectures geblickt, die auch dieses Jahr wieder im Fernsehen ausgestrahlt werden (es geht um Medizin im Weltraum). Wer keine Lust mehr auf das übliche Feiertagsprogramm im deutschen Fernsehen hat, kann sich im Video-Archiv der Royal Institution umsehen und dort die Christmas Lectures der vergangenen Jahre anschauen!

Ein wenig ratlos ließ mich der Artikel “Regulating Greed Over Time” zurück. Da ging es um Informatik, Algorithmen und die Frage, wie man Anzeigen in Online-Medien am besten auf die Feiertage abstimmt. Aber das war so fachspezifisch, dass ich kaum etwas davon verstanden habe. Vielleicht weiß ja jemand aus der Hörerschaft mehr?

Räucherwerk ist weihnachtlich - und voll mit unaussprechlicher Chemie (Bild: Janbies, )

Räucherwerk ist weihnachtlich – und voll mit unaussprechlicher Chemie (Bild: Janbies, )

Sehr interessant und verständlich war dagegen die Folge des “Hörsaal”-Podcasts in dem der Kulturwissenschaftler Wolfgang Schneider erklärt, wie die Tradition der Weihnachtsmärchen in den Theatern entstanden ist, wieso es sich dabei meistens um reaktionären Mist handelt und fordert, dass die Kindertheater ein wenig moderner und mutiger werden sollen. Kann ich nur empfehlen!

Bis zum nächsten Jahr werde ich weiter (hoffentlich) interessante Weihnachtswissenschaftsthemen sammeln. Und dann werden wir (hoffentlich) eine noch festlichere und noch legendärere WRINT-Folge produzieren können!

Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern (und Hörerinnen und Hörern) ein frohes Fest und erholsame Feiertage. Bis bald!