Der Frühling kommt und bald wird es morgens wieder früh hell und abends spät dunkel. Die unterschiedliche Länge des hellen Tages während der verschiedenen Jahreszeiten wird von der geneigten Rotationsachse der Erde verursacht. Ich habe das in diesem Artikel sehr ausführlich erklärt. Kurz gesagt: Da im Sommer die nördliche Hemisphäre der Erde der Sonne zugeneigt ist, verbringt die Sonne mehr Zeit über dem Horizont (der Nordhalbkugel) als darunter und im Winter ist es genau umgekehrt. Dazwischen muss es natürlich auch Zeitpunkte geben, an denen Tag und Nacht genau gleich lang sind. Die heißen – wenig überraschend – “Tag-und-Nacht-Gleiche” beziehungsweise “Äquinoktium” und markieren den astronomischen Beginn des Frühlings und des Herbstes.

Im Sommer gibts mehr Sonne als im Winter...

Im Sommer gibts mehr Sonne als im Winter…

Der Frühling hat in diesem Jahr am 20. März begonnen, und die Sonne ging hier überall auf der Erde (fast) exakt im Osten auf und im Westen unter. Das nächste Mal wird sie das am 22. September wieder tun, wenn der Herbst beginnt. In der Zwischenzeit werden die Tage aber erstmal immer länger; der Aufgangspunkt der Sonne rückt immer weiter Richtung Nordosten und sie geht immer weiter Richtung Nordwesten unter. Nach dem längsten Tag des Jahres (der Sommersonnenwende am 21. Juni) werden die Tage wieder kürzer bis zum Herbstbeginn ein zweites Mal gleich lang sind. Danach verschiebt sich der Aufgangspunkt von Osten in Richtung Südosten und der Untergangspunkt in Richtung Südwesten; der Bogen den die Sonne am Himmel beschreibt wird kürzer bis zum kürzesten Tag des Jahres zur Wintersonnenwende am 21. Dezember.

All das, was ich hier jetzt gerade erklärt habe, kann man sich aber auch ansehen. Im Laufe eines jeden Jahres live am Himmel. Oder während 23 Sekunden in diesem tollen Video von Tobias Hoerburger aus Regensburg. Er hat zwischen 21. März 2015 und 21. März 2016 jeden Tag 10 Minuten nach Sonnenaufgang ein Foto gemacht. Im Zeitraffer erkennt man (trotz des manchmal schlechten Wetters) wunderbar, wie sich Auf- und Untergangszeitpunkt im Laufe eines Jahres verschieben:

Ein schönes Video. Und vor allem ein Video, dass die Vorfreude auf den Frühling und den Sommer steigert!

(via Bad Astronomy)

Kommentare (8)

  1. #1 PDP10
    23. März 2016

    Schönes und sehr anschauliches Video!

    Man sieht sogar sozusagen aus den Augenwinkeln den Wechsel der Jahreszeiten zum Sonnenaufgangspunkt.

    Besonders schön die Verschneiten Dächer bei Sekunde 15 ungefähr :-).

  2. #2 Dietmar
    23. März 2016

    Schön! Danke auch an Tobias!

  3. #3 Artur57
    24. März 2016

    Da tat man sich in der Steinzeit doch etwas schwerer, aber immerhin konnte man auf diese Art schon die Sommersonnwende feststellen. Hier ein Observatorium, das genau am 21. Juni einen Schmetterling auf den gegenüberliegenden Stein projeziert. Habe ich rein zufällig gefunden, es war in unserem letzten Urlaub quasi um die Ecke.

    Wie alt ist das Teil? Wusste niemand, es seit steinzeitlich, steht auf einer Tafel. Aber man sieht: das Werk des Astronomen überdauert die Jahrtausende.

  4. #4 Christian Berger
    24. März 2016

    Sehr schönes Video, nur leider hat Regensburg das Problem dass dort das Klima relativ milde ist man man somit die Jahreszeiten nicht ganz so schön sieht.

  5. #5 Chytharo
    25. März 2016

    Echt schönes Video 🙂

    Wir hatten diesen Winter leider überhaupt kein Schnee :/

  6. #6 Chefin
    29. März 2016

    @Arthur

    Der Youtube-beitrag ist vom 30.5. des Jahres. Ist das immer nur zur Sonnenwende oder eher über einen etwas längeren Zeitraum im Frühjahr. Weil am Fels auf dem der Schmetterling drauf projeziert wird sehe ich eine Markierung und das scheint ja irgendwie zu diesem Sonnenstand zu passen. Aber lt Beitrag auf Yourube wurde das Video ja am 30.5 gemacht und am 31.5 uploaded, was den 21.6 als Dateum ziemlich ausschliesst (es sei den er hätte das Video 1 Jahr vorher gemacht).

    Aber du warst ja dort, wie genau ist das ganze und wie kommt man drauf das es nicht zufälligen Ursprungs ist, auch wenn die Felsen vieleicht mal bewegt wurden zu irgendwelchen Zwecken. Stonehege würde ja auch zufällige Dinge erzeugen, wäre es mal irgendwann durch Umwelteinflüsse zerbröselt und gebrochen.

    Weil ich irgendwie zu diesem Phänomen keinerlei wissenschaftliche Beiträge finde. Aber vieleicht auch nicht genug gesucht habe.

  7. #7 Peter Paul
    Winnenden
    1. Januar 2017

    Alles schön, aber eine Frage hätte ich doch noch: Die Tage werden ab dem 22.12. ja wieder länger, aber wieso geht die Sonne noch bis Anfang Januar immer später als am Tag vorher auf. Das wird zwar, was die Tageslänge angeht, durch den noch späteren Untergang wieder wettgemacht, aber seltsam ist es für mich doch.

  8. #8 PDP10
    1. Januar 2017

    @Peter Paul:

    Das habe ich mich zufälligerweise vor Kurzem auch gefragt und habe festgestellt, dass das alles natürlich wieder mal ein wenig komplizierter ist als man vermuten würde. Folgendes habe ich dazu gefunden:

    Guck mal hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitgleichung

    Und hier:

    http://news.astronomie.info/sky201701/sonne.html?