Die Nobelpreisträgerkonferenz in Lindau am Bodensee auf der ich gerade bin ist ja schon – zumindest für eine wissenschaftliche Veranstaltung – ziemlich groß und mit jeder Menge Medienrummel aufgezogen. Aber wenn es darum geht, Öffentlichkeitsarbeit dramatisch zu gestalten, dann geht nichts über die NASA. In den USA hat man weniger Hemmungen als in Europa und wenn eine Raumsonde einen Planeten erreicht, dann schreibt man nicht einfach eine schnöde Pressemitteilung sondern veröffentlicht ein Video, dass auch als Trailer für einen Hollywood-Blockbuster durchgehen würde. Nämlich dieses hier:

Hui! Irgendwie cool, aber irgendwie auch fast ein klein wenig zu viel 😉 Aber die Mission um die es geht ist ja eigentlich schon ziemlich beeindruckend. Juno ist seit 2011 unterwegs; hat sich zwischendurch von der Erde Schwung geholt und wird nun am 4. Juli 2016 endlich bei Jupiter ankommen (Erstaunlich wie oft die NASA es hinkriegt, wichtige Ereignisse am 4. Juli stattfinden zu lassen).

Dafür, dass Jupiter der größte und dominierende Planet unseres Sonnensystems ist, wissen wir erstaunlich wenig über ihn. Wir haben seine Monde katalogisiert und kartografiert und seine Oberfläche beobachtet. Bzw. die Atmosphäre die von außen zu sehen ist. Ob Worte wie “Oberfläche” bei Jupiter überhaupt einen Sinn machen ist eine der Aufgaben die Juno erledigen soll. Das Innere von Gasriesen wie Jupiter ist immer noch größtenteils unbekannt und wir haben nur theoretische Vorstellungen wie es dort aussehen könnte (siehe dazu diesen ausführlichen Artikel).

Juno wird – hoffentlich – ein wenig Klarheit bringen. Wenn wir Jupiter besser verstehen, dann verstehen wir nicht nur einen einzigen Planeten. Dann verstehen wir auch unser ganzen Sonnensystem viel besser als zuvor. Jupiters Entstehung und seine Entwicklung haben unser Planetensystem massiv beeinflusst und auch heute spielt der größte Planet immer noch eine bedeutenden Rolle. Jupiter ist einer der Schlüssel zum Verständnis des gesamten Sonnensystems. Da kann man schon ein mal ein bisschen auf den Putz hauen, wenn wir jetzt endlich kurz davor stehen, den Geheimnissen dieses Planeten näher zu kommen.

Kommentare (6)

  1. #1 Lili
    Göttingen
    28. Juni 2016

    Muahaha, ja das Video ist wirklich ein bisschen zu viel des Guten 🙂 Aber die ESA kann so etwas auch. Mit dem Rosetta-Film damals sind sie schon auch weit in Richtung US-amerikanische Öffentlichkeitsarbeit gegangen… http://www.esa.int/spaceinvideos/Videos/2014/10/Ambition_the_film

  2. #2 Braunschweiger
    28. Juni 2016
  3. #3 Krypto
    28. Juni 2016

    @Florian:
    Der 4. Juli ist wichtiger als sämtliche Start- und Swing-by-Fenster zusammen 😀
    Bin mal gespannt, ob die Briten -sodenn sie ein eigenes Raumfahrtprogramm auflegen- solche Ereignisse auf den 24.6. legen 😉

  4. #4 Karl Mistelberger
    28. Juni 2016

    > Aber wenn es darum geht, Öffentlichkeitsarbeit dramatisch zu gestalten, dann geht nichts über die NASA.

    Mag ja sein, aber die NASA liefert auch Solides, spektakulär undramatisch: http://www.nasa.gov/feature/the-women-who-power-nasa-s-new-horizons-mission-to-pluto

  5. #5 tomtoo
    28. Juni 2016

    was fŭr eine wissenschaftliche öffentlichkeitsarbeit gibts denn in de die sich nicht eh an die schon interresierte öffentlichkeit wendet ?
    bis vor 2 wochen ( und ich bin interesiert) wäre mir bezüglich juno eigentlich ein synth einer bekannten aber nicht genannten marke eingefallen.

  6. […] die Juno-Misson der NASA habe ich schon berichtet. Die Raumsonde ist letztes Jahr beim Jupiter angekommen und seitdem dort mit der Beobachtung des […]