Der “Supermond” taucht immer wieder in den Medien auf. Aber was ist eigentlich so super am Supermond? Und was hat ein Astrologie mit der ganzen Geschichte zu tun. Die wissenschaftliche Seite des – nicht ganz so superen – Supermonds erfahrt ihr in der neuen Folge der Sternengeschichten.

Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts.

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Transkription

Sternengeschichten Folge 221: Wie super ist der Supermond?

“Supermond”: Das klingt richtig beeindruckend. Der Mond an sich ist ja schon ein beeindruckender Anblick – wie toll muss dann erst ein Supermond sein? Aber bei näherer Betrachtung ist der Supermond dann doch nicht so super wie es klingt. Mit diesem Begriff wird der Vollmond (oder Neumond) bezeichnet, wenn er sich gerade ganz besonders nahe an der Erde befindet. “Supermond” ist allerdings kein Begriff, den Astronomen erfunden haben. Es ist auch kein Begriff, der in der professionellen Astronomie benutzt wird. Die ganze Idee zum “Supermond” stammt von einem Astrologen.

Ein "Supermond" vor dem Washington Monument (Bild: NASA/Bill Ingalls, CC-BY-NC-ND 2.0)

Ein “Supermond” vor dem Washington Monument (Bild: NASA/Bill Ingalls, CC-BY-NC-ND 2.0)

Der Astrologe Richard Nolle hat dieses Wort in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1979 definiert. Er beschreibt damit ein Ereignis, bei dem die beleuchtete Seite des Mondes entweder komplett oder gar nicht von der Erde aus sichtbar ist; also das was man normalerweise Vollmond und Neumond nennt. Außerdem muss der Voll- oder Neumond besonders nahe an der Erde stehen. Die Bahn des Mondes um die Erde ist ja keine exakte Kreisbahn sondern eine Ellipse. Der Punkt der Bahn, an dem der Mond der Erde am nächsten kommt wird Perigäum genannt; der erdfernste Punkt ist das Apogäum. Diese Punkte sind aber selbst nicht fix, da die Bahn des Mondes sich aufgrund der gravitativen Störungen der Erde und der anderen Himmelskörpern im Laufe der Zeit ändert. Im Mittel ist das Perigäum 363.296 Kilometer von der Erde entfernt; es kann sich aber auch auf 356.400 Kilometer nähern bzw. auf 370.300 Kilometer entfernen. Das Apogäum ist im Mittel 405.504 Kilometer entfernt, kann sich aber auch grob 1000 Kilometer näher und 1000 Kilometer ferner befinden.

Laut Richard Nolle muss sich der Mond aber nicht unbedingt direkt am erdnächsten Punkt der Bahn befinden, um als “Supermond” zu gelten. Es reicht auch schon, wenn er 90 Prozent der maximal möglichen Annäherung erreicht hat. Laut seiner Berechnung ist jeder Voll- oder Neumond ein “Supermond”, wenn er sich näher als 368.630 Kilometer an der Erde befindet.

Was hat das jetzt alles zu bedeuten? Auf jeden Fall nicht unbedingt das, was man in den Medien zu hören bekommt, wenn wieder einmal ein Supermond bevor steht. Dort wird einem meistens erzählt, dass der Vollmond dann enorm groß am Himmel zu sehen ist und man sich das besondere Schauspiel auf keinen Fall entgehen lassen soll. Ok, was die Beobachtung des Mondes angeht, kann ich zustimmen. Den Mond soll man sich immer ansehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat – es gibt keinen anderen Himmelskörper den wir mit freiem Auge so detailliert betrachten können. Und außerdem ist ein Vollmond immer ein schöner Anblick. Aber ein Supermond ist jetzt nicht unbedingt besonders groß.

Der scheinbare Durchmesser des Vollmondes ändert sich im Laufe eines Jahres ständig. Eben weil die Bahn des Mondes um die Erde eine Ellipse und kein Kreis ist, ist seine Entfernung auch immer unterschiedlich und daher erscheint er uns auch immer unterschiedlich groß. Diese Unterschiede sind aber vergleichsweise klein. Betrachtet man den Mond an seinem erdfernsten Punkt und vergleicht das mit dem erdnächsten Punkt, dann beträgt der scheinbare Größenunterschied ungefähr 14 Prozent. Das ist in etwa der Größenunterschied zwischen einer 1- und einer 2-Euro-Münze. Das ist ein Unterschied, den man auch mit freiem Auge bemerken kann – es aber so gut wie nie tut. Wer nicht wirklich sehr geübt in der Himmelsbeobachtung ist und ein sehr gutes Gefühl für die Größenverhältnisse hat, der wird keinen besonderen Unterschied sehen. Man muss schon Fotos vergleichen, um die veränderte scheinbare Größe zu bemerken.

Das gilt noch mehr, wenn man zwei direkt aufeinander folgende Vollmonde vergleicht. Da ist der Unterschied nie größer als 1,3 Prozent und das merkt man dann wirklich nicht mehr. Die Sache wird noch ein wenig komplizierter, wenn man die Mondtäuschung berücksichtigt, die ich in Folge 196 genauer erklärt habe. Der Mond ändert seine scheinbare Größe nicht nur weil er der Erde mal näher und mal ferner ist. Es gibt auch noch einen Effekt der nur in unserer Wahrnehmung stattfindet; eine optische Täuschung die dafür sorgt das uns ein Vollmond sehr viel größer erscheint wenn er nahe des Horizonts steht als wenn wir ihn hoch am Himmel sehen. Das hat aber nichts mit seinem Abstand zur Erde oder einem “Supermond” zu tun.

So ein “Supermond” ist auch nicht dramatisch selten. In Folge 189 der Sternengeschichten habe ich schon ausführlich über die Bewegung des Mondes gesprochen und die verschiedenen Perioden vorgestellt, die seine Bewegung beschreiben. Der Zeitraum der vergeht, bis der Mond von der Erde aus gesehen wieder die gleiche Phase zeigt wie zuvor; also zum Beispiel zwischen einem Vollmond und dem nächsten wird synodischer Monat genannt und beträgt 29,53 Tage. Betrachtet man den Zeitraum der vergeht, bis der Mond wieder genau den gleichen Punkt entlang seiner Bahn erreicht, sind das aber nur 27,55 Tage, ein sogenannter anomalistischer Monat. Für einen “Supermond” müssen wir beide Perioden betrachten, denn es geht ja um den Zeitraum der vergeht bis der Mond wieder die gleiche Phase und die gleiche Position seiner Bahn einnimmt, also eben wieder voll ist UND im erdnächsten Punkt steht.

Supermonde im Laufe der Zeit (Bild: Lasunncty, CC-BY-SA 4.0)

Supermonde im Laufe der Zeit (Bild: Lasunncty, CC-BY-SA 4.0)

Man sucht also einen Zeitraum, der sich sowohl durch eine ganze Zahl von synodischen als auch durch eine ganze Zahl von anomalistischen Monaten teilen lässt. In diesem Fall sind das knapp 413 Tage. 14 synodische Monate entsprechen 413,43 Tagen; 15 anomalistische Monate entsprechen 413,32 Tage. Es dauert also höchstens ein Jahr und 48 Tage bevor sich ein “Supermond” wiederholt. Es kann aber auch schneller gehen: Wenn das Perigäum der Erde gerade besonders nahe ist wenn gerade Vollmond ist, dann können auch die Vollmonde im Monat davor und danach “Supermonde” sein; es kann also bis zu drei “Supermonde” in den 413 Tagen geben.

Der “Supermond” ist also weder besonders groß, noch besonders selten. Deswegen wird das Wort in der professionellen Astronomie auch nicht verwendet – es ist eben nichts wirklich “super” an der Sache. Aus astronomischer Sicht würde man das Ereignis als ein spezielles Syzygium bezeichnen. So wird jede Konstellation genannt, bei der Sonne, Mond und die Erde in einer Linie stehen. Und genau das passiert ja bei einem Vollmond oder Neumond. Im ersten Fall steht die Erde zwischen Sonne und Mond; im zweiten Fall steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Ein “Supermond” ist also ein Perigäum-Syzygium bzw. ein Apogäum-Syzygium, wenn es um den Neumond geht.

Der Astrologe Richard Nolle hatte damals auch keine Wissenschaft im Sinn, als er sich die Sache ausgedacht hat. Er machte das, was alle Astrologen machen: Unbelegte und unwissenschaftliche Behauptungen. Seiner Ansicht nach würde ein “Supermond” extreme gravitative Störungen auf die Erde ausüben und so extreme Stürme, extreme Erdbeben, Vulkanausbrüche und andere Katastrophen auslösen. Dass das nicht der Fall ist, lässt sich durch die vorhandenen Aufzeichnungen leicht belegen. Die Gezeiten können ein wenig stärker ausfallen als sonst wenn der Mond sich besonders nahe an der Erde befindet, aber wenn dann nicht auch noch das Wetter mit Stürmen für zusätzliche Flut sorgt, dann passiert nicht viel.

Nolle hat es sich auch recht einfach gemacht. Nicht nur hat er sich die 90% der maximalen Annäherung recht grundlos ausgedacht – er hätte genau so gut 85% oder 95% nehmen können. Er hat außerdem noch behauptet, dass die von ihm postulierten Katastrophen nicht nur zum Zeitpunkt des “Supermonds” auftreten können, sondern auch schon drei Tage vorher und drei Tage nachher. Es geht also um einen Zeitraum von insgesamt 7 Tagen während eines Monats, in dem Katastrophen auftreten sollen. Das ist ein Viertel der gesamten Zeit – und da auf unserem Planeten dauernd irgendwo Erdbeben, Stürme und ähnliches stattfinden, lässt sich da aus Sicht der Astrologen auch immer irgendwas finden, was ihre esoterischen Hypothesen bestätigt.

In der Realität hat der “Supermond” aber nichts mit den Katastrophen zu tun. Er ist auch nicht besonders selten; und der Mond ist nicht dramatisch viel größer als sonst. Das soll aber trotzdem niemanden hindern, sich mit dem Mond zu beschäftigen oder den Mond zu betrachten. Der Mond ist faszinierend genug, auch ohne astrologische Superlative!

Kommentare (12)

  1. #1 EchtSuperDasPodcast
    Mannheim, wo man den Mond immer über Bergen auf un unter gehen sieht!
    18. Februar 2017

    Wegen der Erbeben wäre ein kleiner Hinweis auf die Kollegen super gewesen. Die machen nämlich auch tolle Wissenschaft (oder gilt etwa “Du sollst keine Wissenschaft neben mir haben”?)

    http://geofon.gfz-potsdam.de/eqinfo/list.php

    Es könnte durchaus sein, dass statistisch betrachtet eine minimal schwankende Erbebenzahl mit der Mondnähe korreliert. Es wäre sogar m.E. eher überraschend, wenn das in einem nur Sensoren zugänglichen Größenbereich nicht passiert, aber solange das Konzept von “Erbeben” (-> sicherer Eintritt als das Amen in der Kirche!) weitenteils nicht verstanden wurde, solange in Italien im 21. Jhd ernsthafte Gerichstprozesse starten, weil Forscher keine Erbeben vorhersagen können!…,

    http://www.derwesten.de/panorama/geologen-wegen-fehlender-bebenwarnung-in-italien-vor-gericht-id5103186.html

    sollte der Astro Kram wirklich bekämpft werden, wo es geht.

    Es hat sich gezeigt und zeigt sich, dass sich das alles rächt. Siehe Glaube an Evolutiontehorie und Kilmaerwärmung in USA.

    Bevor wir aber auf andere herab schauen sollten wir lieber hier in unserer Kultur gucken und zum Trost schnell ein Homöopathisches Kügelchen!

    Ich glaube ja, eine Art Ignoranzlevel ist überall und bei jedem Menschen annähernd gleich. Die Frage ist nur, wie und wo es sich auslebt?

  2. #2 Alderamin
    18. Februar 2017

    @EchtSuperDasPodcast

    Es könnte durchaus sein, dass statistisch betrachtet eine minimal schwankende Erbebenzahl mit der Mondnähe korreliert.

    Erdnähe hat der Mond allerdings jeden Monat, auch wenn er dann nicht immer gerade “voll” und damit “super” ist – er durchläuft seine Bahn ja komplett alle 28 Tage. Wie er dabei gerade beleuchtet ist, sollte mit der Gravitationswirkung nichts zu tun haben.

  3. #3 Alderamin
    18. Februar 2017

    Huch, komi&zwnJ;sches Icon… Tipp&zwnJ;fehler in der E-M&zwnJ;ail-Adr&zwnJ;esse…

  4. #4 Alderamin
    18. Februar 2017

    Wohl nicht mein Tag heute…

  5. #5 Florian Freistetter
    18. Februar 2017

    @EchtSuper: “Wegen der Erbeben wäre ein kleiner Hinweis auf die Kollegen super gewesen.”

    Es gibt sehr, sehr viele Leute die sehr viel gute Forschung zu Erdbeben machen. Aber in dem Podcast (und das hier ist nur ein Transkript) gings um den Supermond. Gebloggt hab ich schon öfter über Erdbebenforschung und da kam sicher auch Potsdam vor.

  6. #6 Norbert
    19. Februar 2017

    Danke für diese Sternengeschichte – ich hatte gar nicht gewusst, dass es auch Neumond-Supermonde gibt. Eine Frage habe ich aber:

    Ein “Supermond” ist also ein Perigäum-Syzygium bzw. ein Apogäum-Syzygium, wenn es um den Neumond geht.

    Muss man nicht in beiden Fällen von einem Perigäum-Syzygium sprechen?

  7. #7 EchtSuperDasPodcast
    Mannheim wo man Streite zunehmend öfter schlichtet als mit dem Kopf durch die Wand zu gehen!
    19. Februar 2017

    Oh da sehe ich ein Problem: Wir sind leider auf der Ebene angelangt: Es ist falsch, weil es nicht wahr sein darf, weil es Astrologie ist.

    In der direkt im Link verwiesenen Studie steht es dann zwar nicht, (aber wird schon stimmen!):

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/seismologie-vollmond-beguenstigt-starke-erdbeben/14540276.html

    Zitat aus Podcast : “Seiner Ansicht nach würde ein “Supermond” extreme gravitative Störungen auf die Erde ausüben und so extreme Stürme, extreme Erdbeben, Vulkanausbrüche und andere Katastrophen auslösen.”

    Das ist die Fliegenklatsche an der Leute kleben bleiben. Es gehts dann weiter:

    ” Dass das nicht der Fall ist, lässt sich durch die vorhandenen Aufzeichnungen leicht belegen. Die Gezeiten können ein wenig stärker ausfallen als sonst wenn der Mond sich besonders nahe an der Erde befindet,”

    Wenn er Ebbe und Flut auslöst, warum keine Erbebeben ? Na?? Nicht nur der Gedankengang ist volkommen richtig und jedem einsichtig. Es ist auch bewiesen :

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/seismologie-vollmond-beguenstigt-starke-erdbeben/14540276.html

    – alleine schon durch das schwabbelnde Wasser ganz zu schweigen von der viel größeren Kraft auf den Nicht-Wasser Teil der Erde. Ich sach’s nicht gerne aber leider scheint sowohl “Alderamin” wie “Florian Freistetter” falsch zu liegen. Er tut es, der Mond (wahrscheinlich! :-) nicht nur wenn der Mond super ist sondern immer, wenn er Nahe ist (und damit stimmts aber so etwas wird dann gerne unterschlagen) und dann gehts auch noch zufällig weil er bei sichtbarem Voll und Neumond “zufällig” zwangsweise in einer Linie Sonne-(Erde / Mond) steht! (@Alderadmin -> Frage “Springflut!”)

    Etwas was jeder wirklich kapiert, weil ich vermute für 90%- 98% aller Menschen der Mond und die Flut das einzige wahrnehmaber intellektuelle astronomische Ereignis sind. Sonneaufgang nehmen wir ja bereits biologisch war!)

    Wenn man mal das Bild vom durch Gezeitenkräfte durchgewalkten Jo vor Augen hat und dann bei Wikipedia und Io liest:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Io_(Mond)

    “Allein die Gezeitenkräfte des Jupiter auf Io sind mehr als 6000-mal stärker als die des Erdmondes auf die Erde. ”
    …dann ist das ja sicher nicht falsch oder?

    Man muss also was über Größenordnungen sagen! Besser wäre also :

    “Ja, Es gibt wahrscheinlich Mikro Mini Winz “Erdbebeben” durch den Mond, auch genau dann, wenn das was der Astrofan mit dem Buzzword “Supermond” bezeichnet hat, damit er ne Spalte füllen kann, eintritt – aber die sind harmlos. Die sind so super klein, dass man sie höchstens gerade messen kann. Genauso wie ein Schiff auf dem Rhein in der Uni Mannheim die Optikforschung behindert hat und so eine Art Infraschallwellen oder Erdbeben erzeugt! Auch weil es gibt immer Erdbeben weil die Erdkuste eigentlich fließt!
    Der Astrofan hat einfach ein Naturwissenschaftliches Thema gekapert – deswegen ist es nicht falsch!

    Alles andere scheint mir “dogmatisch” und damit wie so oft nachhaltig angreifbar und es führt zu fast falschen Aussagen wie in diesem Falle.

    Wenn man es nicht wirklich universitär (also nach allen Seiten gekehrt) darstellt, dann sitzt man in einer Art Tal seines Wissensgebietes.
    Das ist eher ungut!

    Für Wissenschaftler kann dann leider der Begriff “Nerd” verwendet werden, geographisch wäre das
    – so sagen es hier viele – mit Stuttgart verortbar.

    Aber da man nebenbei bemerkt m.E. Alfred Wegner in einem Atemzug nennen sollte mit Albert Einstein und Charles Darwin und – im Gegensatz zu Florian Freisetter – ich sowieso schon lange glaube, dass man im Wesentlichen eine zweite bzw. viele “Erden” im Sinne von sehr erdähnlichen Planeten entdeckt hat, denke ich, hier sollte man, um die “Bildzeitungshoroskopgläubigen” die sich besser informieren wollen, mehr Verankerungspunkte liefern, mehr in die Breite gehende Hinweise um es ideal versus sehr gut zu machen! (@Florian Der Satz gibt aber Rankingpunkte bei Google;-)

    Nochmal !!! ->
    “EchtSuperDasPodcast” und ich weiss wieviel Mühe das ist!

    Dass man als Astronom von Astrologen fallweise davongetragen wird, ist leicht einsehbar.

    Relevant wirds doch, weil es “versteckte Astrologen” überall – inzwischen sogar als Präsident – gibt. Ebenso im täglichen Leben. Die Art damit umzugehen ist doch das herausfordernde!

    Da kann man nur und immer weiter lernen damit umzugehen und im Wortgefecht scheint mir ab und zu eine Breitseite von Argumenten oft besser als ein Weitschuß!

    PS: Es wird Astrologen (alle Arten davon) bis ans Ende unserer Tage geben 😉 leider!…und weil das fallweise verdreht ist, sage ich mal: Willkommen im Astrologen Club!
    Frage: Richtigstellung?

    PS: Es gilt nach wie vor: “EchtSuperDasPodcast”. Der Vergelcih mit Ein und zwei Euro Münze wird auf ewig (…solange es Euro gibt…) hängen bleiben und alleine dafür ist es gut und sehr zu loben.

  8. #8 Alderamin
    20. Februar 2017

    @EchtSuperDasPodcast

    Ich sach’s nicht gerne aber leider scheint sowohl “Alderamin” wie “Florian Freistetter” falsch zu liegen. Er tut es, der Mond (wahrscheinlich! :-) nicht nur wenn der Mond super ist sondern immer, wenn er Nahe ist (und damit stimmts aber so etwas wird dann gerne unterschlagen) und dann gehts auch noch zufällig weil er bei sichtbarem Voll und Neumond “zufällig” zwangsweise in einer Linie Sonne-(Erde / Mond) steht! (@Alderadmin -> Frage “Springflut!”)

    Leider tut’s Dein Link (gerade?) nicht, aber selbst wenn es einen kleinen Gezeiteneffekt auf Erdbeben gäbe (ich meine, in einem WRINT hatte Holger mal einen solchen Artikel erwähnt)…

    Springflut gibt’s, wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen. Dann sind die Gezeiten besonders stark, weil sich die von Sonne und Mond addieren (die Tiden der Sonne sind etwa 1/3 so hoch wie die des Mondes). Das passiert zweimal jeden Monat (Neumond/Vollmond). Hat aber mit dem “Supermond” nichts zu tun (abgesehen davon, dass “Supermond” sowieso ein Vollmond ist). Der Mond ist dann ein paar Prozent näher als bei einem gewöhnlichen Vollmond, also kann er auch nur ein paar Prozent mehr Effekt haben, als er zweimal jeden Monat ohnehin hat.

    Ein Korrelation starker Beben mit der Mondphase ist jedenfalls – soweit ich weiß – nicht bekannt, und schwache Beben gibt’s andauernd irgendwo, da wäre eine Korrelation unbedeutend für die Praxis und nur von akademischem Interesse.

  9. #9 EchtSuperDasPodcast
    Mannheim wo im allgemeinen nicht rechthaberische Menschen wohnen;-)
    21. Februar 2017

    Encore une fois – en contraire!

    Die Links oben klappen (bei mir) beide mit Handy und Computer “Manuell” gehts auch
    http://www.tagesspiegel.de/;
    Überschrift “Seismologie”;
    Titel: “Vollmond begünstigt starke Erdbeben”
    vom 13.09.2016 23:27 Uhr

    Es gibt ein lückenloses Kontinuum zwischen schwachen und starken Beben. Bei 4,3 in Hessen hat mir mal im zehnten Stock Stahlbetongebäude der Boden kurz gewackelt, als ich gerade um einen Tisch lief. Das Beben war 50 KM weg! Solche gibt es ca. sechstausend bis dreizehntausend im Jahr. War das nun stark oder schwach?

    Es gibt mit Abstand keine andere Naturkatastrophe, die so viele Tote und Opfer fordert wie Erdbeben!

    http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Erdbeben-Gefaehrdungsanalysen/Seismologie/Seismologie/Erdbebenstatistik/erdbebenstatistik_node.html

    Das ist kein “nur akademisches Interesse” sondern pure Wissenschaft zum Nutzen und Retten von Menschenleben und zwar vielen – sehr vielen! Immerhin gibt es auch Erbebensondereinsatzeinheiten (SEEBA) und Tausende Laute halten mühsam trainierte Spürhunde vor!

    Oben steht “Neumond” kann nach der Astrologendefinition auch Supermond sein!

    Nochmal ganz einfach: m.E. …
    1. Es ist Flut
    2. Springflut – Wir haben etwas mehr Flut wegen der Sonne – Alderamin schrieb 1/3 mehr.
    3. Der Mond ist in den 10 nächsten Prozent seiner Umlaufbahn. Wobei die 10% Grenze willkürlich festgelegt ist. Zufällig ist er dann größer und die Gravitationskraft auch stärker – wegen Springflut.

    4. Es gibt wohl statistisch signifikant mehr Erbeben. Kleine und Große – Da sowas aber kein normaler Mensch intuitiv einschätzen kann …
    (->Erbebenwahrscheinlichkeit auf ganzer Erde verteilt) und Stärke (- Logarithmische Skala!)
    erscheint es mir relativ clever, das ganze Supermond zu nennen – weil er ja auch etwas größer ist!

    Im Gegensatz zum Wahrheitsgehalt aktuell diskutierter Themen ist das vergleichsweise sozusagen fast die reine Wahrheit – hat aber nix mit Astrologie nix zu tun!

    Übrigens: Es scheint ein internationales Hobby:
    Wenn man mal schaut, wie einer auf der Englischen Seite “Supermoon” in Talk beweisen will, dass es garantiert keinen Zusammenhang gibt wird einem schlecht:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Talk:Supermoon

    Es gäbe so viele und tolle Daten (und Frauen:-) und so wenig Zeit;-)

    Ich schätze mal, es würde rauskommen 42 Promille höher!

    PS Der Erfinder vom Supermond schreibt selbst (wie Alderamin)

    “Astronomers call this very special alignment a perigee-syzygy. I call it a SuperMoon – which is a whole lot easier on the tongue.”

    http://www.astropro.com/features/articles/supermoon/

    Da hat er recht 😉

  10. #10 Frantischek
    21. Februar 2017

    Das ein nur 360.000-405.000km entfernter Körper mit einer Masse von immerhin 7,348 * 10^22 kg Gezeitenkräfte erzeugt und damit natürlich auch einen Einfluss auf die Entstehung von Erdbeben hat ist dermaßen trivial dass man es (zumindest in diesem Blog) nicht erwähnen muss.

    Die Frage die sich (nicht) stellt ist die: Die Gravitation des Mondes ist immer da. Und wirkt immer annähernd gleich stark auf die Erde.
    Weil, Überraschung: Der wird gar nicht kleiner und größer!
    Wie soll der Mond also Erdbeben auslösen?
    So wie die Erdanziehung einen Sturz auslöst?
    Oder war der Auslöser vielleicht doch, dass man über seine eigenen Füße gestolpert ist?

    Ich sach’s nicht gerne aber leider scheint sowohl “Alderamin” wie “Florian Freistetter” falsch zu liegen.

    Nope.
    Ich sage folgendes gerne:
    Leider scheint EchtSuperDasPodcast keine Ahnung zu haben und sich nicht nur mit dem Lesen, sondern insbesondere mit dem Verstehen solcher Artikel schwer zu tun.

    Dem könnte er, den anderen Lesern zu liebe, Rechnung tragen indem er seinen Output zumindest ein bisschen drosseln würde.

    Ich und andere würden es ihm herzlich danken!

  11. #11 Alderamin
    21. Februar 2017

    @EchtSuperDasPodcast

    Jetzt geht der Link auf den Tagesspiegel in #7 wieder, aber dem Text kann man wenig entnehmen. Darin soll der Original-Nature-Artikel verlinkt sein, aber der Link führt auf einen ganz anderen Artikel. Immerhin wird der Autor der Studie genannt und mit etwas Googelei findet man dann den Originalartikel. Leider nicht den vollen Artikel und der Abstract verrät auch keine Signifikanzen. In einem anderen Zeitschriftenartikel wird zitiert, dass lediglich bei starken Beben (genannt werden drei Beispiele) festgestellt wurde, dass sie bei Vollmond oder Neumond (nicht Supermond) wahrscheinlicher sind, aber ihre Häufigkeit insgesamt nicht zunimmt (d.h. der erhöhte Stress auf das Gestein beim Durchlaufen des Flutbergs könnte ein ohnehin anstehendes Beben triggern, das sich ansonsten erst später, aber auf jeden Fall auch ereignet hätte).

    Einen praktischen Effekt zum Erdbebenschutz hat dies allerdings nicht, wie der Autor des Papiers zitiert wird:

    “However, Ide pointed out that despite the effect of tides, earthquakes do not become more probable in areas prone to them, and that the study does not change how such regions should prepare for quakes. “It’s too small to take some actions,” Ide told Nature.”

    Aka: akademisches Interesse. Man kann nicht auf einen Monat genau vorhersagen, wann sich ein Erdbeben ereignet (nicht mal auf ein Jahr), da nützt es einem auch nicht, dass man weiß, dass es ein Fitzelchen wahrscheinlicher bei Voll- oder Neumond passiert.

    Und hier geht’s um Vollmonde und Neumonde generell, nicht um die 5% näher als im Durchschnitt befindlichen “Supermonde”. Die Aussage von Florian war, dass Supermonde keine katastrophalen Erdbeben auslösen, und das bleibt richtig. Ansonsten hätte man die Häufung schon sehr viel früher bemerkt, das wäre doch offensichtlich.

  12. #12 Paul
    21. Februar 2017

    Lars Fischer hat das Paper bei Spektrum.de letztes Jahr besprochen: Erdbebenvorhersage: Mondsüchtige Megabeben

    Sein Fazit:

    Dass der Mond Erdbeben verursacht, klingt zwar plausibel. Allein, die von ihm ausgelöste Veränderung der Spannungen im Gestein ist 1000-fach kleiner, als sie sein müsste, um größere Beben auszulösen.

    Ist natürlich im Spektrumartikel ausführlicher begründet.