Bevor die Serie über Klimawandel-Mythen zu Ende geht, müssen wir noch die Sache mit der Pause besprechen. Viele Klimawandelleugner erzählen nämlich gerne, dass man sich nicht so aufregen soll. Es mag zwar früher so ausgesehen haben als würde es immer wärmer werden. Aber neue Daten zeigen dass der Klimawandel gerade Pause machen würde. Die Klimawissenschaftler hätten sich offenbar geirrt bzw. würden komplett übertreiben.

Der Klimawandel nimmts mal locker... (Bild: EPA, NWDNS-412-DA-13472, gemeinfrei)

Der Klimawandel nimmts mal locker… (Bild: EPA, NWDNS-412-DA-13472, gemeinfrei)

Klar, der Klimawandel braucht eine Pause. Ist ja auch anstrengend wenn man das Klima eines ganzen Planeten verändern will. Da muss man zwischendurch mal ein wenig Atem holen und pausieren… Tja. Um das aufzuklären müssen wir uns mit einem unangenehmen Thema beschäftigen. Der Statistik. Die ist hinterhältig und kann vor allem missbräuchlich eingesetzt werden wenn man sie – absichtlich oder unabsichtlich – falsch versteht (Und übrigens: Das beliebte Zitat von Churchill das man keiner Statistik glauben soll die man nicht selbst gefälscht hat ist – wie sollte es anders sein – nicht richtig. Siehe: Werner Barke, “Ich glaube nur der Statistik … Was Winston Churchill über Zahlen und Statistik gesagt haben soll – und was er wirklich sagte” (pdf), Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2011)

Man kann es nicht oft genug sagen: Das Klima ist ein dynamisches System. Es ändert sich und das tut es nicht auf simple Art und Weise. Wenn Wissenschaftler sagen dass die Erde sich erwärmt dann meinen sie nicht dass das so abläuft wie beim Wasserkochen am Herd. Dort stellt man den Topf auf die Herdplatte, dreht die Temperatur hoch und kann zusehen wie das Wasser immer wärmer und wärmer wird. In jedem Moment ist es ein kleines bisschen wärmer als vorher und es wird nie kälter sein als zuvor. Das Klima ist aber komplexer als ein Wassertopf. Es wird mal wärmer und mal kälter; das aktuelle Jahr kann im Durchschnitt kälter gewesen sein als das davor. Aber wenn man nicht nur ein paar Jahre betrachtet sondern ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte dann sieht man dass die Schwankungen zwar das tun was man von ihnen erwartete, nämlich schwanken. Aber der Wert um den sie schwanken wird immer größer. Es ist ein bisschen so wie wenn man eine Wendeltreppe hinauf läuft: Man rennt ständig vor und zurück – aber nach jeder Kurve ist man ein wenig weiter oben als zuvor.

Wenn man diese Schwankungen aber nicht vernünftig betrachtet kann man daraus jede Menge Unsinn betrachten. Man kann sich zum Beispiel ein sehr extrem heißes Jahr aus der Statistik suchen. 1998 zum Beispiel wo es im Jahresmittel wirklich viel heißer war als lange Zeit zuvor. Rein statistisch gesehen ist es nun aber wahrscheinlich dass das folgende Jahr nicht NOCH heißer wird. Sondern eben wieder ein bisschen kühler – so läuft das bei zufälligen Schwankungen in einem chaotischen System. Und tatsächlich war 1999 ein wenig kälter als 1998. Auch 2000 war kälter als 1998. Genau wie 2001. Erst 2002 war es wieder in etwa so warm wie 1998 und wärmer als 1998 war es erst 2005. Würde man sich jetzt nur die Daten aus den Jahren zwischen 1998 und 2005 ansehen und den Rest ignorieren dann könnte man zu dem Schluss kommen dass das mit der Erderwärmung nicht so richtig vorwärts geht… Genau so gut kann man sich aus den Datensätze andere Zeitintervalle heraus greifen in denen die Temperaturen gleich bleiben oder vielleicht sogar sinken. Aber wenn man das macht dann ignoriert man eben den gesamten Trend. Und der zeigt eben dass es seit 1880 niemals wärmer als 1998 war. Und nicht nur 2005 ein neues Rekordjahr war sondern dieser Rekord dann von 2010, 2014, 2015 und 2016 gebrochen wurde.

Der Klimawandel, mal richtig und mal falsch betrachtet (Bild: NASA GISS, NOAA NCDC und HadCRUT4/skepticalscience.com)

Der Klimawandel, mal richtig und mal falsch betrachtet (Bild: NASA GISS, NOAA NCDC und HadCRUT4/skepticalscience.com)

Kurz gesagt: Langfristig betrachtet wird es eben tatsächlich immer wieder. Nur in den kurzfristigen Schwankungen so lange herum zu suchen bis man einen Bereich gefunden hat der das tut was man gerne möchte ist unredlich. Das ist in etwa so als würde man auf einer Treppenstufe stehen und laut behaupten dass die ja wohl ganz eben sei und nicht irgendwie geneigt. Es könne also hier gar nicht nach oben gehen…

Aber leider stehen wir mit der Erderwärmung auf einer großen Rolltreppe die uns immer weiter nach oben bringt, egal wie sehr wie die Realität ignorieren.

Die Temperatur über dem Land wird immer höher. Die Temperatur über dem Meer wird immer höher. Die Temperatur an der Oberfläche der Ozeane wird immer höher. Der Wärmegehalt in den Ozeanen wird immer höher. Die Menge an Wasserdampf in der Atmosphäre wird immer höher. Die Temperatur in der oberen Atmosphäre wird immer höher. Die Baumgrenze verschiebt sich immer weiter noch oben. All das hat sich niemand ausgedacht; das kann man messen und beobachten und das passiert nur wenn die Erde als ganzes immer wärmer wird. Dazu kommt: Auch die Dinge die immer weniger werden sollten wenn sich die Erde aufwärmt werden tatsächlich immer weniger. Die Gletscher schmelzen, die Schneemengen werden geringer, das Eis im Meer schmilzt, das Eis am Festland schmilzt. Die Pflanzen beginnen immer früher im Jahr zu blühen, und so weiter. Die Erde erwärmt sich. Immer weiter. Der Klimawandel macht keine Pause und solange wir nichts dagegen tun wird er das auch nicht machen.

Kommentare (31)

  1. […] ist doch kalt – wo bleibt der Klimawandel? (erscheint am 18.07.2017) Klimawandel-Mythen 08: Der Klimawandel macht doch gerade Pause! (erscheint am 19.07.2017) Klimawandel-Mythen 09: Beim Klimawandel sind sich doch nicht mal die […]

  2. #2 River
    19. Juli 2017

    Ich weiss ja nicht, welche Wendeltreppen du hinaufgehst, aber ich bin normalerweise nach jedem Schritt (jeder Stufe) ein bisschen hoeher als davor 😉 – und horizontal bleibt der Mittelwert (in etwa) gleich.

  3. #3 Stefan O.
    Germany
    19. Juli 2017

    Und je nach dem, in welchem Jahr man anfängt seinen Graphen zu zeichnen, kann man ganz andere Dinge zeigen. https://i.ytimg.com/vi/yegKl2nKBQI/maxresdefault.jpg

  4. #4 Fliegenschubser
    19. Juli 2017

    @Stefan O.
    Die verlinkte Grafik stammt von den Klima-Cranks Cliff Harris & Randy Mann. Die leugnen CO2 als Ursache, finden den IPPC doof, und bekleckern sich auch sonst nicht zu sehr mit Wissenschaft. Nun ja.

  5. #5 derdeet
    19. Juli 2017

    @ #3:

    Und je nach dem, in welchem Jahr man anfängt seinen Graphen zu zeichnen, ….

    Danke! Eine sehr aufschlussreiche Zeichnung hast Du hier verlinkt. Als “Graphen” würde ich sie nämlich nicht bezeichnen . . .
    Oder wo ist die Skala der y-Achse? Aber da kann man ja sicher großzügig sein . . .
    etwas wirr werden Felder einfach mittendrin platziert. Und interessanterweise steht oben links im kälteblauen Feld prominent, damit es auch keiner übersieht – was von einer globalen Abkühlung von 0,9 ° Fahrenheit!
    Leider geht der Zeitraum nur von Oktober 2007 bis Februar 2009 (das sind zwei Winter und der dazwischenliegende Sommer) und – somit erfüllt diese Angabe beispielhaft, ja quasi bilderbuchhaft genau die Parameter dessen, was Florian im Artikel kritisiert hat:
    Herausgreifen eines mir “genehmen” Bereichs einer Statistik . . . 😉

    Dann suchte ich noch schnell nach dem Autoren dieses Werkes und stellte fest, dass es wohl gerne durchs Internet getrieben wird . . .
    Ich bin bedient.

  6. #6 Weber
    19. Juli 2017

    dass es seit 1880 niemals wärmer als 1998 war

    Jetzt machen sie aber genau den selben Fehler, den sie vorhin kritisieren. Das Klima ist ein Mittelwert über einen langen Zeitraum.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte

  7. #7 Artur57
    19. Juli 2017

    Jedenfalls in Deutschland ist keine Abschwächung zu erkennen. Wir hatten in den 90-er Jahren 8,9 Grad Durchschittstemperatur, in den Nullern 9,2 und in den 10-ern 9,5 Grad Durchschnittstemperatur.
    Also stetige Zunahme.

    Zur Weltkurve oben: es stimmt schon, wenn man die Ausgleichsgerade nur bis zu den Werten von 2008 zöge, dann wäre sie steiler. Aber genau da war ja die Lehmannpleite mit weltweiten Wirtschaftseinbrüchen und die hat sich dann gleich in vermindertem CO2-Ausstoß bemerkbar gemacht. Das ist durchaus plausibel.

    Noch eins: wohl alle erinnern sich noch an die Ozon-Alarme in den 90-ern, als man im Freien keinen Sport mehr treiben sollte. Das hat so um 2005 wieder aufgehört, weil sich die Ozonschicht erholt hatte und sich wieder in größere Höhen verzogen hat, wo sie hin gehört. Aber bis dahin ist mehr UV-Strahlung auf die Erde gelangt als vorher. Das dürfte ja auch zur Erwärmung beigetragen haben. Und das eben auch nochmal in Richtung Klimaskeptiker: das ist besser geworden, weil man die FCKWs verboten hat. Herumsitzen und Nichtstun hätte die Sache verschlimmert.

  8. #8 libertador
    19. Juli 2017

    @Stefan O.:
    Die Daten die der Grafik zugrunde liegen sind nicht transparent.
    Unter folgendem Link finden sich verweise auf wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Temperatur in den letzten beiden Jahrtausenden. Danach war es im Mittelalter je nach Rekonstruktion vielleicht so warm wie im Zeitraum 1961-1990. Jetzt ist es aber wärmer.
    https://skepticalscience.com/medieval-warm-period-intermediate.htm

  9. #9 UMa
    19. Juli 2017

    @ Sefan O. (#3)
    Dein verlinkter Graph ist offensichtlicher Unsinn. Ich hoffe heutzutage fällt aus so etwas keine mehr herein.

    Zum Vergleich eine Graph der auf echten Daten beruht.
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/2000_Jahre_Temperaturen-Vergleich.png

  10. #10 shader
    19. Juli 2017

    Ich vermisse echt die “Klimaskeptiker” in der Diskussion. 😀 Früher hat man gar nicht lange warten müssen, dann haben die sich in die Diskussion festgebissen. Und jetzt? Macht sich da eine gewisse Resignation breit?

  11. #11 Folke Kelm
    19. Juli 2017

    Shader, meinst Du die mit den persönlichen Angriffen wie “linksgrün versifftes Pack, Klimanazi, Göbbelsnachfolger etc”?
    Ich vermisse die nicht.

  12. #12 knorke
    19. Juli 2017

    Das sind wir wieder beim Hauptproblem Mensch, wenn es um Klima geht: Für den Menschen sind episodische und unmittelbare Ereignisse meist glaubhafter als objektive, aber abstrakte oder langfristige Werte, weil alles irgendwie nicht zum normalen Heuristikwerkzeug des Menschlichen Verhaltens passt. Ich persönlich finde, dass die Belege eindrücklich und handfest sind und ich bin froh, sie hier auch noch einmal in einer ganzen Reihe übersichtsartig gezeigt zu bekommen.

    Es gab ja mal die Idee, dass Betriebswirtschaftliche Erträge und Volkswirtschaftliche Zahlen viel stärker auch solche Kosten enthalten sollten, die naturgemäß von Betrieben oder Staaten externalisiert würden: Der Emissionshandel (dieser zahnlose Papiertiger) war dahingehend ein Konzept. Solange diese Dinge nicht als Kosten gelten, kann man in einer globalen Gesellschaft in der es ganz überweigend um Kosten und Umsätze geht nicht gut gelingen, andere Größen qua politischer Ideologie oder gutmeinendem Lippenbekenntis wirklich zu verankern. Wir tun viel zu wenig, viel zu spät und viel zu langsam und der ganze Dreck und Müll und Schaden der dabei entsteht wie wir wirtschaften, wird einfach externalisiert, in die Zukunft vertagt, vergessen oder es wird peinlich berührt drüber hinweg geguckt. Jeder will gern Gutes tun, aber keiner dafür Nachteile für sich und seine Familie in Kauf nehmen. Also muss sich Gutes tun mehr lohnen, und Wirtschaften auf Kosten der Zukunft, Gesellschaft, Umwelt oder des Klimas muss teuer sein. Mir gefällt die Idee immer noch. Aber leider eine ziemliche Utopie, wenn man von einigen Randerscheinungen absieht.

  13. #13 noch'n Flo
    Schoggiland
    19. Juli 2017

    @ shader:

    Ich vermisse echt die “Klimaskeptiker” in der Diskussion. Früher hat man gar nicht lange warten müssen, dann haben die sich in die Diskussion festgebissen. Und jetzt? Macht sich da eine gewisse Resignation breit?

    Die haben sich lange genug nebenan bei “Primaklima” ausgetobt. Inzwischen lockt aber dort selbst die Ankündigung von Florians Artikelserie keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.

  14. #14 Artur57
    19. Juli 2017

    Das ist ja die Ironie der Geschichte: ausgerechnet Donald Trump hat ungewollt für Klarheit gesorgt. Jetzt könnten doch diese armen, diffamierten und teilweise verfolgten Wissenschaftler den Grün-Versifften das Licht der Aufklärung bringen. Tun sie natürlich nicht. Reine Wadenbeißer, die der Wissenschaft irgendwo ans Bein treten kann. Aber eine eigene geschlossene Theorie bilden, das ist jenseits des Horizonts.

    Und dann die Reaktionen: Trump hatte sämtliche Universitäten gegen sich und auch alle großen Unternehmen. Der Chef von Exxon Miobile erklärte, die Zukunft gehöre den Erneuerbaren. Ärger kann die Abfuhr für Trump nicht sein.

    Und jetzt auch noch Florians wohldosierte Breitseiten, die man überall verlinken kann. Ich sage mal, es sieht gar nicht schlecht aus. Das Ende des Geschwätzes ist absehbar.

  15. #15 Nemesis
    19. Juli 2017

    @Artur57, #14

    “Der Chef von Exxon Miobile erklärte, die Zukunft gehöre den Erneuerbaren.”

    Ausgerechnet ExxonMobil, die jahrzehntelang aufgrund interner Forschungen über die klimatische Wirkung von CO2 Bescheid wussten und dennoch (bis auf den heutigen Tag!) Leugnerkampagnen finanziert:

    https://www.smokeandfumes.org/documents

    ” 1.7.2017 – ExxonMobil Still Financing Climate Deniers”

    http://www.nationalmemo.com/exxonmobil-still-financing-climate-deniers/

    Interessantes, entlarvendes Zitat aus dem Artikel:

    ” Zycher’s colleague Mark Thiessen, a former speechwriter for President George W. Bush, is also no fan of the international accord. In a June 2 essay, he cited numbers from the Chamber’s discredited report and maintained that “our emissions will arguably decline faster because of Trump’s withdrawal—because our free market economy will be stronger and more innovative without it.”

    Uh uh, da bin ich aber mal gespannt, ob “our free market economy” das Problem der globalen Klimaerhitzung lösen wird- bisher jedenfalls sehe ich keinerlei positive Belege für diese mehr als abenteuerliche Behauptung. Aber dennoch, das Zitat zeigt einmal mehr, wo der Hammer hängt:

    Früher war der liebe Gott im Himmel derjenige, der magisch alle Probleme löste, heute ist es “our free market economy”, welche magisch alle Probleme lösen wird.

    “Das Ende des Geschwätzes ist absehbar.”

    Dein Wort in Gottes Gehörgang, allein, mir fehlt der Glaube. Hier auf Astro mögen die Leugner ja weniger geworden sein, aber in der globalen Debatte leider eher nicht.

  16. #16 Nemesis
    Im real existierenden Kapitalismus
    19. Juli 2017

    Wirklich, ein herrliches Zitat:

    ” our emissions will arguably decline faster because of Trump’s withdrawal—because our free market economy will be stronger and more innovative without it.”

    Dieses Gebet destilliert den Kapitalismus endlich in seltener Klarheit und Reinheit zu seiner vollen Blüte:

    GELD regiert die Welt, nicht die Vernunft.

    Ich liebe Leute wie Mark Thiessen, die, wie in besagtem Zitat, ohne um den heissen Brei herumzureden, einfach nur in schlichter Schönheit und Klarheit das zum Ausdruck bringen, was sowieso jedes Kind weiss:

    Geld regiert die Welt.

  17. #17 Artur57
    19. Juli 2017

    @ Nemesis

    Sorry, der Mann hat einfach recht. Dem ist nun so, dass die Erneuerbaren den Fossil/Atomaren inzwischen einen Preiskampf liefern, in dem Letztere de facto keine Chance mehr haben. Völlig unsubventioniert. Die Technik ist eben durch Massenproduktion besser und billiger geworden. Nun mobilisieren die alten Industrien diese Klimaskeptiker, in der Meinung, sie könnten die Dinge damit noch aufhalten. Chancenlos.

    Trotzdem ist das Pariser Abkommen nicht umsonst. Das ist schon ein Fakt, wenn 194 Läder die Energiewende befürworten. Sonst hieße es ja, das seien nur irgendwelche Spinner. Man kennt das ja.

    Und ja, was Exxon so von sich gibt, zeugt von einer grassierende Schizophrenie in diesem Unternehmen. Nun ja, unter diesen Umständen wohl kaum vermeidbar.

  18. #18 Nemesis
    19. Juli 2017

    @Artur57

    Ich habe mich damit längst abgefunden:

    Niemand kann den Kapitalismus besser killen, als der Kapitalismus selbst. Von daher:

    Unbedingt weitermachen ! Mehr SUVs, fettere Autos, mehr Autos, für jeden der zZt 7.5 Milliarden Erdenbewohner am besten zwei SUV, drei Flachbildfernseher und einen eigenen Rasen vor dem eigenen Haus, Konsum, mehr Konsum, grenzenloser Konsum und vor allen Dingen:

    Wert- Schöpfung, creatio ex nihilo, in spiritu sancti. Amen.

  19. #19 Nemesis
    19. Juli 2017

    … während wir hier debattieren, haben die “broker” an der Wall Street wieder ein paar Miliarden umgesetzt, mit oder ohne Klimaschutzplan, egal, wer wo wie regiert- DIE konzentrieren sich wenigstens auf das Wesentliche:

    Geld, Money, Schotter, Moneten, Kohle, Patte, Asche…

    … ja, Geld nennt man auch “Asche”, Asche zu Asche, Staub zu Staub und dem hart und ehrlich arbeitenden Mann sein Geld.

  20. #20 Gustaf
    20. Juli 2017

    Ich hoffe doch es haben alle Florians Beiträge gelesen, damit es auf der Autobahn nächste Woche nicht so voll ist.
    Ich hasse es auf der Autobahn ständig im Stau zu stehen.

  21. #21 Hinkelstein
    20. Juli 2017

    @Artur57
    “Das Ende des Geschwätzes ist absehbar.”

    Das vielleicht, aber der Anfang des Handelns noch nicht. Wir haben bis 2020 noch gut 20% Emissionen einzusparen. Da darf jetzt jeder überlegen was er macht. Aber natürlich wird jeder für sich entscheiden, dass gerade er ja schon genug gemacht hat und jetzt die anderen dran sind. Blöd nur, dass diese dann noch mehr sparen müssen. Ich fahre demnächst mit dem Fahrrad an den Bodensee. Ich schau mal ob mehr Fahrräder oder Autos unterwegs sind :-). Achtung, mit dem Auto hin zählt aber nicht ;-).

    Wie immer, reden, mahnen, Zeigefinger erheben. Handeln sollen die anderen.

  22. #22 Hinkelstein
    20. Juli 2017

    Fangen wir an, jede Stromrechnung der nächsten Jahre muss 10% niedriger sein als die des Vorjahres und mit dem Auto wird auch 10% weniger gefahren. Ganz einfach, ganz konkret, sogar monatlich auf Erfolg kontrollierbar.

  23. #23 shader
    20. Juli 2017

    @noch’n Flo: “Die haben sich lange genug nebenan bei “Primaklima” ausgetobt. Inzwischen lockt aber dort selbst die Ankündigung von Florians Artikelserie keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.”

    Mein Eindruck ist, die wenigen “Skeptiker”-Hardliner haben sich unter ihresgleichen zurückgezogen. Auf EIKE und ScSk schreiben nur noch die selben wenigen Leute, die sich noch nicht mal in neutrales oder gar feindliches Terrain trauen. Ehrlich gesagt, wenn diese “Skeptiker” sich so sehr zurückziehen, soll es mir auch recht sein. 😉

  24. #24 noch'n Flo
    Schoggiland
    20. Juli 2017

    @ shader:

    Ehrlich gesagt, wenn diese “Skeptiker” sich so sehr zurückziehen, soll es mir auch recht sein.

    +1

    Vor allem diesen ewig herumpöbelnden Krakeeler “kai” werde ich sicherlich nicht vermissen. Jemand, der seinen Mangel an Argumenten zu 100% durch ad hominems kompensiert, ist meine Zeit einfach nicht wert.

    @ Hinkelstein:

    Fangen wir an, jede Stromrechnung der nächsten Jahre muss 10% niedriger sein als die des Vorjahres und mit dem Auto wird auch 10% weniger gefahren.

    Und wie soll ich das machen? Unsere Elektrogeräte sind bereits bis an die Schmerzgrenze verbrauchsoptimiert und mein Auto brauche ich vor allem beruflich, kein Umsteigen auf Öffis möglich. Und ich brauche definitiv einen Allrader, auch da geht nix anderes, der schluckt natürlich auch etwas mehr.

    Solche Parolen wie Deine klingen zwar in der Theor toll, die praktische Umsetzbarkeit ist jedoch ein ganz anderes Problem. Vielmehr sollte noch mehr zu Elektroautos geforscht werden (vor allem über umweltfreundlichere Verfahren der Akku-Herstellung), des weiteren war es ein Riesenfehler, den Atomausstieg zu beschliessen, ohne eine emissionsarme Lösung für das Grundlastproblem zu haben. Und dann müssen noch diese unsäglichen Subventionen für die extremen Stromverbraucher in der Industrie weg.

  25. #25 Nemesis
    20. Juli 2017

    @noch’n Floh, #24

    “… des weiteren war es ein Riesenfehler, den Atomausstieg zu beschliessen, ohne eine emissionsarme Lösung für das Grundlastproblem zu haben…”

    Tja, wenn die Erneuerbaren nichtmal die Grundlast decken können, dann haben wir ein Riesenproblem. Im Übrigen:

    Du wärst gerne noch länger in der Atomkraft geblieben und hättest damit das Risiko eines weiteren Fukushima in Kauf genommen? Die Kosten für die “”End”-Lagerung (bisher ein einziges Desaster, es gibt nämlich keine “End”-Lagerung) sind jetzt schon unüberschaubar, aber immerhin ist die Atomindustrie fein raus, den Löwenanteil für die nächsten paar Hunderttausend Jahre zahlt der Steuerzahler :-) Aber immerhin, ich bin mir sicher, die Atomindustrie ist ganz Deiner Meinung.

    “Und dann müssen noch diese unsäglichen Subventionen für die extremen Stromverbraucher in der Industrie weg.”

    Hier sind wir uns 100% einig. Allerdings: Darauf können wir lange warten :-)

    Ach ja, ich wünsche allen SUV Fahrern weiterhin ungebremstes Fahrvergnügen! Klotzen, nicht kleckern!

  26. #26 Hinkelstein
    20. Juli 2017

    @noch’n Flo

    “Solche Parolen wie Deine”

    Es war keine Parole, eher, das gebe ich zu, Sarkasmus. Keiner will sich einschränken, aber viele davon sprechen wie schlimm das doch alles ist, da muss man doch etwas tun. Nur wer “man” sein soll, weiß keiner. Ich will und werde niemandem sein Verhalten vorschreiben.
    Ich wage mal eine Prognose: Es läuft weiter wie bisher. Die Weiterentwicklung der Technik wird uns helfen weniger Treibhausgase zu emitieren. Aber weder revolutionär noch schnell, in kleinen Schritten halt. Das Pariser Abkommen wird verfehlt, sowohl 2020 und 2030. Die Erde wird dann halt wärmer sein. Es ist schlicht dumm Ziele zu einem Termin zu vereinbaren wenn nicht klar ist wie das erreicht werden kann. Darunter zähle ich jetzt mal das in großem Stil vereinbarte entfernen von co2 aus der Luft. Wenn man das 2050’er Ziel zugrundelegt, haben wir übrigens schon im April das co2-Budget für das ganze Jahr aufgebraucht.

  27. #27 Nemesis
    20. Juli 2017

    @Hinkelstein, #26

    “Keiner will sich einschränken, aber viele davon sprechen wie schlimm das doch alles ist, da muss man doch etwas tun.”

    Das stimmt so nicht ganz. Ich kenne einige Leute, die sich ganz gehörig einschränken, inklusive meiner Wenigkeit. Ausserdem gibts diese wachsende Minimalismus Bewegung, sehr coole Sache, diese Leute haben begriffen, dass Konsum und Knete allein nicht glücklich machen und auf Dauer im bisherigen Umfang nicht nachhaltig sind. Allerdings werden sie (naturgemäss) mächtig mit dem ewigen Kommunismus/Sozialismus Vorwurf attackiert, aber das sollte sie wenig kratzen 😀

    “Ich wage mal eine Prognose: Es läuft weiter wie bisher. Die Weiterentwicklung der Technik wird uns helfen weniger Treibhausgase zu emitieren. Aber weder revolutionär noch schnell, in kleinen Schritten halt. Das Pariser Abkommen wird verfehlt…”

    Ja ja, die geliebte, allmächtige Technik. Wenn wir das Pariser Abkommen WIEDER verfehlen, dann ist definitiv Schluss mit lustig. Die Auswirkungen werden dann so gravierend sein, dass am Ende jeder nur noch an sich selbst denken wird, schon jetzt sind Bescheidenheit und Solidarität sehr knappe Ressourcen. Gehen wir jedoch über die 2°C Grenze hinaus und der Überlebenskampf verschärft sich, dann werden die Leute und Staaten nur umso egoistischer werden. Wusstest Du übrigens, dass man die globale Erwärmung (wissenschaftlich gut begründet) ursprünglich auf max. 1°C beschränken wollte? Dieses Ziel wurde jedoch aufgrund politischer Gründe im Verauf weiterer Klimakonferenzen fallengelassen^^ Tja, nun werden wir also in naher Zukunft auch die 2°C knicken können, wie Du ja selbst festgestellt hast. Und so geht das weiter und weiter und weiter… 😎

  28. #28 Hinkelstein
    20. Juli 2017

    @Nemesis

    Wenn du das so machst, dann akzeptiere ich von dir auch den erhobenen Zeigefinger und Belehrungen. Aber du bist, erlaube mir das, eine Minderheit. Bei den meisten zählt nur der Lifestyle-Klimaschutz. Es ist schick zur Klimareligion zu gehören. Mach dir mal den Spaß und Frage mal an Informationsständen in Fußgängerzonen von den Grünen, Greenpeace oder BUND usw. welches Verkehrsmittel sie benutzt haben und an den Stand zu kommen. Winfried Kretschmann aber wusste ja schon: “Wenn du eine Tonne Sand für die Enkel mit einem Hänger holen musch, brauchsch oifach an rächts Audo.”

  29. #29 noch'n Flo
    Schoggiland
    21. Juli 2017

    @ Nemesis:

    Man hätte die Atomkraft schon seit vielen Jahren weiterentwickeln müssen. In China sind jetzt die ersten Leichtwasserreaktoren in Planung, deren Brennelemente nur noch 100-200 Jahre strahlen. Da brauchst Du kein Endlager tief unter der Erde mehr. Aber ich sehe schon: die Parolen der Ökos sind auch bei Dir tief ins Gehirn eingebrannt.

    Und das Abschalten der Reaktoren in einem Land nutzt hinsichtlich GAU-Prophylaxe herzlich wenig, wenn die Nachbarländer munter neue AKWs bauen. Was, wenn den Tschechen oder Franzosen ein grenznaher Reaktor um die Ohren fliegt?

  30. #30 Nemesis
    21. Juli 2017

    @Gustav, #20

    “Ich hoffe doch es haben alle Florians Beiträge gelesen, damit es auf der Autobahn nächste Woche nicht so voll ist.
    Ich hasse es auf der Autobahn ständig im Stau zu stehen.”

    Also ich kenne keine Staus, ich fahre mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich liebe es, zB in der City mit meinem Radl an den stehenden Autoschlangen lächelnd und entspannt einfach so vorbeizufahren- die gucken dann in ihren ach so PS-starken CO2-Schleudern immer so… neidisch erbost… ich liiiebe das :-)

  31. #31 Nemesis
    21. Juli 2017

    @noch’n Floh, #29

    “Man hätte die Atomkraft schon seit vielen Jahren weiterentwickeln müssen”

    Der Fisch ist in Deutschland gegessen^^ Erfreuen wir uns als Steuerzahler doch einfach in den nächsten paar hunderttausend Jahren an den Folgekosten der Kernergie, die nachfolgenden Generationen der nächsten paar hunderttausend Jahre werden sich sicher über den Atommüll freuen.

    “Und das Abschalten der Reaktoren in einem Land nutzt hinsichtlich GAU-Prophylaxe herzlich wenig, wenn die Nachbarländer munter neue AKWs bauen. Was, wenn den Tschechen oder Franzosen ein grenznaher Reaktor um die Ohren fliegt?”

    Ach so^^ Also wenn das ein Argument dafür sein sollte, dass Deutschland dann doch auch munter weiter AKWs betreiben soll, dann kann ich leider nur sagen:

    EXTREM schwaches Argument.