sb-wettbewerb_kleinDieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser können die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen – Details dazu gibt es hier. Eine Übersicht über alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.
——————————————————————————————————————
Galoppierender Meeresspiegelanstieg?

Von Herbert

Ungewöhnliche Phänomene in meinem Umfeld deuten darauf hin, dass der Meeresspiegel in den letzten Jahren möglicherweise bereits schneller angestiegen ist als in den Jahren zuvor. “Galoppierend“ bedeutet in diesem Zusammenhang einen sich selbst vervielfachenden/ verselbstständigen, evtl. ausser Kontrolle geratenen Prozess.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde hier im Blog eine Serie zum Klimawandel veröffentlicht.

Es geht hier im Blog um Wissenschaft… dennoch möchte ich gerade genau das Gegenteil tun – anekdotische Empirie!
Anekdotisch… weil ich nur meine Beobachtungen weitergeben möchte… warum ich das allerdings alles andere als anekdotisch finde, möchte ich euch selbst überlassen…

Ich lebe auf einer Insel mitten im Atlantik – und das bereits seit 15 Jahren… kenne die Insel allerdings bereits seit 1992 – also seit 25 Jahren. Es ist eine der Kanaren.
Man verbringt viel Zeit im und am Wasser – und mich interessiert natürlich auch und gerade der Anstieg des Meeresspiegels. Auf unserer Insel wohnt niemand so nah am Wasser, dass ein paar Meter mehr oder weniger irgendetwas ausmachen würden – aber für den Wassersport und unser tolles Ökosystem ist das natürlich weder unwichtig noch uninteressant.

Die Welt der Kanaren von oben... (eigenes Foto)

Die Welt der Kanaren von oben… (eigenes Foto)

In der Serie von Florian ist auch der Wikipediaartikel verlinkt, wonach der Meeresspiegel etwa alle 3 Jahre um einen Zentimeter ansteigt – 3,3 Millimeter pro Jahr. Allerdings sind die letzten Messungen schon ein paar Jahre her – offenbar hat man den Anstieg ab 2009 nicht mehr per Satellit verfolgt oder zumindest keine Daten veröffentlicht:

[Zitat] Seit den 1990er Jahren beschleunigte sich der Anstieg deutlich. Zwischen 1993 und 2007 konnte mit Hilfe von Satelliten ein durchschnittlicher jährlicher Anstieg um 2,9 ± 0,4 mm festgestellt werden. Nach Angaben der australischen CSIRO betrug der Anstieg von 1992 bis einschließlich 2009 durchschnittlich 3,3mm pro Jahr, etwa 50% mehr als noch im gesamten 20.Jahrhundert gemessen wurden. (Wiki)

Wir haben eine unbefestigte Strasse im Norden der Insel (sog. North-Shore), die die West- mit der Ostküste verbindet, dem Küstenverlauf folgt und häufig sehr dicht am Wasser entlang verläuft.
Oder eben mittlerweile durchs Wasser!

Die Northshore bietet hervorragende Bedingungen zum Surfen, Windsurfen, Kiten, Angeln, Schnorcheln etc. Wie lange noch? (eigenes Foto)

Die Northshore bietet hervorragende Bedingungen zum Surfen, Windsurfen, Kiten, Angeln, Schnorcheln etc. Wie lange noch? (eigenes Foto)

Es gab, solange ich mich erinnern kann, schon immer eine, danach zwei Stellen, an denen der Atlantik gelegentlich die Strasse berührte. Dazu bedarf es allerdings besonderer Bedingungen: einen besonders grossen Tidenhub (tiderange) und eine besonders grosse Dünung (swell).

Der Tidenhub bezeichnet die Differenz zwischen dem Punkt des niedrigsten Wasserstandes und dem des höchsten. Florian hat das Prinzip der Gezeiten einmal detailliert beschrieben.

Letztlich kann man sagen, dass der Mond etwa 2/3tel der Gezeiten (tides) hervorruft und die Sonne das ihrige 1/3tel dazu beiträgt. Weder der Mond ist immer gleich weit von der Erde entfernt (363.000 – 405.000 km) – noch sind Erde und Mond immer gleich weit von der Sonne entfernt
(147 Mio. – 152 Mio. km). Und je nach Stellung des Mondes zur Sonne, also abhängig von der Mondphase (Vollmond, abnehmender Halbmond, Neumond, zunehmender Halbmond – full moon, waning gibbous, new moon, waxing gibbous – gelegentlich werden die Halbmonde auch als first und third/ last quarter bezeichnet) variiert auch der Tidenhub – auf den Kanaren etwa zwischen 0,6 Metern im Minimum und 2,8 Metern beim Maximum.

Eine kleine Kugel mitten im unendlichen All... (eigenes Foto)

Eine kleine Kugel mitten im unendlichen All… (eigenes Foto)

Im monatlichen Rhythmus gibt es also immer wieder wöchentlich sehr flache Verlaufskurven und ausgeprägte Verlaufskurven – der Wasserstand bewegt sich zu den Vollmond- und Neumondphasen besonders stark und zu den jeweiligen Halbmondphasen besonders wenig. Dazu kommt dann noch der jahreszeitliche Einfluss – im Frühjahr und im Herbst sind Erde-Mond besonders nah an der Sonne, was ihren Einfluss auf die Gezeiten und den Tidenhub steigert und die Gezeiten entsprechend kräftiger ausfallen lässt.

Funfact: Wer sich schon immer gewundert hat, wo denn die Spring-Flut hin springt: Das ist der englische Begriff für den Frühling (spring). Und zum Vollmond im Frühling war bzw. ist die Tide mit dem höchsten Wasserstand zum Vollmond, also hat man dafür einen eigenen Begriff kreiert. Mittlerweile bezeichnet die Springtide allerdings nicht mehr das Jahresmaximum sondern das Monatsmaximum – der entsprechende Gegenpart heisst Nipptide (neap-tide) und das Jahresmaximum trägt mittlerweile den Begriff “king-tide”.

Ob und dass unsere Strasse unter Wasser steht hat also wesentlich mit der Mondphase und der Jahreszeit zu tun – und den Schwankungen der Entfernung von Mond und Sonne zur Erde.

Der zweite Faktor sind die Wellen – die allerdings tatsächlich den unwesentlicheren Einfluss auf die Überspülungen haben.
Richtig ist, dass selbst bei einem extremen Tidenhub kleine Wellen die Strasse nicht unter Wasser setzen – und genauso wenig setzten Riesenwellen die Strasse bei einem kleinen Tidenhub unter Wasser – dazu bedarf es beides: extremer Hochstand und extrem hohe Wellen. Gelegentlich kommen bei uns Wellen mit einer Höhe von vorne mit bis zu 15 Metern an – als Massstab.

 Das ist mein bester Surfbuddy. Ich fürchte, er wird nicht einfach eines Tages friedlich in seinem Bett einschlafen... (eigenes Foto)

Das ist mein bester Surfbuddy. Ich fürchte, er wird nicht einfach eines Tages friedlich in seinem Bett einschlafen… (eigenes Foto)

Sind die Wellen allerdings so gross, brechen sie schon sehr weit vor der Küste, so dass ihr Einfluss auf den Wasserstand an der Küstenline, also am Strand, nur mittelbar ist.
Auch der sogenannte Brandungsstau kommt hier nicht mehr wirklich zum Tragen. Der Brandungsstau bezeichnet das Aufstauen des Wassers während eine Gruppe von Wellen (sets) an der Küste bricht (surf) und das Wasser, das den Strand hinauf gespült wird, so lange am Ablaufen hindert, bis das einbrandende Wasser an Kraft verliert und das aufgelaufene Wasser wieder ablaufen kann.

Funfact: Dass und warum sich Wellen zu Gruppen zusammen schliessen… können – führt hier zu weit. Aber – und das muss man etwas sacken lassen – es ist eine etwas verstörende Tatsache, dass die Wellengruppe schneller über den Ozean reist als die in ihr enthaltene einzelne Welle!

Was hat das Ganze nun mit dem Klimawandel zu tun?

Innerhalb der letzten 3-4 Jahre sind aus den zwei Überflutungs-Stellen fünf (5) geworden! Und die Stellen, die bereits existierten, werden immer weiter und massiver überspült als noch vor 5 Jahren.

Bis 2009 wurde der durchschnittliche jährliche Meeresspiegelanstieg mit 3,3 Millimetern pro Jahr angegeben.

Nun kann man ganz viele Faktoren ins Spiel bringen, die diesen Effekt hervorrufen können – mehrere davon habe ich ja explizit erwähnt.

Vielleicht versinkt unsere Insel. Vielleicht nutzt sich die – unbefestigte – Strasse immer mehr ab. Vielleicht waren einfach nur zufällig besondere Tiden und besonders grosse Wellen mit besonders zufälligem Brandungsstau in besonders zufälliger Kombination die Ursache. Wind kann den Wasserstand entscheidend beeinflussen (z.B. in Hamburg bringt ein Sturm bei auflandigem Wind bis zu 1 Meter höheren Wasserstand mit sich!)
Vielleicht reichen ja auch die 2 cm mehr (2009-2016), um die drei neuen Überflutungsstellen zu erklären.

Oder aber der Meeresspiegel ist innerhalb der letzten 3-5 Jahre deutlich mehr angestiegen als die zuletzt dokumentierten 3,3 Millimeter.

Letztlich sind die beiden “Originalstellen” mittlerweile – wenn sie denn überflutet werden – massiv stärker unter Wasser – und wenn die Strasse überflutet wurde, dann mittlerweile immer an allen fünf Stellen.

Auf den Kanaren bewirken ein paar Meter Meeresspiegelanstieg nicht besonders viel für den Menschen – aber die Politik sollte sich langsam Gedanken machen, was mit Bangladesch (163 Mio. Einwohner), den Malediven (350.000 Einwohner), Dutzenden anderen Atollen (Kiribati 110.000 Einwohner) in naher Zukunft – und schliesslich ganz vielen an der Küste gelegenen Millionenstädten (u.a. New York – 8 Mio. Einwohner) in den kommenden Jahren passieren wird und ihren Einwohnern … die dann irgendwohin müssen!

Nichts, was man auf die lange Bank schieben sollte. Es wird langsam eng.

Und vielleicht bereits enger als man glaubt!

Wie sagt Holger Klein immer so schön: wir brauchen mehr Wissenschaft!!
Und die schnell.

Kommentare (58)

  1. #1 Smamap
    27. September 2017

    “Die Politik sollte sich LANGSAM Gedanken machen”?
    Na ja, angesichts der Tatsache, dass Maßnahmen eine Wirk-Vorlaufzeit von 20 und mehr Jahren brauchen, scheint es zu spät. Um nicht zu sagen, sie ist merklich dabei, zu versagen.

  2. #2 Christoph
    27. September 2017

    Danke, ein schöner Artikel, wenn auch mit weniger schönem Hintergrund.

    Die Frage, warum keine aktuelleren Satellitendaten verfügbar sind, sollte auch mal (in einem anderen Artikel) behandelt werden. Die Vermutung, dass es noch schlimmer sein könnte als die Satellitenmessungen zeigen, wird durch diesen Artikel untermauert: https://www.scientificamerican.com/article/satellite-snafu-masked-true-sea-level-rise-for-decades/ Demnach gab es einen Kalibrierungsfehler bei früheren Messungen. Ich hätte auch gerne mal eine Übersicht, welche Forschungsprojekte es in diesem Bereich überhaupt gab/gibt, ob diese ausreichend sind, und wie weit durch Trumpsche Politik, in der die Finanzierung von Erderkundungs- und Klimaforschungsprogramme nicht mehr fortgeführt wird, schon Wissenslücken entstanden sind.

  3. #3 Dampier
    27. September 2017

    Danke, jetzt hab ich wieder Fernweh 😛

    Der Artikel gefällt mir. Ist naturlich schwer zu sagen, ob das jetzt alles direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Immerhin sind die Kanaren ja seismisch/vulkanisch sehr aktiv, evtl. könnte sich auch Land absenken? Oder die Gezeitenströme ändern sich lokal aufgrund von Unterwasservulkanen etc.
    Wäre sicher interessant zu versuchen, da mehr in Erfahrung zu bringen. Ist das auf der Insel denn Thema?

  4. #4 Mars
    27. September 2017

    ja, gefällt mir der artikel,
    auch empirische beobachtung ist ein guter ansatz zum sammeln von wissen, denn er kann die theoretischen ansätze widerspiegeln oder widerlegen – beides wichtig.

    dass die messungen fehlen, kann ich mir gar nicht so richtig vorstellen, denn wir (die menschen) haben in den letzten jahren von grossen ‘Tandem’-satelliten-systemen bis hin zu vielen kleinstgeräten (weltraumtoaster) tolle messgeräte zur verfügung.
    … und es werden nicht weniger, aber weltrauschrott ist da wohl ein anderes -auch beachtenswertes – thema!

  5. #5 Dampier
    27. September 2017

    Ach ja, Buchtipp:
    Flut – Das wilde Leben der Gezeiten
    von Hugh Aldersey-Williams

    Hat Florian hier schonmal vorgestellt. Ein sehr schönes Buch!

  6. #6 schlappohr
    27. September 2017

    Man muss natürlich berücksichtigen, dass gerade die Küstenregionen in gewisser Weise hochdynamisch sind und einem ständigen Wandel unterliegen. Der Teil der Nordsee, den ich seit meiner Kindheit regelmäßig besuche, versandet zunehmend trotz steigenden Meeresspiegels. Selbst bei Hochwasser muss man heute _viel_ weiter laufen, um ans Wasser zu kommen, als vor 30 Jahren. Die Küstenregionen werden von sehr vielen verschiedenen geologischen und klimatischen Einflüssen geformt, und eine überschwemmte Straße kann neben dem allgemein steigenden Wasserspiegel viele andere Ursachen haben.
    Am Klimawandel besteht natürlich dennoch kein Zweifel und Deine Fazit ist richtig: Es wird höchste Zeit. Aber gerade nach der letzten Wahl fürchte ich, dass Deutschland da kein leuchtendes Beispiel sein wird.

  7. #7 UMa
    27. September 2017

    Hallo Herbert, eigene Beobachtungen, schön.

    Das mit den keine Beobachtungen seit 2009 liegt wohl daran, dass der Wikipediaartikel damals geschrieben wurde und nicht mehr aktuell ist.

    Hier gibt es neuere Satellitenbeobachtungen bis 2016 bzw. 2017.
    http://sealevel.colorado.edu/
    https://www.aviso.altimetry.fr/en/data/products/ocean-indicators-products/mean-sea-level.html
    http://www.cmar.csiro.au/sealevel/sl_hist_last_decades.html
    https://podaac-ftp.jpl.nasa.gov/dataset/MERGED_TP_J1_OSTM_OST_GMSL_ASCII_V4
    https://www.star.nesdis.noaa.gov/sod/lsa/SeaLevelRise/
    Auf der letzten Seite gibt es ein Bild, das den totalen Meeresspiegelanstieg von 1993 bis 2014 in cm zeigt. Im Mittel sind es 6 bis 7 cm, doch es gibt starke regionale Unterschiede durch sich verändernde Meeresströmungen u.ä. An manchen Stellen ist der Anstieg über 20 cm aber an einigen ist der Meeresspiegel über die 21 Jahre sogar gefallen.

  8. #8 Herbert
    27. September 2017

    @Smamap: Man fragt sich, ob die Politik sich überhaupt Gedanken macht…

    @Christoph: Interessanter Artikel hinter dem Link. Danke!

    @Dampier: Die Insel ist bereits vor 20 Millionen Jahren entstanden und nicht mehr seismisch aktiv – im Gegensatz etwa zur westlichsten und jüngsten Insel El Hierro.
    Hier auf der Insel ist der Meeresanstieg überhaupt kein öffentliches Thema – dafür wohnen zu wenig (wichtige) Leute so dicht am Wasser, dass ein Anstieg innerhalb der nächsten 100 Jahre irgendetwas oder irgendwen bedrohen könnte.
    Und ja – alles Mögliche kann der Grund für die Überflutungen der Strasse sein.
    Aber wenn man das “Rasiermesser” ansetzt… kann auch einfach der Meeresspiegel angestiegen sein… schneller als gedacht.

  9. #9 Herbert
    27. September 2017

    @schlappohr: Kann alles Mögliche sein… ich weiss es eben nicht – mittlerweile interessiert es mich aber. Ich wüsste nur leider nicht, wen man da am schlausten nach befragen könnte…

  10. #10 RPGNo1
    27. September 2017

    @Dampier
    Aus der Artikelbeschreibung entnehme ich, dass es sich bei der Insel um Fuerteventura (die älteste Insel der Kanaren) handelt. Laut Wiki sind die vullkanischen Aktivitäten vor 4000 – 5000 Jahren erloschen (https://de.wikipedia.org/wiki/Fuerteventura).
    Daher neige ich doch eher der (durchaus anekdotischen) Erklärung von Herbert zu, nämlich der Klimawandel einen großen Anteil an den Überflutungen trägt.

  11. #11 Dampier
    27. September 2017

    @RPGNo1 Ich hätte auf Lanzarote getippt :]
    Weiß nicht, wie es da aktuell aussieht, vulkanisch, aber zB vor Hierro ist ja vor nicht allzu langer Zeit ein Unterwasservulkan entstanden. Aktivitäten gibts da schon noch.
    Selbst Bauten wie Molen oder neue Häfen können die Gezeitenströme lokal ändern. Aber ist ja alles Spekulation …

  12. #12 Herbert
    27. September 2017

    Ist Fuerteventura. Meine Antwort zu #1,2,3 hängt leider in der Mod…

  13. #13 Herbert
    27. September 2017

    @Smamap: Man fragt sich, ob die Politik sich überhaupt Gedanken macht…

  14. #14 Herbert
    27. September 2017

    @Christoph: Interessanter Artikel hinter dem Link. Also gibt es evtl. tatsächlich den “gallopierenden Anstieg”..? Danke!

  15. #15 Herbert
    27. September 2017

    @Dampier: Die Insel ist bereits vor 20 Millionen Jahren entstanden und nicht mehr seismisch aktiv – im Gegensatz etwa zur westlichsten und jüngsten Insel El Hierro.
    Hier auf der Insel ist der Meeresanstieg überhaupt kein öffentliches Thema – dafür wohnen zu wenig (wichtige) Leute so dicht am Wasser, dass ein Anstieg innerhalb der nächsten 100 Jahre irgendetwas oder irgendwen bedrohen könnte.
    Und ja – alles Mögliche kann der Grund für die Überflutungen der Strasse sein.
    Aber wenn man das “Rasiermesser” ansetzt… kann auch einfach der Meeresspiegel angestiegen sein… schneller als gedacht.

  16. #16 RPGNo1
    27. September 2017

    @Dampier
    Ausschlussverfahren! 🙂
    Auf Lanzarote war ich schon zweimal und habe die Insel auch befahren. Daher weiß ich, dass es dort keine North-Shore an der Küste gibt.

  17. #17 Cornelia S. Gliem
    27. September 2017

    Guter Artikel. Und gerade “anekdotische Empirie” kann gerade beginn guter Wissenschaft sein.

  18. #18 Cornelia S. Gliem
    27. September 2017

    Ah – mir fällt gerade auf: der schöne Titel von wegen Galopp hätte doch doof schön zu einem Wortspiel a la “Wellenreiten” gepasst 🙂

  19. #19 tomtoo
    27. September 2017

    Schöner Arrikel. Daten gibts da wohl schon.
    Aber das ganze richtig Interpretieren ?
    http://www.psmsl.org/data/obtaining/stations/2048.php

  20. #20 richard
    27. September 2017

    @Cornelia S. Gliem, #13:
    dem stimme ich zu.
    Insgesamt ein schöner Artikel, angenehm zu lesen, selbst für einen Binneneuropäer wie mich. Zudem eine gute Ergänzung zu Florians Blogserie über Klimaveränderung.

  21. #21 richard
    27. September 2017

    @Cornelia, sorry nicht#13;
    “Guter Artikel. Und gerade “anekdotische Empirie” kann gerade beginn guter Wissenschaft sein” – dem stimme ich zu;

  22. #22 libertador
    27. September 2017

    @tomtoo
    Die Daten sind echt schwer zu interpretieren, da die Datenreihe für einen einzelnen Ort kurz ist.

    Den Artikel kann man vielleicht eher dazu nehmen, um sich klar zu machen, was der Anstieg bedeutet. Wenn der Meeresspiegel ansteigt, steigen auch die Maximalwerte. Daran muss alle mögliche Infrastruktur angepasst werden: Straßen, Deiche, Wasserspeicher, …
    Die Anpassbarkeit hängt dabei von lokalen Gegebenheiten ab und kann teilweise auch begrenzt sein. Außerdem kann es immer wieder passieren, dass die Erfordernis der Anpassung erst zu spät klar/eingesehen wird, wenn ebend das Wasser zu hoch steht.

  23. #23 Tina_HH
    27. September 2017

    Schöner Artikel, der auch bei mir sofort Fernweh auslöst (Meine Lieblingsinsel ist die nördlich gleich nebenan gelegene). Diese Fotos… und das, wo hier schon bald wieder der Winter kommt… Ich glaube, ich bin urlaubsreif.

  24. #24 Dampier
    27. September 2017

    @Herbert, @RPG
    Ich hoffe, es ist klar geworden, dass ich nicht den Klimawandel relativieren, sondern nur etwas spekulieren wollte ;] Geht man nach dem alten Ockham, sind lokale Ursachen wohl tatsächlich weniger wahrscheinlich.

    @Herbert

    Die Insel ist bereits vor 20 Millionen Jahren entstanden und nicht mehr seismisch aktiv – im Gegensatz etwa zur westlichsten und jüngsten Insel El Hierro.

    Tatsächlich, ein Hotspot-Archipel. Wieder was gelernt.

    Hier auf der Insel ist der Meeresanstieg überhaupt kein öffentliches Thema

    Hm … vor Ort würde ich es vielleicht zuerst mal bei einer Uni probieren. Die Universidad de Las Palmas de Gran Canaria hat zB. auch einen Studiengang “Ciencias del Mar”.

  25. #25 Herbert
    27. September 2017

    @UMa: Vielen Dank für die tollen Links! Es scheinen sich (fast) alle einig, dass der Meeresspiegel konstant weiterhin seine 3,3mm/ Jahr steigt.
    Allerdings kann ich nur den Link von Christoph aus #2 empfehlen! Die “Scientific American” sieht das ganz anders (vom 19.07.2017): [Zitat] Revised tallies confirm that the rate of sea level rise is accelerating…
    Also etwa: “Überarbeitete Auswertungen bestätigen, dass sich der Meeresspiegelanstieg beschleunigt.”

    Und noch weitere Links – wo die Überschrift schon alles sagt:
    https://www.scientificamerican.com/article/new-data-reveal-stunning-acceleration-of-sea-level-rise/
    https://www.scientificamerican.com/article/sea-levels-will-rise-faster-than-ever/

    Also doch schon “gallopierend”?

  26. #26 Herbert
    27. September 2017

    @tomtoo: Auch dir einen Dank für den Link. Was es nicht alles gibt… Aber ich schaffe es leider nicht, in die Daten Sinn zu bringen…
    Vielleicht fahre ich einfach mal zur Hafenmeisterei und frage mich da mal durch!

  27. #27 Herbert
    27. September 2017

    @Dampier:

    Tatsächlich, ein Hotspot-Archipel. Wieder was gelernt.

    Yep – man nennt die Kanaren nicht umhin “Hawaii Europas” 😉
    Komm in 4 mio. Jahren wieder her … dann findest du hinter El Hierro/ La Palma noch eine weitere Insel 😉 Und dann noch eine und noch eine und…

    Dass du den Klimawandel nicht relativieren wolltest war mir klar. Ich habe ja im Artikel auch Alternativen zum Meeresspiegelanstieg gegeben…

    Und bevor ich nach “Gran Can” fliege … frage ich mal in Puerto den Hafenmeister nach seiner Meinung 😉

  28. #28 Herbert
    27. September 2017

    @Tina_HH #23: Achso? Ja … Lobos mag ich auch sehr gerne 😀

  29. #29 Herbert
    27. September 2017

    (zur Nicht-Wirklich-Erklärung) ACE ist für FUE sowas wie Bergheim für den Kölner 🙂

  30. #30 tomtoo
    27. September 2017

    Ich glaube man bräuchte da auch Daten bzgl. der Insel selbst. Evtl. senken sich ja Teile ab. War der Untergrund früher aktiver , und kühlt ab , könnte es ja auch sozusagen umgekehrte Vulkanische Aktivität sein ? Stop surfing , start science ! ; )

  31. #31 Tina_HH
    27. September 2017

    @Herbert

    Ich meinte natürlich die größere und bekanntere Insel mehr nordöstlich 😉 .

  32. #32 Herbert
    27. September 2017

    @Tina_HH: Ja, klar… habe wieder den Folgekommentar in der Mod… 😉 (der lautete… ACE ist für FUE sowas wie Bergheim für den Kölner 🙂 )

  33. #33 UMa
    27. September 2017

    Ich habe noch zwei weitere Links:
    Im ersten werden vertikale Landbewegungen untersucht.
    https://www.researchgate.net/publication/283348451_A_first_Assessment_of_the_Vertical_Land_Movements_of_the_Canary_Islands_from_continuous_GPS
    Im zweiten werden u.a. Satellitenmessungen des freien Meeresspiegels mit Messungen von Pegeln an der Küste verglichen. Die lokalen Werte liegen bei 3 bis 4 mm/yr für den absoluten Anstieg des Meeresspiegels durch Satellitenmessungen, bzw. bei 6 bis 7 mm/yr bei den Pegeln der Küsten. Dabei scheint die gemessene Landabsenkung allein nicht groß genug zu sein den Unterschied zu erklären
    http://unesdoc.unesco.org/images/0025/002589/258930e.pdf

  34. #34 Herbert
    27. September 2017

    @tomtoo #30:

    Stop surfing , start science !

    Mit Verlaub: Hast du sie noch alle?! 🙂
    Naja … vielleicht geht ja beides, zur Not…

    Wie bereits beschrieben in #8,10,15 … Fuerte ist zu alt für den Sch… Nein, keine irgendwelche Aktivität, keine Abnutzung, Senkung oä. bekannt…

    Aber! Weiss mans?
    Doch die Links in #2 und #25 sprechen Bände!
    (komischer Ausdruck…)

  35. #35 Herbert
    27. September 2017

    @UMa #33: Oha … wo findest du diese …”merkwürdigen” Seiten im Netz … und kannst du die vielleicht mal interpretieren? Ich stehe auf dem Schlauch angesichts solcher Graphiken… Versinken wir nun – oder nicht??

    Aber: tolle research!!

  36. #36 Roland B.
    27. September 2017

    Daß man an der Nordseeküste heute weiter zum Meer laufen muß als früher, kann damit zusammenhängen, daß sich Norddeutschland (genau wie Skandinavien) noch immer vom Gewicht der eiszeitlichen Gletscher “erholt” und hebt.

    Der Einfluß des Windes auf den Wasserstand, vor natürlich allem bei engen Wasserflächen, wird meistens total unterschätzt. In der Ostsee entstehen Änderungen des Meerespiegels (und damit verbunden Strömungen) beinahe ausschließlich durch Wind, kaum durch die Gezeiten. Vor allem bei West- oder Ostwind: entweder wird Wasser ins Kattegat gedrückt und dann nach Süden zwischen die dänischen Inseln, oder aus der südöstlichen Ostsee nach Westen und dann Norden.

  37. #37 Stephan
    27. September 2017

    #33
    ja, es “hängt damit zusammen” ))

  38. #38 Stephan
    27. September 2017

    Weiß jemand, ob und wieviel die Mächtigkeit des antarktischen Meereises abnimmt ? Ob es also großflächig von unten taut ?

  39. #39 Mars
    27. September 2017

    der einfluss der aufsteigenden erdmasse ist vermutlich nicht zu unterschätzen
    denn da, wo der eispanzer abschmilzt, gibts erst mal mehr ‘meer’wasser, wenn dann aber die plattenhebung dazukommt, verdrängt sie i.d.r. das dortige wasser zusätzlich, was an anderer stelle dann erst recht steigt.
    ob und wie schnell das durch die gesamte erdmasse ausgeglichen wird ????
    es ist eben kein einfaches system wie in der badewanne – wasser oben rein, stopfen auf, unten wieder raus
    kommt die erderwärmung noch stärker, nimmt die gesamte atmosphäre ebenfalls wieder wasser auf, was dann erst mal in DIESEM system hängen bleibt und dann aber sowas von galoppiert – die Venus lässt grüssen
    ich auch.

  40. #40 Herbert
    27. September 2017

    ach mennö … habe nachwievor zwei Kommentare in der Mod… (#32/#34) @Tina/tomtoo
    so gesehen… @Stephan (bei mir #37) – wen genau meinst du?

    Letztlich glaube ich nicht … dass die Kanaren noch aufsteigen…. wie der Rest Europas. Würde ja auch dem Beitrag und der Beobachtung widersprechen…

  41. #41 Stephan
    27. September 2017

    #36 Mars
    Der max. Wassergehalt der Atmosphäre hängt ausschließlich von ihrer Temperatur ab 1° wärmer -> ca. 1% höhere absolute Leuftfeuchtigkeit.
    “der einfluss der aufsteigenden erdmasse ist vermutlich nicht zu unterschätzen”—> nur lokal, wo das Land ansteigt, z.B. Nordseeküste, global natürlich nicht. 3000 m abtauendes Eis (= 2700m höherer Wasserspiegel auf gleicher fläche) verursachen kein um 3000 m ansteigendes Land, die Größenordnungen liegen im Dekameterbereich.

    #37 Herbert: verstehe nicht, was Du meinst ((

  42. #42 Herbert
    27. September 2017

    @Stephan … ja, eben … bei mir hängen einige Threats in der Mod… du beziehst dich (bei mir in #37 auf #33) … und in #41 auf #40 – zumindest wie es mir angezeigt wird …. also – auf welchen Beitrag bezog sich dein:

    #33 ja, es “hängt damit zusammen” ))

  43. #43 Stephan
    27. September 2017

    #39
    mein
    “#33 ja, es “hängt damit zusammen” ))”

    bezog sich auf #33 und dort diesen Satz:

    “Daß man an der Nordseeküste heute weiter zum Meer laufen muß als früher, kann damit zusammenhängen, daß sich Norddeutschland (genau wie Skandinavien) noch immer vom Gewicht der eiszeitlichen Gletscher “erholt” und hebt.”

  44. #44 Stephan
    27. September 2017

    PS
    #39 Herbert
    bei mir gibts noch keine #40 und 41… )))

  45. #45 Herbert
    27. September 2017

    @an alle: um den Beitrag soweit abzuschliessen: vielen Dank für die lieben Worte – und vielen Dank für die vielen tollen Links!!! Das hat mich nochmal weitergebracht!
    Vor allem motiviert mich das, evtl. im nächsten Jahr wieder teilzunehmen – wenn Florian wieder einen Wettbewerb ausruft!
    Allein dieser Beitrag hat mich auf mindestens fünf weitere Ideen gebracht … und das ständige schippern über den Atlantik bringt noch viele weitere Ideen!

    Besten Dank für euer Interesse!!

    Herbert

  46. #46 Herbert
    27. September 2017

    @Stephan: schau mal … ich bin dir voraus … ICH bin hiermit bei #46 😀

  47. #47 noch'n Flo
    Schoggiland
    27. September 2017

    @ Herbert:

    Bin schon gespannt auf Deine Insel – wir werden Anfang nächsten Jahres im Rahmen einer Kreuzfahrt das erste Mal dort sein (nachdem wir 2015 beim ersten Versuch wegen eines Sturms nicht anlaufen konnten). Bislang ist ja La Gomera mein Favorit unter den Kanaren, aber wer weiss – vielleicht ändert sich das ja demnächst.

  48. #48 Mars
    27. September 2017

    @Stephan zu#38
    bei einer lufttemperaturerhöhung von ca 5 °C
    wären das – ganz grob gerechnet – ca 5 gr Wasser/m³ Luft
    das hört sich erst mal nicht viel an, wenn man’s aber hochrechnet, werden das etliche cm werden, die dann beim anstieg wieder fehlen (aber sicher mehr, als die ausdehnung des wassers ausmacht) und und und – es bleibt ein so komplexes system ….
    ich weiss wirklich nicht, was da alles wirkt, und nicht wirkt – und das problem werden andere auch sehen.

  49. #49 Herbert
    27. September 2017

    @nnF: Fuerte ist sicher die langweiligste aller Kanaren… aber auch die am wenigsten besiedelte … was für mich den Reiz ausmacht! Viel schöner anzusehen ist dagegen Lanzarote! Aber ich war gerade ein paar Tage dort… für mich zu dicht bewohnt mit zu vielen Idioten 😉

    Kreuzfahrt? Jeden Mittwoch, wenn die Aida in Puerto anlegt … muss ich lachen… dann irren gefühlt Millionen in beige Partner-Cargo-Westen gekleidete Rentner-Pärchen mit Karte im Anschlag durch die Stadt… in der es einfach nichts zu sehen gibt!!

    Das spektakulärste, was die Insel zu bieten hat ist eine Tour über Betancuria – fantastische Landschaften!! Wenn euch sowas angeboten wird – mitmachen!! Ansonsten gibts hier nur Steine… ich finds toll 🙂 Naja – und die Wellen – und dass der nächste Nachbar 4000m^2 weit weg wohnt 🙂

  50. #50 Stephan
    27. September 2017

    #43 Herbert

    @Stephan: schau mal … ich bin dir voraus … ICH bin hiermit bei #46

    bei mir zeigt’s 43 an.

    PS
    Deine Beobachtungen decken sich mit anekdotischer Empirie meinerseits zum Thema Austreiben der heimischen Birken (ca.2…3 Wochen früher als zu meiner Kindheit/Jugend) und Schneehöhe und -dauer (Winter hat sich um ca. 600 m höher geflüchtet) in meinem heimischen Gebirge.

  51. #51 noch'n Flo
    Schoggiland
    28. September 2017

    @ Herbert:

    Das spektakulärste, was die Insel zu bieten hat ist eine Tour über Betancuria – fantastische Landschaften!! Wenn euch sowas angeboten wird – mitmachen!!

    Nur mit einer landschaftlich reizvollen Inselfahrt kannst Du unseren Kids (5 und 7) leider nicht kommen. Wir haben uns deshalb für eine Fahrt zur Insel Los Lobos entschieden – mit Glasbodenboot und Piratenschatzsuche auf der Insel. Und ein wenig Freizeit zum Baden (falls uns das Wasser im Februar nicht zu kalt ist).

    wenn die Aida in Puerto anlegt … muss ich lachen… dann irren gefühlt Millionen in beige Partner-Cargo-Westen gekleidete Rentner-Pärchen mit Karte im Anschlag durch die Stadt

    Naja, Kreuzfahrt ist inzwischen schon längst keine Rentner-Domäne mehr. Für uns ist es auch schon die 4. Schiffsreise, zum zweiten Mal mit TUI Cruises. Ist eine schöne Art, Urlaub zu machen: man sieht viel und kommt herum, das Essen ist gut (leider viel zu gut), die Kinderbetreuung auch, und man muss sich nicht im Vorfeld einen Kopf machen, was für eine Hotelqualität man am Urlaubsort vorfindet. Und gerade für Inseln, wo nicht viel zu sehen ist, ist es eine ideale Möglichkeit, mal einen Eindruck zu bekommen, ohne gleich für 1-2 Wochen hinzufliegen. Das haben wir insbesondere bei unserer ersten Kreuzfahrt 2014 entlang der Kleinen Antillen schätzen gelernt.

  52. #52 Tina_HH
    28. September 2017

    Ich habe bisher acht Monate auf Lanzarote, Teneriffa und Gran Canaria verbracht. Fuerteventura kenne ich nur von einem kürzeren Aufenthalt und nicht so gut.

    Die Kanaren sind einfach so wunderschön (ich bin Fan). Bestes Klima, seidige leichte Luft, der Sternenhimmel, die Strände, das Meer, die Berge und so vieles mehr…
    Wenn es sich irgendwann vielleicht mal einrichten lässt, kann ich mir gut vorstellen, dort auch mal für länger zu leben. Muss mich nur noch für eine Insel entscheiden. Das wird schwierig 😉 .

  53. #53 RPGNo1
    29. September 2017

    @noch’n Flo

    Und ein wenig Freizeit zum Baden (falls uns das Wasser im Februar nicht zu kalt ist).

    Du kannst im Februar mit Wassertemperaturen von ca. 18 °C rechnen. Wenn der Wind eine kalte Strömung reindrückt, wird es ein wenig kälter sein, andererseits im Flachwasser (Kids!) bei Sonneneinstrahlung auch wärmer. Der Golfstrom sorgt aber für stabile Temperaturen.

  54. #54 mar-lo
    remscheid
    29. September 2017

    top!!! bitte MEHR schreiben! 😉

  55. #55 noch'n Flo
    Schoggiland
    29. September 2017

    @ RPGNo1:

    Danke für die Info – mir persönlich machen 18°C zum Baden ja nichts aus, aber ich kann da nicht für den “kleinen Flo” sprechen…

  56. #56 Bastian
    30. September 2017

    Am befürchteten (und dazu am tatsächlich stattfindenden) Meeresspiegelanstieg wird sehr wahrscheinlich absolut nichts gegen zu machen sein.

    1.
    3,3 Milimeter sind zwar mehr, als der durchschnittlich zu erwartende Anstieg, der seit der letzten Eiszeit sowieso stattfindet. Aber dieser Anteil Meeresspiegelanstieg findet auch ohne CO2-Ausstoß statt.
    2.
    Die (metaphysische) Ursache der “Klimaerwärmung”, woraufhin u.a. das Wasser sich physikalisch anders verhält, wird man nicht im Kern verringern oder verhindern können. Denn dafür müsste man eine ganz gewisse Strategie über die ganze Welt und alle Menschen ergehen lassen, und die aber letztlich die Grundlage der modernen Existenz und der Hochkultur zuwiderwirkten, woraufhin dies wohl keine Alternative sei.
    Eine solche Macht hat niemand auf der Welt, um die dazu nötigen Maßnahmen durchzusetzen.

    3.
    Freisetzung von Klimagasen:
    Auch daran wird mindestens in den bevorstehenden 100 Jahren keine nennenswerte Verringerung zu erreichen sein, weil die gesamte globale Zivilisation fundamental auf Feuer beruht.
    Die Zivilisationen sind nur durch den Gebrauch des Feuers zu dem geworden, was sie heute sind. Und es ist auch in den allerkühnsten Utopien nicht möglich, die modernen (oder auch nur diejenigen vormodernen) Zivilisationen auf eine vollkommen andere Grundlage zu stellen und dann auch noch entsprechend “normal” weiterexistieren können.

    4. Trockenlegung von Landmasse:
    Zivilisatorische Bestrebungen, Nasszonen, Sümpfe und Moore trocken zu legen, müssten vollständig ausbleiben und Trockenflächen wieder in Nasszonen rückgeführt werden, damit Wasserverdampfung wieder GROSSFLÄCHIG stattfinden kann.
    Denn ohne Wasserdampf kein Regen und ohne Verdampfung von Wasser und Niederschlag keine Konvektion und damit Wärmetransport innerhalb der Atmosphäre.

    Es muß´das Klimagas Wasserdampf in der Atmosphäre beschleunigt und maximalflächig Zirkulieren, damit dadurch die überflüssige Wärmeenergie von der Oberfläche der Erde in höhere Atmosphärenschichten abtransportiert wird.
    Wie man dieses konkret bewerkstelligen will, ist mir völlig unklar. Aber das Prinzip meiner These ist klar: Konvektion von Wasser innerhalb der Atmosphäre (als Wasserdampf und Niederschlag) ist die einzige mit der Natur im Einklang befindliche und wirksame Methode, um einen Wärmeüberschuß auf der Erdoberfläche abzubauen.

    Um Wasser als Dampf ungehindert in der Atmosphäre zirkulieren lassen zu können, muß diese allerdings viel geringere Aerosolanteile enthalten, die sich als Schichtenbildend erweisen, wodurch die Zirkulation von Wasser(dampf) im erwünschten/nötigem Maße (möglichst hoch in der Atmosphäre stattfindene Kondensation) verhindert wird. Das würde sich bei absolutem Verbot von Feuer und Verbrennungsvorgängen von allein ergeben.
    Oder/und man transportiert mit viel Aufwand Wasser in höhere Atmosphärenschichten, damit das Wasser dann seine Wärmeenergie abgeben kann. Das wäre aber nur der halbe physikalische Prozess und somit nur ein ungenügender Energietransport.

    Ein Nachteil der Wasserdampfstrategie ist, dass, wo mehr (Wärme)Energie in der Atmosphöre enthalten ist, und mehr Wasserdampf, da auch mehr Wetterextreme auftreten werden.
    Da die Wetterextreme eh schon scheinbar gehäuft auftreten, muß angenommen werden, dass in gewissen Zonen der Erde ohnehin schon viel mehr Wasser verdampft.
    Aber das ist leider nur für bestimmte geografische Bereiche der Fall und müsste flächendeckend geschehen, damit es einen hilfreichen Energietransport gibt.

    Eine utopische Idee steckt mir gerade quer im Hirn:
    Man müsste Wasser in Wüsten verdampfen – mit viel Energieaufwand. Das würde der Wüste zuträglich sein (abgesehen vom Salzrückstand) und der Atmosphäre.

    Eine weitere Überlegung sei, dass durch einen höheren Wasserdampfanteil auch mehr Niederschlag und dieser vor allem in den Winterzeiten an den Polen statfinden kann.
    Nur wenn in den Winterzeiten auch genug Niederschlag stattfindet, kann auch der Verlust durch Schmelze den Sommerzeiten über kompensiert werden.

  57. #57 Felix
    im trockenem Niederbayern
    30. September 2017

    Bastian – da hast Du aber einen kapitalen Denkfehler. Die Erwärmung führt ja zu mehr Verdunstung und deshalb höheren Wasserumsatz.
    Das gibt mehr Regen wo es eh schon regnet aber trotzdem nicht mehr wo durch absinkende Luft eben keine Wolken entstehen.
    Außerdem verdunstet das meiste Wasser über den Ozeanen und die Meerfläche ist ja vier mal größer als die Landfläche. Außerdem ist das Wasser selber treibhauswirksam so daß die Aufheizung verstärkt wird. Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, daß die Menschheit immer fossile Brennstoffe verfeuern muß´. (Irgendwann gehen die auch aus…)
    Gruß Felix

  58. #58 Bastian
    2. Oktober 2017

    @ Felix

    Das ist die übliche Meinung, die man so hört.
    Und trotzdem bleibt das Wasser der wesendliche Faktor in der Atmosphäre. Weil es sich in der Atmosphäre in einem schnellen Kreislauf befindet,was bei anderen Klimagasen nicht der Fall ist.
    Der Kreislauf ist aber nur dann effektiv, wenn der Wasserdampf eine möglichst große Höhe in der Atmosphäre erreicht, bevor er kondensiert. Sonst kommt es zu einem vermindertem Energietransport und zu Energieumsatz auf zu kleinerm Volumen.

    Man muß den Konvektionseffekt beschleunigen und effektiver machen – aber die Folgen kontrollieren können (Sturmentstehung und so. Wohlverstandenes Geoengeneering also).

    Alles redet oft über die Reflektionsleistung von bestimmten Wolken (oder irgendeine Chemikalie), weil damit Sonneneinstrahlung blockiert wird. Oder weiße Dächer.
    Doch das Problem ist, das reflektierte oder abgestahlte Energie nur dann effektiv weg ist, wenn Abstrahlung hoch oben in der Atmosphäre stattfindet.

    Und Geoengeneering mit Chemikalien, die Sonneneinstrahlung reflektieren soll, davon ist wegen der nötigen Sonneneinstrahlung für Pflanzenwachstum abzuraten. Es könnte die Nahrungsmittelproduktion deutlich verringern.

    Eine andere Möglichkeit wäre, mehr Wasser mit Delta18-Sauerstoff zur Verdunstung zu bringen. Ich gehe davon aus, dass dieses Wasser mehr (Wärme)Energie aufnehmen kann, ohne dass es zu Reaktionen in der Atmosphäre kommt (Wetterextreme).

    Das wäre zumindest aus den Proxy-Daten bei diesem Sauerstoff zu entnehmen. Ist es kalt, ist mehr vom schwereren Sauerstoff in festem/flüssigen Wasser enthalten.

    Es gibt noch ein anderes Phänomen: Das Ozonloch über den Polen hat seine größte Ausdehnung zum Ende des Winters hin.
    Und was rein theoretisch auch der Fall ist, dass das Wasser aus der Atmosphäre zum Ende des Winters auch “ausgefrohren” ist und die Atmosphäre dort oben viel trockener ist, als zum Ende des Sommers. Ich schätze, das hängt miteinander zusammen – irgendwie.
    Wenn ja, dann zeigt es auf, wie einflußreich der Wassergehalt in der Atmosphäre ist.