Der Herbst 2017 war stressig. Neben den Texten die ich für das Blog geschrieben habe und den Texten die anderswo veröffentlicht wurden; neben den Vorträgen und den diversen Podcasts war da ja auch noch die Arbeit die ich gemeinsam mit den Science Busters gemacht habe. Es gab ein ein neues Science-Busters-Buch und eine neue Science-Busters-Show. Es gab eine Tour durch Österreich und Deutschland. Es gab die Science-Busters-Radiosendungen, die Verleihung des Heinz-Oberhummer-Awards – und neben all dem haben wir irgendwie auch noch Zeit gefunden, eine neue Staffel an TV-Sendungen aufzuzeichnen. Und genau die wird nun ab heute jeden Dienstag Abend auf ORF eins ausgestrahlt.

Bild: Ingo Pertramer

Bild: Ingo Pertramer

Es gibt insgesamt acht Folgen; plus eine Best-of-Folge. In diesen acht Folgen treten das erste mal alle sieben Science Busters auf: Neben Martin Puntigam, der eh immer dabei ist, sind das also der Mikrobiologe Helmut Jungwirth, der Chemiker Peter Weinberger, die Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher, der Kabarettist Gunkl, der Molekularbiologe Martin Moder und ich. Außerdem ist auch wieder amerikanische Physiker (und Experte für Zeitreisen) Ronald Mallett mit dabei. Wir drängeln uns natürlich nicht alle zu acht in jeder Folge sondern verteilen uns über die einzelnen Sendungen. Und die sind thematisch weit gestreut!

Helmut Jungwirth und ich erklären alles, was man über die Wissenschaft von Bier und Brotzeit wissen muss. Elisabeth Oberzaucher und Martin Moder bringen gemeinsam mit mir die Welt von Game of Thrones auf die Bühne und erläutern alles, was man aus wissenschaftlicher Sicht darüber wissen muss. Peter Weinberger und Gunkl widmen sich dem Dreck in all seinen Aspekten. Helmut Jungwirth und Ronald Mallett diskutieren die Physik und Biologie von schwarzen Löchern. Elisabeth Oberzaucher und Martin Moder spielen biologische “Mind Games” und zum Abschluss gibt es eine sportlich-biologisch-wissenschaftliche Demonstration des Klimawandels mit Martin Moder und mir.

Schaut euch die Shows an! Immer Dienstag Abends in ORFeins – oder danach eine Woche lang (international abrufbar) in der TVthek des ORF. Hier ist nochmal ne detaillierte Zusammenfassung (d.h. die offiziellen PR-Texte) von dem, was euch erwartet:

  • 09.01.2018: Bierstern, ich dich grüße

    Der Auftakt zur neuen Staffel der Science Busters, erstmals aus dem Stadtsaal Wien, und die Kelly Family der Naturwissenschaften hat ihre Show fürs Publikum gepimpt, alles auf dem letzten Stand der Technik: beleuchtete Notausgänge, Moving Lights mit sämtlichen Photonen auf Lichtgeschwindigkeit und eine brandneue LED-Wand mit sagenhaften 56K! Das wird sonst nur für Modems verwendet!!

    Verhandelt wird der beliebteste Trinkalkohol der Welt. Manche schwärmen sogar, Bier sei ein himmlischer Nektar, der schmecke, als ob ein Engel auf die Zunge weine. Ob das stimmt, oder ob Bier nicht einfach nur für schweren Zungenschlag und mitunter für abenteuerlich aromatischen Stuhlgang sorgt, untersuchen MC und Univ.-Lekt. Martin Puntigam (Uni Graz), Dr. Florian Freistetter, Astronom und Science Blogger, und Univ.-Prof. Helmut Jungwirth (Mikrobiologie, Wissenschaftskommunikation, Uni Graz)

  • Bild: ORF/H. Mican

    Bild: ORF/H. Mican

  • 16.01.2018: Winter is coming – Die Wissenschaft von Game of Thrones (Teil 1)

    Die Statusmeldungen aus der Chronik von Westeros und Essos gelten als beliebteste TV-Serie der Welt. Zumindest als die am meisten downgeloadete, jedenfalls als die am meisten illegal downgeloadete TV-Serie der Welt. Nicht nur die Menschen lassen es beim Spiel um den Eisernen Thron an Benimm mangeln, es singen, tanzen und springen auch feuerspeiende Drachen, älteresistente Zombies und dreiäugige Raben, quasi eine Märchengrottenbahn auf grausam.

    Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Oberzaucher, (Verhaltensbiologie, Uni Wien), Dr. Florian Freistetter, Astronom und Science Blogger, und erstmals Martin Moder (Molekularbiologie, Zentrum für Molekulare Medizin Wien) klärt MC und Univ.-Lekt. Martin Puntigam (Uni-Graz): Müssen Zombies vor dem Winter Reifenwechseln? Wer leert das Drachenklo aus, wenn Daenerys auf Urlaub fährt? Kann man am Eisernen Thron auch Kühlschrankmagneten befestigen?

  • Bild: ORF/H.Mican

    Bild: ORF/H.Mican

  • 23.01.2018: Winter is here – die Wissenschaft von Game of Thrones (Teil 2)

    Seit Jahrtausenden hat es im Wetterbericht am Ende der Zeit im Bild von Westeros geheißen „Winter is coming“, und nichts ist passiert. Nun ist er doch da, aber niemand freut sich wie bei uns in Wintersportorten, denn auf Westeros gibt es keine Skigebiete, nicht einmal Tellerlift. Warum die Ankunft der kalten Jahreszeit für die Menschen in der Welt von „Game of Thrones“ nicht wie bei uns bedeutet: früher aufstehen, um beim Auto die Scheiben abzukratzen, Schneemann bauen oder rechtzeitig die Therme warten zu lassen, das bespricht MC und Univ.- Lekt. Martin Puntigam (Uni Graz) flankiert von Dr. Elisabeth Oberzaucher, (Verhaltensbiologie, Uni Wien), Dr. Florian Freistetter, Astronom und Science Blogger, und Martin Moder (Molekularbiologie, Zentrum für Molekulare Medizin Wien), die sich in der Welt von „Game of Thrones“ auskennen wie in ihrer Westeros-Tasche.

  • Bild: ORF/H.Mican

    Bild: ORF/H.Mican

  • 30.01.2018: Hefebrüder

    Seit dem Kornspitz hat kaum eine Backsorte in letzten Jahren derart Karriere gemacht wie das Laugengebäck, das mittlerweile in fast jeder Bäckerei, jedem Supermarkt immer zu haben ist und vermutlich bald als beliebter Kindervornamen in die Charts vorstoßen wird. In ihrer neuen Show „Hefebrüder“ spüren die Science Busters dem Intimverhältnis von Lauge und Gebäck nach, und schauen sich an, welche Rolle die Hefe dabei spielt. Lauge zu trinken, schätzen nur wenige, Laugengebäck zu essen aber viele. Woraus man es macht, welche Gefahren dabei drohen und wie man mit ihr einen Gnadenort gründen kann, untersucht MC Martin Puntigam gemeinsam mit den fabelhaften Bäckerbuben Dr. Florian Freistetter, Astronom und Science-Blogger, und Univ.-Prof. Helmut Jungwirth (Mikrobiologie, Wissenschaftskommunikation, Uni Graz).

  • Bild: ORF/H.Mican

    Bild: ORF/H.Mican

  • 06.02.2018: Das geht dich einen Dreck an

    „Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.“ Weiß heute jedes Kind, wenn man es in der Nacht aufweckt, und bei Tag sowieso, falls gerade Chemie ist. Zum ersten Mal läuft mit Peter Weinberger, Privatdozent an der TU Wien, auch bei den Science Busters ein leibhaftiger Chemiker ein und wird gemeinsam mit Kabarettist Günther Paal aka Gunkl erklären, wie dreckig die Fantasie von Wissenschaftern unbedingt sein muss, aber auch höchstens sein darf. Wie macht man mit sauberer Energie Licht schmutzig? Was passiert, wenn der pH-Wert ins Kraut schießt? Kann man, wenn die Milchstraße sauer ist, noch Palatschinken aus ihr machen? Am Dirigentenpult wie immer MC Martin Puntigam in augenfreundlichem Kardinalspurpur.

  • Bild: ORF/H.Mican

    Bild: ORF/H.Mican

  • 13.02.2018: Mind Games

    „Mind Games“, die neue Show der Science Busters, diesmal mit Biologie-Overload-Alert! Zwei Lebenswissenschaftsexemplare auf einer Bühne; die eine findet DNA zwar süß, aber der Mensch drumherum, und was er daraus macht, ist der eigentliche Bestimmer. Der andere hält alles jenseits der Molekularbiologie für Zierde und Beiwerk. Leben entscheidet sich auf molekularer Ebene, wie blank die Augen leuchten, ob man Hasenzähne hat oder ob das linke Ei weiter runterhängt als das rechte. Gemeinsam beantworten sie restlos: Warum reißen Männer eher einen Stern als Frauen? Sind Straßenbahnen gute Fluchtfahrzeuge? Soll man sein Gehirn auf wirklich unbedingt Erbsengröße bringen lassen? Dazwischen Martin Puntigam, Mastermind der Science Busters, seit geraumer Zeit stolzer Besitzer einer eigenen Doppelhelix!

  • 20171107_220249

  • 20.02.2018: Black Beauties – Die schönsten Schwarzen Löcher des Universums oder Kann man in einem Schwarzen Loch zu spät

    Black Beauty steht in unseren Breiten eher für die hippodramatische Biografie eines schwarzen Hengstes. Aber unsere Breiten sind nur ein extrem winziger Teil des Universums, und dort gelten Schwarze Löcher als „Black Beauties“. Und Ronald Mallett ist ihr Prophet. Im Jänner 2016 war Ronald Mallett, Professor für Theoretische Physik an der University of Connecticut und einer der Fachmänner für Zeitreisen, zum ersten Mal mit den Science Busters auf der Bühne. International gilt er als naturwissenschaftlicher Kapazunder und wird neben Albert Einstein und Stephen Hawking als einer von drei Patron Saints of Time Travel gehandelt. Nun kommt er ein weiteres Mal extra aus den USA nach Österreich, um gemeinsam mit MC Martin Puntigam und Univ.-Prof. Helmut Jungwirth (Molekularbiologie, Wissenschaftskommunikation, Uni Graz) zu erklären, was passiert, wenn zwei rotierenden Schwarze Löchern schwindlig wird, warum Sponge Bob ein terroristischer Schläfer ist und was passiert, wenn die Sonne auf Bildungskarenz geht.

  • 20171108_160428

  • 27.02.2018: The Power of Lauf

    Können wir das Rennen gegen die Erderwärmung noch gewinnen? Treibhausgase machen seit Jahrmillionen unseren Planeten wohnlich, aber seit ein paar Jahren stehen sie auch auf der Watchlist. Vor allem CO2 kann sich fast nur noch mit falschem Bart und Sonnenbrille vor die Türe trauen. Aber warum? Die Science Busters heften sich heute dem Klimawandel auf die Fersen und werden selber ordentlich CO2 produzieren, frisches, fabrikneues Kohlendioxid, um aus der Nähe zu schauen, warum es sich nicht mehr ordentlich benimmt.

    MC Martin Puntigam begrüßt zwei Profis im Ein- und Ausatmen, der eine wird seinen ökologischen Fußabdruck laufend auf Clownschuhgröße maximieren, indem er die Show auf dem Laufband verbringt, der andere kommt aufgepumpt daher wie ein Schlauchboot, das in der Mittagssonne vergessen wurde. Zu dritt produzieren Martin Puntigam (Kabarettist, Univ.-Lekt., Uni Graz), der Astronom und Science Blogger Dr. Florian Freistetter und der Molekularbiologe Martin Moder (Zentrum f. Molekulare Medizin, Wien) CO2 ab Hof to go für alle! Mit Aquafitness für Organoide!

  • Bild: ORF/H.Mican

    Bild: ORF/H.Mican

Fernsehen ist gut. Aber live ist immer besser! Vor allem auch länger (im Theater spielen 2 bis 3 Stunden; im Fernsehen gibts immer nur nen kleinen Ausschnitt davon). Deswegen gibt es uns natürlich auch 2018 in den Theatern dieser Welt (zumindest dem Teil der Welt, der von Österreich, Deutschland und der Schweiz belegt wird) zu sehen. In Wien, in Berlin, in München, in Salzburg, in Passau, in Erlangen und diversen anderen Orten (über die ihr euch aktuell immer hier informieren könnt). Ich freu mich, den einen oder die andere aus der Leserschaft unterwegs zu treffen!

P.S. Weil die Frage immer kommt: Nein, nur weil an einem bestimmten Ort kein Auftritt stattfindet, heißt das nicht, das wir eine tiefsitzende Abneigung gegen diesen Ort und aus Prinzip nicht dort vorbei kommen. Sondern nur, dass momentan kein passendes Theater dort eine Show mit uns veranstaltet. Irgendwann kommen wir schon noch mal vorbei 😉

Kommentare (15)

  1. #1 Christian Berger
    9. Januar 2018

    Ich freu mich schon drauf. :)

  2. #2 Heribert Holzschuster
    9. Januar 2018

    Fehlt da nicht einer, oder hab ich was verpasst?

  3. #3 noch'n Flo
    Schoggiland
    9. Januar 2018

    Na, nun bin ich aber mal gespannt, ob Ihr den guten Eindruck, den ich beim Goldenen Brett und beim Oberhummer-Award gewonnen habe, auch bestätigen könnt. In gut 12 Stunden bin ich schlauer.

  4. #4 Florian Freistetter
    9. Januar 2018

    @Heribert: Wer sollte fehlen??
    Falls du Werner Gruber meinen solltest: Der hat schon seit 2015 nichts mehr mit uns zu tun sondern kümmert sich um sein Planetarium.

  5. #5 Heribert Holzschuster
    9. Januar 2018

    Sorry und danke für die Antwort. Da habe ich wohl ein paar Folgen verschlafen. Dafür lese ich täglich deine Science Blogs, die wirklich super sind!!! Als Bier Liebhaber freue ich mich auch schon sehr auf die Sendung von heute Abend. LG
    Heribert

  6. #6 Florian Freistetter
    9. Januar 2018

    @Heribert: ” Da habe ich wohl ein paar Folgen verschlafen. “

    Na ja, die Science Busters gibts ja nicht nur im Fernsehen. Da sind in den letzten Jahren ~20 Folgen zusammengekommen. Seit 2015 sind wir aber auch ~200 Mal auf diversen Theaterbühnen überall in D, A und CH aufgetreten. Die Fernsehshows sind eigentlich die Ausnahme; eigentlich sind wir ein Theaterprojekt…

    Viel Spaß heute Abend!

  7. #7 stone1
    9. Januar 2018

    Oh ja, (analoges) Fernsehprogramm aufgeschlagen, und was seh ich: erst neue Family Guy-Folgen und dann Beginn der neuen Science Busters-Staffel. Lineares Fernsehen kann immer noch Spaß machen, Jippie!

  8. #8 Christian Berger
    10. Januar 2018

    Zu Game of Thrones kann ich nur sagen, dass ich nur wenige Sachen davon weiß, und ich mir nicht mal da sicher bin, ob die Stimmen.

    1. Der Author war ein gewisser William Shakespeare. (Quelle: BBC-Doku Cunk on Shakespeare https://www.youtube.com/watch?v=9YeCpHoy9EQ)

    2. Jon Snow is von Beruf Nachrichtenmoderator und moderiert die Hauptnachrichten auf Channel 4.

    3. Das Dothraki-Wort für Stiefel “Tim” wurde nach einem Kumpel von mir benannt, “Tim Stoffel”. Der arbeitet beim US-Amerikanischen Fernsehen.

  9. #9 noch'n Flo
    Schoggiland
    10. Januar 2018

    Ich habe mir nun die aktuelle Sendung der „ScienceBusters“ angeschaut und muss gestehen: yep, das war doch über weite Strecken richtig gut.

    (Disclaimer: für alle, die meine Kritik hier im Blog nicht verfolgt haben – ich habe mich vor ein paar Jahren sehr kritisch über diese Form der Wissenschafts-Comedy geäussert. Dabei habe ich allerdings vor allem die Auftritte der „Ur-Besetzung“ mit Heinz Oberhummer und Werner Gruber gemeint. Und den Auftritt der „ScienceBusters“ bei der Verleihung des „Deutschen Kleinkunstpreises“, bei dem Florian mit Werner Gruber auf der Bühne stand. Ich fand das damals einfach nicht witzig und noch weniger unterhaltsam. Ich werde mir in den nächsten Wochen die alten Folgen nochmals zu Gemüte führen (da gibt es ja glücklicherweise ein paar Aufzeichnungen zum Anschauen bei YT), vielleicht ändere ich meine damalige Meinung noch.

    (Mir ist absolut bewusst, dass viele von Euch auch grosse Fans von Heinz Oberhummer sind/waren. Und mir ist der Grundsatz „de mortuis nihil nisi bene“ durchaus bekannt. Aber wenn ich mich mit meiner früher hier im Blog geäusserten Meinung auseinandersetze, darf mich das nicht irritieren. Und das wird es auch nicht.)

    Aber ich habe Florian, nachdem ich die Auftritte der „ScienceBusters“ beim Goldenen Brett und beim Heinz-Oberhummer-Award gesehen, und mich sehr erfreut über die Verbesserungen in ihrem Programm und in der Art ihres Auftretens geäussert hatte, versprochen, den neuen Folgen im ORF auch so neutral wie möglich gegenüberzutreten. Und das werde ich jetzt versuchen.

    End of Disclaimer.)

    Meine erste Kritik: Florian wirkt auf der Bühne sehr locker (sehr schön: die absolute Beiläufigkeit bei der Aufzählung der verschiedenen Alkoholgehalte verschiedener Bierbrauprodukte am Ende der Sendung, bis hin zur Verkostung im Publikum – das hat echt Klasse. Chapeau!).

    Aber zurück zum Anfang der Sendung: ich finde es von Florian ja sehr mutig, die „Schaumverkostung“ mit seinem Vater so öffentlich zur Schau zu stellen. Kann man machen, muss man aber nicht. Hat aus meiner Sicht leider etwas von Mario Barth (den ich so gar nicht lustig finde). Aber ich gehe mal davon aus, dass er das mit seinem Papa auch abgesprochen hat.

    Dann die Geschichte mit den malayischen Federschwanzspitzhörnchen (die musste ich jetzt auch erst einmal nachschlagen) und dem Alkohol. Hat mich sehr nett an einen meiner Lieblingsfilme „(Animals are) Beautiful People“ von Jamie Uys erinnert (im deutschsprachigen Raum besser bekannt als „Die lustige Welt der Tiere“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Die_lustige_Welt_der_Tiere )), wo sich diverse Tiere im südlichen Afrika (und nicht nur dort) regelmässig an den faulenden Früchten des Marula-Baumes (von dem es mittlerweile auch einen in Europa erhältlichen Likör gibt) besaufen. Auch wenn die Hörnchen aus dem „ScienceBusters“-Programm dabei gar nicht wirklich „besoffen“ werden. Aber dennoch eine nette Referenz. (Oder war die gar nicht beabsichtigt?)

    Die Hörnchen-Florian-Kreuzung auf der Videowand fand ich dann allerdings doch eher erschreckend. Vor allem, weil ja den treuen Bloglesern die Präsenz der EHs hier in den frühen Ausgaben von Florians Plauder-Thread nicht verborgen geblieben sein dürfte… 😉

    Schliesslich noch die Geschichte des Rennens um den höchsten Alkoholgehalt im Bier: da beginnt Florian plötzlich (und ohne Not) mit einem Handgewedel (dazu weiter unten noch mehr), welches aus meiner Sicht absolut nicht notwendig ist. Er kommt damit aber dankenswerterweise recht schnell wieder zum Stillstand und konzentriert sich auf die auf seinem Tisch anwesenden Flaschen. Und hält seien Hände danach zumindest meistens dort, wo sie bei einem Vortrag (gemäss den meisten Rhetorik-Schulen) hingehören: neben oder vor dem Körper.

    Das Umfüllen der gefrorenen Biere in die bereitstehenden Karaffen wirkt dann leider nicht so toll, wie es das wahrscheinlich sollte, aber insgesamt war Florians Auftritt dennoch sehr überzeugend.

    Prof. Jungwirth hingegen kommt von Anfang an recht verkrampft ‘rüber. Vor allem die Gestik kommt m.E. immer wieder sehr gewollt daher. Insbesondere dieses wiederholte Herumgewedel mit den gespreizten Händen. Das empfinde ich als sehr hektisch. Es erinnert mich mehr an den Dirigenten eines grossen Symphonieorchesters als an einen Wissenschaftler.

    Okay, sollte das Konzept darauf hinauflaufen, Florian als den coolen Typen, der sein Anliegen einfach nur im Plauderton vorbringt, darzustellen und damit den Gegensatz zu Prof. Jungwirth, der mit „dramatischen“ Gesten das Publikum – aber immer noch als der „Herr Professor“ – begeistern will, aufzubauen: dann ist das 100%ig gelungen, Aber ich fürchte, das war nicht Eure Intention (korrigiert mich bitte, sollte ich falsch liegen).

    Die Nummer mit der Socke in der Tupperware war allerdings extrem cremig! Auch der Einsatz des Feuerlöschers. Und dann kommt dann bei einer ganz einfachen Zwischenfrage von Martin Puntigam von Prof. Jungwirth ein schlappes „ich muss mich konzentrieren“.

    Möööp! No-Go! Das war extrem unprofessionell, da fehlt echt noch die Abstimmung. Hallo – da sitzen Leute, die unterhalten werden wollen. Und nur wenige Augenblicke später wieder das extreme Gewedel mit den Armen.

    Kurz darauf dann die Nummer mit der Tupperdose und dem Akkuschrauber. Das war dann wieder 1a. Das Schaufeln des Eises in die Tupperdose – unter vollem Körpereinsatz von Prof. Jungwirth mit den lapidaren Kommentaren von Martin Puntigam, dann der Einsatz des Schraubgerätes: ab da lief der Auftritt wieder. Prof. Jungwirth schraubt sehr cool an der Tupperdose herum, der Dialog mit Martin Puntigam kommt super in Fahrt, dann ganz cool der Einsatz des Messgerätes – warum nicht schon vorher so lässig?

    Nachdem das Bier dann im Glas gelandet ist, kommen wieder die extremen Gesten. Da kann man auch problemlos den Ton wegnehmen und einen Ballermann-Hit einspielen (habe ich tatsächlich versucht, macht leider nur wenig Unterschied – wer mag, der versuche das bitte auch (ich habe „Wahnsinn“ von Wolle Petry verwendet)).

    Ich fürchte, Prof. Jungwirth bräuchte dringend mal einen Body-Rhetorik-Coach…

    Bleibt noch Martin Puntigam. Okay, die meisten Leser werden ja schon wissen, wie sehr ich mich an seinem äusseren Erscheinungsbild störe. Und der Verweis am Anfang der Sendung auf seine neuen Kunstnippel hat es auch nicht besser gemacht. Sorry, Herr Puntigam, aber ich bleibe dabei: mit diesem Outfit, in Kombination mit den Tonnen von Gel in Ihrem Haar, bleiben Sie für mich nach wie vor der „Zuhälter der Wissenschaft“.

    Und das ist schade, denn er hat als Conferencier massiv zugelegt (aus meiner spontanen Erinnerung der früheren Oberhummer/Gruber-Auftritte um mindestens 300%!) . Die Dialoge sitzen zu mehr als 90% perfekt, das Timing ist super, der Tonfall als manchmal beiläufig, manchmal ironisch/sarkastisch oder manchmal auch einfach… „egal und scheissdrauf“…

    Ich nehme aber an, dass das von Euch so gewollt ist, also lasse ich das mal so stehen. Martin Puntigam ist nun einmal die Konstante der „ScienceBusters“, also freue ich mich lieber daran, wie gut er sich mit der neuen Besetzung weiterentwickelt hat, als noch übermässig Kritik zu äussern.

    Okay, Zeit für ein Fazit und eine Bewertung. Ich habe überlegt, ob ich diese nun im Österreichischen, Deutschen oder Schweizer Schulnotensystem abgeben soll. (Dabei ist das grosse Problem, dass in zweien der genannten Länder die „6“ die beste Note ist, in einem aber die „1“. Und die Grenze zwischen „bestanden“ und „durchgefallen“ liegt leider da auch an unterschiedlichen Punkten.)

    Ich habe mich daher entschlossen – angesichts der bevorstehenden Olympischen Winterspiele – die früher gebräuchlichen Wertungen aus dem Eiskunstlauf zu übernehmen. Die sind zwar inzwischen auch schon überholt, bieten aber glücklicherweise zwei verschiedene Wertungsmöglichkeiten: die „A-Note“ für die technische Ausführung (in diesem Fall die inhaltliche Performance) und die „B-Note“ für den künstlerischen Ausdruck. Die Bestnote ist weiterhin die „6“, die schlechteste Wertung die „0“.

    Und noch einmal: das sind selbstverständlich nur meine ganz persönlichen Eindrücke!

    Here we go:

    1. Florian Freistetter: A 5.7, B 5.8
    Das war wirklich sehr rund und absolut stimmig. So sollte Wissenschaftskommunikation sein. Es gibt sicherlich noch ein paar winzig kleine Verbesserungsmöglichkeiten, aber die sind wirklich nur noch marginal. Vielleicht sollte FF bei Gelegenheit noch den „dreifachen Wissenschafts-Rittberger“ einstudieren…

    2. Prof. Jungwirth: A 5.2, B 4.0
    Da gibt es vor allem bei der künstlerischen Darstellung noch „ein wenig Luft nach oben“, die wissenschaftlichen Inhalte wurde aber dennoch gut transportiert. Weiter so!

    3. Martin Puntigam: (A nicht beurteilbar), B 5.5
    Fast perfekt – aber auch nur „fast“. Und die Nippel und das grässliche Shirt habe ich da ganz bewusst bereits herausgelassen.

    Meiner Meinung nach haben die „ScienceBusters“ in den letzten zwei Jahren einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Ich werde mir also gerne baldmöglichst Tickets für eine ihrer Shows bei mir in der Nähe besorgen. Die von mir in den letzten Monaten wahrgenommene Entwicklung ist wirklich beachtlich!

    Das sind selbstredend immer noch meine €0.02, ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, die allgemeine Meinung zu vertreten. Sollte seitens des Blogchefs noch Interesse an einer Detailkritik für die weiteren Shows im ORF bestehen, werde ich diesem Wunsch gerne nachkommen. Falls nicht, dann lasse ich das. (Wobei ich allerdings vorausschicken muss, dass ich zumindest beim Thema „Game of Thrones“ so gar nicht qualifiziert bin, da diese Serie in den letzten Jahren (fast) komplett an mir vorbeigegangen ist. Hodor!)

    Mein letzter TV-Auftritt ist heute schon fast 16 Jahre her, mein letzter (medizin-)kabarettistischer Aufrtitt sogar noch länger. Vielleicht ist meine Art dabei inzwischen auch nicht mehr aktuell. Umso mehr möchte ich den aktuellen „ScienceBusters“ Mut zusprechen: Ihr macht das inzwischen sehr gut, macht bitte so weiter. Die Wissenschaft braucht solche Sprachrohre wie Euch!

    (Und nun dürft Ihr alle gerne über mich und meine Rezension herziehen.)

  10. #10 gaius
    13. Januar 2018

    @noch’n Flo
    Kein Grund, über die Rezension herzuziehen. Danke für die große Mühe, die Du Dir gemacht hast. Ich habe es gerne gelesen.

    Und ich bin ziemlich sicher, dass so ein detailliertes Feedback für Florian wertvoll ist. Feedback kann man eigentlich nie genug haben – abr kaum jemand macht sich diese Arbeit.

  11. #11 stone1
    13. Januar 2018

    @noch’n Flo
    Im Gegensatz zu Dir mochte ich die frühere Kombination von Oberhummer und Gruber sehr, einmal von Puntigam als “Dick und Doof” der Wissenschaftskommunikation oder so ähnlich bezeichnet, dieses slapstickmäßige fand ich toll. Der etwas schnöselige Prof. Jungwirth kommt im Gegensatz dazu bei mir weniger sympathisch rüber. Das Outfit von Puntigam war am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, ist inzwischen aber zu einer Art Trademark geworden, ich könnte ihn mir bei diesen Auftritten gar nicht mehr anders vorstellen.
    Bin schon gespannt auf die nächsten Folgen, vor allem was der Gunkl mit seiner herrlich sonoren Stimme bringen wird.

  12. #12 Florian Freistetter
    13. Januar 2018

    @stone1: “Bin schon gespannt auf die nächsten Folgen, vor allem was der Gunkl mit seiner herrlich sonoren Stimme bringen wird.”

    Gunkl war auch schon bei der letzten Staffel mit dabei. In zwei Folgen – “Blade” und “Goldrausch”. In der TVThek gibts die nicht mehr, aber sie schwirren vermutlich irgendwo im Internet herum.
    (Und auf der Bühne ist Gunkl mit uns auch immer wieder unterwegs. In der Bühnenshow “Blade” (im Frühjahr wieder im Stadtsaal in Wien) und bei den Battle-Royal-Shows)

  13. #13 stone1
    13. Januar 2018

    @Florian

    irgendwo im Internet

    Die Blade-Folge etwa hier. Und weil ich diese und auch einige Soloauftritte von Günther Paal kenne und ob seines sehr trockenen Humors liebe freue ich mich eben besonders auf ein Wiedersehen bei den Science Busters. Bei Game of Thrones lese ich grade erst den 3. Band, da hoffe ich mal auf möglichst wenige Spoiler, das Bild von der Folge oben macht jedenfalls schon mal einen guten Eindruck – Puntigam als Tyrion Lennister, das passt.

  14. #14 stone1
    13. Januar 2018

    P.S. Was ist eigentlich aus dem naturwissenschaftlichen Witz zum Abschluss geworden? Obwohl ich manchmal erst eine Suchmaschine zu Hilfe nehmen musste, um einige Witze zu verstehen, hielt ich das doch immer für eine nette Zugabe. Ist euch da das Material ausgegangen?

  15. #15 Florian Freistetter
    14. Januar 2018

    @stone1: “Ist euch da das Material ausgegangen?”

    Natürlich nicht. Witze gibt es genug. Aber die Witze haben sich gewandelt. Wenn es Shows sind, in denen ich mitmache, dann gibt es jetzt immer einen “T-Shirt-Witz”.
    “Klassische” Witze gibt es jetzt immer am Science Busters Twitter-Account: https://twitter.com/science_busters