Österreich hat seit letztem Jahr eine neue Regierung. Eine Regierung in der auch die rechtsextreme FPÖ sitzt. Deren Personal ist – wenig überraschend – genau so, wie man es von so einer Partei erwarten kann. Das zeigt sich in Österreich ständig; ganz besonders in der letzten Zeit aber bei der sogenannten Liederbuch-Affäre. Wer wissen will, worum es dabei geht, kann zum Beispiel diesen Artikel der SZ oder diesen Artikel im Online-Standard lesen. Die Kurzversion: Der Spitzenkandidat der FPÖ zur kürzlich stattgefundenen Landtagswahl in Niederösterreich, Udo Landbauer, war Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Burschenschaft Germania (Wahlspruch: “Deutsch und treu in Not und Tod!”). In dieser Burschenschaft gab es ein Liederbuch und in diesem Buch waren Lieder mit extrem rassistischen und antisemitischen Texten enthalten. Landbauer meinte, er hätte davon nichts mitbekommen und die entsprechenden Stellen im Buch wären sowieso schon die längste Zeit geschwärzt gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls und will nun “chemisch untersuchen, wann die inkriminierenden Passagen, in denen der Judenmord durch die Nazis besungen wird, genau geschwärzt wurden”.

Lieder singen ist ja ok. Kommt halt darauf an, was man so singt... (Bild: Deutsche Fotothek, CC-BY-SA 3.0)

Lieder singen ist ja ok. Kommt halt darauf an, was man so singt… (Bild: Deutsche Fotothek, CC-BY-SA 3.0)

Abgesehen davon, dass diese ganze Affäre nicht nur genau so ekelhaft wie vorhersehbar war, fand ich diesen Aspekt ganz interessant. Wie genau untersucht man eigentlich das Alter einer solchen geschwärzten Passage? Ich hatte ein paar mir bekannte Chemiker gefragt, aber die hatten andere Spezialgebiete und konnten nicht weiterhelfen. Ein wenig Recherche hat mich zur Dissertation von Celiné Weyermann geführt, die den vielversprechenden Titel “Massenspektrometrische Untersuchung der Alterungsprozesse von Kugelschreibertinte für die Echtheitsprüfung von Dokumenten” trägt. Eine Nachfrage bei Frau Professor Weyermann, die mittlerweile an der Uni Lausanne arbeitet, hat mir den Hinweis auf den Artikel eines Forensikers des bayrischen Landeskriminalamtes gebracht: “Age determination of ballpoint pen ink by thermal desorption and gas chromatography-mass spectrometry”. Die Arbeit von Jürgen Bügler und seinen Kollegen ist leider nicht frei verfügbar, weswegen ich normalerweise nicht darüber berichten würde. Weil mich das Thema hier aber wirklich interessiert hat, mache ich eine einmalige Ausnahme…

Natürlich könnte man einfach (obwohl das in der Realität durchaus auch kompliziert ist), die chemische Zusammensetzung der Tinte analysieren, die Zusammensetzung mit der Zusammensetzung von bekannten Tinten vergleichen und nachschauen, wann diese Tinten entwickelt bzw. auf den Markt gekommen sind. Wenn man dann etwa eine Tinte aus dem Jahr 2000 auf einem Manuskript aus dem Mittelalter findet, dürfte es sich eher nicht um eine originale Anmerkung zum mittelalterlichen Text handeln.

Aber oft will man keine Anachronismen oder Fälschungen entdecken sondern schlicht und einfach wissen: Wie lange ist es her, dass jemand mit dieser Tinte auf dieses Papier geschrieben hat. Das klingt nach einer Frage, die die Wissenschaft eigentlich beantworten können sollte! Immerhin sind wir recht gut darin, Dinge zu datieren. Astronomen bestimmen das Alter von Sternen; sogar das Alter des gesamten Universums. Geologen bestimmen das Alter von Gestein bis Milliarden von Jahren in die Vergangenheit der Erde. Archäologen bestimmen das Alter von Knochen. Und so weiter. Da kann doch so ein wenig Tinte keine Schwierigkeiten machen!

Tut sie aber. Die meisten Methoden der Tinten-Datierung (sofern sie sich für mich als forensischer Laie aus dem Artikel von Bügler et al erschließen), haben mit der Menge an Lösungsmitteln in der Tinte zu tun. Man schreibt (oder schwärzt) etwas und sobald die Tinte auf dem Papier ist, beginnt sich das Lösungsmittel zu verflüchtigen. Wenn man jetzt misst, wie viel Lösungsmittel noch übrig ist, dann kann man daraus bestimmen, wie lange die Tinte schon auf dem Papier aufgetragen war. Klingt einfach – aber so einfach ist es eben nicht. Die Idee mit dem Lösungsmittel erinnert ein wenig an die Radiokarbon-Datierung. Da nutzt man die Tatsache, dass ein winziger Teil des Kohlenstoffs immer auch aus dem radioaktiven Isotop Kohlenstoff-14 besteht. Das zerfällt mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren. Sobald etwas aber noch lebendig ist, also ein Mensch der Nahrung zu sich nimmt; ein Pflanze, die Kohlenstoff aus der Luft aufnimmt, und so weiter, wird der zerfallende Kohlenstoff immer wieder durch neue Kohlenstoff-14-Atome ersetzt. Erst wenn das Lebewesen stirbt, wird der Kohlenstoff-14 konstant weniger und das Verhältnis von normalen zu radioaktiven Kohlenstoff wird immer größer, je länger das Lebewesen tot ist. Genau so können Archäologen Knochen, Holzstücke oder ähnliches datieren.

Und genau so könnte man sich auch die Datierung von Tinte durch das verschwindende Lösungsmittel vorstellen. Nur das es dann falsch wäre, hätte man es sich so vorgestellt. Denn die Realität ist etwas komplizierter. Man weiß ja in dem Fall nicht, wie viel Lösungsmittel ursprünglich in der Tinte vorhanden war. Im Gegensatz zum Kohlenstoff-14, der immer Kohlenstoff-14 ist, gibt es auch jede Menge verschiedene Arten von Tinten mit verschiedener chemischer Zusammensetzung die sich unterschiedlich verhalten. Es kommt darauf an, auf welches Papier man mit der Tinte schreibt. Es kommt auch darauf an, wie stark man beim Schreiben aufdrückt – je nachdem kriegt man mehr oder weniger Lösungsmittel aufs Papier (der Unterschied kann bis zu 800 Prozent ausmachen, wie Bügler und seine Kollegen schreiben!).

Kurzer Einschub: Ich fand den Teil, in dem die Forensiker ihre Methoden beschrieben haben, ziemlich instruktiv. Ich als Laie hab mir ja vorgestellt, dass man bei solchen Analysen halt einfach mit verschiedenen Stiften auf dem Papier herum malt und diese Proben dann entsprechend benutzt. Aber so simpel macht man das natürlich nicht! Die haben dort extra Plotter, in die Stifte eingespannt werden, um damit dann automatisch Striche bestimmter Dicke in bestimmten Abständen mit genau definierten Anpressdrücken zu erzeugen!

Tinte verändert sich, wenn sie älter wird...  Bild: Lord Skunk, public domain)

Tinte verändert sich, wenn sie älter wird… Bild: Lord Skunk, public domain)

Bügler und seine Kollegen haben sich daher eine ziemlich kreative Methode ausgedacht, um mit diesen Problemen klar zu kommen. Sie haben bei ihren Analysen von 85 verschiedenen Tinten zuerst einmal geschaut, wie viel Lösungsmittel sich im Laufe der Zeit verflüchtigt. Und dabei gesehen, dass 95% davon schon in den ersten paar Tagen nach dem Schreiben verschwinden. Der Rest des Lösungsmittels evaporiert dann viel langsamer im Laufe mehrerer Monate und hinterlässt oft noch Jahre später entsprechende Rückstände.

Wüsste man, wie viel Lösungsmittel anfänglich vorhanden war und welche Tinte genau benutzt wurde, dann könnte man so leicht das Alter bestimmen. Weiß man aber im Allgemeinen nicht und deswegen haben sich Bügler et al mit “künstlicher Alterung” beschäftigt. Das heißt, sie haben das Papier mit der Tinte erhitzt und geschaut, was dabei mit dem Lösungsmittel passiert. Erwartet wurde, dass sich dabei das restliche Lösungsmittel auch verflüchtigt. Und genau das hat man auch beobachtet – aber nicht nur das: Die Temperatur, bei der die Verflüchtigung begann, hing vom Alter der Tinte ab. Das Lösungsmittel in älteren Tinten verflüchtigte sich erst bei höheren Temperaturen. 3 Monate alte Tinte entließ das Lösungsmittel schon bei 50 Grad Celsius, neun Monate alte Tinte erst bei 65 Grad. Daraus zogen die Forensiker ihre erste Schlussfolgerung: Die Menge an Lösungsmittel die bei einer bestimmten Temperatur während eines bestimmten Zeitintervalls abgegeben wird, hängt vom Alter der Tinte ab. Jetzt hat man aber immer noch das Problem, dass man die ursprüngliche Menge an Lösungsmittel nicht kennt. Die Temperatur hängt außerdem auch noch von der Art der Tinte ab.

Aber: Setzt man die Tinte sehr hohen Temperaturen (200 Grad) aus, dann altert sie noch schneller. Sie entlässt quasi die gesamte Menge an Lösungsmitteln, die in ihr enthalten war. Und da sich die Menge an Lösungsmittel nach der anfänglichen schnellen Verflüchtigungsphase (bei der die oben erwähnten 95% verschwinden) danach nur noch sehr, sehr langsam verflüchtigt, kann man in erster Näherung davon ausgehen, dass sie sich gar nicht ändert. Die Menge an Lösungsmittel, die man bei hohen Temperaturen aus der Tinte holt, kann man also mit der Gesamtmenge (bzw die nach Ende der ersten Phase vorhandenen Menge) gleichsetzen.

Die von Bügler und seinen Kollegen entwickelte Methode sieht also so aus:

  • 1) Eine Probe der Tinte auf Papier wird für 20 Minuten bei 70 Grad erhitzt und die dabei sich verflüchtigende Menge an Lösungsmittel M1 wird gemessen.
  • 2) Die gleiche Probe wird für 5 Minuten einer Temperatur von 200 Grad ausgesetzt und die Menge an Lösungsmittel M2 wird gemessen.
  • 3) Man bestimmt das Verhältnis V = M1 / (M1 + M2).

Man kriegt mit dieser Erhitzung in zwei Phasen also einerseits ein Maß für die gesamte Menge an Lösungsmittel (das, was sich bei der hohen und der niedrigen Temperatur verflüchtigt) und kann das mit dem vergleichen, was bei der niedrigen Temperatur rauskommt. Und diese Menge hängt ja, wie wir schon wissen, vom Alter der Tinte ab. Das Verhältnis V lässt sich also direkt in ein Alter der Tinte umrechnen.

Die Realität ist dann aber leider schon wieder nervig kompliziert. Man kann zwar einen direkten Zusammenhang zwischen V und dem Alter der Tinte herstellen. Allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht für jede Tintenart. Bügel und seine Kollegen haben daher drei Fälle unterschieden: Je nach dem Wert von V muss man die Analyse entweder verwerfen (weil die Tinte zu alt oder aber viel zu schnell gealtert ist) oder zwei unterschiedliche Zusammenhänge zwischen V und dem Alter wählen.

In Österreich schwärzen die Burschenschaften; in Jena werden Burschenschafter manchmal grün gefärbt...

In Österreich schwärzen die Burschenschaften; in Jena werden Burschenschafter manchmal grün gefärbt…

Die Methode funktioniert außerdem halbwegs verlässlich nur für Tinte, die maximal einige Monate alt ist. Was aus meiner Sicht ein wenig enttäuschend ist, denn dann wird es wohl kaum die Methode sein, die bei der Liederbuch-Affäre zur Anwendung kommt. Die Burschenschafter werden ihre antisemtischen Lieder ja vermutlich nicht erst vor ein paar Monaten geschwärzt haben (Obwohl… überraschen würde es mich nicht, wenn in den Burschenschaftsbuden des Landes nach dem Regierungsantritt der FPÖ im Dezember ein großes Bücherschwärzen eingesetzt hätte. Immerhin musste man ja jetzt schnell so was ähnliches wie respektable wirken. Kaum eine Gruppe ist ja so überrepräsentiert wie die Burschenschaften: In ganz Österreich gibt es nur knapp 4000 von den Typen, aber unter den Abgeordneten der FPÖ machen sie 40 Prozent aus! Aber ich will jetzt hier keine Verschwörungstheorien spinnen).

Nicht enttäuscht hat mich der Einblick in die Arbeit der Forensiker. Es war sehr instruktiv zu sehen, wie enorm knifflig diese Arbeit ist und wie schwierig es ist, trotz dieser komplexen Analysen am Ende eindeutige Aussagen treffen zu können. So einfach wie das die Tatortwissenschaftler im Fernsehen machen, ist die Sache (wenig überraschend) nicht. Und vielleicht habe ich ja in der Leserschaft Leute, die vom Fach sind und mir sagen können, wie sie es anstellen würde, das chemische Problem der Liederbuch-Schwärzung zu lösen!

Kommentare (50)

  1. #1 Attila Egyed
    Wien
    20. Februar 2018

    “Die Temperatur, bei der die Verflüchtigung begann, hing von der Temperatur ab.”

    Ich will ja nicht unhöflich sein aber ich glaube dir ist da ein kleiner Sinnhaftigkeitsfehler unterlaufen. Es wär sehr nett wenn du das anders formulieren könntest damit zukünftige Leser sich weniger verwirrt fühlen. Danke schonmal!

  2. #2 Yeti
    20. Februar 2018

    Interessanter Artikel, aber was meinst Du mit folgendem Satz:
    > Die Temperatur, bei der die Verflüchtigung begann, hing von der Temperatur ab.

    ? Nein, doch, oh!
    Wenn man weiterliest, kommt man zwar dahinter, dass Du “hängt vom Alter ab” meinst; aber vllt. solltest Du das korrigieren!?

  3. #3 RPGNo1
    20. Februar 2018

    @FF
    Hast du mal Cornelius gefragt? Als Mann vom Fach kann er dir vielleicht noch ein paar Tipps geben, wo man recherchieren kann bzw. welche Leute man kontaktieren könnte.

  4. #4 Karl Mistelberger
    20. Februar 2018

    > Wer wissen will, worum es dabei geht, kann zum Beispiel diesen Artikel der SZ oder diesen Artikel im Online-Standard lesen.

    Ein kleines, rotes Büchlein mit Goldlettern ist zum Politikum in Österreich geworden. Denn in dem Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt steht unter anderem diese Zeile: “Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ‘Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.'” In der nächsten Strophe heißt es: “Da schritt in ihre Mitte ein schlitzäugiger Chines’: ‘Auch wir sind Indogermanen und wollen zur Waffen-SS.'”

    http://www.sueddeutsche.de/politik/fpoe-aufregung-um-nazi-liederbuch-in-oesterreich-1.3838688

  5. #5 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    @RPGNo1: “Hast du mal Cornelius gefragt?”

    Natürlich.

  6. #6 Alexander
    20. Februar 2018

    @FF, Karl Mistelberger: Siehe auch

    http://www.deutschlandfunk.de/rechtsaussen-die-burschenschaften-innerhalb-der-fpoe.1310.de.html?dram:article_id=397759

    […] die Burschenschafter haben in sämtlichen Parteigliederungen, im Nationalrat, die sichere Mehrheit. Es gehört ihnen praktisch diese Partei.

    “Da wird beim Totengedenken das ‘ehrende Andenken’ an diese Burschenschafter zelebriert, das ehrende Andenken an Ernst Kaltenbrunner, als Chef des Reichssicherheitshauptamtes vielleicht die zentrale Figur der nationalsozialistischen Terror- und Vernichtungsmaschinerie,” so Scharsach.

    Und das keineswegs, weil niemand mehr wüsste, wer dieser 1946 hingerichtete “Alte Herr” der Burschenschaft Arminia Graz war.

    Scharsach weiter: “Da wird der Ahnenschrein geöffnet. Da hängen die Fotos der Burschenschafter, der verstorbenen, drinnen, und da werden die Namen aufgerufen und es wird ihrer besonderen Verdienste gedacht.”

    Der Verdienste Kaltenbrunners, aber zum Beispiel auch Irmfried Eberls, des Kommandanten des Vernichtungslagers Treblinka.

  7. #7 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    @Alexander, Karl Mistelberger: Danke für die Links. Aber schickt ihr mir die, weil in denen irgendwas drin steht, von dem ihr meint, es hätte auch in meinem Artikel stehen sollen? Oder einfach nur so? Über die Details der ganzen Affäre bin ich natürlich informiert – ich wollte nur nicht die ganze Geschichte auch hier noch ausbreiten weil es ja um die Wissenschaft gehen soll. Deswegen ja auch die beiden weiterführenden Links am Anfang

    @Yeti, Attila: Danke, ist korrigiert!

  8. #8 Captain E.
    20. Februar 2018

    @Karl Mistelberger:

    […]
    Ein kleines, rotes Büchlein mit Goldlettern ist zum Politikum in Österreich geworden. Denn in dem Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt steht unter anderem diese Zeile: “Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ‘Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.’” In der nächsten Strophe heißt es: “Da schritt in ihre Mitte ein schlitzäugiger Chines’: ‘Auch wir sind Indogermanen und wollen zur Waffen-SS.’”.

    […]

    Tja, der alte Sinnspruch “Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.” ist spätestens seit den Nazis und der SS als völliger Blödsinn entlarvt. Böse Menschen singen böse Lieder. Und manchmal (oder immer?) auch völlig blödsinnige.

    Der Irrsinn der Nazis zeigt sich nicht nur darin, dass eine Reihe des Führungspersonals (Hitler, Himmler, Göring, Goebbels) dem propagierten Menschenbild optisch nicht auch nur nahe gekommen ist, sondern dass die (Waffen-) SS sich gegen Kriegsende von Rechts wegen selber hätte vergasen müssen, nachdem sie dermaßen viel Personal aus den “Ostvölkern” rekrutiert hatte.

    Man könnte sich fragen, was die Leute damals alles eingeworfen haben – wenn man es nicht wüsste: Hitler hat sich von seinem HNO-Arzt Kokain auf die Schleimhäute streichen lassen, Göring war seit einer Verletzung, die er beim gescheiterten Putsch 1923 erlitten hatte, Morphium-abhängig, und die Soldaten bekamen während des Krieges Crystal Meth, damals noch “Pervitin” genannt. Was für eine Junkie-Diktatur! :-(

  9. #9 Alexander
    20. Februar 2018

    @Florian Freistetter: Ich dachte mir, der Link könnte vielleicht für andere Leser interessant sein. Es geht ja nicht um Kleinigkeiten.
    Den Artikel finde ich so ok. Das hier ist ja kein Politik-Blog.

    Und danke für den Klartext (“die rechtsextreme FPÖ”)!

  10. #10 anderer Michael
    20. Februar 2018

    Wenn 40 % der Mandatsträger Burschenschaftler sind, und diese besonders in Österreich sehr extremistische Anschauungen haben, dann verstehe ich nicht, wieso die gewählt werden.
    Kaltenbrunner ein ehrendes Gedenken ? Stimmt das wirklich? Wenn ja, würde ich diese Gruppe sofort verbieten und das Vermögen einziehen.
    Wieso werden die nicht aus der Partei FPÖ geschmissen?

  11. #11 Captain E.
    20. Februar 2018

    @anderer Michael:

    Vielleicht die “Macht der entschlossenen Minderheit”? Die Burschenschaftler werden praktisch immer dagegen stimmen, dass einer, mehrere oder gar alle von ihnen hinausgeworfen werden, und der Rest ist vielleicht zu uneins, um sie zu überstimmen. Oder manche Parteimitglieder mögen die Burschenschaft gut finden, ohne selbst bei denen Mitglied zu sein.

  12. #12 RPGNo1
    20. Februar 2018

    @FF

    Natürlich.

    Alles klar. :)
    Mir geht es halt ab und an, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.

  13. #13 Franz
    20. Februar 2018

    Wenn 40 % der Mandatsträger Burschenschaftler sind, und diese besonders in Österreich sehr extremistische Anschauungen haben, dann verstehe ich nicht, wieso die gewählt werden.
    Weil viele Österreicher mehr Angst vor dem Islam haben als vor Burschenschaftlern.

  14. #14 roel
    http://scienceblogs.de/10jahrescienceblogs/author/roel/
    20. Februar 2018

    @Florian Freistetter Kurze Frage, du schreibst: “Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls und will nun “chemisch untersuchen, wann die inkriminierenden Passagen, in denen der Judenmord durch die Nazis besungen wird, genau geschwärzt wurden”.”

    und dann widmest du dich der: “Massenspektrometrische Untersuchung der Alterungsprozesse von Kugelschreibertinte für die Echtheitsprüfung von Dokumenten”

    Wurde der Text tatsächlich mithilfe eines Kugelschreibers geschwärzt?

    Die Angaben konnte ich bisher nicht finden.

  15. #15 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    @roel: “und dann widmest du dich der: “Massenspektrometrische Untersuchung der Alterungsprozesse von Kugelschreibertinte für die Echtheitsprüfung von Dokumenten””

    Das war nur die Doktorarbeit die mich zur Professorin gebracht hat, die mich auf die Arbeit von Bügel et al verwiesen hat, die ich dann im Rest des Artikels bespreche.

  16. #16 roel
    http://scienceblogs.de/10jahrescienceblogs/author/roel/
    20. Februar 2018

    @Florian Freistetter

    Aber da geht es auch um Kugelschreibertinte (Ballpoint pen ink).

    “Age determination of ballpoint pen ink by thermal desorption and gas chromatography-mass spectrometry.”

  17. #17 Julia
    20. Februar 2018

    Die Bücher werden doch professionell gedruckt, müsste man dann nicht anhand der Auflagen feststellen können, ab wann die Passage vom Layout bereits geschwärzt war? Ansonsten sind die Bücher alle nachgearbeitet und da gibt es dann Unterschiede bei der Tinte, bzw. der Tintenalterung.

  18. #18 stone1
    20. Februar 2018

    @anderer Michael

    Man musste schon politisch interessiert sein, um vor der Wahl zu wissen, dass die FPÖ inzwischen von Burschenschaftlern dominiert ist, und das sind wohl viele FP-Wähler nicht oder nur einseitig. Stärker kommuniziert wurde das jedenfalls nicht.
    Zur Zeit der letzten FP-Regierungsbeteiligung war das ja noch anders, Haider hatte im Wesentlichen eine Solariums-Glücksrittertruppe um sich geschart, die Burschenschafter haben erst unter Strache die “liberaleren” Kräfte (ins orange BZÖ) verdrängt.
    Die FP hat diesmal auch deshalb so stark abgeschnitten, weil andere rechte Protestparteien inzwischen weggefallen sind (BZÖ, Team Stronach).
    Ich nehme an, dass dem Großteil der Blauwähler die Situation gar nicht bewusst war, und nur ein kleiner Teil davon tatsächlich rechtsextreme, deutschnationale Positionen in der Regierung befürwortet.
    Es ist zu hoffen und auch nicht unwahrscheinlich, dass es die FPÖ in diesem Spagat zwischen Protest- und Regierungspartei (wieder einmal) zerreißen wird. Heftigen Gegenwind hat sie ja schon, siehe das Volksbegehren gegen ein Hauptanliegen der FP, nämlich das Kippen des bereits beschlossenen Rauchverbots in der Gastronomie.
    Ob und wie stark das Gebaren der FPÖ auch den Höhenflug des VP-Starlets Kurz beeinträchtigen wird, werden wir sehen. Ich meine der kann schon froh sein, wenn seine Regierung die vorgesehene Amtszeit von 5 Jahren übersteht, bei dem Koalitionspartner.

  19. #19 RPGNo1
    20. Februar 2018

    VP-Starlets Kurz

    Wie süß! Die Bezeichnung gefällt mir.

  20. #20 tomtoo
    20. Februar 2018

    Problematisch wirds bei geschwärtzten PDF Dateien. ; ) Wer sich noch erinnern kann.

  21. #21 Franz
    20. Februar 2018

    @Stone1
    Rede mal mit typischen FPÖ Wählern, denen ist das schon ziemlich egal ob die Partei jetzt rechtsradikal ist, oder ob da Burschenschaftler drin sitzen und was die singen, wenn nur jemand mal die Migration stoppt. Die haben Panik vor den 42% Migranten in Wien (warum auch immer) und sehen in der FPÖ die einzige Lösung. Ich schätze aber auch dass es die FPÖ bei der nächsten Wahl wieder mal zerlegt, denn für die typischen FPÖ Wähler geht nicht wirklich etwas weiter und Kurz kann da nur gewinnen.

  22. #22 anderer Michael
    20. Februar 2018

    Ich bedanke mich für die Infos . Als Deutscher habe ich nicht den Überblick. Erstaunlich , Jörg Haider ist in Deutschland noch eine ziemlich negativ besetzte Person, man denke nur an seine Kommentare zu SS Soldaten. Er gilt also eher als ein Liberaler ? ( Mir ist bekannt, dass er vor Jahren bei einem Autounfall bedauerlicherweise verstorben ist)

  23. #23 tomtoo
    20. Februar 2018

    42% Migranten in Wien ???

  24. #24 rolak
    20. Februar 2018

    Autounfall

    yep, in einer Rechtskurve zuviel Gas gegeben – das hatte schon etwas Entlarvendes…

  25. #25 rolak
    20. Februar 2018
  26. #26 stone1
    20. Februar 2018

    @anderer Michael

    Jörg Haider ist in Deutschland noch eine ziemlich negativ besetzte Person

    Das ist er größtenteils auch hier, darum habe ich das Wort “liberalere” auch in Anführungszeichen gesetzt. Die waren nur insofern liberal, dass sie sich vor allem auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern versucht haben.
    Es gab tatsächlich mal einen liberalen Flügel in der FPÖ, aber das war unter Norbert Steger, der in den 80ern Vizekanzler unter dem SPÖ-Chef Sinowatz war.
    In Kärnten gibt es wohl noch ein paar Haider-Verehrer, ansonsten deckt man lieber den Mantel des Schweigens über ihn, vor allem die Strache-FPÖ will nichts mehr mit ihm zu tun haben, hat er doch auch nicht unwesentlich zum größten Finanzskandal der 2. Republik, der Hypo Alpe Adria-Geschichte beigetragen.

  27. #27 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    @anderer Michael: “Er gilt also eher als ein Liberaler ?”

    Hu – bei weitem nicht 😉 Haider war schon eindeutig am rechten Ende des Spektrums angesiedelt (umsonst lobt man – so wie er – ja zB nicht die Arbeitspolitik des dritten Reichs). Aber als die FPÖ zur Jahrtausendwende das erste Mal in die Regierung kam, waren die Ministerinnen und Minister dort vergleichsweise ideologiefrei und nur geldgeil. Die Korruption von damals wird heute noch aufgearbeitet (passenderweise begann der Prozess gegen die Hauptverantwortlichen genau zu dem Zeitpunkt, als die neue Regierung ihr Amt antrat). Jetzt sitzen aber eben wirklich die Rechtsextremen in den Ministerien und dem Parlament. Jetzt haben wir die ganzen Deutschnationalen Burschenschafter, die Ausländerhasser, usw. Es würde mich nicht wundern, wenn wir nach Ende dieser Regierung die gleiche Menge an Korruption aufarbeiten können wie beim letzten Mal. Aber zusätzlich sind die Typen diesmal eben auch ideologisch in ne ganz bestimmte Richtung unterwegs. Die FPÖler von damals wollten “nur” reich werden…

  28. #28 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    @Franz: 42% Migranten in Wien klingt ein wenig hoch… Kann es sein, dass da was durcheinander gekommen ist? Hier zb: https://derstandard.at/2000059011153/Vier-von-zehn-Migranten-leben-in-Wien Da steht, dass 40% aller Migranten Österreichs in Wien leben. Aber d.h. ja nicht, dass sie dort 40 Prozent der Bevölkerung stellen.

    Wenn ich die Zahlen dort nachrechne, komm ich bei 1,6 Millionen Migranten auf 640.000 die in Wien wohnen, was bei einer Bevölkerung von 1,8 Millionen zu ~ 35% führt.

  29. #29 stone1
    20. Februar 2018

    42% Migranten in Wien ???

    Wien ist eben eine Weltstadt! Und eine schöne, sichere und lebenswerte noch dazu, ich verstehe die Leute nicht, die sich von der Angst&Bangpropaganda was anderes einreden lassen. Bin oft dort und hab mich noch nie gefürchtet.

  30. #30 Ursula
    20. Februar 2018

    Wir sollten Unterscheiden zwischen Ausländeranteil in Wien ca. 29% und Menschen mit Migrationshintergrund ca. 49%.
    https://derstandard.at/2000067923463/Jeder-dritte-Wiener-ist-im-Ausland-geboren

  31. #31 tomtoo
    20. Februar 2018

    @Ursula
    Jo, denke das war Sprachverwirrung.

  32. #32 Ursula
    20. Februar 2018

    @Stone
    Ich lebe in Wien und einen hohen Anteil an Migranten gab es hier schon immer. Wobei ich auf Grund der Historie dieser Stadt gar nicht definieren könnte, was denn die autochthone Bevölkerung dieser Stadt sein könnte, sollte, wäre…

  33. #33 stone1
    20. Februar 2018

    @Ursula

    Eben. Und fühlst Du dich unsicher und bedroht? Sicher wird es Probleme geben, die man als nicht dort Ansässiger nicht so mitbekommt, aber die gibt es überall.
    Ich würde mich ja eher von berittenen Polizeistreifen bedroht fühlen, wie sie Innenminister Kickl, in einem erneuten Anflug von völliger Sinnlosigkeit, haben will. Fahrräder sind doch viel praktischer und hinterlassen keine stinkenden Exkremente.

  34. #34 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    Sowas: Gerade eben ist ein neuer “Einzelfall” bekannt geworden: “Neuen Zündstoff gibt es in der Frage: Wie hält es die FPÖ mit den deutschnationalen Burschenschaften? Nach dem folgenreichen Skandal um ein Liederbuch der Wiener Neustädter Burschenschaft Germania ist nun ein weiteres Gesangsbuch aufgetaucht, das antisemitisches Liedgut enthält.”

    https://kurier.at/politik/inland/neues-burschenschafter-liederbuch-mit-antisemitischen-texten-aufgetaucht/311.532.685

  35. #35 Ursula
    20. Februar 2018

    @ stone
    Nein, ich fühl mich nicht bedroht. Problemstellungen gibt’s genug, durch meinen Beruf krieg ich allerdings auch viel mit. Aber jetzt sind wir schon sehr OT. Leider kann ich zur Altersfeststellung von Tinte nix beitragen

  36. #36 Ursula
    20. Februar 2018

    @ Florian
    Es wird von Tag zu Tag grauslicher! Ich speib mich an…

  37. #37 stone1
    20. Februar 2018

    Warum nur überrascht mich das jetzt nicht? Die Rechten werden gleich wieder von einer linkslinken Kampagne sprechen, weil es anscheinend wieder einmal der Falter recherchiert hat. Genauso wie das Nichtrauchervolksbegehren parteipolitisch gesteuert sein soll… so sad. ; )

  38. #38 stone1
    20. Februar 2018

    Achso ja, das Topic. Wie wurde denn nun das Liederbuch geschwärzt? Würde mich auch interessieren, wie man denn nun professionell Texte in Büchern schwärzt. Mit einem dicken Edding?

  39. #39 Universallaie
    20. Februar 2018

    @stone1

    Schwärzen von Druckerzeugnissen ist Handarbeit, ein Filzschreiber kann da durchaus geeignet sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwärzung

  40. #40 stone1
    20. Februar 2018

    @Universallaie
    Aha tatsächlich, Danke.
    Und der neue Fund in der Bruna Sudetia ist nicht geschwärzt und auch noch jüngeren Datums, bin schon gespannt wie sie sich da wieder rauswinden wollen und wann der Social-Mediatyp im Infrastrukturministerium zurücktritt.

  41. #41 Ursula
    20. Februar 2018

    @ stone
    Eben gelesen, dass sie vorhaben den “Falter” wegen Diffamierung zu klagen. Noch hab ich keine Quelle dazu nur ein Posting.

  42. #42 Florian Freistetter
    20. Februar 2018

    Gut, die ÖVP ist auch nicht viel besser: https://diepresse.com/home/bildung/5375369/Eva-Dichand-wird-UniRaetin-fuer-die-OeVP
    Die Herausgeberin eines der übelsten Boulevardblätter im Land wird Uni-Rätin an der Medizinischen Universität. Abgesehen davon, dass die Frau nicht wirklich irgendwas für den Job qualifiziert, ist es auch ein ziemlich deutliches Zeichen, wenn sich die Regierungspartei so sehr (ich dachte ja, es geht kaum noch mehr) an den Boulevard anbiedert…

    Da kann man nur hoffen, dass irgendwann noch genügend vernünftige Leute an den Unis übrig bleiben, die Ahnung von chemischen Analysen haben!

  43. #43 PDP10
    20. Februar 2018

    @Ursula, stone1:

    Nur noch eine kurze Anmerkung zum Thema “Migrantenanteil an der Bevölkerung in Wien”.
    Das ist nicht nur in Wien so.
    In der ganzen Welt sind Großstädte “Magneten” für Einwanderer. Das war schon immer so und ist nichts besonderes.
    Leute die das für eine akute Problematik halten, haben entweder den Geschichtsunterricht in der Schule geschwänzt oder nutzen das Thema für Krawall – oder beides.

    Hier sind ein paar (etwas ältere) Zahlen für Deutschland:

    http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/newsletter/208209/grossstaedte-sind-zuwanderungsmagneten

  44. #44 Ursula
    21. Februar 2018

    @PDP10
    Danke! Ja, das stimmt. Wollt eh drauf hinweisen, hab dann nur vergessen.

  45. #45 Ursula
    21. Februar 2018

    @Florian
    Kaum hält man ein Steigerung für möglich…
    Ich hab mir noch nie so sehnlichst gewünscht, dass es eine Regierung richtig ordentlich auf die Goschn haut.

  46. #46 Karl Mistelberger
    21. Februar 2018

    > #7 Florian Freistetter, 20. Februar 2018
    > @Alexander, Karl Mistelberger: Danke für die Links. Aber schickt ihr mir die, weil in denen irgendwas drin steht, von dem ihr meint, es hätte auch in meinem Artikel stehen sollen?

    Ja.

    > Oder einfach nur so?

    Nein.

    > Über die Details der ganzen Affäre bin ich natürlich informiert – ich wollte nur nicht die ganze Geschichte auch hier noch ausbreiten weil es ja um die Wissenschaft gehen soll. Deswegen ja auch die beiden weiterführenden Links am Anfang

    Ich war im Urlaub und bin nicht so gut informiert. Anderen Lesern geht es ebenso.

    Von Ausbreiten kann keine Rede sein. Es geht darum, die Fakten in einem kurzen Absatz darzustellen. In den Links am Anfang ist das nicht der Fall.

    Die Süddeutsche meint: “Die Debatte um ein rechtsextremes Liederbuch in Niederösterreich zeigt: Egal, wie die Wahl dort am Sonntag ausgeht, die FPÖ hat jetzt schon gewonnen.”

    Der Standard: “Die Affäre um Niederösterreichs Spitzenkandidaten Udo Landbauer erfasst nun den FPÖ-Chef. Die ÖVP fühlt sich durch den Koalitionspartner angepatzt”

    Zum Textzitat kommen bei erst nach mehreren Absätzen, gut verpackt in Meinung und Kommentar.

    Besser wird hier berichtet: https://www.timesofisrael.com/topic/freedom-party-fpoe/

  47. #47 Florian Freistetter
    21. Februar 2018

    @Karl: ” Es geht darum, die Fakten in einem kurzen Absatz darzustellen. “

    Hmm. Ich dachte, das hätte ich mit diesem Absatz getan:

    “Die Kurzversion: Der Spitzenkandidat der FPÖ zur kürzlich stattgefundenen Landtagswahl in Niederösterreich, Udo Landbauer, war Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Burschenschaft Germania (Wahlspruch: “Deutsch und treu in Not und Tod!”). In dieser Burschenschaft gab es ein Liederbuch und in diesem Buch waren Lieder mit extrem rassistischen und antisemitischen Texten enthalten. Landbauer meinte, er hätte davon nichts mitbekommen und die entsprechenden Stellen im Buch wären sowieso schon die längste Zeit geschwärzt gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls und will nun “chemisch untersuchen, wann die inkriminierenden Passagen, in denen der Judenmord durch die Nazis besungen wird, genau geschwärzt wurden”.

  48. #48 Karl Mistelberger
    21. Februar 2018

    Auf der Titelseite von Scienceblogs stand:

    “Österreich hat seit letztem Jahr eine neue Regierung. Eine Regierung in der auch die rechtsextreme FPÖ sitzt. Deren Personal ist – wenig überraschend – genau so, wie man es von so einer Partei erwarten kann. Das zeigt sich in Österreich ständig; ganz besonders in der letzten Zeit aber bei der sogenannten Liederbuch-Affäre.”

    Ohne diesen Einstieg , insbesondere die Formulierung “Deren Personal ist – wenig überraschend – genau so, wie man es von so einer Partei erwarten kann.” hätte ich wahrscheinlich gar nicht weiter gelesen.

    Statt Standard und Süddeutsche wäre Falter die bessere Quelle gewesen:

    Wir schaffen die siebte Million

  49. #49 Florian Freistetter
    21. Februar 2018

    @Karl: Sorry, ich hab jetzt wirklich den Faden verloren und weiß nicht mehr, was du jetzt an meinem Artikel kritisierst. Er handelt von der forensischer Untersuchung zur Datierung von Tinte. In der Einleitung habe ich erklärt, warum das aktuell interessant ist. Ich habe die Liederbuchaffäre kurz zusammengefasst, soweit sie relevant für das Forensik-Thema ist. Und zwei ausführliche Darstellungen in anderen Medien verlinkt für diejenigen, die mehr wissen wollen. Mein Artikel ist KEIN Artikel über die Liederbuchaffäre.

  50. #50 Laie
    23. Februar 2018

    Mir wurde und ist noch immer richtig schlecht als ich erfuhr, was für ein “Geist” (noch immer) in diesen Burschenschaftern Köpfen weht. Unfassbar!