SG_LogoDas ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video.

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Sternengeschichten Folge 294: Warum sind Planeten rund?

In der letzten Folge der Sternengeschichten habe ich vom arabischen Gelehrten al-Biruni erzählt und seiner sehr exakten Messung der Größe der Erdkugel vor mehr als 1000 Jahren. Dass die Erde eine Kugel ist, wusste man da schon aber viel länger. Aber warum ist sie eine Kugel? Und wieso sind andere Himmelskörper – wie zum Beispiel viele Asteroiden – nicht rund?

Um das zu verstehen, müssen wir uns zuerst damit beschäftigen, wie Planeten überhaupt entstehen. Das ist natürlich ein Thema, das viel zu umfangreich für eine einzige Sternengeschichten-Folge ist. Ich werde es daher auch nicht im Detail erklären, sondern mich auf die für die Form der Planeten relevanten Teile konzentrieren.

Ganz vereinfacht gesagt fängt alles mit einer Riesenmolekülwolke an, also einer gigantischen interstellaren Gaswolke, die fast komplett aus Wasserstoff besteht, aber auch einen Schwung anderer Elemente enthält. Die Wolke, aus der unser Sonnensystem entstanden ist, hatte vermutlich einen Durchmesser von etwa 65 Lichtjahren. Die ganzen Teilchen dieser Gaswolke bewegen sich aufgrund ihrer Bewegungsenergier mehr oder weniger zufällig hin und her. Wäre das schon alles, dann würde sich so eine Wolke im Laufe der Zeit immer weiter ausbreiten und verdünnen, bis sie quasi komplett verschwunden ist.

Aber da ist ja auch noch die Gravitation. Die ist überall und sie ist der Grund, warum es so etwas wie Planeten überhaupt gibt. Denn die gesamte Masse aller Teilchen in der Wolke übt eine Gravitationskraft aus, die sie zusammenhält. Umso fester, je größer die Masse ist. Und wenn die Masse eine bestimmte Grenzmasse übersteigt, dann passieren interessante Dinge. Diese Grenze wird das “Jeans-Kriterium” beziehungsweise die “Jeans-Masse” genannt. Und hat übrigens nichts mit der Jeans-Hose zu tun, sondern dem englischen Astronomen James Jeans, der das Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt hat.

Ist die Masse der Wolke größer als die Jeans-Masse, dann ist ihre Gravitationskraft stärker als die Kraft der sich bewegenden Teilchen. Die Wolke kann also unter ihrer eigenen Gravitationskraft in sich zusammenfallen und genau das tut sie dann auch. Normalerweise aber nicht die gesamte Wolke – sie fragmentiert, das heißt es entstehen mehrere Bereiche, in denen das Material sich immer dichter zusammendrängt. In jeder dieser Regionen entstehen dann Protosterne und aus der ganzen Wolke eine Sternengruppe.

Jetzt kommt die Drehimpulserhaltung ins Spiel, und die Prozesse über die ich ja im Detail schon in Folge 238 gesprochen habe. Ohne Drehimpulserhaltung würde das ganze Zeug aus der Wolke ja einfach in sich zusammenfallen, bis am Ende nur ein Stern da ist und sonst nichts. Aber weil sich eben all die Teilchen bewegen, fallen sie nicht in exakt gerader Linie auf den sich bildenen Stern. Sondern sie bewegen sich auch ein wenig um den Protostern herum. Das führt dazu, dass sich um den Stern eine rotierende Scheibe aus Material bildet. Und damit sind wir schon fast bei den Planeten.

Diese Scheibe ist voll mit Gas und Staub. Die Teilchen stoßen immer wieder zusammen. Manchmal prallen sie dabei voneinander ab; manchmal verbinden sie sich aber auch und werden größer. Diese größeren Objekte kollidieren ebenfalls und je nachdem zerbröseln sie dabei wieder zu kleineren Objekten oder werden noch größer. Irgendwann werden manche dieser sogenannten “Planetesimale” so groß, dass sie mit ihrer Gravitationskraft einen merkbaren Einfluss auf ihre Umgebung ausüben. Sie ziehen noch mehr Zeug an und wachsen noch schneller.

Und auch bei diesem Wachstum gibt es einen Punkt, an dem die Dinge interessant werden. Es wäre ja überraschend, wenn sich bei all diesen chaotischen Kollisionen die Planetesimale zufällig so anordnen würden, dass am Ende ein großer, kugelförmiger Planet entsteht. Und natürlich ist das auch nicht so passiert. Wenn ein Himmelskörper groß genug wird, dann kann er nicht anders, als kugelförmig zu werden.

Das liegt am sogenannten “hydrostatischen Gleichgewicht”. Man muss hier zwei Kräfte betrachten: Einerseits die Gravitationskraft und andererseits die Bindungskräfte zwischen den Atomen und Molekülen aus denen die Materie aufgebaut ist. Ein Beispiel: Ein Ziegelstein bleibt deswegen ein Ziegelstein und zerfließt nicht einfach zu einer staubigen Pfütze aus Staub, weil die Atome aus denen er besteht durch eine gewisse Energie aneinander gebunden sind. Man muss also auch Energie aufbringen, wenn man das ändern will. Wenn man jetzt einfach mal mit der Faust gegen eine Ziegelmauer schlägt, dann wird man schnell – und schmerzhaft – merken, dass das energiemäßig nicht ausreicht. Wenn ich dagegen mit einem großen Vorschlaghammer komme oder einem Schlagbohrer, dann kann ich die Bindungen und den Ziegelstein leicht zertrümmern.

Wenn sich in einer Scheibe aus Gas und Staub um einen jungen Stern aus Atomen und Molekülen größere Objekte aufbauen, dann haben die zuerst mal keine irgendwie bevorzugte Form. Vereinfacht gesagt: Dort wo gerade ein neues Atom dranknallt, da bleibt es auch kleben. Die Formen der so entstehenden Planetesimale sind daher auch sehr unregelmäßig. Diese Dinger können mehr oder weniger irgendwie ausschauen. Und sie sind ein wenig wie die Ziegelsteine aus dem Beispiel von vorhin, die ihre Form behalten, solange sich nichts ändert.

Je mehr Masse so ein Planetesimal aber ansammelt, desto größer wird auch die Gravitationskraft, die diese Masse auf sich selbst ausübt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Gravitationskraft so stark ist, dass die Bindungsenergie zwischen der Materie nicht mehr in der Lage ist, die ursprüngliche Form zu halten. Und nimmt die einzige Form an, die die Gravitationskraft noch erlaubt: Eine Kugel.

Es ist leicht zu verstehen, warum das so sein muss. Betrachten wir die Oberfläche einer Kugel: Hier ist jeder Punkt vom Mittelpunkt gleich weit entfernt. Genau so ist ja eine Kugel überhaupt erst definiert. Da die Stärke der Gravitationskraft neben der Masse auch vom Abstand abhängt, spürt also auch jeder Punkt die gleiche Anziehungskraft. Das ist der optimale Zustand und die Natur mag optimale Zustände.

Vielleicht kann man das auch an einem Beispiel besser verstehen. Stellen wir uns vor, es ist Sommer, es ist heiß und wir sind auf einer großen Wiese im Park. Plötzlich ruft dort irgendjemand: “Kostenloses Eis! Kostenloses Eis! Wer zuerst kommt, kriegt die besten Sorten!”. Was passiert? Natürlich laufen alle Leute auf der Wiese so schnell wie möglich auf diese Person zu. Wer will schon das kostenlose Eis verpassen? Sofort bildet sich eine Menschenmenge um die Stelle, an der das Eis verteilt wird. Nur wir haben natürlich Pech gehabt. Wir waren zu weit weg und haben es nicht ganz nach vorne geschafft. Aber wir wollen natürlich trotzdem das Eis haben! Wir laufen also außen um die Menschenmenge herum, hüpfen hoch und hin und her und probieren eine Position zu finden, bei der wir möglichst nahe am Eis sind. Egal aus welcher Richtung wir ursprünglich gekommen sind: Wir werden so lange um die Menschenmenge rumlaufen, bis wir die optimale Position gefunden haben. Also die Position, bei der wir uns sicher sind, dass dort nicht mehr Menschen vor uns stehen als irgendwo anders.

Und wenn wir nun davon ausgehen, dass alle anderen Leute auf der Wiese das ebenso tun, dann entsteht ganz automatisch eine Reihe von Kreisen um das Eis. Denn nur ein Kreis stellt sicher, dass alle gleich weit vom Mittelpunkt – also dem Ort wo es das Eis gibt! – entfernt sind. Wenn da schon hundert Leute im Kreis um das Eis herum stehen, dann kämen die nächsten hundert Leute sicher nicht auf die Idee, einfach außen an diesem Kreis eine lange Schlange zu bilden. Denn die Leute in der Schlange kämen erst dann an die Reihe, wenn alle aus den Kreisen und diejenigen vor ihnen in der Schlange dran waren. Viel besser für alle ist es, ebenfalls einen Kreis außen herum um die Menschenmenge zu bilden. Dann haben alle die gleiche Chance aufs Eis.

Aber weg vom Eis und zurück zu den Planeten. Hier funktioniert das genau so. Nur ist es hier nicht die Anziehungskraft des köstlichen Eises, dass die Form bestimmt, sondern die Anziehungskraft der Gravitation und es sind nicht Menschen, sondern Atome, die sich bewegen. So lange, bis sie alle so nah wie möglich an das Zentrum der Anziehungskraft gelangt sind und das geht eben nur, wenn sie sich alle kugelförmig um einen gemeinsamen Mittelpunkt anordnen.

Deswegen sind Planeten rund. Und bevor jemand meckert: Natürlich war das eine sehr vereinfachte Darstellung. Auf der Oberfläche der Erde gibt es ja jede Menge Abweichungen von der Kugelform, zum Beispiel Berge. Aber die gibt es nur, weil die einerseits klein genug sind und andererseits aus einem Material, das starke Bindungskräfte hat. So stark, dass es gerade noch ausreicht, um der Anziehungskraft der Erde zu widerstehen. Wären die Berge höher und damit massereicher, dann würde aber selbst das nicht mehr helfen, dann würden sie durch die Eigengravitation der Erde in den Planeten sinken und schrumpfen. Die Berge auf der Erde sind mehr oder weniger fast so hoch, wie sein können. Ein paar hundert Meter mehr gingen theoretisch noch, aber recht viel mehr als 10 Kilometer hohe Berge sind bei uns nicht drin. Und 10 Kilometer sind relativ wenig verglichen mit den 6371 Kilometer des Erdradius. Aus Sicht des Planeten fallen die Berge gar nicht auf; die Oberfläche ist quasi spiegelglatt.

Natürlich gibt es noch weitere Details die die Sache komplizierter machen. Die Rotation eines Planeten und die dadurch erzeugten Fliehkräfte wirken der Gravitationskraft ebenfalls entgegen, was zu Abweichungen von der Kugelform führt. Es gibt Gezeitenkräfte, die alles verformen. Es gibt – wie ich in Folge 256 der Sternengeschichten erzählt habe – im Inneren großer Himmelskörper die durch radioaktive Elemente freigesetzte Wärme, die dazu führt das festes Gestein flüssig wird, was dessen Zusammenhalt natürlich schwächt. Und so weiter.

Aber sieht man von diesen Details ab, dann haben Himmelskörper schlicht und einfach keine andere Wahl, als rund zu sein, sobald sie eine gewisse Größe überschritten haben. Dafür sorgen die fundamentalen Eigenschaften der Natur.

Kommentare (41)

  1. […] Sternengeschichten Folge 294: Warum sind Planeten rund? (erscheint am 13.07.2018) […]

  2. […] und Plädoyer für das frühe Aufstehen (erscheint am 12.07.2018) Sternengeschichten Folge 294: Warum sind Planeten rund? (erscheint am 13.07.2018) Erdkugelgeschichten 05: Terraforming Mars: Wie kriegt ein Planet ein […]

  3. #3 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    Eine Molekülwolke hat schon aufgrund der galaktischen Rotation einen Drehimpuls. Gibt es auch Molekülwolken deren Gesamtdrehimpuls null ist. Mit Molekülwolke meine ich jetzt schon recht große Gebilde.

  4. #4 HSc
    13. Juli 2018

    Die 6371 km sind wohl der Erdradius, nicht der Durchmesser… Aber das kostenlose Eis ist ein schönes Analogon! :-)

  5. #5 Captain E.
    13. Juli 2018

    Was wäre, wenn jemand einen Kubus-Planeten bestellen würde mit einer Kantenlänge von 10.200 km? (Douglas Adams lässt grüßen!) Für die Planetenbaufirma wäre das ja bestimmt auch kein Problem. Wie wir aber zuletzt bei der Diskussion um die Beschleunigerringe gesehen haben, fühlte sich das Leben auf so einem Kubus-Planeten sehr merkwürdig an. Obwohl der fabrikneue Planet sechs absolut flache Quadrate als Oberfläche hätte, die zudem noch allesamt in einem rechten Winkel aufeinander stießen, hätte man im Zentrum der Quadrate den Eindruck, sich in einem tiefen Tal zu befinden. Vermutlich gäbe es dort gar kein festes Land, sondern Wasserflächen, und die wären sicherlich nicht mehr flach, sondern Kugelschalen. Die 12 Kanten des Würfels wären scharfe Gebirgsgrate, zu denen der Anstieg ungeheuerlich steil wäre. Der Anstieg zu den 8 Ecken des Würfels wäre noch einmal um einiges steiler und die Ecken selber die Gipfel dermaßen gigantischer Berge, dass Himalaya und Karakorum und ihre höchsten Berge Mount Everest und K2 dagegen noch nicht einmal Hügelchen wären. Und wenn dieser Planet eine atembare Lufthülle hätte, so könnten Menschen wohl nur in der Nähe der Seitenzentren leben, aber ganz bestimmt nicht an den Kanten oder Ecken, da die Luft dort dünner wäre als in der Flughöhe der ISS.

    Aber spinnen wir das Garn doch weiter: Die Bauherren des Kubus-Planeten hätten nun versäumt, einen Wartungsvertrag für ihr Schmuckstück abzuschließen bzw. die einzige existierende Spezialfirma hätte ihren Betrieb eingestellt. Der Zahl der Zeit nagt also am Planeten, und das angenommene heiße Planeteninnere verformt sich so allmählich plastisch, während aus den steilen Hängen der festen Oberfläche durch Wind und Wetter (inkl. Weltraumwetter wie Sonnenwind und Einschläge) kleinere und größere Brocken herausgeschlagen werden und mit Karacho den langen Weg ins Tal stürzen. Das Ende des Liedes wäre dann natürlich wiederum ein ziemlich rundes Etwas, dass man wie üblich „Kugel“, „Rotationsellipsoid“ oder von mir aus auch „Geoid“ nennen könnte.

  6. #6 Bernd
    13. Juli 2018

    @FF du hast den Erdradius anstatt des Durchmessers genannt.

  7. #8 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    @Captain E.

    Ätsch 😉

    Das Gravitationspotential des Würfels über seinen Ecken ist höher als nominell, und
    das Gravitationspotential des Würfels über der Mitte einer seiner Flächen ist niedriger als nominal.

  8. #9 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    @Captain E.

    Hast Lust auf einer Kubuserde eine Wanderung zu unternehmen?

    Bild: Erde in einen Würfel gepackt

  9. #10 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Karl-Heinz:

    Ätsch

    Das Gravitationspotential des Würfels über seinen Ecken ist höher als nominell, und
    das Gravitationspotential des Würfels über der Mitte einer seiner Flächen ist niedriger als nominal.

    Das tut es ganz bestimmt, aber wenn du genau im Zentrum einer Seitenfläche stehst, hast du 10.200 km Masse direkt unter dir, aber nur 5.100 vor und hinter bzw. rechts und links neben dir. (Bis zu den Ecken wären es 7.200 km, aber das ist eigentlich auch egal.) Die Gravitation senkrecht zur „üblichen“ lotrecht nach unten hebt sich in der Mitte also gegenseitig auf, und zudem wirkt sie vektoriell ja auch teilweise nach unten. Gefühlt dürfte es, zumindest von den Zentren entfernt, das Gefühl der Steilheit ein wenig mindern.

    Das ändert aber natürlich nichts am grundsätzlichen Problem. Das glutflüssige Innere (oder wollen wir es sofort erkaltet und starr haben?) zieht sich aus den „Bergen“ zurück und wölbt sich in der Mitte der Quadrate auf. Vulkanismus wird es also nur dort geben, und die „Berge“ werden ausgehöhlt. Tja, und wie gesagt, was abbricht, stürzt ab. Nach einer guten Wohnlage hört sich das nicht an. Entweder der (steile) Boden unter den Füßen rutscht ab oder man wird von Brocken getroffen, die von weiter oben stammen.

    Da stellt sich natürlich eine Frage: Reden wir über hunderttausende von Jahren oder über Milliarden von Jahren, bis sich der Kubus zu einer Kugel verformt hätte?

  10. #11 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Karl-Heinz:

    Hast Lust auf einer Kubuserde eine Wanderung zu unternehmen?

    Ich weiß ja nicht – bei all den Klamotten, die einem da auf den Kopf fallen können? Ein Blick aus dem Orbit machte da wohl mehr Spaß. Nicht, dass das Navigieren im Orbit um einen Kubus-Planeten so ganz ungefährlich wäre…

  11. #12 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    @Captain E.

    Upss… natürlich hast du recht.
    Ich hatte das g (Beschleunigung) blöderweise als Potential interpretiert und bin deswegen zu falschen Schlussfolgerungen gekommen.
    Kannst du mir verzeihen? 😉

  12. #13 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Karl-Heinz:

    Upss… natürlich hast du recht.
    Ich hatte das g (Beschleunigung) blöderweise als Potential interpretiert und bin deswegen zu falschen Schlussfolgerungen gekommen.
    Kannst du mir verzeihen?

    Klar – einmal noch! :-)

  13. #14 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    @Bernd

    @FF du hast den Erdradius anstatt des Durchmessers genannt.

    Dort wo gearbeitet wird passieren Fehler.
    In meinem Fall bin ich froh, dass Captain E. meinen Gedankenfehler bezüglich würfelförmiger Erde aufgedeckt hat. Sonst würde ich noch immer glauben, dass das Wasser sich an den Spitzen der würfelförmigen Erde sammeln würde.
    Wie geht man mit Fehler, die man selber macht eigentlich um? Eine Methode die ich auch sehr gerne praktiziere ist Fehler auszusitzen und so zu tun, als wäre nichts gewesen bis Gras über die Sache gewachsen ist. 😉

  14. #15 rolak
    13. Juli 2018

    Kein Planet

    Diese schräge Bebilderung steht weit oben auf meiner BeliebtheitsSkala…

  15. #16 rolak
    13. Juli 2018

    Wie geht man mit Fehler, die man selber macht eigentlich um?

    /Fehlern/, /macht,/  X•D

    Es gäbe da einen koinzident erschienenen Text.

    btt: Selbstverständlich gibt es nur deswegen nur runde Planete, weil die eckigen schon lange aus sind und auch nicht mehr reinkommen.

  16. #17 Captain E.
    13. Juli 2018

    @rolak:

    Eckige Planeten sind eine Sonderanfertigung, und die gibt es halt nur bei Magrathea. Sobald die Magratheaner bei sich bessernder Wirtschaftlage aufwachen, kannst du natürlich gerne einen oder auch mehrere ordern. Wie wäre es mit einer Kollektion platonischer Planeten? Fünf Planeten, einer schöner als der andere. :-)

  17. #18 Karl-Heinz
    13. Juli 2018

    @rolak

    Danke Rolak. Orthografie war nie so meine Stärke.
    –Geprüft durch Duden.

  18. #19 Bullet
    13. Juli 2018

    Bin ich eigentlich der einzige, dem das Bild von der Molekülwolke so vorkommt, als würde sie mir einen Mittelfinger zeigen? Ich hab der doch gar nix …

  19. #20 Bullet
    13. Juli 2018

    @Cpt. E:

    Die 12 Kanten des Würfels wären scharfe Gebirgsgrate, zu denen der Anstieg ungeheuerlich steil wäre. Der Anstieg zu den 8 Ecken des Würfels wäre noch einmal um einiges steiler […]

    Gugg dir mal das Bild der Erde im Kubus an. Ich finde eine glatte 45°-Steigung (so etwa jedenfalls) nicht sooooo “ungeheuerlich steil”. Das kann ich mit Kletterschuhen sogar im einigermaßen aufrechten Gang.

  20. #21 Spritkopf
    13. Juli 2018

    Bin ich eigentlich der einzige, dem das Bild von der Molekülwolke so vorkommt, als würde sie mir einen Mittelfinger zeigen?

    Wo sitzt denn bei dir der Mittelfinger? Dat is’ ganz klar ein Zeigefinger.

  21. #22 Bullet
    13. Juli 2018

    Nope. Der (eingeklappte) Zeigefinger is die kleine Beule direkt rechts vom Stinkefinger. Der Daumen ist die weit nach rechts ausladende Portion. Das ist die linke Hand, die dir da entgegengestreckt wird.

  22. #23 schlappohr
    13. Juli 2018

    Beim Betrachten der Wolke kam mir spontan der Satz “nach Hause telefonieren” in den Sinn. In den Carina-Nebel hat’s ihn also verschlagen…

  23. #24 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Bullet:

    Gugg dir mal das Bild der Erde im Kubus an. Ich finde eine glatte 45°-Steigung (so etwa jedenfalls) nicht sooooo “ungeheuerlich steil”. Das kann ich mit Kletterschuhen sogar im einigermaßen aufrechten Gang.

    Mag sein, dass der Anstieg einem geübten Bergsteiger nicht allzu steil vorkommt und dass das eigentlich ungeheuerliche die Tatsache ist, dass es immer und immer weiter bergauf geht, weit jenseits des Punktes, an denen ein Mensch noch irgendwie überleben kann.

    Andererseits bau da mal eine Straße und stell deine Warnschilder auf. Hast du schon einmal im echten Leben Verkehrsschilder gesehen, die vor 100% Steigung oder Gefälle warnen?

  24. #25 Yeti
    13. Juli 2018

    @CaptainE:
    Ich bin schon Hänge mit mehr als 100% Gefälle mit den Skiern runter. Der Fallbichl in Heiligenblut ist zum Bsp. am Anfang derart steil, dass, wenn man quer zum Hang steht (was man dort nicht tut, man lässt halt eher “gehen”, der Teil ist nicht allzu lang), der ausgestreckte Ellnbogen wieder den Boden berührt.
    Wir sind da als Jugendlicher immer Rennen um die Gulaschsuppe oder die Spaghetti zu Mittag gefahren.
    Komplett bescheuert, aber so sind Abfahrer nun mal drauf… Ja, ich bin früher Rennen gefahren.

  25. #26 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Yeti:

    Sicher, und es gibt in realen Gebirgen senkrecht abfallende Felswände – und sogar überhängende. Steil wäre so ein Kubus-Planet aber allemal, und somit kaum für menschliche Besiedlung geeignet, selbst wenn er für einen nach menschlichen Maßstäben langen Zeitraum stabil wäre. Auf wirklich lange Sicht könnte er aber gar nicht anderes tun als sich zu kugeln.

  26. #27 Bullet
    13. Juli 2018

    @Cpt. :

    Andererseits bau da mal eine Straße und stell deine Warnschilder auf. Hast du schon einmal im echten Leben Verkehrsschilder gesehen, die vor 100% Steigung oder Gefälle warnen?

    Ah, Fahrzeuge. Okay, das ist eine andere Kategorie. Ja, auch wenn man da hochlaufen kann, wird man das natürlich nicht 1000 km weit schaffen. (Auch wenn sich Astrofotografen sowas sehnlichst wünschen ^^ …)
    Soweit klar.

    Auf wirklich lange Sicht könnte er aber gar nicht anderes tun als sich zu kugeln.

    Das find ich die fast interessantere Frage: wenn man so einen Kubusplaneten *schnipp* erzeugt – wie lange dauert da die Kugelwerdung? Und was passiert im einzelnen? Natürlich würde so eine “Ecke” langsam einsinken, aber es würden übel viele Risse in der Erdkruste erzeugt, die echt tief sind – und das nicht nur da, wo die Ecken sind, sondern auch sonst überall, speziell dort, wo in dem Bild aus dem Link die “Kuppeln” entstehen müssen. Da würde das Material nämlich hinströmen und die komplette Oberfläche anheben. Viel schlimmer für alles auf der Oberfläche als sowas dürfte nicht einmal die Kollision mit dem Mond sein.

  27. #28 zimtspinne
    13. Juli 2018

    @ C. E. #4

    Äh..
    Für das Ende gibts einen Rüffel, weil so hart möchte man nach all der netten Würfeligkeit nicht auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden.

    Auf den Kanten gäbe es natürlich auch Menschen. Alles fing damit an, dass in dieser sauerstoffarmen unwirtlichen Gegend Rebellen und ausgewilderte Kapitalverbrecher siedelten und sich über die Generationen in ihrer Nische etablieren konnten.
    Da die privilegierten Wüfelaner der Sahnegebiete in ihrer Gier auch noch die Kanten und besonders die Ecken haben wollten, kam es irgendwann zur großen Schlacht zwischen Rebellen mit modifizierten Superlungen und verweichlichten Wohlstandswürfelanern mit degenierten Lungen. Wie das ausging, kann man sich vorstellen….
    Jedenfalls ist es schade, dass die Pyramiden nicht kubusartig gebaut wurden, sondern so langeweilig und bequem pyramidenartig.
    Würfel in der Wüste wären doch auch ein imposanter Blickfang für Touristen. Und könnten nicht von Hinz und Kunz beklettert werden, sondern nur von erfahrenen Bergsteigern.

    Würfel für schwer oder gar unbewohnbar zu halten, ist ja auch darüber hinaus ohnehin eine Schnapsidee….
    siehe hier:
    https://www.op-online.de/hessen/rueckkehr-pausen-katzen-hr-fernsehen-5930399.html

  28. #29 Captain E.
    13. Juli 2018

    @zimtspinne:

    Du kannst ja gerne den Science-Fiction-Roman „Die Kubuswelt“ schreiben. Sag Bescheid, wenn du fertig bist. 

  29. #30 zimtspinne
    13. Juli 2018

    Noch eine Frage:
    gab es eigentlich jemals einen Berg, der die akzeptable Höhe überschritt? Und was passierte damit dann? Wurde er automatisch abgerundet?
    Es kann ja fast nicht sein, dass niemals ein Berg/Gebirge versuchte, höher als erlaubt zu sein…..ein ambitionierter Vulkanausbruch im Laufe der Planetengeschichte könnte ja einfach mal extrem hoch ausgefallen sein und damit nicht mehr “unsichtbar”.
    Ich stelle mir gerade vor, wie der dann ratzfatz geköpft wurde durch die fundamentalen Eigenschaften der Natur.

  30. #31 Captain E.
    13. Juli 2018

    @Bullet:

    Ah, Fahrzeuge. Okay, das ist eine andere Kategorie. Ja, auch wenn man da hochlaufen kann, wird man das natürlich nicht 1000 km weit schaffen. (Auch wenn sich Astrofotografen sowas sehnlichst wünschen ^^ …)
    Soweit klar.

    Theoretisch ließe sich das Gelände mit Seilbahnen oder schienengeführten Standseilbahnen erschließen.

    Das find ich die fast interessantere Frage: wenn man so einen Kubusplaneten *schnipp* erzeugt – wie lange dauert da die Kugelwerdung? Und was passiert im einzelnen? Natürlich würde so eine “Ecke” langsam einsinken, aber es würden übel viele Risse in der Erdkruste erzeugt, die echt tief sind – und das nicht nur da, wo die Ecken sind, sondern auch sonst überall, speziell dort, wo in dem Bild aus dem Link die “Kuppeln” entstehen müssen. Da würde das Material nämlich hinströmen und die komplette Oberfläche anheben. Viel schlimmer für alles auf der Oberfläche als sowas dürfte nicht einmal die Kollision mit dem Mond sein.

    Ja, Erdbeben, gewaltige Steinschläge und Rissbildungen, am Ende zig Kilometer Bedeckung mit Geröll. Lustig wäre das alles wirklich nicht. Als Beobachter möchte man nicht allzu dicht dran sein, nicht wahr?

  31. #32 Captain E.
    13. Juli 2018

    @zimtspinne:

    Beim Auffalten geht es wohl irgendwann einfach nicht mehr schnell genug weiter, um sich der Erosion entgegen zu stemmen, und bei einem Vulkanausbruch fließt die Masse zur Seite weg, wenn es zu viel wird. Vulkane können auch schon bei sehr viel geringeren Gipfelhöhen in sich zusammen brechen.

  32. #33 stephan
    13. Juli 2018

    #25
    Ein Kubus würde noch während des Baues zusammenfallen und das werden,was die Ägypter gebaut haben-eine Pyramide.

  33. #34 zimtspinne
    13. Juli 2018

    “Auffalten”
    das Wort hab ich in Zusammenhang mit Gebirgen zuletzt wirklich in der Schule gehört….. schön, dass man hier mal an solche Dinge erinnert wird 😉

    Was den Kubus angeht, müsste er evtl aus vielen einzelnen Kuben (?) gebaut werden, so ähnlich wie die Katzen-Cubes.
    Die Pyramide wäre somit nicht hohl (ist sie überhaupt hohl? nee, ne? die haben doch Hohlräume, wenn ich mich richtig erinnere…. an Däniken :D), das würde aber auch Material sparen und Arbeitskräfte schonen.
    Woraus die einzelnen Würfel bestehen könnten, weiß ich allerdings auch nicht.

  34. #35 Bbr1960
    13. Juli 2018

    Den Kubus-Planeten finde ich irgendwie faszinierend.

    Wenn der eine Kantenlänge von 12000 km hat, dann würden die Ecken Berge darstellen, die etwas über 4000 km hoch sind. OK, einen flüssigen Planetenkern können wir damit vergessen. Mehr als knapp 9000 m hohe Berge hält die Erdkruste offenbar nicht aus. Die Frage ist: Könnten die Planetenbauer von Magrathea sowas aus erkaltetem Material bauen, z.b. aus Eisen oder Granit? Oder würde sich das unter dem Gewicht trotzdem verformen, sodass es sich relativ schnell verrundet? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.

  35. #36 Bullet
    13. Juli 2018

    Zu “Mehr als knapp 9000 m hohe Berge hält die Erdkruste offenbar nicht aus”:
    Da sind schon drei Kilometer Eis ein Problem.

  36. […] und Plädoyer für das frühe Aufstehen (erscheint am 12.07.2018) Sternengeschichten Folge 294: Warum sind Planeten rund? (erscheint am 13.07.2018) Erdkugelgeschichten 05: Terraforming Mars: Wie kriegt ein Planet ein […]

  37. #38 Anderas
    16. Juli 2018

    Hm, das wäre wirklich eine interessante Aufgabe für die Magratheaner. Captain E. danke für das Gedankenexperiment! :-)

    Wenn wir einfach mal annehmen dass der Planet so natürlich wie möglich aussehen soll, inklusive Fjorden in Afrika und allem drum und dran, dann müsste er auch einen rotierenden flüssigen Magmakern für das Magnetfeld bekommen.

    Und da sehe ich ein Problem – außen kubisch und innen flüssig, das wird interessant. Vielleicht werden die Ecken und Kanten aus Leichtmetallfachwerk gemacht :-)

  38. #39 Daniel Rehbein
    Dortmund
    31. Juli 2018

    Wie kommt es eigentlich, daß die meisten Menschen bei einem eckigen dreidimensionalen Gegenstand an einen Würfel denken? Die einfachste nicht-leere regelmäßige dreidimensionale eckige Form ist doch nicht der Würfel, sondern der Tetraeder.

    Wenn wir hier also unsere Finanzmittel plündern, um eine Planeten-Sonderanfertigung bei den Magratheanern zu bestellen, dann sollte das selbstverständlich eine Erde in Form eines Tetraeders sein.

  39. #40 Bullet
    1. August 2018

    @Daniel:

    Die einfachste nicht-leere regelmäßige dreidimensionale eckige Form ist […] der Tetraeder

    Ähm. Nö. Diejenige mit den wenigsten Ecken und Kanten: ja.
    Da wir fast ausschließlich euklidische Geometrie nutzen und die Achsen unserer Koordinatensysteme immer senkrecht aufeinanderstehen, ist der Würfel in der Tat die einfachste Form für die meisten Menschen.

  40. #41 Captain E.
    1. August 2018

    @Daniel Rehbein:

    Hatte ich nicht einen Tetraeder erwähnt gehabt? Falls nein – mein Fehler! Der Kubus ist aber eben der bekannteste. (Wer kennt heute schon noch die Schulmilch in Tetraederform?)

    Man könnte sich natürlich auch noch an den restlichen platonischen Körpern abarbeiten und an planetengroße Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder denken. Auch einige nichtplatonische Körper kämen gut als Planet.