sb-wettbewerb_kleinDieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2018. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser können die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen – Details dazu gibt es hier. Eine Übersicht über alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.
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Kaltes Rot und warmes Blau?

von Jenna B.

Ich bin Schülerin der 12. Klasse am Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade, 17 Jahre alt und belege das Seminarfach „Farben und Farbstoffe“.

Wir Menschen sind es gewohnt, wenn im Badezimmer der Wasserhahn zur roten Markierung zeigt, dass heißes Wasser fließt und wenn der Wasserhahn zur blauen Markierung zeigt, dass kaltes Wasser läuft. Somit besteht kein Zweifel, dass die Farbe Rot etwas Warmes gar Heißes beschreibt und die Farbe Blau etwas Kaltes charakterisiert.

Doch in der Astronomie ist es komplett gegensätzlich. Die für uns so kleinen, zahlreichen und wunderschönen Sterne am Himmelszelt unterscheiden sich in Größe und Farbe, wobei die Farbe des Sterns von der jeweiligen Temperatur abhängig ist. Dabei gilt: rote Sterne sind kühl und blaue Sterne sind heiß.
Da das für uns in erster Linie paradox erscheint, möchte ich Ihnen genau das erklären und darauf noch auf die verschiedenen Farben der Sterne eingehen.

Zuallererst muss das elektromagnetische Spektrum erwähnt werden. Sterne sind Himmelskörper, die ihr eigenes Licht erzeugen. Das Licht besteht aus Wellen, die bekanntlich gemessen werden können. Doch nicht alle Lichtwellen kann der Mensch wahrnehmen. Wir können nur das Licht bzw. die Lichtwellen des sichtbaren Bereiches wahrnehmen, aber nicht die des anliegenden ultravioletten und infraroten Bereiches. Durch die verschiedenen Wellenlängen wird die Farbe des Lichtes bestimmt.

Um jetzt erklären zu können, warum blaue Sterne heißer sind als rote Sterne, müssen wir kurz erläutern, was das Wien’sche Verschiebungsgesetz besagt. Wilhelm Wien, ein bedeutender deutscher Physiker, wusste, dass glühende Oberflächen Lichtwellen aussenden. Er behauptete, dass es einen Zusammenhang zwischen der Oberflächentemperatur und der Wellenlänge gibt. Die Wellenlänge ist hier so definiert, dass nur die Wellenlänge der intensivsten Strahlung der Oberfläche relevant ist.

Auf der X-Achse ist die Wellenlänge angegeben, auf der Y-Achse ist die spektrale Strahlung dargestellt. (Bild: von Sch [GFDL (https://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], von  Wikimedia Commons)

Auf der X-Achse ist die Wellenlänge angegeben, auf der Y-Achse ist die spektrale Strahlung dargestellt. (Bild: von Sch [GFDL (https://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], von Wikimedia Commons)

An diesem Diagramm kann man den zuvor erwähnten Zusammenhang verdeutlichen. Die Strahlungskurve der Oberfläche, die 3000 Kelvin (= Einheit der Temperatur) heiß ist, hat ihr Strahlungsmaximum im infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums, den der Mensch bekanntlich nicht sehen kann. Das Strahlungsmaximum, in dem für den Menschen sichtbaren Bereich, liegt im roten Bereich. Daraus resultiert, dass die Oberfläche für uns rot erscheint. Nun kann man auch nach demselben Verfahren die Farbe der Oberfläche ermitteln, die 10000 Kelvin heiß ist.
Wir stellen somit fest, dass heiße Oberflächen in der Farbe Blau erscheinen und im Gegensatz dazu kühlere Oberflächen in der Farbe Rot leuchten – blaue Sterne sind heißer als rote Sterne.

Doch was verrät einem jetzt die Farbe der Sterne über beispielsweise das Alter oder die Größe des Sterns?

Vorerst muss geklärt werden, wie Sterne überhaupt „funktionieren“.
Die Geburt eines Sterns hängt vom Zufall und dem umliegenden Kosmos ab. Zum richtigen Zeitpunkt müssen bestimmte Ereignisse aufeinandertreffen, damit aus einer Gaswolke ein Stern entstehen kann. Die für daas Leuchten benötigte Energie wird durch Kernfuionen, wie z.B. der Fusion von 4 Wassertoffatomen zu einem Heliumatom, gewonnen.
Der Lebenslauf der Sterne wurde in einem Diagramm von zwei Physikern namens Enjar Hertzsprung und Henry Norris Russell zusammengefasst. Dementsprechend heißt das Diagramm Hertzsprung-Russell-Diagramm, kurz HRD, und es beschreibt die grobe Entwicklung der Sterne.

Auf der X-Achse sind die sieben Spektralklassen angezeigt und auch die Temperatur der Sterne. Auf der Y-Achse wird die Leuchtkraft im Vergleich zur Sonne gezeigt. Bild: ESO [CC BY 4.0  (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)])

Auf der X-Achse sind die sieben Spektralklassen angezeigt und auch die Temperatur der Sterne. Auf der Y-Achse wird die Leuchtkraft im Vergleich zur Sonne gezeigt. Bild: ESO [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)])

Auffallend erschien den beiden Astronomen, dass sich eine Diagonale im Koordinatensystem bildet, auf der die meisten Sterne liegen: die Hauptreihe.
An dieser Stelle kann man nun eine Differenzierung der Sterne anhand der Größe vornehmen. Es gibt überwiegend Hauptreihensterne, aber auch außergewöhnliche Sterne, die entweder massiver sind oder weniger massiv sind als Hauptreihensterne. Sie haben somit auch einen anderen Platz im HRD und eine komplett andere Entwicklung im Kosmos.

Nun ein paar Informationen zur Orientierung: ein neu geborener Stern ist kalt, rot und leuchtarm. Abhängig von der Größe des Hauptreihensterns kann der Stern die Hauptreihe verlassen und auf den Roten-Riesen-Ast klettern, der im Diagramm bei dem englischen Wort „Giants“ verläuft. Dort expandiert der Stern zu einem Roten Riesen und kühlt nach dieser Phase langsam ab und wird zum leuchtstarken Weißen Zwerg. Dabei verändert der Stern auch seine Farbe und in der Phase des Weißen Zwerges nimmt die Leuchtkraft immer weiter ab, bis der Stern vom Himmelszelt verschwindet. Die Weißen Zwerge sind im HRD bei dem englischen Wort „White Dwarfs“ zu sehen. Sie sind blau, heiß und zuerst leuchtstark, später leuchtarm.

Die für uns überlebenswichtige Sonne ist massiver als gewöhnliche Hauptreihensterne, dennoch verläuft die Sonne momentan noch auf der Hauptreihe im HRD. Aufgrund der großen Masse wird sich die Sonne in tausenden von Jahren zu einem Roten Überriesen expandieren und dann als Supernova explodieren. Aber wann die Sonne explodieren wird, kann keiner vorhersagen.
Die Oberflächentemperatur beträgt 5700 Kelvin und mit genau dieser Information kann man anhand des Wien’schen Verschiebungsgesetzt die gelbe Farbe der Sonne bestätigen.

Die Giganten im Weltall:
Alles, was einen Hauptreihenstern am Leben hält, sind die Kernfusionen im heißen Inneren des Sterns (vier Wasserstoffatome fusionieren zu einem Heliumatom).
Doch was passiert, wenn der Vorrat an Wasserstoff im Kern aufgebraucht ist?

Genau das ist der Moment, wenn die Sterne die Hauptreihe verlassen und den Roten-Riesen-Ast hinauf klettern. Durch den Prozess des Schalenbrennens im Stern, löst die äußere Schale vom Stern ab und somit expandiert er um sein Vielfaches zu einem Roten Riesen.
Der Rote Riese Aldebaran ist geschätzt 45-mal so groß, wie unsere Sonne.
Später löst sich die äußere Schale komplett vom Stern und endet als Planetarischer Nebel

Was zurückbleibt ist der heiße Kern des Sterns, der nur noch die enorme Restwärme ausstrahlt: ein Weißer Zwerg. Weiße Zwerge sind eigentlich blau, weil sie eine so unglaublich große Wärme haben. Doch durch die große Leuchtkraft erscheint uns der Zwerg weiß. Irgendwann ist auch die restliche Energie aufgebraucht und der Stern verschwindet langsam am Himmelszelt.

Dass im Weltall die Regel “kaltes Rot und warmes Blau” gilt, haben wir jetzt klären können. Aber ist Ihnen beswusst, dass uns diese Art von Regel hier auf der Erbe auch behilflich ist? Der Schweißer kann anhand der Farbe des Metalls die Temperatur abschätzen. Aber auch die dimmbare Wohnzimmerlampe wird erst so richtig heiß, wenn sie heller scheint.
Klar ist, dass die Farbe uns Menschen beeinflusst und wir anhand der Farbe bewerten. Doch nicht immer vermittelt uns die Farbe ein wahres Bild – wie die Farben an unserem Wasserhahn.

Kommentare (34)

  1. #1 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    Der Schweißer kann anhand der Farbe des Metalls die Temperatur abschätzen.

    Na ja, ich denke nicht, dass ein Schweißer daran interessiert ist, die momentane Temperatur der Schweißnaht mit seinen Augen zu ermitteln. Restwärme ist auch so ein Begriff, der nicht ganz zum Stern passt. 😉

  2. #2 rolak
    3. Oktober 2018

    Nur weil etwas ähnlich oder gleich genannt wird, ist es noch lange nicht dasselbe – selbstverständlich vermitteln die Farben am Wasserhahn ein korrektes Bild. Nur eben nicht das der scheinbaren Farbe eines der Wassertemperatur entsprechenden schwarzen Strahlers (wären beide grottenfalsch), sondern das der Farbe von nach gewachsenen Erfahrungswerten zur Wassertemperatur ungefähr passenden Ereignissen.

    Schade – der desolate Abschluß trübt das Bild eines recht ansprechenden Textes ziemlich…

  3. #3 rolak
    3. Oktober 2018

    Ach ja, das war ja auch noch, beim xrefSuchen ganz verschusselt – schönen Dank für den erinnernden Tritt vors Schienbein, Karl-Heinz.
    Die Schweißenden sind im allgemeinen ziemlich froh, wenn sie von den krassen Leuchterscheinungen (und dem MaterialSpray) möglichst verschont bleiben, daher die fast undurchsichtigen Gläser der Schutzvorrichtungen (ist das eigentlich immer noch Kobaltglas?).

    Aber immerhin, die drei ersten Buchstaben passen, sind es doch Schmiedende, denen die Materialtemperatur ziemlich wesentlich ist (sei es für die Schmiedetemperatur oder das Anlassen) und von altersher dient die Farbe des Werkstücks als Proxy.

  4. #4 Mars
    3. Oktober 2018

    also, ich will das dorf mal bei der kirche lassen.

    für einen ausflug, der als „Farben und Farbstoffe“ begann ist der gang in die physik und astronomie sicher nicht ganz einfach – und anders wie beim haare färben, nur ein teilgebiet, denn farbstoffe kommen hier ja gar nicht zum einsatz.
    ein rundumschlag ist natürlich nie tief genug.
    aber für eine schülerin gut beschrieben, verlinkt und umfassend als überblick.

    ich selbst bin kurz da ins stocken geraten:
    “” ein neu geborener Stern ist kalt, rot und leuchtarm””

    und ein weisser zwerg, dessen ‘restwärme’ (ich kann damit leben, am ende der fusionsreihe) ihn über alle farben bis zum dunken rot(-braun) und dann im infrarot auskühlen lässt.
    .

    @rolak
    gut, dass du nochmal auf die schmiedekunst eingegangen bist, dort ist das farbenspiel tatsächlich noch von bedeutung – auch wenn heute vorwiegend der ofen per thermostat auf die gewünschte temperatur eingestellt wird, und das nicht mehr der schmied anhand der farbe macht – denn wer erkennt ohne übung gleich ein ‘kirschrot’.

  5. #5 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    Aufgrund der großen Masse wird sich die Sonne in tausenden von Jahren zu einem Roten Überriesen expandieren und dann als Supernova explodieren.

    Wer findet die 2 Fehler? 😉

  6. #6 rolak
    3. Oktober 2018

    heute vorwiegend

    trocken, hoffe ich, käme dem geplanten Spaziergang mit Pilzsuche sehr entgegen…

    Klar, Mars, daher das ‘von altersher’; Pyrometrie oder Thermographie ginge auch.

  7. #7 Mars
    3. Oktober 2018

    @Karl-Heinz

    wenn es keiner lösen will (oder kann) dass die masse für ein supernova nicht ausreicht und überriese evt aus der ‘bild’ entlehnt ist, solltest du der autorin den hinweis in klärenden worten an die hand geben.
    man lernt nie aus

  8. #8 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    Die Oberflächentemperatur beträgt 5700 Kelvin und mit genau dieser Information kann man anhand des Wien’schen Verschiebungsgesetzt die gelbe Farbe der Sonne bestätigen.


    Warum ist die Sonne gelb?

    Ich finde aber deinen Artikel trotzdem süß. 😉

  9. #9 123Sternenforscher123
    3. Oktober 2018

    Das ist ja mal ein toller Text! Dafür, dass du erst in der 12. Klasse und 18 Jahre jung bist, hast du das Thema wirklich gut aufbereitet. Gerade weil es auf dem ersten Blick sehr komplex und unverständlich erscheint, muss man sich erstmal in einen Text über so ein Thema „hineinquälen“. Dies erleichterst du – zumindestens mir – durch deinen sehr guten und lockeren Schreibstil (für einen Blog völlig angemessen und in Ordnung!) Ich habe das alles so, wie du es ge- und beschrieben hast, sehr gut verstanden!
    Du hast auch einen sehr guten Schwerpunkt gesetzt, andernfalls wäre der Text am Ende zu lange geworden und der Leser hätte keine Lust mehr zum Weiterlesen. So ist alles stimmig (Textabschluss passt zur Einleitung)!
    Sterne sind und bleiben faszinierend!
    Vielen Dank!
    Für mich ist dieser Text schon einer der Top-Beiträge!

  10. #10 rolak
    3. Oktober 2018

    die 2

    War ne schicke Serie, Karl-Heinz. Kann sich ja nicht auf den Satz beziehen:
     1) Größenordnung der Zeit falsch angegeben
     2) ‘sich..expandieren’ gibts nicht (¿editSchaden von ‘sich ausdehnen’?)
     3) kein Über-, ‘nur’ Riese
     4) keine Supernova, sondern Heliumbrennen→weißer Zwerg
     5) ‘als Supernova explodieren’ ist ein Pleonasmus
     (keine Garantie für Vollständigkeit)
    Ist aber nur ein weiteres Indiz für ‘alles neben dem Kernthema ist Lava’.

  11. #11 rolak
    3. Oktober 2018

    aus der ‘bild’ entlehnt

    Nee, Mars, generell ist das schon ein fester astronomischer Begriff mit ebenso fester Bedeutung – nur eben nicht zu unserer Sonne passend.
    Zur Lösung der KH-Frage muß auch nicht noch etwas an die Hand gegeben werden, das dazu hilfreiche Nachschlagen gehört imho unbedingt zu den Vorbereitungen für den Text.

  12. #12 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    @Mars

    solltest du der autorin den hinweis in klärenden worten an die hand geben.
    man lernt nie aus

    Sorry Mars. Bin gerade auf Ulaub in Frankreich (Antibes)und nur mit dem Handy bewaffnet. Wetter ist toll. Mein Gott, mit 17, da war ich ja noch ein richtiger Hinterwäldler 😉

  13. #13 Jolly
    3. Oktober 2018

    @Karl-Heinz (#1)

    Der Schweißer kann anhand der Farbe des Metalls die Temperatur abschätzen

    Na ja, ich denke nicht, dass ein Schweißer daran interessiert ist, die momentane Temperatur der Schweißnaht mit seinen Augen zu ermitteln.

    Vielleicht nicht die momentane, aber eventuell die ehemals erreichte Temperatur. Das Geschriebene bitte nochmal überprüfen, mit neuem Anlauf:

    “Dadurch ist es möglich, die Temperatur zu bestimmen, der ein Metall beispielsweise beim Schweißen oder Anlassen ausgesetzt war. [… ] Bei Stahl findet man beispielsweise bei Erhitzung auf 200 °C blassgelbe, bei 300 °C kornblumenblaue und bei 500 °C graue (für eine Farbgebung zu dicke Schicht) Anlassfarben.”

  14. #14 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    @Jolly

    Ich denke nicht, das Anlauffarben beim Schweißen wegen möglicher Korrosion so gewünscht sind. Den Zunder sollte man unbedingt entfernen. 😉

    https://www.xing.com/communities/posts/1-anlauffarben-vs-korrosionsbestaendigkeit-wozu-formieren-1002260671

  15. #15 rolak
    3. Oktober 2018

    Ich denke nicht,

    ..und auch mal ganz davon abgesehen, Karl-Heinz, daß es oben im Text ‘die Temperatur’ heißt und nicht etwa ‘die gewesene Temperatur’, daß es generell um den Zshg aktuelleTemperatur↔Farbe geht.

  16. #16 Mars
    3. Oktober 2018

    @rolak #11

    der begriff als solches ist mir bewusst.
    aber ein reisserischer ausflug der gross-letter-presse würde unsere sonne sicher so bezeichnen, wenn sie das halbe, ach nehmens wir nicht so genau, dabei das ganze universum erschüttert oder gar auslösscht

  17. #17 zimtspinne
    3. Oktober 2018

    …. in tausenden Jahren schon?
    Himmel, da muss man sich über die jetzt schon aufheizenden Sommer fast schon nicht wundern… die Supernova kündigt sich bereits an.

    Rot am Wasserhahn soll vielleicht auch einfach nur Warnfarbe sein…. aus der Natur geklaut.
    Ich hatte auch gehofft, hier kommt jetzt was dazu, weshalb Rottöne warm wirken und Blautöne kühl bis kalt.

  18. #18 LasurCyan
    3. Oktober 2018

    weshalb Rottöne warm wirken und Blautöne kühl bis kalt.

    Konditionierung, zimtspinne. Ehe Lagerfeuer blau wurden, knäckerten die heimligen Lagerfeuer im gelb-bis-rot-Bereich. Und das seeehr lange..

  19. #19 Alderamin
    3. Oktober 2018

    Rot erinnert an Feuer und Blau an Wasser, denke ich. Wasser ist (erscheint) meistens kalt, wenn’s nicht gerade in einem Kessel auf dem Herd steht.

  20. #20 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    @Jenna B.

    Nun ein paar Informationen zur Orientierung: ein neu geborener Stern ist kalt, rot und leuchtarm.

    Ein Stern mit der 5-fachen Sonnenmasse
    wir direkt auf der Henyey-Linie geboren und hat eine Temperatur von ungefähr 11.000 Kelvin.
    Warum sollte deiner Meinung nach ein neu geborener Stern kalt sein?

  21. #21 Karl-Heinz
    3. Oktober 2018

    @Jenna B.

    Die für uns überlebenswichtige Sonne ist massiver als gewöhnliche Hauptreihensterne, dennoch verläuft die Sonne momentan noch auf der Hauptreihe im HRD. Aufgrund der großen Masse wird sich die Sonne in tausenden von Jahren zu einem Roten Überriesen expandieren und dann als Supernova explodieren. Aber wann die Sonne explodieren wird, kann keiner vorhersagen.

    Die Sonne ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse G2. Weitere Beispiele für Hauptreihensterne sind Wega (A0) und Sirius (A1).

    Passiert auch mir, dass ich dachte ich hätte einen Zusammenhang verstanden, der sich dann aber als total falsch herausstellte. 😉

  22. #22 Alderamin
    4. Oktober 2018

    Die Hauptreihe im HRD (einem Diagramm der Leuchtkraft über der Farbe/Temperatur der Sterne) wird von Sternen gebildet, die ausschließlich Wasserstoff im Inneren fusionieren. Je massiver sie sind, desto größerer Druck herrscht in ihrem Inneren und desto heftiger läuft die Fusion ab, was die Sterne heißer macht und ihr Leben auf der Hauptreihe kürzer. Die Sonne liegt auf der Hauptreihe und bleibt da auch noch rund 5 Milliarden Jahre, während blaue Sterne der Klasse O nur ein paar Millionen Jahre lang leben und Zwerge der Klasse M Billionen Jahre vor sich hin glimmen werden.

    Wenn die Fusion im Inneren mangels Brennstoff erlischt und sich in höher gelegene Schalen verlagert, dann wandern die Sterne allmählich nach rechts (kühler) oben (heller, weil größer) und werden zu Riesen. Die Sonne wird ein normaler Riese werden (Leuchtkraftklasse III; Hauptreihensterne sind allesamt Zwerge der Klasse V), der irgendwann seine Atmosphäre wegbläst, bis die Fusion erlischt (vorher gibt’s noch eine kurze Episode Heliumbrennen im Kern) und der verbliebene Kern zu einem winzigen weißen Zwerg schrumpft – dann wandert sie im HRD nach links (heiß, durch die Kompressionswärme beim Schrumpfen) unten (leuchtschwach, weil so klein).

    Sterne von mehr als 10 Sonnenmassen werden zu Überriesen (Leuchtkraftklasse I), in denen neben Wasserstoff und Helium auch noch Kohlenstoff, Sauerstoff und weitere Elemente fusionieren bis hinauf zum Eisen – wo dann Schluss ist, es kann keine Energie mehr aus Eisenfusion gewonnen werden, und der Stern kollabiert innerlich abrupt zu einem Neutronenstern, auf den die restliche Hülle hinunterstürzt und aufprallt, was das ganze Gas explosionsartig fusionieren lässt, eine Supernova.

    Weiße Zwerge können auch noch Supernovae werden – wenn sie einen engen Begleitstern haben, von dem sie Gas abzapfen können oder dieser ebenfalls ein Weißer Zwerg ist, mit dem sie verschmelzen. Aber da die Sonne keinen Begleitstern hat, wird ihr das nicht passieren.

  23. #23 lueki01
    5. Oktober 2018

    Interessierter Laie,
    mit dem Thema nicht verwandt oder verschwägert
    ——————————————————————
    Schade.
    Es handelt sich hier um einen Beitrag in einem Schreibwettbewerb und in den Kommentaren wird, bis auf #9 nicht oder kaum auf den Beitrag als solchen eingegangen, sondern von den “Fachleuten” nur die fachliche “Fehler” herausgesucht, besprochen und kritisiert.

    Das dieser Beitrag von einer 18jährigen Schülerin verfasst wurde ist bemerkenswert und lobenswert.
    Das in diesem Beitrag der eine oder andere astrophysikalische Punkt u.U. nicht korrekt beschrieben wurde kann als Lernhinweis an die Verfasserin genannt werden, sollte aber nicht Gegenstand der Diskussion sein.
    Von mir einen herzlichen Glückwunsch für diesen Beitrag. Ich hoffe das du in diesem Fach weitermachst und wünsche dir noch viel Erfolg damit in deiner Zukunft. Mach weiter so Jenna.

    Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

  24. #24 Karl-Heinz
    5. Oktober 2018

    @lueki01

    Das in diesem Beitrag der eine oder andere astrophysikalische Punkt u.U. nicht korrekt beschrieben wurde kann als Lernhinweis an die Verfasserin genannt werden, sollte aber nicht Gegenstand der Diskussion sein.

    Das sehe ich nicht so. Warum sollte man den Inhalt nicht diskutieren dürfen? Was du aber mit Recht kritisierst, ist, dass auf die sprachlichen Leistung bei der Diskussion kaum eingegangen wurde. Da wäre es schön gewesen, wenn du diesen Part übernommen hättest, anstatt im Gegenzug jene zu kritisieren, die über den Inhalt diskutieren. 😉

  25. #25 zimtspinne
    5. Oktober 2018

    @ lueki01
    Wie bitte?

    Dass die Schreibfähigkeit eines 18jährigen Abiturienten extra gelobt werden soll, zeigt wohl die Bildungsmisere auf?
    Davon abgesehen, sah ich bereits im 2. Satz eine Komma-Schlamperei; finde es allerdings auch unsinnig, auf Fehler extra hinzuweisen, solange sie sich nicht extrem häufen.
    Desweiteren wäre für mich ebenfalls selbstverständlich, falls ich als Schüler eines Gymnasiums an einem Schreibwettbewerb öffentlich im Netz teilnehme, dafür zu sorgen, dass der Text möglichst fehlerfrei erscheint und bei Bedarf also korrekturgelesen wird.
    So etwas organisieren zu können, sollte ebenfalls für einen Abiturienten selbstverständlich sein.

    Außerdem finde ich die inhaltlichen Patzer so gravierend, dass man das doch wohl in einem Wissenschaftsblog auch kritisieren dürfen können muss, sonst bliebe der Unsinn ja unkommentiert so unkorrekt stehen!?
    Naturwissenschaft ist Grundlagenforschung.

    Dass es nicht in ein paar tausend Jahren eine Sonnen-Supernova geben kann und wird, wusste ich zB auch schon mit 15, 16…. das ist echt Allgemeinbildung und wer sich ein wenig für die Welt und das Universum interessiert, erfährt so etwas auch außerhalb der Schule, zB. aus Büchern, von älteren Mitmenschen im Gespräch etc.

    Ein bisschen Perfektionismus gehört zur Wissenschaft schon dazu. 🙂
    Ich sehe hier eine *ziemlich* schlampige Recherche…. (in ein, zwei Jahren wird Jenna studieren….) und auch kein Mitdenken; sonst käme man ja selbst ins Grübeln, dass das Supernovading doch hieße, in einigen tausend Jahren ist es vorbei mit der Menschheit und allem Leben auf der Erde.
    Es sollten also bereits Pläne existieren, einen anderen Planeten bewohnbar zu machen bis dahin. Sonst aus und vorbei.
    Das wird ja nicht erst ein Problem mit Erreichen des Endstadiums, sondern schon lange vorher würde die Sonne sich verändern und könnte zum Überlebensproblemfaktor des Lebens auf unserem Planeten werden.

    Das sind keine kleinen Fehlerchen, sondern ungefähr das Gleiche, als ob ein Schreibwettbewerbler zum Thema Evolution einen Artikel verfasst und dort behauptet, vor ein paar tausend Jahren wurde die Erde noch von Dinosauriern bewohnt.

    Mal noch ganz davon abgesehen, dass die Sonne zu klein bzw nicht schwer genug ist, um überhaupt jemals zur Supernova werden zu können — das ist wieder ein anderes Thema, aber wurde eben hier auch faktisch falsch erzählt.

    Ich lobe ja grundsätzlich lieber als zu kritisieren, aber allein die Schreiberei zu loben, nach über 10 Jahren Deutschunterricht [ähem], wäre dann doch zuviel des Lobes^^

  26. #26 Jolly
    5. Oktober 2018

    Findet parallel zum diesjährigen Schreib- auch ein Kommentarwettbewerb statt?

    (Vielleicht auch ein eigener Lesewettbewerb? Weil nun bereits zum zweiten mal die ominöse 18 aufgetaucht ist: die Autorin ist nach eigenen Angaben 17 Jahre alt.)

    Nun denn.

    @ #24

    Was du aber mit Recht kritisierst, ist, dass auf die sprachlichen Leistung bei der Diskussion kaum eingegangen wurde.

    Wer findet den Fehler? (Hervorhebung im Original und in der Lösung.)

  27. #27 lueki91
    5. Oktober 2018

    Interessierter Laie,
    mit dem Thema nicht verwandt oder verschwägert
    ——————————————————————
    Hallo Jenna,
    ein interessantes Thema das du da aufgemacht hast.
    Unter dem Gesichtspunkt habe ich ich mir die Armatur meiner Dusche noch garnicht betrachtet.
    Den astronomischen Teil deines Beitrags habe sogar ich als fachlich absoluter Laie zum größten Teil verstanden und kann das nachvollziehen.
    Zusammen mit den passend eingeschalteten Bildern und Diagrammen ist das für dich als Schülerin eine reife Leistung. Hut ab.
    Das sich die hier versammelten “Fachleute” auf die wenigen Punkte gestürzt haben die vielleicht nicht ganz korrekt dargestellt wurden (aber da streiten sich ja auch die “Fachleute” hier untereinander) und Fachdiskussionen führen statt deinen Beitrag zu bewerten, sollte dich nicht weiter stören sondern ermutigen auf dem Weg weiter zu gehen.
    Nimm die Beiträge oben als Lernhilfe für das, was man evtl besser oder genauer machen kann.
    Vielleicht kannst du ja demnächst als Fachfrau hier mit bloggen und die Männerdomäne in diesem Kreis (Zimtspinne (w?) ausgenommen) etwas durcheinander wirbeln.
    Alles Gute und mach weiter so.
    Für mich ist der Beitrag einer der Favouriten im Wettbewerb.

    Viele Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

    # Karl-Heinz
    Kritik ist angekommen, jetzt besser so?

  28. #28 Karl-Heinz
    5. Oktober 2018

    @lueki91

    Supe, danke lueki91, dass du diesen Part übernommen hast. Deutsch ist nicht so meine Stärke. Deshalb auch meine Unfähigkeit mich auszudrücken, was du und ich beim Lesen von diesem Artikel empfinden. 😉

    @Jolly
    Halte deine Finger inne. 😉

  29. #29 Aginor
    5. Oktober 2018

    Inhaltlich wurde das meiste gesagt, ich nehme dann mal kurz mal die unbeliebte Aufgabe an und mache das sprachliche schnell, soweit ich es sehe. Mit Vorbehalt, ich bin kein Deutschlehrer oder so:

    Ein paar Schreibfehler haben sich eingeschlichen. Das passiert jedem einmal, kein Problem. Ich empfehle, Texte einfach kurz in ein Rechtschreibprüfprogramm zu werfen. Das findet zwar nicht alles, aber einfache Fehler wie
    “daas”, “Kernfuionen”, oÄ., und manche finden auch fehlende Großschreibung nach Doppelpunkten wenn ein ganzer Satz danach kommt.
    Ich habe außerdem mal gelernt man solle einzelne Zahlen unter 13 ausschreiben. Ich weiss nicht ob das noch so gelehrt wird, aber ich finde es kommt dem Lesefluss oft zugute. Das aber nur am Rande weil es dazu verschiedene Meinungen gibt.

    Ansonsten fand ich den Artikel sprachlich OK, auch wenn ein paar Begriffe meines Erachtens in einem populärwissenschaftlichen Umfeld wie Scienceblogs.de unangemessen sind. “Himmelszelt” z.B. ist mir zu blumig.
    Ein paar Sätze klingen etwas salopp, aber grammatikalisch finde ich gibt es nicht sehr viel zu meckern. Der Text fließt gut.

    Insgesamt würde ich dem Artikel sprachlich eine recht gute Note geben, inhaltlich sind leider ein paar Dinge drin, die man so nicht stehenlassen kann.

    Ich hoffe die Kritik hat Dir, Jenna, den Spaß nicht genommen, Dich mit der Materie zu beschäftigen.
    Ich möchte Dich gerne dazu ermuntern, mehr Artikel zu schreiben, denn trotz allem finde ich den Beitrag einen guten Anfang, da ist viel richtiges und gutes drin. Es ist in vieler Hinsicht eine gute Zeit, um 17 zu sein, die Ressourcen die einem heute zur Verfügung stehen sind einfach super. Die Mehrheit der Kommentatoren hier hätte vermutlich vieles gegeben, um das alles vor 20, 30, oder 40 Jahren schon zu haben.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg für die Zukunft. 🙂

    Gruß
    Aginor

  30. #30 lueki01
    5. Oktober 2018

    Interessierter Laie,
    mit dem Thema nicht verwandt oder verschwägert
    ——————————————————————
    @Jolly
    Mea culpa, beim Alter der Schreiberin hatte ich noch #9 im Kopf und nicht mehr die eigenen Angaben zur Person. Und so einen Beitrag mit 17 zu schreiben ist fast noch höher zu bewerten als wenn mit 18 geschrieben

    Viele Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

  31. #31 zimtspinne
    5. Oktober 2018

    oh-oh,
    ich hatte schon was Kritisches [zu lueki01] getextet; wurde aber aus irgend einem Grund nicht veröffentlicht, evtl noch in der Moderation?

    Aber mal ehrlich: Jemanden nach über 10 Jahren Deutschunterricht extra dafür zu loben, dass er/sie (als Abiturient) einen kleinen Schreibvortrag abzuhalten in der Lage ist (kann ja korrekturgelesen werden), finde ich jetzt auch etwas übertrieben.
    Zumal ein Schüler am Gymnasium auch gut im Training steht, was Referate, Seminararbeiten und dergleichen Schrift- und Recherchekrams angeht.
    Oder ist das die übers Deck grüßende Bildungsmisere? 😉
    Man muss froh sein, wenn ein Schüler noch halbwegs fehlerfrei tippen kann…. oder überhaupt das Alphabet beherrscht. Jaja…. nun wird Rolf sicher gleich mit mir schimpfen.
    is doch aber wahr. *

    *würde mich aber freuen, falls Jenna (die auch noch einen ähnlichen Namen trägt wie ich) hier häufiger die weibliche Minderquote verstärkt.

  32. #32 lueki01
    5. Oktober 2018

    Interessierter Laie,
    mit dem Thema nicht verwandt oder verschwägert
    ——————————————————————
    @zimtspinne
    warum soll ich mit dir schimpfen? Ich bin auch kein Lehrer, finde es aber wichtiger dass eine 17jährige sich überhaupt an so ein Thema wagt und das dann auch noch einigermaßen verständlich rüberbringt, als jetzt nur auf den grammatikalischen und evtl wissenschaftlichen Fehlern (die ich nicht beurteilen kann) herum zu hacken und bis #22 (mit Ausnahme von #9) praktisch nichts zum Beitrag als solchem zu sagen sondern eigene Diskussionen aufmachen zur Farbe des Stahls beim Schweißen und zu Hauptreihensternen.
    Das man Grammatikfehler und fachliche Ungenauigkeiten kritisieren darf und soll steht außer Frage (wieder mea culpa, habe ich auch nicht gemacht). Was mich nur gestört hat, ist dass aus diesen Fehlern eine eigene Fachdiskussion entstanden ist statt Jenna nur darauf hinzuweisen.
    Daraus könnte sie jetzt weiter lernen, das astrophysikalische kommt dann hoffentlich später.

    zimtspinne, ich hoffe dass auch ich nicht zu viele grammatikalische Fehler eingebaut habe, sonst darfst du mich auch gerne berichtigen.

    Viele Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

  33. #33 lueki01
    5. Oktober 2018

    Interessierter Laie,
    mit dem Thema nicht verwandt oder verschwägert
    ——————————————————————
    sorry Mars, #3 ist natürlich auch eine Ausnahme, habe ich oben vergesen zu erwähnen 🙂

    Viele Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

  34. #34 tomtoo
    6. Oktober 2018

    Ein bischen schlodderig halt. Ein paar tausend Jahre aber nicht genau bestimmbar. Also morgen! *PANIC*
    ; )