Der November ist irgendwie vergangen, ohne das ich was davon gemerkt habe. Bzw. hab ich zuviel gemerkt und deswegen den November verpasst. Ich bin andauernd durch die Gegend gereist, mein Podcast ist kaputt gegangen und immer noch repariert und ein paar Dutzend andere Kleinigkeiten sind passiert. Und dann schaut man auf den Kalender und sieht: Oha, der Monat ist rum und ich hab gar keine Zeit gehabt darüber nachzudenken, was ich über die Bücher schreiben kann, die ich zwischendurch gelesen habe. Deswegen gibt es heute zur Abwechslung mal nur eine kurze Buchempfehlungsrunde. Denn trotz allen Stresses habe ich doch ein paar Bücher gelesen, die ich euch sehr gerne empfehlen möchte!

Krimis aus Berlin

ulehansen

“Neuntöter” und “Blutbuche” von Ule Hansen: Das war ja mal ne Überraschung. Ich les zwar schon Krimis, aber meistens eher nur dann, wenn es irgendeinen besonderen Grund gibt. Zum Beispiel wenn ich irgendwo bin wo ich noch nie war und mir zur Einstimmung einen passenden Regionalkrimi besorge. Oder wenn das Setup irgendwie besonders ist; mit wissenschaftlichen Hintergrund zum Beispiel. Aber die beiden Bücher von Ule Hansen sind eigentlich auf den ersten Blick ganz klassische Krimi/Thriller. Es geht um irre Serienmörder und die “Profilerin” Emma Carow die die Morde aufklären will. Also nichts, was man nicht anderswo so schon oft genug gelesen und gesehen hätte. Aber trotzdem hab ich die Bücher nicht mehr aus der Hand legen können. Die Atmosphäre ist so dicht; die Figuren und natürlich ganz besonders die Hauptperson sind so echt und die Details der Handlung so originell und überraschend intelligent, dass man nicht mehr aufhören will zu lesen wenn man mal angefangen hat. Wenn ihr Krimis mögt, dann lest die Bücher. Und wenn ihr bis jetzt skeptisch wart, was dieses Genre angeht: Lest sie ebenfalls!

Anhalter trifft Star Trek

gatecrashers

“Gate Crashers” (auf deutsch noch nicht verfügbar) von Patrick Tomlinson ist hervorragende Science-Fiction. Science-Fiction, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Es liest sich ein wenig wie “Per Anhalter durch die Galaxis” sein hätte können, wenn Douglas Adams nicht nur Pointen sondern auch eine vernünftige Handlung geschrieben hätte. Und tatsächlich war der Anhalter auch der maßgebliche Einfluss für Tomlinsons Buch. Die Menschheit ist dabei, sich zu den nächsten Sternen aufzumachen. Und findet unterwegs tatsächlich die ersten Anzeichen einer intelligenten außerirdischen Zivilisation. Mitten im Weltall liegt eine komische Boje rum, mit einer komischen Aufschrift. Und als die dann entziffert wird… steht da was, was ich euch nicht verrate 😉 Man merkt dem Buch neben Adams auch die Inspiration durch Star Trek an – allein der genial überzeichnete Captain Maximus Tiberius. Und dann wieder Adams, wie bei dem komischen Quantencomputerkult im Keller der NASA. Lest das Buch einfach, wenn ihr ein paar sehr vergnügliche Stunden haben wollt. Neben all den schon erwähnten Einflüssen ist es eine sehr schöne Variation der “Menschheit trifft Aliens”-Thematik mit einer Geschichte und einem Ende für das sich weder Star Trek noch der Anhalter schämen hätten müssen.

Prophet wider Willen

oracleyear

“The Oracle Year” (auf deutsch: “Oracle Year – Tödliche Wahrheit”) von Charles Soule klingt zumindest in der deutschen Version viel ernsthafter als es eigentlich ist. Es geht darin um Will Dando, einen mäßig erfolgreichen Musiker. Der eines Tages mit über 100 sehr exakten Prophezeiungen über die Zukunft im Kopf aufwacht. Er hat keine Ahnung woher sie kommen und keine Ahnung was er damit soll. Wem nützt es zu wissen, dass an einem bestimmten Tag ein bestimmter Prediger sein Steak pfeffern wird? Oder dass ein unbedeutender Schauspieler nach einer Aufführung Standing Ovations bekommen wird? So oder so: Dando veröffentlicht ein wenig davon im Internet und findet heraus, was er damit anstellen kann: Absurd reich werden! Aber natürlich ist alles ein wenig komplizierter, als es klingt. Und Propheten haben es schwer, vor allem wenn ihre Vorhersagen immer korrekt sind. “The Oracle Year” ist ein sehr ungewöhnliches Buch, das spannend, lustig und tragisch zugleich ist und darüber hinaus auch noch jede Menge Material zum Nachdenken über grundlegende philosophische Themen liefert. Wer hätte gedacht, was aus so nem Pfeffersteak alles entstehen kann…

Etikette ist wichtig

benennungohl

“Die Kunst der Benennung” von Michael Ohl ist ein sehr schönes Buch. Wer noch ein intelligentes Weihnachtsgeschenk für intelligente Leute sucht, liegt damit absolut richtig. Ohl schreibt über die Taxonomie in der Biologie. Das klingt jetzt zwar nicht, als wäre das Material für ein spannendes Buch. Ist es aber! Es geht darum, wie biologische Arten ihre Namen bekommen. In der Astronomie ist das ja einfach. Wer einen Asteroid entdeckt, gibt ihm halt nen Namen und fertig. Es gibt ein paar simple Regeln (keine Schimpfwörter, keine Doppelungen, usw) aber kompliziert ist das nicht. Aber in der Biologie ist das anders. Das fängt schon mit der Frage an, was eigentlich eine Art ist? Wie stellt man fest, ob man es mit zwei unterschiedlichen Exemplaren einer Art zu tun hat oder mit zwei Exemplaren unterschiedlicher Arten. Bei nem Elefant und einem Gänseblümchen ist das leicht zu klären. Aber wenn es zum Beispiel um Insekten geht, schon viel schwieriger. Da gehts dann um Details, die nur mit dem Mikroskop sichtbar sind oder oft nichtmal da. Und wenn man ne Art mal identifiziert hat: Wie stellt man sicher, dass andere, die irgendwo Pflanzen oder Tiere klassifizieren, auch in der Lage sind, das zu tun? Wie beschreibt man eine Art korrekt, so dass alle für alle Zeiten wissen, was Sache ist? All das erklärt Ohl und er erklärt es amüsant, verständlich und mit Tiefgang. Von Adolf Hitler und seinem Einfluss auf den Namen der Fledermäuse bis hin zu Themen wie kategorischer Ontologie ist alles drin. Und vor allem macht Ohl deutlich, dass Taxonomie mehr ist als nur Etiketten kleben. Sondern eine fundamental wichtige Disziplin für das Verständnis der Welt und die Veränderung, der sie unterworfen ist. Phänomene wie die Biodiversität oder das Artensterben können wir nicht vernünftig verstehen, wenn wir zuvor nicht klären, was für Arten da eigentlich sind, die divers oder ausgestorben sein können.

Wer glaubt schon an den Zufall?

zufallblum

“Als der Zufall sich verliebte” von Yoav Blum: Das ist vermutlich das schönste Buch, das ich im November gelesen habe. Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, nur eben eine die sich in ein sehr seltsames Gewand hüllt. Es geht um “Zufallsstifter”. Das sind – nicht näher spezifizierte – Wesenheiten/Menschen die im Auftrag einer – ebenfalls nicht näher spezifizierte – Macht das tun, was ihr Name nahelegt. Nämlich für Zufälle zu sorgen. Das eine mal, als du den Bus genommen hast statt des Autos und dort deine zukünftige Frau kennengelernt hast? Als du zufällig im Fernsehen eine Sendung über Literatur gesehen hast und doch Schriftstellerin wurdest anstatt Buchhalterin? Als Wissenschaftler unerwartet Penicillin entdeckt haben? Als der Bus ohne Vorwarnung um die Ecke bog und dich umgefahren hat? War alles Zufall – aber nicht planlos. Denn die Zufallsstifter sorgen dafür, dass der Zufall keine Wahl hat. Dabei sind sie keine magischen Wesen; sie können den Zufall nicht einfach in die Welt zaubern. Das Buch ist durchsetzt mit einer wunderbaren Wissenschaftsparodie in der die Disziplin der Zufallsschaffung dargelegt wird. Man muss in und mit der Welt arbeiten, die vorhanden ist. Und durch unvorstellbar absurde und komplexe Kausalketten dafür sorgen, dass am Ende genau zufällig das passiert, was passieren soll. Der Schmetterlingseffekt auf Steroiden quasi (und die wirklich allerschönste Konsequenz des Schmetterlingseffekt die ich je gelesen habe und das sage ich jetzt auch als Experte für Chaostheorie). Und trotz all dieser thematischen Vielfalt bleibt genug Platz für die sehr elegante und tragisch-schöne Liebesgeschichte. Und die große Frage: Wie frei sind eigentlich die Zufallsstifter selbst bei ihren Handlungen? Absolute Leseempfehlung!

Verschwörungsoverkill

merkel

“Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien” von Christian Alt und Christian Schiffer liefert genau das, was am Cover steht: Verschwörungstheorien in all ihrer Absurdität. Zum Glück ist es trotzdem ein unterhaltsames und vor allem größtenteils intelligentes Buch geworden. Bei solchen Themen besteht ja immer die Gefahr dass sich die Story auf “Schau mal wie doof die alle sind!” beschränkt. Oder auf “Das ist alles falsch und ich erklär euch jetzt mal genau warum das so ist, damit ihr dann gefälligst diesen Unsinn nicht mehr glaubt”. Beides tun die Autoren nicht, beziehungsweise wenn sie es tun, dann tun sie es bewusst und erklären auch, warum das kein vernünftiger Weg ist, mit dem Thema umzugehen. Das Buch ist keine Freak-Show sondern der Versuch zu klären, wo der ganze Verschwörungsquatsch eigentlich her kommt, warum er so populär ist und was man dagegen tun kann (Überraschung: Leuten zu sagen dass sie sich irren und erklären wie es wirklich ist, bringt genau gar nix!). Ich fand es vor allem gut, dass in dem Buch die Anhänger von Verschwörungstheorien nicht pauschal als irrationale Deppen dargestellt werden. Was sie ja eben nicht sind und sie dafür zu halten ist der schlechtestmögliche Ausgangspunkt für eine etwaige Aufklärung. Das Buch wird die Verschwörungstheorien nicht aus der Welt schaffen (wie denn auch?); es wird von Anhängern von Verschwörungstheorien vermutlich auch nicht gelesen werden. Aber es ist eine sehr gute Auseinandersetzung mit dem Thema und wer sich damit auseinandersetzen will, sollte es auf jeden Fall gelesen haben.

Feminismus ist notwendig

stokowskifrei

“Untenrum frei” von Margarete Stokowski klingt ein wenig nach seltsamen Sexratgeber. Ist aber alles andere als das. Die Journalistin und Autorin Stokowski hat ein Buch über Freiheit geschrieben. Die Freiheit, der die Ungleichbehandlung von und die ungleiche Sicht auf Männer und Frauen entgegen steht. Und diese Freiheit hat eben auch mit dem “Untenrum” zu tun. Oder wie Stokowski es schreibt: “Wir können nicht untenrum frei sein, wenn es obenrum nicht sind und umgekehrt. (…) Obenrum frei zu sein bedeutet Freiheit im politischen Sinne: frei von einengenden Rollenbildern, Normen und Mythen.” Und vermutlich werden jetzt einige denken: “Aber das mit der Gleichberechtigung haben wir doch schon erledigt – wenn die Welt so ist, wie sie ist, dann ist das halt so, aber an irgendwelchem Sexismus liegt das sicher nicht mehr!” Oder vielleicht denkt sich auch wer, sowas wie “Feminismus” braucht man heutzutage nicht mehr. Sicher denkt sich auch wer: “Feminismus! Das ist doch auch wieder ungerecht, warum heißt das nicht ‘Humanismus’?”. Und viele denken sicherlich: “OK, gut das ist sicher ein interessantes Buch für Frauen aber ich als Mann muss mich damit nicht beschäftigen”. Und all die, die so etwas denken, sollten genau dieses Buch lesen! Denn Stokowski schreibt nicht nur extrem witzig, sondern auch extrem intelligent. Und erklärt sehr genau und eindringlich, warum “Feminismus” eben mehr ist als nur das “(Hässliche) Frauen wollen die Weltherrschaft und die Männer unterdrücken”-Klischee. Es geht um Freiheit. Eine Welt, in der so etwas wie Feminismus wirklich nicht mehr notwendig ist, ist eine Welt in der es Frauen und Männern besser geht als heute. Deswegen ist dieses Thema auch für alle relevant. Und Stokowskis Buch auch und gerade für die (vorrangig wohl Männer) interessant und lesenswert die denken, sie bräuchten oder wollten es nicht lesen. Gebt euch einen Ruck, legt die Vorurteile kurz beiseite und werft einen Blick hinein. Es wird sich lohnen!

Was noch?

Nix mehr! Das reicht ja wohl auch für November! Aber im Dezember wird weitergelesen und wenn ich es schaffe, gibt es vielleicht auch wieder eine Weihnachtsbuchempfehlungsspezialausgabe. Bis dahin dürft ihr gerne eure eigenen Weihnachtsbuchempfehlungen mitteilen!

Kommentare (48)

  1. #1 Kai
    29. November 2018

    Viele interessante Bücher dabei diesmal. Ich glaube “The Oracle Year” merke ich mir mal vor. Hab in letzter Zeit einfach zu viel ScienceFiction und Fantasy gelesen, und das Buch klingt mal erfrischend anders.

    Danke wie immer für die Literaturempfehlungen!

  2. #2 Peer
    29. November 2018

    Danke, sind ja wieder einige interessante Bücher dabei!
    Ich hatte gerade einen Hattrick guter Bücher: Railsea (dt. Gleismeer) von China Mievielle ist wie oft bei Mievielle ungluablich originell und ich halte es für eines seiner beste Bücher – So eine Art Moby Dick auf Eisenbahnen. Eigentlich genau Moby Dick auf Eisenbahnen, aber es funktioniert! Zumindest für mich.
    Dann habe ich Ottos Autobiagraphie Kleinhirn an alle gelesen und war angenehm überrascht – ich bin mit Otto groß geworden und wra immer ein Fan, aber ich freue mich, dass er nicht nur ein Blödelbuch geschrieben hat, sondern vor allem viel aus seinem Leben erzählt und dabei viel über HUmor nachdenkt. Klar, wer Otto nicht mag, wird auch mit dem Buch nix anfangen können – aber für alle anderen bietet es mehr als man denken mag.
    Und dann “Das Gift” von Samanta Schweblin. Hier hat mich die Leseprobe defacto ins Buch gezogen. Es ist sicherlich nicht für jedermann -es lebt eher von der Athmosphäre als von der Story – aber ich fand das Buch sehr dicht und es hatte so etwas drängendes, fast schon gruseliges. Kein Wohlfühlbuch! Ein bisschen wie Murakami, aber wo der Japaner leicht ist, ist das Gift beklemmend. Die Leseprobe ist der Lackmustest…
    Das zuletzt gelesene “Ab vom Schuss” von Andrea Diener hat mir dagegen nicht wirklich gefallen. Vielleicht hatte ich mehr erhofft, als ein paar Blogeinträge über Kurzreisen. Und vor allem ist mir der überhebliche Stil etwas aufgestoßen. Ich mag ja Humor, aber wenn man sich in erster Linie über andere Kulturen als über sich selbst lustig macht, kann das schnell kippen. Vielleicht gings aber auch nur mir so.

  3. #3 schlappohr
    29. November 2018

    “[…] eine kurze Buchempfehlungsrunde”.

    Sieben Bücher. Wie viele ließt Du denn so in einem Monat, wenn Du mal richtig Zeit hast?

  4. #4 Solarius
    29. November 2018

    Margarete Stokowski ist eine ganz besondere Dame. Ich verlinke hier einmal fefe:

    blog.fefe.de/?ts=a68871b7

    Ich brauche mal eure Hilfe. Ich lese vorhin diese Kolumne im ehemaligen Nachrichtenmagazin und gewinne den Eindruck, dass darin falsche Vergewaltigungsvorwürfe als ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung betrachtet werden. Und dass die Autorin das nur deswegen nicht macht, weil es ihrer Meinung nach “nicht funktioniert”.
    Wo ist mein Denkfehler? So eine Position wäre doch zu extrem für den Spiegel, hätte ich gedacht. Sogar für die abgehalfterte Gnadenbrot-Version heutzutage.

    So eine Position ist auf jeden Fall in der demokratischen Diskussion zu extrem. Meine ich.

    Ich verlinke noch den Artikel im Spiegel, auf den fefe sich bezieht:
    http://spiegel.de/article.do?id=1129326

  5. #5 Florian Freistetter
    29. November 2018

    @Solarius: Gut, fefe hätt ich auch als genau den Typen eingeschätzt, der sowas in die Welt setzt, insofern überrascht mich das nicht. Aber wer die Kolumne im Spiegel aufmerksam liest und das nicht tut, um irgendeine seltsame “extreme” Position einer Feministin “enttarnen” zu wollen, der kann eigentlich nicht zu dem Schluss kommen, zu dem fefe kommt. Stokowski schreibt hier nirgendwo, dass sie falsche Vorwürfe für ein legitimes Mittel hält. Sie schreibt folgendes: WENN es so einfach wäre, Männer per falschem Vorwurf verurteilen zu lassen oder fertig zu machen, wie das manche gern behaupten, DANN würde das viel öfter geschehen. Das geschieht aber nicht – weil es eben NICHT so einfach ist, wie sich die “Die ist ja gar nicht vergewaltigt worden, die will nur dem Typ eins reinwürgen”-Typen das vorstellen.

    Aber nirgendwo in dem Text finde ich eine Stelle, die nahelegt, das Stokowski so etwas für ein “legitimes Mittel der Auseinandersetzung” halten würde. Sie erklärt nur, warum die Befürchtungen (aka “Vorurteile”) der Leute falsch sind, die denken, Frauen könnten einfach mal eben so nen Mann per falschem Vorwurf “vernichten”. Da muss man Stokowski schon sehr falsch verstehen wollen, um zu dem Schluss zu kommen, zu dem fefe kommt.

  6. #6 alex
    29. November 2018

    @Florian Freistetter:
    Das war bestimmt einer seiner “Medienkompetenztests”. Das ist doch seine Standardausrede wenn er mal wieder etwas falsch verstanden hat oder auf andere Art Unwahrheiten verbreitet.

  7. #7 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/12/07/heilige-buecher/
    30. November 2018

    Auf Übermedien gab es vor 2, 3 Wochen eine längere Debatte über Frau Stokowskis Verhältnis zur Freiheit, weil sie eine Lesung in einer Buchhandlung absagte, nachdem sie erfahren hatte, dass dort auch Bücher angeboten werden, von denen sie meint, dass man sie nicht offen anbieten sollte.

    Diesen Umgang mit der Freiheit anderer sollte man vielleicht kennen, während man sich ihre Aussagen zur Freiheit durchliest.

    Die 1-, 2-Sternebewertungen auf Amazon fand ich auch interessant zu lesen.

  8. #8 Peer
    30. November 2018

    Auch hier finde ich die Lesart interessant – Sie will nicht bei einer Buchhandlung auftreten, die meint, bestimmte Bücher besonders hervorzuheben (z.B. durch Auslage). Sie schreibt m.W. nicht, dass sie die Freiheit solcher Bücher auszulegen grundsätzlich in FRage stellt.
    Auch das ist freie Meinungsäußerung – Man darf andere kritisieren und aus dem Verhalten anderer seine Konsequenzen ziehen.

  9. #9 Spritkopf
    30. November 2018

    @user unknown

    Auf Übermedien gab es vor 2, 3 Wochen eine längere Debatte über Frau Stokowskis Verhältnis zur Freiheit, weil sie eine Lesung in einer Buchhandlung absagte, nachdem sie erfahren hatte, dass dort auch Bücher angeboten werden, von denen sie meint, dass man sie nicht offen anbieten sollte.

    Du hast ja fleißig mitdiskutiert, bist aber schon dort nur unzureichend auf den Punkt eingegangen, den der Kommentator Klawun dir gleich in der ersten Entgegnung vorgehalten hat.

    Diesen Umgang mit der Freiheit anderer sollte man vielleicht kennen, während man sich ihre Aussagen zur Freiheit durchliest.

    Du selber sprichst Stokowski die Freiheit ab, die Lesung beim Buchhändler abzusagen. Und das allein durch Rückgriff auf irgendwelche Kant’sche Prinzipien, die Stokowski angeblich verpflichten würden, Vorbild zu sein und Buchhandlungen, die rechte Bücher in ihrer Auslage haben, bloß nicht zu meiden, auch nicht aus persönlichen und nicht offensiv nach außen getragenen Begründungen.

    Meiner Ansicht nach eine sehr skurrile Interpretation von Kant und von Freiheit.

  10. #10 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @user unknow: “Diesen Umgang mit der Freiheit anderer sollte man vielleicht kennen, während man sich ihre Aussagen zur Freiheit durchliest.”

    Die Debatte kenn ich natürlich. Aber ich sehe nicht, wo da jetzt die “Freiheit anderer” eingeschränkt worden sein soll? Stokowski hat ja nicht gefordert, irgendwelche Bücher o.ä. zu verbieten. Sie hat nur gesagt, dass sie nicht dort lesen will, wo Bücher rechtsextremer Verlage ausgestellt und verkauft werden (und sie wollte nicht mal ne große Sache draus machen; das hat die Buchhandlung entgegen voriger Absprachen öffentlich gemacht). Das was Stokowski getan hat, ist im Prinzip das gleiche, was ich tue, wenn ich Fernsehdiskussionen o.ä. absage, weil ich nicht mit Esoterikern o.ä. Leuten in einer Sendung sitzen will. Ich seh da nix, was irgendwie anstößig wäre.

    “Die 1-, 2-Sternebewertungen auf Amazon fand ich auch interessant zu lesen.”

    Die sind in etwa so aussagekräftig wie Kommentare in nem Blog. Natürlich gibts nen Haufen Leute die immer laut schreien, wenn Frauen sich öffentlich zu Wort melden; noch dazu zu so “bösen” Themen wie Feminismus. Aber WIRKLICH interessant zu lesen ist tatsächlich das Buch selbst. Dann kann man sich auch selbst davon überzeugen, ob das nun alles so schlimm ist oder vielleicht doch nicht…

  11. #11 Peer
    30. November 2018

    Ja, was an “Rezensionen” wie

    “Noch eines dieser Müllbücher, feministisches Krampfgequatsche ohne jedwede Sprachkultur.
    Was ist eigentlich schöner, Männerhaß oder Orgasmus? Langsam glaubt man, daß nach Jahren feministischer Umerziehung von liebeswerten Frauen zu LGBT-Monstern keine Steigerung mehr möglich ist. Aber der Irrsinn geht immer weiter. Immer noch mehr von diesem kranken Müll.Deutsche, lest nicht dieses Buch! Es macht dumm, krank, vergeudet eure wertvolle Lebenszeit und verschmutzt euer Karma!!!!
    Geht einfach raus, zu einem Menschen der euch sympathisch ist und sprecht ihn an, redet mit ihm … aber verdreckt nicht eure Seelen mit diesem abartigen Geschreibsel.”

    “interessant” sein soll, erschließt sich mir nicht. Und das ist kein Einzelfall. Ein Großteil der Rezensionen lesen sich so, als wäre das Buch nicht gelesen wurden. Die oberste z.B. beschwert sich nur, das die Autorin nicht bei der Lesung war.
    Sowas lässt tief blicken.

  12. #12 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @Peer: Vor allem, weil die von dir zitierte Rezension ja absolut nicht mit dem zu tun hat, was tatsächlich im Buch steht. All diese absurden Vorurteile (Männerhass, feministische Umerziehung, etc) werden dort sogar direkt angesprochen…

  13. #13 Solarius
    30. November 2018

    @ Florian Freistetter

    fefe ist nicht der einzige, der den Text von Frau Stokowski kritisch liest. Das Netz ist voll von Kommentaren von Leuten, die es ähnlich wie er sehen. Besonders bei den Maskulisten. Ein Beispiel:
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/01/12/fundstueck-margarete-stokowski-begruesst-straftaten-gegen-politisch-unliebsame-personen/

    „Nun dürfte es unter den Leserinnen ja genug Frauen geben, die sich an die prominenten Fälle von Falschbeschuldigung erinnern und die wissen, dass statt „wenn das nur funktionieren würde“ in Wirklichkeit „und es funktioniert auch, wenn man es geschickt genug anstellt“ gilt. Ein direkter Aufruf, so zu handeln, ist das natürlich nicht. Aber indem ich die Methode schildere, sie moralisch absegne und einer Umsetzung dann nur noch das Hindernis „leider funktioniert das ja nicht“ in den Weg stelle, während Leute, die einigermaßen im Bilde sind, durchaus wissen, dass es sehr wohl geht, betreibe ich geistige Brandstiftung.“

    An dieser Stelle möchte ich an Brett Michael Kavanaugh erinnern, bei dem offenbar genau diese Methode angewendet wurde. – Und ja: Frau Stokowski hat recht. Es hat in diesem Fall nicht geklappt. Herr Kavanaugh ist doch noch Richter am Obersten Gerichtshof geworden.

    Man mag ja bedauern, das Herr Kavanaugh nun dieses Amt bekommen hat. Aber Frau Stokowski bedauert offenbar, das die Methode nicht funktioniert. Sie schreibt ausdrücklich “Leider…”.

    Auch der Fall Dieter Wedel ist noch nicht lange her. Da wird ein Mensch einfach so durch den Dreck gezogen. Ohne irgendwelche Beweise. Einfach so.

    Also man muß Frau Stokowski widersprechen: Es funktioniert doch!

  14. #14 Peer
    30. November 2018

    Ehrlich jetzt? Kavanaugh? Die Dame, die ihn beschuldigt hat, hat nur Nachteile erlitten und wurde offensichtlich angefeindet. Aber schön dass für sie (ohne Beweise) feststeht, dass die Frau lügt.
    Weil, kann ja nicht sein, dass ein Machtmensch, der gerne Bier trinkt eine Frau sexuell belästigt, wenn das nicht in seinem Kalender steht…

  15. #15 Peer
    30. November 2018

    (Ersetze “offensichtlich” durch “öffentlich”)

  16. #16 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @Solarius: ” Besonders bei den Maskulisten”

    ? Das ist ungefähr so wie wenn du sagen würdest: “Das Netz ist voll mit Kommentaren von Leuten, die glauben das die Erde ne Scheibe ist. Besonders bei den Flat-Earthern”. Ja, mag schon so sein. Aber wer bitte nimmt Flat-Earther ernst. Oder halt in diesem Fall die “Maskulisten”?

    “Also man muß Frau Stokowski widersprechen: Es funktioniert doch!”

    Ich empfehle dazu diesen Artikel. Er heißt “Der Mythos der falschen Beschuldigung” und erklärt warum es genau das ist: Ein Mythos.
    https://www.sueddeutsche.de/kultur/sexualisierte-gewalt-der-mythos-der-falschen-beschuldigung-1.4166540

    Kurzer Ausschnitt:

    “Die polizeiliche Kriminalstatistik zählt im Jahr 2017 in Deutschland 11282 erfasste Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung und 11444 Opfer. Sieben Prozent davon sind Männer. Selbst wenn man ignoriert, dass die reale Zahl der Vergewaltigungen noch deutlich höher liegt, lässt sich die Aussage treffen, dass es für Männer wahrscheinlicher ist, selbst Opfer einer Vergewaltigung zu werden als fälschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt zu werden.”

  17. #17 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @Solarius: Darf ich nen Vorschlag machen? Es geht hier in meinem Artikel nicht um Feminismus oder Vergewaltigungsvorwürfe o.ä. Sondern um Buchempfehlungen. Ich hab Bücher gelesen und empfehle sie weiter. Wenn du über den INHALT des Buchs diskutieren willst, dann wäre es gut, wenn du es lesen würdest. Das Buch ist nicht lang und – wie gesagt – sehr lesenswert. Lies es, dann können wir gerne und vor allem beide ausreichend informiert darüber diskutieren. Wenn du das Buch nicht lesen willst, seh ich aber nicht viel Sinn darin, eine Diskussion darüber zu führen, die deinerseits nur auf dem basiert was du in irgendwelchen Maskulinisten-Foren gehört hast. Dann würde ich es vorziehen, die Sache nicht mehr weiter zu diskutieren. Man kann nicht vernünftig über ein Buch reden, wenn man es nicht gelesen hat.

  18. #18 Joseph Kuhn
    30. November 2018

    @ FF:

    Das Buch “Angela Merkel ist Hitlers Tochter” habe ich auch gelesen, im Stil vielleicht manchmal etwas zu wortwitzbemüht, aber in der Tat unterhaltsam, wenngleich stellenweise auch erschreckend.

    Zum Buch “Die Kunst der Benennung” (das ich nicht kenne): Vielleicht gefällt Dir dann auch das schon etwas betagte Buch “Die Suche nach der vollkommenen Sprache” von Umberto Eco. Er kommentiert darin auch die fiktive chinesische Enzyklopädie, nach der laut Jorge Luis Borges Tiere wie folgt zu klassifizieren sind: “a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen.”

  19. #19 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @Joseph Kuhn: Ecos Buch kenn ich – ist wirklich sehr interessant!

  20. #20 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/05/18/empowerment/
    30. November 2018

    @Spritkopf:

    Du selber sprichst Stokowski die Freiheit ab, die Lesung beim Buchhändler abzusagen.

    So, tue ich das?
    Das ist mir gar nicht aufgefallen und war nicht meine Absicht. Das ist mir auch in der Diskussion wieder und wieder vorgehalten worden – allerdings ohne dass es jmd. mit einem Zitat hätte belegen können.

    Und das allein durch Rückgriff auf irgendwelche Kant’sche Prinzipien, die Stokowski angeblich verpflichten würden, Vorbild zu sein

    Nein, gar nicht!

    Ich will Frau Stokowski überhaupt nicht verpflichten ein Vorbild zu sein. Ich sage nur, dass sie keins ist. Sie hatte die Freiheit ein Vorbild zu sein und hat sich dagegen entschieden – mehr sage ich da nicht.

    auch nicht aus persönlichen und nicht offensiv nach außen getragenen Begründungen.

    Was für eine persönliche Begründung soll das sein? Sie vereinbart eine Lesung bei Lehmkuhl und sagt diese ab, als die Lesung schon ausverkauft ist. Das ist schon mal etwas anderes als eine Lesung gar nicht erst zuzusagen.

    Dass der Buchhändler seinen düpierten Gästen dann eine Erklärung schuldet finde ich offensichtlich – nach Möglichkeit eine wahre Erklärung, oder? Eine, die das Licht der Öffentlichkeit nicht zu scheuen braucht.

    @Florian

    Die Debatte kenn ich natürlich. Aber ich sehe nicht, wo da jetzt die „Freiheit anderer“ eingeschränkt worden sein soll?

    Die Freiheit des Buchhändlers Bücher im Sortiment zu führen, die er für richtig hält?

    Die Freiheit der Kunden Lehmkuhls, sich ungehindert aus öffentlich zugänglichen Quellen zu unterrichten?

    Stokowski hat ja nicht gefordert, irgendwelche Bücher o.ä. zu verbieten.

    Ja, wieso eigentlich nicht?

    Das was Stokowski getan hat, ist im Prinzip das gleiche, was ich tue, wenn ich Fernsehdiskussionen o.ä. absage, weil ich nicht mit Esoterikern o.ä. Leuten in einer Sendung sitzen will. Ich seh da nix, was irgendwie anstößig wäre.

    So, Anstößigkeit? Bin ich Dir bislang als jemand aufgefallen, der sich über Anstößigkeiten empört?

    Ich habe, glaube ich, grob in Erinnerung, was Deine Begründung ist, nicht in Diskussionssendung mit Esoterikschwurblern aufzutreten – ich darf mal kurz versuchen, ob ich Deinen Standpunkt verstanden habe?

    Du willst nicht in einer Sendung sitzen, in der Esoterikgeschwurbel neben der Position der Wissenschaft den gleichen Platz eingeräumt bekommt. Das war, meine ich, der Hauptpunkt.

    Andere Punkte könnten sein, dass sich solche Diskussionen meist rasch im Kreis drehen und unergiebig sind.

    Kann man das so sagen – ist das eine Wiedergabe Deiner Gründe, die so ungefähr hinkommt?

    Und wie sähe die Konstellation, übertragen auf eine Lesung in einer Buchhandlung aus? So, wie im Falle Stokowski/Lehmkuhl oder nicht eher so, dass eine Doppellesung stattfindet, Frau Stokowski und ein rechter Autor?

    Sie sollte nicht gleichwertig neben einem rechten Autor auftreten oder dort ein Streitgespräch führen. Die Buchhandlung, die sich dezidiert als links versteht hat ein Regal, beschriftet mit “Neue Rechte, altes Denken” in der sie ihren Kunden diese rechten Drucke schon mit einem deutlichen Hinweis, wo sie das einordnet, anbietet.

    Übertragen auf eine Fernsehdiskussion lässt sich das natürlich nur bedingt und mit vielen willkürlichen Freiheitsgraden. Vielleicht so: Im Frühstücksfernsehen dürfen Esoteriker über Mondfühligkeit schwurbeln, deswegen trittst Du nicht in einer Wissenschaftssendung auf.

    Ich darf auch noch mal auf den Beitrag der 3sat-Sendung Kulturzeit verweisen, in der sich Michael Lemling, der Buchhändler, äußert.

    Für ihn geht es um die richtige Strategie gegen rechte Ideologie. Ich würde da noch weiter gehen. Für mich ist die Methodik, die eigene Macht so weit wie möglich auszureizen (Stokowski hat eben nicht die Macht, von irgendwem zu fordern, Bücher zu verbieten) um abweichende Meinungen auszugrenzen, zu ächten, selbst rechte Ideologie, autoritär.
    Sie geht davon aus, dass eine Elite von Besserwissern andere zu lenken hat. Gesucht ist nicht die Auseinandersetzung, der Wettstreit um bessere Argumente, sondern die Durchsetzung der eigenen Meinung mittels Ausschluss.

    Der Buchhändler soll die Bücher ausschließen und weil er das versäumt hat, schließt sie den Buchhändler aus.

    Wir haben sehr viele, kleine Fälle dieser Art, so dass es wichtig ist, diese Methode zu diskutieren.

    Ich kenne keinen Menschen, den ich als Filter vor der Welt tolerieren würde. Dem ich in allen Fragen so weit vertraue, dass ich sagen würde: Wenn der ein Buch ablehnt, dann lese ich es nicht.
    Ich kann auch niemanden ernst nehmen, der für sich einen solchen Filter duldet. Dann will ich nicht mit dem sprechen, sondern gleich mit seinem Filter.

    Weswegen bin ich denn gegen rechte Politik? Doch genau aus dem Grund, dass sie meine Freiheit einschränken wollen.
    Was war denn schlecht an der DDR? Nur die fehlende Reisefreiheit und der fehlende Wohlstand? Oder die fehlende Meinungsfreiheit und Bücherverbote?

    Ja, sie hat keine Bücherverbote gefordert. Weil sie inhaltlich nicht damit klar käme, oder weil ihr einfach die Macht dazu fehlt?

    Ihre Begründung war doch Normalisierung und das Abschneiden rechter Verlage und Autoren von ihrem Einkommen. Ich sehe da eine fette Autobahnauffahrt für Bücherverbote – man müsste nur am Drücker sein, sie durchzusetzen.

    Die Indifferenz der Masse gegenüber solchen Tendenzen ermöglicht sie erst.

    Dabei halte ich es für ziemlich wichtig, dass ich bislang kein Interesse an nur einem dieser Bücher habe. Für die Freiheit der eigenen Meinung ist schließlich jeder. Das ist billig. Meinungsfreiheit beginnt überhaupt erst, wo man konträrer Meinung ist und versteht, dass der andere das Recht braucht, seine Meinung zu äußern . Und dass wir das Recht brauchen uns über Meinungen anderer zu informieren, ungehindert.

    Es gibt auch diese Idee, dass man wie eine Balkenwaage im Raum steht, und wenn mehr Meinung vom Typ A auf der einen Seite aufgeschichtet wird als von der anderen Meinung B auf der anderen, dass sich dann die Waage in diese Richtung neigen wird, so dass es darauf ankommt, möglichst viel der eigenen Meinung in die Kanäle zu kippen, die sie weit verbreiten, und den Zufluss der B-Meinung zu hemmen wo man kann.

    Davon halte ich wenig. Die Leute suchen sich ihre Meinung und werden davon nicht einfach beregnet. Wenn sie das, was sie lesen wollen, in der Buchhandlung nicht finden, dann gehen sie in eine andere. Alleine das ist schon ein Grund ein Regal rechter Bücher vorrätig zu haben.

    Was sie lesen wollen, das hängt auch von Umständen ab. Interessant ist es, diese zu ergründen. Wenn jemand draußen “Feuer” schreit, dann kann ich das Fenster schließen, weil mich der Lärm stört. Bei mir brennt es jedenfalls nicht!

    Obwohl viele meinen den Brandherd gefunden zu haben, um bei diesem dürftigen Beispiel zu bleiben, gelang es bisher niemandem den Brand einzudämmen. Das macht mich äußerst skeptisch, was den Sachverstand dieser Brandsachverständigen betrifft.

    Was die Rechten betrifft, die ja meinen, sie würden den Brand bekämpfen und nicht selbst der Brand sein, den es zu bekämpfen gilt, so kann ich deren Pamphlete lesen, ohne ihnen auf den Leim zu gehen. Wieso sollte ich das nicht anderen auch zutrauen?

    “Die 1-, 2-Sternebewertungen auf Amazon fand ich auch interessant zu lesen.”

    Die sind in etwa so aussagekräftig wie Kommentare in nem Blog.

    Danke. 😉

    Natürlich gibts nen Haufen Leute die immer laut schreien, wenn Frauen sich öffentlich zu Wort melden; noch dazu zu so “bösen” Themen wie Feminismus.

    Aha. Die Kritiker reagieren also gar nicht auf das Buch von Frau Stokowski speziell, sondern schreien immer laut(?), wenn sich Frauen zu Wort melden? Hast Du dafür Belege, oder ist das nicht vielleicht eine Unterstellung?

    Selbst wenn dem so wäre, bestünde ja noch immer die Möglichkeit, dass sie zufällig richtig liegen.

    Kann man auch umgekehrt schließen, dass alle, die das Buch loben, alle Bücher von Frauen in höchsten Tönen loben, speziell wenn es um das “liebe” Thema Feminsmus geht?

    @Peer:

    was an “Rezensionen” wie

    Immer noch mehr von diesem kranken Müll.Deutsche, lest nicht dieses Buch!

    “interessant” sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Ja, die ist mir auch als besonders grottig aufgefallen. “Rezensionen” hast Du als Zitat markiert, ich hatte “1– bis 2-Sternebewertungen” geschrieben. Zitate einzelner Worte sind ohnehin reichlich sinnlos, aber wenn, dann sollten sie wenigstens stimmen.

    Vor allem habe ich geschrieben “Die … Bewertungen”, nicht “Alle … Bewertungen”. Die von Dir zitierte war aber durchaus interessant, weil sie negativ herausstach. Es war abzusehen, dass wenn jemand sich eine herauspickt, um zu zeigen wie schlecht die sind, er diese herauspicken würde.

    Deutsche, lest nicht dieses Buch! Es macht dumm, krank, vergeudet eure wertvolle Lebenszeit und verschmutzt euer Karma!!!!

    Ist Karma nicht eigentlich mehr so was indisches?

    Aber gut.
    Worauf ich hinauswollte war mehr, dass es nicht alle extrem witzig und extrem intelligent fanden, sondern manche im Gegenteil nicht witzig und wenig geistreich. So können die Meinungen auseinandergehen.

  21. #21 user unknown
    30. November 2018

    @FF:

    “Die polizeiliche Kriminalstatistik zählt im Jahr 2017 in Deutschland 11282 erfasste Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung und 11444 Opfer.

    Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik zählt aber Anzeigen. Anzeigen sind nicht Fälle und Anzeigen sind nicht Urteile. Urteile können natürlich auch an Mangel an Beweisen scheitern.

    Merkwürdig ist ja, wie viele Fälle, die in den letzten Jahren groß in den Medien waren, geplatzt sind.

  22. #22 Florian Freistetter
    30. November 2018

    @user unknown: “Merkwürdig ist ja, wie viele Fälle, die in den letzten Jahren groß in den Medien waren, geplatzt sind.”

    Merkwürdig, wie viel wir in den Medien nicht über Fälle erfahren, die nicht in den Medien sind.

    “Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik zählt aber Anzeigen. Anzeigen sind nicht Fälle und Anzeigen sind nicht Urteile. Urteile können natürlich auch an Mangel an Beweisen scheitern. “

    Jetzt wirds aber 1A-Verschwörungstheoretisch: “Es gibt keine Belege, darum muss das ein Beleg dafür sein, dass ich Recht habe”.

    Du kannst ja meinetwegen gerne an die große Verschwörung der bösen Frauen glauben, die nix besseres vorhaben als Männer per falscher Anzeige fertig zu machen und im Geheimen planen, uns die Schwänze abzuschneiden, uns all totzugendern und die Feminismus-Diktatur einzuführen. Oder was auch immer du halt da glaubst (weil es anscheinend keine Fakten gibt, die deine Behauptungen unterstützen).
    Aber ich würde dir trotzdem gerne das gleiche vorschlagen, was ich Solarius vorgeschlagen habe: Mach doch mal was ganz verrücktes und lies einfach das Buch! Und schau, ob da wirklich all das drin steht, was du dir so vorstellst. Oder vielleicht doch nicht. Auf jeden Fall redet es sich nicht nur leichter sondern auch vernünftiger über das, was Stokowski so denkt, wenn man liest, was sie schreibt anstatt das zu reproduzieren was man irgendwo aus dem Netz von anderen zusammenklaubt.

    “Sie hatte die Freiheit ein Vorbild zu sein und hat sich dagegen entschieden – mehr sage ich da nicht. “

    Also bin dann zB auch kein Vorbild mehr, wenn ich keine Lust habe, mich mit Esoterikern in eine Fernsehshow zu setzen? Abgesehen davon: Wie genau macht es einem zum Vorbild wenn man sagt: “Mir doch egal wenn da Nazi-Scheiße im Regal präsentiert wird; ich tu so als geht mich das nichts an”?

    “Sie geht davon aus, dass eine Elite von Besserwissern andere zu lenken hat.”

    Aha. Na dann. Was man alles so an Vorurteilen in einen Menschen reinstecken kann, wenn man es nur hart genug vermeidet sich vernünftig mit dem auseinander zu setzen was dieser Mensch tatsächlich sagt, ist schon erstaunlich.

    “Die Kritiker reagieren also gar nicht auf das Buch von Frau Stokowski speziell, sondern schreien immer laut(?), wenn sich Frauen zu Wort melden? Hast Du dafür Belege, oder ist das nicht vielleicht eine Unterstellung? “

    Red mal mit Frauen. Kann helfen. Die erleben nämlich all das, was man als Mann nicht erlebt. Aber nur weil man selbst es nicht erlebt folgt daraus, das es nicht existiert.

    “Worauf ich hinauswollte war mehr, dass es nicht alle extrem witzig und extrem intelligent fanden, sondern manche im Gegenteil nicht witzig und wenig geistreich. “

    Und ich wollte darauf hinaus – in meinem Artikel – das ich das Buch gelesen habe und gut fand. Und finde es immer noch spannend, das so viele eine so starke Meinung zu Autorin und Buch haben, obwohl sie das Buch gar nicht gelesen haben.

    “Die Leute suchen sich ihre Meinung und werden davon nicht einfach beregnet. Wenn sie das, was sie lesen wollen, in der Buchhandlung nicht finden, dann gehen sie in eine andere. Alleine das ist schon ein Grund ein Regal rechter Bücher vorrätig zu haben. “

    Aber wenn es Homöopathie geht, dann sollen Apotheken das eigentlich schon lieber nicht verkaufen dürfen, oder?

  23. #23 Florian Freistetter
    30. November 2018

    Es ist schon seltsam. Monat für Monat veröffentliche ich meine Buchempfehlungen. Ich denke, die meisten Leser haben die meisten Bücher nicht gelesen, die ich empfehle. Macht ja auch nix, darum empfehle ich sie ja. Aber normalerweise gibt es bei den Buch-Artikel nur wenig Kommentare. Und ich glaube noch nie hat sich so schnell eine solche Diskussion wie jetzt entwickelt, wo sich der Reihe nach Leute bemüßigt fühlen mir zu erklären, dass das Buch das sie nicht gelesen haben ja vielleicht nicht so gut sei, weil im Internet irgendwer was sagt.

    Leute: Im Internet sagen andauernd Leute irgendwas! Wenn ich wirklich wissen will, was in einem Buch steht, dann lese ich es. Nur wenn ich das eigentlich nicht wissen, dafür aber lieber ein wenig meckern will, dann tu ich das nicht und such lieber nach anderen, die das Thema auch irgendwie doof finden.

  24. #24 Peer
    30. November 2018

    “Es war abzusehen, dass wenn jemand sich eine herauspickt, um zu zeigen wie schlecht die sind, er diese herauspicken würde. ” Naja, die meisten bestanden aus einem Satz, aus dem nichts inhaltliches hervorging. Ich habe alle Ein-Stern-Rezensionen gelesen und ist sag mal, bei fast allen war nicht ersichtlich ob das Buch überhaupt gelesen wurde…

    “Die Kritiker reagieren also gar nicht auf das Buch von Frau Stokowski speziell, sondern schreien immer laut(?), wenn sich Frauen zu Wort melden? Hast Du dafür Belege, oder ist das nicht vielleicht eine Unterstellung?”

    Naja, Du bist da ja ein Beispiel, wie so etwas funktioniert: Die Person der Autorin wird abgelehnt (sei es weil sie eine Lesung abgesagt hat, sei es aus politischen Gründen, sei es aus Vorurteilen), das Buch wird nicht mehr gelesen oder zumindest nicht mehr als die ersten zwei Seiten zur Bestätigung.
    Es gibt sicherlich auch inhaltliche Auseinandersetzungen und inhaltliche Kritik an dem Buch. Nur, weder von Dir, noch von den Quellen, die Du bisher angegeben hast.

  25. #25 PDP10
    30. November 2018

    @user unknown:

    Du könntest wenigstens einmal tun, was du sonst nie tust: Zu einem Thema, von dem du keine Ahnung hast die Klappe halten, statt langatmiges, inhalts- und haltungsloses Geschwafel irgendwo rein zu schreiben.

    Das besagte Buch zu lesen wäre ein Anfang. Dann könntest du dich ja eventuell, ausnahmsweise mal kompetent zu einem Thema äussern …

  26. #26 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/08/29/fuers-protokoll-standards-bei-sciencefiles/
    1. Dezember 2018

    @FF, #22:

    Merkwürdig, wie viel wir in den Medien nicht über Fälle erfahren, die nicht in den Medien sind.

    Was willst Du damit sagen? Dass das, was sich Deine Phantasie dazu ausmalt, von den Medien unterdrückt wird? Willst Du über 11.282 Fälle pro Jahr bzw. 30 pro Tag in den Medien informiert werden?

    Jetzt wirds aber 1A-Verschwörungstheoretisch: „Es gibt keine Belege, darum muss das ein Beleg dafür sein, dass ich Recht habe“.

    Womit denn Recht haben?
    Nicht jeder Anzeige liegt ein Fall zu Grunde habe ich gesagt, nicht dass es keine Belege gibt. In den Fällen von Verurteilungen wird es, wenn keine Geständnisse, dann wohl Belege gegeben haben. Nur finden die meisten Vergewaltigungen im persönlichen Nahfeld ohne Zeugen statt, so dass dann oft Aussage gegen Aussage steht.
    Zum vorsichtigen Umgang mit der pol. Kriminalstat. habe ich mal einen Artikel verlinkt, leider noch länger als meine Kommentare.

    Du kannst ja meinetwegen gerne an die große Verschwörung der bösen Frauen glauben, die nix besseres vorhaben als Männer per falscher Anzeige fertig zu machen und im Geheimen planen, uns die Schwänze abzuschneiden, uns all totzugendern und die Feminismus-Diktatur einzuführen.

    So eine massive Strohmannattacke habe ich von Dir noch nie erlebt und hätte es auch nicht für möglich gehalten. Bin ich Dir irgendwie auf den Schlips getreten?

    Oder was auch immer du halt da glaubst (weil es anscheinend keine Fakten gibt, die deine Behauptungen unterstützen).

    Welche Behauptungen denn?

    Und schau, ob da wirklich all das drin steht, was du dir so vorstellst.

    Was stellst Du Dir denn vor, was mir vorstelle, was in dem Buch steht? Hälst Du es vielleicht für möglich, dass ich keine Vorstellung davon habe, was in dem Buch steht?

    Auf jeden Fall redet es sich nicht nur leichter sondern auch vernünftiger über das, was Stokowski so denkt, wenn man liest, was sie schreibt anstatt das zu reproduzieren was man irgendwo aus dem Netz von anderen zusammenklaubt.

    Sie hat ja eine öffentliche Kolumne beim Spiegel. Hälst Du es für ausgeschlossen, dass ich diese selbst schon gelesen habe?

    Also bin dann zB auch kein Vorbild mehr, wenn ich keine Lust habe, mich mit Esoterikern in eine Fernsehshow zu setzen?

    Habe ich mein Argument, dass das schlecht vergleichbar ist, weil es ja nicht darum ging, ob ihre Bücher neben rechten Büchern stehen und auch nicht darum, dass sie vor oder nach einem Rechten eine Lesung hält, umsonst vorgetragen?

    Ist es irgendwie unverständlich, was ich damit sagen wollte?

    Wie genau macht es einem zum Vorbild wenn man sagt: „Mir doch egal wenn da Nazi-Scheiße im Regal präsentiert wird; ich tu so als geht mich das nichts an“?

    Ist das denn die einzige Alternative, die es gibt? Diese falsche Dichotomie beschreibt sehr gut, was mir hier gegen den Strich geht: Der Konflikt wird behandelt, als gäbe es nur 2 Positionen: voll dafür oder voll dagegen. Wofür genau oder wogegen spielt keine Rolle.

    „Sie geht davon aus, dass eine Elite von Besserwissern andere zu lenken hat.“

    Aha. Na dann. Was man alles so an Vorurteilen in einen Menschen reinstecken kann, wenn man es nur hart genug vermeidet sich vernünftig mit dem auseinander zu setzen was dieser Mensch tatsächlich sagt, ist schon erstaunlich.

    Sie hat gesagt, dass man rechtes Gedankengut nicht normalisieren soll, in dem man es in Buchhandlungen feilbietet, oder etwa nicht, sinngemäß?

    Wer soll also darüber entscheiden, welche Bücher man in Buchhandlungen verkauft? Auf welcher Grundlage? Ein demokratisches Mandat hat sie ja nicht für ihre Normen. Du meinst nicht, dass sie glaubt, besser zu wissen als der Buchhändler, was man verkaufen soll und was nicht?

    Ich frage mich hier rein von der faktischen Lage her, wo unsere Differenz hier besteht. Im Wort “Elite” und “Besserwisser”? Ist es die höhere moralische Integrität, nicht das Besserwissen?

    „Die Kritiker reagieren also gar nicht auf das Buch von Frau Stokowski speziell, sondern schreien immer laut(?), wenn sich Frauen zu Wort melden? Hast Du dafür Belege, oder ist das nicht vielleicht eine Unterstellung? „

    Red mal mit Frauen. Kann helfen. Die erleben nämlich all das, was man als Mann nicht erlebt. Aber nur weil man selbst es nicht erlebt folgt daraus, das es nicht existiert.

    Du weichst aus und beantwortest die Frage nicht. Der Vorwurf meinerseits war, dass Du die Kritiker gar nicht kennst und nicht weisst, ob die immer so reagieren, ob die prinzipiell auf Frauen so reagieren und bei diesem Thema.

    Und Dein “Red mal mit Frauen” kannst Du auch stecken lassen, als ob Du wüsstest wie viel und worüber ich mit Frauen rede.
    Was soll denn nicht existieren? Hast Du da auch wieder etwas in meinen Text reingelesen, was da nicht steht?
    Du betreibst hier üble Rabulistik, um mich schlecht dastehen zu lassen.

    Und ich wollte darauf hinaus – in meinem Artikel – das ich das Buch gelesen habe und gut fand.

    Ja, Du hast es gelesen und findest das Buch gut. Das habe ich auch so verstanden. Sind wir immerhin in einem Punkt einig.

  27. #27 Peer
    1. Dezember 2018

    “Du weichst aus und beantwortest die Frage nicht. Der Vorwurf meinerseits war, dass Du die Kritiker gar nicht kennst und nicht weisst, ob die immer so reagieren, ob die prinzipiell auf Frauen so reagieren und bei diesem Thema. ”

    Noch einmal: Die “Kritiker” kritisieren nicht das Buch, sondern die Person. Wenn Dir der Unterschied nicht klar ist, ist es auch kein Wunder, dass Du nicht verstehst, was Florian dir sagen möchte.
    Dein Posting bekommt dadurch auch nicht mehr Substanz, dass du irgendwie auf einzelne Sätze antwortest, wenn du die Kernkritik gar nicht verstehst. Was du offenkundig nicht tust, wie du ja eindrucksvoll zeigst.

  28. #28 Spritkopf
    1. Dezember 2018

    @user unknown

    Du selber sprichst Stokowski die Freiheit ab, die Lesung beim Buchhändler abzusagen.

    So, tue ich das?

    Ja. Und da du Wert auf die entsprechenden Zitate legst:

    Wer dafür eintritt Bücher nicht zu handeln, weil sie rechtes Denken normalisieren, tritt der dann nicht auch dafür ein und vielleicht gerade dafür ein, dass auch öffentliche Bibliotheken dieses rechte Denken nicht normalisieren? Würde die Autorin auch Bibliotheken boykottieren, die rechte Autoren normalisieren?

    Das war deine Unterstellung, dass Stokowskis Absage ein Boykottaufruf gewesen sei. War er nebenbei nicht, wie ihrer Stellungnahme zu entnehmen ist.

    Ich habe auch nicht behauptet, Margarete Stokowski habe einem Menschen verboten die Buchhandlung Lehmkuhl zu betreten, dort Lesungen zu halten, dort selber zu lesen oder dort Bücher jeder Couleur zu kaufen.

    Ich habe aber die Frage aufgeworfen, ob ihr Verhalten als ein Vorbild für alle im kantschen Sinne gelten kann.

    Das war dein Versuch, ihre Freiheit, bei dem Buchhändler aufzutreten, durch Postulierung einer wie auch immer geartete Notwendigkeit zu beschneiden, Vorbild im Kant’schen Sinne zu sein. Siehe auch meine letzten beiden Absätze in diesem Kommentar.

    Was für eine persönliche Begründung soll das sein? Sie vereinbart eine Lesung bei Lehmkuhl und sagt diese ab, als die Lesung schon ausverkauft ist. Das ist schon mal etwas anderes als eine Lesung gar nicht erst zuzusagen.

    Hat sie doch geschrieben. Sie möchte nicht bei einem Buchhändler eine Lesung halten, der extra ein Angebotsregal für rechte Bücher vorhält. Nicht gelesen?

    Warum soll überhaupt die Frage, wieviele Karten für eine Lesung verkauft wurden, Einfluss darauf haben, ob eine Absagebegründung persönlich ist oder nicht? Die beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun.

    Dass der Buchhändler seinen düpierten Gästen dann eine Erklärung schuldet finde ich offensichtlich – nach Möglichkeit eine wahre Erklärung, oder?

    Was soll das denn jetzt wieder bedeuten? Es war der Buchhändler, der die unwahre Begründung von der “Krankheit” nennen wollte. Wenn man sich anschließend dahingehend einigt, überhaupt keine Begründung zu nennen und er sich entgegen dieser Einigung nachträglich entscheidet, auf einer persönlichen Ebene nachzukarten, das hältst du ernsthaft dafür, dass er seiner Erklärungspflicht nachkommt?

    Und aus deiner Antwort an Florian:

    Aber ich sehe nicht, wo da jetzt die „Freiheit anderer“ eingeschränkt worden sein soll?

    Die Freiheit des Buchhändlers Bücher im Sortiment zu führen, die er für richtig hält?

    Die Freiheit der Kunden Lehmkuhls, sich ungehindert aus öffentlich zugänglichen Quellen zu unterrichten?

    Mich dünkt, du hast sehr unterschiedliche und nur schwer zu vereinbarende Kategorien von Freiheit. Buchhändler Lehmkuhls Freiheit, rechte Bücher ins Sortiment zu nehmen, darf deiner Meinung nach noch nicht mal von Stokowskis Freiheit, eine Lesung bei ihm nicht abhalten zu wollen, eingeschränkt werden. Sprich, Stokowski hat auch dann bei ihm zu lesen, wenn sie erst im Nachgang den Fakt erfährt, dass er rechte Bücher offensiv in seiner Auslage bewirbt.

    Und deine Behauptung, dass Lehmkuhls Kunden in ihrer Freiheit, “sich ungehindert aus öffentlich zugänglichen Quellen zu unterrichten”, durch Stokowskis Absage eingeschränkt würden, ist einfach nur absurd.

  29. #29 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/03/17/der-hirnfurz/
    1. Dezember 2018

    @Peer, auch wenn Du nicht angesprochen warst:

    Noch einmal: Die “Kritiker” kritisieren nicht das Buch, sondern die Person.

    Dazu aus den 1-Stern-Kritiken, Steffi L., 2.v.o. da ich das schreibe:

    Pseudointellektuell, unwisssenschaftlicher Umgang mit Quellen, Zahlen und Argumenten …

    danach zugegeben ad hominem, aber das habe ich ja nie bestritten.
    3. v.o.: Katja:

    Ich habe “untenrum frei” auf eine Empfehlung hin gelesen. Insgesamt kann ich das Buch nur als ärgerlich beschreiben. Es ist sprachlich ungenau, der Umgang mit verwendeten Studien ist schlampig, die Darstellung von Gegenstimmen ist simplistisch und zeugt von Unverständnis für die Positionen, die Stokowski zu entkräften versucht. Die Darstellung von MINT-Fächern (Physik in dem Fall) ist im besten Fall nicht aktuell, im schlechtesten Fall schlicht falsch und …

    und es folgen viele konkrete Kritikpunkte mit Seitenzahlen und Quellennennung.

    Von den ersten 5 Kritiken habe ich bei 4en den Eindruck, das Buch sei gelesen worden. Von den 2 2-Sternekritiken bei beiden.

    Es soll sich aber jeder selbst ein Bild machen.

  30. #30 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2018/04/29/hirnfurz-ii/
    1. Dezember 2018

    @Spritkopf:

    Ja. Und da du Wert auf die entsprechenden Zitate legst:

    Wer dafür eintritt Bücher nicht zu handeln, weil sie rechtes Denken normalisieren, tritt der dann nicht auch dafür ein und vielleicht gerade dafür ein, dass auch öffentliche Bibliotheken dieses rechte Denken nicht normalisieren? Würde die Autorin auch Bibliotheken boykottieren, die rechte Autoren normalisieren?

    Das war deine Unterstellung, dass Stokowskis Absage ein Boykottaufruf gewesen sei. War er nebenbei nicht, wie ihrer Stellungnahme zu entnehmen ist.

    Den Unterschied zwischen einem Boykott und einem Boykottaufruf müssen wir jetzt aber nicht diskutieren?

    Implizit kann es natürlich dennoch ein Boykottaufruf sein, darin gebe ich Dir recht, auch wenn die politische Begründung erst nachgereicht wird, wenn die Handlung politisch gerechtfertigt wird und somit als Signal verstanden werden kann.

    Das war dein Versuch, ihre Freiheit, bei dem Buchhändler aufzutreten, durch Postulierung einer wie auch immer geartete Notwendigkeit zu beschneiden, Vorbild im Kant’schen Sinne zu sein.

    Nein. Meine Fragestellung war, wie sich jemand zur Freiheit anderer verhält, der sich selbst zur Freiheit äußert. Oft ist man auf die Texte, die jemand verfasst, beschränkt und weiß dann vielleicht nur, wie derjenige gern gesehen werden möchte – nicht ob er Wasser predigt und Wein trinkt.

    Von mir aus kann jeder, auch Frau S., Lesungen absagen soviel er will. Falls da verbindliche Absprachen bestehen könnte es ein Fall des Vertragsrechts sein, der sie schadensersatzpflichtig macht, aber niemand kann gezwungen werden eine Arbeit zu tun – Art. 12, Absatz 2 GG – und das ist ganz in meinem Sinne.

    Es steht mir aber zu, eine solche Absage zu kritisieren und die Begründung auseinanderzunehmen, wie ich es getan habe. Ich weiß nicht, was daran so schlecht zu tolerieren ist.

    Natürlich kann niemand gezwungen werden ein Vorbild zu sein. Das ist wieder so ein Strohmann.

    Hat sie doch geschrieben. Sie möchte nicht bei einem Buchhändler eine Lesung halten, der extra ein Angebotsregal für rechte Bücher vorhält. Nicht gelesen?

    Ja, weil es rechte Bücher normalisiert und Geld in rechte Kassen spült – eine durch und durch politische Begründung. Was ist daran persönlich?

    Es war auch kein privates Treffen, das vereinbart war, sondern ein öffentlicher Auftritt.

    Warum soll überhaupt die Frage, wieviele Karten für eine Lesung verkauft wurden, Einfluss darauf haben, ob eine Absagebegründung persönlich ist oder nicht?

    Ich war bei den Gesprächen zwischen der Buchhandlung und der Autorin nicht dabei. Meinen Informationen nach war die Lesung schon ausverkauft, als sie abgesagt werden musste. D.h. der Buchhändler muss den Kunden gegenüber den Kopf hin halten. Wenn er sagt sie sei krank sind beide fein raus und wahren das Gesicht. Wenn sie dann aber für den nächsten Tag in einer anderen Buchhandlung in München eine Lesung zusagt, dann funktioniert die Ausrede nicht mehr.

    Wenn ich etwas absage, dann bevorzuge ich die Wahrheit. Und wenn ich mich über eine Sache ärgere, dann kann es sein, dass ich eine Woche später meine Meinung ändere und doch über das Wieso reden will. Dass die Absageform den Charakter einer bindenden Abmachung hatte, habe ich nirgends behauptet gefunden. Also wieso soll der Buchhändler nicht seinen Kunden und anderen Gästen, die vielleicht nur für Frau S. gekommen wären, seine Sicht der Dinge darlegen? Er findet S. Handeln strategisch falsch und thematisiert das öffentlich.

    Ich fasse also zusammen: Die Veranstaltung war eine öffentliche Angelegenheit, die Absage war politisch motiviert, persönlich war da nichts.

    Wenn man sich anschließend dahingehend einigt, überhaupt keine Begründung zu nennen und er sich entgegen dieser Einigung nachträglich entscheidet, auf einer persönlichen Ebene nachzukarten, das hältst du ernsthaft dafür, dass er seiner Erklärungspflicht nachkommt?

    Ich nehme an Du kennst Frau S. persönlich und diskutierst das hier auch alles aus einem persönlichen Interesse.

    Herr Lemling hat nicht auf einer persönlichen Ebene nachgekartet, sondern das ganze zum Politikum gemacht. Es ist jetzt eine Debatte im politischen Diskurs.

    Buchhändler Lehmkuhls Freiheit, rechte Bücher ins Sortiment zu nehmen, darf deiner Meinung nach noch nicht mal von Stokowskis Freiheit, eine Lesung bei ihm nicht abhalten zu wollen, eingeschränkt werden.

    Doch. Es macht sie nur nicht sakrosankt für Kritik. Frau Stokowski persönlich interessiert mich doch nicht die Bohne und große Teile der Öffentlichkeit auch nicht, Teile ihrer Fanbase und eine Gruppe Hater, die Person und Inhalt nicht auseinanderhalten können, natürlich ausgenommen.

    Sprich, Stokowski hat auch dann bei ihm zu lesen, wenn sie erst im Nachgang den Fakt erfährt, dass er rechte Bücher offensiv in seiner Auslage bewirbt.

    Abgesehen davon, dass er die Bücher m.W. nicht in der Auslage hat, und auch nicht bewirbt, schon gar nicht offensiv, sondern er hat ein Regal in der Buchhandlung, auf dem steht “Neue Rechte, altes Denken” (ohne das jetzt noch mal nachgeschlagen zu haben), im Gegensatz zu Dir aber auch Stokowski derartiges nie behauptet hat – da darf ich sie mal in Schutz nehmen – habe auch ich nie geschrieben, dass sie gegen ihre Überzeugung trotzdem da auftreten soll oder gar muss.

    Ich streite um die Strategie Rechten schaden zu wollen, in dem man ihren Absatz zu mindern versucht, die Bücher wie etwas Ansteckendes behandelt, vor dem man die unmündige Bevölkerung abschotten soll und der schlichten These von der Normalisierung.

    Das alles hätte man auch diskutieren können ohne den konkreten Fall, nur hätte man dann keinen Fall, an dem man es diskutieren kann. Man hätte andere nehmen können, die gewisse Ähnlichkeiten aufweisen: Finis-Germania oder den Eklat auf der Leipziger Buchmesse.

    Ich vertraue nicht auf die Methode des Totschweigens. Selbst wenn ich es täte würde ich dafür mit guten Argumenten zu werben versuchen und nicht den Kreis der Ächtung auf die ausdehnen, die anderer Meinung sind.

    Und deine Behauptung, dass Lehmkuhls Kunden in ihrer Freiheit, “sich ungehindert aus öffentlich zugänglichen Quellen zu unterrichten”, durch Stokowskis Absage eingeschränkt würden, ist einfach nur absurd.

    Wenn ihre Absicht nicht war gegen eine Praxis wie die der Buchhandlung Lehmkuhl vorzugehen, um sie zu ändern, was war es dann?

    Sie wirft ihr einen falschen Umgang mit rechten und rechtsextremen Werken vor aber will damit nicht auf den richtigen Umgang damit hinwirken? Was will sie denn?

    Ich befürchte dieses Ächten führt zu einer Abgrenzungseskalation. Wer sich einmal rechts geäußert hat, von dem liest man nichts mehr. Man verkauft die Bücher nicht mehr. Man meidet Buchhandlungen, die solche Bücher noch verkaufen. Man drängt andere dazu das gleiche zu tun. Wer nicht up-to-date ist, der hält lieber den Mund, bevor er sich positiv zu etwas äußert, was seit gestern pfui ist.

    Wer nicht ein wenig streitlustig ist, wer abhängig ist und entweder die, von denen er abhängig ist, nicht einschätzen kann, wo sie politisch stehen oder positiv weiß, dass sie solche links-autoritären Haltungen teilen, der zieht sich ins Private zurück und als Rentner tritt er dann überraschend auf die Straße und beschwert sich nachträglich darüber, dass man so viel nicht mehr sagen dürfe. Das kommt vielleicht irgendwo her.

    Leider werden viele öffentliche Diskussionen so zugespitzt, dass die Masse nur noch aufschnappt, wer zu welchem Lager gehört – Diskussionen werden gar nicht geführt, Texte nicht gelesen und nicht verstanden. Man wird einsortiert, Stempel drauf und fertig – der Nächste bitte.

    Wer, wenn nicht ein linksliberaler Buchhändler könnte denn einem Kunden, der ein solches Buch gekauft hat, und an dem ein oder anderen Argument hängen blieb besser ein Buch empfehlen, das man dazu lesen sollte, um eine andere Perspektive zu gewinnen?

    Die Bücher zu verbannen verstehe ich als “dazu haben wir nichts Besseres zu sagen”. Stattdessen soll der Buchhändler wohl die Nase rümpfen, “Sowas lesen Sie?” stöhnen und den Kunden vor die Tür setzen.

    Ekel kann mitunter sehr rasch überwunden werden. Für mich sieht das alles nach aufgesetztem Ekel aus, den ich den Leuten nicht mal abkaufe.

  31. #31 Florian Freistetter
    1. Dezember 2018

    @user unknown: “Es soll sich aber jeder selbst ein Bild machen.”

    Was du aber offensichtlich nicht tust. Du machst dir ein “Bild” in dem du 1-Stern-“Kritiken” im Internet liest. Das ist sicherlich auch ein Bild. Aber halt kein verlässliches Bild dessen, was im Buch passiert. Dazu muss man es schon selbst lesen.

  32. #32 Florian Freistetter
    1. Dezember 2018

    @user unknown: “Du betreibst hier üble Rabulistik, um mich schlecht dastehen zu lassen. “

    Das kriegst du auch selbst recht gut hin. Ich hab ein Buch empfohlen. Was dein Gerede von der angeblichen Gefahr durch falsche Vergewaltigungsvorwürfe damit zu tun hat weiß ich nicht. Ebenso wenig wie deine Idee, man wäre als Mensch gezwungen, überall aufzutreten, nur um irgendeinen seltsamen Begriff von “Freiheit” gerecht zu werden. Buchhandlungen sollen das verkaufen dürfen was sie gerne verkaufen wollen und was rechtlich verkauft werden darf. Und Autoren und Autorinnen sollen dort auftreten, wo sie wollen. Und dort nicht auftreten, wo sie nicht wollen. Das ist eigentlich auch schon alles, was man zu dem Thema sagen muss.

    “Ja, Du hast es gelesen und findest das Buch gut. Das habe ich auch so verstanden. Sind wir immerhin in einem Punkt einig.”

    Und trotzdem hast du das Bedürfnis, viele und lange Kommentare zu schreiben um mir zu erklären, dass die Autorin irgendwie schlecht ist. Warum? Ums Buch geht es dir ja nicht; denn da würdest du es einfach mal lesen. Du findest Margarete Stokowski also doof. Gut, damit kann ich leben; sie vermutlich auch (in ihrem aktuellen Buch schreibt sie übrigens sehr ausführlich über den Umgang mit Kommentatoren wie du einer bist). Aber ich versteh immer noch nicht, wo dein großer Dran herkommt, hier öffentlich über etwas zu diskutieren, was du nicht gelesen hast.

  33. #33 LasurCyan
    1. Dezember 2018

    Hut ab, Florian, dass Du dich da so reinhängst. Irgendwie hab ich das MaskuGepöbel aber auch erwartet. Traurig, dabei ist es ein sehr gutes Buch, das die meisten Männer SEHR nachdenklich machen sollte..

  34. #34 user unknown
    1. Dezember 2018

    “Es soll sich aber jeder selbst ein Bild machen.”

    Was du aber offensichtlich nicht tust. Du machst dir ein “Bild” in dem du 1-Stern-“Kritiken” im Internet liest.

    Nein, mein Bild habe ich mir anhand des Falles Lehmkuhl und der Texte ihrer Spiegelkolumne gemacht.

    Dann habe ich mir anhand Deines Beitrags überlegt, ob etwas darin dafür spricht, dass es ein Gewinn für mich wäre dieses Buch zu lesen.

    In Sachen Astronomie bist Du eine Autorität für mich, in Sachen Feminismus und Literatur nicht. Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Buch auf Deine Empfehlung hin gekauft und meinen Neffen und Nichten geschenkt, etwas von Terry Pratchett glaube ich, und es kam sehr gut an – vielen Dank noch mal dafür.

    Was Feminismus betrifft, habe ich in den 80ern als Tazabonennt 2 Jahre lang jeden Artikel zu Frauenthemen gelesen, von vorne bis hinten, sowie ein Dutzend Bücher. Seither habe ich das Pensum deutlich runtergeschraubt und sondiere nur noch, ob sich irgendwas neues tut.
    Beispielsweise waren manspreading und mansplaining nur als Schlagworte neu für mich – inhaltlich kannte ich das schon von Bernard/Schlaffer, Der Mann auf der Straße, 1986.
    Da sich Dein ungetrübtes Lob nicht mit meinem Eindruck vom Lesen ihrer Spiegelartikel in Deckung bringen ließen, schaute ich mir die Amazonseite an, und die schlechten Kritiken enthalten zum Teil das, was ich über ihre Texte sagen könnte, was sich auch schon auf den ersten Seiten des Buches zeigt.

    Einfach darauf zu verweisen, dass andere Deine Begeisterung nicht teilen erschien mir freundlicher, als lang und breit meine Kritik hier auszubreiten.

    Dazu muss man es schon selbst lesen.

    Jedenfalls nicht ganz.
    Ich habe schon Schallplatten oder CDs wegen eines gutren Lieds gekauft. Oft gefielen mir dann andere Stücke nur so leidlich, aber nach mehrfachem Hören gefielen sie mir besser und besser und überflügelten später das Stück, weswegen ich sie gekauft hatte.

    Manchmal blieb es aber auch beim Nichtgefallen des großen Rests. Gute Bands haben oft schnellere und langsamere Titel im Repertoire, laute und leise, mischen unterschiedliche Stile zusammen. Wenn mir nur ein Stil gefällt, der nur einmal deutlich wird, und der Rest ist nicht mein Fall, dann gefällt mir eben der Hauptstil nicht. Ich muss dann auch keinen 2. Tonträger kaufen, um mir das zu bestätigen.

    Bei Popmusik kommt noch dazu, dass Stücke oft von unterschiedlichen Komponisten kommen. Bei Autoren kommt das aber eigentich nicht vor, dass die mitten im Buch ihren Stil ändern. Wenn die ersten Seiten schon sprunghaft sind, ohne roten Faden und mich mit Klischees und Strohmännern nur so eindecken, dann quäle ich mich nicht bis zum Ende sondern gestatte mir ein schnelles Urteil.

  35. #35 Spritkopf
    1. Dezember 2018

    Den Unterschied zwischen einem Boykott und einem Boykottaufruf müssen wir jetzt aber nicht diskutieren?

    Wenn du ihr keinen Boykottaufruf unterstellst, wieso formulierst du dann so, als ob Stokowski zwar nicht explizit, aber implizit zum Boykott aufgerufen hätte.

    Das war dein Versuch, ihre Freiheit, bei dem Buchhändler aufzutreten, durch Postulierung einer wie auch immer geartete Notwendigkeit zu beschneiden, Vorbild im Kant’schen Sinne zu sein.

    Nein. Meine Fragestellung war, wie sich jemand zur Freiheit anderer verhält, der sich selbst zur Freiheit äußert.

    Äh, doch. Florian hat dich gefragt, inwiefern Stokowskis Absage irgendjemandes Freiheit beschneiden würde. Deine Antwort: Die des Buchhändlers, rechte Bücher anzubieten und die des Nazilesers, solche Bücher zu kaufen.

    Beide Behauptungen sind schlicht falsch. Oder kann der Buchhändler nach Stokowskis Storno etwa keine rechten Bücher mehr in sein Verkaufsregal stellen? Kann der Nazileser diese nicht mehr kaufen? Somit nimmt Stokowski durch ihre Handlung keine Freiheitseinschränkung anderer vor, wie du unterstellt hast.

    Von mir aus kann jeder, auch Frau S., Lesungen absagen soviel er will. […] Es steht mir aber zu, eine solche Absage zu kritisieren und die Begründung auseinanderzunehmen, wie ich es getan habe.

    Strohmann. Habe ich dir dieses Recht abgesprochen?

    Natürlich kann niemand gezwungen werden ein Vorbild zu sein. Das ist wieder so ein Strohmann.

    Kein Strohmann. Erstens behauptest du, ihr Verhalten würde die Freiheit anderer einschränken. (Tut es nicht, wie gezeigt.) Und zweitens fährst du das Geschütz “was, wenn das alle täten” auf und tust damit so, als hätte sie mindestens eine Art gesellschaftlicher Verpflichtung, die Lesung abzuhalten. Nein, hat sie nicht! Es ist ihre gottverdammte Freiheit, die Lesung nach eigenem Ermessen durchzuführen oder auch nicht durchzuführen.

    Wenn ich etwas absage, dann bevorzuge ich die Wahrheit. Und wenn ich mich über eine Sache ärgere, dann kann es sein, dass ich eine Woche später meine Meinung ändere und doch über das Wieso reden will. Dass die Absageform den Charakter einer bindenden Abmachung hatte, habe ich nirgends behauptet gefunden. Also wieso soll der Buchhändler nicht seinen Kunden und anderen Gästen, die vielleicht nur für Frau S. gekommen wären, seine Sicht der Dinge darlegen?

    Stokowski hat nur deswegen ihre Begründung (ursprünglich) nicht öffentlich gemacht, weil diese eher für den Buchhändler als für Stokowski peinlich ist. (Ich weiß, das siehst du anders, darfste auch.) Wenn er dann meint, doch noch nachtreten zu müssen, dann wird es halt öffentlich gemacht. Es wird dann halt noch peinlicher für ihn.

    Die Veranstaltung war eine öffentliche Angelegenheit, die Absage war politisch motiviert, persönlich war da nichts.

    Das ist absurd. Wenn ich bei der Bundestagswahl mein Kreuzchen bei einer bestimmten Partei mache, dann ist das zwar auch politisch motiviert, aber dennoch meine ureigene und persönliche Entscheidung.

    Ich nehme an Du kennst Frau S. persönlich und diskutierst das hier auch alles aus einem persönlichen Interesse.

    Achja? Diese Vermutung stellst du aus welchem Grund auf?

    Und um dich zu beruhigen: Nein, ich kenne Stokowski nicht persönlich, bin weder mit ihr verwandt noch verschwägert, habe auch nicht ihr Buch gekauft und bin weiters nicht Mitglied ihres Fanclubs.

    Herr Lemling hat nicht auf einer persönlichen Ebene nachgekartet, sondern das ganze zum Politikum gemacht.

    *prust*

    Es darf sich jeder anhand Stokowskis Stellungnahme (in #9 verlinkt) ein Bild machen, wie Lemlings (deiner Meinung nach) Nicht-Nachkarten, welches (deiner Meinung nach) nicht auf einer persönlichen Ebene stattfand, wirklich ausgesehen hat.

    Sie wirft ihr einen falschen Umgang mit rechten und rechtsextremen Werken vor aber will damit nicht auf den richtigen Umgang damit hinwirken? Was will sie denn?

    Ich kann nicht in ihren Kopf gucken. Aber ich würde vermuten, dass sie in in etwa eine Meinung vertritt, dass ein Buchhändler demjenigen diese Bücher verkauft, der sie bei ihm gezielt bestellt (aus welchen Gründen auch immer). Dass man sie sich aber nicht ins Regal stellt, um mit zu Vorurteilen und Populismus neigenden Impulskäufern Zusatzgeschäft zu generieren.

    Ich befürchte dieses Ächten führt zu einer Abgrenzungseskalation.

    Sie hat ihn nicht geächtet. Um dir das noch einmal ins Gedächtnis zu rufen: Sie hat dem Buchhändler vorgeschlagen, die Begründung für ihre Absage nicht öffentlich zu machen. Öffentlich ist das Ganze erst geworden, nachdem der Buchhändler selber sein Geblubber von Stokowskis Antifa-Handarbeitsgruppe und der Echokammer, in der sie sich angeblich befände, publik gemacht hat.

    Im Übrigen verstehe ich nicht, was du willst. Einerseits verlangst du, dass Stokowski ihre Begründung sofort hätte öffentlich machen sollen, auf der anderen Seite laberst du etwas von Ächtung daher, wenn sie es tut. Damned, if you do; damned, if you don’t.

    So, wie ich das sehe, läuft es bei dir darauf hinaus, dass sie auf ihre Freiheit, die Lesung abzusagen, hätte verzichten sollen. Immerhin greift sie damit in die Freiheit des Buchhändlers und seiner Nazikundschaft ein, wie du in #20 schon schriebst. Nicht.

    Die Bücher zu verbannen verstehe ich als “dazu haben wir nichts Besseres zu sagen”. Stattdessen soll der Buchhändler wohl die Nase rümpfen, “Sowas lesen Sie?” stöhnen und den Kunden vor die Tür setzen.

    Und zum guten Schluss nochmal ein feister Strohmann. Ein paar Zündhölzer gefällig?

  36. #36 Solarius
    1. Dezember 2018

    Tja, es hat wohl jeder seine Gründe, warum er ein Buch nicht kauft und meint, es nicht lesen zu müssen. Das ich mir das Buch nun doch bestellt habe, liegt auch an Herrn Kuhn. Er meint ja auch, ein bestimmtes Buch bräuchte er nicht lesen. Es würde sich nicht lohnen. – Wenn er nur wüsste, wie sehr er sich irrt…

    Ich habe das Buch nun also bestellt in der Hoffnung, das es was bringt. In ein paar Tagen ist es da.

    Und es geht doch um Vergewaltigung! Ich habe einige Rezensionen gelesen. Frau Stokowski schildert in dem Buch offenbar ihre eigene Vergewaltigung. Offenbar wusste sie gar nicht, das sie vergewaltigt worden war? Und nun weiß sie es doch?

    Nun ja, bald werde ich es selber lesen können.

    Nun noch einmal zum Stichwort Falschbeschuldigung. Auch hier gibt es andere Meinungen als die Meinung der süddeutschen. Ich verlinke dazu eine Rechtsanwaltskanzlei:

    https://www.sexualstrafrecht.hamburg/falschbeschuldigung/falschbeschuldigung-statistik/

    @LasurCyan
    Maskus setzen sich für alle Menschen ein, die aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Und zwar unabhängig vom Geschlecht des Menschen. Im Grunde sind Maskus also die besseren Feministen. Ich verlinke dir einmal die “Eckpfeiler einer linken Männerpolitik”:

    https://web.archive.org/web/20170708201511/http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8167/eckpfeiler-einer-linken-mannerpolitik

    Das ist die Welt, wie ich sie mir wünsche. Das ist die Welt, in der ich gern leben möchte. Und ich denke, das auch die meisten Feministen gern in dieser Welt leben möchten.

  37. #37 Florian Freistetter
    1. Dezember 2018

    @Solarius: “Frau Stokowski schildert in dem Buch offenbar ihre eigene Vergewaltigung.”

    Stokowski schreibt allerdings auch explizit in der Einleitung, dass sie NICHT ihre eigene Biografie in diesem Buch beschreibt.

    “Maskus setzen sich für alle Menschen ein, die aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Und zwar unabhängig vom Geschlecht des Menschen. “

    Danke. Jetzt konnte ich nochmal richtig lachen bevor ich schlafen gehe.

  38. #38 PDP10
    2. Dezember 2018

    @user unknown:

    Ich frage nochmal ganz blöd:

    Hast du das betreffende Buch von Frau Stokowski gelesen?

    @Solarius:

    Du?

  39. #39 Solarius
    2. Dezember 2018

    @PDP10
    Nein, noch nicht. Ich bekomme es erst in ein paar Tagen. Dann werde ich es lesen.

    @Florian Freistetter
    Lachen ist gesund. Das ist gut. – Ich fürchte nur, das sie deshalb lachen, weil sie von Maskus ein falsches Bild haben. Tatsächlich ist es ja so, das man immer vom Feminismus sagt, das er für alle Menschen gut sei. Man sagt, Feministinnen würden sich für Gleichberechtigung einsetzen. Leider stimmt das nicht. Es gibt leider nicht viele Feministinnen, die sich für Gleichberechtigung im Sorgerecht einsetzten. Und die, die es tun, finden kein Gehör. Das finde ich sehr schade. Es sind tatsächlich nur die Maskus, die sich für echte Gleichberechtigung einsetzen. Maskus setzen sich für soziale Gerechtigkeit ein. Sie setzten sich für alle Menschen ein.

  40. #40 Mimimi
    2. Dezember 2018

    Joa.
    Wenn man so kurz die Titel überfliegt…

    Was ein Dünnschiss.
    Wer zieht sich sowas rein?

  41. #41 PDP10
    2. Dezember 2018

    @Mimimi:

    Du hättest möglicherweise eine Antwort auf deine Frage finden können, wenn du den Artikel oben gelesen hättest.

    Aber wenn du schon dafür zu faul bist, warum fragst du dann eigentlich?

  42. #42 Christine Grossenbacher
    Kehrsatz/Schweiz
    3. Dezember 2018

    Lieber Florian

    Vielen Dank für die spannenden Buchempfehlungen – ich hab fast jedes Buch auf meine Wishlist gesetzt. Jetzt ist nur noch die Frage wie ich mir die Zeit freischaufle das alles zu lesen…:)

  43. #43 tomW
    3. Dezember 2018

    @PDP10

    “Mimimi” trollt drüben bei J.Schönstein auch rum.

  44. #44 PDP10
    3. Dezember 2018
  45. #45 Bullet
    6. Dezember 2018

    Ach, da hab ich ja des unbekannten Users Spastereien wieder einmal vollkommen verpaßt … allein, es fehlt am Nachteil darob.

  46. #46 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/03/31/sprachpolizei/
    6. Dezember 2018

    @PDP10

    @user unknown:

    Ich frage nochmal ganz blöd:

    Hast du das betreffende Buch von Frau Stokowski gelesen?

    Nachdem Du weiter oben schriebst

    Du könntest wenigstens einmal tun, was du sonst nie tust: Zu einem Thema, von dem du keine Ahnung hast die Klappe halten,

    wirst Du in diesem Thread von mir keine Antwort mehr bekommen. Bullet mit “Spastereien” ist für diesen Thread auch raus.

  47. #47 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/09/14/querfrontverdacht/
    6. Dezember 2018

    @Spritkopf:

    Äh, doch. Florian hat dich gefragt, inwiefern Stokowskis Absage irgendjemandes Freiheit beschneiden würde. Deine Antwort: Die des Buchhändlers, rechte Bücher anzubieten und die des Nazilesers, solche Bücher zu kaufen.

    Du meinst Frau Stokowski will mit ihrem Verhalten nicht den Buchhändler drängen die Bücher nicht mehr ins Regal zu stellen?

    Will sie ihn mit Argumenten überzeugen oder wie versucht sie ihre Ziele zu erreichen? Ja, ihr Ziel ist es, die Freiheit der Kunden der Buchhandlung sich ungehindert zu unterrichten zu behindern. Die sollen gefälligst Archive oder Bibliotheken aufsuchen müssen, das schlägt sie doch vor.

    Das ist absurd. Wenn ich bei der Bundestagswahl mein Kreuzchen bei einer bestimmten Partei mache, dann ist das zwar auch politisch motiviert, aber dennoch meine ureigene und persönliche Entscheidung.

    Das ist Deine Entscheidung.
    Persönlich kann vieles sein.
    Man kann ein Geschenk persönlich überreichen oder es von der Kammerzofe überbringen lassen.
    Ich kann auch eine Veranstaltung aus politischen Gründen absagen oder aus persönlichen. Letzteres bedeutet, dass die Gründe in meiner Person zu finden sind, etwa dass ich krank bin, oder weiter gefasst kann es ein Signal sein, dass ich die Gründe für mich behalten will; es ist meine persönliche Angelegenheit.

    Du kannst auch einen Wissenschaftler fachlich oder persönlich angreifen.

    Du schreibst ja, der Buchhändler habe Frau Stokowski persönlich angegriffen (nachgekartet). Das ist aber nicht der Fall; er hat sie politisch angegriffen.

    Meine Nachfrage, ob Du sie persönlich kennst, war natürlich rhetorisch gemeint. Wenn das alles so persönlich ist – was interessiert es Dich dann? Oder was meinst Du mit persönlich?
    Vielleicht dass sie keine Marionette einer linken Gruppe ist, die ihr die Entscheidung diktiert hat, sondern dass sie diese selbst getroffen hat?

    Es darf sich jeder anhand Stokowskis Stellungnahme (in #9 verlinkt) ein Bild machen, wie Lemlings (deiner Meinung nach) Nicht-Nachkarten, welches (deiner Meinung nach) nicht auf einer persönlichen Ebene stattfand, wirklich ausgesehen hat.

    Ja, jeder kann lesen, wie seine Reaktion, die Du, als Experte für Wirklichkeiten aller Art, nicht müde wirst, als Nachkarten zu bewerten, ausgesehen hat.

    Ich kann nicht in ihren Kopf gucken. Aber ich würde vermuten, dass sie in in etwa eine Meinung vertritt, dass ein Buchhändler demjenigen diese Bücher verkauft, der sie bei ihm gezielt bestellt (aus welchen Gründen auch immer). Dass man sie sich aber nicht ins Regal stellt, um mit zu Vorurteilen und Populismus neigenden Impulskäufern Zusatzgeschäft zu generieren.

    Ja, wie eine Erziehungsbevollmächtigte für Buchhändler und dessen Kunden tritt sie auf. Sie will anderen vorschreiben, was man wie anzubieten hat und vor allem was nicht.

    Öffentlich ist das Ganze erst geworden, nachdem der Buchhändler selber sein Geblubber von Stokowskis Antifa-Handarbeitsgruppe und der Echokammer, in der sie sich angeblich befände, publik gemacht hat.

    Ohne den Buchhändler abzuwerten, bekommst Du irgendwie keinen Satz raus, so als wären diese Bewertungen nötig, um Deine Argumentation nachvollziehen zu können. Ich kann Dich dahingehend beruhigen: Ja so ist es.
    In der Tat brachte dieser den Slogan “Antifa ist Handarbeit” auf, aber Frau Stokowski hat m.E. angedeutet, dass sie sich diesen zu eigen macht, als sie schrieb:

    «Antifa bleibt Handarbeit» ist im Übrigen kein von mir entwickeltes Konzept, sondern eine alte Tradition.

    Dass sie das Konzept entwickelt hätte hatte Lemling ihr gar nicht unterstellt:

    «Wie steht es um die Debattenfähigkeit der streitbaren SPIEGEL-Kolumnistin Margarete Stokowski, die einen linksliberalen Veranstaltungsort wie Lehmkuhl zur No-go-Area erklärt, weil er nicht in ihr ‹Antifa-ist-Handarbeit›-Konzept passt?»

    Das bedeutet nur, dass sie sich das Konzept zu eigen gemacht hat.

    Im Übrigen verstehe ich nicht, was du willst. Einerseits verlangst du, dass Stokowski ihre Begründung sofort hätte öffentlich machen sollen,

    Nein, das habe ich nicht verlangt.

    auf der anderen Seite laberst du etwas von Ächtung daher, wenn sie es tut. Damned, if you do; damned, if you don’t.

    Falsche Dichotomie. Wieder nicht ohne Abwertung (labern). Der Experte für’s Nachkarten spricht.
    Ich stimme Lemling/Lemkuhl zu, dass die Ächtung rechter Bücher der falsche Weg ist. Welche Strategie Stokowski verfolgt hat, die Lesung aus politischen Unvereinbarkeitserwägungen abzusagen, diese aber für sich zu behalten, verstehe ich nicht.

    Wenn sie meint ihre politische Integrität zu verlieren, so sie dort liest, dann soll sie Lesung auch absagen, auf jeden Fall. Dennoch bleibe ich dabei, dass dies der falsche Weg ist und Ächtung eine autoritäre Methode ist.
    Lange Zeit hätte ich das als rechte Politik bezeichnet, aber Bücherverbote gab es natürlich auch in der DDR. Würde man alle linksautoritären Strömungen als nicht links betrachten, dann bliebe nicht viel Linkes übrig.

    So, wie ich das sehe, läuft es bei dir darauf hinaus, dass sie auf ihre Freiheit, die Lesung abzusagen, hätte verzichten sollen. Immerhin greift sie damit in die Freiheit des Buchhändlers und seiner Nazikundschaft ein, wie du in #20 schon schriebst.

    Schau, da ist es doch raus. Nein, niemand wird geächtet, alles Superfreigeister im Hause Stokowski und im Hause Spritkopf, aber die linksliberale Kundschaft des Buchhändlers, jetzt durfte es endlich doch mal gesagt werden, sind Nazis.

    Das meinte ich mit der Abgrenzungseskalation.

  48. #48 Bullet
    6. Dezember 2018

    Bullet mit “Spastereien” ist für diesen Thread auch raus.

    Oha. Markus Termin ist wieder da. Oder irgendein anderer Kurzgeschlossener, der glaubt, er könne hier im Blog Leuten sagen, was sie zu tun haben oder nicht. Tröste dich: du hast die Freiheit, meinen Kommentar doof zu finden und zu ignorieren.
    Aber mal ernst: hast du wirklich geglaubt, mir läge etwas daran, dir als fünfzehnter Kommentator deinen argumentativen Bioabfall vor die Nase zu halten? Ein Kommentar wie #7 ist so derart strunzdumm … wie soll ich den denn sonst nennen als eine “Spasterei”? Sei doch mal ehrlich.