Dunkle Sonne im Jahr 1919 (Dyson, Eddington, Davidson (1919)

Albert Einstein war ein Genie und einer der wichtigsten Wissenschaftler aller Zeiten. Seinen Namen kennt heute so gut wie jeder. Völlig zu Recht, denn er hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts die komplette Physik revolutioniert und auf eine neue Basis gestellt. Bis heute beeinflusst das, was er damals herausgefunden hat, den Weg den die Naturwissenschaft geht. Aber Einstein war nicht immer die personifizierte Genialität als die er heute weltweit bekannt ist. Seine revolutionieren Arbeiten zur speziellen Relativitätstheorie und zur Quantenmechanik hat er schon 1905 veröffentlicht; die allgemeine Relativitätstheorie mit der Beschreibung der Gravitation im Jahr 1916. Trotzdem war er damals der Öffentlichkeit kaum bekannt und auf keinen Fall in dem Ausmaß in dem das später der Fall war. Die Rolle als größtes Genie aller Zeiten übernahm Einstein vor 100 Jahren. Genauer gesagt: Am 29. Mai 1919, um kurz nach 3 Uhr nachmittags (gerechnet nach der heute gültigen Sommerzeit).

Da verdunkelte sich in Südamerika und Zentralafrika die Sonne. Und britische Wissenschaftler und der Leitung des Astronomen Arthur Eddington richteten ihr Teleskop zum Himmel. Nicht auf die dunkle Sonne, sondern auf die Sterne daneben die nun für ein paar Minuten lang am Taghimmel sichtbar wurden. Ihr Ziel: Die Überprüfung dessen, was Albert Einstein ein paar Jahre zuvor behauptet hatte.

Einsteins 1916 veröffentlichte allgemeine Relativitätstheorie war ein grandioses Gedankengebäude dass die Welt der Wissenschaft auf den Kopf stellte. Es beschrieb die Gravitation nicht als Kraft die zwischen Objekten wirkt, so wie Isaac Newton das im 17. Jahrhundert tat, sondern als Auswirkung der Geomtrie des Raums und der Zeit selbst. Bis dahin war der Raum der Raum und die Zeit die Zeit. Beide waren eine Bühne für die Dinge die im Universum stattfinden aber selbst keine “Dinge”. Einstein aber behauptete, dass der Raum “etwas” ist; dass er verformt werden kann und die Form Auswirkungen auf die Bewegung von Objekten im Raum hat. Je stärker die Krümmung des Raums (bzw. der Raumzeit, um genau zu sein), desto mehr wird ein Objekt auf seinem ansonsten geradlinigen Weg durchs Universums abgelenkt. Gekrümmt wird der Raum durch die Anwesenheit von Massen und dass ist auch der Grund, warum sich die Erde um die Sonne bewegt: Die Sonne krümmt den Raum um sich herum und die Erde hat keine andere Wahl als bei ihrer Bewegung dieser Krümmung zu folgen.

Es war eine spekakuläre Behauptung. Aber vorerst eben nur eine Behauptung. Und eine Theorie die kaum jemand verstand. Einer der wenigen der verstand wovon Einstein da redete, war der britische Astronom Arthur Eddington. Und er hatte auch eine Idee wie man Einsteins Behauptung prüfen könnte. Wenn das Licht eines fernen Sterns auf seinem Weg zur Erde in unmittelbarer Nähe der Sonne vorbei kommt, dann sorgt die dortige Raumkrümmung für eine Ablenkung die nicht auftritt, wenn das Licht sich fern der Sonne vorbei bewegt. Oder anders gesagt: Betrachtet man die Position eines Sterns einmal wenn er sich direkt neben der Sonne befindet und dann ein zweites Mal zu einem anderen Zeitpunkt an dem die Sonne weit weg ist, muss es einen scheinbaren Unterschied in der Sternposition geben dessen Ausmaß exakt aus der Relativitätstheorie berechnet werden kann (siehe dazu auch hier).

Nur: Wie prüft man sowas konkret? Die Sonne ist hell und ihr Licht überstrahlt alle Sterne in ihrer Nähe (drum sieht man die Sterne ja auch nur in der Nacht wenn die Sonne hinterm Horizont ist). Es sei denn, es gibt gerade eine Sonnenfinsternis. Für ein paar Minuten kann man dann die Sterne in unmittelbarer Nähe der Sonne auch am Taghimmel sehen, ihre Position messen und dann mit früher aufgezeichneten Positionen vergleichen. Eddington hatte allerdings noch ein paar andere Probleme. Damals herrschte der erste Weltkrieg. Reisen, die sowieso schon kompliziert genug waren, waren während des Krieges quasi unmöglich. Noch dazu wenn es darum ging, die Theorie eines “Feindes” (Einstein war damals ja Wissenschaftler in Deutschland) zu überprüfen.

Aber 1918 war der Krieg vorbei und der Weg frei, die Sonnenfinsternis von 1919 zu beobachten. Eddington selbst fuhr auf die Insel Principe vor Westafrika, seine Kollegen nach Sobral in Brasilien. Von beiden Orten aus sollte man die Finsternis sehen können, sofern das Wetter gut ist. Es war ein komplexes Unterfangen. Die Reise war schwierig, die klimatischen Bedingungen machten den Instrumenten zu schaffen und am Tag der Finsternis war in Principe der Himmel voller Wolken. Erst kurz vor Ende der Verdunkelung gelangen Eddington ein paar Aufnahmen passender Sterne. Seine Kollegen in Brasilien hatten mehr Glück und konnten bessere Bilder machen. Der Effekt den man zu finden suchte war gering: Wenn alles so ablief wie es laut Einstein ablaufen sollte, hätte sich die Position der Sterne auf den Fotos um nur circa 0,026 Millimeter verschoben!

Beobachtungsstation in Sobral (Bild: C. Davidson, gemeinfrei)

Ob das auch so war, wusste man nicht, als die Sonne knapp 6 Minuten nach ihrer Verdunkelung wieder hell wurde. Man packte die Sachen, reiste zurück nach England und machte sich daran die Daten auszuwerten. Präsentiert wurden die Ergebnisse am 6. November 1919 bei einer Sitzung der Royal Astronomical Society. Die Spannung war groß. Unter den Wissenschaftlern, aber auch bei den Medien. Zuvor hatte sich Eddington sehr bemüht, die Zeitungen von der großen Bedeutung dieses Experiments zu überzeugen; er hatte quasi eine regelrechte PR-Strategie entworfen. Und als die Ergebnisse dann Einsteins Vorhersagen exakt bestätigten, ging diese Strategie auch auf. “”Wissenschaftliche Revolution. Neue Theorie des Universums. Newtons Vorstellung gestürzt”, lautete die Schlagzeile in der Londoner Times am nächsten Tag. Und in New York titelte man mit dem grandiosen Satz “Lichter am Himmel alle schief”:

New York Times, 1919

(Ich bitte auch die Schlagzeilen darunter zu beachten die allesamt großartig sind!)

Weltweit berichteten Medien über die Beobachtung, über den “Sturz” Newtons, über die wissenschaftliche Revolution und über Albert Einstein. Er wurde schlagartig berühmt und zu dem Genie, als das wir ihn heute noch kennen. Heute um kurz nach 15 Uhr MESZ wird die Sonne nicht dunkel werden (es sei denn, irgendwas sehr unerwartetes passiert…). Aber man kann den Zeitpunkt nutzen um ein wenig an Albert Einstein zu denken. Und an Arthur Eddington!

Kommentare (57)

  1. #1 rolak
    29. Mai 2019

    allesamt großartig

    Insbesondere das “Nobody Need Worry” – täte manch heutiger Berichterstattung gut.

    Apropos Jubiläum: in Dpedia wird immer noch das alte Gerücht der GesinnungsDaten zementiert mit “Spätere Auswertungen kamen allerdings zur Schlussfolgerung, dass die damaligen Beobachtungen dazu zu ungenau waren” und einem angemessen dämlichen crankText in der Diskussion. Daß seit 1979, seit jubilarischen 40 Jahren allerdings klar die Effektivität der Messungen belegt ist, scheint nur bis in die ENpedia vorgedrungen zu sein.
    ^^na wartet, wenn ich erst mal richtig Zeit habe… ;•)

  2. #2 JW
    29. Mai 2019

    Mal wieder eine schöne Geschichte, nur leider mit Rechenfehler 😉
    “Genauer gesagt: Am 29. Mai 1916, um kurz nach 3 Uhr nachmittags (gerechnet nach der heute gültigen Sommerzeit).!”
    Heute vor hundert Jahren war 1919

  3. #3 Doug
    Wien
    29. Mai 2019

    Hallo Herr Freiststetter,

    wie immer ein guter Bericht und auf jeden Fall interessant – ich hätte nicht daran gedacht, dass grade heute der 100te Jahrestag dieses Ereignisses ist …. danke!
    Am Ende des ersten Absatzes hat sich allerdings ein kleiner Tippfehler eingeschlichen – die Finsternis war natürlich am 29. Mai 1919 – nicht 1916 …. 😉
    Ist nich schlimm, aber für all jene die nur den ersten Absatz lesen …
    LG

  4. #4 rolak
    29. Mai 2019

    kleiner Tippfehler

    Da kannstema sehn, wie stark die ART ist, Doug, ihre Jahreszahl bekommste nicht so leicht aus dem Denken – schon gar nicht binnen dreier Zeilen…

  5. #5 schlappohr
    29. Mai 2019

    Das eigentlich Erstaunliche an der ART ist für mich persönlich nicht die Tatsache, dass die Raumzeit durch Massen gekrümmt wird, sondern die Erkenntnis, dass Raum und Zeit untrennbar verbunden sind und ein “Etwas” bilden, das überhaupt gekrümmt werden _kann_, und dem man sogar mechanische Einschaften wie ein Elastizitätsmodul zuordnen kann. Wie um alles in der Welt kommt man auf so eine Idee? Ich habe eine starke Abneigung gegen Personenkult, aber Einstein hat hier wirklich unsere unsere allertiefste Bewunderung verdient.

  6. #6 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    Weiß jemand zufällig, welche Auflösung die Fotoplatten für die Astronomie zur damaligen Zeit (1919) hatten?

  7. #7 Christian
    29. Mai 2019

    @schlappohr:

    […] und dem man sogar mechanische Einschaften wie ein Elastizitätsmodul zuordnen kann

    Martin Bäker hat hier mal über genau dieses Thema geschrieben. Zusammengefasst: Nein, kann man nicht.

  8. #8 schlappohr
    29. Mai 2019

    Ich dachte, ich hätte genau das bei Martin Bäker gelesen, muss aber wohl anderswo gewesen sein.

  9. #9 Sbaraquack d.Ä.
    29. Mai 2019

    schlappohr,
    wir betrachten die Welt durch die” elektromagnetische Brille”.
    Alles, was elektromagnetisch miteinander wechselwirkt, wird von der Raum-Zeit-Krümmung erfasst.
    Was nicht , oder nur schwach mit der uns bekannten Materie wechselwirkt, gehorcht nicht der Raum-Zeit-Krümmung.
    Wir dürfen nicht so tun, als ob schon alles erforscht wäre.

  10. #10 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @rolak

    Kannst du mal versuchen abzuschätzen, wie genau die damalige Messung wohl gewesen sein könnte?
    Reicht die Genauigkeit aus um eine Entscheidung zwischen Newton und Einstein zu treffen?

  11. #11 MartinB
    29. Mai 2019

    @schlappohr
    Kann sein, dass ich sowas mal (in einem Kommentar, an einen Artikel kann ich mich icht erinnern) vor längerer Zeit geschrieben habe, dervon Chistian verlinkte Artikel erklärt aber, warum das falsch ist. Ich lern ja auch mal ab und zu was…

  12. #12 schlappohr
    29. Mai 2019

    @Martin
    ok, danke für den Hinweis. Ich kannte den verlinkten Artikel von dir noch nicht, ich habe ihn nur kurz überflogen und werde ihn mal in Ruhe lesen heute Abend. Aber die Argumentation klingt plausibel (Notiz an mich selbst: vergiss das mit dem Elastizitätsmodul). Aber ich dachte, du hättest im Zusammenhang mit LIGO und den Graviationswellen mal darüber geschrieben. Kann aber sein, dass ich das falsch in Erinnerung habe.

  13. #13 schlappohr
    29. Mai 2019

    @Sbaraquack d.Ä.

    Was willst du mir damit sagen? Gravitation wechselwirkt nicht elektromagnetisch und krümmt dennoch die Raumzeit (genaugenommen _ist_ sie die Krümmung der RZ).
    Selbst wenn die ART noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, so hat sie uns doch einen gigantischen Schritt weiter gebracht beim Verständnis der Natur.

  14. #14 Florian Freistetter
    29. Mai 2019

    @Karl-Heinz: “Reicht die Genauigkeit aus um eine Entscheidung zwischen Newton und Einstein zu treffen?”

    Ja, definitiv! Newton hat 0,8” Bogensekunden Abweichung vorhergesagt; Einstein 1,8” und gemessen hat man an den beiden Stationen 1,6” und 2,0”

  15. #15 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @Florian Freistetter

    Ich nehme an, man hat während der Verdunkelung Fotos von den Sternen in der Nähe der Sonne gemacht. Das Licht der Sterne, die weiter von der Sonne weg sind, werden kaum oder gar nicht abgelenkt. Diese Sterne kann man dann als Referenz nehmen, um zu beurteilen, wie stark die Stern(e) nahe der Sonne abgelenkt werden. Atmosphärische Störungen spielen eine untergeordnete Rolle, da ja alle Sterne während der Belichtung gleichzeitig davon betroffen sind. Der Messfehler hängt in erster Linie nur vom Objektivdurchmesser der Apparatur und vom Auflösungsvermögen der Fotoplatte ab.

    Sind meine Überlegungen richtig?

  16. #16 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    myself: Statt Messfehler wäre der Begriff Messunsicherheit treffender.

  17. #17 schlappohr
    29. Mai 2019

    Das Licht der Sterne, die weiter von der Sonne weg sind, werden kaum oder gar nicht abgelenkt.

    Vermutlich meinst Du das Licht der Sterne, die visuell weiter entfernt von der Sonnenscheibe stehen. Die tatsächliche Entfernung spielt hier keine Rolle.

  18. #18 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @schlappohr

    Vermutlich meinst Du das Licht der Sterne, die visuell weiter entfernt von der Sonnenscheibe stehen. Die tatsächliche Entfernung spielt hier keine Rolle.

    Ja natürlich.

    Ich denke, dass die Messempfindlichkeit gerade ausgereicht hat um eine Entscheidung zwischen Newton und Einstein treffen zu können. Welche Auflösung (dpi) hatte damals eine Fotoplatte für die Astronomie?

  19. #19 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    Im Artikel steht, …
    Ist nicht gerade viel. 😉

    Der Effekt den man zu finden suchte war gering: Wenn alles so ablief wie es laut Einstein ablaufen sollte, hätte sich die Position der Sterne auf den Fotos um nur circa 0,026 Millimeter verschoben!

  20. #20 Alderamin
    29. Mai 2019

    @Karl-Heinz

    Weiß jemand zufällig, welche Auflösung die Fotoplatten für die Astronomie zur damaligen Zeit (1919) hatten?

    Definitiv besser als die Auflösung des Teleskops gewesen sein dürfte, und wenn das oben im Bild das Teleskop war, dann sind das vermutlich 20 cm Öffnung und ca. 0,8″. Bei ruhiger Luft.

  21. #21 Alderamin
    29. Mai 2019

    @Karl-Heinz

    Atmosphärische Störungen spielen eine untergeordnete Rolle, da ja alle Sterne während der Belichtung gleichzeitig davon betroffen sind.

    Oh nein:
    1. vermatscht eine unruhige Atmosphäre jeden Stern zu einem großen unförmigen Klecks, dessen Zentrum schwer zu ermitteln ist und
    2. hat man bis in 15° Höhe eine signifikante Refraktion, die Sterne mit kleinerer Höhe stärker betrifft als solche mit größerer, aber das wird hier nicht das Problem gewesen sein, es war ja fast Sommer und Nachmittag.

    Hier hat übrigens ein Amateur das Experiment bei der Finsternis 2017 mit heutigen Mitteln nachvollzogen und auch ein Paper daraus gemacht (Link zum Paper auf arxiv im Artikel).

  22. #22 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @Alderamin

    Danke für die Info

    Die Ablenkung von δ = 1,768″ ist halt (zur damaligen Zeit) nicht gerade einfach zu messen.

  23. #23 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @Alderamin

    1. vermatscht eine unruhige Atmosphäre jeden Stern zu einem großen unförmigen Klecks, dessen Zentrum schwer zu ermitteln ist.

    Und wenn man mit der Belichtungszeit runtergeht?
    Würde es dann besser werden?

  24. #24 schlappohr
    29. Mai 2019

    das Experiment bei der Finsternis 2017 mit heutigen Mitteln nachvollzogen

    Das ist ja mal ‘ne richtig coole Nummer! Leider siehts mit totalen Sonnenfinsternissen in EU in den nächsten 10 Jahren schlecht aus, wie auf der im Artikel verlinkten Seite gezeigt wird. Und die Ausrüstung um die halbe Welt zu transportieren ist ein ziemlicher Stress (obwohl vermutlich einfacher als 1919)

  25. #26 rolak
    29. Mai 2019

    versuchen abzuschätzen?

    Fällt der aktuellen Haushaltsarbeit zum Opfer, Karl-Heinz, ist aber erfreulicherweise in dem in ENpedias Fußnote verlinkten Text auseinandergepuzzlet.

  26. #27 Spritkopf
    29. Mai 2019

    @Alderamin

    Hier hat übrigens ein Amateur das Experiment bei der Finsternis 2017 mit heutigen Mitteln nachvollzogen

    Kann mich da nur schlappohr anschließen; sehr cool, diese Versuchswiederholung.

    Ich erinnere mich, dass irgendwelche Crackpots aus dem RT-Leugner-Dunstkreis behauptet haben, Eddingtons Experiment sei nie wiederholt worden, weil die Wissenschaftsmafia ja sonst – Achtung, die Aluhüte auf! – seine Datenfälschungen aufgedeckt hätte. Schade, dass mir Bruns’ Experiment da noch nicht bekannt war (aber wahrscheinlich wäre auch das zur Fälschung erklärt worden).

  27. #29 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    Brasilien, am 29. Mai 1919: Der Schatten des Mondes rast auf die Stadt Sobral zu, 100 km von der Atlantikküste entfernt. Am Rennplatz des örtlichen Jockey-Clubs haben zwei Briten eine hölzerne Hütte errichtet. Sie soll die beiden mitgebrachten, waagrecht ausgerichteten Teleskope vor der Hitze schützen. Scharf gestellt hat man sie nachts am hellen Stern Arktur: Das 33-cm-Objektiv des größeren Fernrohrs wird auf 20 cm abgeblendet, um die Abbildung zu verbessern. Die Linse des kleineren Teleskops misst 10 cm.

    https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/forschung/2010732-Die-Sonnenfinsternis-die-Einstein-zum-Star-machte.html

    Bei 550 nm und 20 cm Objektiv ist der Radius des Beugungsscheibchen (Rayleigh-Kriterium) des Sterns bis zum ersten Minimum 0,7” groß, bei einer erwarteten Ablenkung von δ = 1,768″. Man oh man, dass ist eine winzige Ablenkung. 😉

  28. #30 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    Endlich, im Teil 3 (siehe Link oben) stehts ausführlicher. 😉
    Die Temperaturschwankungen haben das große Sobral-Teleskop aus dem Fokus gebracht: Die Sternscheibchen auf allen 29 Platten sind unscharf, ihre Positionen schwer zu vermessen. Versucht man es trotzdem, ergibt sich für die Ablenkung zunächst ein unsicherer Mittelwert von 0,93 Bogensekunden. Das spricht für Newton. Die Aufnahmen des gleich großen Teleskops auf Principe konnten des Wolkenschleiers wegen bestenfalls wenige Sterne ablichten. Mittelwert: 1,61 Bogensekunden; Unsicherheit: 0,30. Ein Sieg für Einstein. Die acht mit dem kleinen Sobral-Teleskop belichteten Platten zeigen die qualitativ beste Sternabbildung. Damit kommt man im Mittel auf 1,98 Bogensekunden (Unsicherheit 0,12). Auch das liegt nah an Einsteins Vorhersage. Eddington ist begeistert, spricht vom “größten Moment” seines Lebens.

  29. #31 Alderamin
    29. Mai 2019

    @Karl-Heinz

    Und wenn man mit der Belichtungszeit runtergeht?
    Würde es dann besser werden?

    Eher im Gegenteil, der Lichtpunkt wird aufgespalten und tanzt durch die Gegend. Eher mehr Zeit bringt was, dann mittelt es sich mehr aus. Aber bei schlechten Bedingungen kommt halt nicht viel heraus.

  30. #32 Karl-Heinz
    29. Mai 2019

    @Alderamin

    Oh verstehe …
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Seeing

    Bei Teleskopen mit Öffnungen größer ca. 10 cm Durchmesser “zerfällt” das Bild einer Punktquelle in der Regel schon in mehrere Speckles und die Halbwertsbreite einer Punktquelle wird nicht länger von der Teleskopgröße, sondern vom Seeing bestimmt.

  31. #33 Uli Schoppe
    30. Mai 2019

    Also wirklich Spritkopf, jeder weiß doch das die Ablenkung durch die Lichtbrechung der Sonnenatmosphäre verursacht wird ^^

  32. #34 Sbaraquack d.Ä.
    30. Mai 2019

    schlappohr #13
    wir können nur “sehen” was mit Licht/elektromagnetischer Strahlung wechselwirkt.
    Alle anderen Teilchen können wir nur berechnen. Und wenn es Quanten gibt, die noch nicht einmal durch Masse beinflusst werden können, dann können sie vorhanden sein, aber wir können sie (noch) nicht wahrnehmen.
    In einem anderen blog wird darüber spekuliert, wohin die Neutrinos verschwinden. Und wir können sicher sein, dass man in vielleicht 50 Jahren noch unbekannte Quanten berechnet werden, mit noch kleinerer Masse, oder auch größerer.
    Damit soll der gegenwärtige Stand der Forschung nicht geschmälert werden. Man muss aber offenbleiben dafür, dass der Teilchenzoo sich noch gewaltig ausdehnen kann, auch wenn das nicht in unserem Sinne ist.

  33. #35 Alderamin
    30. Mai 2019

    @Sbaraquack d.Ä.

    wir können nur “sehen” was mit Licht/elektromagnetischer Strahlung wechselwirkt. Alle anderen Teilchen können wir nur berechnen.

    Stimmt nicht, mit Neutrinodetektoren “sehen” wir auch Neutrinos, die nur schwach wechselwirken (d.h. über die schwache Kernkraft). Und Gravitatioswellendetektoren “sehen” Gravitationswellen, die auch nicht elektromagnetisch sind.

    Und wenn es Quanten gibt, die noch nicht einmal durch Masse beinflusst werden können, dann können sie vorhanden sein, aber wir können sie (noch) nicht wahrnehmen.

    “Quanten” sind zuerst einmal natürlich abgestufte Messgrößen (Energie, Spin etc.) von Teilchen im Mikrokosmos und nicht selbst diese Teilchen. Ob wir ein Teilchen oder eine Energieform messen können, hat nichts damit zu tun, ob es/sie über Gravitation wechselwirkt (was gemäß der ART sowieso alle tun müssen, s.u.), sondern ob sie mit unserem Detektor wechselwirken kann, und dazu reicht eine der Grundkräfte. Bei der Gravitation als 4. Grundkraft muss die Wechselwirkung allerdings schon heftig sein, weil diese so schwach ist.

    Nach der ART krümmt Masse die Geometrie der Raumzeit, d.h. alles, was sich durch den Raum bewegt, ist davon betroffen – andere Massen, Licht, Gravitationswellen, Neutrinos, egal.

    In einem anderen blog wird darüber spekuliert, wohin die Neutrinos verschwinden.

    Tun sie das? Ist mir neu (das solare Neutrinoproblem ist längst gelöst).

    Und wir können sicher sein, dass man in vielleicht 50 Jahren noch unbekannte Quanten berechnet werden, mit noch kleinerer Masse, oder auch größerer.

    Die Teilchen (nicht Quanten) werden nicht “berechnet”, sondern in Teilchendetektoren gefunden, wo sie als statistische Häufung bestimmter beobachteter Energien von Zerfällen auftreten. Manchmal auch als fehlende Komponente. Das Neutrino wurde zuerst anhand eines in einem Zerfall “verloren gegangenen” Teilchenspins aufgespürt und aufgrund dessen vorhergesagt. Manche Theorien machen Vorhersagen, welche Teilchen es geben könnte und welche deren Eigenschaften sein könnten, die sind noch am ehesten “berechnet”, aber sie sind Spekulation, bis man sie im Teilchendetektor nachgewiesen hat.

    Damit soll der gegenwärtige Stand der Forschung nicht geschmälert werden. Man muss aber offenbleiben dafür, dass der Teilchenzoo sich noch gewaltig ausdehnen kann, auch wenn das nicht in unserem Sinne ist.

    Man gibt gewaltige Summen dafür aus, den Teilchenzoo um diejenigen Teilchen zu erweitern, die Probleme des Standardmodells lösen oder die Dunkle Materie erklären könnten, man ist da durchaus offen für eine Ausdehnung des Teilchenzoos. Warum sollte die Entdeckung neuer Teilchen nicht in unserem Sinne sein? Neues zu finden ist doch gerade der Sinn der Wissenschaft. Es ist ein großes Missverständnis, dass die Wissenschaft nicht offen für Neues sei. Das wird immer gerne von denen behauptet, die ihr mit Unsinn kommen – die Wissenschaft ist halt nicht offen für unbelegten Unsinn, der dem bereits bekannten widerspricht.

  34. #36 schlappohr
    30. Mai 2019

    Da hast du schon grundsätzlich recht. Wobei wir ja z.B. auch die Gravitation messen können, und nicht elektromagnetisch wechselwirkende Teilchen indirekt nachweisen können, umso besser, je mehr wir darüber wissen. Aber wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft noch an Überraschungen bereit hält.

  35. #37 Sbaraquack d.Ä.
    30. Mai 2019

    Alderamin,
    Jeder Detektor wechselwirkt mit dem Teilchen, sonst könnte er ja nicht detektieren. Das war nicht gemeint.
    Die Erweiterung des Teilchenzoos kann uns nicht glücklich machen.
    Vielleicht haben wir den falschen Energiebegriff. Meiner Meinung nach ist Energie nur ein mathematischer Begriff, der es erlaubt die Wirkungen der Veränderungen zu berechnen. Aber Energie im ontologischen Sinne gibt es nicht.
    Oder aber, alles ist letzlich Energie, aber dieses Denkmodell hilft nicht weiter.
    Fazit: Es fehlt ein zweiter Einstein, der neue Wege denkt.

  36. #38 schlappohr
    30. Mai 2019

    #36 war an #34 gerichtet, aber #35 war schneller, sorry 🙂

  37. #39 rolak
    30. Mai 2019

    Tun sie das?

    Um ganz dreist die Zielrichtung Deiner Frage auf das Diskutieren umzulenken, Alderamin: Nein, dort wurde vielmehr befürchtet, daß das Universum circa morgen neutrinosiert würde.

  38. #40 M
    Bolivien
    30. Mai 2019

    Ich finde es schade, dass der Anteil, den Einsteins erste Frau an dessen unorthodoxer Denkweise hatte, wohl nie geklärt werden wird.

    Die Leistung von Eddington & Co, die Ausrüstung mehrfach um die halbe Welt zu transportieren und später dann Zuhause die Bildplatten auszuwerten, “nur” in der vagen Hoffnung, die obskuren Ideen von Einstein zu bestätigen, ist schon beachtenswert.

    @FF
    In dem Artikel sind viele Schreibfehler. Mehr als ich gewillt bin aufm Handy mit meinen dicken Daumen genau aufzuführen. Insbesondere das/dass, insbesondere im dritten Abschnitt.

  39. #41 PDP10
    30. Mai 2019

    @M:

    Ich finde es schade, dass der Anteil, den Einsteins erste Frau an dessen unorthodoxer Denkweise hatte, wohl nie geklärt werden wird.

    Das ist schon lange geklärt. Ich frage mich, wieso das immer wieder behauptet wird ..
    Zumal die Behauptung Mileva hätte da einen Anteil gehabt auf nur eine einzigen Quelle zurückgeht, die ihrerseits diese Behauptung aber nicht mal belegt.

    Näheres siehe diesen Artikel:

    https://www.zeit.de/1990/47/keine-mutter-der-relativitaetstheorie

  40. #42 Braunschweiger (DE)
    30. Mai 2019

    @M:
    Wir alle einschließlich ihm selbst wissen, dass Florian einige Schreibfehler macht. Was soll’s; im Vergleich zu den inhaltlichen Aussagen ist das völlig unerheblich, denn die werden normalerweise nicht dadurch geändert. Selbst du hast die Inhalte verstanden und erkannt, dass nach Rechtschreibregeln einiges anders geschrieben werden kann, und mit deiner Aussage entlarvst du, dass die Schreibweise selbst für dich redundant ist. Etwas mehr entspannte Toleranz in der Richtung wäre angesagt.

    Nebenbei: Einstein hat das geleistet, was er geleistet hat, und das ändert sich auch nicht mehr, ganz unabhängig davon, von wem er was gelernt hat. Solange er nicht direkt bei jemandem abgeschrieben hat, ohne dies der Welt mitzuteilen.

  41. #43 Alderamin
    30. Mai 2019

    @Sbaraquack d.Ä.

    Jeder Detektor wechselwirkt mit dem Teilchen, sonst könnte er ja nicht detektieren.

    Ja, aber nicht elektromagnetisch, wie Du sagtest. Gravitationswellen verkürzen die Strecke zwischen Spiegeln, die wir mit Laserlicht zwar ausmessen, aber die Wechselwirkung ist zwischen den Wellen und der Strecke zwischen den Spiegeln. Und Neutrinos interagieren per schwacher Wechselwirkung mit Atomkernen und bringen sie zum Zerfall. Zwar weisen wir die Zerfälle mit Licht nach, aber die Wechselwirkung selbst war zwischen dem Neutrino und dem Atomkern.

    Die Erweiterung des Teilchenzoos kann uns nicht glücklich machen.

    Man muss die Natur so hinnehmen, wie sie ist. Wenn sie sich als nicht reduzierbar erweist, dann ist das eben so. Immerhin sind wir auf drei Elementarteilchen runter, die die Materie ausmachen (Up-Quark, Down-Quark, Elektron), und Photon, W/Z-Boson, Higgs und Gluon für die Wechselwirkungen, der Rest ist kurioses Zeug, das im Grunde keiner braucht. Das ist schon mal einfacher als die 115+ Elemente im Periodensystem und Zillionen von Verbindungen, die diese eingehen können.

    Vielleicht haben wir den falschen Energiebegriff. Meiner Meinung nach ist Energie nur ein mathematischer Begriff, der es erlaubt die Wirkungen der Veränderungen zu berechnen. Aber Energie im ontologischen Sinne gibt es nicht.

    Das ist gar nicht mal so verkehrt, Energie ist nur eine Rechengröße, aber interessanterweise eine, die erhalten bleibt, wegen gewisser Symmetrien (Nöther-Theorem). Irgendwas ist Energie dann doch. Zumindest beschreibt sie vortrefflich, wie ein Schaukel oder ein Orbit funktionieren, und hat ein Masseäquivalent. Wenn es sie nicht gäbe, gäbe es uns wohl auch nicht.

    Fazit: Es fehlt ein zweiter Einstein, der neue Wege denkt.

    Eigentlich wird Einstein überschätzt. Er hat nicht alles alleine erdacht, er hat vorhandene Teile zusammengesetzt und mit Hilfe anderer ausformuliert. Ohne Einstein wären ein paar andere binnen 20-30 Jahren sicher auch auf die meisten Aussagen der Relativitätstheorie gekommen.

    Die Physik heute hat es schwerer als vor 100 Jahren, weil sie sich mit solch kleinen oder großen Dingen beschäftigt, dass diese nicht mehr in einem kleinen Labor erforscht werden können, sondern riesige teuere Geräte benötigen. Wenn dann nichts herauskommt, ist man eher unter Rechtfertigungszwang aber wenn man Froschschenkel an eine Batterie angeschlossen hat.

  42. #44 Uli Schoppe
    31. Mai 2019

    Naja rolak, wenn die Anzahl der Neutrinos die durch den Raum immer größer wird könnte es irgendwann eher ungemütlich werden. Obwohl die nur schwach wechselwirken kommt dann irgendwann der Punkt wo die Anzahl der Wechselwirkungen mit Deinem Körper nur noch unschön ist ^^ 🙂

  43. #45 Eisentor
    31. Mai 2019

    @Uli Schoppe
    Das hat schon mal jemand berechnet What If?

  44. #46 UMa
    31. Mai 2019

    @Karl-Heinz (#23), Alderamin (#31)
    Bei großen Teleskopen und hellen Sternen bringt es doch etwas sehr viel kurze Aufnahmen zu machen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Speckle-Interferometrie

  45. #47 Karl-Heinz
    31. Mai 2019

    @UMa 😉

  46. #48 UMa
    31. Mai 2019

    @Karl-Heinz:

    Reicht die Genauigkeit aus um eine Entscheidung zwischen Newton und Einstein zu treffen?

    Die Messungen aus einem der Geräte, den 4Inch in Sobral, schließen Newton (halbe Lichtablenkung) mit mindestens 6-sigma nach den originalen Messungen aus (über 9-sigma nach Nachmessung der Platten 1978). Die anderen sind weniger genau.
    Genaueres ist hier:
    https://arxiv.org/abs/0709.0685

  47. #49 Walter Orlov
    31. Mai 2019

    In Deutsch:
    https://abenteuer-astronomie.de/bei-der-sofi-vor-12-jahr-amateur-gelingt-bester-test-des-einstein-effekts/

    Der Mann hat offensichtlich geschummelt. Einem Pixel entsprach 2″, was eigentlich sogar größer als erwarteter Effekt von 1.75″ ist. Doch er hat dank von ihm ausgewählter Software die Genauigkeit von 0.05% gekriegt. Wie ernst kann man dieses Ergebnis nehmen?

    Gar nicht ernst. Und zwar es gibt eine gravierende Diskrepanz zwischen seiner Beobachtung und Beobachtungen von den Fachleuten.

    Ausgerechnet hat er den Bereich um die Sonne herum kleiner als 5 Sonnenradien beobachtet. Laut Schmeidler gelte für optische Beobachtungen die Formel:

    d = 1.75″/r + 0.3″/r^2

    http://adsabs.harvard.edu/full/1985AN….306…77S

    deren zusätzlichen Glied besonders unter 5 Sonnenradien bemerkbar sein soll. D.h. Herr Donald G. Bruns sollte eigentlich als Endergebnis ungefähr 2.05″ bekommen… Doch er hat mit seiner schlauen Software genau die Zahl als Ergebnis seiner Beobachtung berechnet (1.752″), was die Theorie vorausgesagt hat.

    Cool, nicht wahr 🙂

  48. #50 Florian Freistetter
    31. Mai 2019

    @Orlov: Vielen Dank. Aber bitte nicht wieder anfangen, ihre Privattheorien zu bewerben, ok.

  49. #51 Alderamin
    1. Juni 2019

    @Walter Orlov

    Der Mann hat offensichtlich geschummelt. Einem Pixel entsprach 2″, was eigentlich sogar größer als erwarteter Effekt von 1.75″ ist. Doch er hat dank von ihm ausgewählter Software die Genauigkeit von 0.05% gekriegt. Wie ernst kann man dieses Ergebnis nehmen?

    Dann hat sicher auch Bessel geschummelt, der mit einem Teleskop von 160 mm Öffnung die Parallaxe von 61 Cygni gemessen zu haben vorgab und auf 0,3136″ kam, und das ohne schlaue Software und sogar ohne Fotoplatten. Tatsächlich sind es 0,287″. Gut geraten, schätze ich.

    Noch krasser gelogen wird bei Gaia. Mit Teleskopen von 1,2 m Öffnung sollen angeblich Parallaxen mit einer Genauigkeit von 0,04 Millibogensekunden gemessen worden sein, was physikalisch natürlich vollkommen ausgeschlossen ist…

    Oder ist es vielleicht etwa doch möglich, Positionen besser als die Auflösung des verwendeten Teleskops zu messen? Wenn man etwa den Schwerpunkt der Helligkeitsverteilung des Beugungsscheibchens bestimmt?

  50. #52 Braunschweiger (DE)
    1. Juni 2019

    Wer den Umsturz der Relativitätstheorie will, soll sich sowieso zuerst auf dem Feld wissenschaftlicher Begutachtung an geeignetem Fachpersonal messen. Merkwürdig, wenn man dort keinen Erfolg hat, nicht? — Mir sind sowieso diejenigen lieber, die sich konstrutiv mit erfolgreichen Thesen beteiligen können.

    Auf in deutsch:   nicht cool, der Nächste bitte!

    Das Setzen von funktionierenden Links üben wir auch nochmal — damit sich auch die anderen Interessierten die angegebene Quelle anschauen können:
    Schmeidler, Astronomische Nachrichten 1985 Bd. 308 S. 77 und Abstract .

    Interessant ist der letzte Absatz “Zusammenfassung”: dort heißt es soviel wie, als dass jener Korrekturfaktor ein Vorschlag sei, der noch mal überprüft werden könne/solle. — Seit 1985 zwei Zitierungen und 15 mal in Referenzierungen.
     

    Mal eine einfache Frage: darf man zwei Korrekturverfahren nacheinander und zusammen anwenden?

  51. #53 Braunschweiger (DE)
    1. Juni 2019

    korrekt im Link: AN 1985 Bd. 306 S. 77ff. (4 S.)

  52. #54 Uli Schoppe
    1. Juni 2019

    @Florian naja, er hat im Gegensatz zu den durchschnittlichen Kritikern wenigstens versucht einen halbwegs intelligenten Einwand zu formulieren ^^ 😉

    @Alderamin danke für den Anstoß, ich habe viel Spaß bei der Beschäftigung mit dem paper gehabt. Walter wird es leider bestimmt nicht auf die Kette bekommen das er bei seinem Experiment gemacht hat was Astronomen so machen weil sie ja nix ins Labor holen können. Der wünscht sich in die Zeit zurück in der die klassischen astronomischen Beobachtungsinstrumente die @Florian schön in Erinnerung ruft noch der Weisheit letzter Schluß und state of the art waren ^^

    @Braunschweiger danke für den korrekten link

  53. #55 Jolly
    1. Juni 2019

    @Alderamin

    Gut geraten, schätze ich.

    Noch krasser gelogen wird bei Gaia.

    Danke, geht doch auch ohne Piktogramm. Klare Worte sprechen für sich, jeder kann sie verstehen.

    (Nö…, Noether, wenn auch nicht so bekannt wie Goethe.)

  54. #56 Karl-Heinz
    2. Juni 2019

    @Alderamin

    Astrotreff – Astronomie Treffpunkt – Extrem genaue Positionsbestimmung mit GAIA

    Siehe Kommentare von tbstein

    http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=198821

  55. #57 Der Seltsame Quark
    4. Juni 2019

    @schlappohr

    siehts mit totalen Sonnenfinsternissen in EU in den nächsten 10 Jahren […]

    gar nicht so schlecht aus. Zumindest wenn man der Dpedia glauben darf.
    Aber wer weiß, vieleicht ist Spanien bis dahin ja nicht mehr in der EU 😉