Gestern hat sich der Jahrestag der historischen ersten Schritte von Neil Armstrong auf unserem Mond zum 50. mal gejährt. Ich habe dieses Ereignis lange begleitet und 50 Artikel über den Mond und die Mondlandung geschrieben. Aber natürlich muss man nicht aufhören über die Mondlandung zu reden nur weil der Jubiläumstag jetzt vorbei ist. Deswegen möchte ich in dieser Woche noch einmal ein wenig anders auf die ganze Sache schauen. Nicht auf das, was wirklich passiert ist. Sondern auf das, was vielleicht passieren hätte können.

Was wäre wenn…? Das ist eine wunderbare Frage und richtig gestellt ist sie der Kern jeder wissenschaftlichen Erkenntnis. Heute möchte ich aber ein wenig freier spekulieren. Und lade alle Leserinnen und Leser ein, das mit mir gemeinsam zu tun. Die Frage für heute lautet: “Was wäre wenn die Menschen schon viel, viel früher zum Mond geflogen wären?” Oder anders gefragt: Wie viel Technik braucht es eigentlich wirklich für einen Flug zum Mond?”

Wenn man sich ansieht wie Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins vor 50 Jahren zum Mond geflogen sind, dann fällt einem einerseits auf wie enorm komplex die ganze Technik war. Andererseits war es aber eben auch 50 Jahre alte Technik. Die Computerleistung der damals verwendeten Geräte war ein Witz im Vergleich zu all dem was wir heute in unseren Handys und ähnlichen Geräten haben. Und Raketen gab es schon lange bevor es Computer gab. Man kann also sicherlich eine Rakete bauen, die ohne Computertechnik funktioniert; auch eine die ohne Elektronik funktioniert. Aber auch eine Rakete die geeignet ist zum Mond zu fliegen? Und wie ist das mit dem Raumschiff selbst, der Lebenserhaltung, der Steuerung, den Raumanzügen? Geht das – im Prinzip – auch ohne all die moderne Technik bzw. die der 1960er Jahre? Was braucht man auf jeden Fall wenn man zum Mond fliegen will und wann hätten die Menschen frühestens dorthin gelangen können? Und wie hätten sie das geschafft? Navigieren im All geht vermutlich auch ohne Elektronik; Raketendüsen etc kann man sicherlich irgendwie mechanisch konstruieren. Die Kommunikation mit der Erde wird ohne Funk ein Problem, aber vielleicht kann man das mit Lichtsignalen und Teleskopen lösen?

Bei Jules Verne fliegt man schon im 19. Jahrhundert zum Mond. (Bild: gemeinfrei)

Vermutlich hat sich schon mal jemand über dieses Thema Gedanken gemacht; mit Sicherheit irgendwo in der Science-Fiction-Literatur. Ich würde mich aber auf jeden Fall über eure Ideen, Gedanken und Spekulationen freuen. Wie sähe die Welt wohl aus, wenn sich das britische Empire auch ins All ausgedehnt hätte? Oder die USA nach ihrem gewonnenen Unabhängigkeitskrieg in den Weltraum expandiert hätten? Oder vielleicht die Habsburger-Monarchie den Mond besetzt hätte? Die antiken Griechen?

Kommentare (30)

  1. #1 Michael Stängl
    München
    22. Juli 2019

    Danke für die Einladung.

    Ich schreibe derzeit an einer Alternativwelt, die durch eine Frage in Quora inspiriert wurde.
    Die Frage lautete, was wir wohl in den Nachrichten gesehen hätten, hätten die alten Römer bereits TV gehabt.

    Nun, in meiner kontrafaktischen Geschichte hatte ich geschrieben, dass die Römer im Jahr 763/764 AUC / 10/11 AD bereits all unseren heutigen technischen Stand hatten.
    Habe ich mal eben schnell die industrielle Revolution um 2008 Jahre vorverlegt, da eine Zivilisation alle technischen Zwischenschritte braucht, um zu moderner Technologie zu gelangen.

    Und so herrscht “heute” im Aprilis 764 AUC der bereits 73 Jahre alte Princeps.
    Lucius Iulius Caesar, Adoptivsohn des Princeps überlebte seine Krankheit in Massalia 755 AUC und wird Thronfolger (anstelle von Tiberius).

    Rom kämpft gerade einen mehrjährigen Krieg mit China unter der Herrschaft von Wang Mang.
    Ansonsten besteht eine Allianz mit den Marcomanni, Scandiern, Maya, langsam aber sicher stärker auch mit den Parthern.
    Die Römer hatten Teile der Amerikas kolonisiert, hatten als erste Menschen überhaupt Neuseeland betreten und haben Soph-Speculae, Sophphonae, Tablinia Computatoriae, Autocurrus, Aeroplanae, Missile-Spatia, Media Socialia, sie machen ihre eigenen Futura Movies, gezeigt in den Cinematographiaes eben Smartwatches, Smartphones, Tablet PCs, Computer, Internet, Social Media, machen ihre eigenen Sci-Fi Filme.
    Außerdem haben sie bereits all das moderne kosmologische und astronomische Wissen.

    Und um zu des Pudels Kern zu kommen, Kaiser Augustus hatte die erste bemannte Mondlandung befohlen.
    Dazu bedienen sich die Römer meines Szenarios einer Technologie, die eine Mischung aus den Realwelt-Falcon Heavy von SpaceX (also zum großen Teil wiederverwertbar), dem europäischen Hermes Shuttle Konzept und sonstiger Kleinigkeiten sind.
    Der zentrale Spaceport liegt südlich von Carthago, das in meiner Alternativwelt zur “Weltraumstadt” wurde, da hier auch zahlreiche Teleskoparrays sind und anderes.

    Gestartet wurde die Mission am Aprilis 1 764 AUC von Carthago aus, die Rakete ist mehrstufig und der Lander besteht uaus dem Shuttle, einer kleinen Extra-Startstufe vom Mond aus, ein Servicemodul beherbergt das erste Modul der Mondbasis, genannt CAPITOLINVS, die Rakete selbst trägt die Bezeichnung IVPPITER MAGNVS.
    Die Mondmission wurde von der römischen Weltraumstation AETERNA VICTRIX ROMANORVM aus gefilmt genau so wie von Satelliten in einem Orbit um den Mond, die Landung wurde von Mondrovern gefilmt, die vorher hingeschickt wurden.
    Die sechs Mann der Mondcrew hatten eine kleine Tempelanlage mit Modelltempeln errichtet, das Vexilium Roms in den Mondboden gerammt, Mondgestein aufgesammelt, die Mondbasis vorbereitet und jetzt am Aprilis 10 764 AUC ist die Crew immer noch dort.
    Die Kosten für diese Mission betrugen von 755 bis 764 AUC insgesamt 137 Milliarden Solidus, was dann 197.28 Milliarden Euro in Realweltwährung währen.
    Mehr als 100’000 freie Mitarbeiter des Magistratus res Spatialis res Respublica Romana (MSR) und einige zehtausend Sklaven waren am Programm bislang beteiligt.
    Es sollen 15 weitere Landungen erfolgen, in denen die aus sieben begehbaren und mehreren weiteren Modulen bestehende Mondbasis “NOVA-ROMA” gebaut werden soll als auch zahlreiche weitere Missionen ausgeführt werden sollen.
    Die Landestelle ist das Mare Sullatis (= Mare Tranquilitatis nahe des Plinius Kraters).

    Insgesamt haben die Römer meines Szenarios einige astronomische Begriffe anders gewählt:
    – Vesta Magna Galaxia = M87
    – Imperium Olympianorum Supercluster = Laniakea Supercluster
    – Lemures = Uranus
    – Poseidonus = Neptun
    – Orcus = Pluto
    – Tartaros = Titan
    – Augustus = Ganymed
    – Vallis Cicatrix Bellum = Vallis Marineris
    – Pugnus Martius Volcanos = Tharsis Montes.
    – Tridens Nebel = Adlernebel
    – Inflatio Magna = Big Bang
    (Gaius Iulius Caesar, noch im eben eroberten Gallien hatte eine Radiosendung gehört, in der das mit der Inflatio Magna vorkam und er hatte es sarkastisch Sonitum Magnus = Großer Knall, genannt)
    – Spherae Nigra = Black Hole.
    – TPM-Ma-01 bis 13 = Sedna, Quaoar, Haumea, Orcus etc.
    – TPM = Transposeidonian Masseobjekt.
    – HST-332-TRD = Kepler 186f Planet.
    – HST = Horus Space Teleskop
    – TRD = Terra ähnlicher Planet in einem Roten Zwerg Sonnensystem.

    Andere technologisch wissenschaftliche Errungenschaften sind:
    – Mehr als 3800 identifizierte Exoplaneten
    – alle Daten von der Vesta Magna zentralen Sphera Nigra gesammelt.
    – Zahlreiche Raumsonden zu den Planeten des Sonnensystems geschickt.
    – Gentechnik gemeistert (hier vor allem die ägyptischen Ärzte)
    – Amun-Ra Bombe (Atombombe) gebaut. Durch die späten Ptolemaier um sich die Römer vom Hals zu halten, allerdings zu spät, die Römer hatten das zweite, nicht gezündete Testgerät sammt Bauplänen erbeutet.
    – Magnetschwebebahnen.
    – Hochgeschwindigkeitszüge.

    Die Architektur der Städte ist weitgehend aus der realen Antike bekannt, Römer, Griechen und Ägypter bauen allerdings auch in einer Art “Viktorianischen” Eisengussarchitektur oder in einer hochmodernen Glas-Stahl-Architektur.
    Das höchste Gebäude der Welt ist der Tvrris Activm in Roma mit mehr als 530 Metern Höhe.

    Und die Chinesen?
    Die haben natürlich auch all das technische Wissen und Können der Römer (auch Raumstation, auch Atomwaffen und so fort), so wie die “Barbaren” die dem Imperium benachbart sind, da die ja nicht blöd sind, auch wenn Teile der römischen Propaganda es gerne so darstellen.

    Die Inder? Das Satavahana Imperium war die dritte Nation, die nach rom und China eigene Weltraumsatelliten entwickelt hatte.

    Und die Maya zeigen, auch wenn sie erst vor etwas mehr als 30 Jahren durch den Kontakt mit den Römern aus der Spätsteinzeit ins Raumfahrtzeitalter katapultuiert wurden, auch schon einen ersten Ehrgeiz, ein eigenes Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen.

    Und an dieser Stelle könnte ich noch so hundert DIN A4 Seiten füllen, aber ich mach mal Schluss soweit.

  2. #2 Michael Stängl
    München
    22. Juli 2019

    Falls da mehrere Posts durchkamen, bitte die jüngsten löschen, und bitte, wie viele Zeichen kann dieses Textfeld halten?

  3. #3 Leser
    22. Juli 2019

    Eine moderne Rakete ohne Elektronik ist unmöglich. Schon zur Lageregelung / Flugbahnsteuerung ist Elektronik notwendig. Auch die A4 hatte dazu (Röhren-)Elektronik. Wenn man das vermeiden möchte, fällt man zurück auf den Stand einer Feuerwerksrakete mit dem Schwerpunkt (durch den Stock) hinter dem Triebwerk. Daß man damit nicht so genau zielen kann, um den Mond zu treffen, weiß ein jeder. Es gab solche Raketen für militärische Zwecke. Die größten Raketen dieser Art (Congreve’sche Rakete) haben 136 Kilogramm gewogen und hatten eine Reichweite von einigen Kilometern. Ob sie getroffen haben, weiß ich nicht.

  4. #4 aairfccha
    22. Juli 2019

    Warren Ellis hat mit seinem “Ministry of Space” zwar keine frühere Mondlandung aber eine andere Mondlandung zu Papier gebracht.

  5. #5 Jorm
    22. Juli 2019

    Hallo,
    Eine 50m Durchmesser Stahlkugel, innen gepolstert und mit Sauerstoff für einen und 4 Tage und beef jerky inclusive Windeln, die mit einem Riesigen Schiff über den größten Vulkan gebracht wird
    Dieser Vulkan erzeugt durch eine Sprengung(Meerwasser wird eingeleitet) Überdruck der mithilfe eines Rohrs direkt unter die Kugel geleitet wird um dann direkt in die Umlauf Bahn zu schießen.
    Ein unter Druck stehender Stahltank dient als Antrieb und eine Rückkehr ist nicht angedacht.
    Inklusive einer Riesigen Dampf Explosionn auf dem Mond um zu signalisieren man ist angekommen! Oder beim Aufschlag der Kugel die Explosion reicht 🙂
    Oder hab ich was vergessen?
    Gruss

  6. #6 Captain E.
    22. Juli 2019

    @Jorm:

    […]

    Oder hab ich was vergessen?

    Das Überleben vielleicht? Die Columbiade bei Jules Verne hätte das Geschoss womöglich wirklich zum Mond geschossen, nur hätte angesichts der irrsinnig hohen Beschleunigung kein Mensch überlebt. Die beschriebenen Schutzmaßnahmen waren läppisch und in keinster Weise ausreichend.

  7. #7 Dampier
    22. Juli 2019

    @Michael Stängl
    Schöner Text, danke. Lustige Namen hast du da gefunden. Inflatio Magna, lol.

    könnte ich noch so hundert DIN A4 Seiten füllen

    Das kann ich mir vorstellen – wenn man erstmal in Fahrt ist … : ]

  8. #8 Hannes
    22. Juli 2019

    @Michael Stängl: Das ist eh alles sehr hübsch und geht aber trotz der lähmenden Länge aber mit keinem Wort auf die Fragestellung ein.

  9. #9 Michael Stängl
    München
    22. Juli 2019

    @Dampier

    Freut mich, wenns gefallen hatte.

    Noch ein kleiner Nachtrag zu meiner Welt. Ich kanns mir halt nicht verkneifen.

    In der realen wie Alternativwelten-Antike war die Weltbevölkerung ungefähr 150 oder 165 Millionen Menschen zur Zeit des Zweiten Punischen Krieges, in dem ich in meiner Alternativewelt den Römer Claudius Licinius nach Einführung des indischen Zahlensystems, und Verbesserung der Metallurgie durch Artemas von Theben (beides die fiktionalen Wissenschaftler, die das mit der industriellen Revolution ins Laufen brachten) die Dampfmaschine habe entwickeln lassen.

    In der Realwelt war die Weltbevölkerung anno 1850 etwa eine Milliarde. So war das Jahr 230 v. Chr in meinem Szenario genau so Startpunkt der Zeit, in der sich die Industrielle Revolution und wissenschaftliche Entdeckungen auf den Lebensstandart der Menschen auszuwirken begann.
    Wissenschaft, verringerte Kindersterblichkeit, Impfungen (in der “Respublica Romana” wird Impfen als Teil sozial verantwortlichen Handelns angesehen, Impfgegner als antisoziale Barbaren), bessere Landwirtschaft

    Jetzt, im Jahr 764 AUC meiner Alternativwelt ist die Weltbevölkerung knappe 900 Millionen Menschen stark, das Imperium Romanum, oder “Respublica Restitutio” wie es in auch der Realgeschichte Kaiser Augustus das genannt hatte, hat eine Bevölkerung von 326 Millionen Menschen im globalen Territorium.

    Somit hatte ich versucht, die Bevölkerungsentwicklung der realen Historie der industriellen Revolution auch auf meine Alternativwelt in ähnlichen Wachstumsverhältnissenzu spiegeln.
    Außerdem versuche ich, möglichst viele Details zu beschreiben.

  10. #10 Christian Berger
    22. Juli 2019

    Also analoge Regelungstechnik funktioniert im Prinzip auch ohne Elektrizität zum Beispiel über Hydraulik. Damit kann man Analogrechner bauen und im Prinzip könnte man das auch optimieren. Das hat man halt nicht gemacht, weil die Elektronik vorher kam. Strom ist deutlich einfacher zu beherrschen als Fluide, da es da keine Reibung oder Wirbel gibt. Auch fließt Strom unabhängig von der Gravitation. Flüssigkeiten kann man zwar natürlich auch pumpen, nur fließen die dann immer noch leichter nach oben und nach unten.
    Getriebe kann man für komplexe Rechnungen verwenden. Das ist jedoch auch großer Aufwand.

    Natürlich kann man auch digitale Computer mechanisch realisieren. Wenn man eine Mikromechanik entwickelt, ginge das vielleicht sogar schnell genug für eine Raumfahrt. Unsere ersten Computer waren primär deshalb elektronisch (oder elektromechanisch) weil die Leute die auf die Idee eines Computers kamen mit dieser Technik vertrauter waren.

    Kommunikation wäre auch denkbar wenn man mit Spiegeln das Sonnenlicht reflektiert.

    Ich glaube grob gesagt könnte man sicherlich auch eine Mondfahrt ohne Elektronik machen, nur hätte man da vielleicht noch 100 Jahre intensivst in Bereichen wie der Hydraulik oder der Mechanik, sowie in der Herstellung feinster Strukturen in diesem Bereich arbeiten müssen. Das mit Elektronik zu machen ist einfach einfacher.

  11. #11 Crazy Eddie
    22. Juli 2019

    Wir können noch nicht sicher sein, uns nicht selbst auszulöschen, bevor wir fremde Welten besiedeln. Man könnte also fragen, bis zu welcher Epoche sich die Menschheit mit höchster Wahrscheinlichkeit selbst vernichtet hätte, wenn sie technologisch dazu fähig gewesen wäre.

  12. #12 tomtoo
    22. Juli 2019

    Das war doch schon mit der benutzten Technik hart an der Kannte.

  13. #13 Bbr
    Niedersachse
    22. Juli 2019

    Raketen kann man vermutlich auch hydraulisch oder pneumatisch stabilisieren und steuern. Hat man keinen Funk, dann ist die Mannschaft auf sich allein gestellt, wie die alten Seefahrer. Sie müssten dann mit Fernrohr, Sextant, Tabellen und Rechenscheiben navigieren.

    Aber das Rendezvous im Mondorbit kann man ohne Funk vergessen. Man müsste mit dem ganzen Raumschiff auf dem Mond landen. Das war ja bei Apollo auch erst so geplant, wurde aber aus Gewichtsgründen aufgegeben. Aus all dem folgt: Eine Steampunkt-Rakete müsste riesig sein, wie die damals angedachte Nova, oder noch größer. Aber Größe passt ja zum Steampunk.

  14. #14 Herr B
    22. Juli 2019

    Viktorianische Raumfahrt gibt es in dem Rollenspielsetting Space 1889
    https://www.youtube.com/watch?v=3w_R669hRwg
    https://www.uhrwerk-verlag.de/spiele-und-systeme/space-1889/

    Allerdings nimmt man sich da gewisse Freiheiten, was Technik und Astronomie betrifft: “Auch im Weltraum wird mit Dampf gearbeitet: Die Kraft der Sonne erhitzt Dampfkessel, die den Ätherantrieb mit Energie versorgen.” (Grundregelwerk, Seite 6). Auf dem Mars gibt es eine untergegangene Hochkultur und auf der Venus jagen europäische Kolonialherren Dinosaurier und unterdrücken Echsenmenschen.

  15. #15 Lercherl
    22. Juli 2019

    Ein kurzer Verweis auf eine Erklärung, was Steampunk ist, wäre wohl angebracht gewesen. Weiß nicht jeder, was Steampunk ist – ich zumindest wusste es bis heute nicht.

  16. #16 HSc
    23. Juli 2019

    @Christian Berger: Das hat man sogar gemacht, Stichwort “Fluidik”. Analoge Rechenschaltungen bis hin zu integrierten Operationsverstärkern, Ultraschallschranken, Wirbelkammern als Transistoranaloga, etc., alles auf pneumatischer Basis. Hat sich aber wegen der Entwicklung der Mikroelektronik nicht durchgesetzt.

  17. #17 Stefan
    Wien
    23. Juli 2019

    Vielleicht wäre eine simulation des Fluges zum Mond möglich gewesen hätte sich Ada Lovelace mit anderen Köpfen zusammengetan
    Bitte um namedropping
    Mir fallen keine Wissenschaftler und innen um 1850 ein welche sich mit Flug und Raketen beschäftigt hätten

  18. #18 Ingo
    23. Juli 2019

    @Diskussion elektronik für Raketenstabilisierung:

    In vorrangegangenen Kommentaren wurde gemeint, dass man ohne schnelle Steuer-Elektronik die Rakete nicht stabilisieren kann,- es sei den der Schwerpunkt waere hinter dem Triebwerk.

    Ich bin mir da nicht zu 100% ueberzeugt.

    Sobald die Rakete schnell genug ist, kann sie aerodynamisch stabilisiert werden (mit kleinen Stummelfluegeln).
    Die Frage ist dann natuerlich,- wie kann man die kritischen ersten Meter ueberwinden,- in dem die Aerodynamik noch nicht ausreicht.

    In den 20er-Jahren ist man daher davon ausgegangen, dass eine solche Rakete aus einen Wasserbecken starten muesste,- da im Wasser die “aerodynamischen Effekte” (hydronamischen-Effekte) bereits bei minimalen Geschwindigkeiten funktionieren.

    Die Raktenbomben im zweiten Weltkrieg wurden meineswissens mit einfachen Gyroskopen stabilisiert.
    Dort waren die Ruder einfach in den Gasstrom installiert, damit sie auch bei niedrigen Geschwindigkeiten wirksam waren.
    Einige Photos finden sich auf https://de.wikipedia.org/wiki/Aggregat_4#Steuerung
    Computer kommen da nicht vor.

  19. #19 Rüdiger Neick
    Berlin
    23. Juli 2019

    Stephen Baxter schildert in “Proxima” und “Ultima” wie die Römer in einer Parallelgeschichte die Raumfahrt ab dem Mittelalter entwickeln. Die Technik ist nicht so das Problem, die Lebenserhaltung ist der Knackpunkt. Und da ein Menschenleben (nicht eines römischen Bürgers natürlich) im Römischen Reich nicht so wertvoll ist, entwickelt sich die Raumfahrt unter großen Opfern mehr durch “Try and Error”

  20. #20 Dampier
    23. Juli 2019

    @Rüdiger Neick

    “Proxima” und “Ultima”

    Stimmt, das fiel mir auch ein (nur die Buchtitel nicht). Waren da nicht auch die Inkas mit dabei?
    Soweit ich mich erinnere, wurde da aber nicht auf kulturspezifische technische Lösungen eingegangen. Die beherrschten halt einfach auch die Raumfahrt. Oder ist mir da was entfallen? Ist schon eine Weile her …

  21. #21 MartinB
    23. Juli 2019

    Für die Kommunikation empfehle ich gepulste Laser. Prinzipiell spricht soweit ich sehe nichts dagegen, z.B. einen rubin-Laser optisch mit Sonnenlicht zu pumpen statt mit ner Quarzlampe. Das hat McGyver auch mal so gemacht, als er im Mittelalter gestrandet war. (Und ich habe es ab und zu mal als Klausurfrage gestellt…)

  22. #22 fherb
    Dresden
    23. Juli 2019

    Das römische Imperium hätte grundsätzlich die Chance gehabt. Wäre es nicht “einige” Jahrhunderte vorher zerfallen. Mit der Vision “Wir fliegen auf den Mond” hätten sie es schaffen können. Sie haben es einfach nicht gerafft, dass sie das in wenigen Jahrhunderten schaffen würden. Wenige Jahrhunderte intensiver F&E.

    Alternativen zur Elektronik wurden oben genannt. Der Beginn der Raumfahrt mit der V2 kam ohne Mikroelektronik aus. Wäre der technische Fortschritt langsamer verlaufen, so glaube ich, wäre man auch mit etwas primitiverer Technik zum Mond gekommen.

    Jedoch gehe ich davon aus, dass die Frage der Startmasse die Schwelle vor gibt, ab der Raumfahrt möglich ist: Notwendige Steuersysteme müssen in Summe mit Konstruktionsteilen und deren Fertigungsverfahren so wenig Gewicht haben, dass die damit mitgeführten chemische Energie ausreicht, der Anziehung der Erde zu widerstehen.

    Reduktion der Startmasse durch geeignete Materialien, Fertigungsverfahren und Miniaturisierung der Steuerungssysteme sind der Schlüssel. Nicht Elektronik allein.

  23. #23 PDP10
    23. Juli 2019

    @MartinB:

    Das hat McGyver auch mal so gemacht, als er im Mittelalter gestrandet war.

    Es gab bei MacGyver eine Mittelalterfolge?!?
    Welche? Sehen will! Die kenne ich gar nicht … 🙂

    (Bist du sicher, dass du das nicht mit SG 1 verwechselst?)

  24. #24 Bbr
    Niedersachsen
    23. Juli 2019

    Eine Rakete braucht ja vor allem Treibstoff, noch dringender als Elektrik und Funk. Und Lebenserhaltungssysteme. Für beides braucht man reinen Sauerstoff, möglichst verflüssigt, will man nicht hoffnungslos ineffizient werden.

    1895 wurde das Linde-Verfahren erfunden. Und damit haben wird wohl eine harte Grenze, vor der an den Bau einer Mondrakete nicht zu denken war. Und da die Entwicklung so einer Riesenrakete ohne Computer sicher sehr lange dauert, wäre vor Entwicklungsende noch der Funk erfunden worden.

    Fazit: Vor ca. 1940 hätte man es wohl nicht geschafft, selbst wenn man gleich 1895 mit der Entwicklung begonnen hätte und alle Ressourcen da rein statt in die zwei Weltkriege gesteckt hätte.

  25. #25 RainerO
    23. Juli 2019

    @ PDP10

    Es gab bei MacGyver eine Mittelalterfolge?!?

    Yupp! Auf Deutsch: Ritter MacGyver Staffel 7, Folgen 7 und 8.

  26. #26 RainerO
    23. Juli 2019

    @ PDP10
    Auf Englisch: Teil 1, Teil2
    Auf Deutsch habe ich es auf die Schnelle nicht gefunden.

  27. #27 PDP10
    24. Juli 2019

    @RainerO:

    Yupp! Auf Deutsch: Ritter MacGyver Staffel 7, Folgen 7 und 8.

    Oh! Tatsächlich! Danke für den Tipp!

    Ist mir entweder damals komplett entgangen oder ich habs vollständig vergessen …

  28. #28 Obichan
    Linz
    24. Juli 2019

    Nicht was die Frage der Mondlandung betrifft, aber den zweiten Teil der Frage nach einer vorindustriellen Kolonisierung fremder Welten beantwortet der Roman bzw. Film “High Crusade”.
    Der deutsche Titel ist halt Scheiße, das Buch aber genial finde ich.
    https://de.wikipedia.org/wiki/High_Crusade_%E2%80%93_Frikassee_im_Weltraum

  29. #29 Leser
    25. Juli 2019

    @ Ingo #17

    Keine moderne Rakete hat ohne Elektronik funktioniert ! Auch nicht die A4 (V2) oder die R7. Beide hatten elektronische Systeme zur Steuerung (auf Röhrenbasis). Man darf sich das natürlich nicht vorstellen wie ein heutiger Computer. Es war mehr in der Art der Analogrechner. Schaut bei Wikipedia rein, wenn ihr wissen wollt, was das ist. Die Amerikaner (Analog Devices Incorporation) haben zur Ermittlung von Artilleriedaten Analogrechner gebaut, die bestanden nur aus 2 Röhren (Differenzverstärker). So in der Art muß man sich auch die Steuerelektronik der frühen Raketen vorstellen. Daß das nicht immer sauber funktioniert hat, sieht man an den vielen Bildern von Fehlstarts.

    Ich weiß nicht, ob du dir deinen Link zu Wikipedia aufmerksam angeschaut hast. In der Abbildung der A4 (V2) steht an dem Segment direkt unter dem Gefechtkopf “Steuerung”. Da waren die auch bei Wikipedia erwähnten Analogrechner eingebaut.

    Man benötigt keinen flüssigen Sauerstoff, zum Betreiben einer Rakete. Das geht auch mit z.B. Stickstofftetroxid (NO4 + UDMH). Aber die Mischung flüssiger Sauerstoff / flüssiger Wasserstoff liefert die meiste Energie, zündet aber z.B. nicht von selbst. Andere Treibstoffkombinationen (z.B. NO4 + UDMH) sind viel besser lagerfähig und zünden auch von selbst. Mit solchen Treibstoffkombinationen wurde die Mondfähre betrieben.

    Ein Leitwerk (kleine Fügel am Raketenende) funktioniert nur in der Atmospäre. Eine Lagestabilisierung der 2. und 3. Stufe einer Mondrakete ist damit unmöglich. Die A4 wurde mit Rudern im Außenbereich des Antriebsgasstrahls gesteuert. Das ist mit großen Verlusten verbunden. Deshalb benutzen heutige (Groß-) Raketen alle schwenkbare Triebwerke. Bei Raketenstufen mit vielen Triebwerken (die R7 hat 20 Haupttriebwerke) benutzt man auch eine unterschiedliche Schubsteuerung der Einzeltriebwerke.

  30. #30 Leser
    31. Juli 2019

    Eine sehr ausführliche Dokumentation über die von Helmut Hölzer entwickelte Steuerelektronik der A4 findet man im Netz z.B. unter :

    http://www.analogmuseum.org/library/hamburg_hoelzer.pdf

    Das sind 131 Seiten PDF und ihr werdet sehen, wie aufwendig die Elektronik schon in der A4 war