SG_LogoDas ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video.

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Sternengeschichten Folge 352: Die Heimat der großen Moleküle

In dieser Folge der Sternengeschichten geht es um die “Large Molecule Heimat”. Das ist eine seltsame Mischung aus Englisch und Deutsch und bedeutet “Heimat der großen Moleküle”. Das klingt eher nach Chemie, hat aber sehr viel mit Astronomie zu tun. Um zu verstehen, um was es dabei geht, müssen wir uns zuerst aber einmal mit Molekülwolken beschäftigen. Und natürlich mit Molekülen.

Ein Molekül, ist ganz vereinfacht gesagt, eine Verbindung aus zwei oder mehr Atomen. Im engeren chemischen Sinne gilt das zwar nicht ganz; nicht alle Atome die sich irgendwie verbinden, werden dort auch Moleküle genannt es kommt darauf an, wie genau die Atome sich verbinden (Salz, die Verbindung von Natrium und Chlor, also Natriumchlorid wird zum Beispiel nicht als Moleküle bezeichnet). Aber diese Details ignorieren wir vorerst einfach mal. Und kommen zu dem Schluss, dass es sich bei einer Molekülwolke, um eine Wolke aus Molekülen handeln muss.

Allerdings nicht um Wolken wie wir sie hier bei uns auf der Erde am Himmel sehen können. Obwohl die ja auch aus Wassermolekülen bestehen – aber die Wolken um die es hier geht sind interstellare Wolken. Also große Bereiche zwischen den Sternen, in denen sich diverse chemische Elemente befinden. Genau die Art von Wolken, die, wenn sie in sich zusammenfallen, irgendwann einmal Sterne bilden, wie ich in der allerersten Folge der Sternengeschichten erzählt habe.

Das häufigste Molekül das man in solchen Wolken finden kann, ist molekularer Wasserstoff, also H2 – nichts anders als zwei Wasserstoffatome, die miteinander verbunden sind. Wasserstoff ist das häufigste chemische Element im Universum und deswegen ist es auch nicht überraschend, dass der größte Teil der interstellaren Wolken aus Wasserstoff besteht. Wenn in diesen Wolken aber nur Wasserstoff drin wäre, dann würde man sie ja nicht Molekülwolken nennen, sondern Wasserstoffwolken.

Die Wolken um die es heute geht, sind groß, dicht und kühl genug, damit dort jede Menge andere Moleküle entstehen können. Damit sich zwei oder mehr Atome miteinander verbinden können, müssen sie sich ja erst einmal treffen. Das klappt nur, wenn ausreichend viele von ihnen auf ausreichend kleinem Raum vorhanden sind. Wenn mitten im leeren All ab und zu mal ein paar Atome durch die Gegend fliegen, stehen die Chancen schlecht, dass sie sich irgendwann mal treffen. Die Wolke muss also dicht genug sein, obwohl “dicht” hier auch nicht mit dem verwechselt werden darf, was wir darunter auf der Erde verstehen. In solchen Wolken findet man ein paar tausend Atome pro Kubikzentimeter, was in jedem Labor auf der Erde als extrem gutes Vakuum durchgehen würde.

Diese Dichte reicht aber, dass sich Atome oft genug treffen können um sich zu verbinden. Sie reicht auch, um die verbundenen Atome von der Strahlung der Sterne außerhalb der Wolke zu schützen. Die Energie dieser Strahlung würde die Moleküle nämlich schnell wieder auseinander brechen lassen. Je mehr Strahlung, desto wärmer und desto schneller bewegen sich die Atome. Sind sie zu schnell, dann treffen sie sich nicht beziehungsweise trennen sich die Moleküle wieder.

So eine Molekülwolke kann ein paar Dutzend Lichtjahre groß sein; die sogenannten Riesenmolekülwolken sind – wenig überraschend – noch viel größer und haben Massen, die dem Millionenfachen der Sonnenmasse entsprechen. Eine solche Riesenmolekülwolke ist “Sagittarius B2”. Sie befindet sich nur 390 Lichtjahre vom Zentrum unserer Milchstraße entfernt und ist einer größten Molekülwolken in unserer Galaxie. Sie hat einen Durchmesser von 150 Lichtjahren und mehr als das dreimillionenfache der Sonnenmasse. Man findet dort 3000 Atome pro Kubikzentimeter; deutlich mehr als in normalen interstellaren Wolken. Es handelt sich aber nicht um eine homogene Wolke; es gibt dort Bereiche die quasi ein wenig “klumpiger” sind als der Rest. Dort wo die Dichte besonders hoch ist, entstehen neue Sterne und dort ist es auch vergleichsweise warm; um die 300 Kelvin, was sommerlichen 27 Grad Celsius entspricht. Im Rest der Wolke hat es aber frische -230 Grad Celsius.

Das galaktische Zentrum im Radio- und Infrarotlicht. Sagittarius B2 ist der rote Fleck links der Mitte (Bild: ESO/APEX & MSX/IPAC/NASA)

Was es dort auch gibt, ist Eis und Staub. Also nicht mehr nur einzelne Moleküle, sondern größere Zusammenballungen von Atomen. Die werden zum Beispiel von jungen Sternen hinaus ins All gepustet und reichern sich im restlichen Bereich der Wolke an. Das ist gut wenn man ein Atom ist und gern Teil eines Moleküls sein will. Denn auch wenn man sich in einer dichten Wolke befindet ist es schwer, einen Partner für eine Bindung zu finden. Oft muss man wirklich lange warten, bis die passende chemische Reaktion stattfindet. Wenn man sich aber auf der Oberfläche eines Eis- oder Staubteilchens befindet, können die chemischen Reaktionen viel schneller ablaufen; man kann viel einfacher mit einem Partner in Kontakt kommen und am Ende können viel komplexere Moleküle entstehen.

Womit wir jetzt bei der “Large Molecule Heimat” angekommen wären. Das ist genau so ein dichterer Klumpen in der Riesenmolekülwolke Sagittarius B2; gerade einmal 0,3 Lichtjahre groß. Irgendwo mitten drin muss vermutlich ein junger Stern stecken, der für viel Staub sorgt. Und genau dort hat man jede Menge große Moleküle gefunden. “Groß” heißt in dem Fall: “Komplex”, also Moleküle die aus mehr als nur zwei Atomen bestehen. Und bevor ich jetzt die Frage beantworte, die sich sicher die meisten gerade stellen, klären wir noch kurz die Sache mit dem komischen Namen. Der stammt vom amerikanischen Astronomen Lewis Snyder. Seine Vorfahren stammen aus Deutschland und als er im Jahr 1994 gemeinsam mit Kollegen versuchte herauszufinden, wo genau die entdeckten Moleküle sich befinden, nannte er die dabei identifizierte Region “Large Molecule Heimat” um mit dem deutschen Wort seine eigenen deutschen Wurzeln zu würdigen.

Aber jetzt zur eigentlichen Frage: Wie findet man Moleküle fern im All? Und wieso musste Snyder den Ursprung der Moleküle suchen, nachdem man schon wusste, dass es sie dort gibt? Das alles ist ein wenig verwirrend – aber nicht sehr und hoffentlich nicht mehr lange.

Moleküle sind – eigentlich – recht einfach zu entdecken. Denn sie können angeregt werden. Damit meint man, dass ein Molekül Energie von außen aufnehmen kann. Zum Beispiel durch die Strahlung eines nahen Sterns oder durch Kollisionen mit anderen Molekülen. Zu viel Energie, und das Molekül bricht auseinander. Aber wenn es nur ein wenig Energie ist, kann das Molekül sie für eine gewisse Zeit behalten bevor es die Energie wieder abgibt. Das tut das Molekül, in dem es ein klein wenig elektromagnetische Strahlung aussendet und zwar im Allgemeinen bei Wellenlängen die im Bereich von einigen Millimetern bzw. darunter liegen. Das ist genau der Bereich, den wir von der Erde aus mit Radioteleskopen beobachten können. Aber Radiostrahlung gibt es zu hauf, auch im All. Jede Menge Objekte schicken jede Menge elektromagnetische Strahlung durchs All und damit ist nicht nur das sichtbare Licht gemeint, sondern eben auch Licht bei höherer Wellenlänge, wie eben die Millimeterstrahlung und die Radiostrahlung.

Zum Glück schicken Moleküle aber nicht einfach irgendwelche Strahlung ins All. Bei welcher Wellenlänge sie die überschüssige Energie abgeben hängt sehr exakt von der Art und Anzahl der Atome ab, aus denen es besteht. Anhand der Wellenlänge kann man also herausfinden, um welches Molekül es sich handelt. In der Theorie zumindest; in der Praxis ist es knifflig. Denn je komplexer ein Molekül ist, desto mehr Möglichkeiten hat es, Energie abzugeben. Genauer gesagt hat jedes Molekül ein eigenes Muster aus verschiedenen Wellenlängen und man muss probieren, diese Muster zu finden. Was nicht ganz leicht ist, weil da ja jede Menge Muster jeder Menge Molkeüle sind und man alle auf einmal und überlagert beobachtet.

Aber mit ein wenig Mühe, Hartnäckigkeit und ausreichend Technik geht es und man hat so jede Menge Moleküle im All gefunden. Weiß aber nicht immer exakt wo sie her kommen. Radioteleskope haben eine geringe Auflösung; die wird ja um so schlechter, je größer die Wellenlänge ist die man beobachtet und Radiowellen haben eine große Wellenlänge. Man wusste als schon lange vor Lewis Snyders Arbeit aus dem Jahr 1994, dass irgendwo in Sagittarius B2 jede Menge komplexe Moleküle sind. Aber halt nicht genau wo. Weswegen sich Snyder auf die Suche nach der Heimat dieser Moleküle gemacht hat.

Mittlerweile hat man sie ja nun gefunden und immer wieder beobachtet. Der Name “Large Molecule Heimat” ist definitiv nicht übertrieben; man hat dort jede Menge sehr komplexe Moleküle gefunden. Zum Beispiel Äthylalkohol, Formaldehyd, Ameisensäure, Essigsäure, Glykolaldehyd und Äthylenglykol. Und, 2008, auch Aminoacetonitril. Das hat ziemlich viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr begeistert. Denn das Ding mit dem komplizierten Namen ist chemisch mit Glycin verwandt und vermutlich sogar ein chemischer Vorläufer davon. Das heißt, dass aus Aminoacetonitril unter den richtigen Bedingungen Glycin entstehen kann, was erst dann so richtig beeindruckend klingt, wenn man weiß dass Glycin eine Aminosäure ist und damit einer der Bausteine aus denen Proteine entstehen. Das Zeug also, aus dem Leben und Lebewesen bestehen!

Radioteleskope sehen viel Bild: CSIRO, CC-BY-SA 3.0

Nur damit kein Missverständnis entsteht: Man hat dort definitiv KEIN Leben entdeckt. Aber nachgewiesen, dass all die komplexen Moleküle die man braucht, damit daraus Leben entstehen kann, nicht nur auf der Oberfläche passender Planeten zu finden sind. Die ganzen Moleküle entstehen direkt im All; in großen Molekülwolken wie der “Large Molecule Heimat”. Man hat ähnlich komplexe Moleküle auch an anderen Orten; in anderen Wolken gefunden. Man hat sie auch in Kometen und Asteroiden entdeckt, was ebenfalls nicht überraschend ist, wenn man ein wenig darüber nachdenkt. Denn die Wolken sind ja, wie schon gesagt, die Orte in und aus denen Sternen entstehen. Man hat dann also einen Stern und rundherum noch jede Menge Wolkenreste. In der sich neben Gas, Staub und Eis auch die komplexen Moleküle befinden. Das ganze Eis und der Staub ballen sich dann im Laufe der Zeit zu Asteroiden und Kometen zusammen, aus denen wiederum Planeten entstehen. Die übrig gebliebenen Kometen und Asteroiden schlagen auf den Planeten ein. Und am Ende landen auf dem einen oder anderen Weg die nötigen Moleküle auf der Oberfläche eines Planeten. Wenn dort dann noch die passenden Bedingungen herrschen, können aus den komplexen Molekülen NOCH komplexere Moleküle entstehen bis sie dann so komplex sind, dass man sie nicht mehr “komplexe Moleküle” nennt, sondern “Leben”.

Das war jetzt natürlich nur ein sehr vereinfachtes Bild. Die Realität ist deutlich komplizierter und es gibt noch sehr viel, was wir nicht wissen. Aber wir wissen, dass es im Weltall mehr interessante Dinge gibt als nur Planeten, Sterne und Galaxien. Wir wissen, dass die Phänomene die zwischen den Atomen und die Vorgänge zwischen Sternen, Planeten und kosmischen Wolken alle zusammenhängen. Und wir wissen, dass uns der Blick hinaus ins All auch etwas über die Entstehung des Lebens hier auf der Erde verraten kann.

Kommentare (22)

  1. #1 Harald Becker
    23. August 2019

    Danke für den Artikel. Ich bin begeistert. Für mich als Laie war er sehr verständlich.

    Mit etwas Nachdenken erschließt sich, wie viele Schritte (Entdeckungen) notwendig waren, um solche Erkenntnisse (Chemie, Astronomie, Spektralanalysen, etc.) zu erlangen. Das Geld und die Zeit dafür sind m. E. gut angelegt.

  2. #2 bote
    23. August 2019

    bote,
    Bravo, ein Gedanke, der die kosmische Welt verändert.
    Riesenmoleküle von unvorstellbaren Ausmaßen. Dabei wird unser sichtbares Universum so klein wie das Goldfischglas auf der Erde. Und, um diesen Gedanken noch weiter auszumalen, es gibt “Massenansammlungen”, die nicht auf auf elektromagnetischen Kräften beruhen, sondern auf gravitiven Kräften. Das ist ja alles schon bekannt, als Galaxien, aber in diesem Zusammenhang mit den Riesenmolekülen erscheinen sie in einem anderen Licht.

  3. #3 Captain E.
    23. August 2019

    @bote:

    Was für “Riesenmoleküle” denn? Größe ist relativ, und die hier beschriebenen “Riesen” sind immer noch winzig, wenn man sie mit so manch anderen aus der organischen Chemie vergleicht.

    Und was meinst du mit dem “Ausmalen”? Massenansammlungen beruhen im Universum immer auf der Gravitation, aber niemals auf dem Elektromagnetismus. Das Gefühl von festen Oberflächen, das du genauso gut wie wir alle kennst, beruht allerdings tatsächlich auf der elektromagnetischen Grundkraft.

  4. #4 Heljerer
    23. August 2019

    Mit etwas Nachdenken erschließt sich, wie viele Schritte (Entdeckungen) notwendig waren, um solche Erkenntnisse (Chemie, Astronomie, Spektralanalysen, etc.) zu erlangen. Das Geld und die Zeit dafür sind m. E. gut angelegt.

    Genau! Und die moderne Wissenschaftsgeschichtsschreibung zeigt, wie komplex der wahre Verlauf war – auch mit all seinen Sackgassen. Neben den großen Köpfen waren auch Millionen anderer Menschen notwendig, um zu dem zu gelangen, wo wir heute sind. Menschen, deren Namen normalerweise nicht genannt werden: Wissenschaftler, die Fleißarbeit geleistet haben, um Tabellenbücher zu füllen, Instrumentenbauer, Glasmacher, Laboranten u.s.w., u.s.w.

    Wären Galilei, Newton und Einstein alleine gewesen, würden wir von all dem, was moderne Naturwissenschaft ausmacht, nichts wissen.

  5. #5 Florian Freistetter
    23. August 2019

    @bote “Riesenmoleküle von unvorstellbaren Ausmaßen.”

    Äh. Nein. Wie “groß” die Moleküle sind, hab ich ja erklärt. Es sind Moleküle. Die sind kleiner als Galaxien. Sehr viel kleiner.

  6. #6 kereng
    Hamburg
    23. August 2019

    Diesmal habe ich nicht nur zugehört, sondern mir auch die Bilder angesehen und im Carina-Nebel einen Mittelfinger erkannt. Da bin ich bestimmt nicht der erste.

  7. #7 Captain E
    23. August 2019

    @kereng:

    Der Mensch hat in seinem Gehirn ein großes Aral zum Erkennen von Gesichtern. Anscheinend bleibt aber noch Raum für – andere Formen… 🙂

  8. #8 bote
    23. August 2019

    CaptainE,
    wie groß sind sie denn jetzt, die Moleküle. Eine Größenangabe wäre nützlich.
    Woher willst du wissen, dass die elektromagnetische Kraft nicht auch beteiligt ist ? Immerhin ist ihre Reichweite ja auch unendlich.

  9. #9 Florian Freistetter
    23. August 2019

    @bote: Du musst schon auch den Text lesen. Da steht das explizit drin: ““Groß” heißt in dem Fall: “Komplex”, also Moleküle die aus mehr als nur zwei Atomen bestehen.” Ein “großes Molekül” ist also eines, das aus mindestens 3 Atomen besteht. H2O – Wasser – zum Beispiel.

  10. #10 PDP10
    23. August 2019

    @Captain E.:

    Massenansammlungen beruhen im Universum immer auf der Gravitation, aber niemals auf dem Elektromagnetismus.

    Das stimmt so nicht so ganz – allerdings hat das nichts mit der “unendlichen Reichweite der EM Kraft” zu tun, wie @bote meint. Im Gegenteil.

    Damit sich im Weltraum überhaupt größere Materieansammlungen zusammenfinden – so, dass die Gravitation eine Rolle spielen kann – muss erstmal was zusammen “klumpen”. Staub zB.
    Und das tut er wegen der elektromagnetischen Kräfte, die zwischen einzelnen Staub-“Teilchen” wirken. Das nennt man Kohäsion. Ein sehr kurzreichweitiger Effekt der EM WW.

    Das ist auch der Grund, warum Dunkle Materie nicht klumpt. Die unterliegt halt nicht der EM Wechselwirkung.

  11. #11 Daniel Rehbein
    Dortmund
    23. August 2019

    Ich finde es immer wieder beeindruckend, von welchen Größenordnungen wir sprechen, wenn es um das Universum geht.

    Da sind also diese Wolken mit einer so niedrigen Dichte, das wir Menschen sie als Vakuum bezeichnen würden. Dieses Vakuum kann aber eine derartige Ausdehnung haben, daß sich eine Masse ergibt, die ein Millionenfaches der Masse unserer Sonne ist.

    Dabei hat die Sonne ja bereits eine Größe und Masse, die wir Menschen uns nicht mehr so recht vorstellen können.

    Wahnsinn!

  12. #12 bote
    24. August 2019

    FF,
    ….groß…. wieder etwas gelernt.

    PDP10,
    gut, eigentlich sind es die Gravitation und die elektrischen Kräfte die die Welt formen , so wie sie ist.
    Die elektrischen Kräfte sind für die Abstoßung zuständig, die gravitation für die Anziehung. Das Gleichgewicht zwischen beiden Kräften ergibt die Kugelform. So einfach !

  13. #13 PDP10
    24. August 2019

    @bote:

    Die elektrischen Kräfte sind für die Abstoßung zuständig, die gravitation für die Anziehung. Das Gleichgewicht zwischen beiden Kräften ergibt die Kugelform.

    Nein.

  14. #14 PDP10
    24. August 2019

    Wie schafft der das dauernd sich solchen Blödsinn aus zu denken?!?

    *seufz*

  15. #15 bote
    24. August 2019

    PDP10,
    Doch !
    Denke nur an die Sonne. Das Gleichgewicht zwischen den Kräften, die bei der Kernverschmelzung frei werden und der gravitation hält die Sonne zusammen.
    Und dass die entstandenen Heliumkerne nicht wieder zusammenbacken, dafür ist die Ladung der Atomkerne zuständig. Gleiche Ladung stößt sich ab.

  16. #16 PDP10
    24. August 2019

    @bote:

    Denke nur an die Sonne. Das Gleichgewicht zwischen den Kräften, die bei der Kernverschmelzung frei werden und der gravitation hält die Sonne zusammen.

    Es ist der Druck der Strahlung, die bei der Kernfusion freigesetzt wird, der der Gravitation entgegenwirkt.

    Und dass die entstandenen Heliumkerne nicht wieder zusammenbacken, dafür ist die Ladung der Atomkerne zuständig. Gleiche Ladung stößt sich ab.

    Heliumkerne “backen” aber zusammen. Die Kernbausteine fliegen nicht wieder auseinander weil auf diesen Skalen die Kernkraft stärker ist als die Abstoßung durch die EM Wechselwirkung.

    Abgesehen davon:

    Ich schrieb oben von Staubteilchen die durch elektrostatische Kräfte aneinander pappen und immer größere Klumpen bilden, bis die Gravitation dann eine Rolle spielt.

  17. #17 PDP10
    24. August 2019

    Ich muss mich übrigens mal selbst korrigieren:

    “Kohäsion” ist in in diesem Zusammenhang der falsche Begriff.

    Es sind Van-der-Waals-Kräfte durch die die Staubteilchen zusammenpappen.

  18. #18 bote
    25. August 2019

    PDP10,
    wir wollen hier keinen Streit um worte führen.
    Meine “kosmologische Erklärung ” ist streng genommen falsch. Wenn man stattdessen das Prinzip von actio=reactio einsetzt kommt man der Sache näher.
    Was du als Strahlungsdruck bezeichnest ist eine Mischung aus Ionen und Strahlung (elektromagnetisch !).
    Auf der molekularen Ebene spielt die Gravitation keine Rolle, das ist richtig. Da sind nur die Ladungsträger wirksam.
    Auf der Sternen und Planetenebene ist die gravitation der Hauptakteur. Erst wenn die Gravitation größer ist als
    die Abstoßung/Anziehung zwischen den Atomkernen kann ein Planet Kugelform annehmen.

  19. #19 rolak
    25. August 2019
  20. #20 PDP10
    25. August 2019

    @bote:

    wir wollen hier keinen Streit um worte führen.

    Das ist kein Streit um Worte.

    Das sind feststehende Begriffe aus der Physik.

    Wenn du die nicht kennst oder verstehst, ist das dein Problem. Schlags halt nach.

    Erst wenn die Gravitation größer ist als
    die Abstoßung/Anziehung zwischen den Atomkernen kann ein Planet Kugelform annehmen.

    Nein.

    Es stimmt zwar, dass Atome sich gegenseitig in gewisser Weise “abstossen”. Sie lassen sich halt bis zu einer gewissen Grenze nicht komprimieren. Die Gravitation wirkt aber auch bei Erdnuss-Förmigen Kometen wie Tschuri schon “bindend”. Weil genug Masse vorhanden ist.

    Dass Massenansammlungen in der Schwerelosigkeit irgendwann bevorzugt rund, dh. Kugelsymmetrisch, werden – also ab einer gewissen Masse – hat mit dem Prinzip der kleinsten Wirkung, dh. in dem Fall dem minimieren von potentieller Energie zu tun.

  21. #21 Captain E.
    26. August 2019

    @PDP10:

    Das stimmt so nicht so ganz – allerdings hat das nichts mit der “unendlichen Reichweite der EM Kraft” zu tun, wie @bote meint. Im Gegenteil.

    Damit sich im Weltraum überhaupt größere Materieansammlungen zusammenfinden – so, dass die Gravitation eine Rolle spielen kann – muss erstmal was zusammen “klumpen”. Staub zB.
    Und das tut er wegen der elektromagnetischen Kräfte, die zwischen einzelnen Staub-“Teilchen” wirken. Das nennt man Kohäsion. Ein sehr kurzreichweitiger Effekt der EM WW.

    Das ist auch der Grund, warum Dunkle Materie nicht klumpt. Die unterliegt halt nicht der EM Wechselwirkung.

    Das stimmt natürlich alles, aber eine Zusammenballung bekommt die Dunkle Materie ja vermutlich auch so hin. Bei der baryonischen Materie kommt halt dazu, dass sie sich dank der EM-Anziehung viel dichter packen kann als die Dunkle Materie. Das fängt schon mit den Molekülbindungen an, die ja durch die Elektronen auf den äußeren Schalen vermittelt wird, und geht mit den van-der-Waals-Kräften weiter, die sich ebenfalls von der elektromagnetischen Grundkraft ableiten.

    Wieso der Elektromagnetismus nicht dafür sorgen kann, dass sich die Atome zu Wolken zusammenfinden kann, dürfte darin begründet liegen, dass er eben nicht nur einen anziehenden, sondern auch einen abstoßenden Aspekt besitzt. Auf große Entfernungen heben sich beide dermaßen auf, dass sie keine Auswirkungen mehr haben. Und da bleibt dann halt nur noch die Gravitation.

  22. #22 Captain E.
    26. August 2019

    @PDP10:

    Es ist der Druck der Strahlung, die bei der Kernfusion freigesetzt wird, der der Gravitation entgegenwirkt.

    Tja, und Strahlung ist eine Erscheinung des Elektromagnetismus, aber schon klar: Das ist jetzt Erbsenzählerei.

    Die Kugelgestalt großer Himmelskörper ist meines Erachtens wie die oben erwähnte Zusammenballung von Materie ein Prozess, der in erster Linie auf der Gravitation beruht, bei dem der Elektromagnetismus aber trotzdem eine wichtige Rolle spielt.

    Heliumkerne “backen” aber zusammen. Die Kernbausteine fliegen nicht wieder auseinander weil auf diesen Skalen die Kernkraft stärker ist als die Abstoßung durch die EM Wechselwirkung.

    Abgesehen davon:

    Ich schrieb oben von Staubteilchen die durch elektrostatische Kräfte aneinander pappen und immer größere Klumpen bilden, bis die Gravitation dann eine Rolle spielt.

    Die Heliumkerne backen aber nicht in dem Sinne zusammen, dass sie Beryllium- (oder Kohlenstoff-) Kerne bilden.

    Andererseits: Bei ausreichend starker Gravitation aufgrund einer hinreichenden Menge an Materie und schwächer werdendem Strahlungsdruck wegen einer sinkenden Zahl an Fusionen von Wasserstoffkernen tun die Heliumkerne es ja gerade eben doch und backen zusammen zu Kohlenstoff.

    Und nur der Vollständigkeit halber: Bei der Fusion mischt sich natürlich auch die Starke Kernkraft ein.