Seit Pluto im Jahr 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) seinen Status als Planet aberkannt bekommen hat, gibt es Ärger. Also eigentlich nicht wirklich; die Astronominnen und Astronomen kommen mit dieser Tatsache relativ gut klar. Immerhin haben sie das ja selbst so beschlossen und das aus guten wissenschaftlichen Gründen. Und auch ein guter Teil der Öffentlichkeit hat sich daran gewöhnt, dass das Sonnensystem acht Planeten hat. Aber eine Minderheit aus Wissenschaft und Öffentlichkeit (fast ausschließlich in den USA) will trotzdem immer noch ganz dringend Pluto wieder zu einem Planeten machen. So wie jetzt auch der Administrator der NASA, Jim Bridenstine.

Seine Aussage dazu:

“Just so you know, in my view, Pluto is a planet. “You can write that the NASA Administrator declared Pluto a planet once again. I’m sticking by that, it’s the way I learnt it, and I’m committed to it.”

Das ist eines der beiden – ziemlich dummen – “Argumente” der Planet-Pluto-Fraktion: “Das war schon immer so und das soll sich nicht ändern!”. Aber wenn das tatsächlich ein Argument für irgendetwas wäre, dann könnten wir das mit der Wissenschaft auch ganz bleiben lassen. Es war auch “schon immer” so, dass die Erde im Zentrum des Universums steht. Und ebenfalls sehr lange “schon immer” bestand das Sonnensystem nur aus sechs Planeten; die gesamte Geschichte der Menschheit bis ins Jahr 1781, als Wilhelm Herschel den Uranus entdeckte.

Wir machen Wissenschaft, weil wir neue Dinge lernen wollen. Und wenn wir neue Dinge gelernt haben, folgt daraus oft ein anderer Blick auf die Welt und eine Änderung des Weltbildes. Früher war die Erde das Zentrum des Universums und kein Planet so wie es etwa Mars oder Jupiter waren. Dafür dachte man, dass die Sonne die Erde umkreist; die “Planeten” des Sonnensystems waren Merkur, Venus, Mond, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Dann verstand man, was Planeten eigentlich sind; schmiss Mond und Sonne raus und nahm die Erde dazu. Dann entdeckte man Uranus und Neptun. Dann entdeckte man Ceres, Pallas, Juno, Vesta und noch einen Schwung anderer Himmelskörper die im 19. Jahrhunderte für viele Jahrzehnte überall in Wissenschaft und Öffentlichkeit als “Planeten” bezeichnet wurden. Bis man mehr über diese Himmelskörper herausfand und feststellte, dass sie anders entstanden sind als die Planeten, sich anders verhalten und anders sind und anders klassifiziert werden müssen. Also wurden sie von Planeten zu Asteroiden.

Planet? Asteroid? Auf jeden Fall Ceres! (Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA, gemeinfrei)

Und als man 1930 den Pluto entdeckte, hielt man auch ihn für einen Planeten. Bis man im Laufe der Zeit mehr über ihn herausfand und feststellte, dass er nicht so entstanden ist wie die anderen Planeten und sich nicht so verhält und deswegen anders klassifiziert werden muss. Es war nicht neu, was die IAU 2006 gemacht hat. Pluto war nicht der erste Planet des Sonnensystems, der seinen Status verloren hat. So läuft Wissenschaft. Man lernt und ändert seine Sicht auf die Dinge entsprechend. (Ich möchte hier nicht ein weiteres Mal im Detail erklären warum Pluto – zu Recht – nicht mehr als Planet geführt wird. Wer mehr wissen will, sei auf ältere Artikel von mir verwiesen)

Das was Bridenstine sagt ist also Unsinn; aber auch nicht überraschend. Auch wenn er NASA-Administrator ist, hat er keine naturwissenschaftliche Ausbildung und das “Es soll alles so sein wie früher” passt ja leider auch gut zur aktuellen politischen Situation in den USA (natürlich wurde Bridenstine von Donald Trump eingesetzt). Aber tragisch ist es schon, so einen Quatsch vom Chef einer großen wissenschaftlichen Einrichtung zu hören.

Ich habe vorhin von zwei dummen Argumenten der Planet-Pluto-Fraktion gesprochen. Das zweite wird ebenfalls in dem oben zitierten Artikel erwähnt und zwar von Alan Stern, der seit Jahren jede Gelegenheit nutzt um zu erklären warum Pluto wieder ein Planet sein muss. Stern ist in der Sache allerdings nicht ganz neutral; er ist Chef der New-Horizons-Mission, also der beeindruckenden Mission die uns 2015 die ersten Bilder des fernen und bis dahin noch unbesuchten Himmelskörpers gebracht hat.

Stern erklärt immer wieder gerne, wie komplex Pluto ist. Er hat Monde, er hat ganz viel Geografie, Geologie, Tektonik, eine Atmosphäre, und so weiter. Und sollte deswegen auf jeden Fall als Planet bezeichnet werden. Aber auch dieses Argument ist meiner Meinung nach nicht aussagekräftig. Denn JEDER Himmelskörper ist komplex, wenn man nur genau hinschaut. Jeder Asteroid und Komet den wir aus der Nähe im Detail erforscht haben, hat eine enorme Vielfalt gezeigt. Gleiches gilt für die Monde der Planeten. Da gibt es Vulkanismus, da gibt es Atmosphären (zumindest die Art von leichter, extrem dünner und flüchtiger Atmopshäre die auch Pluto hat), da gibt es Geologie und Tektonik, usw. Die Komplexität mach ein Objekt interessant. Aber nicht zu einem Planeten!

Rosettas Komet: Eine komplexe Welt – aber kein Planet! Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Stern (und andere) haben allerdings recht, wenn sie die aktuelle Planetendefinition kritisieren. Die könnte man tatsächlich verbessern. Und den Quatsch mit der Klasse der “Zwergplaneten” ebenfalls. Was daran alles falsch ist, habe ich früher schon mal ausführlich erklärt. Das mit den Zwergplaneten hat man ja nur eingeführt damit Pluto trotz Statusaberkennung noch irgendwie “besonders” sein kann; jetzt halt als “Zwergplanet” statt “Planet”. Das alles ist – tatsächlich – etwas das man kritisieren kann und soll. Aber auch das ändert nichts an der Natur des Pluto. Er ist anders als die anderen Planeten. Er ist anders entstanden, er verhält sich anders und er sollte daher auch anders bezeichnet werden. Genau das ist ja der Zweck einer Klassifikation – und nicht die Befriedigung irgendwelcher Kindheitsnostalgien bzw. der Wunsch, mit seiner Mission halt einen Planeten zu erforschen anstatt eines Asteroids.

Ich habe zu dem Thema in der Vergangenheit schon alles gesagt, was ich dazu sagen will. Pluto ist ein extrem cooler, wichtiger und interessanter Himmelskörper aus dessen Erforschung wir viel gelernt haben und noch mehr lernen werden. Ganz unabhängig davon, in welche Schublade eines Klassifikationsystems man ihn steckt. Pluto wird nicht weniger wichtig, wenn man nicht mehr “Planet” zu ihm sagen kann!

Irgendwann wird sich das Problem hoffentlich von selbst lösen. Jetzt ist es immerhin schon 13 Jahre her, dass Pluto kein Planet mehr ist. Wir müssen nur noch ein bisschen warten, bis Pluto “immer schon” kein Planet war. Dann regt sich auch niemand mehr darüber auf; genau so wenig wie Leute heute darüber schimpfen, dass Ceres kein Planet mehr ist… Und in der Zwischenzeit wird hoffentlich irgendjemand Chef bei der NASA der oder die mehr Ahnung von Wissenschaft hat und erkennt, dass “Das war schon immer so und das bleibt jetzt so” kein wissenschaftlich seriösen Vorgehen ist.

Kommentare (78)

  1. #1 Fluffy
    27. August 2019

    Yeah!!

  2. #2 Fluffy
    27. August 2019

    Pluto for Planet!

  3. #3 Florian Freistetter
    27. August 2019

    @Fluffy: Falls du nur die Überschrift gelesen hast: Pluto ist immer noch kein Planet. Was der NASA-Chef sagt, denkt oder sich wünscht ist in der Hinsicht irrelevant und unverbindlich (und, wie ich im Artikel erkläre, ziemlich dumm).

  4. #4 SkeptikSkeptiker
    27. August 2019

    Mag ja wissenschaftlich alles richtig sein.
    Allerdings ist es genauso falsch Europa als Kontinent zu bezeichnen. Wenn jetzt die Geologen festlegen, dass es offiziell nur noch Eurasia heißt, wer würde das ernst nehmen?
    Wiki: “Die Bezeichnung Europas als e i g e n e r Kontinent ist historisch-kulturell bedingt und geht auf die Weltsicht der europäischen Antike zurück.”
    Soll doch jeder Pluto nennen, wie er will. Mir wird im Sprachgebrauch das Klein…. bestimmt nicht über die Lippen kommen.

    Aber bitte nich so doll hauen 😉

  5. #5 Nebsler
    27. August 2019

    https://images.app.goo.gl/PWTApEV7FBWFSmk96 … “ehemaliger Politiker der Republikanischen Partei” keine weiteren Fragen, Euer Ehren

  6. #6 René
    27. August 2019

    Wird denn von Geographen/Geologen Europa als eigenständiger Kontinent bezeichnet, oder vielmehr als Subkontinent? Wie ich das sehe, ist das gar kein vergleichbares Beispiel zum Beharren auf Pluto als Planet. Eigentlich ist es überhaupt kein korrektes Beispiel, weil die zugrundeliegende Behauptung schon nicht stimmt. ;o)

  7. #7 jyou
    27. August 2019

    Ich finde das Argument “Das war schon immer so und das soll sich nicht ändern!” auch blöd.

    Allerdings wird es in anderen Bereichen der Wissenschaft leider auch hartnäckigst verteidigt, ich sag mal nur “technische” Stromrichtung.

    In der Biologie ändern sie ihre ganzen falschen Benennungen und Zuordnungen auch nicht, auch wenn sich mittlerweile durch DNA-Tests rausgestellt hat dass da einiges falsch einsortiert wurde.

  8. #8 Jens
    27. August 2019

    “Im Fachbereich A machen die Wissenschaftler etwas falsch, also dürfen die Wissenschaftler im Fachbereich B etwas anderes (das damit überhaupt nicht zusammenhängt) nicht richtig machen.”

  9. #9 walter
    27. August 2019

    Wie die zornigen Kinder, die einmal nicht das bekommen, was sie wollen. Anscheinend kommen die nicht damit klar, dass alle Planeten von Europäern entdeckt wurden und so klammern sie sich verzweifelt an Pluto. Ok, der NASA Typ wird wohl wissen was das ist, aber ich glaube, dass viele, die sich dort aufregen, bis zur Degradierung von Pluto nicht einmal gewusst haben, dass es den kleinen Ball da draußen überhaupt gibt. Geschweige denn, was das ist.

    Fakt ist, dass Pluto eben kein Planet ist und mit den anderen Zwergplaneten eine eigene Gruppe bildet. Is doch nicht so schwer zu verstehen – zumindest für mich.

    Aber die USA wollen halt in allen Belangen ganz vorne dabei sein. Zweite Reihe geht nun mal nicht für die “großartigste” Nation der Welt, die Retter des Universums, die Bringer von Frieden und Demokratie…. hüpfen vom dumpfen Präsidenen abwärts bis zum letzten Redneck herum wie die zornigen Rumpelstilzchen

  10. #10 tomtoo
    27. August 2019

    Ist halt Wissenschaftlich korrekt Pluto kein Planet na und? Gönnt doch den Amerikanern die Ausnahme. Ausnahmen bestätigen die Regel. Das würde der Wissenschaft nicht weh tun und die Amerikaner würden sich freuen.

  11. #11 Fluffy
    27. August 2019

    Hier mal ein paar Zitate aus dem Text des Astronomen FF:

    Das ist eines der beiden – ziemlich dummen – “Argumente”

    Das was Bridenstine sagt ist also Unsinn;

    Auch wenn er NASA-Administrator ist, hat er keine naturwissenschaftliche Ausbildung

    so einen Quatsch vom Chef einer großen wissenschaftlichen Einrichtung

    von zwei dummen Argumenten der Planet-Pluto-Fraktion

    wird hoffentlich irgendjemand Chef bei der NASA der oder die mehr Ahnung von Wissenschaft hat

    Argumentiert so ein seriöser Wissenschaftler? Sachliche Kritik ist ok, aber so viel Respektlosigkeit auf einen Haufen?
    Da die Astronomen sch ja gerne als Naturwissenschaftler begreifen möchten, würde ich ihnen empfehlen, zunächst mal die wissenschaftlich etablierte und gebräuchliche Terminologie zu benutzen.

    * Astronomische Einheit (AU) und Parsec als “Längeneinheiten ” sind schlimmer als das Imperiale Maßeinheitensystem.
    * Die kruden Leuchtstärken der Sterne in Magnituden …
    * Die sogenante “Metallizität” spottet jeder Beschreibung.
    * Die Bezeichnung der Spektralklassen mit O B A F G K M entziehen sich einem systematischen Verständnis usw .

  12. #12 Wizzy
    27. August 2019

    Mir wäre es auch Recht, wenn man alle Nicht-Sonnen-Himmelskörper Planeten nennen würde, die gravitativ an Sonnen gebunden sind und deren Eigengravitation eine ausreichend runde Form begünstigt – z.B. mittels eines Massegrenzwertes, ab dem man diese Himmelskörper eben dann als Planeten bezeichnet.

    Allerdings sollte es konsistent sein: Wenn man den Pluto als Planet haben will, dann kommen Ceres und wahrscheinlich ein ziemlicher Haufen anderer Objekte als Planeten mit dazu.

    Florians Argument, dass Pluto und Ceres anders entstanden sind, könnte man auch in eine “Planeten-Unterkategorie” packen. Gasriesen und terrestrische Planeten sind auch sehr verschieden, da könnte man (alle!) Zwergplaneten schon unter Planeten packen.

    Aber die derzeitige Regelung ist auch nicht schlecht.

  13. #13 Wizzy
    27. August 2019

    P.S.: Ich lese gerade, dass es in unserem Sonnensystem wohl einige hundert Zwergplaneten gibt. Da bin ich mir in der Tat nicht sicher, ob Bridenstine die konsequenterweise alle als Planeten haben will 😉

  14. #14 Markymark
    27. August 2019

    “You can write that the NASA Administrator declared Pluto a planet once again.” – und einer macht’s wirklich. Geil. Du weißt, dass du Einfluss hast, wenn du derjenige bist, der die Stöckchen hinhält.

  15. #15 Leser
    27. August 2019

    @ tomtoo #10

    Gönnt doch den Amerikanern die Ausnahme.

    Die (US)-Amerikaner leben nur mit Ausnahmen ! Längen werden in Zoll oder verschiedenen Sorten von Meilen gemessen. Yard gibt es auch noch. Temperaturen werden in Fahrenheit gemessen. Drücke werden in PSI gemessen. An ein metrisches Maßsystem, wie es sonst fast die ganze Welt (Wissenschaft) benutzt, wollen die sich nie gewöhnen. Auch der Gebrauch der Vorsilben ist sehr kryptisch. Die werden einfach wild aneinander gebaumelt, ohne daß man die viel übersichtlichere Darstellung mit Zehnerpotenzen benutzt. Da wird eine Länge (im Nanometer-Bereich) mit
    Mikro-Mikro-Zoll bezeichnet, nicht mit Pikozoll. Wie groß ist die Masse der Erde in Tera-Tera-Pfund ?

  16. #16 Captain E.
    27. August 2019

    Vielleicht sollten die Begriffe allesamt überarbeitet werden? So bedeutet „Planet“ ja soviel wie „Wanderer“ bzw. „Umherschweifender“. Eigentlich passt der Begriff gar nicht zu den wohlgeordneten Bahnen, denen die hiesigen Planeten seit einigen Milliarden Jahren folgen.

    Aber der Begriff „Planet“ ist längst zu einem feststehenden für die Allgemeinheit geworden, und die Wissenschaftler sähen sich noch mehr Hohn und Spottt ausgesetzt, rührten sie daran. Vermutlich würden sie sich selber nicht an einen anderen Begriff gewöhnen wollen.

    Vielleicht sollte man eine weltweite Umfrage machen mit Fragen wie diesen: “Was ist ein Planet?” oder “Darf das Sonnensystem mehrere hundert Planeten besitzen?”

    Aber klar ist, dass die Definition

    1. Ein Himmelskörper ist ein Planet, wenn er dazu erklärt wird.

    2. Ein Planet kann seinen Status niemals verlieren.

    3. Ein Planet, dem sein Status aberkannt wurde, muss wieder zu einem Planeten erklärt werden.

    den Pluto zwar wieder zum Planeten machte, allerdings auch Sonne und Mond sowie Ceres, Pallas, Vesta, Juno und Astraea.

    Eine wirklich befriedigende Definition für „Mond“ gibt es allerdings auch nicht. Ist Charon also etwa ein Mond, ein Planet, ein Zwergplanet oder ein Asteroid?

  17. #17 RPGNo1
    27. August 2019

    Jim Bridenstine

    a graduate of Rice University with majors in Economics, Psychology, and Business, and has an MBA from Cornell University.
    […]
    was a Naval Aviator in both the active duty United States Navy and the United States Naval Reserve
    […]
    Member of the U.S. House of Representatives from Oklahoma’s 1st district

    https://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Bridenstine

    Ein Manager, Soldat und Politiker. Eine naturwissenschaftliche Ausbildung stört da nur. (Diese Aussage kann Spuren von Ironie enthalten.)

  18. #18 Captain E.
    27. August 2019

    @RPGNo1:

    Es scheint, als taugte er nicht viel als Soldat. Soldaten verteidigen nur ungern unhaltbare Stellungen, sondern geben sie viel lieber auf.

  19. #19 Michael
    27. August 2019

    @jyou: Da liegst du völlig falsch. In der Biologie wird ständig die Taxonomie geändert, wenn sich durch DNA-Belege der Kenntnisstand ändert.

  20. #20 orinoco
    27. August 2019

    Bei heise haben sie sich kürzlich ja auch darüber gekabbelt. Was mich dazu veranlasste ein neues Klassifikationssystem nach Größe vorzuschlagen, gleich auch noch für die Monde:
    https://wwwahnsinn.wordpress.com/2019/07/19/planeten-und-mondklassen/
    Und wenn wir schon bei politisch (über-)korrekter Sprache sind ist “Zwergplanet” ja wohl völlig bäh.

  21. #21 Wizzy
    27. August 2019

    @orinoco
    Deinen Vorschlag finde ich ziemlich gut! Nicht dass irgendjemand auf uns beide hören würde 😉
    Nur die Durchmesserverhältnistabelle gefällt mir nicht, ist aber bei Dir ja auch optional.

  22. #22 Florian Freistetter
    27. August 2019

    @Fluffy: “Argumentiert so ein seriöser Wissenschaftler? “

    Das ist kein wissenschaftlicher Aufsatz (meine wissenschaftlichen Argumente zum Thema kannst du in den verlinkten Artikeln finden). Das ist meine Meinung zu dem was Bridenstine gesagt hat. Und das ist Unsinn.

  23. #23 Alderamin
    27. August 2019

    @Fluffy

    Sachlich gesehen muss man sich entscheiden, ob “Planet” so was in der Art wie “Mond” sein soll, also eine Hierarchie beschreiben soll (Stern wird von Planeten umkreist, Planeten von Monden; außerdem gibt es Asteroiden und Planetenringe) – das ist das, was die derzeitige Definition tut. Sie grenzt sich die Planeten nach unten von den Asteroiden ab, indem sie verlangt, dass ein Planet ein dominantes Objekt sein muss, das seine Umlaufbahn von kleineren Objekten geräumt hat (Trojaner sind ein Sonderfall, die sind nicht da, trotz der Dominanz des Planeten, sondern wegen seiner Dominanz, er hält sie dort fest). Asteroiden, die aufgrund ihrer Masse rund sind, heißen aus nicht näher bestimmtem Grund Zwergplaneten. Bestandteile von Planetenringen sind keine Monde, solange sie sich nicht Lücken im Ring freigeräumt haben.

    Oder aber (und das will Alan Stern) man kategorisiert sie nach ihren physischen Eigenschaften, wozu Rundheit, Atmosphäre u.ä. gehören. Dann wäre Titan mit Sicherheit ein Planet, unser Mond mit gleichem Recht wie Pluto oder mit gleichem Unrecht wie Merkur. Und dann fehlte ein Begriff zwischen Stern und Mond, Mond 0.er Ordnung z.B. (Jupiter wäre dann auch so was, und das ging hinunter bis zum kleinsten Krümel, der die Sonne umkreist). Man hört Stern (den ich auf Twitter unfollowed habe, weil er mir auf die Nerven ging) aber immer nur über Pluto reden, nie über Ceres, Eris oder den Mond. Seltsam, oder? (nicht wirklich…)

    Also, mir leuchtet die erste Klassifizierung weitaus eher ein. Nur weil ein Asteroid unter vielen seinesgleichen zufällig groß genug ist, dass er rund ist, zeichnet ihn noch nicht besonders aus (Objekte aus Eis sind schon mit 300 km Durchmesser rund).

    @Orinoco

    Alleine aus der Größe eines Objekts lernt man nicht viel. Eine Definition einer Objektklasse sollte einem etwas über die Entstehung und den Werdegang der Objekte erzählen. Das tut die IAU Definition. Eine reine Größenklassifikation nicht. Eine Klassifikation nach “Gasriese” “Gaszwerg”, “Supererde” etc. kann schon sinnvoll sein, nur wäre die nicht streng an Durchmesser gebunden, sondern an den Gasgehalt, Dichte, Entstehungsort etc.

  24. #24 Kerberos
    27. August 2019

    Der Hintergrund
    ist doch viel simpler: die Entdeckung Plutos wurde/wird
    in den USA gerne in den Schulen als amerikanische
    Großtat eingetrichtert.
    Bis zu dem Zeitpunkt waren echt amerikanische Großtaten
    rar.

    Es handelt sich letztlich um den üblichen amerikanisch-dümmlichen
    Chauvinismus, den es auch schon vor Trump gab.
    MaPPa! *

    MaPPa : Make Pluto Planet again.

  25. #25 Dampier
    27. August 2019

    Ich glaube, vielen spielt da ihre Empathiefähigkeit einen Streich und sie meinen, Pluto gegen seine “Gegner” verteidigen zu müssen. Als würde allein die Kategorisierung durch den Homo Sapiens irgendwas an den Verhältnissen im Weltraum verändern …

  26. #26 tomtoo
    27. August 2019

    @Dampier
    Nun ja, emotional betrachtet ist es ja so dass der arme Pluto sozusagen in die Familie integriert war. Und nur weil man jetzt mit Hilfe genauerer Analysen merkt, uhhps da müssten wir ja noch 99*x andere auch in die Familie integrieren, wollen wir nicht, schliesen wir ihn wieder aus. Der arme Pluto ; )

  27. #27 Horatio
    27. August 2019

    Die Twitter-Diskussion ist bestenfalls schräg oder kurios.

    Wenn dann die Antwort “Nope not a planet unless you want 100 planets in our solar system now.” angeführt wird, dann kommt nur ein “That would be great. Fun to memorize too.”

    Das wirkt dann nur noch lächerlich.

    https://twitter.com/CReppWx/status/1164981282562039809?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1164981282562039809&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.sciencealert.com%2Fnasa-administrator-jim-bridenstine-says-pluto-is-a-planet

  28. #28 PDP10
    27. August 2019

    @Dampier, tomtoo:

    Vielleicht sollte mal jemand Bridenstine, dass es hier um den Zwergplaneten geht und nicht um den Hund!

    (Armer Pluto! Ja! Bist ein ganz feiner! Mach sitz! … )

    😉

  29. #29 Peter L.
    27. August 2019

    Nicht jeder Mensch, der bei der NASA arbeitet, hat automatisch eine wissenschaftliche Bildung in Astronomie im Allgemeinen oder in Planetologie im Besonderen.

    Von der NASA hatten ja auch schon mal einige andere vorgeschlagen, die Planetendefinition zu verändern und z. B. jeden Himmelkörper, der kein Stern ist und eine runde Form hat als „Planet“ zu bezeichnen:

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Streitgespraech-Ist-der-Mond-ein-Planet-4469736.html

    Zitat: „Alan [Stern] hat gefordert, dass man Pluto wieder hochstufen sollte, ebenso wie den Erdmond, zwei Jupiter und zwei Saturnmonde, weil ein Planet durch seine ihm innewohnenden physischen Eigenschaften statt durch äußerliche Bahneigenschaften definiert werden sollte. …
    [Mike Brown:] …Aber Alan [Stern] hat jetzt immerhin endlich zugegeben, dass die neue Definition auch den Mond einschließt. Jahrelang wollten sie ja beides haben und sagten: “Alles Runde ist ein Planet, abgesehen von Monden.” Und ich entgegnete immer: “Wenn es egal ist, was es ist – warum ist der Mond dann kein Planet?” Jetzt müssen sie eingestehen, dass der Mond ihrer Definition nach ein Planet ist.“

    Beide Definitionen wären wissenschaftlich wenig hilfreich:

    Nach der vorgeschlagenen Definition „Alles Runde ist ein Planet“ wären viele Monde wie unser Erdmond und die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed, Kallisto; die Saturnmonde Titan, Rhea, Iapetus, Dione, Tethys, Enceladus, Mimas; die Uranusmonde Titania, Oberon, Ariel, Umbriel, Miranda; der Neptunmond Triton und der Plutomond Charon und evtl. noch weitere Monde plötzlich Planeten.
    Aber es kommt noch viel schlimmer: Runde Asteroiden und Kometenkerne die zum Teil nur wenige Kilometer groß sind, runde Meteoroide welche nur wenige Meter bis Millimeter groß sind und selbst runde Staubkörner, welche die Sonne umkreisen, wären plötzlich Planeten und das Sonnensystem hätte Hunderttausende von Planeten.

    In der Wissenschaft führt man ja unterschiedliche Kategorien ein, damit man Objekte nach ihrer Entstehungsgeschichte und ihren Eigenschaften in sinnvolle Untergruppen ordnet und nicht eine Kategorie hat, die Objekte mit sehr stark unterschiedlichen Entstehungsgeschichten und/oder Eigenschaften enthält.
    Sonst wären wir wieder mehrere Jahrhunderte zurückversetzt. Früher warf man alles in einen Topf und sagte z. B.: „Alles, was im Wasser schwimmt, ist ein Fisch“ (z. B. „Walfisch“. In der Fastenzeit wurden zum Teil Biber und Wasservögel gesessen, weil sie als „Fisch“ galten).

    Nach der anderen vorgeschlagenen Definition “Alles Runde ist ein Planet, abgesehen von Monden.” bleibt das Problem, das runde Asteroiden, Kometen, Meteoroide, Staubkörner etc. allesamt „Planeten“ wären.
    Auch der „Todesstern“ von „Star Wars“ wäre ein Planet: „It‘s round, but it’s not a moon”
    https://www.youtube.com/watch?v=eT4shwU4Yc4&t=5s

    Wenn man unbedingt die Planetendefinition verändern will, dann sollte man eher eine Untergrenze für die Masse (oder für die Größe) einführen, also z. B.:

    „Ein Planet bewegt sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne und hat eine Mindestmasse von … kg.“

    Um die IAU-Definitionspunkte:

    „Hat eine näherungsweise kugelähnliche oder rotationsellipsoide Gestalt“

    und

    „Es ist das dominierende Objekt seiner Umlaufbahn und hat diese über die Zeit durch sein Gravitationsfeld von weiteren Objekten geräumt“

    kann man sich ja auch streiten.

    Was ist, wenn man einen relativ großen Himmelskörper entdeckt, der um die Sonne kreist, seine Umlaufbahn „gesäubert“ hat und sagen wir mal einen mittleren Durchmesser knapp 2000 bis 5000 km hat, aber mehrere relativ große Verwerfungen, Krater oder Gebirge von z. B. um die 100 oder 500 km Höhe hat?

    Oder was wäre, wenn im Kuiper-Gürtel o. in der Oortschen Wolke ein Himmelskörper um die Sonne kreist, der etwas kleiner o. so groß ist wie Merkur, oder sogar so groß ist wie der Mars o. die Erde, der aber seine Umlaufbahn (noch) nicht „richtig gesäubert“ hat?
    In den äußersten Bereichen des Sonnensystems gibt es ja relativ viele kleine Himmelkörper (Planetesimale, Asteroiden, Kometenkerne etc.). Und dieser Bereich wird immer wieder mal durch Sterne gestört, welche in der Nähe des Sonnensystems vorbeiziehen.
    Hat die Zeit seit der Entstehung eines planetengroßen Himmelskörpers in einer Umlaufbahn um die Sonne vor sagen wir mal 4 – 2 Milliarden Jahren da überhaupt ausgereicht, um die Umlaufbahn zu „säubern“?

  30. #30 alex
    27. August 2019

    @walter:

    Anscheinend kommen die nicht damit klar, dass alle Planeten von Europäern entdeckt wurden …

    Ich bin mir ziemlich sicher dass die meisten Planeten nicht von Europäern entdeckt wurden. Merkur, Venus, Mars, Jupiter, und Saturn sind mit freiem Auge zu sehen, die Erde sowieso (und Sonne und Mond auch, wenn man die antike Definition von “Planet” nimmt). Und dass sich diese Lichtpunkte nicht so verhalten wie die Fixsterne, findet man auch vergleichsweise schnell heraus. Die Entdecker dieser Planeten dürften also ziemlich sicher zu den frühesten Menschen gehört haben, d.h. es waren Afrikaner.

    Für die Europäer bleiben nur Uranus und Neptun.

  31. #31 schlappohr
    28. August 2019

    Um vernünftig wissenschaftlich arbeiten zu können, ist es notwendig und sinnvoll, die Objekte im Sonnensystem genau zu klassifizieren, und in diesem Kontext fällt Pluto aus der Klasse “Planet” heraus.
    Trotzdem ist Pluto für die meisten Menschen immer noch ein Planet. Er ist halbwegs kugelförmig, umkreist die Sonne auf einer eigenen Umlaufbahn und leuchtet nicht von selbst. Das reicht im täglichen Sprachgebrauch aus, um ein Planet zu sein. Die Eigenschaften des Pluto, die ihn von einem Planeten unterscheiden, sind in diesem Kontext einfach nicht wichtig. Ich spreche auch vom Sternenhimmel, obwohl ich da nicht nur Sterne sondern auch Planeten und Gaswolken und Galaxien und Monde sehe. Der Sternenhimmel ist die Gesamtheit der nicht-menschengemachten leuchtenden Punkte am Nachthimmel. Das ist eine lausige und unwissenschaftliche Definition, aber sie ist in erster Näherung ausreichend, um zu beschreiben, was ich sehe. Der Pluto hat genug planeten-ähnliche Eigenschaften, um im allgemeinen Sprachgebrauch als Planet durchzugehen. Dadurch wird niemand auf eine gravierend falsche Fährte gelockt (wenn man den hell leuchtenden Jupiter als Stern bezeichnen würde, dann hingegen schon). Wissenschaftler müssen natürlich genauer hinschauen, das steht außer Frage. Aber je genauer man hinschaut, desto detailreicher wird die Klassifikation, und das ist meistens einfach zu sperrig, um sich auf der Gartenparty unter dem Sternenhimmel mit der attraktiven Dame im Abendkleid angemessen darüber unterhalten zu können (sonst holt sie sich gelangweilt einen Drink und redet dann mit jemand anders weiter).
    Es ist ein guter Konsens, den Pluto weiterhin einen Planeten zu nennen und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass er wissenschaftlich gesehen keiner ist. Also holen wir tief Luft, entspannen uns und lassen den Nasa-Boss kläffen, so laut er möchte.

  32. #32 Skeptikskeptiker
    28. August 2019

    @schlappohr: Klingt wie ein vernünftiges Schlusswort.

  33. #33 tomtoo
    28. August 2019

    @schlappohr
    +1

  34. #34 Spacedude
    Augsburg
    28. August 2019

    Ich frage mich, ob die NASA den Aufwand für die Mission NEW HORIZONS auch dann betrieben hätte, wenn schon zu einem viel früheren Zeitpunkt Pluto nicht mehr als Planet gegolten hätte. Man stelle sich mal vor, wir hätten nie die spektakulären Bilder von Pluto zu sehen bekommen, nur weil er als Zwergplanet ein nicht so interessantes Reiseziel abgibt.

    Ich denke der Planetenstatus hat viel für die Plutoforschung getan, dennoch ist für mich die Entscheidung der IAU aus dem Jahre 2006 nachvollziehbar und richtig.

    Man muss sich aber eben auch vor Augen halten, wie viel Fleiß, Hirnschmalz und Geld die Amerikaner in “ihren Planeten” gesteckt haben, um die aus unserer Sicht doch eher merkwürdige Diskussion zu verstehen.

  35. #35 Daniel Rehbein
    Dortmund
    28. August 2019

    Ich habe nicht den Eindruck, daß Menschen im täglichen Sprachgebrauch das Wort “Planet” benutzen. Statt dessen bekomme ich immer wieder, daß alles am Himmel als “Stern” bezeichnet wird. Davon ausgenommen sind lediglich Mond und Sonne (obwohl die Sonne ja tatsächlich ein Stern ist). Manche Menschen kennen auch das Wort “Fixstern”. Einige wenige kennen dann auch noch den Begriff “Wandelstern” als Unterscheidung von “Fixstern”, für die meisten Menschen ist dagegen “Fixstern” eine andere Bezeichnung für den Polarstern.

    Wenn Menschen den Namen “Pluto” überhaupt schon mal gehört haben, dann im Zusammenhang mit einem Horoskop (es sei denn, es sind Fans von Micky Maus). Und dann ist der Pluto für sie selbstverständlich ein Stern.

    Wer tatsächlich den Begriff “Planet” in den Mund nimmt, der hat sich in der Regel schon mit Astronomie beschäftigt. Und der weiß dann entsprechend auch, daß der Pluto nicht mehr als Planet bezeichnet wird.

    Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt der Begriff “Planet” dagegen gar nicht vor. Nur weil uns hier dieser Begriff so selbstverständlich erscheint, sollten wir nicht annehmen, daß er zur Alltagssprache gehört. Das Wort “Planet” muß wohl doch als Fachbegriff eingeordnet werden.

  36. #36 Dampier
    28. August 2019

    @Spacedude

    Ich frage mich, ob die NASA den Aufwand für die Mission NEW HORIZONS auch dann betrieben hätte, wenn schon zu einem viel früheren Zeitpunkt Pluto nicht mehr als Planet gegolten hätte.

    Da bin ich mir absolut sicher. Schließlich hat die Änderung der Definition nicht einen Mü an dem Himmelskörper verändert. Ob er es wert ist, erforscht zu werden, hängt ja von ganz anderen Faktoren ab.

  37. #37 bote
    29. August 2019

    Wenn die Bevölkerung über Steuern die Wissenschaft bezahlt, steht ihr ein Mitbestimmungsrecht zu.
    Machen wir es wie die Schweizer per Votaziun dal pievell .

  38. #38 Captain E.
    29. August 2019

    @bote:

    Wenn die Bevölkerung über Steuern die Wissenschaft bezahlt, steht ihr ein Mitbestimmungsrecht zu.
    Machen wir es wie die Schweizer per Votaziun dal pievell .

    Ich befürchte nur, dass dann nicht mehr allzu viel gestartet werden würde. Die notorischen Nein-Sager würden doch alles gnadenlos wegstimmen, und die mit einem Haufen Kohle (ohne eigene Raumfahrtinteressen!) bezahlten viel Geld für entsprechende Kampagnen.

  39. #39 Captain E.
    29. August 2019

    @Spacedude:

    Ich frage mich, ob die NASA den Aufwand für die Mission NEW HORIZONS auch dann betrieben hätte, wenn schon zu einem viel früheren Zeitpunkt Pluto nicht mehr als Planet gegolten hätte. Man stelle sich mal vor, wir hätten nie die spektakulären Bilder von Pluto zu sehen bekommen, nur weil er als Zwergplanet ein nicht so interessantes Reiseziel abgibt.

    Und die von Ultima Thule bzw. “(486958) 2014 MU69” auch nicht.

    Es wäre zumindest schwieriger geworden, die Gelder aufzutreiben

    Ich denke der Planetenstatus hat viel für die Plutoforschung getan, dennoch ist für mich die Entscheidung der IAU aus dem Jahre 2006 nachvollziehbar und richtig.

    Man muss sich aber eben auch vor Augen halten, wie viel Fleiß, Hirnschmalz und Geld die Amerikaner in “ihren Planeten” gesteckt haben, um die aus unserer Sicht doch eher merkwürdige Diskussion zu verstehen.

    Es war ja nicht die erste Mission zu einem Asteroiden oder Kometen:

    ISEE-3/ICE – 21P/Giacobini-Zinner
    Clementine – (1620) Geographos (gescheitert)
    NEAR Shoemaker – (253) Mathilde & (433) Eros
    Deep Space 1 – (9969) Braille & 19P/Borrelly
    Stardust – (5535) Annefrank & 81P/Wild 2
    CONTOUR – 2P/Encke, 73P/Schwassmann-Wachmann 3 & 6P/d’Arrest (gescheitert)
    Deep Impact – 9P/Tempel 1 & 103P/Hartley 2
    Dawn – (4) Vesta & (1) Ceres

    Aber angesichts der weiten Entfernung hat der damals noch bestehende Planetenstatus Plutos sicherlich geholfen.

  40. #40 Kyllyeti
    29. August 2019

    Die Amis sollen sich nicht so anstellen – außerhalb der Astronomie gibt es auch noch Planetenmäßiges, das mit ihnen assoziiert wird:
    Da wäre z.B. Periplaneta americana, ein legendäres Insekt, das so ziemlich unter allen anderen herausragt (vor allem in Sachen Schnelligkeit oder Überlebenskunst).
    Und die Biologen haben auch nicht vor, es umzubenennen, obwohl es ursprünglich eigentlich gar nicht aus Amerika stammt.

  41. #41 bote
    29. August 2019

    CaptainE,
    man sollte trennen zwischen einem Gebrauchsnamen und einer wissenschaftlichen Bezeichnung. In der Bevölkerung bleibt Pluto ein Planet bei mir auch.
    Man darf den Systematikern nicht das Feld überlassen.
    Dazu erinnere ich mal an das Drama mit dem Luftdruck. Zuerst gab es die angabe mit Millimeter Quecksilbersäule, dann das ata, dann bar dann Torr, jetzt haben wir Pascal mit den umständlichen Bezeichnungen hectopascal und kilopascal.
    Tankwart : Luftdruck ?
    Autofahrender Physiker : 250 kiloPascal !
    Tankwart: Hä ?
    An dem Beispiel sieht man schon, dass es nicht sinnvoll ist, auf Korrektheit zu bestehen.
    Und zum Trost aller, ein Kleinplanet bleibt ein Planet !!

  42. #42 Alderamin
    29. August 2019

    @Spacedude

    Ich frage mich, ob die NASA den Aufwand für die Mission NEW HORIZONS auch dann betrieben hätte, wenn schon zu einem viel früheren Zeitpunkt Pluto nicht mehr als Planet gegolten hätte.

    Die Raumsonde Dawn, die zu den Asteroiden Vesta und Ceres (auch Zwergplanet) flog, ist Dir bekannt? Oder Deep Impact, Osiris-REX, Hayabusa, Rosetta und Giotto? Ob ein Objekt ein Planet ist, ist nicht alleine ausschlaggebend. Wenn es interessant ist (und Pluto ist als KBO interessant), dann wird man ihm auch eine Sonde widmen. Uranus und Neptun sind übrigens Planeten und bisher ist nur Voyager 2 kurz an den beiden vorbei geflogen, eigentlich nur als Zugabe zu den eigentlichen Missionszielen Jupiter und Saturn. Da wäre längst ein Orbiter fällig.

  43. #43 Captain E.
    29. August 2019

    @Alderamin:

    Die Raumsonde Dawn, die zu den Asteroiden Vesta und Ceres (auch Zwergplanet) flog, ist Dir bekannt? Oder Deep Impact, Osiris-REX, Hayabusa, Rosetta und Giotto?

    Welch unglückliche Auswahl! Außer Dawn und Deep Impact sind das alle nicht-US-Missionen gewesen.

    Ob ein Objekt ein Planet ist, ist nicht alleine ausschlaggebend. Wenn es interessant ist (und Pluto ist als KBO interessant), dann wird man ihm auch eine Sonde widmen. Uranus und Neptun sind übrigens Planeten und bisher ist nur Voyager 2 kurz an den beiden vorbei geflogen, eigentlich nur als Zugabe zu den eigentlichen Missionszielen Jupiter und Saturn. Da wäre längst ein Orbiter fällig.

    Das steht nun einmal ganz sicher fest!

  44. #44 Alderamin
    29. August 2019

    @Captain E.

    Osiris-REX ist auch eine NASA-Sonde. Und letztlich ist es egal, von wem die Sonde losgesendet wurde, die Liste sollte nur zeigen, dass auch Nicht-Planeten von Sonden besucht werden, warum sollte also Pluto nicht von einer NASA-Sonde besucht worden sein, wenn während der Vorbereitung der Mission schon klar gewesen wäre, dass Pluto kein Planet ist?

    @all

    Die ganze Diskussion über Plutos Status ist irgendwie ziemlich absurd. Vor kurzem hat man herausgefunden, dass Falken nicht zu den Greifvögeln gehören, sondern einen eigenen Zweig bilden, zu dem auch die Papageien und Sperlinge gehören. Das hat allerdings keinen Laien interessiert. Man stelle sich vor, es gäbe eine ähnliche Diskussion darüber, dass Falken doch bitte wieder Greifvögel zu sein hätten, sie sähen doch genau so aus und seien das schon immer gewesen, und jetzt sei der edle Falke zu einem Clown von Vogel degradiert, was sei das für eine Herabsetzung.

    Die Ornithologen haben aber nun einmal anhand der DNA abgeleitet, dass sich die Falkenartigen schon vor langer Zeit von anderen Vogelgattungen getrennt haben und näher mit den Papageien verwandt sind. Und die Astronomen nennen nun einmal Objekte Planeten, wenn sich die entsprechende Zone in der protoplanetaren Scheibe zu einem großen Objekt vereinigt hat, was im Kuiper-Gürtel und dem Asteroidengürtel nicht passiert ist. Wer, wenn nicht die Fachleute, haben solche Entscheidungen zu treffen?

    Ja, Alan Stern ist auch irgendwie ein Fachmann, aber die überwältigende Mehrheit der abstimmenden Astronomen (rund 90%) hatte sich in Prag eben anders entschieden, keine Entscheidung konnte es ausnahmslos allen Recht machen. Ich finde es sehr unredlich von Stern, dass er die Öffentlichkeit sucht, um die Entscheidung nachträglich in seinem Sinne zu beeinflussen. Das ist alles andere als professionell.

  45. #45 Captain E.
    29. August 2019

    @Alderamin:

    Osiris-REX ist auch eine NASA-Sonde. Und letztlich ist es egal, von wem die Sonde losgesendet wurde, die Liste sollte nur zeigen, dass auch Nicht-Planeten von Sonden besucht werden, warum sollte also Pluto nicht von einer NASA-Sonde besucht worden sein, wenn während der Vorbereitung der Mission schon klar gewesen wäre, dass Pluto kein Planet ist?

    […]

    Oh, mein Fehler, das mit OSIRIS-REx!

    Die ESA- und JAXA-Sonden sind aber trotzdem argumentativ irrelevant, da der Vorwurf nun einmal der war, dass die Amerikaner niemals zu einem Asteroiden geflogen wären. Ohne all die US-Sonden, die Asteroiden oder Kometen angeflogen haben, könnten die Kritikaster ja argumentieren, dass die Europäer und die Japaner zwar zu dem Kleinzeug flögen, aber eben niemals die Amis.

    Aber wie wir mittlerweile alle gelernt haben: Die NASA ist durchaus schon mit voller Absicht zu Himmelskörpern geflogen, die schon beim Start nicht als Planeten angesehen worden waren.

  46. #46 Spacedude
    Augsburg
    29. August 2019

    Es ist schon ein Unterschied, ob man zu einem Kleinkörper im inneren des Sonnensystems fliegt oder zu einem Himmelskörper in 33 AE Entfernung. Die Missionsdauer ist dadurch wesentlich höher und für den Start musste eine Atlas-V mit zusätzlicher Stufe verwendet werden, um auf Fluchtgeschwindigkeit zu kommen.

  47. #47 bote
    29. August 2019

    Alderamin,
    “Wer, wenn nicht die Fachleute, haben solche Entscheidungen zu treffen? ”
    So eine Aussage ist wissenschaftlich betrachtet vernünftig, soziologisch gesehen elitär, wenn nicht sogar antidemokratisch.
    Wissenschaftliche Terminologie ist ein Konglomerat aus Systematik und ein Ergebnis geschichtlicher Entwicklung. Wenn jetzt so eine Systematiker auf die Idee kommt, die Kalorie zu verbieten, dann schreien alle Frauen, denn 2500 Kalorien hören sich doch beruhigender an als 10 000 Kilojoule. Man achte auf das Kilo, da fühlt jede Frau schon psychisch schwerer.
    Also , wenn die Fachleute noch dazu Männer sind, dann wird die Behauptung schon sexistisch.
    Geradezu “deutsch” ist es, Maßeinheiten gesetzlich zu verbieten. Das Pfund wurde verboten.
    Die Folgen sind bekannt. Die Hausfrau kauft nicht mehr 1/2 Pfund Suppenfleisch, sie kauft jetzt 1/2 Kilo Suppenfleisch. Ich behaupte mal, das Übergewicht vieler Bundesdeutscher geht auf das Verbot des Pfundes zurück.
    So, was hat das jetzt mit dem Pluto zu tun. Nun die meisten kennen den Pluto noch aus der Zeit , wo er ein Planet war. In jeder Planetenabelle kam er vor. Und wenn man jetzt mal 50 Jahre in die Zukunft geht, dann wird es eine Generation geben, die den Pluto gar nicht mehr kennt. Willst du das ? ?

  48. #48 Spritkopf
    30. August 2019

    @Robert Nicknamewechsler

    soziologisch gesehen elitär, wenn nicht sogar antidemokratisch.

    Können Sie mir bitte auf die Sprünge helfen, wo im Grundgesetz ich die Stelle finde, die das Wahlvolk über wissenschaftliche Kategorisierungen abstimmen lässt?

    Wenn jetzt so eine Systematiker auf die Idee kommt, die Kalorie zu verbieten, dann schreien alle Frauen, denn 2500 Kalorien hören sich doch beruhigender an als 10 000 Kilojoule. Man achte auf das Kilo, da fühlt jede Frau schon psychisch schwerer.

    Ein (leider nicht ganz so) faszinierender Einblick in Ihre klischeebeladene Geisteswelt.

  49. #49 bote
    30. August 2019

    Spritkopf,
    der Pluto gehört allen Menschen, nicht nur den Astronomen.
    “faszinierend” ist ein fastzinierender Begriff.
    Das Beispiel sollte nur dazu dienen, dass auch die systematische Physik Ausnahmen zulässt.
    Das “bar” beim Luftdruck hat man beibehalten, weil sonst alle Autofahrer mit falschem Luftdruck herumfahren würden. Und so hätte man auch den Pluto als Planet belassen können.

  50. #50 Captain E.
    30. August 2019

    @bote:

    […]

    Geradezu “deutsch” ist es, Maßeinheiten gesetzlich zu verbieten. Das Pfund wurde verboten.

    Das hat mit “deutsch” nicht viel zu tun. Zuständig ist das “Internationale Büro für Maß und Gewicht (Bureau International des Poids et Mesures, BIPM) in Paris und dessen “Generalkonferenz für Maß und Gewicht”. Die nationalen Regierungen und auch die EU waren und sind aufgerufen, die Beschlüsse in geltendes Recht umzusetzen.

    Die Folgen sind bekannt. Die Hausfrau kauft nicht mehr 1/2 Pfund Suppenfleisch, sie kauft jetzt 1/2 Kilo Suppenfleisch.

    Tatsächlich? Welch steile These! Hat die typische Hausfrau nicht vielmehr früher ein bis zwei Pfund Suppenfleisch gekauft und heute ein halbes oder ein ganzes Kilogramm?

    Ich behaupte mal, das Übergewicht vieler Bundesdeutscher geht auf das Verbot des Pfundes zurück.

    Das ist ja noch steiler! Wieso sind denn dann die Amerikaner tendenziell noch dicker als die Deutschen, ob wohl sie die SI-Einheiten im Alltag niemals eingeführt haben?

    Nein, das liegt vor allem an der Lebensmittel- bzw. Zuckerindustrie, die ihre Produkte auf Teufel komm raus hatten absetzen wollen. Stattdessen wurden Wissenschaftler gefördert oder sogar bestochen, das Fett generell als Dickmacher niederzumachen. Vernünftiger ist es, eher fett zu essen, dabei aber an Kohlehydraten zu sparen. Vor allem: Finger weg von Fertigprodukten! Die sind vielleicht fettreduziert, enthalten dafür aber hohe Dosen Zucker. Und das macht dann dick.

    Guter Tipp eines Ernährungsberaters: Esst vor allem Lebensmittel mit möglichst kurzen Zutatenlisten!

    So, was hat das jetzt mit dem Pluto zu tun. Nun die meisten kennen den Pluto noch aus der Zeit , wo er ein Planet war. In jeder Planetenabelle kam er vor. Und wenn man jetzt mal 50 Jahre in die Zukunft geht, dann wird es eine Generation geben, die den Pluto gar nicht mehr kennt. Willst du das ? ?

    Wieviele Planeten soll das Sonnensystem deiner Meinung nach denn haben? Und wo würdest du zur Unterscheidung die Trennlinie zwischen “Planet”, “Zwergplanet” und “Asteroid” ziehen wollen?

    Übrigens wird auch in 50 Jahren der Pluto nach Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun einer der größten (und kugelrunden) Himmelskörper sein, die die Sonne umkreisen, ohne als Monde eingestuft worden zu sein.

  51. #51 bote
    30. August 2019

    Captain E,
    du hast Humor ! Das mit dem Suppenfleisch ist das gleiche wie mit dem Euro und der DM. Was früher eine DM gekostet hat, das kostet heute einen €.
    Was jetzt den Pluto angeht, du tust ja so. als ob eine Inflation von Planeten bevorsteht und wir Platz machen müssen, für neue Entdeckungen.
    Also noch ein drittes Argument. Das betrifft die emotionale Bindung zu bestehenden Regelungen, die man auch als traditionsbewußt umschreiben kann.
    Der Pluto ist vielen ans Herz gewachsen und jedesmal wenn man seine Größe nach unten korrigiert hat, habe ich mit ihm gelitten. Und jetzt den Todestoß.
    Nein, Captain, so undankbar bin ich nicht. Wenn ich mit meinem Spiegelteleskop den Himmel betrachte, dann ist es doch das Statische, das Unveränderliche, das Ewige, das den Sternenhimmel ausmacht und das die Astronoen schon vor 2500 Jahren beeindruckt hat. Und jetzt kommt die “Eintagsfliege Mensch” und tötet den Planeten Pluto. Das geziemt sich nicht.

  52. #52 Captain E.
    30. August 2019

    @bote:

    der Pluto gehört allen Menschen, nicht nur den Astronomen.
    “faszinierend” ist ein fastzinierender Begriff.
    Das Beispiel sollte nur dazu dienen, dass auch die systematische Physik Ausnahmen zulässt.
    Das “bar” beim Luftdruck hat man beibehalten, weil sonst alle Autofahrer mit falschem Luftdruck herumfahren würden. Und so hätte man auch den Pluto als Planet belassen können.

    Aber man hatte auch beschlossen, dass Ceres, Pallas, Vesta, Juno und Astraea keine Planeten mehr sein sollten. Genau das waren sie nämlich für einige Jahre: Planeten! Möchtest du diese Entscheidung dann auch rückgängig machen?

  53. #53 Captain E.
    30. August 2019

    @bote:

    Captain E,
    du hast Humor !

    Vermutlich, auch wenn mir das mit dir zunehmend schwerer fällt.

    Das mit dem Suppenfleisch ist das gleiche wie mit dem Euro und der DM. Was früher eine DM gekostet hat, das kostet heute einen €.

    Nicht ganz! So etwas nennt man einfach “Inflation”. Du verdienst ja dann jetzt vermutlich dasselbe in Euro, was du früher in DM verdient hast, oder? Falls nein, solltest du einmal mit deinem Chef sprechen. Oder mit deinem Betriebsrat oder deiner Gewerkschaft. Oder du suchst dir einfach einen neuen Chef, der dann angemessen zahlt.

    Was jetzt den Pluto angeht, du tust ja so. als ob eine Inflation von Planeten bevorsteht und wir Platz machen müssen, für neue Entdeckungen.

    In gewisser Weise ist dem so. In der Größenordnung von Pluto oder auch Ceres gibt es geschätzt noch hunderte Asteroiden im Sonnensystem. Sollen das dann alle Planeten werden?

    Also noch ein drittes Argument. Das betrifft die emotionale Bindung zu bestehenden Regelungen, die man auch als traditionsbewußt umschreiben kann.
    Der Pluto ist vielen ans Herz gewachsen und jedesmal wenn man seine Größe nach unten korrigiert hat, habe ich mit ihm gelitten. Und jetzt den Todestoß.

    Mit deinen Emotionen musst du schon selbst klarkommen! Sprich doch mal mit deinem Psychiater oder Psychotherapeuten. Ersatzweise kannst du auch das Gespräch mit deiner Pfarrerin oder deinem Pfarrer suchen.

    Nein, Captain, so undankbar bin ich nicht. Wenn ich mit meinem Spiegelteleskop den Himmel betrachte, dann ist es doch das Statische, das Unveränderliche, das Ewige, das den Sternenhimmel ausmacht und das die Astronoen schon vor 2500 Jahren beeindruckt hat. Und jetzt kommt die “Eintagsfliege Mensch” und tötet den Planeten Pluto. Das geziemt sich nicht.

    Von was für einem “Unveränderlichen” oder “Ewigen” sprichst du genau? Das Universum ist ein Ort voll von gigantischen Ausbrüchen und Veränderungen. Vor einigen Jahren hat ein Amateur mit seinem Teleskop den Mond glühen sehen, nachdem dort ein Einschlag erfolgt sein muss.

    Den Pluto kann man mit so einem Gerät noch nicht einmal sehen, und durch die mehrheitlich getroffene Entscheidung der Astronomen hat sich dort absolut gar nicht verändert. Der Pluto wurde also keineswegs “getötet”, wie du das so melodramatisch unterstellst. Er ist das, was er mehr oder weniger schon seit etlichen Milliarden Jahren ist, abgesehen von den unvermeidlichen Veränderungen durch Einschläge, Strahlung oder möglicherweise Materialeinträgen von seinem Begleiter Charon.

  54. #54 Captain E.
    30. August 2019

    @bote:

    Übrigens: Pluto wurde erstmals 1908 fotografiert und 1930 dann als Teil des Sonnensystem identifiziert, nur mal im Zusammenhang mit “ewig” und “unveränderlich”. Er hat damals aber nicht damit begonnen zu “leben” und auch nicht bei seiner Anerkennung als Planet. Wer ihn jetzt als “getötet” ansieht und das als unziemliches Verhalten betrachtet, der müsste konsequenterweise den gesamten Prozess der wissenschaftlichen Einordnung inklusive der Namensgebung als unziemlich ansehen.

    Dann wäre Pluto aber weder ein Planet, Zwergplanet oder Asteroid und hieß auch nicht “Pluto”, sondern bliebe schlicht namenslos.

  55. #55 bote
    30. August 2019

    CaptainE,
    Zustimmung. Meine dramtische Stellungnahme zielte dahin, der Tradition den Vorrang vor der Systematik einzuräumen. Man hat ja jetzt auch entdeckt, dass der Condor kein Geier ist, sondern ein Storch.
    Man hätte ja auch den Pluto als Planet belassen, und alle Kleinplaneten aus dem Kuipergürtel als Eisplaneten oder Kuiperplaneten bezeichnen können.

  56. #56 tomtoo
    30. August 2019

    @bote
    Was die Astronomen interresierte war eben das veränderliche. Sonst wäre ein Planet einer von vielen stillstehenden Punkten am Himmel. Nicht sehr spannend.

  57. #57 Alderamin
    30. August 2019

    @bote

    “Wer, wenn nicht die Fachleute, haben solche Entscheidungen zu treffen? ”
    So eine Aussage ist wissenschaftlich betrachtet vernünftig, soziologisch gesehen elitär, wenn nicht sogar antidemokratisch.

    Ähem. Der Sinn von Fachtermini ist, dass Fachleute sich untereinander verstehen, wenn sie gemeinsame Begriffe benutzen. “Energie” oder “Theorie” oder “Menge” bedeuten in der Wissenschaft ganz bestimmte Eigenschaften, die in der Umgangssprache nicht gegeben sind. Wo kämen wir denn dahin, wenn wir Leute darüber mitentscheiden lassen, welche Eigenschaften zu einem Fachbegriff gehören, wenn die nicht einmal diese Eigenschaften verstehen? Darüber hinaus gibt es ja eine Umgangssprache, und der lässt sich sowieso nichts vorschreiben (bis auf die Rechtschreibung und Grammatik und die Angemessenheit der Verwendung).

    Wenn jetzt so eine Systematiker auf die Idee kommt, die Kalorie zu verbieten, dann schreien alle Frauen, denn 2500 Kalorien hören sich doch beruhigender an als 10 000 Kilojoule.

    Die Kalorie ist nicht verboten. Zur Vergleichbarkeit und Umrechenbarkeit muss aber das Joule auf jeden Fall mitangeben werden. Wenn Du eine Gemüsedose aus England kaufst, wird Dich vermutlich die Inhaltsmenge interessieren, und wenn die nur in Ounces angegeben wäre, dann wüsstest Du möglicherweise nicht, wieviel das ist. Daher machen einheitliche Einheitensysteme sehr viel Sinn. Das PS ist nicht ausgestorben, aber tatsächlich habe ich gehört, dass einiger Metzgerlehrlinge mit dem Pfund nichts mehr anstellen können. Sicherlich nicht, weil es “verboten” wurde, sondern weil die Kunden es nicht mehr verwenden.

    So, was hat das jetzt mit dem Pluto zu tun. Nun die meisten kennen den Pluto noch aus der Zeit , wo er ein Planet war. In jeder Planetenabelle kam er vor. Und wenn man jetzt mal 50 Jahre in die Zukunft geht, dann wird es eine Generation geben, die den Pluto gar nicht mehr kennt. Willst du das ? ?

    Sagen wir’s mal so, warum sollte man Pluto kennen, aber Eris nicht? Eris ist genau so groß und hat mehr Masse. Eris ist also irgendwie bedeutender. Titan, Ganymed oder Kallisto sind bedeutend größer als Pluto und tauchen in keinem Merksatz auf. Mit welchem Recht sollte man Pluto kennen, aber diese Objekte nicht?

    Ich habe noch irgendwo ein Buch im Keller, da ist Pluto mit 14400 km Durchmesser angegeben. Wäre ein Grund gewesen, ihn sich zu merken. Mit tatsächlichen 2400 km ist er aber deutlich kleiner als der Erdmond mit 3490 km. Und er ist nur einer der größten (nicht einmal der größte) Vertreter einer kompletten Klasse von Objekten. Warum ihn von denen abtrennen?

    Was jetzt den Pluto angeht, du tust ja so. als ob eine Inflation von Planeten bevorsteht und wir Platz machen müssen, für neue Entdeckungen.

    Da die Astronomen um Alan Stern gerne alles was rund ist als Planet definiert gehabt hätten, hätten wir heute schon bis zu 1887 Planeten (als wahrscheinliche Zwergplaneten sind 127 bekannt) im Sonnensystem gehabt, und die Monde noch mit dazu. Den Merksatz oder die Planetentabelle möchte ich sehen. Wieviele davon sollte sich der Normalbürger merken? Ich denke, die 8 großen reichen aus.

    Also noch ein drittes Argument. Das betrifft die emotionale Bindung zu bestehenden Regelungen, die man auch als traditionsbewußt umschreiben kann.
    Der Pluto ist vielen ans Herz gewachsen und jedesmal wenn man seine Größe nach unten korrigiert hat, habe ich mit ihm gelitten.

    Die Leute, denen Ceres als Planet ans Herz gewachsen war, sind heute alle tot. So wird es mit den Pluto-Huggern auch sein. Irgendwann muss man halt Objekte mal richtig klassifizieren und auf lange Sicht erledigt sich das Problem derjenigen, die da nicht mitgekommen sind, von selbst (wie das Pfund). Würde man die falsche Klassifizierung beibehalten, hätte man sie ewig am Hals und Schwierigkeiten, sie jungen Menschen zu vermitteln (“Wieso ist Pluto jetzt ein Planet und Eris nicht?” “Das hat historische Gründe, mein Kind.” “???”)

    Wenn ich mit meinem Spiegelteleskop den Himmel betrachte, dann ist es doch das Statische, das Unveränderliche, das Ewige, das den Sternenhimmel ausmacht und das die Astronoen schon vor 2500 Jahren beeindruckt hat. Und jetzt kommt die “Eintagsfliege Mensch” und tötet den Planeten Pluto. Das geziemt sich nicht.

    Der Begriff “Planet” wurde von Menschen für Menschen erdacht, um gewisse Eigenschaften unter einem Wort zu vereinen, und diese Eigenschaften haben sich historisch verändert (die alten Griechen hätten höchstwahrscheinlich nicht zugestimmt, dass ein Planet ein nicht selbst leuchtender Körper ist, der die Sonne umkreist,und wir sehen in ihnen keine Götter mehr). Pluto und dem Universum ist es herzlich egal, in welcher Sprache wir uns über ihn unterhalten (und ob überhaupt). Die Grenzen zwischen den Objektklassen sind fließend, sie sind nicht real. An Pluto hat sich nichts geändert, aber an unserem Wissen über seine Eigenschaften schon. Dem sollte man in der Sprache Rechnung tragen.

  58. #58 Captain E:
    30. August 2019

    @bote:

    CaptainE,
    Zustimmung. Meine dramtische Stellungnahme zielte dahin, der Tradition den Vorrang vor der Systematik einzuräumen.

    Dir ist schon klar, dass Traditionen sich ändern können – und dies auch immer wieder einmal tun? Welche sollen also beibehalten und welche (dringend) geändert werden?

    Du bist doch der katholischen Kirche sehr zugetan, oder? Was ist denn etwa mit den Traditionen “Ausschluss von Frauen vom Priesteramt” und “Zölibat”? Sollten die Beibehalten oder geändert werden? Kleiner Denkanstoß: Eine der beiden ist vergleichsweise jung – und wurde somit neu eingeführt und hat eine zuvor bestehende abgelöst.

    Man hat ja jetzt auch entdeckt, dass der Condor kein Geier ist, sondern ein Storch.

    Das stimmt, nur dass dein “jetzt” bereits geraume Zeit zurückliegt und mittlerweile auch schon wieder überholt ist. Den Kondor an sich gibt es nicht, sondern den Andenkondor, der mit dem Truthahn-, dem Kleinen und dem Großen Gelbkopfgeier näher verwandt ist als mit dem Kalifornischen Kondor, der wiederum dem Rabengeier nahesteht. Alle zusammen bilden die Familie der Neuweltgeier, die zusammen mit den Habichtartigen, dem Fischadler und dem Sekretär zur Ordnung der Greifvögel gehören. Mit Störchen sind die Kondore also nicht wirklich verwandt (und die Falkenartigen sind übrigens keine Greifvögel).

    Man hätte ja auch den Pluto als Planet belassen, und alle Kleinplaneten aus dem Kuipergürtel als Eisplaneten oder Kuiperplaneten bezeichnen können.

    Und du meinst ernsthaft, das hätte es besser gemacht? Das vor allem im Lichte dessen, dass Pluto eine extrem eisige Welt im Kuipergürtel ist?

  59. #59 bote
    30. August 2019

    CaptainE,
    Die Aufgabe der ScienceBlogs ist es den Gedanken der Wissenschaft hochzuhalten , zu verbreiten und den Redakteuren Ideen für die Fachzeitschriften zu liefern.
    Das haben wir hiermit getan.
    Ein Lob an Dich.
    Jede Provokation meinerseits diente nicht der Frage nach richtig oder falsch, sie diente nur der Kommunikation. Ich hoffe nur, dass du jetzt keine Psychotherapeuthen kontaktieren musst.

  60. #60 Spritkopf
    30. August 2019

    @Robert Nicknamewechsler

    der Pluto gehört allen Menschen, nicht nur den Astronomen.

    Abgesehen davon, dass Pluto niemandem gehört, haben Alderamin und Captain E. schon ausreichend dargelegt, warum Ihr Gejaule, dass Pluto “getötet” würde, wenn er nicht mehr als Planet bezeichnet wird, Blödsinn ist.

    Das Beispiel sollte nur dazu dienen, dass auch die systematische Physik Ausnahmen zulässt.

    Wenn Sie schreiben, dass alle Frauen aufschreien würden, würde die Kalorie (richtig ist die Kilokalorie) abgeschafft werden, weil bei kJ die Zahlen größer sind, dann ist das nicht nur “ein Beispiel”. Sie bringen damit zum Ausdruck, dass Sie Frauen für gewichtsfixierte Mathematiklegastheniker halten, die nur zu gern bereit seien, sich selbst zu betrügen. Widerwärtig.

    Jede Provokation meinerseits diente nicht der Frage nach richtig oder falsch, sie diente nur der Kommunikation.

    Ihre sattsam bekannte Ausrede, wenn Sie mal wieder Schwachsinn gelabert haben.

  61. #61 bote
    30. August 2019

    Spritkopf,
    Pluto gehört allen ist eine Metapher, die ausdrückt, dass die Wissenschaft nicht das Monopol über den korrekten Sprachgebrauch hat.
    Ganz am Rande und off topic, die EU strebt auch das Monopol über politische Korrektheit an. Die Folgen sind bekannt. Die Briten sind die Einzigen, die das erkannt haben und scheren deshalb aus Europa aus.

  62. #62 RainerO
    30. August 2019

    @ bote
    Ah, auch politisch bist du ein Nackerpatzerl. Wen wundert’s.

  63. #63 noch'n Flo
    Schoggiland
    30. August 2019

    Die Jugend ist von der NASA-Meldung irritiert:

    https://de.webfail.com/c0d174d8c40?tag=ffdt

    *facepalm*

  64. #64 RainerO
    30. August 2019

    @ noch’n Flo
    “Die Jugend” ist in dem Fall nur ein wohl etwas tumber Jannik.
    Im Artikel steht es ja eh passend: “NASA-Administrator Jim Bridenstine glaubt weiter daran, dass Pluto ein Planet ist…”.
    Glauben kann jeder, was er will. Auch wenn es Blödsinn ist. Manche glauben ja auch, dass Homöopathie Medizin ist.

  65. #65 Spritkopf
    30. August 2019

    @Robert Nicknamewechsler

    Pluto gehört allen ist eine Metapher, die ausdrückt, dass die Wissenschaft nicht das Monopol über den korrekten Sprachgebrauch hat.

    Selbstverständlich hat eine wissenschaftliche Disziplin wie die Astronomie das Recht, astronomische Begriffe wie “Planet” mit einer Definition zu belegen. Wenn den wissenschaftlichen Ignoranten diese Definition nicht gefällt, steht es ihnen frei, diese mit ihrem persönlichen Sinn zu füllen. Nur dürfen sie halt nicht erwarten, ernstgenommen zu werden (aber gut, in dieser Gefahr befinden Sie sich schon lange nicht mehr).

    Ganz am Rande und off topic, die EU strebt auch das Monopol über politische Korrektheit an.

    Interessant. Bei Widerworten zu Ihrem misogynen Geschwaddel jaulen Sie gleich über die EU als der Hüterin der politischen Korrektheit. Dabei wollen weder die EU noch ich Ihnen irgendein Meinungsmonopol aufdrücken.

    Bloß haben Sie kein Anrecht, ob Ihres frauenverachtenden Gequatsches von Kritik verschont zu bleiben. Aber das haben Sie ja noch nie kapiert, so oft, wie Sie Respekt für Ihre neuesten Hirndefäkationen einfordern.

    Die Briten sind die Einzigen, die das erkannt haben und scheren deshalb aus Europa aus.

    Hätte man sich glatt denken können. Wer Trump als großen Staatsmann ansieht, wird auch populistische Bratwürste wie Boris Johnson und Nigel Farage bewundern.

  66. #66 bote
    31. August 2019

    Spritkopf,
    an der Sprache kann man sie erkennen.
    Wer Staatsmänner mit Schimpfworte belegt sollte mal seine eigene Meinung überprüfen.
    Den brexit habe ich nur als Vorspiel gewählt, um meinen Wexit anzu kündigen. Das Monopol auf die richtige Meinung haben Sie ja schon.

  67. #67 flow
    Make Pluto Planet again ! :-)
    31. August 2019

    Wer gründet mit mir die Triton Planet Society ?

    Triton ist ja so wie Pluto ein Planet der nur vergessen hat seine Umlaufbahn freizuraeumen 🙂

  68. #68 bote
    31. August 2019

    flow,
    too late
    Triton Partners ist eine deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft.
    Wenn du Erfolg haben willst, muss brownBär, so heißt der nächste Planet 1. aus dunkler Materie bestehen und 2. einem schwarzen Loch entsprungen sein. Er befindet sich zwischen Mars und Jupiter kann aber mit einem normalen Teleskop nicht gesehen werden, weil er aus dunkler Materie besteht. Er wechselwirkt auch gravitativ nicht mit den Kleinplaneten. Wie man an ihn herankommt, das erfährt man erst , wenn man Mitglied bei der brownBär Association geworden ist. hope to help ! (mit freundlicher Erlaubnis des WB.)

  69. #69 Karl-Heinz
    31. August 2019

    @flow, bote

    Alles im Ordnung mit euch beiden? Geht’s euch gut?

  70. #70 bote
    31. August 2019

    Karl-Heinz,
    keine Klagen ! Physikalisch bist du ja auf der Höhe, beim Marketing fehlt dir noch das letzte Finish.

  71. #71 Spritkopf
    1. September 2019

    @Robert Nicknamewechsler

    Wer Staatsmänner mit Schimpfworte belegt sollte mal seine eigene Meinung überprüfen.

    Wissen Sie was? Ich bezeichne Trump als Arschloch und ich bezeichne auch Leute wie Bolsonaro, Putin oder Kim-Jong Un als Arschloch. Und ich finde nicht, dass das irgendeinen Anlass bietet, meine Meinung zu überprüfen.

    Sie hingegen fahren auf jemanden ab, der gerade in diesen Tagen den Eltern von schwerkranken Immigrantenkindern die Aufforderung hat schicken lassen, dass mit sofortiger Wirkung alle medizinischen Leistungen eingestellt werden und sie binnen 33 Tagen das Land zu verlassen haben. Falls sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden sie zwangsweise deportiert. Für viele dieser Kinder kommt das einem Todesurteil gleich.

    Sie dürfen sich Trumps Maßnahme gerne schönreden und behaupten, dass so jemand nicht beschimpft werden dürfe und dass seine früheren und jetzigen Taten keinen Anlass gäben, ihn für einen ganz üblen Zeitgenossen zu halten. Haben Sie ja erst kürzlich bei Joseph Kuhn zu Protokoll gegeben, dass seine Politik positiv betrachtet werden müsse.

    Ich frage mich zwar, was für einem verkorksten Wertesystem einer anhängen muss, um jemanden wie Trump in positivem Licht zu sehen. Aber gut, was Sie so den lieben langen Tag an krudem Zeug daherblubbern, ist ja eh nicht mehr mit rationalen Maßstäben messbar.

  72. #72 Adent
    2. September 2019

    @Robert
    Wissen Sie noch was, ich schließe mich vollumfänglich den Worten Spritkopfs an und ergänze noch, dass ihre politische Trump/Johnson-Schleimerei einfach nur widerwärtig ist.

  73. #73 Captain E.
    2. September 2019

    @bote:

    CaptainE,
    Die Aufgabe der ScienceBlogs ist es den Gedanken der Wissenschaft hochzuhalten , zu verbreiten und den Redakteuren Ideen für die Fachzeitschriften zu liefern.
    Das haben wir hiermit getan.
    Ein Lob an Dich.
    Jede Provokation meinerseits diente nicht der Frage nach richtig oder falsch, sie diente nur der Kommunikation. Ich hoffe nur, dass du jetzt keine Psychotherapeuthen kontaktieren musst.

    Ich sehe das eher leidenschaftslos, ob Pluto Planet, Zwergplanet oder Asteroid ist. Der war schon da, als unsere Vorfahren noch kleine süße pelzige und schmackhafte Tierchen waren. Ja, selbst als die erste einfache Zelle das “Leben” erfand, hat er da draußen schon seine Bahn um die Sonne gezogen. Was die Menschen auf der weit entfernten Erde von ihm halten, hat für Pluto null Relevanz.

    Zum Psychotherapeuten würde ich viel mehr jene schicken, die ein Trauma dadurch erlitten haben, dass die Astronomie mehrheitlich zu der Erkenntnis gelangt, dass Pluto wohl doch etwas anderes ist als Jupiter oder Erde.

  74. #74 Captain E.
    2. September 2019

    @bote:

    Spritkopf,
    Pluto gehört allen ist eine Metapher, die ausdrückt, dass die Wissenschaft nicht das Monopol über den korrekten Sprachgebrauch hat.

    Interessant! Dir ist aber shcon klar, dass “Pluto, die Metapher” das Resultat der Wissenschaft ist? Denn ohne die Wisschaft hättest du weder den Begriff “Planet” noch das Wissen darüber, dass irgendwo im sogenannten Kuipergürtel nebst sehr vielen kleineren und unrunderen Himmelskörpern auch relativ große und kugelige wie Pluto mit einem Durchmesser von 2374 km oder Eris mit ca. 2326 km ihre Bahn ziehen.

    Deine Forderung ist also letztlich: Die Wissenschaft soll dir ein paar Erkenntnisse für dein persönliches Wohlbehagen schenken und sich danach komplett daraus heraus halten.

    Ganz am Rande und off topic, die EU strebt auch das Monopol über politische Korrektheit an. Die Folgen sind bekannt. Die Briten sind die Einzigen, die das erkannt haben und scheren deshalb aus Europa aus.

    Die Briten haben gar nichts erkannt, nicht einmal, wie sehr sie von der EU-Mitgliedschaft profitiert haben oder dass sie durch massive Manipulation auch durch die unsozialen Medien dazu gebracht worden sind, mehrheitlich für den Ausstieg zu stimmen.

    Kurz gesagt: Da gab es Leute mit viel zu viel Geld, die beschlossen haben, das Vereinigte Königreich habe gefälligst aus der EU auszutreten. Diese Leute haben dann sehr viel Geld dafür ausgegeben, dass die Wähler mit dermaßen vielen Lügen traktiert wurden, bis eine am Ende eines Mehrheit der teilnehmenden Briten für diesen Ausstieg gestimmt hat.

  75. #75 RainerO
    2. September 2019

    @ Adent
    Ich habe inzwischen die Rafinesse Roberts erkannt.
    Er macht sich zum Advocatus Stulti und schreibt diese hirnverbrannten Blödsinnigkeiten absichtlich, damit die stillen Mitleser, die sich nicht trauen, vermeintlich dumme Fragen zu stellen, von den anderen Kommentatoren seriöse und erschöpfende Antworten erhalten.
    Dabei erduldet er märtyrerhaft alle ad hominems als Kollateralschaden der aufklärenden Kommunkation.
    Diese Erklärung ist für einen positiv denkenden Menschen doch viel erfreulicher als das Bild, das man sich aus seinen Beiträgen ansonsten machen müsste.

  76. #76 RainerO
    2. September 2019

    Ich kaufe ein “f”… :-\

  77. #77 Unwissendas
    Auhagen
    2. September 2019

    @noch’n Flo

    Gibts hier noch nen Plauderthread?

  78. #78 noch'n Flo
    Schoggiland
    2. September 2019

    @ Unwissendas:

    Schon, aber er wird kaum noch genutzt.