Mathematik zu unterrichten ist schwer. Ich habe das erst kürzlich in meiner “Formelwelt”-Kolumne bei Spektrum.de thematisiert. Und dort auch am Ende geschrieben:

“Man wird selbst mit der besten Didaktik nie alle Menschen erreichen können. Aber man könnte vermutlich mehr Menschen erreichen. Und das würde sich lohnen. Mit Mathematik lassen sich Dinge ausdrücken, die keine andere Sprache dieser Welt formulieren kann. Man kann Gedanken ausdrücken, die sonst unsagbar bleiben müssten. In dieser Sprache steckt so viel Potenzial für Faszination, und es ist tragisch, wenn es durch unüberlegte Didaktik einfach ungenutzt bleibt.”

Mathematik ist tatsächlich so enorm faszinierend und so viele Menschen verpassen diese Faszination. Es wäre wunderbar, wenn alle erkennen könnten was es in der Welt der Zahlen zu entdecken gibt. Neue Ansätze bei der Vermittlung der Mathematik sind daher immer wünschenswert. YouTuberin Tibees hat sich bei ihren Videos über Mathematik bei Bob Ross inspirieren lassen. Ok, über die künstlerischen Fähigkeiten kann man bei ihr (aber auch bei Bob Ross 😉 ) geteilter Meinung sein. Aber es ist auf jeden Fall außergewöhnliche und spannende Mathematikvermittlung. Schaut mal rein; zum Beispiel hier zum Thema Logarithmen:

Oder hier, wo es um die berühmte Eulersche Identität geht:

Es gibt so viele Wege die Mathematik zu vermitteln wie die Mathematik selbst vielfältig ist. Ich würde mich freuen, wenn ihr einem der Wege folgt. Und natürlich freue ich mich auch über Hinweise auf andere großartige Mathematik/Wissenschaftsvermittlung!

Kommentare (13)

  1. #1 anders
    23. September 2019

    Hach, Bob Ross …
    ich erinnere mich gut an Nächte in denen man aus irgendwelchen Diskotheken (heute: Clubs) kam um dann noch bei Bob Ross um 02.00 oder 04.00 Uhr, je nach Sender damals, einen Absacker zu nehmen.
    War sehr entspannend.
    Werde ich mir die Videos mal zu Gemüte führen, wenigstens eines davon.

  2. #2 Bernd
    23. September 2019

    Wer Mathematik studieren möchte,
    sollte sich folgende Seite n i c h t antun:

    http://www.stauff.de

  3. #3 noch'n Flo
    Schoggiland
    24. September 2019

    Die Bäume auf der Tafel sind sowas von nicht Bob-Ross-Style.

    @ anders:

    Und wenn man erst um 6 Uhr nach Hause kam, konnte man hackenstramm “Teletubbies” gucken. Das war dann auch in etwa das Niveau, was man gerade noch verarbeiten konnte.

  4. #4 bote
    24. September 2019

    Flo,
    ganz kurz, dass du die Teletubbies magst das adelt dich, die hatten so etwas Beruhigendes an sich. wer Teletubbies mag, der braucht keine Psychopharmaka.

  5. #5 regow
    24. September 2019

    Der Gilbert Strang kommt dem Bob Ross wohl am nächsten.

  6. #6 Thali_Bahn
    Münster
    24. September 2019

    Mathe didaktisch gut zu unterrichten ist nicht leicht. Zum Thema “weg vom Frontalunterricht” habe ich dieses coole Video gefunden:
    https://www.youtube.com/watch?v=ws3liOeHWBc

    Christian Spannagel erklärt wie er seine Vorlesungen auf “Inverted Classroom” umgestellt hat. TOP !!!

  7. #7 uwe hauptschueler
    24. September 2019

    Hab mir mal ein paar Stunden Erstsemestermathematik, für Mathematiker, angetan. Das hatte nicht das geringste mit dem zu tun was mir in der Schule als Mathematik präsentiert wurde. Schulmathematik ist Etikettenschwindel.

  8. #8 RainerO
    25. September 2019

    Schulmathematik ist Etikettenschwindel.

    Ich würde es vielleicht nicht so krass ausdrücken, aber dir im Prinzip Recht geben.
    In der Schule war ich immer sehr gut in Mathematik, habe auch das Abitur mit Sehr Gut abgeschlossen. Aber dann habe ich mit dem Elektrotechnik-Studium begonnen, das in den ersten Semestern dieselben Mathematik-Vorlesungen hatte, wie die Mathematiker. Die Oberstufen-“Schulmathematik” wurde im Schweinsgalopp durchgepeitscht und dann ging es erst wirklich los. Und da wurde ich schnell auf den Boden der Tatsachen geworfen: Ich war nicht wirklich gut in Mathematik.

  9. #9 RPGNo1
    25. September 2019

    @Uwe Hauptschüler, RainerO

    Dito. Ich hatte in der Oberstufe einen Grundkurs in Mathe und dachte, dass ich damit für mein Vordiplom im Chemiestudium ausreichend genug vorbereitet sei, für das ich zwei Scheine benötigte.

    Ein Reinfall.

    Unser Mathedozent fing mit Erstklassenmathe an (wir beweisen 1+1=2 oder Schnittmengen) und raste dann in einem Tempo zu Kurvendiskussion, Integralen und Differentialen, bei dessen Niveau mir die Ohren bluteten. Den 1. Schein habe ich knapp, den 2. Schein bei besagtem Dozenten dann gar nicht mehr geschafft. Mit den Tipps der höheren Semester habe dann den 2. Schein bei einem anderen Lehrkörper bestanden.

    Funfact: Für mein weiteres Studium haben mir diese Scheine nichts gebracht, da die Mathematik, die ich in der Chemie benötigte, wieder auf Normalmaß war. Ein bisschen Dreisatz und Stöchiometrie zum Ansetzen der Versuche hier, ein wenig Integralrechnung zur Auswertung der NMR-Spektren da.

  10. #10 noch'n Flo
    Schoggiland
    25. September 2019

    Ich habe mir jetzt mal den YT-Channel in toto zu Gemüte geführt – sorry, aber das ist nun wirklich kein Bob Ross-Style. Nur weil jemand ein paar Formulierungen von ihm verwendet (die im Zusammenhang mit Mathematik wenig Sinn ergeben) und seine Tafel auf eine Staffelei klemmt, ist das noch lange nicht Bob Ross’ Stil.

    Dabei erklärt Tibees wirklich gut. Warum meint sie dann, ein Etikett zu brauchen, was nicht zu ihr passt?

  11. #11 Christian Berger
    25. September 2019

    Es ist vielleicht auch die Frage, ob es denn überhaupt eine “Idealpädagogik” gibt, oder ob denn nicht unterschiedliche Leute unterschiedliche Ansätze benötigen.

  12. #12 bruno
    sevilla
    25. September 2019

    …was mich an Bobby dermassen faszinierte: er mischte immer leuchtend Gelb, Rot und Grün zusammen und heraus kamen immer tieftraurig graue Winterbilder…

  13. #13 M
    Bolivien
    28. September 2019

    Leistungskurs Mathe hat mich einigermaßen gut aufs Chemiestudium vorbereitet. Aber an der Uni war die Didaktik unter aller Sau.
    PhysChem I im 1. Semester, 2. Woche: Satz von Schwarz. Funktionen mit mehreren Veränderlichen kamen dann in Mathe 2 im 2. Semester. Parallel zu PhysChem lV gab es dann gnädigerweise Mathematik für die Physikalische Chemie. Der Dozent hatte sich beschwert, dass niemand die Vorlesung besucht. Nun, wer sich bis dahin nicht Kalkül von Funktionen mehrerer Veränderlicher und Gruppentheorie etc mehr oder weniger selbst beigebracht hatte kam überhaupt nicht bis ins 4. Semester.
    Insgesamt wurde Mathe auch zu sehr nur als Handwerkszeug gelehrt. Später hätte ich mir gewünscht, vor dem Chemiestudium zumindest 2 Semester Mathe gemacht zu haben. Hinterher ist man immer schlauer.