Ich bin ein großer Fan von Chaos. Also vom wissenschaftlichen Chaos, die umgangssprachliche Unordnung mag ich nicht so gerne. Aber das, was die Wissenschaft unter “Chaos” versteht und was korrekterweise als “nichtlineare dynamische Systeme” bezeichnet werden sollte, ist enorm faszinierend. Ich habe meine Diplomarbeit über Chaostheorie geschrieben und bin immer wieder erstaunt darüber, wo man dieses Phänomen überall in der Natur treffen kann. Einen großen Teil unseres heutigen Verständnis des Chaos haben wir der Pionierarbeit des amerikanischen Meteorologen Edward Lorenz zu verdanken, auf den das Konzept des “Schmetterlingseffekts” zurück geht. Ich habe schon früher darüber geschrieben, aber das Chaos ist etwas, das man sich am besten ansieht. Und was es mit dem “Schmetterlingseffekt” wirklich auf sich hat, kann man sich in dem aktuellen Video von “Veritasium” ganz wunderbar ansehen. Was ich hiermit allen ans Herz lege:

Lang leben das Chaos!

Kommentare (6)

  1. #1 Jürgen Key
    Rudolstadt
    15. Januar 2020

    Wer mag, kann sich das gerne auch inteaktiv anschauen – direkt über den untenstehenden Link oder auch auf Github in meinem Repository https://github.com/elbosso/nonlinear_chaotic_systems zu nichtlinearen dynamischen Systemen, in dem sich in nächster Zeit mehr und mehr solcher und anderer Experimente finden lassen (einfach im Binder eine der .ipynb-Dateien anklicken) – viel Spaß! Wer noch mehr wissen möchte: Steven Strogatz hat eine Vorlesungsreihe dazu die er an der Cornell University gehalten hat bei Youtube online gestellt…
    https://mybinder.org/v2/gh/elbosso/nonlinear_chaotic_systems.git/master

  2. #2 Christian Meesters
    15. Januar 2020

    Hallo Florian,

    wenn ich auch noch einen Link einstreuen darf: Sabine Hossenfelder zum Thema

    Gruß,
    Christian

  3. #3 Christian Meesters
    15. Januar 2020

    irgendwie wurde der Link verschluckt: https://www.youtube.com/watch?v=MxwvYEI2qE0

  4. #4 bote
    16. Januar 2020

    Der Hype der Chaosforschung ist seit 40 Jahren Vergangenheit. Gut , dass das Thema neu aufgelegt wird, besonders beim Hintergrund der Klimaforschung.
    Und die Chaostheorie dämpft die Hoffnung, dass man Wettervorhersagen genau mathematisch bestimmen kann. Nach der Chaostheorie ist das prinzipiell ausgeschlossen.

    Bei der Chaostheorie geht es nicht nur um das Wetter und den Schmetterling.
    Es geht um den Zusammenhang von mathematischen Formeln, genauer gesagt, mathematischen Gleichungen, von denen eine einem Grenzwert zustrebt und die andere keinen Grenzwert hat. Bei ganz bestimmten Anfangswerten ergeben sich Grenzwerte, die ein Muster bilden. Diese Muster sind selbstähnlich und haben sogar Ähnlichkeit mit z.B. Farnblättern in der Natur. Man könnte also meinen, die Formen der Natur sind mathematisch darstellbar. In diesem Zusammenhang hat man den Begriff der Dimension auch neu definiert und den Bereich der “Fraktale” erschlossen.

    Fazit ,ein Thema das noch nicht abgeschlossen ist.

  5. #5 Captain E.
    16. Januar 2020

    @bote:

    Der ganz große Hype mag vorbei sein, aber ganz verschwunden ist die Chaostheorie seitdem halt auch nie wieder.

  6. #6 bote
    17. Januar 2020

    Captain E.
    zum Glück ist die Chaostheorie nicht verschwunden.
    John von Neumann hat es so formuliert: Die Welt ist viel zu komplex , so dass man sie nur als Approximation von Einzelgeschehnissen erfassen kann.
    Und wenn mal jemand einen Algoritmus findet, der die Verteilung der Sterneim Weltraum wiedergibt, dann könnte man behaupten, der Weltraum ist mathematisch darstellbar.