Das New England Journal of Medicine berichtet von ersten positiven Ergebnissen einer klinischen Studie (Stufe III) eines Malaria-Impfstoffes!

Die Studie wurde in sieben afrikanischen Ländern für den Impfstoff RTS,S/AS01 an über 15.000 Kindern durchgeführt.
Nach den Angaben der Forscher beträgt die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die schwere Verlaufsform der Malaria 45,1% (95%-Konfidenzintervall: 23,8 bis 60,5) in der “intention-to-treat“-Population and 47,3% (95%-Konfidenzintervall: 22,4 bis 64,2) in der “per-protocol“-Population.
Der RTS,S/AS01-Impfstoff bot also tatsächlich Schutz gegen Malaria!
Wenn keine Katastrophe mehr passiert, könnte das Ding in drei Jahren auf dem Markt sein und die WHO hat bereits angedeutet, daß sie den Impfstoff für den afrikanischen Markt empfehlen würde (wenn die kompletten Studiendaten vorliegen und alles gut aussieht).

Ich habe selbst vor einigen Jahren an der Herstellung eines vektorbasierten Malariaimpfstoffes gearbeitet, weiß daher um einerseits das schlimme Ausmaß der Malaria-Pandemie und deren Folgen für die betroffenen Regionen und andererseits um die verheerende Wandelbarkeit des Malariaerregers, der es ihm bisher erlaubt hat, der wirksamen Bekämpfung durch eine Impfung zu entgehen und freue mich umso mehr über diese Ergebnisse, denn nur durch einen guten Impfstoff kann man die Malaria besiegen.

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Kommentare (14)

  1. #1 KommentarAbo
    20/10/2011

  2. #2 BreitSide
    20/10/2011

    …womit sich dann gleich die Frage der Bezahlbarkeit anschließt…

    Ich hoffe, da ziert sich die Weltgemeinschaft (und die Farmaindustrie) nicht so lange wie bei HIV.

  3. #3 Hanno
    21/10/2011

    Ich hatte nachdem ich die Meldung vorgestern gesehen hatte einen recht kritischen Artikel im Deutschen Ärzteblatt gesehen:
    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47747/Malaria_Impfstoff_mit_maessiger_Wirkung.htm

    Ich hab selbst keine Ahnung von den Details, aber vielleicht mag das hier jemand mit Fachwissen kommentieren.

  4. #4 Cornelius Courts
    21/10/2011

    @Hanno: ich finde den Artikel im ÄB zu kleinlich… daß eine Malaria-Vakzine nicht einen solch durchschlagenden Erfolg haben kann, wie Impfstoffe gegen Bakterien oder Viren ist jetzt nicht so die große Erkenntnis und sofort diesen klaren Erfolg, einschl. der Anerkennung durch die WHO kleinzureden ist, ist auch irgendwie billig.
    Daß auch der Hersteller nicht ohne Interesse an dem Impfstoff ist, ist zudem klar, aber wenigstens wurde überhaupt ein Projekt bis Stufe III getrieben.

  5. #5 WeiterGen
    21/10/2011

    …, denn nur durch einen guten Impfstoff kann man die Malaria besiegen.

    Oder natürlich durch eine bessere Haut!
    http://www.spiegel.de/video/video-1155135.html

  6. #6 noch'n Flo
    21/10/2011

    Hey, fast 50% sind doch super! Vielleicht muss man ja auch einfach häufiger impfen, um einen besseren Schutz zu erreichen. Aber überhaupt mal eine Impfung gegen Malaria zu haben ist schon ein Quantensprung in der Gesundheitsvorsorge.

  7. #7 ehtuank
    22/10/2011

    @noch’n Flo:
    Bitte nicht von einem “Quantensprung in der Gesundheitsvorsorge” schreiben, das zu lesen fühlt sich wie ein Tritt ins Gesicht an. Ich hatte bislang geglaubt, die Kommentare in den Scienceblogs seien frei davon.

  8. #8 BreitSide
    22/10/2011

    ehtuank· 22.10.11 · 00:58 Uhr

    Jajaaa, ein Quantensprung ist der kleinst mögliche Sprung, das wissen glaubich alle hier. Aber als Redensart hat er sich anscheinend durchgesetzt.

    Ich hab auch – anders als Bastian Sick – nix dagegen, wenn am Endbahnhof der Zug endet und nicht die Zugfahrt.

    Und ich finde “Unkosten” ein korrektes Wort. Und befinde mich da in guter germanistischer Gesellschaft

  9. #10 michael
    22/10/2011

    OffTopic

    > nix dagegen, wenn am Endbahnhof der Zug endet und nicht die Zugfahrt.

    Am Endbahnhof endet der Zug. Am Startbahnhof startet der Zug, am Zielbahnhof zielt der Zug nicht. Die deutsche Sprache ist schon merkwürdig. Keine Wunder das Google Translate verwirrt ist:

    > I’ve also – unlike Sick – nothing on the other hand, if the terminus of the train ends and not the train.

    rückübersetzt:

    > Ich habe auch – wie Sick – nichts dagegen, wenn die Endstation des Zuges endet und nicht mit dem Zug.

    zweimal hin und her, und die Übersetzung wird stabil mit:

    > Ich habe auch – wie Sick – nichts gegen die terminalen Enden des Zuges und nicht mit dem Zug.

    Schiebt man noch eine Übersetzung ins Spanische dazwischen, ist Google Translate durch den Wind.

    > Me too – so krank – nichts gegen die terminalen Enden der Zug und Zug.

    i

  10. #11 BreitSide
    22/10/2011

    Jaja, und im Reisewagen reist man, im Schlafwagen schläft man, im Speisewagen speist man, im Liegewagen liegt man,

    aber was zum xxx tut man im Triebwagen?

    Und wehe, wenn Du ein Zig… äh Roma- oder Kinderschnitzel bestellst! Welch Schlag in die Magengrube…

    Jaja, OT, ich weiß…

  11. #12 michael
    22/10/2011

    @الجانب واسعة
    > aber was zum xxx tut man im Triebwagen?

    Du hast da, Gott sei Dank, nichts verloren.

    Und die Triebwagenfahrer in GB sollen, so die Fama, die Bilder gewisser Körperteile übers Handy ausgetauscht haben, bis einer mal ne falsche Nummer wählte. Der Name war in diesem Falle passend.

  12. #13 Aveneer
    26/10/2011

    @ Cornelius Courts
    “ich finde den Artikel im ÄB zu kleinlich..”
    Leider steht bei dem AB nicht der Verfasser dabei. Aber der Artikel ist nicht kleinlich sondern niederschmetternd?
    “wenn die Sponsoren dereinst andere Interessensfelder für ihre philanthropischen Aktivitäten entdecken (oder das Geld knapp werden sollte) ;-)”
    O.K – 😉 kommt von mir, aber ich hätte es hier erwartet? philanthropische Aktivitäten?

    Klar hört sich 50% gut an, aber der Malaria-Erreger wird deswegen nicht ausgerottet oder weniger – 50% werden weiter Infiziert.
    Und wie oft muss man Nachimpfen? Wie lange hält der Schutz? Alle 2- 3 oder 5 Jahre? Alle 10? Wie viele könnte man mit der richtigen Prophylaxe schützen?

    Mich würde interessieren, warum die anderen 50% nicht geschützt sind? Geringer Impftiter (“Impfversager”) oder liegen bei manchen Erregern andere Epitope vor? Vielmehr Möglichkeiten gibt es denke ich nicht.

  13. #14 Cornelius Courts
    27/10/2011

    @Aveneer: ach naja, auch mit einer 50%-Effektivität kann man, bei hoher Impfrate ziemlich viel bewirken, wenn man das einfach nur ein paar Jahre betreibt. Nicht nur, daß weit weniger Menschen erkranken und sterben werden, es wird auch die Rate der Neuansteckungen sinken, weil viele Mücken, die Geimpfte stechen, keine Parasiten mehr aufnehmen und wiederum mit ihrem Stich nicht übertragen können.
    Nein, ich bleibe dabei: es ist eine prima Nachricht!
    Die im Vergleich zu anderen Impfstoffen (z.B. gegen Polio) geringe Erfolgsquote liegt an der Natur des Erregers: dieser ist kein Bakterium oder Virus, sondern ein Einzeller mit einer furchteinflössend gut entwickelten Fähigkeit, sich zu verändern.

    Noch etwas: wenn die Klimaerwärmung fortschreitet (wonach es aussieht), wird in nicht allzu ferner Zeit Malaria auch in unseren Breiten endemisch werden. Gut für den Hersteller, der dann, wenn es auch für uns “Reiche” sinnvoll ist, einen Impfstoff parat hat. Ist natürlich zynisch, aber so denkt die Pharmaindustrie…