Die alle Ergebnisse und historischen Quellen einbeziehende Schlussfolgerung der Autoren ist, daß Paganini an der Syphilis erkrankt war und diese in Verbindung mit einem jahrelangen Mißbrauch pflanzlicher Abführmittel und der Einnahme quecksilberhaltiger Medikamente seine Symptome erklärt und zu seinem Tod geführt hat.

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Literatur / Referenzen

[1] Kijewski H, Beck J, Reus U. Krankheit und Tod des Violin-Virtuosen Nicolò Paganini – Interpretation aus Basis neuer Haaruntersuchungen. Arch Kriminol 229:11-24 (2012)

TV-Sendung „Paganinis Geheimnis”; Produktion: merkur.tv GmbH; Koproduktion: SWR, WDR, ORF, SF, AVRO mit Unterstützung von CoBO; Erstsendung: 17. Dez 2006, 9.35 Uhr, ORF 2 ; Weiterer Sendetermin: 17. Mai 2007, 12.05 Uhr, Das Erste

Ein Artikel zu den “Händen des Teufelsgeigers

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Kommentare (14)

  1. #1 Claudia
    16/07/2012

    Sehr spannend. Und tragisch. Ein Hoch auf die Entwicklung der evidenzbasierten Medizin!

  2. #2 Ulrich
    16/07/2012

    wenn das auf dem Bild seine Hand sein soll … Geige spielen lässt sich nur mit kurzen Firngernägeln!

  3. #3 Ludger
    16/07/2012

    Claudia·
    16.07.12 · 09:25 Uhr
    Sehr spannend. Und tragisch. Ein Hoch auf die Entwicklung der evidenzbasierten Medizin!

    Nach damaligen Kriterien war das wohl evidenzbasiert, hatte aber eine schlechte therapeutische Breite. siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Syphilis#Entwicklung_von_Behandlungsverfahren und http://de.wikipedia.org/wiki/Arsphenamin .

  4. #4 roel
    16/07/2012

    @Ulrich “Geige spielen lässt sich nur mit kurzen Firngernägeln!” Mit der rechten Hand (Abbildung) hat Paganini den Bogen geführt und die Saiten gezupft. Da stören die Fingernägel in der abgebildeten Länge nicht sondern sind eher hilfreich.

  5. #5 rolak
    16/07/2012

    hehe, da sieht man mal, wozu das (über)eifrige Lesen all gut sein kann: Dank des Simplicissimus war der erste Gedanke schon nach dem ‘Schwer’ von ‘Schwermetallionen (z.B. Quecksilber)’ unausweichlich ‘Syph’ 😉
    btw: Wenn denn schon eine Hand vorhanden zu sein scheint – die verräterischen Mees-Streifen zeigen sich wohl nur in der akuten Phase der Vergiftung, oder?

    Der post liest sich fast so spannend wie eine gute kleine Kriminalkurzgeschichte…

  6. #6 IO
    16/07/2012

    abo

  7. #7 Claudia
    16/07/2012

    Nee, Ludger, ich meine die moderne EBM auf Basis von klinischen Studien, nicht die “es hat irgendwem mal geholfen, schmiert es auf alle Patienten”-Methode. 😉

  8. #8 Redfox
    17/07/2012

    Sehr, sehr Spannend, danke.

    Bei einem Musiker der seine Seele an den Teufel verkauft denke ich aber eher an den hier:

    Early this mornin’, when you knocked upon my door

    And I said, “Hello, Satan, I believe it’s time to go”

    Me and the devil, was walkin’ side by side

    You may bury my body, down by the highway side

    So my old evil spirit, can catch a Greyhound bus and ride

  9. #9 BreitSide
    17/07/2012

    xxx

  10. #10 Eheran
    19/07/2012

    “Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS) für die Elementbestimmung, Totalreflexions-Röntgenfluoreszenzanalyse (TXRF) zur Schwermetalldetektion”
    Warum hat man denn zusätzlich zu einem extrem präzisen ICP-MS noch die TXRF verwendet?
    Der Schwermetallgehalt kann mit dem ICP-MS auf unter 1ppt bestimmt werden, wenn mein Wissen noch auf dem Stand der Dinge ist.
    1ppt = 0,000001µg/g
    Damit ist bei einem Messwert von 15,4µg Hg pro g Haar eine derartig hohe Genauigkeit und Präzision gegeben, dass die TXRF vergleichsweise vollkommen irrelevant ist – ihre Schwankungen bestätigen dies auch nochmal.
    Natürlich ist es kein destruktives Verfahren wie die TXRF, aber wenn man es ohnehin auch destruktiv macht, dann erübrigt sich m.M.n. die TXRF.

    Ich messe ja auch mit einer Breifwaage nicht nochmal nach, ob sich die geeichte, gerade nochmal kalibrierte sowie mit Prüfgewicht kontrollierte 0,00001g auflösende Digialwaage womölich vollkommen geirrt hat. 😉

  11. #11 Engywuck
    19/07/2012

    gibt es eigentlich im 19. Jahrhundert früh verstorbene Künstler, die *nicht* an Schwermetallvergifzung gestorben sind? So langsam stellt soch doch raus, dass fast alle Syphilis hatten…

    @Redfox: nuja, James Brown hat’s ja auch schon zugegeben 😉 http://www.youtube.com/watch?v=apxofnAHsAA

  12. #12 Flück
    Stiefenhofen
    02/07/2014

    Na klar kann man mit langen Fingernägeln Geige spielen, es ist ja die rechte Hand, mit der man den Bogen hält. Aber was mich viel mehr interessiert, die erste Fotografie gabs 1825, Paganini starb 15 Jahre später, konnte man da schon so gute Fotos machen??? Oder wurde er mumifiziert? Ich glaube auch nicht, dass das seine Hand ist…

  13. #13 Cornelius Courts
    02/07/2014

    @Flück:”Na klar kann man mit langen Fingernägeln Geige spielen, es ist ja die rechte Hand, mit der man den Bogen hält”

    Das wurde bereits festgestellt (http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/07/16/wie-starb-paganini-2/#comment-6056).

    ” Oder wurde er mumifiziert? Ich glaube auch nicht, dass das seine Hand ist…”

    Von seiner Hand wurden Abgüsse erzeugt. Das Photo kann auch von einem solchen sein. (z.B. hier http://apollo.ram.ac.uk/emuweb/pages/ram/display.php?irn=8403)

  14. #14 David Garrett Fan
    03/08/2014

    Sehr spannend. Man kann diesen Beitrag gan gut verfolgen. Ich finde es auch gut das hier auf mehreren Quellen eingegangen wird. Nur leider ist meine Meinung, dass man niemals einhundert prozentig sagen kann woran diese Person gestorben ist.

    Ich bin noch sehr jung und interessiere mich SEHR für klassische Musik. Und nach dem ich Paganini der Teufelsgeiger im Kino gesehen hab, fand ich das Paganini eine sehr interessante Person ist.
    Und ich wünsche mir einfach nur das: Man solche Person, wenn sie tot sind, bitte in frieden lässt. Und somit das was diese Person so interessant macht bei behält. Denn leider gibt es immer weniger junge Menschen die sich für die Klassik interessieren… . Aber so bleibt diese Person spannend.

    Trotzdem sehr gut geschrieben und sehr aufklärend.