Über das Hebammenwesen und dessen bedenkliche Durchtränkung mit esoterischen Konzepten sowie die Rolle von Hebammen die

“das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Hebamme und werdender Mutter, deren akute Unerfahrenheit, Beratungs- und Betreuungsbedarf und mithin die dadurch begründete profunde Vulnerabilität für derartige Beeinflussung”

ausnutzen und mithin als Multiplikatorinnen solcher Konzepte und oftmals als Zündfunken ganzer “esoterischer Biographien”  fungieren, ist hier ja schon mehrfach gesprochen worden.

Als besonders plausible Ursache für diese oftmals völlig unkritische Haltung gegenüber wirkungslosen esoterischen Praktiken wurde die in vielen Fällen unzureichende, unwissenschaftliche Ausbildung von Hebammen ausgemacht, die diese nicht nur nicht ausreichend gegen derlei Unfug immunisiert sondern solchem gar das Wort redet (vgl. diesen Insider-Bericht) und schon vor fünf Jahren wurde für eine stärkere Akademisierung der Hebammenausbildung geworben.

Ein großer Schritt in diese Richtung zeichnet sich nun ab, denn ab sofort schreibt die Universität zu Lübeck die erste universitäre W2-Professur für Hebammenwissenschaft in Deutschland aus (Frist bis 30.05.). Diese soll

eine tragende Rolle bei der Etablierung des neuen ausbildungsintegrierenden Studienganges (B.Sc.) für Hebammenwissenschaften, sowie beim Aufbau des Masterstudiengangs „Gesundheitswissenschaften“ spielen.

Es steht zu hoffen, daß dieser Studiengang nicht nur regen Zulauf findet, sondern daß durch einen wissenschaftlichen, evidenzbasierten und esoterikfreien Lehrplan das Ansehen und die fachliche Integrität des wichtigen Berufs der Hebamme verbessert werden kann.

flattr this!

Kommentare (89)

  1. #1 rolak
    04/05/2017

    <OT>Umlaute: Um Laute um Umlaute zu gruppieren, – nee, nochmal. In urls sind ja Umlaute -äh- ungern gesehen, daher enthält der Link zu Claudias Artikel “..-heise-luft-fur-..”, was viele Assoziationen, ua zu Verlagen, Pelzen und Flatulenzen gebiert…
    </OT>

    Man kann nur hoffen, lohnenswert wäre eine Änderung aus der aktuellen Malaise heraus auf jeden Fall.

  2. #2 Sim
    Dresden
    04/05/2017

    Ich denke, es wäre sogar sehr gut wenn in diesem Studiumgang explizit auf Homöopathie und Co. eingegangen wird und die Leute darin geschult werden wirklose Pseudomedizin zu erkennen und selbst dazu ermutigt werden an der Aufklärung teilzunehmen.

  3. #3 Joseph Kuhn
    04/05/2017

    An Hochschulen (den früheren Fachhochschulen) gibt es schon W2-Professuren für Hebammenwissenschaften: Bochum, Berlin.

  4. #4 Naya
    05/05/2017

    Naja, da auch Ärzten ja teilweise unkritisch von Homöopathie berichtet wird, bin ich da noch nicht so optimistisch, daß sich bei Hebammen etwas ändert, nur weil es jetzt akademischer wird.
    Wünschenswert wäre es aber.

  5. #5 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/05/2017

    Hoffentlich redet man den angehenden GeburtshelferInnen dann wenigstens endlich und endgültig diese unsäglichen Hausgeburten mit ihrer hohen Komplikationsrate aus.

  6. #6 PippiLotta
    05/05/2017

    Es wäre zu hoffen, dass die Versorgung durch Hebammen generell endlich wieder angesehener wird und damit auch für alle Frauen die das gerne möchten verfügbar. Und zwar so wie es notwendig ist, als Ansprechpartnerin für alle Zipperlein und Sorgen vor, während und nach der Geburt. Als vertraute Person die bei der Geburt dabei ist, ohne diesen ganzen HokusPokus wie Homöopathie, Akupunktur und andere Rituale.

    Ich hoffe echt, dass ich, wenn es so weit ist, eine Hebamme finde die pragmatisch, einfühlsam und medizinisch fundiert ist um mich und meinen Partner zu unterstützen.
    Aber vermutlich wird einem das schon durch die Haftpflichtversicherungen verleidet und in Krankenhäusern betreuen wenige Hebammen mehrere Kreissäle um da nur kurze Stippvisiten zu halten…

  7. #7 Florence
    05/05/2017

    Na hoffen wir, dass der Studiengang wirklich esoterikfrei wird. Selbst die Medizinstudenten müssen sich ja mit der Homöopathie rumschlagen…

  8. #8 Cornelius Courts
    05/05/2017

    @Sim: “es wäre sogar sehr gut wenn in diesem Studiumgang explizit auf Homöopathie und Co. eingegangen wird”

    das finde ich auch. Angesichts der heutigen esoterischen Durchseuchung dieses Berufs wäre es gut, dem bei der universitären Ausbildung Rechnung zu tragen, indem man diesen Mißstand ganz offen einräumt und etwa im Rahmen einer eigenen Veranstaltung, alle esoterischen Verfahren, die von Hebammen regelmäßig empfohlen werden (also nicht nur Homöopathie sondern auch Anthroposophie etc.), vorstellt, die (nicht vorhandene) Evidenz für deren Wirksamkeit sowie die (phantastischen und angeblichen) Wirkmechanismen bespricht und daran vermittelt, warum es keine gute Idee ist, unwirksame Verfahren einzusetzen und welche – von mir aus auch naturheilkundlichen – Alternativen es gibt, die zwar gezeigtermaßen wirksam sind, aber nicht von den Patientinnen als “Chemie” (ich weiß, ich weiß) wahrgenommen werden.

  9. #9 CN
    05/05/2017

    Ich denke es steht und fällt auch in diesem Fall mit den Personen die einen geeigneten Kandidaten finden wollen, sowie mit der/dem Stelleninhaber/in. Was dann aus dem Studiengang wird muss sich in Zukunft zeigen. Die Idee an sich jedoch finde ich hervoragend, in einem universitären Umfeld sollten es einschlägige Quacksalber hoffentlich schwer haben Fuß zu fassen!

  10. #10 zimtspinne
    05/05/2017

    Schwangere sind Patientinnen?? Auch wenn ich das in manchen Fällen nicht so abwegig finde..

    Das magische, spirituelle Rahmenprogramm wird aber von vielen Frauen ganz besonders explizit gewünscht, also suchen sie sich Hebammen, die genau das anbieten.
    Kann man den fundierten Medizinkram also in magisches flair verpacken, so als Kompromiss?

    Frauen sind nun mal gefühlsduselig in der Mehrzahl, das potenziert sich in der hormonellen Ausnahmesituation eher noch, zumal das Kinderkriegen als Ursuppe der Frau schlechthin wahrgenommen wird, also da muss wohl doch eine Lösung mit Voodood-Eso-Deko gefunden werden, so oder anders!
    Bin ja gerade sehr von Neu-Mamis umgeben und weiß daher genau, was bei ihnen so abgeht in der Magiewelt ihres Bauchdenkens 😀

  11. #11 RPGNo1
    05/05/2017

    @noch’n Flo, zimtspinne
    Meine Schwester ist gelernte Krankenschwester (ja, sie ist stolz auf diese alte Bezeichnung). Sie hat sich während ihrer Schwangerschaften bewusst eine nicht-esoterische Hebamme ausgesucht und sich aufgrund ihres Expertenwissens auch für Geburten unter medizinischer Aufsicht im Krankenhaus entschieden.
    Jede Hebamme, die ihr Homöopathie oder Hausgeburt hätte aufschwatzen wollen, wäre achtkant aus dem Haus geflogen. :)

  12. #12 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/05/2017

    @ RPGNo1:

    Das Problem ist aber leider, dass Hausgeburten gerade mal wieder ein Revival erleben, seitdem mehrere Hollywoodstars Videos davon ins Internet gestellt haben.

  13. #13 tomtoo
    05/05/2017

    @Zimtspinne
    @nnF

    “”Kann man den fundierten Medizinkram also in magisches flair verpacken..””

    Wäre doch optimal für dich @nnF. RPG und Beruf unter eine Hut gebracht.
    Stelle mir das gerade so vor *g*

  14. #14 zimtspinne
    05/05/2017

    naja, die Ärzte machen das ja leider genau umgekehrt… sie präsentieren ihre Alternativangebote im weißen Kittel unter der Medizinflagge… das gibt ja eher einen seriösen Anstrich. “wenn das sogar mein Arzt mir gibt, wird das schon gut sein und helfen”.
    Es gibt natürlich auch die Kategorie, die lieber zum Heiler geht, weil der das alternative Konzept ganz bewusst medizinfern anbietet, das muss man dann natürlich alles entsprechend berücksichtigen und abdecken.

    danke mal wieder an Flo, nun verstehe ich den Hintergrund für die Hausgeburten.
    Die jüngeren Frauen stehen darauf nicht so besonders, aber die etwas älteren dafür total.
    Eine Dame regt sich noch Monate später furchtbar darüber auf, dass die Hausgeburt bei ihr nicht möglich war und unterm Strich auch vom Krankenhaus versaut wurde. Das Kind hatte keinen Bock auf die Welt und nachdem alle hebammischen Versuche der Wehen-, Geburts- und Drehungseinleitung gescheitert waren, musste sie dann wohl oder übel ins KH und dort wurde eine Eipolablösung gemacht, worauf die Hebamme entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlug und meinte, also das wars dann jetzt mit der Hausgeburt, nach Manipulation geht da nichts mehr (rechtlich? k.A.)
    Statt des Frohlockens, dass die Geburt, weit über den Termin, doch noch mit einem gesunden Kind + Mutter endete, jammert sie noch heute wirklich ernsthaft darüber und fühlt sich durch die medizinische Intensivbetreuung sogar traumatisiert. Auch noch nach Monaten spricht sie sehr oft darüber und kommt gar nicht klar mit ihrer Lebensplanänderung. Dabei ist ihr dooofes Kind ja eigentlich schuld ;)))

  15. #15 inga
    05/05/2017

    Ja klar, diese gefühlsduseligen Frauen, die so gerne Magie um sich herum haben und hormonverseucht vulnerabel für jeden Hokus-Pokus zu haben sind… Ganz ehrlich, paternalistischer habt ihr’s nicht? Der oben zitierte Text mit der Vulnerabilität bezieht sich auf die Unerfahrenheit von Müttern in Bezug auf den Ablauf so einer Geburt und die richtige Versorgung eines solchen kleinen Wurmderls. Aber das heißt nicht, dass Frauen so doof sind, dass sie in dieser Phase plötzlich (soweit vorhanden) ihre kritische Denkfähigkeit aufgeben und fürderhin an Hokuspokus glauben, nur weil so eine Hebamme ihnen Kügelchen andreht. Wer vorher Homöopathie abbgelehnt hat, wird es auch mit großer Wahrscheinlichkeit weiter tun. Und dass frau erst jetzt überhaupt damit in Berührung käme: Glaubt ihr wirklich, dass man hierzulande ins gebährfähige Alter kommen kann, ohne jemals von irgendwem Kügelchen empfohlen bekommen zu haben? Magieglaube ist übrigens kein grundsätzliches Frauending, geht mal mit männlichen Fußballfans ins Stadion (“VereinX hat noch nie verloren, wenn sie an einem Montag im StadionY gegen eine italienische Mannschaft gespielt haben”); bei Verschwörungstheorien sind Männer ziemlich vorne dran. Dass Frauen eher bei gesundheitlichen Themen Blödsinn glauben, liegt daran, dass sie sich für dieses Thema Gesundheit halt oft auch mehr interessieren als Männer. (Soll nicht heißen, dass ich eine qualifizierte Ausbildung für Hebammen ohne Homöopathie und dergleichen nicht begrüßen würde, im Gegenteil).

  16. #16 RPGNo1
    05/05/2017

    @noch’n Flo
    Gegen Klatsch und Tratsch auf YouTube und Geschichtsbuch, aber auch ganz klassisch aus Gala und Bunte ist leider noch kein Kraut gewachsen. Das infiziert Männlein genauso wie Weiblein.

  17. #17 zimtspinne
    05/05/2017

    inga, jetzt entfernst du dich aber sehr weit weg von der Realität hin zu Wunschdenken und Frauensolidarität.

    Es betrifft auch keineswegs nur Gesundheitsthemen.
    Ich habe bisher noch kaum jemals einen Mann gekannt, der mit Reiki, Handlesen oder Astrologie etwas am Hut hatte; Männer kennen zum Großteil nicht mal ihr Sternzeichen und machen darüber gerne auch mal Witze in Runden mit Frauenbeteiligung.
    Es sind auch meist Frauen, die auf emotional gesteuerte Züge viel zügigiger aufspringen wie Veganismus, Bio-Wahn u.ä.
    Und das hat nicht nur mit höherem Gesundheitsbewusstsein zu tun, denn analog dazu müssten Männer in ihren Bereichen (Technik, Autos, Sport) genauso anfällig für spinnerte Ideen sein, sind sie aber nicht. Ich kenne/kannte viele fußballbegeisterte Männer, keiner davon kruschelt in magischen Denkspiralen herum. Sicher gibts da auch Ausnahmen, sind aber Ausnahmen und nicht die Regel, mit der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben gezielt nach “naturverbunden/spirituell” gesucht haben. Das sind keine Ausnahmen, man könnte beliebige zehn Frauen auf der Straße anquatschen und mit Sicherheit hätten davon mindestens die Hälfte schon Globuli konsumiert und wahrscheinlich 8 schon einmal an Homöopathie gedacht oder in der Apotheke danach gefragt oder sich sonstwie für esoterische Dinge interessiert.

    Frauen sind einfach viel anfälliger für spirituell oder mystisch angehauchtes Zeugs, was sicher irgendwie mit ihrer Gefühlswelt zu tun hat und dass Frauen nun mal eine andere Gehirnanatomie und Hormonspiegel aufweisen, wirst du ja wohl kaum leugnen. Weshalb sollte das keine Auswirkungen auf ihr Verhalten haben?

    Verschwörungstheorien mögen ja eher Männer ansprechen, glaub ich sofort. Wird aber eher mal durchgehechelt am “Stammtisch” und beeinflusst nicht ihr Leben gravierend oder überhaupt.

    Hätten Männer die Ansage, würden Geburten ohne großes Vorher-Nachher-Brimborium im dafür perfekt eingerichteten Kreißsaal stattfinden, – ohne sie. 😀

  18. #18 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/05/2017

    @ zimtspinne:

    In München hat ja heute auch wieder ein Prozess gegen eine Hebamme, die sich zuviel zugetraut hatte, begonnen. Die Eltern waren nach dem Blasensprung mitten inder Nacht noch instinktiv in die Klinik gefahren, wo man ihnen geraten hatte, das Kind unbedingt dort zur Welt zu bringen. Aber die Hebamme riet per Telefon zur Hausgeburt – und die Eltern hörten auf sie.

    Erst um 21 Uhr des Folgetages traf die Hebamme bei der gebärenden Mutter ein – als das Kind schon seit 2 Stunden im Geburtskanal steckte. Die Hebamme gab Kügelchen und Durchhalteparolen. Das Tokogramm schloss sie nur alle 2 Stunden kurz an “um das Kind nicht zu stören”. Als dann das Kind am nächsten Morgen geboren war, musste es vom Notarzt reanimiert werden – heute ist er Junge 3 Jahre alt und hat schwerste Hirnschäden.

    Die Hebamme hält sich für unschuldig, behauptet kackdreist, die Eltern über die Gefahren der Hausgeburt hinreichend aufgeklärt zu haben.

    Man könnte kotzen!

  19. #19 zimtspinne
    05/05/2017

    ohje, ganz so schlimm war es bei meiner Bekannten nicht. Deren Hebamme erkannte schon ihre Grenzen, erweiterte sie aber auch ständig auf Druck ihres Schützlings und versuchte um jeden Preis die angepeilte Hausgeburt doch noch zu realisieren.
    Ich denke nicht, dass dahinter Geschäftssinn stand oder niedere Motive, diese Hebamme war einfach auch der Meinung, eine natürliche Geburt im gewohnten Umfeld sei das beste, speziell, wenn die Zugebärende sich partout drauf versteift hat. Da hätte sie einfach professioneller reagieren müssen und konsequent handeln statt schon bis in die rechtliche Grauzone ihrer Klientin entgegenzukommen. Sie hat zum Schluss aber dann tatsächlich gesagt, sie verantwortet eine Hausgeburt nicht mehr und empfiehlt das Krankenhaus.
    Dort ging es dann aber lustig und eigentlich noch krasser so weiter wie bisher…. die KH-Hebamme arbeitete mit Akupunktur und verabreichte Globuli um den Muttermund zum Öffnen zu bewegen (O-ton, habe an der Stelle extra nochmal nachgefragt).
    Wie kann das denn sein, dass Hebammen sich in einem Krankenhaus derart austoben können? Gehen die auf Station und kochen dort nebenher ihre eigenen Süppchen? Es wäre natürlich möglich, dass meine Bekannte sich gezielt solch eine Esoterikassistentin gesucht hat, aber dennoch war die ja dort scheinbar beschäftigt und das scheint wohl auch das Normalprogramm zu sein, so selbstverständlich, wie es gehandhabt wurde.
    Gegen etwas Wohlfühlatmosphäre ist ja auch nichts einzuwenden.

  20. #20 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/05/2017

    @ zimtspinne:

    Bei manchen Hebammen hat der Hang zur Hausgeburt schon etwas von einer Ideologie. Bei Psiram wurde letztes Jahr mal ein besonders übler Fall dokumentiert:

    https://blog.psiram.com/2016/07/der-fall-rockel-loenhoff-eine-hebamme-und-die-toedliche-brauchtumspflege-teil-1-juristerei/
    https://blog.psiram.com/2016/07/der-fall-rockel-loenhoff-eine-hebamme-und-die-toedliche-brauchtumspflege-teil-2-taeterin-und-tat/
    https://blog.psiram.com/2016/07/der-fall-rockel-loenhoff-eine-hebamme-und-die-toedliche-brauchtumspflege-teil-3-die-unterstuetzer-und-eine-schlussbetrachtung/

    Und dann gibt es noch die ganz extrem “naturverbundenen” Mütter:

    http://www.geburt-in-eigenregie.de/2013/02/26/kam-alleingeburt-wald-15571393/
    http://www.brigitte.de/familie/mitfuehlen/ungewoehnliche-geburt–frau-entbindet-baby-in-der-natur-10830584.html
    (letztgenannter Link enthält sogar ein Video der Geburt – bitte nur mit starkem Magen und noch stärkeren Nerven anschauen!)

    Das ist dann schlichtweg nur noch Wahnsinn!

  21. #21 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/05/2017

    @ zimtspinne:

    Wie kann das denn sein, dass Hebammen sich in einem Krankenhaus derart austoben können? Gehen die auf Station und kochen dort nebenher ihre eigenen Süppchen?

    Bei der Geburt unseres ersten Sohnes hatten wir auch so ein Exemplar am Start – die wollte meiner Frau gegen die Schmerzen und zur Geburtsförderung auch Glaubuli geben. Nachdem wir das empört von uns gewiesen hatten, kamen aber auch keine entsprechenden Vorschläge mehr und der Rest der Geburt lief einigermassen professionell ab (unser Grosser hatte sich im Geburtskanal mit seiner Nabelschnur verheddert, was die (sehr junge) Hebamme recht routiniert gemanagt hat – allerdings hat sie meiner Frau zwischendurch auch die falschen Press-Kommandos gegeben, weswegen meine Frau nach der Geburt wegen “ausgedehnter Weichteilläsionen” notoperiert werden musste – sie hat später sehr geschimpft: “Hätte ich gewusst, dass ich heute noch eine PDA (Periduralanästhesie) bekomme, hätte ich die gleich von Anfang an genommen!”).

    Aber alles in allem waren wir mit unserer Geburtsstation sehr zufrieden. Vor allem die Geburt unseres zweiten Sohnes (mit einer Hebamme kurz vorm Rentenalter – die es erfreulicherweise nahezu komplett mir überliess, meiner Frau die notwendigen Kommandos zu geben) lief extrem routiniert ab.

  22. #22 noch'n Flo
    05/05/2017

    @ tomtoo:

    Oh, wir Ärzte haben ja durchaus auch unsere “Rituale” – mit mehr oder weniger magisch-mystischem Inhalt. In meiner Praxis habe ich es schon oft erlebt, dass Patienten sich darüber empört haben, dass ich ihnen in der Konsultation nicht den Blutdruck gemessen habe. Obwohl das in der jeweiligen Situation gar nicht notwendig gewesen wäre.

    Ein paar Patienten haben sogar schon mit genau dieser Begründung ihre Unterlagen abgeholt und sind zu einem anderen Kollegen gewechselt. Da kann ich stundenlang erklären, warum die Blutdruckmessung nicht bei jeder Konsultation wegen einer Warze oder Halsentzündung notwendig ist – für nicht wenige Patienten gehört die Blutdruckmessung schlichtweg zum “Ritual des Arztbesuchs”.

    (Und ganz nebenbei: da ca. 15% der Bevölkerung an einer “Weisskittel-Hypertonie” leiden – d.h., dass ihr Blutdruck bei Messungen in der Arztpraxis grundsätzlich deutlich höher ist als bei der Selbstmessung zuhause – ist die Messung beim Arzt sowieso wenig aussagekräftig. Insbesondere bei Patienten, die eh wegen zu hohem Blutdruck in Behandlung sind, sind die regelmässigen Selbstmessungen viel aussagekräftiger als die gelegentliche Messung in der Arztpraxis. Aber das verstehen leider nur die wenigsten Patienten.)

    Ein weiteres anschauliches Beispiel sind die Blockaden zwischen der Wirbelsäule und dem Becken (im “Kreuz-Darmbein-Gelenk” (oder auf ‘schlau’: “Ileosakralgelenk”)), bei denen der Ischiasnerv zwischen sich verspannenden Muskeln eingeklemmt wird. Ist meistens sehr schmerzhaft.

    Dafür gibt es ein sehr einfaches Mobilisationsmanöver, welches jeder Patient eigentlich auch problemlos selber durchführen kann, und nach dessen Anwendung sich unmittelbar eine Schmerzreduktion ergibt. Ich zeige jedem Patienten, der mich mit einer akuten Ischialgie aufsucht, wie er dieses Manöver selber durchführen kann. Trotzdem sehe ich nicht wenige Patienten nach Monaten bis Jahren mit derselben Problematik wieder – weil sie sich einfach nicht trauen, das Manöver selbst durchzuführen; das soll doch lieber “der Doktor” machen. Damit es auch “richtig” wirkt.

    Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, dass die meisten Patienten schlichtweg Rituale und Magie wollen. Da kommt man auch mit noch so viel Aufklärung und guten Argumenten einfach nicht gegenan.

  23. #23 anderer Michael
    06/05/2017

    “Unsere “3 Geburten sind schon etwas her, zum Glück ohne Probleme in einem kleinen Provinzkrankenhaus , ohne ärztliche Beteiligung , abgesehen von meiner Wenigkeit bei Geburt 1, ich war tatsächlich eine Zeitlang alleine im Kreißsaal und Geburt 2 , dort holte die Hebamme den Belegarzt wegen mentoanteriorer Gesichtslage ( d.h. das Kind “schaut “nicht das Gesäß der Mutter an , sondern hat sich um 180° gedreht, “blickt” den erstaunten Vater an und kann bei Austritt den Kopf beugen(wichtig wegen Geburtsmechanik), allerdings gehäufte Rate von Dammrissen geringen Ausmaßes). Damals ist mir schon aufgefallen, dass die Hebamme bei Wehenschwäche meiner Frau Globuli anbot. Wir schauten uns an ( meine Frau und ich) , wunderten uns , und meine Frau schluckte das Zeug, um die Stimmung nicht zu verderben und der Hebamme gegenüber ( fachlich ansonsten keine Kritik von mir) nicht die besserwissende Ärztin rauszukehren.
    Diese Problematik hat sich in den letzten Jahren verstärkt.Auf der Internetseite der Hebammeninteressensvertretung gibt es eine Positionverlautbarung zur Homöpathie, die an Peinlichkeit der Auffassung der Deutschen Ärzteschaft in nichts nachsteht ,zur Erklärung : die Bundesärztekammer sieht Homöopathie als integralen Bestandteil ihrer Medizin an
    Durch die vielen Diskussionen im ScienceBlog ( insbesondere Gesundheitcheck )habe ich meine Meinung dazu geändert, von ablehnender Neutralität ( noli me tangere) zu klarer eindeutiger Gegnerschaft.
    Ich hoffe, dass die zitierte Maßnahme zu mehr kritischer Distanz gegenüber der Homöopathie bei den Hebammen führt, die einen wichtigen Berufszweig vertreten und keineswegs nur untergeordnete Anhängsel von Ärzten sind. Viel Hoffnung habe ich nicht. Die Zuwendung zu parawissenschaftlichen Methoden muß bei Patienten und Heilkundigen tiefer liegen.

  24. #24 Markus Termin
    Prag
    06/05/2017

    Man nennte es im Klartext Inquisition. Dunkelstes Mittelalter und Entrechtung der Frauen (Stichwort “Nasciturus” als Rechtsperson unter Umständen gegen die Mutter). Zum Glück ist die Ärzteschaft in Deutschland nicht geschlossen so dumm, dass sie auf die Hilfe der Hebammen verzichten will. Wer einmal erlebt hat, wie eine einzige kenntnisreich eingesetzte homöopathische Gabe den ganzen Geburtsverlauf schnell und positiv beeinflussen kann, wird auf homöopathische Hilfe bei der natürlichen (und leider seltener werdenden) Geburt (und überhaupt für Kleinkinder, bei Stillproblemen, bei Schreikindern) nicht verzichten wollen. Die dreisten und kenntnisfreien Diffamierungen aus diesem Blog werden frei denkende Menschen als das einordnen können, was sie sind: eine Süde wider den heiligen Geist.

  25. #25 Markus Termin
    06/05/2017

    “Sünde”, yes …

  26. #26 RPGNo1
    06/05/2017

    Lieber MT, ich prophezeie dir folgendes: Wenn du Kinder bekommen könntest, dann wärst du scheinheiliger Schleimer der erste, der bei der Geburt aufgrund der Wehenschmerzen nach echten Medikamenten schreien und Homöopathika zum Teufel wünschen würde.

  27. #27 tomtoo
    06/05/2017
  28. #28 tomtoo
    06/05/2017

    “”Die dreisten und kenntnisfreien Diffamierungen aus diesem Blog werden frei denkende Menschen als das einordnen können, was sie sind: eine Süde wider den heiligen Geist””

    Sag mal @MT musst du nicht öfters selbst über dich schmunzeln ?

  29. #29 zimtspinne
    06/05/2017

    MT
    Du sabberst dich mal wieder um Kopf und Kragen!
    Die gute alte Zeit gibt es nicht – eher im Gegenteil, wurde früher nicht lange gefackelt und empathisiert, von Selbstbestimmung der Gebärenden war die Geburtshilfe früher auch nicht eben geprägt. Oder meinst du, die Hebamme hat erstmal eine Stunde erläutert und diskutiert, bevor sie Hand anlegte? Erfahrungen des gewaltsamen Eingreifens waren auch gar nicht mal so selten und es wurde -anders als heute- nicht darüber gesprochen! War halt so und basta.
    Heute kann man das durchaus verlangen und ich würde das auch tun, nachfragen und erläutern lassen, wenn die Zeit dafür da ist.

  30. #30 zimtspinne
    06/05/2017

    Also nach allen Einzelerfahrungen hier zumindest scheint es Hebamme und Globuli nur im Gesamtpaket zu geben. Egal ob freiberuflich oder angestellt in der Klinik.
    Globuli kommen zum Einsatz sowohl bei normalen Geburten ohne Anzeichen von Komplikationen einfach mal als Beruhigungs-Drops als auch bei Risikoschwangerschaften mitten in der Komplikationsphase. Gleichwertig mit medizinischer Behandlung.
    Das finde ich ja schon erstaunlich, war mir nicht bekannt bisher. Wer das zahlt, frag ich mal lieber nicht.
    Habe mir gerade vorgestellt, wie ein imposant-stattlicher Weißkittel in das Szenario Akupuktur-Globuli-Rizinusaprikosentrank mit dem Skalpell klappernd hereinplatzt und sagt: “so, und nun ist es mal genug mit dem Hokuspokus, wir entscheiden jetzt, ob das Kind geholt wird oder Sie mit Ihrer langsam verkalkenden Plazenta in den Wald gehen und dort der Natur ihren freien Lauf lassen. Kein Problem, Sie unterschreiben hier und dann ab in den Wald.” :p

  31. #31 Trottelreiner
    06/05/2017

    @tomtoo:
    Wage ich bei MT dank mangelndem Ironieverständnis zu bezweifeln. Aber wo wir gerade bei unseren wirklich bildungsfernen Schichten sind…

    1.) Frage ich mich ja was eine “Süde” ist. Eine bestimmte Suppe? Oder der Körpergeruch an besonders heißen Tagen, deshalb auch der Spiritus Sanctus? Oder hat das was mit Abstinenz zu tun?[1]

    2.) Wenn wir mal betrachten was “Sünde wider dem Heiligen Geist” in der Theologie wirklich bedeutet

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sünde_wider_den_Heiligen_Geist

    gibt es bei Diskussionen mit MT auf sb.de schon Ähnlichkeiten. Nur etwas anders als MT denkt.

    [1] Ja, ich weiß, rolak kann solches Herumalbern besser.

  32. #32 Trottelreiner
    06/05/2017

    Und wir wir uns schon mit Bildungsferne beschäftigen, hier noch etwas Geschichtsnachhilfe für MT:

    1.) Wer im Zusammenhang mit der Inquisition vom Mittelalter spricht hat sich schon selbst disqualifiziert, da die verschiedenen Inquisitionen (Heilige, Römische, Spanische…) frühestens im Spätmittelalter entstanden und ihren Höhepunkt in der frühen Neuzeit hatten.

    2.) Hier sind ein paar Historiker die sich darüber streiten ob der Begriff “finsteres Mittelalter” nur strafverschärfend oder ein eigener Straftatsbestand ist.

    3.) Hört sich “nasciturus” zwar so schön lateinisch und damit ehrfurchtsgebietend an, hat aber mit Inquisition, RKK und Unterdrückung der Frau eher wenig, mit dem Erbrecht aber viel zu tun:

    “Nasciturus pro iam nato habetur, quotiens de commodis eius agitur.”

    Bedeutet, romanis eunt domus, das ungeborenes Leben schon geborenem gleichgesetzt wird wenn esihm zum Vorteil gereicht.

    IANAL, aber um mal ein Fallbeispiel zu entwerfen, Mann stirbt, Freundin ist schwanger. Kind wird eigentlich erst mit Geburt Rechtssubjekt, ist also nicht erbberechtigt (den Unterschied zwischen “ehelich” und “unehelich” lassen wir mal außen vor). Also erbt Familie des Verstorbenen alles, die Freundin nicht ausstehen kann. Deshalb gibt es in “römisch” beeinflussten Rechtssystemen den “Nasciturus”. Und Familie sucht nach unauffällig anzuwendenden oralen Abortifikantien…

  33. #33 zimtspinne
    06/05/2017

    Also, diese Wald-Sarah ist wirklich genau so, wie man sich eine Körner-Trulla vorstellt. Ich glaube, es macht ihr Spaß, alle Klischees auf einmal zu bedienen ^^

    Unmöglich dazu auch noch ihre Kleinkinder dem Kamerazwang auszusetzen, ob die sich später wohl mal über ihre vielen Klicks freuen werden?
    Wenn dann genau solche Leute über Geburtstraumata und Fremdbestimmung fabulieren, kann man schon am Verstand zweifeln.
    Die Familie, Kleinkinder und ein Baby samt Geburt im inetz zu vermarkten ist dann wohl völlig natürlich… brrrff.

    “Freilernen”, “authentisches, unreligiöses Christsein”

    zum Lachen anregend :)

  34. #34 tomtoo
    07/05/2017

    @Zimtspinne
    Unreligiöser Christ?
    Ohhhhh ich versuche doch besser die ART zu verstehen.

  35. #35 noch'n Flo
    07/05/2017

    @ Termin:

    Zum Glück ist die Ärzteschaft in Deutschland nicht geschlossen so dumm, dass sie auf die Hilfe der Hebammen verzichten will.

    Hat das irgendjemand behauptet?

    Wer einmal erlebt hat, wie eine einzige kenntnisreich eingesetzte homöopathische Gabe den ganzen Geburtsverlauf schnell und positiv beeinflussen kann, wird auf homöopathische Hilfe bei der natürlichen (und leider seltener werdenden) Geburt (und überhaupt für Kleinkinder, bei Stillproblemen, bei Schreikindern) nicht verzichten wollen.

    Pruuust! Sag mal, lieber Markus, malso ganz unter uns: bei wievielen Geburten warst Du schon dabei, dass Du Dir da ein Urteil anmassen kannst?

  36. #36 CM
    07/05/2017

    @noch ‘n Flo: Unterstellen wir “deutsches Mittelmaß” ist die Antwort auf die Frage nach der Zahl der MT-erlebten Geburten bei 1-3 (CI: 0-6) nicht-unabhängigen Geburten anzusiedeln. Bei der Begeisterung für Statistik, die MT an den Tag legt bedeutet dies: Eindeutig statistisch abgesichert! Weitere Argumente erübrigen sich also 😉

    @MT: SCNR

  37. #37 Markus Termin
    07/05/2017

    @ Noch ´n Floh: ich persönlich 5 – meine Frau über 1000, du Grossmaul.

  38. #38 Stephanie
    Hamburg
    07/05/2017

    @MT das Grossmaul bist eher du … der Schwätzer ist wieder vorbeigekommen… oje dieser Sünder wieder

  39. #39 RPGNo1
    07/05/2017

    @tomtoo

    *g*

    https://m.youtube.com/watch?v=WvUmb98EZps#

    ; )

    Daumen hoch! :)

    @MT

    ich persönlich 5 – meine Frau über 1000, du Grossmaul.

    Juhu, der Märchenonkel MT ist wieder da. Die Gebrüder Grimm hätten ihre wahre Freude an dir gehabt.

  40. #40 CN
    07/05/2017

    @MT
    Lernfähigkeit gehört nicht so zu Ihren Stärken?! Ist es hier schon mal vorgekommen, dass Ihre “Meinung” in irgendeiner Art Anerkennung bekommen hat? Sie sollte an anderen Stellen schwurbeln. (So frei nach den Grimms….Dort hinten, hinter den Furten, bei den 5 Geburten… )

  41. #41 rolak
    07/05/2017

    hinter den Furten

    Falls Du aus der passenden Richtung guckst, CN, wäre es mehr hinter Fürth.

  42. #42 Bullet
    08/05/2017

    Und kaum hat der Markus mal wieder einen über den Durst getrunken, fühlt er sich erneut stark genug, hier in den Kommentarbereich zu kacken.
    Widerlich.

  43. #43 noch'n Flo
    Schoggiland
    08/05/2017

    Leutz, nun gehen wir doch mal dvon aus, dass MT tatsächlich bei 5 Geburten dabei war. Dann ergeben sich folgende neue Fragen:

    @ Termin:

    1. Bei wievielen dieser 5 Geburten wurde HP eingesetzt?
    2. Bei wievielen Einsätzen hatte die HP einen positiven Effekt?
    3. Wie genau sah dieser aus?
    4. Woher weisst Du, dass dieser positive Effekt von der HP kam?

  44. #44 tomtoo
    08/05/2017

    @nnF

    Eins muss ich sagen. Respekt! Du gibst wirklich nicht auf. Aber das mit der Logik ist halt so eine Sache, wenn der Glaube so gerne im Weg steht.

  45. #45 inga
    08/05/2017

    @zimtspinne:
    Soso, plötzlich, also wenn es die eigenen Vorurteile bestätigt, ist Anekdotenwissen also plötzlich okay (“ich kenne kaum Männer…”). Ich kenne im weiteren Bekanntenkreis: einen Kollegen, der gegen die Bildschirmstrahlung einen riesigen Rosenquarz mit in die Arbeit bringt, der regelmäßig nach Hause gebracht wird, um ihn “wieder aufzuladen” (keine Ahnung, was für einen Hokuspokus er da macht, wahrscheinlich legt er ihn über Nacht in Granderwasser), einen Ostheopathen, der mir erklären wollte, dass “energetisch angereichertes” Wasser nachweislich die Fische in einem Teich besser gedeihen lässt. Eine Kollegin, die Pickel bekommt, wenn man es auch nur wagt, sie nach ihrem Sternzeichen zu fragen. Einen Bekannten aus dem Reitstall, der viel Geld dafür ausgibt, “japanisches Heilströmen” zu erlernen, um bei seinem störrischen Pferd durch Handauflegen Blockaden zu lösen. Ich könnte ewig so weitermachen. Und wer hat jetzt recht?
    Und ja, wenn es um Technik geht, sind Männer annfälliger für Schwachsinn. Da gibt es Hifi-Kabel, die kosten tausende Euro pro Meter. Für den Klang. Ja, ganz bestimmt. Und an Chemtrails, Alienentführungen und krude Verschwörungstheorein glauben auch eher Männer als Frauen. Ich sag nur Reichsbürger. Aber natürlich kann man die Torlinie verschieben und sagen, das sei was ganz anderes, halt auch irgendwie irrational, aber halt ganz was anderes als Zuckerkügelchen (Hinweis: Die allermeisten nehmen Homöopathie eher als Ergänzung oder bei kleineren Zipperlein, auch hier sind die wenigsten Hardcore-Spinner, die ihr Leben danach ausrichten).

    Ich weiß nicht, was mit meiner weiblichen Gehirnchemie oder meinem Hormonspiegel nicht stimmt, aber ich habe noch nie nach “spirituell/naturverbunden” gegoogelt. Ich sollte dringend, zum Arzt, wahrscheinlich bin ich in echt ein Mann. In Mathe und Physik hatte ich auch immer Spaß, dabei geht das doch gar nicht mit einem weiblichen Gehirn! Und erst den Hormonen! Lol.

  46. #46 rolak
    08/05/2017

    weiß nicht, was

    Also dafür brauchts doch wirklich kein überlebtes WeggetretenenFortgeschrittenenSeminar in mesmerisch-ganzheitlichen Empathismus, inga, Du bist einach zu schräg drauf.
    Deutlich sich aus dem Transzendentem im Banalen materialisierend im aufstrebenden Nichtbuchstaben Deiner Suchmaske.

    Hormone

    Also die können ja nun wirklich gar nichts damit zu tun haben. Immerhin heißt es ‘das Hormon’ und sowas ist völlig neutral.

  47. #47 tomtoo
    08/05/2017

    @inga

    Ja gefällt mir dein Beitrag. Nicht zu vergessen die Spritsparenden oder Leistungsteigernde”Additiv” wässerchen.

    Soviel nehmen wir uns da wohl nicht.

  48. #48 inga
    08/05/2017

    Ist doch wahr. Da geht es um Hebammen, die Irrationales verbreiten und dann steht da in den Kommentaren sowas: “Frauen sind einfach viel anfälliger für spirituell oder mystisch angehauchtes Zeugs, was sicher irgendwie mit ihrer Gefühlswelt zu tun hat und dass Frauen nun mal eine andere Gehirnanatomie und Hormonspiegel aufweisen, wirst du ja wohl kaum leugnen. Weshalb sollte das keine Auswirkungen auf ihr Verhalten haben?” – und bleibt völlig unwidersprochen. Meine Herren: Bei euch piepts wohl!

  49. #49 tomtoo
    08/05/2017

    @inga

    Wobei so du als Frau ? Warst du im ersten moment nicht auch begeistert als man im hifi-exclusive endlich herausgefunden hatte, das in Kuhpippi eingelegte Lautsprecherkabel einfach besser klingen ?

  50. #50 inga
    09/05/2017

    Nee, aber ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir ein saugeiles neues Weitwinkelobjekt zu kaufen, obwohl ich eigentlich gar nicht fotografieren kann. Ich erkenn ja noch nicht mal Unterschiede zu meinem nullachtfuffzehn Reiseobjektiv (immerhin: vermutlich gibt es welche. Lichtstärke ist ja nun mal kein Hokuspokus). Rational ist das auch nicht, aber ich würde mich gleich für eine bessere Fotografin halten…

  51. #51 noch'n Flo
    Schoggiland
    09/05/2017

    @ Inga:

    Nee, aber ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir ein saugeiles neues Weitwinkelobjekt zu kaufen, obwohl ich eigentlich gar nicht fotografieren kann.

    Da hätte ich sogar – ganz aktuell – etwas Passendes für Dich:

    http://de.webfail.com/19f58c2586d

  52. #52 tomtoo
    09/05/2017

    “” Rational ist das auch nicht, aber ich würde mich gleich für eine bessere Fotografin halten…””

    Pssst..psst hoffentlich liest #MT nich mit.

    Aber evtl. würde dich ja alleine der Gedanke, schon zur bessern Fotografin machen ?

    Kann mich noch an meine ersten “richtigen” Fussballschuhe erinnern.

  53. #53 Cornelius Courts
    09/05/2017

    @inga: “Meine Herren: Bei euch piepts wohl!”

    Dir ist aber schon bewußt, daß der inkriminierte Kommentar von einer Frau stammte?
    Mein Versuch einer Erklärung für die völlig unzweifelhaft vorhandene Überrepräsentation von Frauen in der Esoterik (sowohl als Anbieterinnen als auch als Abnehmerinnen) ist übrigens dieser hier:
    http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/11/29/warum-befallt-esoterik-vor-allem-frauen/

    Ich bin darüberhinaus auch überzeugt, daß es eine Männeresoterik gibt und das ist eine bestimmte Gruppe von Ideen (sowas, wie “Kabelklang”) und Verschwörungstheorien.
    (wer mal reinschauen möchte, hier: https://www.youtube.com/watch?v=NYiZR6-_37I
    Aufgabe: zählt die Frauen am Tisch)

  54. #54 inga
    09/05/2017

    @Cornelius: Echtjetzt? Kann ich kaum glauben. Da hat dann wohl _mein_ Confirmation Bias zugeschlagen.
    Ich glaube, dass es ziemlich schwer sein dürfte, zu beweisen, welches Geschlecht jetzt anfälliger für irrationales Denken ist. Wenn du “Esoterik” eher als dieses ganze Chakren-/Sternzeichen-/Globuli-Dingens wahrnimmst, könnte es sogar sein, dass Frauen überrepräsentiert sind (wie gesagt, meine höchst selektive Beobachtung im Bekanntenkreis ergibt auch da ein eher ausgeglichenes Geschlechterverhältnis). Aber das ist ja eben nicht alles. Trumpwähler sind z.B. mehrheitlich Männer gewesen, und erzähle mir nicht, dass dabei magisches Denken über den “Heilsbringer” keine Rolle gespielt habe. Klimawandelleugner sind in meiner Wahrnehmung auch eher Männer als Frauen.
    Ich glaube, es ist wenig zielführend, das überhaupt an Geschlechtern festmachen zu wollen (wie bei allen Unterschieden, die innerhalb der Frauen-/Männer-Gruppe eine höhere Varianz haben als zwischen den Gruppen). Wir sollten uns da nichts vormachen: Menschen neigen zu irrationalem Denken. Wir sind gepolt auf das Herstellen von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, denn in sehr vielen Fällen ist ein zeitlicher Zusammenhang einfach auch ein ursächlicher. Das hat uns evolutionär weitergebracht. Leider führt das eben auch zu blödsinnigen Schlüssen. Und vor diesen ist halt niemand gefeit, auch nicht diejenigen, die auf einem Gebiet (z.B. Homöopathie) in der Lage sind, sich dem Thema rational zu nähern, zu wissen, was Doppelblindstudien sind und was ein Wirknachweis. Aber dann Anekdotenwissen heranziehen, um zu “belegen” dass Frauen die größeren Spinnerinnen sind.
    Wir halten uns halt alle selbst für vernünftig, weil wir gar nicht merken, wann wir in die typisch menschliche Fallen namens selektive Wahrnehmung, Bestätigungsfehler tappen oder Koinzidenz mit Kausalität verwechseln. Würden wir es merken, würden wir ja nicht reintappen.

  55. #55 inga
    09/05/2017

    @noch’n Flo: Nanana, sooo ein Noob bin ich dann auch wieder nicht, dass ich nicht merken würde, dass das gar kein Weitwinkel ist. In dem, welches mir vorschwebt, kann man vielleicht zur Not übernachten, aber es würde schon eng werden.

  56. #56 zimtspinne
    09/05/2017

    Na, inga, da bist du jetzt aber von der Esoterikaffinität geschickt übergesprungen zu allgemeinen irrationalen Denk- und Verhaltensweisen.
    Hier ging es aber eher um Esoterik in einer weiblichen Domäne.
    Es sind auch überwiegend Frauen, die zur Weitergabe dieser Bauchgefühlsrituale und religiös oder abergläubisch gefärbten Traditionen beitragen.
    Wäsche darf sonntags nicht öffentlich aufgehängt werden, das Hochzeitskleid vor der Hochzeit vom Bräutigam keinesfalls geischtet werden, Glücksbringer oder Talismane verteilen, Glückskekse lesen – wer tut das eher und wer zieht dabei regelmäßig die Augenbrauen hoch oder reißt Witze drüber?
    Frauen sind auch hauptsächlich dafür zuständig, ihre Kinder vom Kinderarzt fernzuhalten und mit Glücksnahrung zu versorgen oder sie rein vegan zu ernähren, ohne dabei die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder zu bereücksichtigen. Das ist auch höchst übergriffig, damit wird eine Lebeneinstellung mal eben auf andere Individuuen ausgedehnt, die sich dagegen nur schlecht wehren können.
    Religiöses Tamtam wird übrigens auch überwiegend aktiv von Frauen (Müttern/Großmüttern, Tanten etc) an den Nachwuchs weitergegeben. Was natürlich auch in ihrer Rolle als soziale Vermittlerin und Bezugsperson liegt, aber wenn man bedenkt, dass die meisten außerhäuslichen pädagogischen Bezugspersonen kleiner und jüngerer Kinder ebenfalls weiblich sind (dieser Beruf wird für Männer leider erst interessant, wenn die Kinder ihre Hauptprägungsphase bereits hinter sich haben), dann ist das schon bedenkenswert und eben alles andere als irrelevant, welches Geschlecht alltagsbezogen eher esoterisch herumspinnt.

  57. #57 zimtspinne
    09/05/2017

    .. und ob die Trump-Wenigerwählerei der Frauen nun unbedingt auf rationale Gründe und politischen Weitblick zurückzuführen ist oder auf emotionale Geühle, ist doch nur eine Vermutung deinerseits, die in dein Frauenbild passt.
    Genausogut wäre es möglich, dass viele Frauen sich allein von Trumps Auftreten und Ausstrahlung abgestoßen fülten und deshalb anders wählten oder dies zumindest ihre Entscheidung beeinflusste.

    Was allgemein politische Ansichten angeht (wie Klimathematik oder allgemein Verschwörungstheorien) könnte es auch sein, dass dort Männer häufiger irrationalisieren, weil sie sich einfach viel mehr mit solchen Themen beschäftigen im Alltag als Frauen dies tun.

  58. #58 zimtspinne
    09/05/2017

    “emotionale Gefühle”…. äh ja, ich mache nebenbei noch zwei andere Dinge, bin wohl nur eingeschränkt multitaskingfähig oder mir fehlen 20% frau 😀

  59. #59 tomtoo
    09/05/2017

    Wie ist das eigentlich bei männlichen Hebammen. Ist da die Neigung zu Zuckerkügelchen ähnlich weit verbreitet ?

  60. #60 zimtspinne
    09/05/2017

    tomtoo, wenn du schon mal da bist…
    was genau meinst du eigentlich mit “Additiven”?
    Im Sport? Die sind mitnichten unwirksam…

  61. #61 tomtoo
    09/05/2017

    @Zimtspinne

    Ich meinte so was,was man in den Tank kippt und Wunder bewirkt. Meines Wissens sind da 99% von reine Geldverschwendung.

  62. #62 Cornelius Courts
    09/05/2017

    @inga: “Wenn du “Esoterik” eher als dieses ganze Chakren-/Sternzeichen-/Globuli-Dingens wahrnimmst,”

    Genau, das ist in meinen Augen die “Frauenesoterik”.

    “Ich glaube, es ist wenig zielführend, das überhaupt an Geschlechtern festmachen zu wollen (wie bei allen Unterschieden, die innerhalb der Frauen-/Männer-Gruppe eine höhere Varianz haben als zwischen den Gruppen).”

    Ich kann Dich nur noch einmal auf meinen alten Text verweisen (http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/11/29/warum-befallt-esoterik-vor-allem-frauen/). Dort heißt es:
    ‘Da es keine biologischen Hinweise dafür gibt, daß weibliche Gehirne weniger geeignet oder gut beschaffen sind für rationales, kritisches Denken und die Neigung, Behauptungen zu hinterfragen, ist ein Teil der weiblichen Vulnerabilität für Esoterik wahrscheinlich dem Einfluss von frühzeitig vorgehaltenen Rollenbildern auf Erziehung, Förderung und Ausbildung des weiblichen Selbstverständnisses sowie dem jeweiligen regiokulturellen „Doing Gender“ zuzuschreiben.’

    Du siehst also, ich glaube nicht, daß es eine höhere (biologische) Anfälligkeit von Frauen für diesen Stuß gibt, sondern daß das zu Beobachtende mit einem Rollenbild zu tun hat, das es leider gibt und – ironischerweise – auch und gerade von Frauen perpetuiert wird. Das bestätigte auch eine Kommentatorin (http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/11/29/warum-befallt-esoterik-vor-allem-frauen/#comment-6847), die schrieb:

    “Das geht soweit, dass mir, als ich mal sagte- vorsichtig- dass ich von Homöopathie und so nichts halte, von einer anderen Frau erklärt wurde, ich sei gar keine richtige Frau. Quasi eine Verräterin am eigenen Geschlecht.
    Die Begründung kann ich nicht mehr zitieren, aber ungefähr so war das gemeint: Es ginge darum, dass Männer naturwissenschaftlich und logisch denken, daher *nur* für sie die Wissenschaften wahr seien, und wir Frauen ja *gefühlsbetont* und *empathisch* seinen, und daher für uns die Esoterik wahr ist.”

    Traurig, aber wahr.
    Und man braucht auch gar keine Anekdoten zu bemühen, es gibt gute, belastbare soziodemographische Daten, denen zufolge Frauen deutlicher religiöser sind als Männer und Religion ist ja auch nur eine Form der Esoterik. Und auch hier (und nur zur Sicherheit) glaube ich nicht, daß die Ursache dafür eine minderwertige kognitive Aussattung von Frauen ist.

  63. #63 zimtspinne
    09/05/2017

    ach du meine Güte, ist bisher komplett an mir vorbei gegangen.
    Aber daran sieht man doch auch, dass dies nichts weit verbreitetes und von vielerlei Männerwelt benutztes sein kann, sonst hätte ich das schon längst mitbekommen 😀

  64. #64 tomtoo
    09/05/2017

    @Zimtspinne

    Da gibts wohl auch immer so in und out Phasen. ; )

  65. #65 tomtoo
    09/05/2017

    @CC

    Aber das wäre doch eine spannende Untersuchung. Also neigen männliche Hebammen auch mehr zur Esoterik. Sind sie Globulis eher zugänglich als Stahlbauschlosser ? Usw. Usw.

  66. #66 inga
    09/05/2017

    @Cornelius: Nur fürs Protokoll, ich habe das auch nicht dir vorgeworfen, sondern den dämlichen Ausspruch von Zimtspinne, die sehr wohl einen biologischen Zusammenhang anführt, kritisiert. Und ich teile halt auch deine Vermutung nicht, dass Hebammen eine Art Einfallstor für Esoterik wären. Dass Esoterik in dieser Berufsgruppe eine große Rolle spielt, keine Frage. Und auch, dass das problematisch ist. Aber meine These ist eben, dass Frauen, die ein Kind auf die Welt bringen, wohl kaum (erst) durch Hebammenglobuli auf den Homöopathie-Trichter kommen. Ich glaube nicht, dass es heute noch Frauen in dem Alter gibt, die damit nicht schon früher in Berührung gekommen sind und eine Meinung dazu haben. Hier (und zwar weniger in deinem Artikel als in den Kommentaren) wird so getan, als würden die wehrlosen werdenden Mütter aufgrund ihrer hormonellen Situation und ihrer “Hirnstruktur” zwangsläufig zu Esoterikopfern. Und sorry, das finde ich auf ziemlich eklige Weise paternalistisch. Es ist schon immer noch die eigene Verantwortung, an Blödsinn zu glauben, auch werdenden Müttern kann und sollte man die nicht absprechen.

  67. #67 inga
    09/05/2017

    @tomtoo: Ich glaube, es gibt keine männlichen Hebammen in Deutschland. Die Freundin eines Mitbewohners von mir war (ist) Hebamme und sagte, Männer würden nicht zugelassen. Keine Ahnung, ob das über eine Kammer geht oder ob es einfach keine Jobs für Männer in dem Bereich gibt. Ist auch schon eine Weile her, vielleicht gab es da inzwischen ja engagierte Männer, die sich reingeklagt haben oder so.

  68. #68 tomtoo
    09/05/2017

    @inga

    Naja in der Situation würde ich eine Hebamme schon als Kompetenz ansehen. Und wenn mir eine Kompetenz glaubolis empfiehlt (als nicht informierter) würde ich die schlucken.

    Kleiner Scherz: Evtl. sogar als informierter, nur um Stress zu vermeiden. ; )

  69. #69 inga
    09/05/2017

    @zimtspinne: Ich bin nicht “jetzt umgesprungen” sondern habe das schon in meinem ersten Kommentar #15 so geschrieben. War eines von zwei Argumenten. Ich reduziere künftig meine Argumente auf eines pro Kommentar, damit ich niemandes Gehirnchemie überfordere.

  70. #70 inga
    09/05/2017

    @tomtoo: Aber wer hat denn noch nie von einem Arzt (auch eine als Kompetenz wahrgenommene Person) ein Glauboli reingedrückt bekommen, heutzutage? Ist doch dasselbe in grün.

  71. #71 tomtoo
    09/05/2017

    @inga

    Uhhps jetzt wirds hurtig : ) hab gerade mal geschaut. Entbindungshelfer scheint wirklich nicht so ein typischer Männerberuf zu sein.

    https://www.tb-guide.de/ratgeber/gesundheit/maennliche-hebammen-ausbildung-zum-entbindungspfleger

    Die Holländer sind vorne.

  72. #72 tomtoo
    09/05/2017

    @inga

    Ja gibts auch bei Ärtzten. Machts halt aber auch nicht besser. Jetzt wirds eh verzwurbelt. Ging ja nicht um gender bla.

  73. #73 zimtspinne
    09/05/2017

    inga, erkläre doch mal, warum gibts keine männlichen Hebammen?
    Keine biologischen Gründe? Haja.
    Du verleugnest außerdem den Einfluss von Hormonen aufs Verhalten und das find ich wiederum dämlich (um auf deinem Wortniveau zu bleiben).

    Es mag sein, dass es nicht DAS weibliche und DAS männliche Gehirn gibt, aber geschlechtsspezifische Unterschiede bestimmter Hirnstrukturen oder Aktivitätsunterschiede in bestimmten Hirnarealen muss es geben, sonst müsste man auch leugnen, dass Männer und Frauen bisweilen unterschiedliche Problemlösungsansätze verfolgen (nur ein Beispiel), was wiederum bedeuten könnte, dass bestimmte weibliche Strategien kompatibler mit Esoterik sind als männliche Strategien.

    Und ich finde es auch ziemlich unwissenschaftliches Denkverhalten, anzunehmen, Hormonspiegel in der Schwangerschaft hätten keinerlei Auswirkungen aufs Verhaltensrepertoire oder noch besser, schwangerschaftsbedingte Hormonlagen gibt es überhaupt nicht, alles gleich bei jedermann und frau!

  74. #74 Ursula
    09/05/2017

    http://wien.orf.at/news/stories/2779498/
    Österreich hat immerhin schon den ersten in Ausbildung seit vergangenem Jahr. Wir sind auch (fast) immer hinten nach! Seufz!

  75. #75 inga
    09/05/2017

    Schaumal, zimtspinne, ich habe an keiner Stelle den Einfluss von Hormonen auf das Verhalten geleugnet. Soviel zur selektiven Wahrnehmung. Ich habe noch nicht einmal behauptet, dass es ganz sicher keine Zusammenhang zwischen Hormonen und der Neigung zur Irrationalität geben könnte, was ich sage ist: Dafür gibt es meines Wissens nach keinen wissenschaftlichen Beleg. Und den fordern wir doch immer ganz fleißig, wenn es um Homöopathie geht, nicht wahr? Aber kaum geht es um unsere eigenen Vorurteile, reicht es, dass meine Nachbarin total auf Esokram abfährt und mein Nachbar nicht. Und dass es an den Hormonen liegt, ist halt total plausibel (in meinem, Achtung: Soziologiestudium (!) habe ich gelernt, dass Plausibilität kein Wahrheitskriterium ist, aber so einen wissenschafttheoretischen Kram kann man natürlich gerne beiseite legen, wenn es doch um das OFFENSICHTLICHE *fußaufstampf* geht!!1!).
    Ich finde es höchst spannend, was du da alles in meine Kommentare reinliest (“keinerlei Auswirkungen aufs Verhaltensrepertoire”, überhaupt keine “schwangerschaftsbedingt Hormonlage”). Meine Güte, noch besser kannst du eigentlich meinen Punkt gar nicht belegen, wie stark gewillt du bist, meine Argumente selektiv wahrzunehmen, um deine Vorurteile zu bestätigen. Rational ist das jedenfalls nicht mehr.

  76. #76 Der Seltsame Quark
    09/05/2017

    @Inga

    Aber wer hat denn noch nie von einem Arzt (auch eine als Kompetenz wahrgenommene Person) ein Glauboli reingedrückt bekommen, heutzutage?

    *handheb*
    Ist auch ziemlich gut, für den etwaigen Arzt. Der hätte danach vermutlich ein abgekautes Ohr mehr (metaphorisch natürlich, ich bin schließlich Aikidoka und nicht Boxer) und einen Patienten weniger.

    @zimtspinne

    ach du meine Güte, ist bisher komplett an mir vorbei gegangen.
    Aber daran sieht man doch auch, dass dies nichts weit verbreitetes und von vielerlei Männerwelt benutztes sein kann, sonst hätte ich das schon längst mitbekommen

    dann achte mal beim Tanken wer da so üblicherweise V-Power/Ultimate 100/… in den Tank kippt. Kann ein normaler Nicht-Rennwagen-Motor von der Stange gar nicht ausnutzen, verkauft sich aber scheinbar trotzdem.

  77. #77 inga
    09/05/2017

    “erkläre doch mal, warum gibts keine männlichen Hebammen?
    Keine biologischen Gründe?”
    Gegenvorschlag: Du bist der Meinung, es gebe “biologische Gründe”, du belegst das. Dazu empfehle ich, zunächst zu definieren, was du unter “biologischen Gründen” verstehst. So verlangen wir das jedenfalls immer von “Spinnern”, nicht wahr? Dass sie ihre Thesen belegen und nicht wir die Gegenthese. So funktioniert halt Wissenschaft. Hach, du machst es mir echt zu einfach, zimtspinne, streng dich doch bitte etwas mehr an, ja?

  78. #78 tomtoo
    09/05/2017

    @inga

    Ich könnt ja jetzt (boshaft) sagen es gibt Biologische Gründe bzgl. der männlichen Hebammen. Nämlich , das die Weibliche Kundschaft , den Männlichen Serviceanbietern einfach mangelnde persönliche Erfahrungen unterstellt(ähm ja). Und dann doch lieber weibliche servicekräfte bevorzugt.

    Kein Stress hier ; )

  79. #79 inga
    09/05/2017

    Tja, mein lieber tomtoo, das wäre dann halt ein klassischer sozialer Grund und kein biologischer (deshalb die Aufforderung an zimtspinne, “biologische Gründe” zu definieren) 😛

  80. #80 inga
    09/05/2017

    (Erfahrung ist erworben, nicht angeboren. Da sind wir uns doch hoffentlich einig ;-))

  81. #81 tomtoo
    09/05/2017

    @Inga

    Das ist spannend. Ich kann die Erfahrung einer Geburt aber gar nicht erleben. Aus Biologischen und nicht sozialen Gründen. Also tritt man mir jetzt aus sozialen oder biologischen Gründen gegenüber skeptisch auf ?

    ; )

  82. #82 inga
    09/05/2017

    Psst, nicht alle Hebammen sind selbst Mütter. Die Geburt selbst erlebt zu haben kann also nicht das Kriterium sein, stimmt’s?

  83. #83 tomtoo
    09/05/2017

    @Inga

    Aber ursprünglich mussten Hebammen schon geboren haben. Und rein biologisch trau ich es ihr halt einfach eher zu als ihm ; )

    Ist natürlich Quatsch, aber steckt halt wohl immer noch in uns.

  84. #84 inga
    09/05/2017

    Wat meenste mit “ursprünglich”? In der Steinzeit?
    Ich finde es tatsächlich blödsinnig und würde es einem Mann genauso zutrauen, den Muttermund zu tasten und Hechelanweisungen zu geben (damit will ich die Arbeit von Hebammen nicht abqualifizieren, aber wenn es um Einfühlsamkeit geht, die können auch Männer haben. Und Frauen nicht. Einfach mal Geburtsberichte lesen…). Aber ich gebe zu, dass ich mein Wissen über Hebammenarbeit im Großen und Ganzen der Serie “Call the Midwife” entnommen habe (spielt in den fünfzigern und handelt von jungen, unverheirateten Frauen und Nonnen, die also alle keine Mütter sind, also sofern die Serie auch nur ansatzweise historisch korrekt ist, sind die Fünfziger in England schon mal nicht “ursprünglich”).

  85. #85 tomtoo
    09/05/2017

    @inga

    Nö Antike. Steht so auf Wiki.
    Gibt imho keinen Grund warum ein Mann schlechter oder besser als Geburtshelfer sein sollte.Tradition halt. Ich fands nur lustig weil sich ja Gründe da mischen.

  86. #86 zimtspinne
    09/05/2017

    Dass Männer da Berühurungsängste oder weniger Talent, Können, sogar Einfühlungsvermögen haben, glaube ich auch nicht, sonst gäbe es ja auch kaum männliche Gynäkolgen oder sie hätten einen extrem schlechten Ruf. Nicht wenige Frauen wählen sogar lieber einen männlichen Gyn, aus verschiedenen Gründen.
    Wäre die Hebamme/Geburtshelfertätigkeit ein Prestigeberuf und böte Verdienstmöglichkeiten wie die Gynäkologie, gäbs dort vermutlich auch keinen Männermangel.
    Und genau dort kommen wieder die biologischen Fakten ins Spiel, die auch heute in einer ziemlich veränderten Gesamtsituation noch kaum anders sind als vor 1000 oder 10,000 Jahren.
    Ob das den Feministinnen nun passt oder nicht 😉

  87. #87 inga
    09/05/2017

    Hä? Was ist denn das nun wieder für ein abenteuerlicher Schluss? Welche biologischen Fakten kommen da ins Spiel? Das wird ja immer irrer.

  88. #88 anderer Michael
    09/05/2017

    Männer können alles genauso gut wie Frauen ( bezieht sich nicht auf jeden Mann).
    Der Haken ist halt, Frauen nutzen Notlagen und Hilflosigkeit sehr wesentlich seltener für sexuelle Übergriffe aus. Es existiert ein Grundmißtrauen .
    Mir waren und sind für meine Töchter Erzieherinnen, Gynäkologinnen und Lehrerinnen bei schulischen Fahrten lieber.
    Wie gesagt, ich bin männlich.

  89. #89 inga
    09/05/2017

    @Anderer Michael: Die allermeisten Männer tun das aber auch nicht. Weiß nicht, ob dein Grundmisstrauen wirklich angebracht ist.