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Hinzukommt, daß die Behauptung, es gebe keine Übergangsfossilien, einfach nur dummer, ignoranter und grob falscher Schwachsinn ist. Es gibt unzählige von Übergangsfossilien für die verschiedensten Übergänge. Hier eine Liste. Es gibt „Fischopoden“, „Froschamander“, laufende Wale etc.pp.

FB: Wenn Du es bis zum Urknall zurückverfolgst, dann wäre ja quasi aus einer Explosion eine intelligente Spezies entstanden, nur durch Zufall. Und das Zufallsprinzip ist nunmal nicht, was das Universum regiert, sondern die physikalischen Gesetze und aus Chaos entsteht niemals Ordnung. In der Wüste ensteht auch nicht durch Wind ein schönes Sandschloß.

Wow, so viel Schwachsinn auf einmal. Also, erstens war der Urknall keine Explosion (damit was explodieren kann, muß ja erstmal was da sein). Zweitens befaßt sich die ET nicht mit der Entstehung von Leben. Drittens beruht die Evolution nicht auf Zufall, sondern auf Mutation und Selektion. Viertens spielt das „Zufallsprinzip“ eine erhebliche Rolle in der Quantenphysik (und damit im Universum), die selbstverständlich auch physikalischen Gesetzen gehorcht, den angedeuteten Widerspruch gibt es also nicht. Fünftens ist die Verschränkung von Variation und Selektion exakt der Mechanismus, der aus Unordnung (Chaos) Ordnung, aus Einfachheit Komplexität generieren kann und man kann sich das anhand einfacher Computerprogramme selbst ansehen. Sechstens ist die Sandburg-Variante vom Schrottplatz-Tornado einfach nur eine Variante eines Fehlschlusses, die höchstens illustriert, daß ihr Verwender die ET nicht verstanden hat.

FB: Klimatische Veränderungen bewirken z.B. daß Behaarung mehr ausgeprägt wird, deswegen hatten in der Eiszeit, als Schnee lag, die Mammuts Haare. Dann wurde es wieder wärmer und die Haare sind abgefallen, sie waren nicht mehr notwendig: die Adaption an klimatische Bedingungen, das ist Fakt.

Immerhin akzeptiert er hier einige Aspekte der Evolution als Fakt. Er hat zwar ein etwas kindliches, teleologisches Verständnis davon, so als würde sich Behaarung einfach entwickeln / verschwinden, weil es kälter / wieder wärmer wird, anstatt zu verstehen, daß Individuen mit zufällig dichterer / lichterer Behaarung bei kälter / wärmer werdenden Temperaturen Selektionsvorteile und daher größeren Reproduktionserfolg haben, so daß sich diese Merkmale in der Population verbreiten. Aber wenigstens behauptet er nicht, der liebe Gott würde, wenn er mal wieder ‚ne Eiszeit schickt, den Mammuts netterweise auch gleich mehr Fell ankleben.

FB: Aber wie soll ein Fisch zu ‘nem Leguan werden? Indem er immer aus dem Wasser springt, immer ‘ne Sekunde länger atmen kann und irgendwann selber sein Atmungssystem völlig verändert, so daß er zu einer anderen Spezies wird, wie soll das passieren?

Seufz. Jedenfalls nicht so, wie es uns Herrn Blume hier in seiner lächerlichen Micky-Maus-Vorstellung der Evolution darstellt. Für eine ausführliche Antwort verweise ich auf die Leseempfehlungen unten. Die Kurzversion ist: die zufällig durch Mutation bedingte Möglichkeit, kurz an Land überleben, bzw. sich dort bewegen zu können, hat plausiblerweise einen erheblichen Selektionsvorteil für ein ansonsten aquatisch lebendes Individuum etwa bei der Nahrungssuche bedeutet. Ein solches Individuum hatte daher bessere Überlebenschancen, besseren Reproduktionserfolg und da die Veränderung erblich war, konnten auch dessen Nachkommen davon profitieren, so daß sich die Mutation in der Population verbreitet hat. Wie sowas wahrscheinlich ausgesehen hat, kann man an lebenden Fossilien prima in Augenschein nehmen.

FB: Du kannst 1 Million Fische ans Land legen, die werden sich nicht verwandeln, die werden einfach nur sterben.

S’richtig. Und offenbar kann ein Sprechgesangsmops auch 1 Million Bücher lesen, er wird die ET nicht verstehen, sondern einfach nur dummes Zeug daherreden. Auf den berechtigten Einwurf des Interviewers nämlich, der auf die enorme Bedeutung evolutiver Zeiträume abstellt: „Ich glaube, das hat damit zu tun, daß wir hier von längeren Zeiträumen reden.“ antwortete Blume dann so:

FB: Das ist immer so die Ausrede: das ist über Jahrmillionen passiert. Macht trotzdem genausowenig Sinn. […]

Das ergibt durchaus Sinn, jedenfalls für Leute, die sich ihren Kopf nicht mit einem Nasenhaarschneider rasieren. Genau genommen ist die unvorstellbar lange Zeit, in der sich Evolution bereits abgespielt hat (also seit es Leben gibt) und sich die verschiedenen Arten auf der Welt verbreitet haben, die Voraussetzung für den heute zu beobachtenden (und im Übrigen selbstverständlich auch nur vorübergehenden) Zustand.

FB: Selbst wenn der Fisch seine Lunge ein bißchen vergrößert oder der eine Fisch überlebt ein bißchen länger an Land: der stirbt ja trotzdem, der geht ja nicht ins Wasser zurück.

Doch doch, genau das tut er und warum sollte er es auch nicht tun? Anders ausgedrückt: die Gene, die ein solch suizidales Verhalten prädisponieren, würden sehr schnell aus der Population verschwinden. Nennt man Evolution, aber das, äh, führt hier wahrscheinlich zu weit…

FB: Wenn das jetzt ins Erbgut übergehen würde, dieses verlängerte Atmen, dann gibt er das ja nicht weiter an seine Nachfolgegeneration, d.h. selbst wenn der jetzt ein bißchen länger an Land atmen kann, stirbt er trotzdem und der nächste Fisch… sein Sohn meinetwegen… oder, der hat ja keinen Sohn mehr, der zeugt ja keine Nachkommen, die irgendwie das übernehmen, was er vortrainiert hat.

Herrjeh. „Vortrainiert“ ?! Jetzt auch noch Lamarckismus… ob er denkt, daß seine Nachkommen auch ganz viel Bizeps haben werden, wenn er nur ausreichend wenig Salat verspeist?

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