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	<title>ScienceBlogs auf Deutsch &#187; Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</title>
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	<description>Wissenschaft - Kultur - Politik</description>
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		<title>Kenneth N. Waltz 1924-2013 [zoon politikon]</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:09:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ali</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie den meisten sicherlich aufgefallen ist, komme ich derzeit nicht zum Bloggen. Gestern habe ich nun gelesen, dass Kenneth Waltz gestorben ist. Da das Fach der Internationalen Beziehungen hier Blogprogramm ist, muss ich mir die Zeit für eine kurze Notiz wohl trotzdem nehmen. Alle die einen Einführungsvorlesung zu Internationalen Beziehungen belegen sind Kenneth Waltz begegnet.&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie den meisten sicherlich aufgefallen ist, komme ich derzeit nicht zum Bloggen. Gestern habe ich nun gelesen, dass Kenneth Waltz gestorben ist. Da das Fach der Internationalen Beziehungen hier Blogprogramm ist, muss ich mir die Zeit für eine kurze Notiz wohl trotzdem nehmen.<span id="more-32181"></span> Alle die einen Einführungsvorlesung zu Internationalen Beziehungen belegen sind Kenneth Waltz begegnet. Wenn die verschiedenen Denkschschulen holzschnittartig präsentiert werden, dann hat auch der Neo-Realismus immer seinen festen Platz (wir erinnern uns: <a href="http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/12/17/internationale-beziehungen-von-midlleearth-teil-i/">Die Orks</a>). Waltz ist der geistige Vater dieses Theoriengebäudes.</p>
<p>Eigentlich wollte ich in zwei Sätzen erklären, was denn dieser Neo-Realismus genau postuliert. Zu meiner Freude habe ich festgestellt, dass ich dass vor nicht ganz einem Jahr schon in einem Blogeintrag getan habe: <a href="http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/19/aus-dem-lexikon-der-internationalen-beziehungen-neo-realismus/">Aus dem Lexikon der Internationalen Beziehungen: Neo-Realismus</a></p>
<p>In verlinkten Post schreibe ich auch über die zwei Dinge, die ich in einem Nachruf erwähnen wollte: Erstens dass Waltz wesentlich undogmatischer war als viele seiner geistigen Nachfolgerinnnen und Nachfolger. Er sah seine Theorie vor allem in der politischen Philosophie verankert. Zweitens sein Buch &#8220;Man, State and War&#8221; (ursprünglich seine Doktorarbeit und ein Klassiker in unserer Disziplin), ist nicht nur sehr lesenswert, sondern viele werden darin kaum die Karikatur erkennen, zu der der Mythos durch zu häufiges <em>Name-Dropping</em> und zu seltenes Lesen, heute geworden ist.</p>
<p>Waltz war der Meinung, dass sich unser Fach auch in die Politik einmischen sollte und tat dies auch mit Verve. <em>Foreign Affairs</em> hat nun um ihn zu würdigen ein paar <a href="http://www.foreignaffairs.com/features/collections/in-memoriam-kenneth-n-waltz">Artikel von ihm zugänglich gemacht </a>wo man dies auch schön sieht. Einer davon (zum Iran) hat den oben verlinkten Eintrag ausgelöst. Eine regelmässig aktualisierte Sammlung von Links zu Nachrufen <a href="http://themonkeycage.org/2013/05/13/kenneth-waltz-has-died">findet man bei</a> <em>The Monkey Cage</em>.</p>
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		<title>Fallschirmspringen am Mt. Everest [Flug und Zeit]</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 15:51:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga Kleisny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[everest skydive]]></category>
		<category><![CDATA[Mount Everest]]></category>
		<category><![CDATA[Pilatus Porter]]></category>
		<category><![CDATA[Tandemspringen]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Schäfer ist Gründer und Chefredakteur des führenden Deutschen Fallschirmsportmagazins FreifallXpress. Im Gastbeitrag des flugundzeit-Blogs gibt er heute eine weitere Anregung für Leser, die noch auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer sind, denen es noch zu lange dauert bis zum ersten Weltraumflug für jedermann/frau und mit vielen geparkten Euronen auf dem Konto, auf welchem&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #666699;">Peter Schäfer ist Gründer und Chefredakteur des führenden Deutschen Fallschirmsportmagazins <em>FreifallXpress</em>. Im Gastbeitrag des<em> flugundzeit-Blogs</em> gibt er heute eine weitere Anregung für Leser, die noch auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer sind, denen es noch zu lange dauert bis zum ersten Weltraumflug für jedermann/frau und mit vielen geparkten Euronen auf dem Konto, auf welchem auch immer…</span></p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/flugundzeit/files/2013/05/timthumb-2.jpg"><img class="size-large wp-image-1191 aligncenter" alt="Bekannte Gesichter aus der Springerszene am Mount Everest Foto: Everest-Skydive" src="http://scienceblogs.de/flugundzeit/files/2013/05/timthumb-2-300x71.jpg" /></a></p>
<p>Er gehört fast schon zum Standardrepertoire eines begeisterten Bergsteigers: der Mount Everest. An manchen Tagen finden sich dort bis zu 200 Menschen. Seit 2008 nähert sich – in gewisser Weise aus anderer Richtung – eine andere Spezies dem höchsten Gipfel der Erde: Fallschirmspringer. Und ihre (Tandem)Gäste. So ließ der amerikanische Fernsehsender CNN kürzlich verlauten, dass ein Sprung aus mehr als 8.848 Metern in Sichtweite des Mount Everest bereits als eine jener zehn Aktivitäten zu werten ist, die man im Leben unbedingt einmal gemacht haben sollte.</p>
<div id="attachment_1192" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://scienceblogs.de/flugundzeit/files/2013/05/timthumb-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1192" alt="Mount Everest: mal nicht in der Schlange hochklettern, sondern als Tandem &quot;erfliegen&quot; Foto: Everest-Skydive" src="http://scienceblogs.de/flugundzeit/files/2013/05/timthumb-1-300x71.jpg" width="300" height="71" /></a><p class="wp-caption-text">Mount Everest: mal nicht in der Schlange hochklettern, sondern als Tandem &#8220;erfliegen&#8221;<br />Foto: Everest-Skydive</p></div>
<p>Als „Abenteuer, das alle anderen Abenteuer überbietet“, beschreibt es etwas vollmundiger der Veranstalter <a href="http://www.everest-skydive.com" target="_blank">„Everest Skydive“ (ESD)</a>. Und lässt dabei offen, ob das Adrenalin, dass dabei durch die Adern der Kundschaft schießen soll, durch den Sprung selbst oder bereits durch den Preis für das Erlebnis erzeugt wird. Der Einzelsprung wird mit 25.000 USD berechnet, wohingegen ein Tandemsprung mit 35.000 USD vergleichsweise günstig erscheint.</p>
<p>Der erste Skydive in der Nähe des höchsten Berges der Welt fand 2008 statt. Seitdem wurden bislang mit 152 Solo- und 42 Tandemsprüngen insgesamt 194 Sprünge absolviert. Ob sie aus einer Pilatus PC-6, also einem einmotorigen Flugzeug, oder einem AS350 B3 Helikopter abspringen wollen, entscheiden die Teilnehmer selbst. Das Team der begleitenden Tandemmaster, Rigger und Springer besteht aus in der Szene weltweit bekannten Fallschirmspringern.</p>
<p>Gelandet wird entweder im Basecamp auf dem Ama Dablam oder im kleinen nepalesischen Örtchen Syanboche. Beide Plätze gehören mit rund 4.600 beziehungsweise 3.700 Höhenmetern zu den höchsten Landeplätzen für Skydiver.<br />
Peter Schäfer</p>
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		<title>Zahlen in Indien [Mathlog]</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 07:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein neu auf Youtube geladenes Video (aus einer Dokumentation von 2008) mit Marcus de Sautoy &#252;ber die Geschichte der Mathematik in Indien, sehenswert nicht nur wegen der Mathematikgeschichte, sondern vor allem auch wegen der vielen Sehensw&#252;rdigkeiten und Bildern aus dem heutigen Indien:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neu auf Youtube geladenes Video (aus einer Dokumentation von 2008) mit Marcus de Sautoy &uuml;ber die Geschichte der Mathematik in Indien, sehenswert nicht nur wegen der Mathematikgeschichte, sondern vor allem auch wegen der vielen Sehensw&uuml;rdigkeiten und Bildern aus dem heutigen Indien:<br />
<iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/6sszJasTn4o" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Wolfgang Büchner: neuer Spiegel-Chef [Flug und Zeit]</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 10:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga Kleisny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Büchner Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredakteur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man öffentlich kritisiert (inklusive der Kommentare), dann muss man auch berichten, wenn es einen Neuanfang gibt. Wolfgang Büchner, ehemaliger Spiegel-Online-Co-Chef, und jetzt noch dpa-Chefredakteur, bringt die Voraussetzungen für einen gelungen Neuanfang mit. Auszug aus seinen internen dpa-Richtlinien und Standards zur Qualitätssicherung im Journalismus, die 2009 versehentlich online gingen (hier in Auszügen): Eine Story, die&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man öffentlich <a href="http://scienceblogs.de/flugundzeit/2013/04/12/mayday-beim-spiegel/" target="_blank">kritisiert (inklusive der Kommentare)</a>, dann muss man auch berichten, wenn es einen Neuanfang gibt. Wolfgang Büchner, ehemaliger Spiegel-Online-Co-Chef, und jetzt noch dpa-Chefredakteur, bringt die Voraussetzungen für einen gelungen Neuanfang mit. Auszug aus seinen internen dpa-Richtlinien und Standards zur Qualitätssicherung im Journalismus, die 2009 versehentlich online gingen (hier in Auszügen):</p>
<blockquote><p>Eine Story, die zu gut ist, um wahr zu sein, ist vermutlich genau dies: nicht wahr. Je größer und unwahrscheinlicher eine Story ist, desto gründlicher müssen wir sie überprüfen.</p>
<p>Im Wettbewerb mit der Konkurrenz geht Richtigkeit immer vor Geschwindigkeit.</p>
<p>Organisation: bei exklusiven Informationen, die das Potenzial haben, zur Nachricht des Tages zu werden, werden künftig sofort vom CvD/Ressortleiter mindestens zwei Mitarbeiter zur Verifizierung von Informationen und Recherche freigestellt. Diese Taskforce widmet sich dann ausschließlich der Berichterstattung über dieses Thema. Das gilt auch in dem Fall, dass der dpa ein schwerer Fehler unterlaufen ist und dieser aufbereitet und gegenüber den Kunden dokumentiert werden muss.</p>
<p>Ortskompetenz: Der ortsansässige Korrespondent wird immer hinzugezogen — unabhängig von der Uhrzeit.</p>
<p>Recherche: Bei zweifelhafter Quellenlage ist die Berichterstattung über einen zusätzlichen &#8220;Ring der Überprüfung&#8221; abzusichern. Nicht nur die lokale Behörde, sondern mindestens eine übergeordnete Stelle muss die Information bestätigen können (z.B. in den USA die Heimatschutzbehörde oder der jeweilige Bundesstaat). Bei Auslandsthemen sind unbedingt die großen nationalen Medien zu beobachten. Bestehen Zweifel an der Identität eines Anrufers oder an der Richtigkeit einer Telefonnummer, lohnt parallel der Weg über die Auskunft.</p>
<p>Internetquellen: Jeder Mitarbeiter soll in die Lage versetzt werden, die Echtheit von Domains kompetent zu überprüfen.</p>
<p>Transparenz: Tauchen Zweifel an der Korrektheit gesendeter Meldungen auf, sind unsere Kunden von Anfang an per Achtungshinweis zu informieren.</p></blockquote>
<p>Sieht doch schon mal gut aus.</p>
<p>Mal (weiter)sehen. Wie bald der gehobene Anspruch beim Spiegel kontinuierlich die Realität trifft.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Watson&amp;Crick: Das Paper, das kaum jemanden interessierte? [Plazeboalarm]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/watsoncrick-das-paper-das-kaum-jemanden-interessierte/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=watsoncrick-das-paper-das-kaum-jemanden-interessierte</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 07:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Anhäuser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Feier des Tages (60 Jahre Watson&#38;Crick-Fachartikel zur Struktur der DNS) stelle ich hier exklusiv einen Artikel online, den ich 2010 geschrieben, aber nie veröffentlicht hatte. Es geht um die Wahrnehmung des Artikels in der wissenschaftlichen Community. Bis vor einigen Jahren war man nämlich überraschenderweise der Meinung, dass das legendäre Paper aus dem Fachblatt Nature,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Feier des Tages (60 Jahre Watson&amp;Crick-Fachartikel zur Struktur der DNS) stelle ich hier exklusiv einen Artikel online, den ich 2010 geschrieben, aber nie veröffentlicht hatte.</p>
<p>Es geht um die Wahrnehmung des Artikels in der wissenschaftlichen Community. Bis vor einigen Jahren war man nämlich überraschenderweise der Meinung, dass das legendäre Paper aus dem Fachblatt Nature, lange Zeit kaum beachtet wurde. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2009 widerspricht dieser These – mit einem Berg von Daten.</p>
<p>Die Story interessierte mich auch, weil es eine Art &#8220;Clash of Methods&#8221; gibt, wie man diese Fragestellung nach der Wahrnehmung des wohl berühmtesten Fachartikels der Wissenschaft untersucht.</p>
<p>Der Artikel, um den es hier zentral geht ist, stammt von <a href="http://www.chss.uqam.ca/en-US/Home.aspx">Yves Gingras, einem kanadischen Wissenschaftssoziologen</a>.</p>
<p>J Hist Biol. 2010 Spring;43(1):159-81.<br />
<strong><a href="http://www.ost.uqam.ca/Portals/0/docs/articles/2009/Gingras.JHB2009.pdf">Revisiting the &#8220;quiet debut&#8221; of the double helix: a bibliometric and methodological note on the &#8220;impact&#8221; of scientific publications. (pdf)</a></strong><br />
Gingras Y.</p>
<p><em><strong>Wichtig:</strong> Mein Artikel ist aus dem Jahr 2010, ich habe das dann nicht mehr weiter verfolgt. Sollte sich also etwas wesentliches getan haben zu diesem Thema, ist das hier sicher nicht berücksichtigt. Auch die Zitate stammen aus dieser Zeit, möglicherweise stimmen sie nicht mehr mit den Meinungen der Befragten heute überein.</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong>Watson&amp;Crick: Der Artikel, den niemand gelesen hat?</strong></p>
<p>1953 war ein aufregendes Jahr für Großbritannien und die Welt. Die Queen bestieg den Thron, Edmund Hillary den Mount Everest und zwei unbekannte <del>britische </del>(siehe <a href="http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/watsoncrick-das-paper-das-kaum-jemanden-interessierte/#comment-5512">Kommentar</a>) Wissenschaftler der britischen Universität Cambridge veröffentlichten im Fachmagazin Nature einen Artikel, in dem sie eine Struktur für den Code des Lebens vorschlugen: Die DNS-Doppelhelix. Neun Jahre später erhielten John Watson und Francis Crick dafür den Nobelpreis. Doch während die Medien sich 1953 vor Begeisterung überschlugen angesichts der Besteigung des britischen Throns und des höchsten Berges der Welt, nahmen sie von Watson und Cricks Arbeit praktisch keine Notiz. Gerade einmal ein Artikel fand sich in einer englischen Zeitung. Ein Report für das US-Magazin Time sah nie das Licht der Öffentlichkeit. Das ist für solche wissenschaftlichen Entdeckungen gar nicht mal ungewöhnlich. Doch selbst in der wissenschaftlichen Community soll sich die Begeisterung arg in Grenzen gehalten haben. Das ist zumindest seit einigen Jahren die anerkannte Meinung unter Wissenschaftshistorikern. Der inzwischen legendäre Artikel sei in den ersten Jahren „fast in Vergessenheit“ geraten, schrieb etwa der Wissenschaftshistoriker Robert Olby zum goldenen Jubiläum 2003 in Nature und belegte seine Aussage mit einer Statistik, die die Währung der Wissenschaft untersucht: Wie häufig ein Artikel von anderen zitiert wird. Während die Zahl der Texte über DNS in den fünfziger Jahren in Nature und Science zugenommen hatten, sei Watson und Cricks Doppelhelix und folgende Artikel in beiden Heften immer seltener zitiert worden. Seine Kollegin Soraya de Chadarevian von der University of Cambridge sieht es 2006 als allgemein anerkannt an, dass Watson und Cricks Artikel in der Anfangszeit keinen „unmittelbaren Einfluss“ hatte – und bezieht sich dabei auf Olby. Der Biologe Peter Lawrence schrieb 2007 schließlich: „Das wichtigste Paper des 20. Jahrhunderts wurde in den ersten zehn Jahren kaum zitiert.“ Ebenfalls mit Verweis auf Olby.<br />
Das ganze hat aber mehr von einem Mythos, denn von wissenschaftlicher Wahrheit. Dass dieser Mythos sogar eine Mär ist belegt nun der Franzose Yves Gingras von der kanadischen Université du Québec à Montréal mit einer atemberaubend umfassenden Analyse im aktuellen „Journal of the History of Biology“. Gingras kommt zum gegenteiligen Ergebnis:„Tatsächlich hatte der Artikel von Watson und Crick unmittelbaren und langanhaltenden Einfluss“, sagt der Historiker.<br />
Mit der bisherigen Diskussion hat zwei Probleme: „Niemand hat den Begriff Impact wirklich definiert?“ sagt er. Was bedeutet das eigentlich. Wie misst man das? Nur einen Blick auf Nature oder Science zu werfen, sei eigentlich auch nicht besonders aussagekräftig. Gingras: „Das sind Magazine mit Artikeln aus allen möglichen Forschungsfeldern, in denen zwar große und wichtige Entdeckungen bekanntgegeben werden. Die weitere Forschung verlagert sich dann aber in die Fachmagazine der jeweiligen Disziplinen.“ Um zu überprüfen, ob die Wahrnehmung wirklich so „lauwarm“ war, wie Olby es beschreibt, untersucht man also besser alle passenden Fachzeitschriften“, sagt Gingras.<br />
Und das hat er gründlich getan. Statt nur den Jahrgang zweier Wissenschaftsmagazine zu bearbeiten, nahm er sich gleich alle greifbaren Fachzeitschriften zwischen 1953 und 1970 vor. Ausgangspunkt für seine Suche war die Datenbank des privaten Informationsanbieters Thomson Reuters. Der bietet für den Zeitraum Zugriff auf fast 3700 Magazinen aller wissenschaftlichen Disziplinen mit 3,8 Millionen Artikeln und über 40 Millionen Verweisen an. Nach einer ersten Suche blieben schließlich noch 230 Magazine, mit einer Million Artikel und 12 Millionen Zitierungen in Disziplinen wie Kristallografie, Mikrobiologie, Biochemie und Genetik übrig.<br />
Doch damit nicht genug. „Für eine Aussage über die Bedeutung des Papers in seiner Zeit, muss man es mit zeitgenössischen Artikeln vergleichen“, sagt Gingras. Auch das macht er umfassend, nämlich gleich mit allen 1737 wissenschaftlichen Artikeln, die 1953 ebenfalls in Nature veröffentlicht wurden.<br />
Das Ergebnis stellt Sicht auf die Bedeutung des Watson und Crick Artikels auf den Kopf. Von wegen „schlafende Schönheit“, die fast in der Versenkung verschwunden wäre: „Von allen Nature-Artikeln aus dem Jahr 1953 ist dieses das bei weitem meist zitierte“, sagt Gingras. Von 1953 bis 1970 wird es insgesamt 783 Mal zitiert. Das folgende nur 455 Mal.An dritter Position liegt ein weiterer Artikel der beiden britischen Autoren mit 395 Zitierungen. Die Zahlen belegen auch in den ersten zwei Jahrzehnten das Ikonenhafte des Papers. Während alle Nature-Paper nach dem ersten Jahr immer seltener zitiert werden, bleibt die Zitationsrate beim W&amp;C-Paper über Jahre konstant. Sogar die Halbwertszeit des Paper ist mit zehn Jahren drei Jahre länger als bei den anderen Paper.<br />
Zwar gibt in den zwei Jahrzehnten der Nobelpreis 1962 dem Artikel noch einen zusätzlichen Schub. Doch auch schon in den Jahren davor ist Watson und Cricks Text das meist oder zweit meist zitierte Paper aller 1953 in Nature veröffentlichten Texte.<br />
Robert Olby und Soraya de Chadarevian begrüßen zwar auf Nachfrage Gingras aufwändige Analyse. Doch sie finden, Zitate zu zählen, erzähle nur die halbe Geschichte. „Zitate sagen nur etwas über die Sichtbarkeit des Artikels innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde“, meint Olby. Über den tatsächlichen Einfluss der Ergebnisse sage dies nur wenig aus. „Einen Artikel zu zitieren, bedeutet ja nicht, dass man ihn auch verstanden hat, ihn zum Anlass für eigene Experimente nimmt oder dessen Ergebnisse lehrt“, sagt Olby. Durch eigene Recherchen kenne er selbst Beispiele von Wissenschaftlern, die den ersten berühmten Artikel, in dem es um die Struktur der DNS gehe, nicht verstanden haben, dafür aber den zweiten, seltener zitierten Artikel, in dem die biologische Bedeutung des Replikationsmechanismus&#8217; beschrieben wird. „Sie sagten damals, das Paper sei über Ihre Köpfe hinweg geschossen“, sagt Olby. Auch Soraya de Chadarevian wirft Gingras vor nur die Sichtbarkeit des Artikels zu erfassen nicht seine kulturelle Bedeutung. „Selbst Watson gestand ein, dass ihr Artikel nur eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern wirklich erreichte, die nur darauf gewartet hatten, dass die Entdeckung endlich gemacht werde.“<br />
Yves Gingras findet die Kritik nicht überzeugend. „Das kann man nicht ernsthaft meinen, angesichts dieser übewältigenden Datenmenge, all die Wissenschaftler, hätten den Artikel nur aus Spaß zitiert, hätten ihn nicht verstanden und konnten ihn nicht gebrauchen.“ Olby betreibe eine klassische, bewertende Wissenschaftsgeschichte, indem er möchte, dass dieLeute etwas verstanden haben. Er dagegen betreibe eine moderne Soziologie der Wissenschaft, wo Wissenschaftler Artikel aus vielen verschiedenen Gründen verwenden. Natürlich könne man mit bibliometrischen Methoden keine kulturhistorische Analyse ersetzen. Aber: „Sie sprachen von wissenschaftlichem Impakt und nicht von Kulturhistorie. Und diesen Einfluss kann man anhand von Zitaten messen“, sagt Gingras. Die Aussagen einzelner Wissenschaftler hervor zu graben, sei in gewisser Hinsicht brauchbar, aber es könne einem nie den globalen Blick auf das Phänomen liefern. Und schließlich: Erst seine Ergebnisse erklärten doch, warum Watson und Crick schon nach relativ kurzer Zeit, nämlich nur neun Jahre nach ihrer Veröffentlichung 1962 den Nobel Preis bekommen konnten. „Wie kann man das erklären, wenn der Artikel fast in Vergessenheit geraten wäre.“</p>
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		<title>Partielle Integration bei xkcd [Mathlog]</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 07:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
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		<category><![CDATA[partielle Integration]]></category>
		<category><![CDATA[XKCD]]></category>

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		<description><![CDATA[xkcd beklagt sich gestern dar&#252;ber, dass man in der Mathematik manchmal Ideen brauche, welche nicht einfach in feste Regeln zu fassen sind: Als Hintergrundtext: If you can manage to choose u and v such that u = v = x, then the answer is just , which is easy to remember. Oh, and add a&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>xkcd beklagt sich gestern dar&uuml;ber, dass man in der Mathematik manchmal Ideen brauche, welche nicht einfach in feste Regeln zu fassen sind:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/mathlog/files/2013/04/integration_by_parts.png"><img src="http://scienceblogs.de/mathlog/files/2013/04/integration_by_parts-242x300.png" alt="integration_by_parts" width="242" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-4910" /></a><br />
Als Hintergrundtext:</p>
<blockquote><p>If you can manage to choose u and v such that u = v = x, then the answer is just <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%281%2F2%29x%5E2&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="(1/2)x^2" title="(1/2)x^2" class="latex" /></code>, which is easy to remember. Oh, and add a &#8216;+C&#8217; or you&#8217;ll get yelled at.</p></blockquote>
<p>&#8216;integration by parts&#8217; (deutsch: &#8216;partielle Integration&#8217;) ist das Ausnutzen der Formel <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%5Cint+udv+%3Duv+-+%5Cint+vdu&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="&#92;int udv =uv - &#92;int vdu" title="&#92;int udv =uv - &#92;int vdu" class="latex" /></code>. Man braucht nat&uuml;rlich die richtige Intuition (oder vielleicht eher Geduld), um geeignete <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=u&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="u" title="u" class="latex" /></code> und <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=v&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="v" title="v" class="latex" /></code> zu finden, mit denen sich die rechte Seite dann berechnen l&auml;&szlig;t. Mit <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=u%3Dv%3Dx&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="u=v=x" title="u=v=x" class="latex" /></code> bekommt man <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%5Cint+xdx+%3D+x%5E2-%5Cint+xdx&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="&#92;int xdx = x^2-&#92;int xdx" title="&#92;int xdx = x^2-&#92;int xdx" class="latex" /></code>, also <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%5Cint+xdx+%3D%5Cfrac%7B1%7D%7B2%7Dx%5E2&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="&#92;int xdx =&#92;frac{1}{2}x^2" title="&#92;int xdx =&#92;frac{1}{2}x^2" class="latex" /></code>. </p>
<p>Das erinnert an die bekannte Geschichte von Lord Kelvin (aus S.P. Thompson, The Life of Lord Kelvin, Chelsea Publishing, 2000):</p>
<blockquote><p>Once when lecturing in class, Lord Kelvin used the word mathematician and then interrupting himself asked his class: ‘Do you know what a mathematician is?’ Stepping to his blackboard he wrote upon it:<br />
<code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty+e%5E%7B-x%5E2%7Ddx%3D%5Csqrt%7B%5Cpi%7D&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx=&#92;sqrt{&#92;pi}" title="&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx=&#92;sqrt{&#92;pi}" class="latex" /></code><br />
Then putting his ﬁnger on what he had written, he turned to his class and said, ‘a mathematician is one to whom that is as obvious as that twice two makes four is to you.</p></blockquote>
<p>Das funktioniert im Prinzip genauso wie die von xkcd vorgeschlagene Berechnung von <code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%5Cint+xdx&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="&#92;int xdx" title="&#92;int xdx" class="latex" /></code> (nur dass statt des Doppelten das Quadrat integriert wird und man deswegen nicht einmal mehr partielle Integration braucht), n&auml;mlich:<br />
<code><img src="//s0.wp.com/latex.php?latex=%28%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty+e%5E%7B-x%5E2%7Ddx%29%5E2%5C%5C++%3D%28%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty+e%5E%7B-x%5E2%7Ddx%29%28%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty+e%5E%7B-y%5E2%7Ddy%29%5C%5C++%3D+%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty%5Cint_%7B-%5Cinfty%7D%5E%5Cinfty+e%5E%7B-x%5E2-y%5E2%7Ddxdy%5C%5C++%3D+%5Cint_0%5E%7B2%5Cpi%7D%5Cint_0%5E%5Cinfty+e%5E%7B-r%5E2%7D+rdrd%5Ctheta%5C%5C++%3D+2%5Cpi+%5Cint_0%5E%5Cinfty+r+e%5E%7B-r%5E2%7D+dr%5C%5C++%3D+2%5Cpi+%28%5Clim_%7Br%5Crightarrow%5Cinfty%7D%5Cfrac%7B-e%5E%7B-r%5E2%7D%7D%7B2%7D-%28%5Cfrac%7B-e%5E0%7D%7B2%7D%29%29%5C%5C++%3D%5Cpi&#038;bg=ffffff&#038;fg=000&#038;s=0" alt="(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx)^2&#92;&#92;  =(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx)(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-y^2}dy)&#92;&#92;  = &#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2-y^2}dxdy&#92;&#92;  = &#92;int_0^{2&#92;pi}&#92;int_0^&#92;infty e^{-r^2} rdrd&#92;theta&#92;&#92;  = 2&#92;pi &#92;int_0^&#92;infty r e^{-r^2} dr&#92;&#92;  = 2&#92;pi (&#92;lim_{r&#92;rightarrow&#92;infty}&#92;frac{-e^{-r^2}}{2}-(&#92;frac{-e^0}{2}))&#92;&#92;  =&#92;pi" title="(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx)^2&#92;&#92;  =(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2}dx)(&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-y^2}dy)&#92;&#92;  = &#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty&#92;int_{-&#92;infty}^&#92;infty e^{-x^2-y^2}dxdy&#92;&#92;  = &#92;int_0^{2&#92;pi}&#92;int_0^&#92;infty e^{-r^2} rdrd&#92;theta&#92;&#92;  = 2&#92;pi &#92;int_0^&#92;infty r e^{-r^2} dr&#92;&#92;  = 2&#92;pi (&#92;lim_{r&#92;rightarrow&#92;infty}&#92;frac{-e^{-r^2}}{2}-(&#92;frac{-e^0}{2}))&#92;&#92;  =&#92;pi" class="latex" /></code>.</p>
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		<title>Ein junger, nicht-berühmter Physiker denkt über Gott nach [Astrodicticum Simplex]</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 08:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Freistetter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Zeilinger]]></category>
		<category><![CDATA[atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[gott]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Bertelmann]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Thirring]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[(Nachtrag: Es steht zwar gleich direkt da unten, aber das sieht anscheinend nicht jeder, also schreibe ich das nochmal fett und hier oben hin: Dieser Artikel ist ein Gastartikel von Dr. Stefan Uttenthaler. Er ist nicht von mir. Von mir stammt nur die Einleitung.) Vor einiger Zeit hat die österreichische Tageszeitung &#8220;Die Presse&#8221; ein Gespräch&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(Nachtrag: Es steht zwar gleich direkt da unten, aber das sieht anscheinend nicht jeder, also schreibe ich das nochmal fett und hier oben hin: <b>Dieser Artikel ist ein Gastartikel von Dr. Stefan Uttenthaler. Er ist nicht von mir. Von mir stammt nur die Einleitung.</b>)</p>
<p>Vor einiger Zeit hat die österreichische Tageszeitung <i>&#8220;Die Presse&#8221;</i> ein Gespräch veröffentlicht, in dem drei Physiker über Gott und Religion diskutieren. Nicht irgendwelche Physiker. Sondern der für seine Beam-Experimente weltbekannte Physiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Zeilinger">Anton Zeilinger</a>, der ebenso bekannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Thirring">Walter Thirring</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_Bertlmann">Reinhold Bertlmann</a>, denn man vor allem von der Anekdote über &#8220;Bertlmanns Socken&#8221;</a> (ein Vergleich mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/EPR-Effekt">EPR-Effekt</a>) kennt. Die drei Wissenschaftler glauben alle drei auf die eine oder andere Art an etwas, das man &#8220;Gott&#8221; nennen könnte und das ist für Naturwissenschaftler doch eher untypisch. Was sie genau glauben und warum, erklären sie im Presse-Artikel <a href="http://diepresse.com/home/presseamsonntag/1379827/Zufall-ist-wo-Gott-inkognito-agiert">&#8220;Zufall ist, wo Gott inkognito agiert&#8221;</a> (<a href="http://www.webcitation.org/6Fx6pXBc2">WebCite</a>). </p>
<p>Ich persönlich bin ja der Meinung, dass <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/10/13/wissenschaft-und-religion-vertragen-sich-einfach-nicht/">sich Wissenschaft und Religion absolut nicht vertragen</a>. Wissenschaft basiert darauf, dass man Dinge ganz explizit nicht einfach so glaubt, während Religion genau das verlangt. Es sind für mich zwei einander widersprechende Weltsichten und wenn ich auch weiß und akzeptiere, dass es viele Wissenschaftler gibt, die offensichtlich diese beide einander widersprechenden Denkmuster gleichzeitig denken können, gehöre ich selbst nicht dazu. Genau so wie ein <i>&#8220;junger, nicht-berühmter Physiker&#8221;</i>, der so wie die drei alten, berühmten Physiker aus dem Artikel auch aus Österreich kommt. <i>Dr. Stefan Uttenthaler</i> aus Wien hat bei zwei der drei Physikern studiert und eine Replik auf das Presse-Gespräch verfasst, die ich hier im Blog gerne als Gastartikel veröffentliche.</p>
<p>P.S.Für das in der Diskussion mit Sicherheit wieder auftauchende Argument: <i>&#8220;Aber das was du als &#8220;Gott&#8221; bezeichnest ist ja gar nicht die richtige Definition&#8221;</i>, siehe <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/22/mussen-wissenschaftler-agnostiker-sein/">diesen Artikel</a>.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
<b>Ein junger, nicht-berühmter Physiker denkt über Gott nach</b></p>
<p>Vor kurzem erschienen in der Presse zwei Artikel, in denen drei nicht-junge, berühmte Physiker laut über Gott nachdachten. Der <a href="http://diepresse.com/home/presseamsonntag/1379827/Zufall-ist-wo-Gott-inkognito-agiert">eine Artikel</a> war eine Diskussion zwischen den Professoren Reinhold Bertelmann, Walter Thirring und Anton Zeilinger, <a href="http://diepresse.com/home/science/1384662/Ein-Physiker-stellt-die-Pilatusfrage">der andere</a> ein Bericht vom Vortrag von Walter Thirring anlässlich der Verleihung des Watzlawick-Ehrenrings an ihn. Dies hier ist eine Replik eines jungen, nicht-berühmten Physikers auf diese beiden Artikel.</p>
<p>Eines möchte ich vorausschicken. Ich habe bei zwei dieser Professoren studiert, ich habe eine persönlich sehr hohe Meinung von ihnen. Sie mögen es mir nicht verübeln, wenn ich in einigen Punkten eine erheblich abweichende Ansicht vertrete. Das ist nicht als Angriff auf ihre Person zu verstehen; als gute Wissenschafter sind sie es gewohnt, zwischen ihrer Person einerseits und ihren Hypothesen und Theorien andereseits zu unterscheiden. Als gute Wissenschafter müssen sie es aber auch gewohnt sein, ihre Hypothesen zu verwerfen, wenn sie hinreichend falsifiziert sind oder als logisch widersprüchlich identifiziert wurden.</p>
<p>Damit möchte ich in medias res gehen und gleich eine untergriffige Aussage von Prof. Thirring aufgreifen, wenn er sagt, man muss schon irgendwie schwachsinnig sein, wenn man gar nichts glaubt. Ich danke Prof. Thirring für seinen aufrichtigen Respekt vor Andersgläubigen! Weiter unten schimmert seine Abneigung gegen Nichtgläubige abermals durch, wenn er betont, dass ein frommer Mathematiker aus Tirol „mit einem langen Leben belohnt“ wurde. Wurde sein atheistischer Kollege etwa mit einem frühen Tod bestraft? Solchen Aussagen ist nichts hinzuzufügen.</p>
<p>Als nächstes möchte ich dem Presse-Journalisten Thomas Kramar, der das Gespräch im ersten Artikel moderiert hat, in seiner Behauptung widersprechen, das Weltall sei etwas Höheres. Das Weltall, das Universum, umfasst alles, auch uns selber, wir sind ein Teil des Weltalls, wir sind aus ihm hervorgegangen. Wenn aber Alles etwas Höheres ist, gegenüber was ist es dann „höher“? Das ist ein logischer Widerspruch, somit kann das Weltall als Ganzes nichts Höheres sein.</p>
<p>Die nächste Passage, die ich kritisieren möchte, ist das von Prof. Thirring vorgebrachte Zitat von Hermann Bondi, der gesagt haben soll, dass der Atheismus eigentlich logisch unkonsistent sei, da er etwas verneint, das so vage definiert ist. Dafür, dass der Gottesbegriff vage definiert ist, sind aber nicht die Atheisten zuständig, sondern die Gottgläubigen, die sich auf keine klare Definition einigen können.</p>
<p>Ich verstehe nicht, warum hinter dem „Klicken“ eines Photons im Laborexperiment noch etwas, laut Prof. Bertelmann insbesondere etwas Göttliches, sein soll. Es spielen so viele Effekte und physikalische Phänomene mit bis es überhaupt zu diesem „Klick“ kommt. Ist es nicht schon faszinierend und verwunderlich genug, dass das überhaupt passiert? Muss man hinter Allem und Jedem etwas Göttliches sehen? Eine solche Position wäre beliebig nahe an Naturreligionen dran. Warum soll man die (physikalische) Welt nicht so annehmen, wie sie sich uns offenbart?</p>
<p>Wenn Prof. Zeilinger mit einem persönlichen Gott kommunizieren kann, dann liegt doch eine Beweismöglichkeit für die Existenz Gottes vor unserer Nase: In irgendeiner Weise muss diese Kommunikation doch stattfinden, ich denke hier an göttliche Eingebungen, das müsste sich im Prinzip in einer Untersuchung nachweisen lassen. Zum Beispiel ließe sich an den Gehirnströmen messen, ob eine ungewöhnliche Aktivität, hervorgerufen durch göttlichen Eingriff, stattfindet. Wie der genaue experimentelle Aufbau aussehen soll, da muss uns Prof. Zeilinger auf die Sprünge helfen. Ich schlage im vollen Ernst so eine Untersuchung vor. Ich erwarte zwar nicht, dass dies einen schlagenden Beweis für die Existenz Gottes bringt, jedoch soll man nichts unversucht lassen. Und wie es sich für einen guten Wissenschafter gehört, bin ich sofort bereit, meine Meinung zu ändern, falls die Fakten die Existenz Gottes glaubwürdig untermauern.</p>
<p>Ich möchte auch ausführen, warum der quantenmechanische Zufall keine Möglichkeit für Gott bietet, lenkend in den Lauf der Welt einzugreifen, im Gegensatz zu den Behauptungen von Prof. Zeilinger und Prof. Thirring. Vorgänge, die nach dem quantenmechanischen Zufall ablaufen, wie z.B. der Zerfall radioaktiver Atome, sind an ganz bestimmte statistische Gesetze gebunden. Eine Abweichung von diesen Gesetzen würde uns sofort auffallen, nicht nur im Physiklabor. Makroskopische Größen wie Luftdruck und -temperatur ergeben sich ebenfalls aus statistischen Gesetzen, denen der Mikrokosmos gehorcht und in denen der quantenmechanische Zufall eine Rolle spielt – eine Abweichung von diesen Gesetzen würde uns unweigerlich auffallen. Wenn man sich aber auf den Standpunkt stellt, dass Gott nicht im Großen – im statistischen Ensemble – eingreift, sondern im Kleinen – im einzelnen, quantenmechanisch zufälligen Ereignis – dann schwindet seine Einflussmöglichkeit gegen Null! Das, was früher „Gott der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde“ war, ist auf eine Miniaturausgabe zusammengeschrumpft. Die Aussage, „Zufall ist, wo Gott inkognito agiert“, ist meiner Ansicht nach also nicht haltbar.</p>
<p>Überhaupt schwingt in dem Gespräch immer die Diskussion von Eigenschaften Gottes mit, etwa bei der Frage von Thomas Kramar, ob Gott an die Gesetze der Logik gebunden ist. Ich kann meinen Physiker-Kollegen nur zustimmen, dass sie sich dieser Diskussion weitgehend verwehren – die Eigenschaften jedes Wesens kann man erst diskutieren, wenn seine Existenz außer Zweifel steht. Auf vergleichbare Weise entbehrlich wäre die Frage, ob rosa Einhörner den Paarhufern oder den Unpaarhufern zuzuordnen sind.</p>
<p>Die von Prof. Zeilinger eingeworfene Idee, dass die Physik etwas monotheistisches hat, etwa in der Form der Erhaltungssätze, halte ich für reinen christlichen Chauvinismus. Erhaltungssätze haben den Rang von Naturgesetzen, sie hätten also von jedem denkbaren Wissenschafter entdeckt werden könne, egal ob mit poly-, pan-, mono- oder atheistischem Hintergrund. Die Tatsache, dass hauptsächlich Physiker mit monotheistischem kulturellen Hintergründen zu deren Entdeckern gehören, ist nur dem (nicht quantenmechanischen) Zufall zu schulden, dass sie eben früher dran waren.</p>
<p>Weiters behauptet Prof. Thirring, dass heute die meisten Physiker an „die eine Urkraft“ glauben. Ersten bestreite ich, dass es wirklich „die meisten“ sind (dafür möchte ich gerne Zahlen einer entsprechenden Umfrage sehen), und zweitens ist mir absolut unklar, was mit dieser „Urkraft“ gemeint sein soll? Physiker suchen nach der sogenannten Dunklen Materie, versuchen zu ergründen, was die Dunkle Energie ist, sind auf der Suche nach der Grand Unified Theory und nach der Quantentheorie der Gravitation, aber all diese Konzepte werden verfolgt, um ganz konkrete Phänomene zu erklären. Was jedoch diese Urkraft sein soll, ist bisher an mir vorüber gegangen. Es kann sich nur um etwas Höchstspekulatives handeln, das in der gegenwärtigen physikalischen Diskussion kein brauchbares Konzept ist.</p>
<p>Mit am befremdlichsten ist jedoch für mich die Diskussion der Theodizee, der Frage, wie ein allmächtiger und gütiger Gott so viel Leid zulassen kann. Diese Frage wäre eigentlich ein hervorragendes Beispiel für Ockhams Rasiermesser, das besagt, dass die einfachste, unkomplizierteste Theorie mit den wenigsten Annahmen (meist) auch die richtige ist. Wendet man Ockhams Rasiermesser konsequent an, kann die Antwort auf die Theodizee nur sein, dass es keinen Gott gibt und das Leid durch unser freies Tun bzw. Naturereignisse (z.B. Erdbeben) in die Welt kommt. Damit sind alle argumentativen Verrenkungen, die in der Geschichte und auch im vorliegenden Gespräch der drei Physiker zuhauf zu finden sind, elegant umgangen. Das einzige was es dazu braucht, ist der Mut, die Grundannahme, dass es einen (allmächtigen und gütigen) Gott gibt, fallen zu lassen. Abgesehen davon wird jeder Philosoph bestätigen, dass Gut und Böse etwas Relatives und nichts Absolutes sind und somit auch keine Triebfeder für den Fortschritt, die biologische Evolution oder die individuelle Entwicklung sein können; es sind Behauptungen wie diese, die diesen Abschnitt des Gesprächs gelinde gesagt so schwer verdaulich machen.</p>
<p>Prof. Thirring hat bei seiner Antwort auf die Pilatusfrage („Was ist Wahrheit?“) wohl nicht sehr viel nachgedacht. Seine Antwort lauter: „Wahrheit ist, was in 2000 Jahren noch eine Richtigkeit haben wird.“. Damit hat er das Problem nur verschoben, denn was ist dann „Richtigkeit“? Jeder Logiker wird ob so einer Antwort nur den Kopf schütteln. Abgesehen davon ist die Zeit, wie lange etwas Bestand hat, nicht als Kriterium für den Wahrheitsgehalt einer Sache tauglich. Wenn das so wäre, müsste auch die Astrologie einen Wahrheitsgehalt haben, denn die gibt es auch schon mehr als 2000 Jahre lang.<br />
Meine Antwort auf die Pilatusfrage lautet hingegen: „Wahrheit ist, was einer kritischen Überprüfung standhält und immer noch gültig ist, selbst wenn man nicht daran glaubt.“ Ich halte den Gottglauben für menschliches Wunschdenken. Das ist zwar menschlich verständlich, es bringt uns aber auch nichts, wenn wir uns einer Illusion hingeben. Wir hören besser auf, uns selber in die Tasche zu lügen und sollten uns endlich mit der Möglichkeit anfreunden, dass es keinen Gott geben könnte. Offensichtlich ist es selbst für manche hochgebildete Wissenschafter schwer, sich mit dieser Möglichkeit anzufreunden. Wo liegt die Schwierigkeit?</p>
<p>Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es in den meisten großen Medien Österreichs verpönt zu sein scheint, überhaupt auszusprechen, dass es möglicherweise keinen Gott gibt. Ist das eine so ungehörige Aussage, die dem mündigen Bürger nicht zugemutet werden kann? Die drei Physiker müssen sich im Klaren sein, dass nun ihre Aussagen landauf landab in den Kirchen als „Beweis“ für die Existenz Gottes verkauft werden. Wenn das drei berühmte Wissenschafter sagen, wird es schon stimmen.Zweiflern wird ohnehin kein Gehör geschenkt, wenn man sich selber in die Tasche lügt</p>
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		<title>Mayday beim Spiegel [Flug und Zeit]</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 12:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helga Kleisny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Abberufung]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Fehler]]></category>
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		<category><![CDATA[Luftfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[von Blumencron]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Spiegel und die Luftfahrt – das waren seit jeher zwei Welten. Und hat sich leider auch unter den gerade beurlaubten/geschassten/freiwillig gekündigten Chefredakteuren Mascolo und von Blumencron nicht wesentlich geändert. Mascolo und von Blumencron waren nicht die Schlechtesten, sie haben sich redlich bemüht. Der Fehler lag und liegt, wenn der Nachfolger in der Richtung bleibt,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Spiegel und die Luftfahrt – das waren seit jeher zwei Welten. Und hat sich leider auch unter den gerade beurlaubten/geschassten/freiwillig gekündigten Chefredakteuren Mascolo und von Blumencron nicht wesentlich geändert.</p>
<p>Mascolo und von Blumencron waren nicht die Schlechtesten, sie haben sich redlich bemüht. Der Fehler lag und liegt, wenn der Nachfolger in der Richtung bleibt, darin, als Spiegelredakteure gerade mal Absolventen einer Hamburger Journaille-Schmiede zu nehmen. Noch taufrisch als Erwachsene, zwar mit viel Elan, aber keinerlei internationaler Lebenserfahrung und meist auch sehr begrenzter Allgemeinbildung (die Aufnahmeprüfungen fokussieren auf politischem Wissen).</p>
<p>Vor den Chefredakteuren M und vB waren Spiegeljournalisten hoffnungslos seit Jahrzehnten betonfest auf ihren Plätzen etabliert. Die komplette Umkehr vom hohen Ross auf grasgrüne Journalistenneulinge aber bringt es auch nicht. Kurzvolos bei unterschiedlichen Redaktionen ersetzen keinen jahrelangen fundierten Einsatz in einer Fachredaktion und kein Fachstudium über das Thema, das man bearbeitet.</p>
<p>So kommt es auch etwa zu zwei Redakteuren für einen einseitigen Bericht (im letzten Spiegel). Ein Trauerspiel. Kann ein Spiegelredakteur nicht mal mehr alleine eine Seite recherchieren und schreiben? Bei mehrseitigen Beiträgen sind es dann oft sieben oder mehr Texter, aus deren Zeilen ein Beitrag zusammengestrickt wird. Man sieht das Flickwerk, man liest es.</p>
<p>Oder auch nicht mehr. Das sind die Abonnenten, die man mit mangelnder Qualität vergrault.</p>
<p>Ein Vorzeigemagazin wie Der Spiegel braucht eine gesunde Mischung an Redakteuren: Lebenserfahrungs- und wissensmäßig. Und vor allem braucht er für alle Fachgebiete, über die geschrieben wird, Fachmänner und Frauen, die eine (Aus)Bildung auf dem jeweiligen Gebiet haben. Und wenn dies in der eigenen Redaktion nicht vorhanden ist, dann kann man auch externe renommierte Journalisten aus dem Fachgebiet beauftragen. Das funktioniert nicht nur in der Politik und in der Gesellschaftskritik, sondern ist umso wichtiger, wenn das Basisfachwissen in der Redaktion nicht vorhanden ist.</p>
<p>In der Politik kann ich es nicht beurteilen, wenn da offensichtlich Blödsinn geschrieben wird (sehe es aber an den Richtigstellungen im folgenden Heft), in der Luftfahrt schon. Dinah Deckstein ist eben Wirtschaftsexpertin, auch wenn ihre Beiträge im Luftfahrtbereich noch am Entspanntesten zu lesen sind. Für Flugunfallartikel oder technische Neuerungen oder technische Schwierigkeiten bedarf es eines erfahrenen Piloten mit einem Technikstudium, soll im Artikel auch Lesenswertes stehen. Fundierte Recherche, basierend auf jahrelang gepflegten Insider-Branchenkontakten und spannende Schreibe ist dabei so Basis, dass es nicht einmal der Erwähnung wert sein sollte.</p>
<p>Als Akademikerin habe ich den Anspruch an ein Magazin, dem ich Zeit aus meinem Leben widme, um es zu lesen, mich zu unterhalten und dabei weiter Wissen spannend zu erwerben. Und nicht: mich über offensichtlich schlecht recherchierten Nonsens zu ärgern. Das stiehlt meine Zeit.</p>
<p>Eine gute Sitte im Spiegel war es seit jeher, Richtigstellungen und Fehler einigermassen les- und nachvollziehbar für den Leser zu veröffentlichen. Das ist, zugegeben, oftmals ein Mittel für eine Redaktion, den lästigen Leserbriefschreiber durch seine eigenen Zeilen blosszustellen.</p>
<p>Beim Spiegel entwickelte es sich in den letzten Jahren eher zu einer eigenen Blamage und zu einer Anzeigetafel für schlechte Recherchen.</p>
<p>Wie kann ein Magazin mit einer so großen, eigenen Rechercheabteilung konstant solche Schnitzer produzieren? Es liegt, siehe oben, am System.</p>
<p>Warum fragt man in Interviews nicht einfach mal die Leser? Statt irgendwelche Journalismus-Theoretiker? Ob und wie die Online-Redaktion mit der Printredaktion zusammenarbeitet, ist mir als Leser mehr als schnuppe. Darin Fehler zu sehen, trifft es einfach nicht. Deren Zusammenarbeit betrifft reine Interna: Kosten, vielleicht auch Lebensqualität der Redakteure, aber das hat mit Absatzzahlen wenig zu tun. Als Leser will ich Qualität. Aussergewöhnliche Themen und Recherche. Hintergründigen Journalismus.</p>
<p>Als Leser und bezahlender Abonnent möchte ich einfach, dass, wenn mir einer die Welt, oder zumindest einen Flugunfall erklärt, er/sie</p>
<ul>
<li>nicht gerade zum ersten Mal ein Foto des Fliegers gesehen hat und dann seine Weisheit dazu in die Welt hinaus posaunt</li>
<li>oder zum hundertundundersten Mal von Flugbenzin schreibt (in schöner Regelmäßigkeit, das letzte Mal im Spiegel 12/2013, Seite 57, geschrieben von 3 Redakteuren)</li>
<li>nicht, wie in einem Artikel von Stefan Niggemeier, schreibt “dass es ihm nicht gelungen sein, ein Videozitat auf weniger als 11 Minuten zusammenzudampfen”. Es gibt keine Bildzitate. Keinerlei. Im Unterschied zum Wort. Nicht einmal ein Bild ist ohne Einwilligung des Fotografen oder Filmers erlaubt. (Das ist zugegeben sehr hinderlich für Journalisten, aber Tatsache)</li>
<li>ich mir nicht immer die ewig gleichen Fotos ansehen muss: Das Foto von Fischer mit Farbbeutel (gefühlt zum 10. Mal) auch wieder im Spiegel 13, 2013. Die immer wieder gern genommenen Nacktfotos der Kommune 11 zählen dazu. Klar, wenn ich mit 18 frisch zum Spiegel komme, sehe ich sie jeweils zum ersten Mal. Langjährige Abonnenten vergrault man damit. Auch die Themen haben eine Redundanz, eine nervige Wiederkehr, obwohl schon längst alles gesagt und geschrieben war. Der Esprit, das Neue, das Unerwartete macht seit langem einen großen Bogen um den Spiegel.</li>
<li>Und. Und. Und.</li>
</ul>
<p>Einfach mal Qualität.<br />
Echte.<br />
Durch und durch.<br />
Von der Themenauswahl bis zur Recherche.<br />
Schreiben ist Basis.</p>
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		<title>Zum Hahnemann-Geburtstag: Fundamentalontologische Grundlegung der Homöopathie [Gesundheits-Check]</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 22:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Pseudowissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Restringiertes Denken Die Homöopathie wird von naturwissenschaftlicher Seite oft als Scharlatanerie betrachtet, weil homöopathische Arzneimittel in Studien nicht besser als Placebo abschneiden und nach tradierter naturwissenschaftlicher Schulweisheit zumindest in homöopathischen Hochpotenzen kein Wirkstoff mehr enthalten sei. Sogar überdosierende Selbstversuche sollen diese Sicht der Dinge belegen. Dies kann jedoch alles nicht darüber wegtäuschen, dass die Erfahrung&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Restringiertes Denken</strong><br />
Die Homöopathie wird von naturwissenschaftlicher Seite oft als Scharlatanerie betrachtet, weil homöopathische Arzneimittel in Studien nicht besser als Placebo abschneiden und nach tradierter naturwissenschaftlicher Schulweisheit zumindest in homöopathischen Hochpotenzen kein Wirkstoff mehr enthalten sei. Sogar <a href="http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2013/04/06/wiener-skeptiker-nehmen-offentliche-massen-uberdosis-globuli/" rel="nofollow">überdosierende Selbstversuche</a> sollen diese Sicht der Dinge belegen. Dies kann jedoch alles nicht darüber wegtäuschen, dass die Erfahrung so vieler Menschen nun einmal eine andere ist. Nach dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas-Theorem" rel="nofollow">Thomas-Theorem</a> ist damit die Wirklichkeit der Wirkung soziologisch erst einmal belegt, mögen <a href="http://blog.gwup.net/2013/04/09/nichts-drin-nichts-dran/" rel="nofollow">Skeptiker auch skeptisch bleiben</a>.</p>
<p><strong>Sapere aude &#8230;</strong><br />
Prof. Dr. Harald Walach, renommierter Psychologe, Wissenschaftsphilosoph, Gesundheitswissenschaftler, Methodenfachmann und Vorstandsmitglied der <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/03/03/der-unernst-der-wissenschaft-oder-die-unendliche-geschichte-mit-dem-kozyrev-spiegel-fortsetzungsfolge-3/" rel="nofollow">„Wer heelt hat recht-Gesellschaft“</a> an der Viadrina, hat schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die Naturwissenschaften möglicherweise von einem falschen Denkansatz ausgehen und schlägt als Wirkungsmodell eine verallgemeinerte Quantentheorie vor. Auch hier sind die konkreten Inhalte, an denen man üblicherweise den Sinn dieser Theorie festmacht, entfernt, die Denkmöglichkeiten dementsprechend erweitert (oder „potenziert“).</p>
<p>Ich gehe davon aus, dass dieses wissenschaftsphilosophische Herangehen wegweisend ist. Versuche, die <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/04/01/studie-weist-wirksamkeit-der-homoopathie-nach/" rel="nofollow">Wirksamkeit der Homöopathie</a> mit epidemiologischen Methoden nachweisen zu wollen, sind ohnehin an ungünstigen astrologischen Konstellationen gescheitert und die Tage dieser Methoden angesichts der von Prof. Dr. Grieshaber vorgetragenen <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/03/24/prof-grieshabers-fundamentalkritik-der-epidemiologie/" rel="nofollow">„Fundamentalkritik der Epidemiologie“</a> gezählt.</p>
<p><strong>&#8230; im Anschluss an Heidegger</strong><br />
Mein Vorschlag wäre allerdings, anders als der Walachs, eine fundamentalontologische Reinterpretation des homöopathischen Wirkmodells in Anschluss an die Philosophie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger" rel="nofollow">Martin Heideggers</a>. Nach Heidegger ist das Sein undefinierbar. Das Sein erschließt sich über den Sinn, Sinn und Sein hängen fragend voneinander ab. Sie bilden die Grundlage dessen, was Welt ist und unser Fragen ermöglicht. Vor diesem Hintergrund wird die naturwissenschaftliche Kritik an der Homöopathie als Rückschritt hinter die Heideggersche ontologische Differenz zwischen dem Sein und dem Seienden erkennbar. Man muss hier stattdessen seinen Satz einführen, dass das Nichts nichtet, also wirkt. Wie Walach denke ich nicht, dass die Homöopathie mit einem solchen allgemeinen Modell bereits erklärt sei, es ist zunächst nur eine weitere Erweiterung der Denkmöglichkeiten.</p>
<p><strong>&#8230; und Dölle</strong><br />
Ganz neu ist dieser Ansatz natürlich nicht. Ernst August Dölle (renommierter Psychologe wie Walach), bis 1968 Professor in Konstanz, hat ähnliche Überlegungen bereits in seiner Abhandlung „Brückenschlag zur Unendlichkeit“ (Zeitschr f Psychologie, 142: 139-193, zitiert nach Dichotomie und Duplizität, Grundfragen psychologischer Erkenntnis, Huber Verlag, 1974, S. 25) entwickelt. Dölles Substanz bürgt für die seiner – und der hier fortgeführten – Überlegungen. </p>
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		<title>Wie Trolle die Nano-Kommunikation beeinflussen [[sic]-Blog]</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Mar 2013 07:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Gerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Nano]]></category>
		<category><![CDATA[Nanotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Da Blogs auch bei der Meinungsbildung und Risikowahrnehmung von Forschungethemen eine immer wichtigere Rolle spielen, sind die unvermeidlichen &#8220;Trolle&#8221; zwischenzeitlich selbst zum Forschungsgegenstand avanciert. Im Journal of Computer-Mediated Communication hat Dietram Scheufele, deutscher Prof für Wissenschaftskommunikation an der University of Wisconsin, zusammen mit seinen Mitarbeiter(inne)n Dominique Brossard, Michael Xenos und Peter Ladwig genau dies für&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Da Blogs auch bei der Meinungsbildung und <strong>Risikowahrnehmung von Forschungethemen </strong>eine immer wichtigere Rolle spielen, sind die unvermeidlichen &#8220;Trolle&#8221; zwischenzeitlich selbst zum Forschungsgegenstand avanciert. Im<em> Journal of Computer-Mediated Communication</em> hat <a href="http://www.dietramscheufele.com/scheufele.html" target="_blank">Dietram Scheufele</a>, deutscher Prof für Wissenschaftskommunikation an der University of Wisconsin, zusammen mit seinen Mitarbeiter(inne)n Dominique Brossard, Michael Xenos und Peter Ladwig genau dies für den Bereich Nanotechnologie untersucht: <em>The Nasty Effect: Online Incivility and Risk Perceptions of Emerging Technologies</em> (DOI: 10.1111/jcc4.12009).</p>
<p>Einige der Ergebnisse:<strong> Troll-Kommentare wirken polarisierend</strong>, und zwar als statistisch signifikanter Effekt unabhängig von Alter, Bildung oder Medienkonsum. Vor allem negative Totschlag-Kommentare verstopfen somit den eigentlichen Wissenstransfer.<br />
Die Suche nach Lösungen gestaltet sich schwierig. Unter anderem diskutieren die Kollegen in den USA das auch hierzulande inzwischen von manchen Redaktionen eingesetzte <strong>Crowdsourcen von Kommtarfilterung</strong> in Form von Bewertung von Lesern durch Leser.</p>
<p>Dieser JCC-Beitrag ist Open Acess, das Paper also für Jedermann frei zugänglich:<br />
<strong><a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcc4.12009/abstract" target="_blank">Abstract</a> | <a href=" http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcc4.12009/full" target="_blank">Volltext</a> | <a href=" http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcc4.12009/pdf" target="_blank">PDF</a></strong></p>
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