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	<title>ScienceBlogs auf Deutsch &#187; Medizin</title>
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	<description>Wissenschaft - Kultur - Politik</description>
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		<title>Nationale Impfkonferenz 2013 [Gesundheits-Check]</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 17:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsdaten]]></category>
		<category><![CDATA[Impfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahr 2007 hat die Gesundheitsministerkonferenz den Beschluss gefasst, alle zwei Jahre eine „Nationale Impfkonferenz“ einzuberufen. Die dritte Nationale Impfkonferenz (NIK) hat nun vom 15. bis zum 16. Mai 2013 in München stattgefunden. So ganz klar scheint noch nicht zu sein, worauf die Nationalen Impfkonferenzen hinauslaufen sollen. Das Programm ist irgendwo zwischen wissenschaftlichem Kongress und&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2007 hat die Gesundheitsministerkonferenz den <a href="http://www.gmkonline.de/?&#038;nav=beschluesse_80&#038;id=80_10.06" rel="nofollow">Beschluss</a> gefasst, alle zwei Jahre eine „Nationale Impfkonferenz“ einzuberufen. Die <a href="http://www.nationale-impfkonferenz.de/" rel="nofollow">dritte Nationale Impfkonferenz (NIK)</a> hat nun vom 15. bis zum 16. Mai 2013 in München stattgefunden. So ganz klar scheint noch nicht zu sein, worauf die Nationalen Impfkonferenzen hinauslaufen sollen. Das Programm ist irgendwo zwischen wissenschaftlichem Kongress und Aufklärungsveranstaltung angesiedelt, das Abschlusspodium war mit zwei Landesministern (Marcel Huber, Gesundheitsminister im Veranstalterland Bayern und Anita Tack, Gesundheitsministerin des Vorsitzlandes der Gesundheitsministerkonferenz Brandenburg), dem Präsidenten der Bundesärztekammer, dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, der Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und einer Vertreterin des Bundesgesundheitsministeriums ausgesprochen hochrangig besetzt, aber es war eher eine Talkrunde, konkrete Absichtsbekundungen oder gar Beschlüsse gab es nicht. Immerhin: Die Umsetzung des <a href="http://www.stmug.bayern.de/gesundheit/aufklaerung_vorbeugung/impfen/doc/nationaler_impfplan.pdf" rel="nofollow">„Nationalen Impfplans“</a>, der im letzten Jahr veröffentlicht wurde, wird wohl künftig durch eine Geschäftsstelle unterstützt. Damit wird zwar noch kein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Rede" rel="nofollow">“Ruck durch die Gesellschaft“</a> gehen, aber es ist ein richtiger Schritt, Koordination braucht eben auch Ressourcen.</p>
<p>Ich bin u.a. deswegen zur NIK gegangen, weil ich gespannt war auf das Auftreten der <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/08/16/denialismus-beim-impfen/" rel="nofollow">Impfkritiker</a>. Sie haben sich, vielleicht weil sie sich auf „feindlichem Territorium“ wähnten, aber recht unauffällig verhalten und sich lediglich mit ein paar relativ sachlichen Einwänden zu Wort gemeldet. Einen davon will hier kurz aufgreifen, weil er methodisch interessant ist.</p>
<p><strong>Impfkomplikationen: Koinzidenz oder Kausalität?</strong><br />
Ein Argument von Impfkritikern gegen das Impfen sind die – scheinbaren oder tatsächlichen – Impfkomplikationen. Wie jeder medizinische Eingriff kann natürlich auch das Impfen Nebenwirkungen haben, es gilt also auch hier, Nutzen und Risiken abzuwägen. Diese Abwägung fällt bei den heute von der <a href="http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html" rel="nofollow">„Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut“</a> empfohlenen Impfungen nach allem, was derzeit Stand des Wissens ist, bevölkerungsbezogen eindeutig positiv aus, was aber nicht ausschließt, dass es in sehr seltenen Einzelfällen auch ernste Komplikationen bzw. bleibende Impfschäden geben kann. Bei der Pockenimpfung waren ernste Impfschäden übrigens relativ „häufig“, man geht von 1 Sterbefall auf 1 Mio. Impfungen aus. Allerdings war die Pockeninfektion von ganz anderem Kaliber, die Pocken waren sowohl leicht übertragbar als auch von hoher Letalität (im Durchschnitt ca. 10 %), eine tödliche Kombination. Im 19. Jahrhundert gab es in manchen Jahren zehntausende Pockensterbefälle. Die Pocken sind seit 30 Jahren weltweit ausgerottet, ohne Impfung wäre das nicht gelungen. Aber das nur nebenbei. </p>
<p>Unstrittig ist, dass Impfkomplikationen in Deutschland nicht gut identifiziert werden. Das Meldeverfahren und die Meldepraxis sind unzureichend. Dennoch wurden im Jahr 2011 beim dafür zuständigen Paul Ehrlich-Institut 1.778 Einzelfallmeldungen von Verdachtsfällen mit 8.626 Reaktionen registriert. Über die Fälle wird jeweils in der ersten Ausgabe eines Jahres des <a href="http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/bulletin-zur-arzneimittelsicherheit/bulletin-arzneimittelsicherheit-node.html;jsessionid=E3078E17DDBF989424166FF8C4854503.1_cid354#doc3252570bodyText2" rel="nofollow">“Bulletins Arzneimittelsicherheit“</a> berichtet. </p>
<p>Nun stellt sich die Frage, ob solche Verdachtsmeldungen nur zeitlich mit der Impfung koinzident sind oder ob es auch einen kausalen Zusammenhang gibt. Bei der großen Anzahl von Impfungen sind entsprechend der Auftretenshäufigkeit von gesundheitlichen Beschwerden diese Beschwerden natürlich auch in zeitlicher Nähe zu einer Impfung zu erwarten, ohne dass es einen kausalen Zusammenhang gibt. Die „echten“ Komplikationen müssen also aus diesem Hintergrundrauschen gesundheitlicher Beschwerden herausgefiltert werden. Das ist in der Regel nicht einfach, weil die häufigen Reaktionen, z.B. Fieber, Kopfschmerz oder Erbrechen, auch ohne Impfung häufig sind und viele Ursachen haben können und die seltenen ernsten Reaktionen oft Krankheiten betreffen, deren Genese grundsätzlich unklar ist. Vielfach geht die Prüfung des kausalen Zusammenhangs daher ergebnislos aus, ein Zusammenhang kann nicht bestätigt werden. </p>
<p><strong>Der Rückgang von Infektionskrankheiten: Koinzidenz oder Kausalität?</strong><br />
Diese Probleme hat ein Impfgegner auf der Konferenz eingeräumt und klug gekontert: Die Möglichkeit der bloßen zeitlichen Koinzidenz müsse man doch genauso in Rechnung stellen, wenn man den Rückgang von Infektionen mit der Einführung einer Impfung in Zusammenhang bringt. Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der Kinderlähmungsfälle nach dem Krieg in Westdeutschland. Man sieht, wie mit der Einführung der Massenimpfungen 1962 die Infektionszahlen dramatisch zurückgingen. In den 1980er Jahren gab es nur noch vereinzelte Fälle, seit über 20 Jahren gibt es in Deutschland gar keine Fälle mehr. Auch die Kinderlähmung ist alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit, in den 1950er Jahren starben jährlich noch mehrere hundert Menschen daran.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Polio-Impfung-e1368811361938.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Polio-Impfung-e1368811361938.png" alt="Polio-Impfung" width="580" height="406" class="alignleft size-full wp-image-542" /></a></p>
<p>So eindrucksvoll die Grafik ist, der Zusammenhang zwischen der Einführung der Impfung und dem Rückgang der Infektionen könnte durchaus eine bloß zeitliche Koinzidenz sein. Die Grafik allein belegt keine Kausalität. Man braucht – ganz ähnlich wie bei der Prüfung des Zusammenhangs von Impfungen und Impfkomplikationen – zusätzliche Informationen. Bei der Polioimpfung sind das z.B. immunologische Erkenntnisse, bei allgemeineren epidemiologischen Fragestellungen z.B. die <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Bradford-Hill-Kriterien_f%C3%BCr_Kausalit%C3%A4t_in_der_Medizin" rel="nofollow">“Bradford-Hill-Kriterien“</a>.</p>
<p><strong>Impfkritik, Impfaufklärung, Impfkonferenz</strong><br />
Die aktuellen STIKO-Empfehlungen haben zweifellos eine gute Evidenzbasis und sicher muss man sich auf einer Veranstaltung wie der Nationalen Impfkonferenz nicht mit unhaltbaren Argumentationsmustern von Impfgegnern beschäftigen. Aber als Werbeveranstaltung für das Impfen scheint mir die Nationale Impfkonferenz auch nur bedingt sinnvoll zu sein, zumal der eine oder andere Vortrag etwas „aufgewärmt“ daherkam. Dabei gibt es bei vielen Fragestellungen rund um das Impfen erheblichen Diskussionsbedarf, angefangen von der Preispolitik der Pharmaindustrie bei der HPV-Impfung über die Kommunikationslinien bei akuten Krisen wie der Pandemie bis hin dazu, was es bedeutet, ernsthaft auf eine <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/01/26/regionale-unterschiede-bei-der-masernimpfung-und-die-informierte-impfentscheidung/" rel="nofollow">informierte Entscheidung beim Impfen</a> hinzuarbeiten und nicht nur auf eine Steigerung der Impfmotivation. Dem sollte man mehr Raum geben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, insgesamt war es trotzdem eine interessante und den Besuch lohnende Konferenz. Die Vortragsabstracts kann man auf der <a href="http://www.nationale-impfkonferenz.de/" rel="nofollow">Homepage der Nationalen Impfkonferenz</a> abrufen.</p>
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		<title>Der Waschlappen auf der ISS und andere (auch sehr unappetitliche) Alltäglichkeiten in der Schwerelosigkeit [Hinterm Mond gleich links]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/planeten/2013/05/10/der-waschlappen-auf-der-iss-und-andere-auch-sehr-unappetitliche-alltaglichkeiten-in-der-schwerelosigkeit/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-waschlappen-auf-der-iss-und-andere-auch-sehr-unappetitliche-alltaglichkeiten-in-der-schwerelosigkeit</link>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 16:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ludmila Carone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Hygiene]]></category>
		<category><![CDATA[iss]]></category>
		<category><![CDATA[mikrogravitation]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroorganismen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Was passiert mit einem nassen Waschlappen in der Schwerelosigkeit? Und ja ich meine ein Stück Frottee mit dem mensch unter anderem putzen kann, nur damit keine Missverständnisse auftauchen Der kanadische Astronaut Chris Hadfield wringt in dem folgenden kleinen Video einen nassen Lappen aus. Was wiederum beweist, dass wirklich alles im All spannend ist. Die Oberflächenspannung&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="float: left; padding: 5px;"><a href="http://www.researchblogging.org"><img style="border: 0;" alt="ResearchBlogging.org" src="http://www.researchblogging.org/public/citation_icons/rb2_large_gray.png" /></a></span><br />
Was passiert mit einem nassen Waschlappen in der Schwerelosigkeit? Und <strong>ja</strong> ich meine ein Stück Frottee mit dem mensch unter anderem putzen kann, nur damit keine Missverständnisse auftauchen <img src='http://cf-global-posts.example.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der kanadische Astronaut Chris Hadfield wringt in dem folgenden kleinen Video einen nassen Lappen aus. Was wiederum beweist, dass wirklich <strong>alles</strong> im All spannend ist. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfl%C3%A4chenspannung">Oberflächenspannung</a> ist schon witzig.<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/o8TssbmY-GM" height="225" width="400" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Solche Videos erinnern mich mal wieder daran, wie schwierig selbst alltäglichste Situationen in der Schwerelosigkeit sein können. Wie z.B. der tägliche Toilettengang.</p>
<p><em><strong>(Und ja, ab hier wird es unappetitlich, also seid gewarnt!)</strong> </em></p>
<p>In den 60ern haben sich die Ingenieure offensichtlich für eine recht *ähm* rustikale Version einer Bordtoilette entschieden. Privatsphäre beim Toilettengang gab es sowieso nicht, wie denn auch?</p>
<p><img class="alignnone" alt="" src="http://lsda.jsc.nasa.gov/books/apollo/Resize-jpg/fs6c2-3.jpg" width="481" height="320" /></p>
<p>Wenn ich das richtig sehe, haben die Astronauten sich für den Stuhlgang einen Beutel hinter das Gesäß geschnallt; in der Hoffnung, dass auch alles dahin geht, wo es auch hingehen soll. Was es offenbar nicht immer tat.</p>
<p><em>05 13 29 52 CDR Give me a napkin quick. There&#8217;s a turd floating through the air</em></p>
<p>Direktes Zitat aus dem <a href="http://www.jsc.nasa.gov/history/mission_trans/AS10_CM.PDF">Apollo10-Transkript. Sucht in den Dokument nach mehr &#8216;turd&#8217; <img src='http://cf-global-posts.example.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </a> Und was war bei Durchfall? Laut <a href="http://www.airspacemag.com/space-exploration/Sick-in-Space.html?c=y&amp;page=1">diesem Artikel</a> litt Frank Borman, der Kommandant von Apollo 8, kurz nach dem Start an Durchfall und Erbrechen. Was muss dabei da oben abgegangen sein? Lieber nicht drüber nachdenken, oder?</p>
<p>Oder genau <strong>doch</strong> darüber nachdenken, weil selbst die hartgesottensten und männlichsten &#8220;Helden <sup>(TM)</sup>&#8221; &#8211; und als nichts anderes wurden Astronauten in der Apollo (sic!)-Ära stilisiert &#8211; auch krank werden können. Wer sich zu fein ist über die Hygiene-Verhältnisse während eines Raumfluges nachzudenken und gar jedwede Form körperlichen Unwohlseins so weit stigmatisiert, dass die Betreffenden alles tun, um ihr Unwohlsein zu  vertuschen (<a href="http://www.airspacemag.com/space-exploration/Sick-in-Space.html?c=y&amp;page=1">wiederum der Verweis auf diesen Artikel</a>), der sorgt dafür, dass hinterher viel Mist rauskommt. (1) Hygiene ist gerade bei längeren Weltraumaufenthalten unverzichtbar mit einer guten <strong>Sanitär</strong>hygiene verbunden, auch wenn in den meisten Kulturkreisen die schlichte Notwendigkeit zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Def%C3%A4kation">Defäkation</a> stigmatisiert wird. Das wurde im Film das Gespenst der Freiheit vortrefflich karikiert.<br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/oaU5VI9gnxU" height="225" width="400" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Aber nicht nur für den Gesundheitszustand der Astronauten und Astronautinnen ist gute Hygiene unverzichtbar, sondern auch für das Funktionieren von technischen Geräten, v.a. der Lebenserhaltungssysteme. Obwohl ich schon irgendwo aufgeschnappt hatte, dass die Kontamination mit Pilzen und Bakterien an Bord der Raumstation <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mir_%28Raumstation%29">Mir</a> ein Problem war, war ich doch sehr überrascht in einem <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16364606">Forschungsartikel</a> (2) zu lesen, dass &#8220;Biodegradation&#8221; zum Ausfall der Klimaanlage und des Wasseraufbereitungssystems führen kann. Auf der ISS wird daher die Kontamination überwacht und ab einem gewissen Kontaminationsgrad die entsprechende Stelle gereinigt. Die Haupt-Komponenten der Verunreinigung sind<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus"> Staphylococcus sp.</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Corynebacterium">Corynebacterium</a> sp., die<br />
ganz klar menschlichen Ursprungs sind.</p>
<p>Erstaunlicherweise wurde auch im Jahr 2006 das Thema Hygiene an Bord einer Raumstation dennoch als nicht ganz so dringlich erachtet. Die Autoren des besagten Fachartikels &#8216;beschweren&#8217; sich, dass die bakterielle Kontamination in der ISS erst am Boden analysiert wurde und es daher durchschnittlich eine Zeitverzögerung von einer Woche zwischen Probenentnahme und ersten Ergebnissen gab. Was irgendwie den Sinn und Zweck der Übung etwas in Frage stellt. Ich meine sorry,<strong> innerhalb einer Woche</strong> haben die da oben auch so mitgekriegt, dass da wohl irgendwo ein Bakterienherd ist.</p>
<p>Ok gut, die ISS ist jetzt kein Kreuzfahrtschiff und auch nicht so leicht zu erreichen, so dass die Kontamination bereits vor dem Eintritt gering gehalten werden kann. Dennoch find ich die Vorstellung einer Zeitverzögerung von einer Woche zwischen Bakterienentnahme und Warnung sehr beunruhigend. Insbesondere, da sich inzwischen gezeigt hat, dass gerade Mikroorganismen sehr unschöne Eigenschaften in der Schwerelosigkeit entwickeln können:  <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3634740/">Pilze</a> (z.B. <em>Ulocladium chartarum</em>) (3) z.B. vermehren sich mit wenig Ausgangsmaterial (Substrat) und versteckt (tief in porösen Materialien), wo sie fast ungestört sowohl Materialien angreifen wie auch die Gesundheit der Frauen und Männer an Bord gefährden können. Krankheitserreger wie <a href="http://www.pnas.org/content/104/41/16299">Salomonellen </a>werden in der Schwerelosigkeit sogar noch virulenter (4).</p>
<p>Ich habe jetzt beim Stöbern im Internet nicht herausgefunden, ob die Überwachung von Mikroorganismen an Bord der ISS verbessert bzw. beschleunigt wurde. Ich kann es nur hoffen, sonst könnte es irgendwann zu folgendem Szenario kommen <img src='http://cf-global-posts.example.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/DfdGyzTa_gc" height="300" width="400" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>&#8212;&#8212;-</p>
<p>(1) Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.</p>
<p>(2) <span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=Research+in+Microbiology&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1016%2Fj.resmic.2005.07.010&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Survey+of+environmental+biocontamination+on+board+the+International+Space+Station&amp;rft.issn=09232508&amp;rft.date=2006&amp;rft.volume=157&amp;rft.issue=1&amp;rft.spage=5&amp;rft.epage=12&amp;rft.artnum=http%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0923250805002627&amp;rft.au=Novikova%2C+N.&amp;rft.au=De+Boever%2C+P.&amp;rft.au=Poddubko%2C+S.&amp;rft.au=Deshevaya%2C+E.&amp;rft.au=Polikarpov%2C+N.&amp;rft.au=Rakova%2C+N.&amp;rft.au=Coninx%2C+I.&amp;rft.au=Mergeay%2C+M.&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Astronomy">Novikova, N., De Boever, P., Poddubko, S., Deshevaya, E., Polikarpov, N., Rakova, N., Coninx, I., &amp; Mergeay, M. (2006). <strong>Survey of environmental biocontamination on board the International Space Station</strong> <span style="font-style: italic;">Research in Microbiology, 157</span> (1), 5-12 DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.resmic.2005.07.010" rev="review">10.1016/j.resmic.2005.07.010</a></span></p>
<p>(3) <span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=PLoS+ONE&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0062130&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=The+Effect+of+Spaceflight+on+Growth+of+Ulocladium+chartarum+Colonies+on+the+International+Space+Station&amp;rft.issn=1932-6203&amp;rft.date=2013&amp;rft.volume=8&amp;rft.issue=4&amp;rft.spage=0&amp;rft.epage=&amp;rft.artnum=http%3A%2F%2Fdx.plos.org%2F10.1371%2Fjournal.pone.0062130&amp;rft.au=Gomoiu%2C+I.&amp;rft.au=Chatzitheodoridis%2C+E.&amp;rft.au=Vadrucci%2C+S.&amp;rft.au=Walther%2C+I.&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Astronomy">Gomoiu, I., Chatzitheodoridis, E., Vadrucci, S., &amp; Walther, I. (2013). <strong>The Effect of Spaceflight on Growth of Ulocladium chartarum Colonies on the International Space Station</strong> <span style="font-style: italic;">PLoS ONE, 8</span> (4) DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0062130" rev="review">10.1371/journal.pone.0062130</a></span></p>
<p>(4) <span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=Proceedings+of+the+National+Academy+of+Sciences&amp;rft_id=info%3Adoi%2F10.1073%2Fpnas.0707155104&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Space+flight+alters+bacterial+gene+expression+and+virulence+and+reveals+a+role+for+global+regulator+Hfq&amp;rft.issn=0027-8424&amp;rft.date=2007&amp;rft.volume=104&amp;rft.issue=41&amp;rft.spage=16299&amp;rft.epage=16304&amp;rft.artnum=http%3A%2F%2Fwww.pnas.org%2Fcgi%2Fdoi%2F10.1073%2Fpnas.0707155104&amp;rft.au=Wilson%2C+J.&amp;rft.au=Ott%2C+C.&amp;rft.au=zu+Bentrup%2C+K.&amp;rft.au=Ramamurthy%2C+R.&amp;rft.au=Quick%2C+L.&amp;rft.au=Porwollik%2C+S.&amp;rft.au=Cheng%2C+P.&amp;rft.au=McClelland%2C+M.&amp;rft.au=Tsaprailis%2C+G.&amp;rft.au=Radabaugh%2C+T.&amp;rft.au=Hunt%2C+A.&amp;rft.au=Fernandez%2C+D.&amp;rft.au=Richter%2C+E.&amp;rft.au=Shah%2C+M.&amp;rft.au=Kilcoyne%2C+M.&amp;rft.au=Joshi%2C+L.&amp;rft.au=Nelman-Gonzalez%2C+M.&amp;rft.au=Hing%2C+S.&amp;rft.au=Parra%2C+M.&amp;rft.au=Dumars%2C+P.&amp;rft.au=Norwood%2C+K.&amp;rft.au=Bober%2C+R.&amp;rft.au=Devich%2C+J.&amp;rft.au=Ruggles%2C+A.&amp;rft.au=Goulart%2C+C.&amp;rft.au=Rupert%2C+M.&amp;rft.au=Stodieck%2C+L.&amp;rft.au=Stafford%2C+P.&amp;rft.au=Catella%2C+L.&amp;rft.au=Schurr%2C+M.&amp;rft.au=Buchanan%2C+K.&amp;rft.au=Morici%2C+L.&amp;rft.au=McCracken%2C+J.&amp;rft.au=Allen%2C+P.&amp;rft.au=Baker-Coleman%2C+C.&amp;rft.au=Hammond%2C+T.&amp;rft.au=Vogel%2C+J.&amp;rft.au=Nelson%2C+R.&amp;rft.au=Pierson%2C+D.&amp;rft.au=Stefanyshyn-Piper%2C+H.&amp;rft.au=Nickerson%2C+C.&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Astronomy">Wilson, J., Ott, C., zu Bentrup, K., Ramamurthy, R., Quick, L., Porwollik, S., Cheng, P., McClelland, M., Tsaprailis, G., Radabaugh, T., Hunt, A., Fernandez, D., Richter, E., Shah, M., Kilcoyne, M., Joshi, L., Nelman-Gonzalez, M., Hing, S., Parra, M., Dumars, P., Norwood, K., Bober, R., Devich, J., Ruggles, A., Goulart, C., Rupert, M., Stodieck, L., Stafford, P., Catella, L., Schurr, M., Buchanan, K., Morici, L., McCracken, J., Allen, P., Baker-Coleman, C., Hammond, T., Vogel, J., Nelson, R., Pierson, D., Stefanyshyn-Piper, H., &amp; Nickerson, C. (2007). <strong>Space flight alters bacterial gene expression and virulence and reveals a role for global regulator Hfq</strong> <span style="font-style: italic;">Proceedings of the National Academy of Sciences, 104</span> (41), 16299-16304 DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.1073/pnas.0707155104" rev="review">10.1073/pnas.0707155104</a></span></p>
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		<title>Ein Nachruf auf Christian de Duve [WeiterGen]</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 06:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Maier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[alter]]></category>
		<category><![CDATA[Autophagie]]></category>
		<category><![CDATA[de Duve]]></category>
		<category><![CDATA[Lindau]]></category>
		<category><![CDATA[Lysosom]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Zelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Vergangenen Samstag ist Christian de Duve im Alter von 95 Jahren gestorben. Er war ein Pionier der Zellbiologie. De Duve hat bei Experimenten zur Aktivität von Enzymen in Zellextrakten zufällig die Lysosomen und die Peroxysomen entdeckt. Beides sind Zellkompartimente, die bei Abbaureaktionen eine zentrale Rolle spielen und die sich durch geeignete Zentrifugationsmethoden aus Zellextrakten isolieren&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangenen Samstag ist Christian de Duve im Alter von 95 Jahren gestorben. Er war ein Pionier der Zellbiologie. De Duve hat bei Experimenten zur Aktivität von Enzymen in Zellextrakten zufällig die Lysosomen und die Peroxysomen entdeckt. Beides sind Zellkompartimente, die bei Abbaureaktionen eine zentrale Rolle spielen und die sich durch geeignete Zentrifugationsmethoden aus Zellextrakten isolieren lassen. Er hat einen epochalen Beitrag zum Verständnis des Aufbaus und der Struktur der eukaryontischen Zelle geleistet, also auch von menschlichen Körperzellen. Er ist dafür 1974 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.</p>
<p>De Duves Entdeckungen erleben aktuell eine Renaissance durch die Aufklärung der molekularen Mechanismen und Wirkungsweisen der Autophagie, also eines zellulären Selbstreinigungsmechanismus, bei dem das Lysosom eine zentrale Rolle spielt. Das de-Duve-Institut in Brüssel hat anlässlich seines neunzigsten Geburtstags einen Artikel abgedruckt, der sein Leben und Wirken gut zusammenfasst (<a href=" http://www.deduveinstitute.be/images/photosDDUV/tributeCdD.pdf ">pdf</a>).</p>
<p>Ich habe de Duve 2011, also mit 93 Jahren, in Lindau beim Nobelpreisträgertreffen als Redner erlebt. <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/lindaunobel/nachhaltigkeit/2011-07-01/sieben-punkte-zur-rettung-der-welt-christian-de-duve">Meine Mitschrift</a> seines Vortrags von damals gebe ich hier leicht verändert wieder. De Duves Vortrag handelte nicht von seiner außerordentlichen Leistung als Forscher. Er präsentierte ein Sieben-Punkte-Programm zur Rettung der Welt. Er war der einzige Laureat, der mit Standing Ovations bedacht wurde.</p>
<p>De Duve nutze seinen Gehstock an Stelle eines Laserpointers um auf Details seiner insgesamt vier Folien umfassenden Präsentation hinzuweisen. Das war egal, sein Vortag war einfach zu verstehen, seine Botschaft war klar: Was macht uns Menschen anders und was müssen wir tun, um weiter existieren zu können?</p>
<p>Er zeigte auf, wie erfolgreich der Mensch ist. Mit gerade mal dem Vierfachen an Gehirnmasse eines Schimpansen beherrschen wir die Welt mit der Folge, dass wir sie heillos überbevölkern. Über sechs Milliarden von uns leben derzeit auf der Erde, mit einem rasanten Anstieg in den letzten 200 Jahren. Die Überbevölkerung geht mit Problemen einher:</p>
<ul>
<li>Die Rohstoffresourcen gehen zur Neige</li>
<li>Die Biodiversität geht zurück</li>
<li>Wälder gehen zurück und Wüsten breiten sich aus</li>
<li>Der Klimawandel</li>
<li>Die Energiekrise</li>
<li>Umweltverschmutzung</li>
<li>Übervolle Ballungsräume</li>
<li>Konflikte und Krieg.</li>
</ul>
<p>De Duve mahnte nicht nur, er bot Lösungsvorschläge an. Ein Sieben-Punkte-Programm zur Rettung der Welt mit ansteigender Wahrscheinlichkeit, dass die Vorschläge zur Lösung der Probleme beitragen:</p>
<ol>
<li><a href="http://scienceblogs.de/weitergen/files/2013/05/sieben-Punkte..jpg"><img class="alignright  wp-image-1805" alt="sieben Punkte." src="http://scienceblogs.de/weitergen/files/2013/05/sieben-Punkte.-509x610.jpg" width="356" height="427" /></a>Nichts tun. Laut de Duve keine Lösung, wir sollten unser Schicksal nicht den Darwinschen Mechanismen überlassen.</li>
<li>Menschen genetisch optimieren. Derzeit keine Option, da dies zum einen ein ethisches Dilemma aufwirft und zum anderen technisch nicht realisierbar ist.</li>
<li>Die Plastizität des Gehirns ausnützen und neu “verdrahten”. Das dadurch bessere Menschen geschaffen werden ist unwahrscheinlich, technisch jedoch möglicherweise machbar.</li>
<li>Die Religionen aufrufen zum Wandel beizutragen. De Duve sieht hier großes Potential. Es gebe immerhin rund eine Milliarde Katholiken, das Wort der Religionsführer hätte Gewicht. Er mahnte, Religionen sollten sich weniger mit dem Leben nach dem Tod beschäftigen als damit, was jetzt aktuell auf der Erde passiert. Zwischenapplaus aus dem Publikum.</li>
<li>Umweltschutz. Er betonte, es sei wichtig, die Umwelt nicht zu verschmutzen, kritisierte jedoch gleichzeitig, dass die Umweltbewegung religiöse Züge trüge mit der Natur als der heiligen Kuh. De Duve ist anderer Meinung: Nature is not good, nature is not bad, nature is indifferent.</li>
<li>Chancengleichheit für Frauen. De Duve betonte, er habe keine feministische Agenda, jedoch seien Frauen gesellschaftlich benachteiligt und das müsse sich ändern. Er stellte Wichtigkeit der Frauen auf die frühkindliche Erziehung heraus. Auch dieser Punkt wurde mit Zwischenapplaus bedacht.</li>
<li>Bevölkerungskontrolle. “Wir sind zu viele Menschen auf der Erde, also muss die Zahl verringert werden. Er wog ab, wie das zu erreichen sei, der zivilisiertere Weg wäre Geburtenkontrolle anstatt Menschen zu töten. Da kann man ihm nur beipflichten.</li>
</ol>
<p>Wir werden alle das Phänomen kennen, mit zunehmendem Alter eine andere Perspektive auf die Zeit zu bekommen. Als Kleinkind hat man kein Konzept für Zeit. In der Grundschule dauern Wochen Monate und die Sommerferien scheinen endlos. Später wird in Semestern gedacht, dann in Jahren und die Zeit scheint zu verfliegen. Ich kann mir gut vorstellen, das man mit 93 wieder einen anderen Blickwinkel auf die Zeit hat. Einen noch größeren Rahmen. De Duve ist ein alter Mann, er wirkte jedoch weise.</p>
<p>De Duve hat in Belgien im Kreis seiner Familie Sterbehilfe in Anspruch genommen. Dort ist das legal. In Deutschland hingegen klafft hier eine gesetzliche Lücke, die Oliver Tolmein in seinem <a href="http://blogs.faz.net/biopolitik/">Biopolitik Blog</a> der FAZ über Jahre dokumentiert und mit konservativem Tenor kommentiert hat. Das Blog ist leider inzwischen geschlossen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum Welttag der Genitalautonomie [blooDNAcid]</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 22:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cornelius Courts</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Beschneidung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Religionskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute jährt sich erstmalig das Urteil des Landgerichts Köln, das die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Jungen als Körper­verletzung und damit als straf­bare Handlung wertete.  Quelle Zugegeben, der Welttag der Genitalautonomie klingt etwas gestelzt. Dennoch ist es bitter nötig, daran zu erinnern und noch einmal darauf aufmerksam zu machen, daß das mutige und gute Urteil&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute</p>
<blockquote><p>jährt sich erstmalig das Urteil des Landgerichts Köln, das die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Jungen als Körper­verletzung und damit als straf­bare Handlung wertete.  <a href="http://hpd.de/node/15725">Quelle</a></p></blockquote>
<p>Zugegeben, der Welttag der Genitalautonomie klingt etwas gestelzt. Dennoch ist es bitter nötig, daran zu erinnern und noch einmal darauf aufmerksam zu machen, daß das mutige und <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article107303669/Koelner-Beschneidungsurteil-ist-rechtskraeftig.html">gute Urteil des Kölner Gerichts</a> keineswegs zu einer Normalisierung der Verhältnisse, worunter ich den Schutz der <a href="http://www.welt.de/img/fernsehen/crop107303715/720872902-ci3x2l-w620/Beschneidung.jpg">Menschenrechte sogar für Kinder</a> fasse, sondern dazu geführt hat, daß wir heute in einem Land leben müssen, welches die Erlaubnis für Jede(n), der/die aus irgendwelchen Gründen die Verstümmelung der Genitalien seines/ihres Sohnes im Säuglingsalter wünscht, gesetzlich verbrieft hat.<br />
Das ist eine peinliche Schande, ein widerwärtiges Kuschen vor religiösem Lobbyismus und eine unverzeihliche, schmähliche Preisgabe unantastbarer Rechte die &#8211; wieder einmal &#8211; dem absurden Glauben diesmal an einen angeblich durch Verstümmelung zu schließenden fiktiven Bund mit einem zur Bronzezeit von vermutlich dehydrierten Halbwilden ersonnenen, nicht minder fiktiven Wüstenpopanz geopfert wurden.</p>
<p><em>Hintergründe:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/07/17/verstummeln-hat-doch-tradition/">Aber Verstümmeln hat doch Tradition</a></li>
<li><a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/08/29/nachtrag-zur-verstummelung/">Nachträge zur Verstümmelung</a></li>
<li><a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/12/13/ein-schwarzer-tag-fur-kinderrechte/">Ein schwarzer Tag für Kinderrechte</a></li>
</ul>
<p>______</p>
<p><strong>Nachtrag am 8.5.:</strong></p>
<p>Man sieht, wie nötig der posttitelgebende Tag ist auch an Leuten wie dem sogenannten Scienceblogger und offensichtlich mindestens cerebral beschnittenen <a href="http://scienceblogs.de/primaklima/2013/05/08/1468/">Georg Hoffmann</a>, der grundsätzlich alles super findet, was Juden und ignoriert, was Moslems so tun (er, der Deutsche Hoffmann hat schließlich im Alleingang Auschwitz abzubüßen, da werden ihm doch ein paar lächerliche Kinderrechte oder Evidenz nicht in den Weg kommen) und ironischerweise nicht versteht, daß ernsthaftes und gleichberechtigtes Zusammenleben auch bedeutet, daß man einander kritisiert. Hoffmann, der Humanismus für &#8220;Gedröhne&#8221; (das sicherlich als verzerrtes Echo in seinem mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Harvey_Kellogg#Kelloggs_Ansichten_.C3.BCber_Sexualit.C3.A4t">Kelloggs</a> gefüllten Hohlkörper wiederhallt) hält, sieht sich bemüßigt, ausgerechnet dem Bundestag eifrig Beifall zu patschen, der schließlich auch bis 1994 bzw. 1997 der Meinung war, Homosexualität müsse sehr wohl bzw. Vergwaltigung in der Ehe  müsse nicht bestraft werden. Ich empfinde nur Ekel und Mitleid angesichts derartig durchsichtiger, opportunistischer und im widerlichsten Maße wohlfeiler Duldungsprostitution.</p>
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		</item>
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		<title>Quantenphysik hat nichts mit Quantenheilung zu tun [naklar]</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 23:19:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Aigner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Aberglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[quanten]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenmystik]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Würden Sie sich mit jemandem verabreden, und der Person, gleich wenn sie kommt, dann sagen: &#8220;Schön, ich wollte dich eigentlich nur meinem Freund dort am Nebentisch vorstellen, ich bin dann mal weg, schönen Abend noch&#8221;? Ähnlich nutzlos finde ich es, wenn Blog-Artikeln nur aus einem Link auf ein Video oder einen anderen Artikel bestehen. Trotzdem&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Würden Sie sich mit jemandem verabreden, und der Person, gleich wenn sie kommt, dann sagen: &#8220;Schön, ich wollte dich eigentlich nur meinem Freund dort am Nebentisch vorstellen, ich bin dann mal weg, schönen Abend noch&#8221;? Ähnlich nutzlos finde ich es, wenn Blog-Artikeln nur aus einem Link auf ein Video oder einen anderen Artikel bestehen.</p>
<p>Trotzdem kann ich mir heute nicht verkneifen, mich dieser Sünde selbst auch einmal schuldig zu machen: Die Tageszeitung der Standard hat mich für seine Online-Ausgabe über Quantenheilung interviewt &#8211; und ich denke, das ist eine ganz gute Zusammenfassung meiner Gedanken zu diesem Thema. Daher möchte ich einfach mal diesen Link hier empfehlen:</p>
<p><a href="http://derstandard.at/1363709682106/Quantenphysik-hat-nichts-mit-Quantenheilung-zu-tun">DerStandard: &#8220;Quantenphysik hat nichts mit Quantenheilung zu tun&#8221;</a></p>
<p>Und beim nächsten Blog-Eintrag bin ich dann wieder kreativer. Versprochen!</p>
<p><a href="http://www.naklar.at"><em>www.naklar.at<br />
</em></a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/naklarat"><img alt="" src="http://scienceblogs.de/naklar/wp-content/blogs.dir/80/files/2012/09/i-3fadc23af21e95ced1ae9ed9d78e16ef-fb.jpg" /><br />
<em>Werden Sie naklar-Fan auf Facebook</em></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Suizide und Männlichkeit [Gesundheits-Check]</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 15:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsdaten]]></category>
		<category><![CDATA[Psychische Störungen]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Suizide]]></category>

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		<description><![CDATA[Frühling. Die Zeit, in der alles blüht und die Stimmung steigt – und die Suizide zunehmen. Anders als man vermuten könnte, sind es nämlich nicht die dunklen Wintermonate, in denen sich die Menschen am häufigsten das Leben nehmen. Vielleicht empfinden Menschen mit Depressionen im Frühling, wenn andere so aufmuntert wirken, ihre Situation besonders bedrückend. Ausgeprägt&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Frühling. Die Zeit, in der alles blüht und die Stimmung steigt – und die Suizide zunehmen. Anders als man vermuten könnte, sind es nämlich nicht die dunklen Wintermonate, in denen sich die Menschen am häufigsten das Leben nehmen. Vielleicht empfinden Menschen mit Depressionen im Frühling, wenn andere so aufmuntert wirken, ihre Situation besonders bedrückend. Ausgeprägt ist das jahreszeitliche Muster bei den Suiziden aber nicht.</p>
<p><strong>Trend</strong><br />
Dagegen ist eine andere Entwicklung möglicherweise substantieller. Vor gut einem Jahr hatten wir <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2011/12/09/suizide-in-deutschland-nehmen-wieder-zu/" rel="nofollow">hier auf Gesundheits-Check</a> schon einmal berichtet, dass die Suizide nach einem langjährigen Rückgang wieder zunehmen. Im Jahr 2007 gab es mit 9.402 Fällen die bisher geringste Zahl, 2011 waren es 10.144, neuere Zahlen gibt es noch nicht.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Zeitreihe_2011.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Zeitreihe_2011-e1367594209862.png" alt="Suizide_Zeitreihe_2011" width="580" height="356" class="alignleft size-full wp-image-515" /></a></p>
<p>Die Gründe dafür sind nach wie vor nicht bekannt. In Krisenländern wie Griechenland wird auch ein Anstieg der Suizide beobachtet und das führt man auf die sozialen Folgen der Finanzmarktverwerfungen zurück, so <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/2012-11/suizidrate-griechenland-anstieg" rel="nofollow">Medienmeldungen, z.B. in der ZEIT</a>. Da in Deutschland die Finanzkrise bisher kaum negative Auswirkungen hat, wäre eine solche „wirtschaftspolitische“ Erklärung für Deutschland aber recht spekulativ. </p>
<p><strong>Begriffe und Moral</strong><br />
Nur nebenbei: Die ZEIT bringt es dabei fertig, in einem kurzen Text sowohl von „Freitod“ zu sprechen – eine romantisierende Bezeichnung für den Suizid, der tatsächlich meist Folge einer Depression oder einer anderen psychischen Störung ist, als auch vom „Selbstmord“, eine Bezeichnung, aus der noch die kirchliche Verurteilung der Selbsttötung herausklingt. Der Begriff „Freitod“ soll übrigens auf Schopenhauer zurückgehen, der Begriff „Selbstmord“ auf Johann Conrad Dannhauer, einen lutherischen Theologen. Immerhin hat die ZEIT trotz der Verbindung zur Finanzkrise nicht vom „Bilanzselbstmord“ gesprochen, dieser Begriff geht nämlich auf Alfred Hoche zurück, einen Psychiater, der 1920 zusammen mit dem Juristen Karl Binding das furchtbare Buch „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ geschrieben hat. Der neutrale Begriff „Suizid“ (Selbsttötung) wird dem englischen Philosophen Thomas Browne zugeschrieben.</p>
<p><strong>Männerbilder</strong><br />
Zurück zur Statistik: Vollzogene Suizide sind – anders als Suizidversuche &#8211; „Männersache“, etwa drei Viertel der Suizide entfallen auf die Männer. Genauer: Sie sind eine Sache älterer Männer. Altwerden, nicht mehr gebraucht werden, körperliche Einschränkungen hinnehmen müssen usw. – all das scheint für Männer in Deutschland (und in den Ländern, in denen die Suizidraten ebenfalls nach dem sog. „ungarischen Muster“ verlaufen) nicht einfach zu verkraften zu sein.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Alter-e1367594296676.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Alter-e1367594296676.png" alt="Suizide_Alter" width="580" height="391" class="alignleft size-full wp-image-516" /></a></p>
<p>In Japan sieht das etwas anders aus. Die Suizidrate ist in Japan Mitte der 1990er Jahre angestiegen, auch hier vermutet man einen Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise des Landes. Alte Männer sind in Japan aber nicht in gleichem Maße betroffen wie in Deutschland. Ob man in Japan als Mann „einfacher“ alt wird? </p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Alter_Japan-e1367595027207.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/05/Suizide_Alter_Japan-e1367595027207.png" alt="Suizide_Alter_Japan" width="400" height="314" class="alignleft size-full wp-image-517" /></a></p>
<p>Neben der dringend verbesserungsbedürftigen Früherkennung und –behandlung psychischer Störungen wäre also vielleicht auch ein anderes Männerbild, das weniger auf Erfolg und Leistungsfähigkeit fixiert ist, hilfreich bei der Verringerung der Suizide in Deutschland. Und ob es dann so gut ist, wenn man, wie es neuerdings immer öfter zu hören ist, auch noch „erfolgreich altern“ muss?</p>
<p><strong>Männer und ihre Waffen</strong><br />
Abschließend, weil <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/02/sinnlos-oder-nur-noch-irrsinnig/" rel="nofollow">nebenan bei Jürgen Schönstein</a> gerade die irrsinnige Waffenliebhaberei in den USA mit ihren im doppelten Sinne selbstmörderischen Folgen diskutiert wird, noch eine Bemerkung zur Rolle von Schusswaffen bei Suiziden in Deutschland. 2011 haben sich in Deutschland 753 Menschen das Leben mit Schusswaffen genommen, fast ausschließlich Männer, „nur“ 35 Frauen (sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist das Erhängen und Strangulieren die häufigste Suizidmethode, gefolgt von den Vergiftungen). Mord mit Schusswaffen kommt in Deutschland der <a href="http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html" rel="nofollow">polizeilichen Kriminalstatistik</a> zufolge übrigens viel seltener vor, etwa 150 Fälle gibt es jährlich. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Homöopathie: Faszination Unwissen im Bayerischen Rundfunk [Kritisch gedacht]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2013/04/27/homoopathie-faszination-unwissen-im-bayerischen-rundfunk/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=homoopathie-faszination-unwissen-im-bayerischen-rundfunk</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 00:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Die erste Reaktion ist fassungsloses Kopfschütteln. Dann kommt der Ärger. Doch auch Tage später, wenn der Ärger längst verraucht ist, bleibt ein Gefühl der Verblüffung. Verblüffung darüber, was die Redaktion einer deklarierten Wissenschaftssendung eines angesehenen öffentlich-rechtlichen Senders wie des BR sich bei der ganzen Sache eigentlich gedacht hat. Bernd Harder vom GWUP-Blog, ein genauer Beobachter&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste Reaktion ist fassungsloses Kopfschütteln. Dann kommt der Ärger. Doch auch Tage später, wenn der Ärger längst verraucht ist, bleibt ein Gefühl der Verblüffung. Verblüffung darüber, was die Redaktion einer deklarierten Wissenschaftssendung eines angesehenen öffentlich-rechtlichen Senders wie des BR sich bei der ganzen Sache eigentlich gedacht hat.</p>
<p>Bernd Harder vom GWUP-Blog, ein genauer Beobachter der Szene, hatte es schon geahnt:<em> Die Ankündigung lässt zumindest nichts Gutes erahnen</em> schrieb er <a href="http://blog.gwup.net/2013/04/21/homoopathie-im-br-medizin-oder-mogelpackung/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+gwup-die-skeptiker+%28gwup+|+die+skeptiker%29">am 21.4. im GWUP-Blog</a>. Angekündigt hatte der BR die Sendung seines Wissenschaftsmagazins &#8220;Faszination Wissen&#8221; mit dem Titel <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/faszination-wissen/fawi-homoeopathie-video-106.html">Homöopathie: Medizin oder Mogelpackung?</a> Und nichts Gutes war tatsächlich zu erwarten, wenn die <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/faszination-wissen/fawi-homoeopathie-medizin-100.html">Ankündigung</a> schon mit Behauptungen wie dieser aufwartete:</p>
<blockquote><p>Es gibt Fälle, in denen Homöopathie nachweislich wirkt.</p></blockquote>
<p>Nachweislich? Ist die Sendung etwa eine Satire? Oder als Provokation gedacht? Wie sich herausstellt, weder noch. Die <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/faszination-wissen/fawi-homoeopathie-medizin-100.html">Sendung von Herbert Hackl</a> entpuppt sich als filmische Umsetzung der seit Jahren sattsam bekannten PR der Homöopathie-Lobby. Kritik spielt darin nur die Rolle eines Feigenblatts. Im Begleittext werden die <a href="http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/10/neue-evidenz/">einschlägigen Homöopathenlügen über die Shang-Metaanalyse</a> abgedruckt als handle es sich um unstrittige Fakten. Das Schlagwort vom &#8220;Gegenbeweis&#8221; taucht auf &#8211; ein Begriff aus dem Zivilrecht, dessen Benutzung ein untrügerisches Zeichen von wissenschaftlicher Ahnungslosigkeit ist.</p>
<p>Aber es kommt noch viel schlimmer: Diese Sendung tut etwas, wovor selbst die deutschen und österreichischen Homöopathenvereinigungen zurückschrecken &#8211; sie insinuiert, dass Homöopathie Krebs heilen könne. Das muss man sich einmal vorstellen: im 21. Jahrhundert sendet der BR eine &#8220;Dokumentation&#8221;, in der suggeriert wird, Globuli könnten Tumore wegzaubern!</p>
<p>Bernd Harder <a href="http://blog.gwup.net/2013/04/23/die-homoopathische-mogelpackung-des-br/">charakterisiert</a> die Sendung folgerichtig als <em>Schwachfug-Doku</em>. Warum diese Wertung zutiefst gerechtfertigt ist, erklären u.a. <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/alternativmedizin/2013-04-23/die-hom-opathischen-wissensfeinde-vom-bayerischen-rundfunk">Martin Ballaschk</a> und <a href="http://www.skeptiker.ch/ist-die-wirksamkeit-der-homoopathie-endlich-wissenschaftlich-bestatigt-und-heilt-homoopathie-krebs/">Marko Kovic</a>. Der kleine Shitstorm, den die Sendung in den sozialen Medien auslöste, war für die Redaktion offenbar Anlass, eine <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/faszination-wissen/fawi-homoeopathie-reaktion-100.html">offizielle Stellungnahme</a> zu den Vorwürfen nachzureichen. Die hätte sie sich besser gespart, denn anstatt anständig zu Kreuze zu kriechen macht diese auf trotzig und wiederholt einige der dümmsten Homöopathenmärchen.</p>
<p>Eine negative Metaanalyse von <em>150 Studien zur Homöopathie</em>, so die Stellungnahme, sei <em>innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft kontrovers diskutiert</em> worden. Abgesehen davon, dass die Shang-Metaanalyse 110, nicht 150 Homöopathie-Studien einschloss, stellt sich hier schon die Frage, was die Redaktion eigentlich unter einer &#8220;wissenschaftlichen Gemeinschaft&#8221; und einer &#8220;kontroversen Diskussion&#8221; versteht. Sind eine Handvoll Homöopathen, die ein paar empörte Leserbrief schreiben, eine <em>wissenschaftlichen Gemeinschaft</em>? Ist das Auftauchen eines Pamphlets eines Flacherdlers Beweis dafür, dass die Kugelgestalt der Erde in der Wissenschaft <em>kontrovers diskutiert</em> wird?</p>
<p><em>[E]ine Reanalyse der oben genannten Studie [kommt] zu einem anderen, zu einem positiven Ergebnis.</em> <a href="http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/10/neue-evidenz/">Behauptet die Homöopathie-Lobby</a>. Dann muss es wohl stimmen, denkt sich die Redaktion offenbar, kopiert diese Lüge in ihre Stellungnahme und hat noch die Chuzpe, das als die <em>von uns im Film präsentierte objektive Beurteilung dieser Datenlage</em> zu bezeichnen. Hat dort eigentlich irgendjemand <a href="http://www.anthromed.org/UploadedDocuments/LuedtkeRuttenJCE08.pdf" target="_blank">diese Reanalyse</a> überhaupt gelesen? In dieser Tonart geht es weiter &#8211; auch die Versorgungsforschung als Argument für eine Wirkung von Globuli fehlt nicht. <em><a href="http://blog.gwup.net/2013/04/24/homoopathie-im-br-peinlichkeit-kennt-keine-grenzen/">Peinlichkeit kennt keine Grenzen</a></em>, kommentiert der GWUP-Blog die traurige Farce.</p>
<p>Am 26.4. wurden auf der Webseite von Faszination Wissen die Kommentare zur Sendung geschlossen und die Diskussion für beendet erklärt. Der Wissenschaftsredaktion des BR sollte diese unrühmliche Episode zu denken geben. Noch zwei-, dreimal so ein Griff ins Klo, und eine über viele Jahre hinweg aufgebaute Reputation ist dahin. Es wäre schade.</p>
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		<title>Trinkexzesse oder Datenexzesse? [Gesundheits-Check]</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 22:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Epidemiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsdaten]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner aktuellen Ausgabe 17/2013 hat der SPIEGEL einen Kurzbeitrag zu den steigenden Krankenhauseinweisungen bei Jugendlichen infolge von Alkoholvergiftungen veröffentlicht. Wir hatten dieses Thema hier bei Gesundheits-Check vor gut einem Jahr diskutiert. Man muss bei den Schlussfolgerungen, die man aus den Krankenhausfällen bei Alkoholvergiftungen zieht, vorsichtig sein, das zumindest kann man sicher sagen. Dass sie&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner aktuellen Ausgabe 17/2013 hat der SPIEGEL einen Kurzbeitrag zu den steigenden Krankenhauseinweisungen bei Jugendlichen infolge von Alkoholvergiftungen veröffentlicht. Wir hatten dieses Thema <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/01/13/trinken-bis-der-doktor-kommt/" rel="nofollow">hier bei Gesundheits-Check</a> vor gut einem Jahr diskutiert. Man muss bei den Schlussfolgerungen, die man aus den Krankenhausfällen bei Alkoholvergiftungen zieht, vorsichtig sein, das zumindest kann man sicher sagen. Dass sie zunehmen, kann ja auch bedeuten, dass man sensibler geworden ist, was den Umgang mit alkoholisierten Personen in der Öffentlichkeit angeht.</p>
<p>Der SPIEGEL hat das Thema nun von den regionalen Unterschieden der Krankenhauseinweisungen her angepackt. Berichte über regionale Gesundheitsunterschiede haben derzeit Konjunktur. Auch darüber haben wir schon diskutiert, z.B. beim Thema <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/02/02/adhs-hyperaktive-berichterstattung-mit-aufmerksamkeitsstorungen/" rel="nofollow">ADHS</a>, bei der <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/01/26/regionale-unterschiede-bei-der-masernimpfung-und-die-informierte-impfentscheidung/" rel="nofollow">Masernimpfung</a> oder bei den <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/12/08/kaiserschnitte-andere-babys-in-sachsen-als-in-der-pfalz/" rel="nofollow">Kaiserschnitten</a>. Auch hier darf man sicher sein, dass man nicht ganz sicher sein kann, was die Daten aussagen.</p>
<p>Der SPIEGEL zeigt in seinem Beitrag eine Deutschlandkarte, in der für 2011 die Rate der Krankenhausaufenthalte bei 10 bis unter 20-Jährigen wegen akuter Alkoholvergiftung nach Landkreisen und kreisfreien Städten dargestellt ist. Man erkennt ein Nord-Südgefälle, im Süden der Republik gibt es mehr solcher Krankenhausfälle. „Den Negativrekord hält Memmingen in Bayern mit hochgerechnet 99 Fällen pro 10 000 Kinder unter Jugendliche unter 20 Jahren (…)“, steht dazu in der Erläuterung.</p>
<p>Hat Memmingen diese „Ehre“ wirklich verdient? Vergleicht man die Rate in Memmingen mit der in Bayern, so stellt man fest: Sie lag in Memmingen eigentlich immer höher als in Bayern.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen1-e1366755715104.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen1-e1366755715104.png" alt="Memmingen1" width="580" height="381" class="alignleft size-full wp-image-499" /></a></p>
<p>Über den Grund dafür darf man spekulieren. Betrinken sich die Jugendlichen in Memmingen wirklich öfter, oder bemüht sich Memmingen besonders um seine Jugendlichen, oder ist es besonders streng mit ihnen? Man sieht aber auch, dass die Rate in Memmingen im Zeitverlauf ziemlich schwankt. Die absoluten Fallzahlen in einer Stadt wie Memmingen sind ziemlich klein – und im Jahr 2011, dem Jahr, auf das sich der SPIEGEL bezieht, ist ein ordentlicher Ausreißer nach oben zu registrieren:</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen3-e1366755767196.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen3-e1366755767196.png" alt="Memmingen3" width="580" height="110" class="alignleft size-full wp-image-500" /></a></p>
<p>Seinen bundesweiten Spitzenplatz verdankt Memmingen demnach eher einem Datenexzess als notorischen Trinkexzessen. Im nächsten Jahr sieht das vermutlich wieder anders aus.</p>
<p>Schaut man sich noch die Steigerung der Raten relativ zum jeweiligen Ausgangsniveau im Jahr 2000 an, so ist die Entwicklung in Memmingen auch nicht dramatischer als in Bayern insgesamt:</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen2-e1366755806859.png"><img src="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/files/2013/04/Memmingen2-e1366755806859.png" alt="Memmingen2" width="580" height="380" class="alignleft size-full wp-image-501" /></a></p>
<p>Analog gilt das vermutlich auch für die anderen vom SPIEGEL extra gewürdigten Städte, z.B. Pirmasens oder Schweinfurt. Dagegen dürfte das Nord-Südgefälle insgesamt zeitlich stabiler sein. Was sich darin widerspiegelt, wäre zu diskutieren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Unsichtbare Flugverkehrstote? [Gesundheits-Check]</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 17:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Epidemiologie]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltgerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverträglichkeitsprüfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fliegen gilt gemeinhin als sehr sicherer Reiseweg. Vor ein paar Monaten hat der SPIEGEL verkündet: „Nie war Fliegen sicherer als 2012“ und vermeldete 470 Unfalltote bei 22 Flugzeugunglücken. Weltweit wohlgemerkt. Weniger sicher ist das Fliegen womöglich für die, die am Boden bleiben. Schadstoffe und Lärm belasten ihre Gesundheit. Das ist unstrittig. Die Frage ist,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fliegen gilt gemeinhin als sehr sicherer Reiseweg. Vor ein paar Monaten hat der SPIEGEL verkündet: <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/luftfahrt-statistik-nie-war-fliegen-sicherer-als-2012-a-875092.html" rel="nofollow">„Nie war Fliegen sicherer als 2012“</a> und vermeldete 470 Unfalltote bei 22 Flugzeugunglücken. Weltweit wohlgemerkt.</p>
<p>Weniger sicher ist das Fliegen womöglich für die, die am Boden bleiben. Schadstoffe und Lärm belasten ihre Gesundheit. Das ist unstrittig. Die Frage ist, wie stark? Vor einiger Zeit war das <a href="http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2011/11/25/health-impact-assessment-was-kostet-ein-flughafen-gesundheitlich/" rel="nofollow">hier im Blog</a> schon einmal Thema, mit Blick auf die geplante 3. Startbahn am Münchner Flughafen.</p>
<p>Gerade ist in der <a href="https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1333785" rel="nofollow">Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“</a> ein Artikel von Eberhard Greiser und Gerd Glaeske über die gesundheitlichen Folgen des Fluglärms am Frankfurter Flughafen erschienen. Die Autoren gehen von ca. 23.400 zusätzlichen Krankheitsfällen, 4.300 vorzeitigen Sterbefällen und 1,6 Mrd. Euro Krankheitskosten in den nächsten 10 Jahren aus. Ihre Studie überträgt Ergebnisse, die in einer <a href="http://www.bmu.de/fileadmin/bmu-import/files/pdfs/allgemein/application/pdf/risiko_fluglaerm.pdf" rel="nofollow">früheren Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes zum Fluglärm am Flughafen Köln</a> gewonnen wurden, auf Frankfurt. </p>
<p>Die Studie ist, wie nicht anders zu erwarten, sofort in die Kritik geraten. Das „Forum Flughafen &#038; Region“, das Auftraggeber einer noch laufenden <a href="http://ww4.laekh.de/upload/Hess._Aerzteblatt/2012/2012_07/2012_07_07.pdf" rel="nofollow">Parallelstudie</a> zum Fluglärm am Flughafen Frankfurt ist, hat z.B. in einer <a href="http://www.forum-flughafen-region.de/aktuelles/news/article/aussagen-zu-laermwirkungen-durch-prof-greiser-pressemitteilung-vom-09042013/" rel="nofollow">Pressemitteilung vom 9.4.2013</a> moniert, die Studie sei gar nicht zu bewerten, solange nicht wichtige Fragen beantwortet seien – und listet diese Fragen dann auf. Manche der Fragen scheinen mir ganz berechtigt, manche etwas an der Haaren herangezogen.</p>
<p>Ich kann weder die Studie noch die Kritik daran fachlich beurteilen, dazu braucht es gute umweltepidemiologische, umweltmedizinische, ingenieurswissenschaftliche und andere Kenntnisse, die ich nicht habe. Aber beunruhigend ist das schon. Gibt es sozusagen „unsichtbare Flugverkehrstote“, über die in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist? Die Folgen von Schadstoffen, zusätzlichem Straßenverkehr etc. kämen außerdem noch dazu. Aber auch: Müsste man nicht ebenso positive gesundheitliche Effekte eines Flughafenbetriebs, z.B. durch den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen in der Region, der bekanntlich gesundheitlichen Nutzen nach sich zieht, gegenrechnen?</p>
<p>Das wäre dann ein umfassendes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Health_Impact_Assessment" rel="nofollow">“Health Impact Assessment“</a>, wie man es sich eigentlich für solche Großprojekte wünschen würde, gerade wenn man im Einzugsbereich eines Flughafens wohnt. Dass ein solches Health Impact Assessment umstritten wäre, kann als sicher gelten, aber sinnvoll wäre es wohl trotzdem. Es geht ja, wenn man groß plant, nicht nur den Juchtenkäfer.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> In einem <a href="http://www.fr-online.de/flughafen-frankfurt/fluglaerm-flughafen--kritische-studien-werden-immer-angezweifelt-,2641734,22337692.html" rel="nofollow">Interview mit der Frankfurter Rundschau</a> vom 11.4.2013 hat sich Eberhard Greiser zur Kritik des &#8220;Forums Flughafen &#038; Region&#8221; und zu einigen der vom Forum gestellten Fragen geäußert. Ein streitbarer Geist bei einem Thema, bei dem sich Streiten lohnt.</p>
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		<title>Homöopathie steigert Lebensqualität [naklar]</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 23:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Aigner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[GWUP]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptizismus]]></category>
		<category><![CDATA[todernst]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir wurde heute ein herzerfrischender Zeitungsartikel über Homöopathie zugeschickt. Eine Studie belegt felsenfest ein für alle Mal und unwiderruflich, dass Homöopathie hilft. Ha! In your face, Skeptiker, da seht ihr mal! Eigentlich wäre so ein Artikel ja keinen Kommentar wert, vor allem nachdem er schon ein paar Tage alt ist. Weil er aber gerade so&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mir wurde heute <a href="http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/medizin/sn/artikel/krebs-homoeopathie-steigert-lebensqualitaet-52210/" target="_blank">ein herzerfrischender Zeitungsartikel über Homöopathie</a> zu</strong><strong></strong><strong>geschickt. Eine Studie belegt felsenfest ein für alle Mal und unwiderruflich, dass Homöopathie hilft. Ha! In your face, Skeptiker, da seht ihr mal!</strong></p>
<p>Eigentlich wäre so ein Artikel ja keinen Kommentar wert, vor allem nachdem er schon ein paar Tage alt ist. Weil er aber gerade so wunderschön zur derzeit ausgebrochenen Woche der Homöopathie ist, die von der <a href="http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2013/04/11/wiener-skeptiker-nehmen-offentliche-massen-uberdosis-globuli/" target="_blank">GWUP Wien ja schon mit einem kollektiven homöopathischen Selbstmordversuch eingeläutet wurde</a>, kann ich mir ein paar Zeilen dazu nicht verkneifen.</p>
<p>Schon die Überschrift des Zeitungsartikels sagt uns alles: „Krebs: Homöopathie steigert Lebensqualität“. Aha. Mit Kleinigkeiten geben wir uns diesmal also nicht ab. Keine Tropfen für den Goldfisch mit verstauchter Schwanzflosse, keine Hausmittelchen gegen unspezifische Bauchschmerzen. Es geht um Krebs, die meinen es also ernst. Der Untertitel erklärt: Es handelt sich um eine „unveröffentlichte Studie“. Das spricht erstens für die Zeitung – die ist ganz nah am Puls der Wissenschaft, sodass sie nicht einmal die Veröffentlichung einer Studie abwarten muss, und zweitens ist das vermutlich ein Hinweis auf die Pharma-Mafia, die solche Studien natürlich mit allermächtigster Gewalt unterdrückt und die Publikation mit abartigen Forderungen zu behindern versucht. Mit der Forderung nach Wissenschaftlichkeit etwa, oder ähnlich altmodischen Ideen.</p>
<p>Es ist nämlich so: Wenn Krebspatienten zusätzlich zur Schulmedizin (die ja, wie wir wissen, böse ist, Nebenwirkungen verursacht und oft sogar Chemie enthält) noch homöopathische Zusatzbehandlung bekommen, dann bewerten sie ihr persönliches Wohlbefinden besser. Das hat nicht einfach bloß irgendjemand herausgefunden, sondern Österreichs hochgeschätzter Oberhömopath Prof. Frass vom AKH Wien.</p>
<p>Neben der schulmedizinisch und homöopathisch behandelten Gruppe gab es noch eine Kontrollgruppe, die ausschließlich schulmedizinisch behandelt wurde. Diese Patienten mussten sich ihren Zucker also vom Schokoriegel-Automaten holen und bekamen ihn nicht ans Bett gebracht. Wie gemein!</p>
<p>Von Verblindung, Doppelverblindung oder Randomisierung der Studie, wie man das in spießigen Wissenschafts-Methodik-Büchern liest, kann zwar keine Rede sein, aber wie sagte schon der große Masaru Emoto: Warum sollen wir Doppelblind-Studien machen, wenn uns der liebe Gott zwei Augen geschenkt hat um zu sehen? Wahrlich, ich sage euch: Wer Nasen hat zu fühlen, der höre: Eher geht ein Kamel durchs Nadelör als ein Wirkstoffmolekül in die Globuli … ach nein, das ging im Original irgendwie anders.</p>
<p>Man bekommt also eine homöopathische Zusatzbehandlung und fühlt sich dadurch besser. Die Schmerzen wurden, nach Angaben der Patienten sogar um ein Fünftel geringer! Das ist eine objektive Tatsache, schließlich wurde der Schmerz-Level mit einem innovativen, präzise reproduzierbaren Messverfahren erhoben, das „Fragebogen“ genannt wird. (Ich glaube, das steht für „Fourier-Reihen-Analyse-gestützter, energetischer Bio-Observablen Generator“.)</p>
<p>Diese Wirkung kommt daher, dass, wie berichtet wird, „die Homöopathie dem Körper eine Information gebe, damit er seine frühere, durch die Erkrankung teilweise verloren gegangene Kontrollfunktion wieder übernehmen kann&#8221;. Das finde ich besonders faszinierend, weil man genau diesen Wohlfühl-Effekt ja eigentlich auch aus anderen Lebensbereichen kennt: Jemand stellt Blumen auf den Restauranttisch, und die Leute fühlen sich besser, obwohl sie dasselbe essen wie die Kontrollgruppe. Wenn mir der Gebrauchtwagenhändler auf die Schulter klopft und versichert, er habe noch einmal drei Prozent nachgelassen, weil ich ihm so sympathisch bin, dann halte ich meinen Kauf für einen besseren Deal, auch wenn ich genau den Preis bezahle, den jeder andere auch bezahlt. Bisher dachte ich, das habe mit Psychologie zu tun, aber nun weiß ich: Es handelt sich um zugeführte Information, die man in Kügelchen packen kann! Wer sich also ein Auto kaufen möchte, sollte den Händler vorher mit Zucker füttern, ab einer gewissen Hochpotenz ist das Auto dann vermutlich gratis? Oder muss ich selbst Zucker essen, und das Auto fühlt sich subjektiv gratis an?</p>
<p>Dass Frass ein grandioser Wissenschaftler ist, wird dadurch ersichtlich, dass er sich auch mit eventuellen Einwänden gegen seine Theorie eingehend beschäftigt: Wäre es denkbar, dass der Effekt nicht durch die Kügelchen zustande kommt, sondern durch die zusätzliche Zuwendung, die diese Patienten erfahren? „Wir können diesen Faktor nicht ganz ausschließen“, erklärt Frass. „Allerdings haben die behandelnden Homöopathen insgesamt nur eineinhalb Stunden persönlich mit den Patienten verbracht. Diese zusätzliche soziale Zuwendung war also auf die Gesamtdauer der Krebstherapien gesehen nicht sehr intensiv.&#8221; Na da haben wir’s! Damit ist das Argument vom Tisch geblasen! Nur ein großer Zeitaufwand könnte nämlich große Wirkungen haben. Die Quantität macht’s aus – das ist schließlich der fundamentale Grundsatz der Homöopathie, nicht wahr?<strong><a href="http://scienceblogs.de/naklar/files/2013/04/homöo001.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-289" alt="homöo001" src="http://scienceblogs.de/naklar/files/2013/04/homöo001.jpg" width="368" height="247" /></a></strong></p>
<p>Der Schlussabsatz konfrontiert uns noch einmal mit der grausamen Realität, in der Homöopathen, nach wie vor ignoriert vom Nobelpreiskomitee, ihr Dasein fristen müssen: „Eine Placebo-Gruppe hat es aus finanziellen Gründen nicht gegeben.“ Das ist natürlich bitter. Es würde mich nicht überraschen, wenn daran mindestens die Freimaurer oder die Illuminaten ihre Finger mit im Spiel hätten. Ein Tipp für die Homöopathie-Forschung: Wenn man ein Konto, auf dem nur ein Cent eingezahlt ist, auf viele Konten aufteilt, den Bankangestellten kräftig schüttelt, ihn auffordert, eines dieser Konten wieder auf viele Leute aufzuteilen und diesen Vorgang mindestens dreiundzwanzig mal wiederholt, dann bekommt man irgendwann von einem in Tränen aufgelösten Bankbeamten ganz viel Geld. Oder aber die Polizei kommt. Die hat für solche finanzhomöopathischen Potenzierungen nämlich rein gar nichts übrig, dieser Skeptiker-Verein der natürlichen Hochpotenz-Finanz-Verfahren. Ärgerlich!</p>
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