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	<title>ScienceBlogs auf Deutsch &#187; Politik</title>
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	<description>Wissenschaft - Kultur - Politik</description>
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		<title>Radhelmpflicht bringt nichts &#8230; oder doch? [Geograffitico]</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 19:48:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Helmpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Radhelm]]></category>

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		<description><![CDATA[Es müssen die Nachwirkungen der Weisheitszahn-Operation sein, denn wenn ich meinen Kopf noch ganz beisammen hätte, würde ich das Thema Radhelm vermutlich meiden wie ein Veganer die Metzgerei. Aber diese Studie über die begrenzte Wirkung einer Radhelmpflicht, die im British Medical Journal veröffentlich wurde und auf die ich via Lars Fischer und Spektrum.de aufmerksam wurde,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es müssen die Nachwirkungen der <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/06/13/rebus/">Weisheitszahn-Operation</a> sein, denn wenn ich meinen Kopf noch ganz beisammen hätte, würde ich das Thema Radhelm vermutlich meiden wie ein Veganer die Metzgerei. Aber diese <a href="http://www.bmj.com/content/346/bmj.f2674">Studie</a> über die begrenzte Wirkung einer Radhelmpflicht, die im <a href="http://www.bmj.com">British Medical Journal</a> veröffentlich wurde und auf die ich via <a href="http://www.spektrum.de/alias/fischer/lars/1126309">Lars Fischer</a> und <a href="http://www.spektrum.de/alias/komplexe-risikostudien/radhelmpflicht-allein-schuetzt-nicht-vor-kopfverletzungen/1198036">Spektrum.de</a> aufmerksam wurde, kann ich nicht gänzlich unkommentiert stehen lassen.</p>
<p>Worum geht&#8217;s? In sechs der zehn Provinzen Kandas wurde zwischen 1994 und 2003 eine Helmpflicht für Radfahrer eingeführt. Diese Studie hat nun, anhand der Daten des <a href="http://www.cihi.ca/CIHI-ext-portal/internet/EN/TabbedContent/types+of+care/specialized+services/trauma+and+injuries/cihi010639">National Trauma Registry</a> zwischen 1994 und 2008 untersucht, ob in den Provinzen mit Helmpflicht eine deutliche Verringerung der Fahrradunfälle mit Kopfverletzungen, verglichen mit den Provinzen ohne Helmpflicht, zu beoachten ist. Und in desem Zeitraum gingen die Kopfverletzungen in den Provinzen mit Helmpflicht in der Tat deutlich zurück: Um 54 Prozent bei Kindern und Jugendlichen, und um 26 Prozent bei Erwachsenen. Trotzdem kommen die VerfasserInnen zum Schluss, dass die Helmpflicht nicht viel bringt &#8211; da auch in den Provinzen <strong>ohne</strong> Helmpflicht ein Rückgang zu beobachten ist, zumindest bei den Kindern: Dort sank im Untersuchungszeitraum die Zahl der Kopfverletzungen bei Kindern und Jugendlichen um 33,1 Prozent (bei Erwachsenen gab es keinen Rückgang).</p>
<p>Also nochmal langsam zum mitlesen: Bei Kindern und Jugendlichen in Provinzen mit Helmpflicht ging die Zahl der Unfälle mit Kopfverletzungen um mehr als die Hälfte zurück, in Provinzen ohne Helmpflicht dagegen nur (dazu gleich mehr) um etwa ein Drittel. Bei Erwachsenen ging die Helmpflicht mit einer Reduktion von gut einem Viertel einher, während in den Provinzen ohne Helmpflicht kein Rückgang zu beobachten war. Klingt eigentlich nach der Aussage: Helmpflicht nützt.</p>
<p>Doch weil die VerfasserInnen einen deutlicheren Rückgang erwartet hätten, und zudem ja auch ohne Helmpflicht weniger Köpfe eingedellt wurden, kommen sie zum Schluss, &#8220;the incremental contribution of provincial helmet legislation to reduce hospital admissions for head injuries seems to have been minimal&#8221; &#8211; also: der Zusatznutzen sei minimal. Aber ehe die Helmgegner nun jubeln und Siegestänze aufführen: Die Studie bestreitet <em><strong>nicht</strong></em> die Schutzwirkung der harten Hüte, im Gegenteil: Sie empfiehlt ausdrücklich das Tragen derselben. Sie sieht nur keinen Sinn darin, das Tragen derselben <em><strong>gesetzlich vorzuschreiben</strong></em>.</p>
<p>Doch bei all dem hat dese Studie einen ganz gewaltigen Haken, der in einem einzigen Satz zum Ausdruck kommt: &#8220;The national trauma registry does not include information on helmet use&#8221; &#8211; auf Deutsch, es gibt gar keine Daten dazu, ob die Verunglückten einen Helm getragen haben oder nicht. Und damit steht schon mal fest, dass diese Studie nichts (ich schreib&#8217;s noch einmal ganz groß und fett:</p>
<h1>Nichts!</h1>
<p>) über die Schutzwirkung von Helmen aussagt, sondern lediglich eine Einschätzung dazu gibt, ob es sich lohnt, das Tragen gesetzlich vorzuschreiben. Und da liegt halt der Haken: Wer keinen Helm tragen will, der trägt ihn vermutlich auch nicht, wenn es zur Pflicht wird. Oder er/sie setzt ihn nur lose auf, ohne den lästigen Kinnriemen zu schließen, was den Helm beim Unfall absolut wirklungslos macht. Aber wer einsieht, dass so ein Kopf durchaus von ein paar Zentimetern Puffermaterial profitieren kann, wenn er auf den Asphalt aufschlägt, braucht vermutlich kein Gesetz, um dies dann auch zu tun. Denn nur, weil es in vier von zehn Provinzen Kanadas keine gesetzliche Auflage gibt, einen Helm zu tragen, heißt das ja nicht, dass dann auch keine getragen werden. Ich trage meinen Fahrradhelm ja auch, ohne dass ich gesetzlich dazu gezwungen bin &#8211; und ebenso tun es die Hunderte von Radfahrern, die mir täglich begegnen.</p>
<p>Die nachfolgende Tabelle, die ich <a href="http://www.helmets.org/stats.htm">hier</a> gefunden habe, zeichnet in klareres Bild darüber, wie hilfreich Fahrradhelme sind:<br />
<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/06/HelmetAccidents.gif"><img class="alignleft  wp-image-3151" alt="HelmetAccidents" src="http://scienceblogs.de/geograffitico/files/2013/06/HelmetAccidents.gif" width="600" /></a></p>
<p>(Datenbasis: <a href="http://www.iihs.org/research/fatality.aspx?topicName=bicycles&amp;year=2009">Insurance Institute for Highway Safety</a>)</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Die Tabelle wird klarer wenn man weiß, dass etwa die Hälfte aller amerikanischen RadfahrerInnen Helm trägt, siehe <a href="http://www.cpsc.gov/Research--Statistics/Injury-Statistics/Topics/National-Bike-Helmet-Use-Survey/">hier</a>.</p>
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		<title>Sch&#246;nrechnen bei stern.de [Mathlog]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/mathlog/2013/06/13/schnrechnen-bei-stern-de/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=schnrechnen-bei-stern-de</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 08:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Prozentrechnung]]></category>
		<category><![CDATA[Witz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Lehrer trifft seinen einst schlechtesten Mathe-Schüler, der sich als erfolgreicher Unternehmer vorstellt. Auf die Frage, wie dies ohne Mathematikkenntnisse möglich sei, antwortet der Schüler: &#8220;Ganz einfach! Ich betreibe einen erfolgreichen Handel. Ich kaufe das Stück zu zwei Euro, verkaufe es für fünf Euro und von den drei Prozent Differenz lebe ich&#8221; Gefunden heute auf&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der Lehrer trifft seinen einst schlechtesten Mathe-Schüler, der sich als erfolgreicher Unternehmer vorstellt. Auf die Frage, wie dies ohne Mathematikkenntnisse möglich sei, antwortet der Schüler: &#8220;Ganz einfach! Ich betreibe einen erfolgreichen Handel. Ich kaufe das Stück zu zwei Euro, verkaufe es für fünf Euro und von den drei Prozent Differenz lebe ich&#8221;</p></blockquote>
<p>Gefunden heute <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/neues-buch-die-lieblingswitze-der-politiker-2023986.html">auf Stern Online</a> und &#8211; die eigentliche Pointe kommt erst jetzt:</p>
<blockquote><p>So ähnlich, muss man hinzufügen, rechnet sich die FDP ihre Erfolge in der schwarz-gelben Koalition der vergangenen vier Jahre schön.</p></blockquote>
<p>Sch&ouml;n w&auml;r&#8217;s ja wenn&#8217;s so w&auml;re.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Genus im Stil der neuen Zeit? * [Geograffitico]</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jun 2013 15:33:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[generisches Maskulinum]]></category>
		<category><![CDATA[geschlechtergerechte Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich in der vergangenen Woche diesen Spiegel-Online-Beitrag (der übrigens nur ein nachdruck dieses Beitrags aus der duz &#8211; Deutsche Universitätszeitung ist) darüber las, dass die Uni Leipzig ihre Grundordnung dahin gehend neu fassen wird, dass die bisherige Schrägstrich-Beidnennung von &#8220;Mitarbeiter/in&#8221; oder &#8220;Gastdozenten/Gastdozentinnen&#8221; dahingehend abgeändert wird, dass künftig&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich in der vergangenen Woche diesen <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gleichberechtigung-uni-leipzig-nutzt-weibliche-bezeichnungen-a-903530.html">Spiegel-Online-Beitrag</a> (der übrigens nur ein nachdruck dieses <a href="http://www.duz.de/duz-magazin/2013/06/uni-leipzig-verweiblicht-ihre-grundordnung/179">Beitrags aus der duz &#8211; Deutsche Universitätszeitung</a> ist) darüber las, dass die <a href="http://www.zv.uni-leipzig.de/universitaet/profil/leitbild-profil-geschichte/grundordnung.html">Uni Leipzig</a> ihre <a href="http://www.zv.uni-leipzig.de/fileadmin/user_upload/UniStadt/akademische_angelegenheiten/pdf/vorlaeufig-go-0410.pdfhttp://">Grundordnung</a> dahin gehend neu fassen wird, dass die bisherige Schrägstrich-Beidnennung von &#8220;Mitarbeiter/in&#8221; oder &#8220;Gastdozenten/Gastdozentinnen&#8221; dahingehend abgeändert wird, dass künftig allein die weibliche Form generisch verwendet wird, dies aber per Fußnote als für beide Geschlechter geltend zu lesen ist. Gedanke 1: &#8220;Na also!&#8221; Gedanke 2: &#8220;Warum?&#8221; </p>
<p>Wer hier mitliest, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass mich das Thema &#8220;Genus und Sprache&#8221; häufiger beschäftigt, und dass ich da <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?s=geschlechtergerecht">gerne sehr streitbar </a>bin. Aber ich streite nicht darüber, <em>ob</em> unsere Ausdrucksweise die Tatsache, dass es sowohl Frauen als auch Männer gibt, reflektieren soll, sondern <em>wie</em>. Genauer gesagt: Ob wir, wie ich immer wieder lese, &#8220;eine neue Sprache&#8221; brauchen, oder ob &#8211; wie ich argumentiere &#8211; unsere bisherige Sprache da schon hinreichend ausgestattet ist. Und das Leipziger Beispiel belegt meine These: Es geht ganz leicht. Dazu braucht es weder eine Rechtschreib- noch eine Grammatikreform, keinen neuen Duden, keine Gesetzesinitiativen, keine Sprachpolizei: Man muss es nur wollen. Daher mein &#8220;Na also!&#8221;</p>
<p>Trotzdem bin ich keineswegs ein Fan dieser Leipziger Lösung, was sich in meinem &#8220;Warum?&#8221; manifestiert hat. Denn erstens misstraue ich dem Prozess: Offenbar war die Lösung gefunden worden, um just jene Beidnennung zu vermeiden, die bisher praktiziert wurde und die als &#8220;zu mühsam&#8221; verurteilt wurde. Ob <a href="http://www.uni-leipzig.de/~pwm/web/?section=people&#038;page=kaes">Dr. Josef Käs</a> seinen Vorschlag, dann halt nur die weibliche Form zu verwenden, ironisch oder bierernst gemeint hat, wage ich nicht mal zu spekulieren, aber ich wäre nicht überrascht, wenn so manche Zustimmung die Lösung eher untergraben wollte (nach dem Prinzip &#8220;Ihr werdet schon sehen, was dabei herauskommt&#8221;). Vielleicht sollte sie auch als künftiges Totschlagargument aufgestellt werden, das dann hieße &#8220;Was wollt Ihr Frauen denn jetzt noch? Wir sagen ja schon nur noch Professorin.&#8221; Aber in jedem Fall scheint klar, dass diese Lösung nicht Teil eines Konzepts war, sondern <em>ad hoc</em> gewählt wurde. </p>
<p>Aber meine Hauptbedenken resultieren daraus, dass diese Lösung &#8211; sofern sie eine Lösung des Gender-Problems sein soll &#8211; an just diesem Problem vorbei zielt. Um es ganz einfach auszudrücken: <strong>Das Problem sind generische Formulierungen an sich</strong>, nicht etwa, ob diese generischen Formulierungen nun grammatisch männich, weiblich oder sächlich sind. Erstens, weil die mediale Rezeption dieses Beschlusses, die sich als die vermeintliche Einführung des Terminus &#8220;<a href="https://www.google.com/search?q=%22herr+professorin%22+leipzig&#038;ie=utf-8&#038;oe=utf-8&#038;aq=t&#038;rls=org.mozilla:en-US:official&#038;client=firefox-a">Herr Professorin</a>&#8221; zudammenfassen ließe, schon zeigt, wie ausgeprägt das Nicht-Beherrschen des Generikums ist. Und zweitens, weil die beim Thema Gender und Sprache immer wieder bemühte Studie von <a href="http://www.unifr.ch/psycho/site_doc/lingsoc/documents/gygaxetal_lcp.pdf">Gygax <em>et al.</em></a> (die ihrerseits übrigens auch deutliche Schwächen in der korrekten Anwendung des Generikums zeigt) belegen kann, dass solche generisch gedachten Formulierungen die existierenden Gender-Stereotype <strong><em>verstärken</em></strong> &#8211; was ja das genaue Gegenteil dessen ist, was die so genannte &#8220;geschlechter-gerechte&#8221; Sprache erreichen will. </p>
<p>Aber selbst diese überlegung ist rein theoretisch. Denn Shitstorm hin und Sprachreform her: Hier geht es um ein singuläres Dokument, also nicht um eine Sprach<em><strong>regelung</em></strong>. Etwa so, wie es in der <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/09/generische-sprache-oder-das-aus-fur-den-schneemann/">geschlechtergerechten Gesetzesnovelle von Washington</a> eben auch nicht darum ging, künftig irgend jemandem vorzuschreiben, wie er oder sie sich auszudrücken habe.</p>
<p>* Was das Wortspiel in der Überschrift angeht: Menschen meiner Generation mag es ja noch verständlich sein, aber da Zigarettenwerbung schon länger nicht mehr populär ist, verweise ich jüngere Leserinnen und Leser <a href="https://www.google.com/search?q=Genuss+im+Stil+der+neuen+Zeit&#038;ie=utf-8&#038;oe=utf-8&#038;aq=t&#038;rls=org.mozilla:en-US:official&#038;client=firefox-a">hierher</a>.</p>
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		<title>Citizen participation in science policy [[sic]-Blog]</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jun 2013 08:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Gerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausführliche Berichterstattung über Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft und die gestrige BBAW-Tagung zu diesem Thema, soeben erschienen im Magazin The Euroscientist von unserer Deutschland-Korrespondentin Constanze Böttcher. Is Europe ready for citizen participation in science policy? [...] There is a will to increase citizen participation, in countries like Germany. [...] &#8220;The large NGOs in Germany are certainly&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ausführliche Berichterstattung über <strong>Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft</strong> und die gestrige <a href="http://www.forschungswende.de/index.php/2-uncategorised/84-partizipation-und-transparenz-in-der-wissenschafts-und-forschungspolitik" target="_blank">BBAW-Tagung</a> zu diesem Thema, soeben erschienen im Magazin <em>The Euroscientist</em> von unserer Deutschland-Korrespondentin Constanze Böttcher.</p>
<p><em><strong>Is Europe ready for citizen participation in science policy?</strong></p>
<p>[...] There is a will to increase citizen participation, in countries like Germany. [...] &#8220;The large NGOs in Germany are certainly able to pursue research policy&#8221;, Norbert Steinhaus says. He works at the Science Shop Bonn, Germany, and is involved in the EU-Project PERARES, which uses various formats of science debates to draft research requests of civil society. However, he urges the organisations to &#8220;keep in touch with their bases&#8221;. [...] In France, three regions have set up participatory research programmes supporting projects with at least an academic and a civil society partner. [...]</em></p>
<p>>> <a href="http://euroscientist.com/2013/05/is-europe-ready-for-citizen-participation-in-science-policy/" target="_blank">http://euroscientist.com/2013/05/is-europe-ready-for-citizen-participation-in-science-policy/</a></p>
<p>Disclaimer: Ich bin seit vergangenem Jahr als deutscher Vertreter im Vorstand von Euroscience und dort Chair des Editoral Boards. Ein wenig Eigenwerbung für unser Magazin also, aber ich hoffe trotzdem für euch relevant.   <img src='http://cf-global-posts.example.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		</item>
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		<title>Mimosengezeter [Gesundheits-Check]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/05/31/mimosengezeter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=mimosengezeter</link>
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		<pubDate>Fri, 31 May 2013 17:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph Kuhn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Denialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Pseudowissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Stéphane Hessel sein Büchlein “Empört Euch!“ geschrieben hat, hat er sicher nicht erwartet, dass ausgerechnet das geistige Umfeld der „Achse des Guten“ seinem Aufruf einmal besonders eifrig Folge leisten wird. Zwar neigen die Autoren dort eher nicht zu negativen Weltsichten, schon gar nicht beim Klimawandel, aber angesichts einer Broschüre des Umweltbundesamts zu diesem Thema&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als Stéphane Hessel sein Büchlein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emp%C3%B6rt_Euch!" rel="nofollow">“Empört Euch!“</a> geschrieben hat, hat er sicher nicht erwartet, dass ausgerechnet das geistige Umfeld der <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php" rel="nofollow">„Achse des Guten“</a> seinem Aufruf einmal besonders eifrig Folge leisten wird. Zwar neigen die Autoren dort eher nicht zu negativen Weltsichten, schon gar nicht beim Klimawandel, aber angesichts einer Broschüre des Umweltbundesamts zu diesem Thema sahen sie jetzt doch den Untergang des Abendlandes kommen.<br />
<strong><br />
Weltereignisse in DIN A4</strong><br />
Was ist geschehen? Das Umweltbundesamt hat in einer Broschüre unter dem Titel <a href="http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4419.pdf" rel="nofollow">„Und sie erwärmt sich doch“</a> den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel dargestellt und darauf aufmerksam gemacht, dass es bei diesem Thema, wie bei anderen gesellschaftlichen Reizthemen, z.B. dem Rauchen, auch eine Metaebene der Diskussion gibt. Nicht alles, was sich hier wissenschaftlich gibt, ist auch wissenschaftlich. Dabei hat das Umweltbundesamt ein paar Namen von Journalisten genannt, die es in dieser Diskussion weniger durch wissenschaftliche als durch andere Motive getrieben sieht, darunter die WELT-Kolumnisten Miersch und Maxeiner, die auch für die „Achse des Guten“ schreiben.</p>
<p>Man hätte wohl voraussehen können, dass das Henryk M. Broder auf den Plan ruft, schließlich ist ihm alles zuwider, was nach ökologischer und sozialer Politik riecht. Und auf seine Geistesbrüder lässt er schon gar nichts kommen. In ganz großer Empörungsgeste hat Broder – in der WELT, wo sonst &#8211; das Umweltbundesamt als <a href="http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article116332834/Eine-Behoerde-erklaert-die-Klimadebatte-fuer-beendet.html" rel="nofollow">joint venture von Reichskulturkammer und DDR</a> dargestellt, nicht ohne vorher festzustellen, dass man bei Vergleichen vorsichtig sein soll, „wenn das Dritte Reich als Kulisse herangezogen wird.“ Gut erkannt.</p>
<p>Broder ist nicht er einzige brutalstmöglich Empörte, drüben im Blog „Primaklima“ kann man einen Teil des <a href="http://scienceblogs.de/primaklima/2013/05/24/dies-und-das-das-umweltbundesamtsbroschurenentrustungsposting/" rel="nofollow">Umweltbundesamtsbroschürenentrüstungspostings</a>, wie es Georg Hoffmann genannt hat, nachlesen. Inzwischen hat sich – wiederum in der WELT, wo sonst &#8211; sogar der Bundesumweltminister <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article116499209/Altmaier-verteidigt-umstrittene-Klima-Broschuere.html" rel="nofollow">dazu geäußert</a>.<br />
<strong><br />
Fragen</strong><br />
Soviel Aufregung. Worum geht es in der Sache eigentlich? Es lohnt sich, dabei verschiedene Fragen auseinanderzuhalten:<br />
1.	Hat das Umweltbundesamt den wissenschaftlichen Konsens korrekt dargestellt?<br />
2.	Hat es die Position der „Klimakritiker“ korrekt dargestellt?<br />
3.	Darf es darauf hinweisen, dass es beim Klimawandel eine Metaebene gibt, in der wissenschaftliche Zweifel aus außerwissenschaftlichen Motiven heraus vorgebracht werden?<br />
4.	Darf es, um das konkret zu machen, dazu Namen nennen?<br />
5.	Falls ja, hat es das in einer angemessenen und vertretbaren Art und Weise gemacht?</p>
<p><strong>Antworten</strong><br />
Die ersten beiden Punkte seien einmal dahingestellt, das im Konkreten zu beurteilen, mögen die machen, die von Klimaforschung mehr verstehen als ich. Den dritten Punkt finde ich interessant, weil er viele Parallelen dazu hat, ob z.B. Gesundheitsbehörden darauf hinweisen dürfen, dass es eine Impfkritik gibt, die nicht wissenschaftlich ist oder dass es eine Kritik am wissenschaftlichen Konsens zum Passivrauchen gibt, hinter der andere Interessen als die der natürlich notwendigen wissenschaftlichen Diskussion offener Punkte stehen. Ist es nicht sogar die Pflicht einer Behörde, solche Diskussionsebenen zu benennen, damit sich die Bürger/innen ein Bild von der „Gefechtslage“ machen können?</p>
<p>Broders Vorwurf, das Umweltbundesamt hätte versucht, eine wissenschaftliche Debatte zu beenden, geht an der Sache vorbei. Das Umweltbundesamt hat ja keine wissenschaftlichen Aussagen, die dem wissenschaftlichen Mainstream widersprechen, als unwissenschaftlich qualifiziert, es hat vielmehr darauf aufmerksam gemacht, dass es beim Klimawandel Interessenkonflikte gibt, die im Gewande der Wissenschaftlichkeit daherkommen, ohne wissenschaftlich motiviert zu sein.</p>
<p>Das Nennen von Namen ist immer heikel, weil hier schnell die Behauptung einer Rufschädigung mit wirtschaftlichen Folgen im Raum steht. Ob der Ruf der genannten Autoren dadurch zu schädigen ist, dass man sagt, was sie sagen, wird vielleicht noch die Juristen beschäftigen. Diese Passagen hat das Umweltbundesamt nicht besonders geschickt formuliert, hier wären Belege mit nachweislich falschen Aussagen sinnvoll gewesen. Dass die Herren von der „Achse des Guten“, die so gerne mit der großen Kelle austeilen, selbst derart mimosenhaft reagieren, ist allerdings auch wieder beeindruckend. Fast möchte man sagen, heul doch, Broder!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die (R)evolution des Lernens [ErklärFix]</title>
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		<pubDate>Thu, 30 May 2013 15:31:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Chris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ken Robinson]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Schulsystem]]></category>
		<category><![CDATA[TED]]></category>
		<category><![CDATA[TED Talk]]></category>

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		<description><![CDATA[WIE Kinder gerade Lernen (müssen), das ist scheinbar gerade ein großes Thema. Die Zeit hat gerade als großen Aufmacher, wie die Deutschen über Mathe denken, &#8220;In Mathe war ich immer schlecht&#8221; ist schon synonym geworden für die Wissenschaftsfeindlichkeit unserer Gesellschaft. Verschiedene Bücher in den Bestsellerlisten behandeln ebenfalls das Thema Bildung. Zufällig habe ich gerade mal&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>WIE Kinder gerade Lernen (müssen), das ist scheinbar gerade ein großes Thema. <a href="http://www.zeit.de/wissen/2013-05/mathetest-auswertung-frauen-maenner-rechnen">Die Zeit hat gerade als großen Aufmacher</a>, wie die Deutschen über Mathe denken, &#8220;In Mathe war ich immer schlecht&#8221; ist schon synonym geworden für die Wissenschaftsfeindlichkeit unserer Gesellschaft. Verschiedene Bücher in den Bestsellerlisten behandeln ebenfalls das Thema Bildung.</p>
<p>Zufällig habe ich gerade mal wieder in der TED-App gestöbert und wollte mir aktuelle Talks runterladen, um die nächste Bahnfahrt (und vor allem die Verspätungen) zu überbrücken. Gestolpert bin ich dabei über einen neuen Talk von Sir Ken Robinson. Ich hatte mir bereits die ersten Talks angesehen und kann auch den aktuellen nur dringendst empfehlen! Auch er thematisiert immer wieder, welche Probleme er in den meisten Bildungssystemen sieht. Dazu noch ein paar kleine, britische Seitenhiebe und sehr gute Beispiele -> Absolut empfehlenswert.</p>
<p>In einem seiner ersten Vorträge von 2006(!)  provoziert er mit &#8220;Schule erstickt die Kreativität&#8221; </p>
<p><iframe src="http://embed.ted.com/talks/lang/de/ken_robinson_says_schools_kill_creativity.html" width="560" height="315" frameborder="0" scrolling="no" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Ein paar Jahre (2010) später fordert er  &#8220;Her mit der Lern-Revolution!&#8221; </p>
<p><iframe src="http://embed.ted.com/talks/lang/de/sir_ken_robinson_bring_on_the_revolution.html" width="560" height="315" frameborder="0" scrolling="no" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Und schließlich der frische, vom April 2013, wie man aus dem Death Valley der Bildungsmisere entkommen könnte.</p>
<p><iframe src="http://embed.ted.com/talks/lang/de/ken_robinson_how_to_escape_education_s_death_valley.html" width="560" height="315" frameborder="0" scrolling="no" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Die ersten beiden sind inzwischen mit deutschen Untertiteln versehen worden, der dritte ist noch nicht untertitelt. Als Brite hat er aber recht wenig Akzent und ist sehr gut zu verstehen, finde ich.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Elseviers 60 cent Dollar [Mathlog]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/mathlog/2013/05/29/elseviers-60-cent-dollar/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=elseviers-60-cent-dollar</link>
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		<pubDate>Wed, 29 May 2013 03:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Elsevier]]></category>
		<category><![CDATA[Fachzeitschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Herausgeber]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit gut einem Jahr l&#228;uft der Boykottaufruf gegen Elsevier mit immerhin 13.000 Unterst&#252;tzern. Und jetzt scheint Elsevier tats&#228;chlich zu reagieren: angeblich wollen sie den Herausgebern ihrer Zeitschriften in Zukunft 60$ f&#252;r jeden eingereichten und bearbeiteten Artikel zahlen. (Notabene nicht den Autoren oder den Gutachtern, bei denen die meiste Arbeit h&#228;ngenbleibt, sondern den Herausgebern der Zeitschriften.&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit gut einem Jahr l&auml;uft der <a href="http://scienceblogs.de/mathlog/2013/01/23/ein-jahr-elsevier-boykott/">Boykottaufruf gegen Elsevier</a> mit immerhin 13.000 Unterst&uuml;tzern. Und jetzt scheint Elsevier tats&auml;chlich zu reagieren: angeblich wollen sie den Herausgebern ihrer Zeitschriften in Zukunft 60$ f&uuml;r jeden eingereichten und bearbeiteten Artikel zahlen. (Notabene nicht den Autoren oder den Gutachtern, bei denen die meiste Arbeit h&auml;ngenbleibt, sondern den Herausgebern der Zeitschriften. Man wei&szlig; halt, wer &uuml;ber die Zukunft der Zeitschriften entscheidet und wen man sich gewogen machen mu&szlig;.)</p>
<p>Professor Greg Martin (UBC Vancouver) hat dieses Angebot zum Anla&szlig; genommen, als Herausgeber der Elsevier-Zeitschrift <em>Journal of Number Theory</em> zur&uuml;ckzutreten. Seine Begr&uuml;ndung kann man <a href="http://gowers.wordpress.com/2013/05/27/elsevier-journals-has-anything-changed/">hier</a> nachlesen, ich &uuml;bersetze mal die letzten 3 Abs&auml;tze:</p>
<blockquote><p> Soweit ich sagen, kann beschr&auml;nkte sich Elseviers Antwort auf unsere Probleme in einem leichten Nachlassen ihrer Unterst&uuml;tzung restriktiver Gesetzgebungsvorschl&auml;ge und in einer nominellen Reduktion der Preise einzelner Zeitschriften. Zum letzteren mu&szlig; man aber sagen, dass Elseviers B&uuml;ndelungspraxis fortgesetzt wird, womit die Preise einzelner Zeitschriften weitgehend irrelevant sind. Ihre agressiv verteidigte Intransparenz der Preise von einer Institution zur anderen spricht meiner Meinung nach ebenfalls B&auml;nde &uuml;ber ihre Bereitschaft, unsere Bedenken zu den Zeitschriften-Preisen ernsthaft anzugehen.</p>
<p>K&uuml;rzlich wurden wir informiert &uuml;ber Elseviers neue Ma&szlig;nahme, Herausgebern f&uuml;r jeden f&uuml;r das Journal of Number Theory bearbeitete Artikel 60$ zu zahlen. F&uuml;r mich zeigt das eine wirkliche Unf&auml;higkeit (oder Unwillen), den Kern unserer Beobachtung, dass &#8220;alle Arbeit kostenlos getan, der Zugang zu dieser Arbeit aber exorbitant teuer ist&#8221;, zu verstehen. Wir wollen, dass der Zugang billiger wird, wir suchen nicht nach Extra-Teig in unseren Taschen. Die gro&szlig;z&uuml;gigste Interpretation dieser neuen Ma&szlig;nahme ist, dass sie weiterhin der Forschergemeinschaft als Ganzes Geld abnimmt, aber jetzt einen Teil davon in die pers&ouml;nlichen Taschen einer kleinen Teilmenge von Mathematikern steckt, die das gar nicht ben&ouml;tigen. (Meine pers&ouml;nliche Reaktion war ehrlich gesagt, dass dies zu nahe an Bestechnung ist um nicht etwas beleidigend zu sein.) Aber diese Ma&szlig;nahme zeigt auf jeden Fall das Ausma&szlig; von Elseviers Profiten mit seinen Fachzeitschriften.</p>
<p>Es kann gut sein, dass ein kommerzielles Unternehmen wie Elsevier nicht in der Lage ist, sich auf ein Publikationsmodell einzustellen, welches geeigneter ist f&uuml;r unsere 21.-Jahrhundert-F&auml;higkeit, Forschung leicht  formatieren, speichern und &uuml;ber den Globus verteilen zu k&ouml;nnen. Deshalb ist mein R&uuml;cktritt keine Verurteilung der f&uuml;r Elsevier arbeitenden Leute. Aber ich m&ouml;chte nicht weiterhin ein System unterst&uuml;tzen, wie verwurzelt auch immer, dass unsere Institutionen zwingt eine Wahl zu treffen zwischen dem Aufgeben immer teurer werdender Forschungsressourcen oder dem Umverteilen von immer mehr Universit&auml;tsmitteln in die geschlossenen Kisten kommerzieller Verlage.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Gäbe es Waffen ohne Menschen? [Geograffitico]</title>
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		<pubDate>Tue, 28 May 2013 21:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Schusswaffen]]></category>
		<category><![CDATA[waffengesetze]]></category>

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		<description><![CDATA[Für eine Diskussion über Schusswaffen gibt es aktuell keinen konkreten Anlass &#8211; also ist jetzt, vermute ich mal, genau der richtige Zeitpunkt, darüber zu diskutieren (denn immer, wenn es einen realen und zumeist tragischen Anlass gibt, wird die Diskussion gerne mit &#8220;jetzt ist nicht die richtige Zeit&#8221; abgebügelt*). Meine Anregung entstammt einem großen Titelseiten-Artikel der&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Für eine Diskussion über Schusswaffen gibt es aktuell keinen konkreten Anlass &#8211; also ist jetzt, vermute ich mal, genau der richtige Zeitpunkt, darüber zu diskutieren (denn immer, wenn es einen realen und zumeist tragischen Anlass gibt, wird die Diskussion gerne mit &#8220;jetzt ist nicht die richtige Zeit&#8221; abgebügelt*). Meine Anregung entstammt einem großen Titelseiten-Artikel der New York Times vom Dienstag: <a href="http://www.nytimes.com/2013/05/28/us/gun-makers-shun-responsibility-for-sales-suits-show.html?hp&amp;_r=0">Gun Makers Saw No Role in Curbing Improper Sales</a>. Der Inhalt selbst ist eigentlich ein alter Hut: Vor einem Jahrzehnt argumentierten die Topmanager der amerikanischen Feuerwaffen-Hersteller vor einem Kongressausschuss in Washington dafür, dass sie nicht für illegale Verkäufe ihrer Produkte haftbar gemacht werden dürften &#8211; ein Gesetz aus dem Jahr 2005 hat ihnen diesen Haftungsausschluss dann auch gewährt. Was den Waffenproduzenten in einem Land, das Produkthaftung als Kulturgut ansieht und wo nahezu jede(r) jede(n) für irgendein tatsächlich oder vermeintlich erlittenes Unrecht verklagen kann, in der Tat eine rechtliche Sonderstellung einräumt. Die Protokolle dieser Anhörungen wurden nun veröffentlicht, was die Basis des NYTimes-Artikels lieferte.</p>
<p>Aber um die Frage strengerer Waffengesetzgebung (wahlweise in den USA oder in Deutschland) soll es heute mal <strong>gar nicht</strong> gehen. Es geht mir heute eher um eine semantische und logische Debatte, die durch den Spruch angestoßen wird, mit dem der damalige Geschäftsführer (President) der <a href="http://www.taurususa.com/">Firma Taurus International MFG, Inc.</a>, Robert Morrison, gegen eine Schusswaffenkontrolle argumentierte: Auf die Frage, ob es denn nicht eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle, wenn Waffen in die falschen Hände geraten, antwortete er: &#8220;I think we believe that the guns don&#8217;t pose any risk at all. It&#8217;s the people that are using them that pose the risk.&#8221; Es ist das alte Argument, dass nicht die Waffe selbst gefährlich ist, sondern der Mensch, der sie ge- oder missbraucht: &#8220;Guns don&#8217;t kill people, people kill people.&#8221; Und diesem Argument wird ja eifrig Beifall gezollt, auch hier bei meinen eigenen <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/?s=waffen+epidemie">Einträgen zur Waffenepidemie</a>. Klingt ja auch erst einmal plausibel: So lange niemand sie anfasst, sind die meisten Waffen ziemlich harmlos.</p>
<p>Meine erste Überlegung dazu ist: Wäre es möglich, eine &#8220;Waffe&#8221; (dies beschruankt sich <strong><em>ausdrücklich nicht</em> </strong>auf Schusswaffen) auch dann noch als Waffe zu definieren, wenn es keine Menschen gäbe, die sie benutzen könnten? Mit anderen Worten: Was, wenn nicht der Gebrauch, macht eine Waffe überhaupt erst zur Waffe? Die Interaktion des Benutzers mit dem Gegenstand würde demnach zur ontologischen Struktur der Waffe gehören &#8211; eine Dichotomie, hier Mensch, da Waffe, wäre nach dieser Betrachtungsweise absurd. Genauso, wie ein Antrag nur dann ein Antrag ist, wenn ein Mensch ihn tatsächlich stellt, oder ein Parkplatz erst dann zum Parkplatz wird, wenn es Autos gibt, die man darauf abstellen kann. Wenn man aber die Waffe nicht als etwas beschreiben kann, das unabhängig vom menschlichen Handeln existiert (denn dann wäre es nur ein merkwürdig geformtes Stück aus verschiedenen Metallen und Kunststoffen), dann ist das Argument, dass die Waffe <em>ohne</em> den Menschen ja harmlos sei, ein Scheinargument: Es ist das Wesen einer Waffe, in die Hände von Menschen zu gehören.</p>
<p>Die zweite Überlegung ist viel simpler: Warum soll &#8220;nicht Waffen töten, sondern Menschen töten&#8221; als Argument <em>dagegen</em> dienen, dass Waffen an Menschen ausgehändigt werden dürfen? Wenn Menschen &#8211; mit Waffen, versteht sich &#8211; töten, dann ist es einfach zwingend, diesen Transfer von Waffen strengstens zu reglementieren und zu verhindern, dass eben jene (angeblich so harmlosen) Waffen in die Hände solcher Personen fallen, die sie dann zum Töten verwenden. Mit anderen Worten: Wer sich der Maxime &#8220;Guns don&#8217;t kill people, people kill people&#8221; anschließt, der muss eigentlich zwingend strengere Waffenkontrollgesetze fordern.</p>
<p>Und das führt nun zu meiner dritten Überlegung: Wenn ich überzeugt bin, dass Waffen nur dann gefährlich werden, wenn sie in die (falschen?) menschlichen Hände gelangen, und wenn ich dennoch alles daran setze, dass jegliche Enschränkung des Rechts, die Waffen in eben jene (falschen?) menschlichen Hände zu geben &#8211; dann setze ich mich also dafür ein, dass Menschen andere Menschen töten sollen/können/dürfen/müssen. Dann leiste ich Beihilfe zum Töten. </p>
<p><span style=”font-size:small;”><em>* Dieses &#8220;jetzt-ist-nicht-der-passende-Zeitpunkt&#8221;-Argument ist sogar durchaus stichhaltig &#8211; aus der Sicht derer, die durch die aktuellen Ereignisse, seien es Amokläufe oder Reaktor-Unglücke, in Argumentations-Notstand geraten. Vor allem, weil sie wissen, dass bei solchen aktuellen &#8211; und typischer Weise tragischen &#8211; Anlässen niemand ihre Argumente ernst nimmt. Was dann eigentlich eher <em>gegen</em> die Argumente und <em>für</em> den Zeitpunkt spricht &#8230;</em></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Academia Reloaded [[sic]-Blog]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/sic/2013/05/24/academia-reloaded/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=academia-reloaded</link>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 15:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Gerber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungswende]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Forschungspolitik im Vorfeld der Bundestagswahl: Debatten über mehr Transparenz in der Wissenschaft Pressehintergrundgespräch 31. Mai 2013, 9:30 – 11:00 Uhr Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Gendarmenmarkt / Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin Ist es an der Zeit, den Wissenschaftsbetrieb einmal so richtig „durchzulüften“, wie dies Kollege Martin Spiewak kürzlich in der ZEIT gefordert hat? Wie verkrustet sind&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>Forschungspolitik im Vorfeld der Bundestagswahl:<br />
Debatten über mehr Transparenz in der Wissenschaft</strong></p>
<p style="text-align: center;">Pressehintergrundgespräch<br />
31. Mai 2013, 9:30 – 11:00 Uhr<br />
<em>Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</em><br />
<em> Gendarmenmarkt / Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin</em></p>
<p>Ist es an der Zeit, den Wissenschaftsbetrieb einmal so richtig „durchzulüften“, wie dies Kollege Martin Spiewak kürzlich in der <a href="http://www.zeit.de/2013/19/wissenschaft-deutschland-spitzenpersonal" target="_blank">ZEIT</a> gefordert hat? Wie verkrustet sind die Strukturen, und wie viel Interdisziplinarität lassen die Karrierewege von Nachwuchsforschern wirklich zu? Wie transparent sind forschungspolitische Entscheidungen in Deutschland? Wie geht die Politik mit der Kritik um, dass die öffentliche Milliardenförderung zwar durchaus die großen gesellschaftlichen Herausforderungen adressiere, dabei aber ausschließlich die Wirtschaft einbeziehe und „Kommunikation“ mit nachträglicher „Akzeptanzbeschaffung“ verwechsele. Wie könnte also die Zivilgesellschaft stärker beteiligt werden?</p>
<p><span id="more-32237"></span></p>
<p>Diese Fragen stehen auch im Mittelpunkt einer <a href="http://www.forschungswende.de/index.php/2-uncategorised/84-partizipation-und-transparenz-in-der-wissenschafts-und-forschungspolitik">Tagung</a> zu „Partizipation und Transparenz in der Wissenschafts- und Forschungspolitik“ aus (31. Mai, 11:00 – 16:30 Uhr), die unmittelbar im Anschluss an unser Pressegespräch beginnt. Ausgerichtet wird sie von der „Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende“, zu der sich die großen Umweltverbände unter anderem mit  Entwicklungshilfe­organisationen, Kirchen und Gewerkschaften zusammengeschlossen haben, auch um das Thema „Nachhaltigkeitsforschung“ politisch zu forcieren. Exklusiv und erstmals werden in unserem Hintergrund­gespräch Vertreter der „Forschungswende“ ihre 10 Kernthesen präsentieren und mit uns diskutieren.</p>
<p align="left"><b>Folgenden Experten stehen uns zur Verfügung:</b></p>
<p>–       <a href="http://kress.de/kresskoepfe/kopf/profil/8676-jan-oliver-loefken.html"><b>Jan Oliver Löfken</b></a><br />
Vorsitzender der Journalistenvereinigung <a href="https://www.teli.de/">TELI</a> / Technisch-Literarische Gesellschaft<br />
<b><i>Wissenschaftsjournalisten als gesellschaftliche Mediatoren: Die TELI-</i></b><a href="http://wissenschaftsdebatte.de/"><b><i>Wissenschaftsdebatte</i></b></a></p>
<p>–       <a href="http://www.fzs.de/_node/personen/marquardt_erik"><b>Erik Marquardt</b></a><br />
Vorstand des Freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften e.V. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Zusammenschluss_von_StudentInnenschaften">FZS</a> (angefragt):<br />
<b><i>Stärkung des Wissenschaftssystems für transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung</i></b></p>
<p>–       <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Tschimpke"><b>Olaf Tschimpke</b></a><b><br />
</b>Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutzbund_Deutschland">NABU</a>) und Stv. Vorstand des Nachhaltigkeitsrates:<br />
<b><i>Mehr Forschungsprogramme und -aktivitäten für Zukunftsthemen und transdisziplinäre Forschung</i></b></p>
<p>–       <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Vogtmann"><b>Prof. Dr. Hartmut Vogtmann</b></a><br />
Präsident des Deutschen Naturschutzrings (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Naturschutzring">DNR</a>):<br />
<b><i>10 Kernforderungen zur Demokratisierung der Wissenschaft </i></b></p>
<p>–       <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Weiger"><b>Prof. Hubert Weiger</b></a><b><br />
</b>Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_f%C3%BCr_Umwelt_und_Naturschutz_Deutschland">BUND</a>):<b><br />
<i>Mehr Partizipation der Zivilgesellschaft in der Wissenschaft </i></b></p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Kurzvitae</b> der Experten stellen wir für Sie zum Termin des Gesprächs bereit, ebenso wie</p>
<p><b>Hintergrundmaterialien</b> zu den besagten 10 Kernforderungen, die wir auf Anfrage gerne auch vorab zur Verfügung stellen (Embargo 31.05. 09:30 Uhr)</p>
<p><b>Moderation:</b><br />
<a href="http://kress.de/kresskoepfe/kopf/profil/3989-alexander-gerber.html">Alexander Gerber</a>, Schriftführer und Berliner Regionalkreis-Vorsitzender der Journalistenvereinigung für Technisch-Wissenschaftliche Publizistik (<a href="https://www.teli.de/">TELI</a>) und Kuratoriumsmitglied des Deutschen Fachjournalistenverbands (<a href="https://www.dfjv.de/">DFJV</a>). Im Hauptberuf leitet Herr Gerber das Deutsche Forschungszentrum für Wissenschafts- und Innovationskommunikation (<a href="http://innokomm.eu/">INNOKOMM</a>). Er lehrt Wissenschaftsjournalismus und Forschungspolitische Kommunikation an mehreren Hochschulen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Veranstaltung versteht sich als „powerpointfreie Zone“: Präsentationen sind begrenzt auf die Impuls-Beiträge der Experten; der Schwerpunkt liegt also auf Fragen und Diskussion. Wir diskutieren in deutscher Sprache; einzelne Fragen und Antworten können vor Ort bei Bedarf ins Englische übersetzt werden.</p>
<p>Wir bitten um <b>Anmeldung bis 29. Mai</b> unter <a href="mailto:anmeldung-berlin@teli.de"><b>anmeldung-berlin@teli.de</b></a> bzw. Fax  (030)  5 20 04 48 77</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kleine Sexualkunde für Sprachverwirrte [Geograffitico]</title>
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		<comments>http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/20/kleine-sexualkunde-fur-sprachverwirrte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 May 2013 20:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich hier ja angekündigt, nicht durch jeden Reifen zu springen, den man mir hinhält. Andererseits fürchte ich, dass durch aufgeblasenes Ventilieren das eigentliche Problem längst in einer &#8220;sprachreformerischen&#8221; Selbst-Gefälligkeit verpufft ist: Wie lässt sich erreichen, dass Frauen beruflich und gesellschaftlich Männern in jeder Hinsicht gleichgestellt werden? Um mal die Position, die mir als&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich <a href="http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2013/05/17/geschlechtergerecht-oder-geschlechtsneutral-eine-antwort/#comment-14980">hier</a> ja angekündigt, nicht durch jeden Reifen zu springen, den man mir hinhält. Andererseits fürchte ich, dass durch aufgeblasenes Ventilieren das eigentliche Problem längst in einer &#8220;sprachreformerischen&#8221; Selbst-Gefälligkeit verpufft ist: Wie lässt sich erreichen, dass Frauen beruflich und gesellschaftlich Männern in jeder Hinsicht gleichgestellt werden? Um mal die Position, die mir als der oben erwähnte &#8220;Reifen&#8221; hingehalten wird, etwas verkürzt darzustellen (was dem Vertreter (!) dieser Position dann wieder die Gelegenheit geben wird zu dementieren, dass dies eigentlich seine Position sei etc. etc. und die Diskussion sich dann wie das Riesenrad einer Galaxie weiter im scheinbar unendlichen Kreise drehen kann): Indem wir so tun, als ob es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gäbe. Wohlgemerkt: Dabei geht es offenbar <em>nicht </em>darum festzustellen, dass es keine Unterschiede in der <em>Qualifikation</em> gibt &#8211; darüber, dass es in der Fähigkeit, vermeintliche &#8220;Männer&#8221;-Berufe auszuüben, keine Geschlechterunterschiede gibt, habe ich in meinem Blog schon oft genug geschrieben (<a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2012/04/06/was-frauen-die-lust-auf-technik-verdirbt/">hier</a>, beispielsweise) und mir damit dann auch immer wieder mal eine blutige Nase geholt. Sondern dass es einfach keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Punkt. Wollen wir nichts darüber wissen. Schafft am besten gleich die Genus-Information der Sprache (das &#8220;er&#8221; und das &#8220;sie&#8221;) ab, denn die sei das Problem.</p>
<p>Darauf hatte ich geantwortet, dass dies einer <a href="http://scienceblogs.de/geograffitico/2013/05/15/die-unsichtbare-diskriminierung/">Diskriminierung durch Unsichtbarkeit</a> gleich käme. Aber die Gegenposition hier war, dass es ja schließlich auch keine grammatische Endung für Rassen gäbe, warum also eine für Geschlechter?</p>
<p>Tja, und diese Frage sollte eigentlich schon im Sexualkunde-Unterricht (auf)geklärt worden sein. Aber ich verrate es noch einmal: Weil Rassen ein willkürliches und eingebildetes Differenzierungsmerkmal sind &#8211; der Unterschied zwischen männlich und weiblich hingegen ist biologisch und real. Wie gesagt: <strong>Das heißt genau <em>nicht</em>, dass der Unterschied weiter geht als bis zur Sexualität</strong>, also dem Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten &#8211; aber er hat reale Folgen im Umgang zwischen den Geschlechtern, die sich nicht einfach verleugnen lassen, ohne das Problem zu erschweren.</p>
<p>Ich schildere es mal gleich am praktischen Beispiel: Was muss sich ändern, wenn eine Firma, die bisher nur Weiße beschäftigt hat, nicht mehr gegen Schwarze dskriminieren will? Das ist im Prinzip ganz einfach: Sie muss anfangen, Schwarze einzustellen und sie arbeitsrechtlich und in der Bezahlung gleichwertig zu behandeln. Aber was muss eine Firma tun, die bisher nur Männer beschäftigt hat, wenn sie Frauen einstellen soll? Sie muss eine Menge neuer Dinge schaffen: Zum Beispiel neue Wasch- und Umkleideräume für Frauen, sie muss sich mit der Vorstellung auseinandersetzen, dass die neuen Mitarbeiterinnen schwanger werden oder Mütter sein können, also Mutterschutz und Stilzeiten fordern können, sie muss den Männern (leider ist das immer noch so) klar machen, dass Sexismus nicht toleriert werden kann etc. &#8211; und das ist auch richtig so. Nochmal: Genau so soll es auch sein. Aber das geht eben nicht, wenn man so tut, als brauche man den Unterschied zwischen Männern und Frauen erst gar nicht wahrzunehmen.</p>
<p>Das US-Militär ist ein sehr drastisches Beispiel dafür, dass diese scheinbare Gleichstellung &#8211; die ja nichts daran ändert, dass das Männliche hier die Norm ist &#8211; die Frauen drastisch benachteiligt. (Beweis? <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sexual_assault_in_the_United_States_military">Bitteschön</a>!) Wenn eine Frau es bis zum Admiralsrang schafft, dann sicher nicht, <em>weil</em> sie eine Frau ist, sondern eher <em>obwohl</em> sie eine Frau ist. Es ist also falsch zu behaupten, dass ihre Femininität nichts mit ihrer Karriere und ihrer Position zu tun hat.</p>
<p>Die Forderung &#8220;ich will halt nicht wissen müssen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt&#8221;, ist eine sehr bequeme Forderung, die sehr leicht dahingehend extrapoliert wird, dass man außer dem Pronomen und (im Deutschen zumindest) der Genus-Beugung eigentlich gar nichts ändern müsse. So wie die selbstgerechte Behauptung, man sei &#8220;farbenblind&#8221; (also nicht rassistisch), zumeist einem zutiefst empfundenen Unverständnis vorangeht, warum man beispielsweise solche Förderprogramme wie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Affirmative_action_in_the_United_States">Affirmative Action</a> noch brauche. Chancengleichheit besteht nicht darin, Unterschiede zu ignorieren (egal, ob sie nun  biologisch oder sozial bedingt sind), sondern die Nachteile, die aus solchen Unterschieden entstehen, aufzufangen und auszugleichen. Und das erfordert halt erst mal, dass man sich dieser Unterschiede bewusst bleibt. So wie man ja auch Fehler nicht einfach durch ignorieren beheben kann &#8211; auch wenn das oft so viel bequemer scheint.</p>
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