Im letzten Jahr habe ich euch einige Grippezahlen präsentiert. Heute gibt es ein kurzes Update, da zum Frühlingsanfang die gemeldeten Fälle in der Regel deutlich abnehmen.

Anscheinend hat uns der überaus milde Winter eine sehr ruhige Grippesaison beschert
(in Deutschland deutlicher als in Österreich).
In diesem Jahr ist bundesweit jede Woche unter 30 Neuerkrankungen geblieben (gezählt werden nur die gemeldeten, bestätigten Influenzafälle. Quelle: RKI).

>Bild<

[edit: die Verlinkung zu dem Bild der RKI ist nicht mehr aktuell.
In Zukunft kopiere ich sie dann raus.]

Hier zum Vergleich eine Übersicht über die letzten drei Jahre (erstellt mit der WHO-Datenbank: ‘Influenza Laboratory Surveillance Information‘). Die Saison 2012 war bereits vergleichsweise niedrig, aber dieses Jahr gab es noch einmal weniger Erkrankungen.

Rpt_LabSurveillanceData-2011-2014

Die Grundlage für die WHO-Datenbank liefert das Robert-Koch-Institut (RKI), über das man immer den aktuellen Stand für Deutschland (regional aufgelöst) nachvollziehen kann. Während wir Ende Februar 2013 der Großteil des Gebiets als ‘stark gefährdet’ (rot) eingestuft wurde, sah es dieses Jahr wesentlich entspannter aus. Es gibt einige Hotspots, aber generell sind wir auf einem ‘normalen’ Niveau (blau).


Ende Februar 2013 (Woche 08).         Ende Februar 2014 (Woche 08).

Beim letzten Mal gab es auch eine sehr ausführliche Diskussion, die neben vielen Streitereien auch recht lesenswerte Beiträge aufwies. (Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn es beim Stichwort “Impfung” anders gekommen wäre). Für Interessierte stellt das RKI auch jährliche Saisonberichte zusammen, die den jeweiligen Verlauf zeigen.

 

Ich wünsche euch allen einen gesunden Start in die warme Jahreshälfte!

Kommentare (4)

  1. #1 Chris
    24. März 2014

    Interessant ist wieder der hohe Anteil des A(H1N1)-Erregers…

    Wie schnell sich ein neuer Erreger weltweit ausbreiten kann…

  2. #2 noch'n Flo
    Schoggiland
    25. März 2014

    In meiner Praxis hatte ich dieses Jahr nur 2 Grippefälle, vergleichsweise wenig. Dafür so viele Pneumonien, wie noch nie (vor 4 Wochen hat es mich dann sogar selber erwischt).

    Ich führe das auf die milden Temperaturen in diesem Winter zurück: Bakterien mögen es eher warm, Viren sind recht kälteresistent (und freuen sich über trockene Schleimhäute).

  3. #3 Chris
    31. März 2014

    Hat zwar nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun, aber trotzdem:

    https://www.facebook.com/IFeakingLoveScience/photos/a.456449604376056.98921.367116489976035/785474694806877/?type=1&theater

    (Hoffe, dass Facebook-Links okay sind!!!)

  4. #4 WolfgangM
    1. April 2014

    Die Virushaltigen Aerosole sind bei niedrigen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit stabiler.
    Bei höheren Temperaturen sind die Aerosole nicht so stabil.

    eine schöne Abbildung findet man hier (in der Discussion)

    http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.0030151