shutterbrille

1930 wurde im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark das Hamburger Planetarium eröffnet. Seitdem hat es sich stetig weiterentwickelt und sich immer wieder durch neue technische Innovationen neu erfunden. Mit der Premiere der Show “Limbradur und die Magie der Schwerkraft” startet es mit der ersten Vorstellung in 3D in ein neues Kapitel.

Am 14. März ist nicht nur der Pi-Day, sondern auch Einsteins Geburtstag. Passend dazu feierte eine neue Show an diesem Tag ihre Premiere (14.03.2017), in der es um die Gravitation und die spezielle Relativitätstheorie geht.
Ich war an dem Premierenabend dabei und war zugegebenermaßen skeptisch, was ich von einer 3D-Vorstellung in einem Sternentheater halten soll. Insgesamt hat es mich dann doch überzeugt, aber fangen wir vorne an.

Das Planetarium Hamburg. Außenansicht von Andreas Kreutzer

Das Planetarium Hamburg. Außenansicht von Andreas Kreutzer

Bei der Show handelt es sich um einen Animationsfilm, der sich hauptsächlich an das jüngere Puklikum richtet, wie man an der zwöljährigen Hauptfigur erkennt. Insgesamt sind die Animationen sehr gut gelungen: flüssige Bewegungen, abwechlungsreiche Texturen, gute Gesichtsmimik, passender Sound. Es ist ein gutes Mix aus fotorealistischen und comichaften Animationen geworden, die schön anzusehen sind und dabei nicht vom Inhalt ablenken.

Planetarium Hamburg, LIMBRADUR und die Magie der Schwerkraft, (c) Softmachine Immersive Productions

Planetarium Hamburg, LIMBRADUR und die Magie der Schwerkraft, (c) Softmachine Immersive Productions

Um den Inhalt folgen zu können, ist kein fundiertes Wissen nötig; es ist das spielerische Heranführen an Gravitation und Relativitätstheorie gespickt mit Beispielen, wie uns die knapp 100 Jahre alten Ideen jeden Tag begleiten und tatsächlich unseren Alltag beeinflussen. Es ist aber durchaus von Vorteil, wenn man bereits etwas von Einstein und seinen Ideen gehört oder einige Begriffe aus seinen Theorien irgendwo aufgeschnappt hat, da es an zwei, drei Punkten recht komplex wird.

 

Zum Inhalt

Die erste Frage, die sich mir stellt, wenn ich mir eine Vorstellung im Planetarium anschaue, ist: “Gibt es Sterne und Planeten zu sehen?” und die Antwort lautet glücklicherweise: Ja!
Die Geschichte beginnt und spielt zwar in den Hallen eines Museum, aber regelmäßig gibt es Ausflüge ins All mit Sternen, Planeten und der Milchstraße – was natürlich Sinn macht, wenn man über die Gravitation als die kosmische Kraft spricht.

Die Geschichte beginnt also im Einstein-Museum mit dem jungen Zauberschüler Luke, der gerne herausfinden möchte, warum Dinge runterfallen, wenn sie nicht mit Magie daran gehindert werden. Er trifft dort den Roboter Alby, der ihm kindgerecht Einstein, die Gravitation und die Raumzeit vorstellt.
Es folgen die fast schon obligatorischen Beispiele, von denen ich nur einige nennen möchte:
– Newtons Apfel
– ein Tuch, dass durch eine schwere Masse zu einem Trichter eingedrückt wird und um die eine kleinere Masse kreist
Die Sonnenfinsternis als erster Beweis für Einsteins Theorien
– GPS-Sateliten, die ohne die Relativitättheorie nutzlos wären

 

Aber auch wenn viele der Beispiele den Veteranen unter den Lesern durchaus bekannt sind, haben es die Schöpfer dieser Geschichte geschafft, die Möglichkeiten der großen Kuppel so gut auszunutzen, dass auch alte Hasen auf ihre Kosten kommen. Wem das aber dennoch zu kindlich sein sollte und als Fortgeschrittener neben großen Bildern die wissenschaftliche Tiefe sucht, findet diese im Dunklen Universum.

Der Trailer zeigt sehr gut den Stil der Vorstellung:

 

3D im Sternentheater

Das Planetarium Hamburg genießt den Ruf, immer zu den technisch besten Sternentheatern zu gehören. Das bisherige Maß waren der Starball, das Lasersystem und die Soundanlage und nun kommt das 3D-Bild der “Digistar 6″ Projektoren hinzu.
Ermöglicht wird der 3D-Effekt über Shutterbrillen, die abwechselnd das linke oder rechte Auge freigeben. Durch die hohe Bildfrequnz der Projektoren von bis zu 120 Hz (oder auch 60 Hz pro Auge) konnte ich kein Flackern wahrnehmen. Die Shutterbrille ist natürlich größer als die aus dem Kino bekannten Polfilterbrillen, aber bei einer Kugeloberfläche mit rundherum sitzendem Publikum ist diese Technik schlichtweg nicht möglich.

Die entscheidende Frage lautet, ob 3D einen Mehrwert liefern kann.
Zu Beginn der Vorstellung, als die Geschichte noch innerhalb des Museums spielte, waren die 3D-Bilder zwar gut gemacht, aber noch ohne großen Wow-Effekt. Dieser stellte sich aber sehr schnell ein, als der Flug durch das Sonnensystem startete und man an den Saturnringen vorbei flog. Durch den freien Blick und die hochaufgelösten Bilder hatte man wirklich das Gefühl, tief in den Raum zu schauen.
Absolut überzeugt von den 3D-Bildern war ich, als bei der Erklärung der Raumzeit, ein großes Gitter über die Kuppel gespannt wurde und die Schwerkraft der Erde begann, es zu verzerren. Das war schon sehr imposant.
Also ja, 3D kann die Inhalte im Planetarium durchaus unterstützen.

Raumzeit-Gitter

Planetarium Hamburg, LIMBRADUR und die Magie der Schwerkraft, (c) Softmachine Immersive Productions

 

Mein Fazit

Eine Vorstellung, die kindgerecht Einstein, die Gravitation und die Raumzeit vorstellt, und die es schafft die bekannten Beispiele durch neue Bilder und technische Möglichkeiten frisch zu präsentieren.
Ich persönlich würde die Vorstellung ab 10 Jahren empfehlen und das Kind sollte am besten auch schon 3D-Vorstellungen – z.B. aus dem Kino – kennen, da auf der Kuppel doch recht viel los ist. Dementsprechend würde ich diese Vorstellung nicht als Erstvorstellung für junge Kinder aussuchen – für ältere, kinoerfahrene Kinder ist das hingegen kein Problem.
Alte Hasen werden sich über die 3D-Bilder freuen, die dem Sternentheater eine neue Dimension verleihen (den Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen…).

Als Familienausflug oder für Schulklassen ab der 5. Klasse auf jeden Fall interessant.

 

 

weiterführende Links:

Kommentare (15)

  1. #1 rolak
    18. März 2017

    Der Tipp geht direkt weiter an die ‘nordisch by nature/settlement’-Bekannten/Verwandten. Schönen Dank!

  2. #2 Tomi
    18. März 2017

    mehrere Spamkommentare entfernt.

  3. #3 tomtoo
    19. März 2017

    Sehr geehrter Herr Taber ,
    heut zu tage ist es sehr einfach überragende Gedankengänge auf einer Webpage zusammenzufassen und einen Link hier zu veröffentlichen.
    Ich würde gerne ihre Page mal anschauen. Dieses ganze linkgefolge macht mich ganz schwurbelig. Also diese 0D Punkte und schneller als C empfinde ich als seht spannend. Aber eine Zusammenfassung ihrer Gedankengänge wäre sehr hilfreich.

    Gruss
    Tomtoo

  4. #4 tomtoo
    22. März 2017

    @Hubert Taber

    1) Gedanken zusammenfassen
    2) Webpage bauen

    Bei einem flüssigen IQ von 145 sollte das machbar sein.

  5. #5 Stephanie
    Hamburg
    24. März 2017

    Auch Steffi nimmt das dankend an !

    Ein Frage zum GPS:

    Ist es wirklich korrekt, dass das GPS wirklich pro Stunde 480m Abweichung bekommt wie es hier steht:

    http://www.physik.uni-bielefeld.de/~yorks/pro13/liedeker.pdf

    Denn einige Relativitätleugner in meinem Umfeld behaupten immer gerne, dass es gar keine Korrektur gebe. Ich verstehe in etwa den Rechenweg, aber physikalisch kann ich nicht bewerten, ob es Sinn macht.

    • #6 Tomi
      28. März 2017

      Hallo Stephanie,

      die Ortsunabhängigkeit hängt stark von der Geschwindigkeit der Satelliten ab und auch wie die Zeit beim Empfänger gemessen wird. In der Arbeit misst der Empfänger die Zeit selbst (er hat also eine eigene Atomuhr) und die Positionsbestimmung wird mit drei Satelliten durchgeführt, was zu den knapp 12 Kilometern am Tag führt. Da GPS-Empfänger aber üblicherweise die Zeit nicht selbst messen, sondern diese auch von den Satelliten übertragen wird, werden entsprechend 4 Satelliten benutzt. Damit wird das Signal auch genauer und ohne eine Kompensation käme man dann auf knapp 2 Kilometer am Tag.

  6. #7 tomtoo
    25. März 2017

    @Stephanie

    Ich verstehe diese Relativietäts zweifler nicht. Der Effekt ist doch schon sehr genau untersucht. Ich bin ja kein Physiker aber da könnte ich ja auch an der Quantenverschränkung zweifeln. Was treibt diese Menschen ? Also was treibt sie an, an Dingen zu zweifeln an denen die Physiker nicht zweifeln ?

  7. #8 hubert taber
    25. März 2017

    noch zur satellitenkorrektur.
    eine cäsium atomuhr hat eine genauigkeit ca. 1 E -13.
    wenn diese stationär steht, nicht bewegt wird, und nicht das ERDMAGNETFELD kreuzt.

    die satelliten bewegen sich in verschiedenen richtungen in grosser höhe und KREUZEN das erdmagnetfeld.
    durch magn. beinflussung wird die ganggenauigkeit scxhlechter und das wird korrigiert.

    das hat nichts mit “relativität” der zeit zu tun.
    die annahme dass in grosser höhe bei weniger gravitation die zeit “schneller” vergeht ist krank blöde.
    mfg. hubert taber

    • #9 Tomi
      27. März 2017

      Mit diesem Kommentar haben Sie sich selbst keinen Gefallen getan, da Sie offensichtlich das Funktionsprinzip einer Atomuhr auf Grundlage der Caesium-Resonanz nicht verstanden haben.
      Ich lasse das einfach mal so stehen und weise Sie ein letztes Mal darauf hin, sich an die Netiquette zu halten.

  8. #10 hubert taber
    26. März 2017

    was in der theorie noch alles nicht stimmt ist hier nachzulesen:
    Admin-Edit: Link entfernt
    mfg. h.t.

    • #11 Tomi
      27. März 2017

      Herr Taber,

      Sie tun es schon wieder.
      Ich habe den Link das letzte Mal bereits gelöscht.
      Wenn sie anderer Ansicht sind und dieses fundiert belegen können, bitteschön, aber solange Sie nur sagen, dass die anderen blöd sind und Ihre Ansichten viel logischer sind, dann wird das gelöscht.
      Nehmen Sie sich Formeln, die sie akzeptieren, und leiten Sie Ihre Thesen her. Alles andere ist unbelegbares Geblubber.

  9. #12 tomtoo
    27. März 2017

    @Tomi

    Schreibe ich eigentlich so einen Müll das ich ewig in der Mod. hänge ?
    Ich meine kannst ja löschen mir ist schon klar das die Ironie gegenüber Herrn Tabert evtl. schwer verständlich war. Aber mit @Stephanie hatte ich eigentlich ein Thema.

    • #13 Tomi
      27. März 2017

      Hi, war keine Absicht.
      Ich hatte den ganzen Spam geblockt und dabei ist Dein Beitrag reingerutscht.
      Die Autofreigabe sollte bei Dir nun wieder klappen.

  10. #14 tomtoo
    27. März 2017

    @Tomi
    Vielen Dank !
    @Hubert
    Es ist nervig. Mach halt deine Webpage. Für einen Crack wie dich doch easy. Erkläre mal deine Mathe. Ist doch spannend. Aber nicht so schräg mit vollkommen unzusamenhängenden Einwürfen.

  11. #15 Tomi
    29. März 2017

    Spam gelöscht.

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