… behauptet eine Arbeit von Genetikern um den US-Wissenschaftler Henry Harpending (University of Utah), die heute in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) veröffentlicht wird.

Danach haben sich die menschlichen Gene in den letzten 40.000 Jahren schneller verändert als je zuvor. Doch damit nicht genug. Harpending kommt zu dem Schluss: „Wir müssen den genetischen Wandel verstehen, um Geschichte zu verstehen. Wir sind nicht die gleichen Menschen wie vor 2000 Jahren.” Und dieser Prozess sei gerade dabei, an Fahrt aufzunehmen. Mehr dazu steht heute (etwas reißerisch) bei “Focus online“, einen nüchternen Bericht der amerikanischen ap-Kollegen finden Sie hier.
Die Diskussion der Harpending-Studie verspricht spannend zu werden, stellt sie doch ganz nebenbei die uns lieb gewordene Idee der Gleichheit unter den Menschen: “Wir werden verschiedener“, fasst Harpending die Studie zusammen, „die menschlichen Rassen entwickeln sich immer weiter auseinander.“

Kommentare (4)

  1. #1 student_b
    Dezember 11, 2007

    For a bit more extensive take down check out Gene Expression: http://scienceblogs.com/gnxp/2007/12/accelerated_adaptive_human_evo.php

    In Englisch natürlich. 😉

  2. #2 J. Clas
    September 7, 2008

    Sorry, bin erst jetzt auf diesen Beitrag gestoßen. Habe auch den Artikel in “Fokus online” gelesen.
    Kann das alles nicht ganz nachvollziehen. Vorteilhafte Gene setzen sich durch, wenn die damit ausgestatteten Individuen mehr Nachkommen haben als die übrigen in der Population. Dies mag für den Menschen in der Vergangenheit auch zugetroffen sein – beispielsweise bei Milchverträglichkeit, Sichelzellenanämie und wahrscheinlich auch der Hautfarbe. Jedoch stellt sich mir die Frage, wer heutzutage selektieren soll? Die Natur wohl eher nicht. Und wie sollen sich Gene in dieser menschlichen – global betrachtet – Riesenpopulation durchsetzen? Eigentlich setzen sich Mutationen eher in kleinen, isolierten Populationen durch.
    Über die Zahl der Nachkommen entscheiden heutzutage ganz andere Faktoren, wie z.B. der Wohlstand einer Gesellschaft. Industrieländer haben eine sehr niedrige Geburtenziffer. Vorteilhafte Gene werden sich folglich hier eher weniger durchsetzen können. Die Bevölkerung in den Entwicklungsländern wächst rapide. Theoretisch betrachtet würden sich also auch unvorteilhafte Gene allein durch den geringeren Wohlstand einer Gesellschaft verbreiten.
    Meines Erachtens müsste der Mensch seit dem letzten Jahrhundert die natürliche Evolution für seine eigene Art ausgehebelt haben.
    Wenn mir jemand bei dem Abbau meiner kognitiven Dissonanz behilflich sein könnte, bin ich ihm sehr dankbar.

  3. #3 Bernd Weckwerth
    Januar 17, 2009

    Dass sich menschlichen Gene auch weiterhin verändern ist biologisch gesehen kein Wunder, auch wenn durch uns bereits eine völlig neuen Evolutionsphase begonnen hat – die kulturelle Evolution, bei der die Gedanken in den Köpfen der Menschen, die Veränderungen auf der Erde bewirken und steuern, wie in der biologischen Evolution es die Gene tun, dort nur viel langsamer. Da wir deshalb unsere Umwelt viel schneller verändern als eine biologische Evolution darauf reagieren könnte, kann die natürliche Veränderung der Gene leider keine wirkliche Anpassung an die Umwelt mehr leisten, so dass man eher mit einer biologischen Regeneration rechnen sollte, das heißt z.B. dass sich unsere Augen immer mehr verschlechtern, weil wir ja durch Brillen solche Nachteile ausgleichen und die Nachkommenschaft weniger Energie für perfekte Auge aufwenden muss (Tendenz Maulwurf). Wenn also die Veränderungsrate der Gene beim Mensch wächst, sollten wir eher mit einer beschleunigten Degeneration rechnen, das heißt der über Millionen Jahre entwickelte Genpool des Menschengeschlechts verfällt immer schneller. Wie sollte man darauf reagieren? Sicher nicht wie einst Hitler, aber Genberatungspflicht bis hin zur gezielten Gentechnik um den Verfall zu verlangsamen könnte uns ins Haus stehen. Ob die kulturelle Evolution, den Schaden an der biologischen, den sie selbst bewirkt hat, erkennen und aufhalten kann ohne die eigene “Menschlichkeit” in Gefahr zu bringen, wird die Zukunft weisen.

  4. #4 Hans Dampf
    Februar 11, 2009

    Glaubensbekenntnis eines Evolutionisten!

    – Ich glaube an die Macht des Zufalls, an etwas, wofür keine Ursache, kein Zusammenhang
    und keine Gesetzmäßigkeit erkennbar ist.
    – Ich glaube an die Macht der Mutation, daran, dass entgegen der Erkenntnisse der Genetik
    und den Mendelschen Gesetzen mit ihrer Hilfe neue biologische Arten entstehen
    – Ich glaube an die Macht der Selektion, d.h. daran, dass Selektion nicht nur aus
    vorhandenen Wesenseigenschaften ausliest, sondern wirklich neue Merkmale hervorbringt
    Ich glaube, dass Zusammenspiel zwischen Zufall, Mutation und Selektion jenen
    Optimierungsporzess darstellt, durch den sich aus anorganischen Molekülen die Bausteine
    des Lebens bis zur lebensfähigen Zelle entwickelt haben, und dass der gleiche Prozess
    auch für die Entwicklung von der Urzelle bis zum heutigen Menschen verantwortlich ist.
    – Ich glaube, dass weder bei der Entstehung des Lebens noch bei der Entstehung des
    Menschen eine Intelligenz gewirkt hat und wirkt
    – Ich glaube an Wunder, nämlich daran, dass durch den Urknall, also eine Explosion,
    hochgradige Ordnung, dass durch Zufall Leben aus unbelebter Materie und durch
    Zufall der genetische Code und die Naturgesetze entstanden sind!
    – Ich glaube an die Evolution, obwohl sie drei große Lücken in der Entwicklung nicht
    schließen kann – die Lücke zwischen dem Nichts und der Materie, die Lücke zwischen
    toter Materie und Leben und die Lücke zwischen Tier und Mensch.
    – Ich bin mir bewusst, dass die Fossilien stabile, vollentwickelte Formen zeigen und
    die Übergänge zwischen den Arten fehlen, die es eigentlich massenhaft geben müsste.
    Ich bekenne, dass man dadurch den Eindruck gewinnen könnte, es habe gar keine
    Evolution stattgefunden.
    – Es ist mir bewusst , dass die Evolution keine Antwort geben kann auf die Frage nach
    dem „Warum“ und „Weshalb“ der Existenz von Liebe, Frieden, innere Freiheit, Geduld
    und Moral.
    – Ich glaube, dass der Optimierungsprozess für den Menschen noch nicht zu Ende ist
    und dass alles ausgeschalten werden muss, was diesen Optimierungsprozess behindert.
    dazu gehören auch der christliche Glaube und der Glaube an einen Schöpfergott.