Netzzeitung:

«Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als ‘Verpackung der allein wichtigen Gene’, deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei», sagte der 75-jährige Kardinal in seiner Allerheiligenpredigt im Kölner Dom.

Was für ein kranker, erbärmlicher, menschenverachtender, fundamentalistischer Scheißdreck.

Religion vergiftet alles.

Kommentare (122)

  1. #1 Thomas J
    11/15/2009

    @bundesratte

    “Da schwebte der Hinweis in der Luft, ganz ohne Kirche ließe sich die Zukunft dann doch nicht gestalten.

    Nö, der Hinweis schwebt so nicht mit in der Luft. Ich glaube aber, dass es zwei Antworten gibt auf die Frage, ob es Kirche braucht.

    Erste Antwort: Natürlich nicht
    Zweite Antwort: Brauchen nicht in der Form, die Kirche muss “weltlich” werden.

    “Das forderte mich wiederum heraus, bei dem heutigen Mitgliederschwund zu fragen, wie sich die Kriche ihre Zukunft vorstellt, und ab welcher Personaldicke/Schäfchendichte sie ihren gesellschaftlichen Vertretungs- und Gestaltungsanspruch überdenkt. ;o)”

    Na, dieser gesellschaftliche Vertretungs. und Gestaltungsanspruch (was ist denn ein Gestaltungsanspruch?) ist heute nicht mir da, auch wenn das ein paar Kirchenfunktionäre halt nicht wahrhaben wollen.

    “Und mal im Ernst: dem läuft man hinterher?? ”

    Der Mensch ist ein Herdentier… oder wie war das? 🙂
    Das ist rational nicht erklärbar, da fragst du hier den Falschen.

  2. #2 Andrea N.D.
    11/15/2009

    @Thomas J.
    “Eine komplett irrationale Sache wird um so toller je doller man daran glaubt? Ähem …”
    Selbstverständlich habe ich nicht angenommen, dass Du Kannibalismus an sich gut heißt. Ich finde aber auch symbolisierten Kannibalismus nicht toll und er wird auch nicht um so toller wenn man daran glaubt. Nicht umsonst gab es doch diesen jahrhundertelangen Streit darum, ob nun Jesu Fleisch und Blut konsumiert wird oder nicht. In einer Kirche in Italien wird sogar noch ein Fleischbrocken aufgehoben und behauptet, dass der von Jesus sei – wie pervers ist das eigentlich?

    http://web246m.dynamic-kunden.ch/maria/realpraesens.html
    http://www.glaubenheute.de/zeugnis/reliq/lanciano.htm

    Es ging doch auch darum, dass Atheisten pervers seien, die die religiöse Symbolik nicht in der Öffentlichkeit haben wollen?
    Wie auch bei den Nazi-Vergleichen, wird hier trotz eigener Perversität ganz schön extrem gegen die Atheisten argumentiert. Vielleicht habe ich auch ein falsches Verständnis von pervers. Also ich bin jedenfalls lieber in den Augen der Katholiken “pervers” als mir sonntäglich ein “pappiges Brot” hineinzuschieben und mir vorzustellen es wäre das Fleisch eines Toten.

  3. #3 Thomas J
    11/15/2009

    @Andrea N.D.

    “Ich darf mich selbst zitieren:
    “Und die Sache mit dem Kannibalimus…”
    Das war auf den post von bundesratte bezogen. Also, nicht Kannibalismus ist toll, sondern die Vorstellung von diesem “Teilhaben an Jesu Auferstehung” ist eine tolle Sache, wenn man denn daran glauben würde.”

    Was ist an meiner Erklärung so missverständlich? Dass Glauben irrational ist… da kann ich auch nichts für.

    “Wie auch bei den Nazi-Vergleichen, wird hier trotz eigener Perversität ganz schön extrem gegen die Atheisten argumentiert.”

    Jo… ich hetz ja nicht gegen Atheisten, oder? 🙂

    “als mir sonntäglich ein “pappiges Brot” hineinzuschieben und mir vorzustellen es wäre das Fleisch eines Toten.”

    Nochmals, es geht darum FÜR was dieses “Fleisch eines Toten” steht, nicht DASS es Fleisch ist.

  4. #4 bundesratte
    11/15/2009

    Dann sollte man aber gefälligst Schnitzel und Fritten servieren! Diese Pappuntersetzer schmecken nun überhaupt nicht nach Auferstehung. Im Gegenteil.

  5. #5 Bundesratte
    11/16/2009

    @H.M.Voynich:
    Da ist ein Problem:

    Ich fragte:
    “Welchen Mehrwert haben religiöse Symbole gegenüber einer weltanschaulich neutralen Umgebung?”

    Du schriebst darauf (abzüglich der Spekulationen):
    H.M.Voynich· 14.11.09 · 06:14 Uhr:

    Wenn Du ein religiöses Symbol siehst, kannst Du davon ausgehen […] daß da ein paar Leute (um nicht zu sagen: eine demokratische Mehrheit) herumlaufen, die sich gut fühlen, wenn das Ding dort hängt (das ist der Mehrwert für die).

    Wohlgemerkt ich sprach vom Mehrwert gegenüber einer weltanschaulich neutralen Umgebung.

    Du gehst also davon aus, dass was immer z.B. am Fahnenmast des Bürgermeisters wedelt, bereits dadurch, dass es dort wedelt, durch eine demokratische Mehrheit gedeckt ist. Und Du misst diesem Signal einen höheren Wert bei, als einer weltanschaulich neutralen Repräsentation (“Mehrwert”).

    Ganz nüchtern gefragt: Könntest Du protestieren, wenn in öffentlichen Gebäuden wider deinen Willen Hakenkreuze hängen? Und wie würdest Du Deinen Protest begründen?

    Bundesratte

  6. #6 Andrea N.D.
    11/16/2009

    @Thomas J.
    Ja klar, aber irrational heißt nicht automatisch toll, oder? Ich würde eher das Gegenteil behaupten wollen.
    “Nochmals, es geht darum FÜR was dieses “Fleisch eines Toten” steht, nicht DASS es Fleisch ist.”
    Hey, ich bin genug in die katholische Kirche gegangen um den ganzen Firlefanz zu checken, okay? Und genau deshalb finde ich es perverser, mir vorzustellen, FÜR was das Fleisch steht, als Leichen an Kreuzen abhängen zu wollen.

    Zwei Dinge noch dazu:
    Wo ist eigentlich das Problem der katholischen Kirche zu sagen, wir haben das Kreuz mit Leiche erst ca. im 5. Jh. nach Christi eingeführt und jetzt führen wir es eben wieder aus. Wir möchten in Liebe und Harmonie mit unseren Mitmenschen verbringen und nicht ständig Leute bis zum Europäischen Gerichtshof scheuchen, damit wir die Leiche endlich abhängen. Ich verstehe “Kirche” nicht. Und Glauben auch nicht, der so etwas nötig hat, wo er doch Liebe und Frieden symbolisieren sollte.

    Und das bringt mich zum zweiten Punkt. Die Reaktion einer ländlichen Zeitung in Bayern auf das Urteil des Europäischen Gerichtshof zur Kreuzabhängung in italienischen Klassenzimmern war eine Hasspredikt mit Überschrift “Diktatur der Minderheit”. Meißner und dieser Autor haben keinen Schimmer von ihrer Religion. Sie haben vergessen, dass es eine Religion, ein Glaube der Liebe sein soll und kein dogmatischer Zwang, der den Nichtgläubigen aufgepresst wird (mit allen Mitteln). Das sind nicht nur schlechte Jünger, es sind die größten Ungläubigen überhaupt.

  7. #7 Thomas J
    11/16/2009

    @bundesratte

    “Dann sollte man aber gefälligst Schnitzel und Fritten servieren! Diese Pappuntersetzer schmecken nun überhaupt nicht nach Auferstehung. Im Gegenteil.”

    Ja, das wäre wirklich mal eine Idee, da kommt dann dochnoch richtige Fleischeslust auf 🙂

    @Andrea N.D.

    “Hey, ich bin genug in die katholische Kirche gegangen um den ganzen Firlefanz zu checken, okay? Und genau deshalb finde ich es perverser, mir vorzustellen, FÜR was das Fleisch steht, als Leichen an Kreuzen abhängen zu wollen.”

    Versteh ich nicht, was genau findest du jetzt pervers?

    “Wo ist eigentlich das Problem der katholischen Kirche zu sagen, wir haben das Kreuz mit Leiche erst ca. im 5. Jh. nach Christi eingeführt und jetzt führen wir es eben wieder aus.”

    Wieso sollte man ein Erfolgssymbol wieder “ausführen”? Gibt doch keinen Anlass dazu.

    “Meißner und dieser Autor haben keinen Schimmer von ihrer Religion. Sie haben vergessen, dass es eine Religion, ein Glaube der Liebe sein soll und kein dogmatischer Zwang, der den Nichtgläubigen aufgepresst wird (mit allen Mitteln). Das sind nicht nur schlechte Jünger, es sind die größten Ungläubigen überhaupt.”

    Das würd ich im Grossen und Ganzen unterschreiben.

  8. #8 H.M.Voynich
    11/17/2009

    @bundesratte, Andrea:
    “… denke auch nicht, dass Du das mit der Analogie hast aussagen wollen. Aber es steckt drin.”
    In der Tat – es sollte noch nicht einmal eine Analogie sein. Ich weiß auch nicht, woraus Andrea abliest, ich wolle jemanden “mundtot” machen. Ich halte nur die Diskussion über die Grausamkeit am Kreuz, wie gesagt, für einen Nebenschauplatz. Einerseits sind detailreiche Leidensbilder eher in mittelalterlichen Kirchen zu finden als in modernen staatlichen Gebäuden, andererseits gäbe es die Diskussion genauso, wenn das christliche Symbol noch der Fisch wäre, oder eine Pyramide mit einem Auge drin. (Doch denen, welche unbedingt auf diesem Punkt beharren wollen, wollte ich zeigen, daß man die Frage “wann und wo ist die Darstellung von Leid gerechtfertigt” nicht als allgemein beantwortet ansehen sollte.) Die “Nazikeule” finde ich da etwas weit hergeholt.

    “Du gehst also davon aus, dass was immer z.B. am Fahnenmast des Bürgermeisters wedelt, bereits dadurch, dass es dort wedelt, durch eine demokratische Mehrheit gedeckt ist. Und Du misst diesem Signal einen höheren Wert bei, als einer weltanschaulich neutralen Repräsentation (“Mehrwert”).”
    Wieso einen höheren? Ungefähr denselben wie dem Trachtenanzug, den er evtl. trägt. Oder der Darwin-Statue. Wenn ich die sehe kann ich davon ausgehen, es in der Umgebung vorwiegend mit rational denkenden Menschen zu tun zu haben, die die Errungenschaften der Wissenschaft zu schätzen wissen (und kann mir dennoch nie sicher sein, ob deren Anwesenheit wirklich demokratisch gedeckt ist).
    Ich sehe weder einen Mehrwert, noch einen Minderwert gegenüber einer ideologisch neutralen Umgebung – die es in meinen Augen gar nicht geben kann.

  9. #9 Andrea N.D.
    11/17/2009

    H.M.Voynich
    Eigentlich wurde in den Kommentaren bereits alles gesagt, aber ich wiederhole gerne noch einmal:
    Ein religiöses Symbol (das zufälligerweise noch eine Hinrichtungsart und Leiche darstellt), das in der ganzen Welt (und somit auch in Klassenzimmern SÄKULARISIERTER Staaten) herumhängt ist etwas ganz anderes als Bilder über Buchenwald oder Hinrichtungen. Darauf hat die Bundesratte bereits ziemlich gut hingewiesen, allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass Du das verstanden hast. Das Schlimme ist, dass den Leuten die Grausamkeit des Symbols und das, was es symbolisiert nicht mehr so ganz bewusst ist. Es ist, als liefen wir jeden Tag an einem Galgen vorbei und würden uns nichts dabei denken. Und das ist etwas ganz anderes, als Völkermorde HISTORISCH aufzuarbeiten. Deshalb ist dieser Vergleich Deinerseits extrem unpassend gewesen; was Du allerdings nicht einzusehen scheinst.

    Religion ist nicht demokratisch und Du kannst demokratische Verfahrensweisen nicht auf eine dogmatische, aufgezwungene, hierarchisch strukturierte Sichtweise der Welt aufpropfen, aber hier versuchte Bundesratte bereits auch, Dir das irgendwie verständlich zu machen.

    Wenn Du Dir jetzt die ganzen Perversitäten der katholischen Religion einmal ein bisschen so durch den Kopf gehen lässt, dann wäre das letzte, was ich behaupten würde dieses:
    “Ich bin Atheist, aber ich fordere von niemanden, religiöse Symbole vor mir zu verstecken, dies würde ich in der Tat als “pervers” empfinden, deshalb fühle ich mich von seinen Worten nicht angesprochen und kann mich ihnen sogar anschließen. Und Ihr?”
    Erstens gibt es hier keine Forderung, irgendetwas zu verstecken. Religion ist in einem SÄKULARISIERTEN Staat Privatsache und gehört deshalb nicht als Symbol in Klassenzimmer staatlicher Schulen, es ghört nicht ins Rathaus und nicht an die Straßenecke. Zweitens ist die Forderung, dass Religion Privatsache ist, NICHT pervers sondern steht im Grundgesetz. Und Drittens: welcher Meinung kannst Du Dich anschließen – dem Nazivergleich?

  10. #10 H.M.Voynich
    11/17/2009

    @Andrea:
    Ein Blumenstrauß in einer Vase ist auch Privatsache. Wir reden aneinander vorbei.
    Wenn das christliche Kreuz für Dich ein Symbol der Grausamkeit ist, oder die Hostie eine Perversion, dann kannst Du das so sehen. Aber toleriere bitte, daß Deine Sichtweise nicht zwingend ist, auch nicht für Atheisten.

  11. #11 Bundesratte
    11/17/2009

    Contra principia negantem disputari non potest.

    Was stellt dieses Bild dar:
    http://www.st-nikolaus-kiel.de/liebbilder/Kruzifix_1.JPG

    [ ] einen Blumenstrauß
    [ ] einen an ein Lattenkreuz genagelten sterbenden jungen Mann
    [ ] ein Brot

    So lange wir da unterschiedliche Dinge sehen, hat eine weitere Diskussion für mich keinen Sinn.

    Bundesratte

  12. #12 Thomas J
    11/17/2009

    @bundesratte

    Ein Gläubiger sieht da die Erlösung (behaupte ich jetzt mal stellvertretend, weil eh keine Gläubige hier mitlesen…)

  13. #13 H.M.Voynich
    11/17/2009

    @Bundesratte:
    Ich frage trotzdem mal: wo gefunden? In einer Kirche?
    Zum Vergleich – sowas hier muß ich mir (derzeit wieder jeden Tag) auf einem öffentlichen Platz ansehen (Vorsicht, Bild könnte schockieren!):
    http://echostains.files.wordpress.com/2008/12/body20worlds20142.jpg

  14. #14 Andrea N.D.
    11/18/2009

    @H.M.Voynich:
    Belege einen Kurs über Symbolik und dann versuche noch einmal eine Diskussion darüber, inwiefern eine Vase dem “an ein Lattenkreuz genagelten sterbenden jungen Mann” ähnlich ist. Und inwiefern Bilder von Buchenwald einem religiösen Symbol ähnlich sind. Und inwiefern Religion/Religionssymbolik per diktatorischem Mehrheitsbeschluss zwanghaft durchgesetzt werden muss (das nennt man dann Theokratie, kann man sehr schön im Iran beobachten, hat aber mit Demokratie kaum etwas zu tun). Solltest Du irgendwann die kleinen aber feinen Unterschiede verstanden haben, können wir ja weiter diskutieren. Und Deine Ablenkungsmanöver kannst Du Dir sparen, wir haben mit dem anderen schon genug zu tun. Hilfreich wäre für Dich vielleicht der Film “Das Leben des Brian” und hier im Speziellen die Sandale. Anhand der Sandale kannst Du schön sehen, wie verkrampft manch religiöse Symbolik sein kann.
    Du hast Atheisten als pervers bezeichnet. Dagegen wehre ich mich. Du hast leider diesen Absatz komplett übergangen, deshalb hier noch einmal:
    Wenn Du Dir jetzt die ganzen Perversitäten der katholischen Religion einmal ein bisschen so durch den Kopf gehen lässt, dann wäre das letzte, was ich behaupten würde dieses:
    “Ich bin Atheist, aber ich fordere von niemanden, religiöse Symbole vor mir zu verstecken, dies würde ich in der Tat als “pervers” empfinden, deshalb fühle ich mich von seinen Worten nicht angesprochen und kann mich ihnen sogar anschließen. Und Ihr?”
    Erstens gibt es hier keine Forderung, irgendetwas zu verstecken. Religion ist in einem SÄKULARISIERTEN Staat Privatsache und gehört deshalb nicht als Symbol in Klassenzimmer staatlicher Schulen, es ghört nicht ins Rathaus und nicht an die Straßenecke. Zweitens ist die Forderung, dass Religion Privatsache ist, NICHT pervers sondern steht im Grundgesetz. Und Drittens: welcher Meinung kannst Du Dich anschließen – dem Nazivergleich?

    @all:
    Das positive Urteil beim Europäischen Gerichtshof der Italienerin, die einen Altar in einer Schule verboten wissen wollte, hatte eine Arbeitskollegin von mir sehr erbost. So nach dem Motto, ist doch “pervers”, wenn wir unsere Leichen “verstecken” müssen. Da hat mich die arbiträre Entstehungsgeschichte dieser Symbolik doch ein bisschen interessiert und ich habe herausgefunden, dass das Kreuz erst seit ungefähr 500 Jahren NACH der Hinrichtung zum Symbol erkoren wurde (die Sandalenmode hätte sich in diesem Zeitrahmen unzweifelhaft sehr geändert). Das fand ich wirklich erstaunlich. Na ja, wenn es so spät eingeführt wurde, kann es doch eigentlich heute kein Problem mehr sein, den Unsinn endlich zu lassen?!?

  15. #15 H.M.Voynich
    11/19/2009

    @Andrea:
    Kein Problem, ich denke andauernd darüber nach, inwiefern dies mit jenem ähnlich ist, und ich werde das auch weiterhin tun, gern auch über die Dinge, zu denen Du mich aufforderst. Denkst Du im Gegenzug mal so zum Beispiel über den Vergleich von Christen mit Kannibalen nach? – “Solltest Du irgendwann die kleinen aber feinen Unterschiede verstanden haben, können wir ja weiter diskutieren.”
    Aber mal im ernst – was willst Du mir damit sagen, wie “verkrampft” religiöse Symbole sein können? Dem Zusammenhang kann ich nicht folgen. Muß wohl mal wieder Otternasen knabbern.

    “Du hast Atheisten als pervers bezeichnet. Dagegen wehre ich mich.”
    Nein. Gegen so eine Unterstellung wehre ich mich. Nebenbei hätte mich das auch selbst mit einbezogen.
    Josef Pröll bezeichnete es (die Handlung, nicht den Handler) als pervers, aus dem Grundrecht auf Religionsfreiheit das individuelle Recht abzuleiten, im öffentlichen Raum von den Privatsachen anderer Leute verschont zu bleiben (wenn ich das anhand Deiner Aussage “Religion=Privatsache” mal so über die Religion hinaus extrapolieren darf – vielleicht wird dann deutlich, daß es hier um mehr geht als nur um die verkrampften Symbole anachronistischer Leute). Dies wäre eine Verdrehung (auf lateinisch “perversio”) des Begriffs der Freiheit. Dem habe ich mich angeschlossen – nicht dem Nazivergleich von Meisner (zu dem habe ich weiter oben schon kommentiert).

    Ein religiöses Symbol ist doch fast nie einfach nur “ein religiöses Symbol”. Es ist Bestandteil von Kultur, Kunst, Folklore, für manche sogar von “Heimat”. Tief eingebettet in die Geschichte, und nicht nur in deren hässliche Seiten. Die Katholische Kirche zum Beispiel auf ihre verübten Grausamkeiten zu reduzieren ist nicht legitim. Mit dem selben Recht könnte die Gegenseite sie auf Mutter Teresa reduzieren. Den “falschen Schotten” benutzen beide.

    Wenn es ein Recht gäbe, “im öffentlichen Raum vom Anblick religiöser Symbole befreit zu sein” – was passiert dann mit dem Deutschen Roten Kreuz? Und überhaupt: dürfte es dann Plakatwerbung geben, die sich für den Atheismus stark macht? Nein, diese wäre dann gesetzlich verboten! Weil sie “Privatsache” ist. Und was passiert, wenn eine Religion das gleichseitige Dreieck zu ihrem Symbol erklärt?

    Ich sehe ein, meine Sichtweise nicht sonderlich geschickt dargelegt zu haben, denn offenbar ist bei Dir nur eine schlechte Karikatur davon angekommen. Womöglich unterscheiden sich unser beider Standpunkte im Wesentlichen nur dadurch, daß ich gegen Religion keinen Groll hege. Sie ist für mich eine Privatsache wie jede andere Privatsache auch. Der Ohrring des Polizisten. Das Lieblingsgericht des Bundeskanzlers. Die sexuelle Orientierung des Bürgermeisters.
    Warum sollte man eine Schule nach Astrid Lindgren benennen dürfen, nicht aber nach Anjezë Gonxhe Bojaxhiu (Mutter Teresa)?

  16. #16 Andrea N.D.
    11/19/2009

    @H.M.Voynich:
    Ich verweise auf Bundesrattes multiple choice.
    Für Dich ist das Lieblingsessen des Kanzlers dasselbe wie eine am Kreuz hängende Leiche – symbolisiert – im Klassenzimmer? Na ja … das hatten wir schon. Und wenn die sexuellen Vorlieben pädophil sind, würde ich schon etwas unternehmen.Und: ich wusste gar nicht, dass das Rote Kreuz etwas Religiöses symbolisiert.

    Den Rest hast Du jetzt sehr gut dargelegt, ich habe Deinen Standpunkt verstanden und kann ihn nachvollziehen. Aber wenn Religion doch angeblich Privatsache ist, wie kommt’s dass Kinder bereits in der Grundschule zu 3 (!) Stunden Religionsunterricht gezwungen werden? Selbstverständlich gibt es (wenn es durchführbar ist) Ethikunterricht. Aber wenn Religion Privatsache ist, wieso müssen die Kinder, die religiös erzogen werden sollen, diesem nicht nachmittags nachgehen, wie beispielsweise Sport oder das Erlernen eines Musikinstruments? Wieso werden alle Kinder gezwungen, dies in einer staatlichen Schule zu tun? Findest Du wirklich, dass Religion dann Privatsache ist?
    Wenn das “Verstecken” wirklich so pervers ist, wieso wird dann allerorts von Christen der Bau von Moscheen bekämpft? Ist das “Verstecken” hier vielleicht nur pervers, wenn es um christliche Symbole geht? Und kann man daraus schließen, dass es vielleicht die Religionsfreiheit in unserem säkularisiertem Staat gar nicht gibt? Sondern eine “Mehrheitsreligion”, die den Minderheiten aufoktroyiert wird? Sollten wir hier über dieses Stadium nicht schon hinaus gekommen sein?

  17. #17 H.M.Voynich
    11/19/2009

    @Andrea N.D.:
    Gegen den mit staatlichen Mitteln erzwungen Religionsunterricht habe ich mich bereits oben (und an anderen Stellen) ausgesprochen. Dieser ist für mich ein ernsthaftes Problem, weit mehr als das Kreuz im Klassenzimmer.

    “Wenn das “Verstecken” wirklich so pervers ist, wieso wird dann allerorts von Christen der Bau von Moscheen bekämpft? Ist das “Verstecken” hier vielleicht nur pervers, wenn es um christliche Symbole geht?”
    Ich stehe eben gerade nicht auf der Seite von Christen (oder anderen Leuten), die den Bau von Moscheen (oder anderen Gebäuden) bekämpfen. Ich dachte eigentlich, zumindest das wäre deutlich geworden.

    Bundesrattes multiple choice:
    Man kann fordern, religiöse Symbole aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, weil sie Privatsache sind. Oder weil sie religiös sind. Oder weil sie Grausamkeit darstellen (sofern sie das betrifft). Das sind drei völlig unterschiedliche Begründungen für die (scheinbar) selbe Forderung, die man separat diskutieren sollte. Doch sobald ich auf eins davon eingehe, flutscht die Diskussion wie ein Stück nasse Seife zum anderen. So bringt das nix.

    Zum Roten Kreuz: betrachte es zusammen mit dem Roten Halbmond und dem Roten Davidstern, und dann versuch mal jemandem darzulegen, Religion hätte damit überhaupt nichts zu tun.

    (Nebenbei, Pädophilie ist streng genommen keine sexuelle Orientierung, sondern eine Sexualpräferenz, gegen die man (ebenso wie gegen ersteres) nicht wirklich etwas unternehmen kann, und die ohne daraus folgende Handlungen natürlich auch straffrei bleibt. Ob ein unter Pädophilie leidender Mensch Bürgermeister werden darf ist eine Frage, die ich beim besten Willen nicht beantworten kann oder will.)

  18. #18 mein echtes ich
    12/26/2009

    Leider sind die echten Gläubiger in allen Religionen nur die kleinen menschen die es nie schafen werden so weit zu kommen wie zb Meisner, weil Sie dann sehr viele sünden die in den Büchern stehen begehen müssen.

  19. #19 Thomas J
    12/26/2009

    @mein echtes ich

    hä? bin ich noch trunken vom Festtagsmahl? Können Sie mir erklären, was Sie damit meinen?

  20. #20 mein echtes ich
    12/28/2009

    Leider ist Deutsch nicht meine Muttersprache, ich versuche es troztdem:-)
    Bei vielen Reliegionen (leider bei unsere Christliche auch) ist der vergleich mit der Politik so offensichtlich das es mich traurig macht.
    Es gibt nur vereinzelte gute Seelen die das aus voller überzeugung und liebe machen, die aber niemals weiter kommen weil Ihnen Hochmut( im negativem sinne), Ignoranz Selbstbeherlihung usw.. fehlt.
    Wann mann sich vorstellt das eine Kutte eines Kardinals 10- 15 Tausend € kostet und per Hand bestickt wird, das das Ganze Steur Geld direkt den Watikan zu verfügung gestellt wird und die Kommunen allein durch Spendegelder finanziert werden….ach
    Und wo bleibt da die Bescheidenheit Gottes die Menschenliebe das alle Menschen gleich sind ( so wohl sie keine verbrecher sind) usw

    Ich möchte damit niemanden verletzen oder angreifen, das ist lediglich meine eigene Meinung.

  21. #21 Flug
    12/30/2009

    ich kann “mein echtes ich” nur zustimmen! Wo bleibt bitte die BESCHEIDENHEIT! Auch in den Äußerungen. Das hat für mich alles nichts mehr mit dem Gott zu tun an den ich glaube! Die Kirche und auch die Vertreter der Kirche behandeln uns als wären wir ungebildet und auf dem Wissenstand der vor 150 Jahren aktuell war! Mit solchen Reden und dem sonstigen Verhalten treiben sie nur immer mehr Menschen von ihrer Gemeinde weg! Ich zahle nur noch Kirchesteuern weil ich in einem katholischen Haus arbeite…

  22. #22 Thomas J
    12/31/2009

    @Flug

    “Ich zahle nur noch Kirchesteuern weil ich in einem katholischen Haus arbeite…”

    Selbst schuld 🙂