Manchmal höre oder lese ich etwas und denke, ich muss mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter gereist sein. Das kann doch nicht sein, dass das normal ist. Wenn die Cheflobbyisten der großen deutschen Kirchen-Unternehmen bei der Klausurtagung der Regierungspartei auftreten, scheint das super zu sein. Wenn ein Bildungsministerium einen Bibelwettbewerb veranstaltet, scheint das super zu sein.

Genau, richtig, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet einen Bibelwettbewerb (PDF). Ich wüsste jetzt zwar nichts, was weniger mit Bildung zu tun haben könnte als Religion, aber scheinbar ist das ok. Holt mich aus diesem Paralleluniversum!
Schirmherr ist der Bildungsminister (!) von MeckPomm, Henry Tesch, und er schreibt als Grußwort zum fünften Schülerwettbewerb dieser Art

Wenn Ihr die Bibel zur Hand nehmt und in ihr lest, erfahrt ihr viel über den Ursprung unseres Verhaltens, unerer [sic] Gewohnheiten und unseres Lebensablaufes. Ihr werdet merken, wie spannend es ist zu erfahren, wie stark die Bibel unser menschliches Denken und Handeln, unsere Sprache und unser Recht, unsere Wissenschaft und unsere Kunst geprägt hat. Deshalb lasst Euch einladen über die gestellten Themen nachzudenken und sie nach Euren Vorstellungen in einen Beitrag umzusetzen. Ich jedenfalls wünsche Euch hierbei sehr viele gute Ideen und viel Freude bei der Gestaltung der Beiträge.

Ok, wir sind kulturell christlich geprägt.
Aber ja, ich schlage vor dass ein ein paar Schüler sich mal ansehen, wie das Sammeln vor Vorhäuten unser menschliches Denken geprägt hat. Und wie das Vorbild des sadistischen, rassistischen, eifersüchtigen mordenden Gottes des Alten Testamentes entscheidend die Entwicklung der Relativitätstheorie geprägt hat. Hey, und es finden sich sicher auch Beispiele für den Umgang mit anderen Völkern, kann man ja mal untersuchen wie das unseren miesen Umgang mit Ausländern und Asylbewerbern geprägt hat.
Sehr interessant wäre auch zu erfahren, wie ein Bildungsminister zu so etwas kommt. Steht das auch in der Bibel? Überlegt es euch, die Themengebiete sind ja sehr beliebig gesteckt, z.B.:
Themenbereich 1: Beginn des Lebens. Schöpfung erleben.

Ok, nochmal zum Genießen: Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet einen Wettbewerb, in dem Schüler die Bibel lesen sollen und Aufsätze über die Schöpfung verfassen sollen.

Liebes Discovery Institute, eure Versuche “Intelligent Design” als Wissenschaft in den Klassenraum zu bringen sind ja ganz nett. Aber schaut mal nach Deutschland, da lernt ihr wie Religions-Lobbyismus wirklich funktioniert.

(via gbs Köln-Bonn-Düsseldorf)

Kommentare (45)

  1. #1 GeMa
    01/14/2010

    Es ist doch fraglich, wie lange sich die Mär von der Bildungsoffensive noch halten wird. Daher ist es sicher nur klug, schon mal überall ausreichend Opium anzubieten.

  2. #2 Christian Reinboth
    01/14/2010

    Verstehe den Grund für Deinen Ärger nicht – am Text von Tesch ist doch im Grunde nichts auszusetzen. Die Bibel hat unsere Gesellschaft geprägt? Korrekt. Die Bibel hat Rechtssystem, Wissenschaft und Kunst beeinflusst? Korrekt – gerade Entwicklungen im kunsthistorischen Bereich kann man ohne Kenntnis des biblischen Backgrounds kaum nachvollziehen. Die Bibel hat auch die Entwicklung der Sprache beeinflusst? Korrekt – und nicht nur unsere. Wenn ich da ans Englische und an Wyclif denke… (oder an die Bedeutung der Gutenberg-Bibel für die Entwicklung der deutschen Sprache) Vor diesem Hintergrund macht es doch Sinn, wenn Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik befassen.

    Inwiefern das nun eine “Rückkehr ins Mittelalter” sein soll, erschließt sich mir beim besten Willen nicht – und auch von der Kreationismus-Lobbyarbeit a la “Discovery Institute” ist es doch noch meilenweit entfernt, wenn darauf hingewiesen wird, dass das Lesen biblischer Texte Einsichten in die Entwicklung von Rechtssprechung oder Kunst vermitteln kann. Der Einladungstext von Tesch ist doch eigentlich so harmlos, dass die Gumby-Quotebox damit ja schon fast entwertet werden…

  3. #3 klauszwingenberger
    01/14/2010

    Der Minister hätte sich kürzer fassen können: Wenn Ihr die Bibel zur Hand nehmt, lest Ihr eine treffliche Sittengeschichte des vorderen Orients. Das wäre sogar richtiger gewesen. Vemutlich will er aber auf etwas anderes hinaus.

  4. #4 Micha
    01/14/2010

    Klasse Idee!
    Insbesondere die Möglichkeit, auch Videoclips, Animationen und Cartoons einzureichen finde ich wirklich herrlich.
    Da können sich doch jugendliche Fans von martialischem Horrorkram so richtig austoben. Als Inspirationshilfe empfehle ich folgende Webseite:
    http://www.skepticsannotatedbible.com/index.htm

    Dort sind die “schönsten” Geschichten aus der Bibel nach Themengebieten sortiert:
    z.B.
    Cruelty and Violence (über 1100 Einträge)
    Sex (über 200 Einträge)
    Intolerance (“nur” 655 Einträge)
    Injustice (über 1200 Einträge)
    etc.

    Einige dieser Stories kann man sicher sehr schön plastisch darstellen …

  5. #5 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Christian:
    Soll die Bibel jetzt nur noch als “Bibelgeschichte” betrachtet werden? Und der einzige Grund, warum die Bibel so ausführlich als “Bibelgeschichte” betrachtet wird, ist der, dass uns der Hauptaktuer der Bibel, das Christentum (wenn ich das einmal so formulieren darf) in unserer Geschichte sehr lange “beschäftigt” hat. Dann kann man aber durchaus, wie Jörg es tut, auch auf die hässliche geschichtliche Seite hinweisen, die gehört nämlich auch dazu. Und dann könnte der Islam quasi als geschichtliche Parallelbetrachtung in unser Bildungswesen einfließen, ein Koranwettbewerb, sobald Buddhismus, Hinduismus und Lamaismus abgehandelt sind.
    Meinst Du nicht, dass auch die Kreationisten einmal klein angefangen haben? Beispielsweise mit Bibelwettbewerben? Mir würden spontan mindestens 10 Bücher einfallen, deren Inhalt keinen Aufruf zum Völkermord und keine geplanten Vergewaltigungen enthalten und deren Beschäftigung weitaus sinnvoller wären.
    Also, ganz ehrlich, ich habe für Deinen Kommentar kein Verständnis.

  6. #6 Jörg
    01/14/2010

    @Christian: Naja eigentlich müsste man einen speziellen CDU-Gumby entwickeln. Ist auch klar, dass die CDU Bibel lesen als Bildung verkaufen will, ansonsten bildet sich sich ja ihre Wählerschaft weg.

    @Micha: Super Quelle. Da können da die Schüler, die nicht glauben auch einen schönen Aufsatz verfassen wie schön diskriminiert sie es finden wenn Bibel lesen und an Schöpfung glauben als Bildung verkauft wird.
    5:18 We know that whosoever is born of God sinneth not; but he that is begotten of God keepeth himself, and that wicked one toucheth him not.
    5:19 And we know that we are of God, and the whole world lieth in wickedness.

    @Andrea: Tja, so ist sie halt, die kindlich naive, aber ordentlich diskriminierende, Weltsicht der CDUler.

  7. #7 GeMa
    01/14/2010

    Wenn Ihr die Bibel zur Hand nehmt und in ihr lest, erfahrt ihr viel über den Ursprung unseres Verhaltens, unerer [sic] Gewohnheiten und unseres Lebensablaufes.

    Vlt. habe ich es nur falsch verstanden. Der Minister möchte, dass die Schüler erkennen, dass bestimmte Verhaltensweisen/Promlemlösungsstrategien falsch sind und die Bibel, respektive christliche/religiöse Erziehung Ursache ist, dass falsche Verhaltensweisen/Problemlösungsstrategien immer noch verbreitet sind?

  8. #8 Christian Reinboth
    01/14/2010

    @Jörg: Schönes ad hominem aber leider kein sachlicher Konter. Nochmal: Tesch sagt doch im Prinzip nichts anderes, als das beispielsweise Rechtssystem oder Kunst in nicht unerheblicher Weise auch von religiösem Gedankengut geprägt wurden, weshalb es Schülern zu interessanten Einsichten verhelfen könnte, sich mit dem entsprechenden kulturell-religiösen Background zu befassen. Ich halte das prinzipiell für nicht verkehrt. Wenn die einzige Antwort darauf in einem “wer in der CDU ist, ist halt dämlich” besteht, finde ich das ein bisschen dünn.

  9. #9 Marek
    01/14/2010

    @Christian

    Die Bibel hat unsere Gesellschaft geprägt? … Die Bibel hat Rechtssystem, Wissenschaft und Kunst beeinflusst? Die Bibel hat auch die Entwicklung der Sprache beeinflusst? Korrekt

    Bei ca. 1.600-jähriger Hegemonie des Christentums ist es doch nicht verwunderlich, dass dessen Standardwerk auch die Menschen in allen Bereichen beeinflusst hat. Diese Feststellung ist einfach nur billig und sagt nichts über die Qualität der Bibel und des Christentums aus.
    Ich vermute – wie wahrscheinlich auch Jörg -, dass hier völlig unkritisch selektives Bibellesen veranstaltet wird, um Kindern den Glauben einzupflanzen, dieses antiquierte Märchenbuch sei auch heutzutage noch das Maß aller Bücher.

  10. #10 Thomas J
    01/14/2010

    @GeMa

    Das versteh ich genauso und finde es darum höchst bedenklich, kann man sich eigentlich nurnoch an die Birne fassen…

    @Christian Reinboth

    Ich finde Jörg hat shcon recht hier, der werte Herr Bildungsminister hat sicher nicht die gleichen netten Gedanken, wie du gerade formuliert hast, oder?

  11. #11 Astrotux
    01/14/2010

    @Christian:

    5. MOSE 21,18
    18Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will,
    19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes
    20und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold.
    21So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.

    Ist doch Klasse für die Kids, da wissen sie wenigstens was sie in einer “Christlichen” Welt erwartet. Dieser Biblische Text ist so richtig schön kulturbildend, gelle Herr Reinboth. Ich durfte das sogar als Kind am eigenen Leib in den 60’er erfahren.
    Bitte das Mittagessen im Magen lassen.

  12. #12 isnochys
    01/14/2010

    *facepalm*

  13. #13 Gerhild
    01/14/2010

    Gerade unser Rechtswesen ist im wesentlichen nicht (mehr) kirchlich geprägt, der christliche Beitrag waren Gottesurteile und Inquisitionsverfahren (mit all diesen netten Aspekten wie “schuldig, außer das Gegenteil kann bewiesen werden”, Ankläger und Richter ist ein und dieselbe Person, Angeklagter hat kein Recht auf Beistand, Akteneinsicht oder Berufung).
    Das, was heute unser Rechtsstandard ist, sind die nicht-christliche Beiträge des römischen Rechts auf der einen Seite und des germanischen Gericht, das seine Erben im Geschworenenwesen noch immer stolz herzeigen darf.
    Klar, die Bibel hat die Wissenschaft geprägt, aber dafür darf sich die Kirche noch mindestens 2000 weitere Jahre schämen, und der Einfluss auf die Kunst war wenigstens so schwach, dass das Abbildverbot schon ein paar 100 Jahre nach Christus fiel, und sich inzwischen nur mehr auf die mittleren Körperregionen beschränkt. Jaha, all die Kirchen und Madonnen und Gemälde in der Sixtinischen Kapelle? Welch noch größere Meisterwerke wären das geworden, wenn sie nicht im Biblischen Korsett gesteckt wären… Obwohl ich die Inspiration des Widerspruchs und das Ausreizen von Grenzen durchaus als künstlerischen Ansporn sehe, aber ein paar sture Mäzenaten hätte es sicher immer gegeben.

    Im Grunde halte auch ich ein Bibelquiz für gar nicht schlecht, um den kritischen Geist zu wecken. Die meisten Christen kennen das *interessante* Fundament, auf dem ihr Glaube steht, ja überhaupt nicht.

  14. #14 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Christian Reinboth:
    Ich hasse es, diesen Vergleich bemühen zu müssen, aber prägen die Herrschenden nicht generell die Kultur? Muss ich das Parteibuch/-konzept einer gewissen Partei kennen, um die Bauten am Königsplatz in München anzusehen? (abgesehen davon, dass ich in diesem Fall die Kenntnis des Parteiprogrammes dringend anrate, aber dies aus anderen Gründen). Hast Du Dich schon einmal intensiv mit der religiösen und politischen Geschichte der ägyptischen Herrscher befasst, oder kennst Du vor allem die Kultur, die Pyramiden?
    ” Tesch sagt doch im Prinzip nichts anderes, als das beispielsweise Rechtssystem oder Kunst in nicht unerheblicher Weise auch von religiösem Gedankengut geprägt wurden, weshalb es Schülern zu interessanten Einsichten verhelfen könnte, sich mit dem entsprechenden kulturell-religiösen Background zu befassen. Ich halte das prinzipiell für nicht verkehrt.”
    Würde es da nicht ausreichen, sich die “geprägte” Kunst und das “geprägte” Rechtssystem (was so nicht stimmt, darauf wurde bereits hingewiesen; wir hatten lange römisches Recht und dann das ALG, das beispielsweise im Scheidungsrecht progressiver war als das BGB; aber das hatte politische Gründe, wie auch die ständigen Einmischungsversuchen durch die Kirche) anzugucken, wie bisher auch?
    Ich finde Deine “Argumentation” verschleiert, genauso wie die des Bildungsministers, die wahren Absichten: Rekrutierung von Jüngern.
    Und genau deshalb halte ich Euer Vorgehen auch so für verwerflich. Anstatt zu unseren Kindern zu sagen, hey, wir wollen mehr Glaubende, kommt zu uns (was glücklicherweise gesetzlich nicht erlaubt ist), wird ständig hinten herum mit dem “C” in der Partei herumgemacht (was leider erlaubt ist, das ist mir immer noch ein Rätsel).

    Übrigens gibt es ein sehr gutes Konzept, wo die Geschichte der Christenheit gelehrt wird. Und weil sich in diesem Konzept nicht hinter irgendwelchen dünnen Ausreden (Kultur, Kunst, Recht, Europa) versteckt wird, kommen dort auch die anderen Religionen vor. Dieses Konzept heißt ETHIK, ist ein Schulfach und lehrt beispielsweise in der 7. Klasse den Islam. Und was ich noch für viel wichtiger halte: Zwei Drittel des Lehrplanes bestehen aus “Konfliktverhalten”. Da tut sich der katholische Religionsunterricht sehr sehr schwer dagegenzuhalten. Und wenn sich die Schüler das Konfliktverhalten aus der Bibel abgucken, dann wundern micht Gewalttätigkeiten auf dem Schulhof, ehrlich gesagt, auch nicht mehr.

    Ich schätze viele Deiner anderen Beiträge und kann Deine “verbohrte” und teilweise extrem naive “Verteidigungshaltung” der Kirche gegenüber nicht nachvollziehen. Stelle Dir doch einfach einmal vor, Dein Kind werde in einen Islamunterricht gezwungen, weil das plötzlich irgendjemand für angebracht hält (wenn es ein Minister ist, um so schlimmer). Würde Dir das gefallen? Na ja, verglichen mit dem Alten Testament ist der Koran sogar vergleichsweise “harmlos”. Dort wird dann Dein Kind so lebensentscheidende Dinge erfahren, wie, wie viele verschiedene Pantoffel Muhammad besaß.

  15. #15 Ronny
    01/14/2010

    @Gerhild, Andrea
    Tja, bin wieder zu spät, wollte gerade dasselbe sagen.

    Obwohl ich mit der direkten und oft unnötig provokativen Art von Jörg auch Probleme habe, muss ich ihm hier zustimmen.

    Christian hätte Recht wenns der Grundtenor der Veranstaltung wäre sich kritisch mit Religion und ihren Einfluss auf die Kultur auseinanderzusetzen. Es sieht aber eher nach einem Versuch aus, den Kindern das Ganze als Wahrheit reinzudrücken.

    Ich frage mich gerade, was für mich die wesentlichsten Errungenschaften unserer Kultur sind ?

    Mir fallen da spontan ein:
    Demokratie, Menscherechte, Aufklärung und Gleichheit vor dem Gesetz.

    Also in Punkto Demokratie kann die Religion mit ihrem despotischen Ansatz nicht wirklich mitgewirkt haben. Zum Thema Menschrechte fällt mir nur ein, dass nur der Vatikan die europäische Menschenrechtscharta nicht unterschrieben hat. Die Aufklärung wurde konsequent behindert. Gleichheit vor dem Gesetz könnte man noch von Jesus ableiten, aber da sind die Wurzeln doch auch eher in der Aufklärung zu suchen. Also, was hat die Religion beigetragen ? Heiligenbilder ? Große Gebäude ?

  16. #16 Christian Reinboth
    01/14/2010

    @Andrea: Ohne jetzt im Detail auf alle Deine Punkte eingehen zu können (die nächste Besprechung wartet schon), nur kurz eine Antwort zu dieser Frage:

    Hast Du Dich schon einmal intensiv mit der religiösen und politischen Geschichte der ägyptischen Herrscher befasst, oder kennst Du vor allem die Kultur, die Pyramiden?

    In dem Fall würde ich tatsächlich sagen: Ja, wer sich in einer gewissen Tiefe mit den Pyramiden beschäftigen möchte, wird sich auch mit den religiösen Vorstellungen der Ägypter und den politischen Machtverhältnissen am Nil auseinandersetzen müssen. Oder etwa nicht? Dass ich den Königsplatz besuchen kann, ohne mich vorher mit bayerischer Landespolitik auseinanderzusetzten steht doch auf einem ganz anderen Blatt. Aber sich wirklich vernünftig mit den Pyramiden befassen ohne z.B. die Jenseits-Vorstellungen der Pharaonen zu betrachten?

  17. #17 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Christian:
    Bist Du wirklich der Meinung, ich müsste das Parteiprogramm der NSDAP kennen, um den Königsplatz anzusehen? Ich bin nicht dieser Meinung, weil ich mich dann zunächst mit der braunen Architektur beschäftigen würde. Dann würde ich mich oberflächlich mit der Zeit um die Erbauung beschäftigen – und das wäre absolut ausreichend, um das “Kulturereignis” Königsplatz, das heute sehr interessante Museen beherbergt, zu betrachten. Er ging ja um den Zusammenhang, wie die Herrschenden die Kultur geprägt haben und ob ein Bibelwettbewerb veranstaltet werden muss, um diese Kultur unseren Kindern näher zubringen (hier voraussgesetzt ist das Faktum, dass die christliche Kirche lange Zeit zu den Herrschenden gehörte).

    Die Jenseitsvorstellungen der Pharaonen kann ich in zwei Sätzen als Information bei der Geschichte der Ägypter den Kindern mitgeben. Dazu muss ich keinen Pharaonenjenseitsvorstellungswettbewerb organisieren.

    Wenn es mit den Pyramiden oder dem Königsplatz Probleme gibt, streich die Beispiele. Wesentlich sind die getätigten Aussagen, kein Herausgreifen von Details in einem langen Kommentar.

  18. #18 georg
    01/14/2010

    @Christian Reinboth
    Dass es hierbei nicht darum geht, Einsichten über historische Hintergründe zu vermitteln, wird schon an der Beliebigkeit der Themen deutlich. Es gibt wohl kaum etwas, dass man da nicht unterbringen könnte. Es kommt ja nur darauf an, das irgendwie mit der Bibel zu verknüpfen. Mit Bildung hat das nicht viel zu tun. Offensichtlich ist es das Ziei dieses “Bildungs”ministers Schüler an die Bibel, die Offenbarung der wahren Religion, heranzuführen. Das hat schon einen touch von Mittelalter.

  19. #19 4cc9
    01/14/2010

  20. #20 georg
    01/14/2010

    Es ist ja auch historische Tradition, dass der Landesvater dafür Sorge trägt, dass den Landeskindern die Landesreligion nahegebracht wird.

  21. #21 Christian Reinboth
    01/14/2010

    @Andrea:

    Bist Du wirklich der Meinung, ich müsste das Parteiprogramm der NSDAP kennen, um den Königsplatz anzusehen?

    Bin ich nicht. Hatte ich doch aber auch so geschrieben.

  22. #22 Anne
    01/14/2010

    @Christian Reinboth

    “Die Bibel hat unsere Gesellschaft geprägt? Korrekt. Die Bibel hat Rechtssystem, Wissenschaft und Kunst beeinflusst?”

    Ich denke daran ist die Bibel nun wirklich nicht schuld. Unsere Kultur, Gesellschaft, Rechtssystem, Wissenschaft und Kunst hat ihren Ursprung weiß Gott nicht in der Bibel. Wer meint Kindern den Ursprung dies allen näher bringen zu wollen, der lese mal über Solon, Platon, Aristoteles und andere Griechen nach. Da liegen die Ursprünge und Wurzeln der gesamten westlichen Gesellschaft! Die Bibel hat damit nichts zu tun.

  23. #23 H.M.Voynich
    01/14/2010

    “wie stark die Bibel […] unsere Wissenschaft […] geprägt hat.”
    Da würde mich dann doch mal ein Beispiel interessieren.
    Also – ein positives. Negative kenne ich zur Genüge.

  24. #24 Steffen Schnitzer
    01/14/2010

    Ich finde es immerwieder laecherlich, wenn irgendwelche Bibelstellen herausgenommen werden, um zu demonstrieren wie schrecklich die Bibel doch ist. Die Bibel an sich ist ein Buch das sich ueber Jahrhunderte entwickelt hat und von so grossem Umfang und Diversitaet ist, dass man einfach keine pauschale Wertung treffen kann.

    Dass die Bibel grosse Teile unserer Kultur gepraegt hat, kann man kaum bestreiten. Dass sieht man schon daran, dass sie selbst in solchen Blogs hier immer riesige Diskussionen aufwirft. Wer heute die Verhaeltnisse und Vorgaenge in der Welt verstehen will, der muss kulturelle und Geschichtliche Hintergruende kennen und kommt dabei Zwangslaeufig nicht an der Bibel vorbei, die mit der Schoepfungsgeschichte zum Beispiel etwas beeinhaltet, das mehrere Weltreligionen beeinflusst hat und immernoch beeinflusst. Wer sich mit den religioesen Schriften, die seit über 3000 Jahren die Menschen beeinflusst nicht ein wenig auskennt, hat keine Ahnung was heute in unserer Gesellschaft passiert. Das alles spricht fuer eine Auseinandersetzung mit der Bibel.

    Was aber Jörgs Kritkpunkt ist, ist wohl die Art des Umgangs und wohl auch die christlichen Traeger dieses Wettbewerbs. Allerdings sind es doch die christlichen Kirchen, die das heutige Bild der Bibel in der Gesellschaft zeichnen. In keiner Kirche und keinem Religionsunterricht wird irgendjemand behaupten man solle sich an irgendwelche Mord und Totschlags Aufforderungen in der Bibel halten. Darum sind diese Argumente mit Zitaten aus dem alten Testament einfach nur stupide. Gerade der falsche Umgang mit der Bibel ist doch der gefaehrliche.

    Die Bibel beeinflusst seit einer Ewigkeit die Menschen, also gehoert es zur Bildung dazu, sich damit auseinander zu setzen. “Juenger” werden durch so einen Wettbewerb sicher keine gewonnen. Die Beziehung der Schueler zur Religion wird durch ihre Umwelt gepraegt. Eine Auseinandersetzung mit der Bibel in der Schule, in der eben auch andere Meinungen vorhanden sind, finde ich daher richtig. Erst durch Auseinandersetzung mit dem Thema kann man doch sein eigenes Meinungsbild entwickeln. Wer immer nur eine Seite hört (Bibel = Wort Gottes; Bibel = Maerchen/Geschichtsbuch; Bibel = boese) kann das nicht.

    Die Auseinandersetzung mit der Bibel zu fördern halte ich fuer eine sehr gute Idee. Dass man dabei christliche Institutionen bemueht ist kritisierbar, diese liefern heute meiner Meinung nach aber keine schlechte Variante einer Auseinandersetzung.

  25. #25 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Steffen Schnitzer:

    Der seltsame Bischof mit seinen seltsamen Äußerungen gehört dann wohl nicht zur “christlichen Institution” – was auch immer das sein soll? MEINER Meinung nach liefern diese die schlechtmöglichste, da dogmatische, Variante einer Auseinandersetzung.

    “Dass die Bibel grosse Teile unserer Kultur gepraegt hat, kann man kaum bestreiten. ” Sicher? War es nicht eher das Christentum? Wie viele Menschen vor Luther haben die Bibel denn gelesen? Die Diskussion hier zeigt doch nur, dass offensichtlich nicht einmal heute “Christen” ihr wichtigstes Buch kennen.

    Neben den ganzen Greueltaten, Anleitungen zum Mord, zur Vergewaltigung etc. mag ja noch etwas ganz tolles in diesem Buch stehen. Würdest Du es trotzdem Deinen Kindern geben, nur weil vielleicht eine (zigmal uminterpretierte) “gute” Geschichte darinsteht?

    Ich denke, dass Du zwei Dinge vermischt. Die Bibel ist einerseits ein Buch für Gläubige, die glauben, darin ihre wesentlichen Glaubensweisheiten, Offenbarungen aufgezeichnet zu haben bzw. von Gott “zugetragen” bekommen zu haben. Die Bibel ist aber andererseits ein Buch mit Geschichte, vielen Interpretationen und einer immensen Wirkungsgeschichte – auch in Europa. Die Bibel ist andererseits auch ein Buch eines kleinen kriegerischen Volkes im Nahen Osten, mit Handlungsanweisungen für eben diese Zeit (vor wievielen 1000enden Jahren?) und diesen Ort. Wenn das klar gemacht wird und nicht versucht wird offenbarungsmäßig irgendwelche “guten” Geschichten umzuinterpretieren, um für heute noch irgendeine Lebensweisheit herauszuquetschen – prima. Aber danach sieht mir der Bibelwettbewerb nicht aus. Außerdem müsste es dann neben einem Koranwettbewerb noch einen Darwinwettbewerb oder einen Aristoteleswettbewerb geben.

  26. #26 Christian Reinboth
    01/14/2010

    @Andrea:

    Wenn es mit den Pyramiden oder dem Königsplatz Probleme gibt, streich die Beispiele. Wesentlich sind die getätigten Aussagen, kein Herausgreifen von Details in einem langen Kommentar.

    Und da ich jetzt die Zeit für den Rest des Kommentars habe, mache ich das auch gerne, wobei ich den Teil mit den Pyramiden mal überspringe.

    Ich finde Deine “Argumentation” verschleiert, genauso wie die des Bildungsministers, die wahren Absichten: Rekrutierung von Jüngern. Und genau deshalb halte ich Euer Vorgehen auch so für verwerflich. Anstatt zu unseren Kindern zu sagen, hey, wir wollen mehr Glaubende, kommt zu uns (was glücklicherweise gesetzlich nicht erlaubt ist), wird ständig hinten herum mit dem “C” in der Partei herumgemacht (was leider erlaubt ist, das ist mir immer noch ein Rätsel).

    Ich bezweifle stark, dass es bei dem Wettbewerb um die Rekrutierung von “Jüngern” geht. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass man den Jugendlichen von heute sagt “Hey, da gibt es einen Bibel-Wettbewerb” und schon treten sie in die Kirche ein. Im übrigen ist es nun wirklich nicht “euer” Vorgehen, sondern schon noch das des Bildungsministeriums. Den Kommentar mit dem “hinten rum” bei der Partei mit dem C verstehe ich nicht, ebenso wenig wie die Frage, warum “das” noch erlaubt ist. Ich interpretiere das mal so, dass Du für ein so strikte Trennung von Kirche und Staat plädierst, dass Du Parteien, die auch religiöses Gedankengut vertreten, generell für unzulässig hältst. Wenn man die Idee mal weiterspinnt, käme das vermutlich einem Politikverbot konfessionell gebundener Menschen gleich (da man ja nie ausschließen kann, dass politische Entscheidungen von religiösen Motiven geprägt sind), was sich meiner Ansicht nach mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vertragen würde. Aber vielleicht willst Du ja auch auf etwas anderes hinaus…

    Und wenn sich die Schüler das Konfliktverhalten aus der Bibel abgucken, dann wundern micht Gewalttätigkeiten auf dem Schulhof, ehrlich gesagt, auch nicht mehr.

    Ich nehme mal an, dass Du das ironisch meinst. Die Vorstellung, dass es deshalb so viel Gewalt an unseren Schulen gibt, weil die Schüler bei Konflikten untereinander das Alte Testament konsultieren finde ich ja ganz witzig, in der Realität dürften dann doch aber andere Faktoren ausschlaggebender sein.

    Ich schätze viele Deiner anderen Beiträge und kann Deine “verbohrte” und teilweise extrem naive “Verteidigungshaltung” der Kirche gegenüber nicht nachvollziehen. Stelle Dir doch einfach einmal vor, Dein Kind werde in einen Islamunterricht gezwungen, weil das plötzlich irgendjemand für angebracht hält (wenn es ein Minister ist, um so schlimmer). Würde Dir das gefallen?

    Nein, das würde mir nicht auch gefallen. Bei der ganzen Diskussion geht es doch aber eigentlich um einen freiwilligen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler, bei dem wirklich niemand zur Teilnahme gezwungen wird. Ich bin mir nicht mal sicher, ob in den Schulen überhaupt dafür geworben wird. Wenn man Deinen Kommentar so liest, könnte man denken, dass Du befürchtest, dass es bei der ganzen Aktion darum geht, atheistische Kinder zur Teilnahme an irgendwelchen religiösen Veranstaltungen zu zwingen – das ist doch nun aber objektiv betrachtet nicht der Fall. Im Übrigen ist es nicht so, dass ich die Kirche(n) grundsätzlich verteidige – da gibt es schon sehr vieles, was nicht richtig läuft. Im konkreten Fall geht es doch aber darum, dass Schüler dazu animiert werden sollen, sich vor dem Hintergrund der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung der Bibel inhaltlich mit dem Buch auseinanderzusetzen – und da sehe ich einfach keinen Grund für eine derartig negative Überreaktion…

  27. #27 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Christian:
    “Wenn man die Idee mal weiterspinnt, käme das vermutlich einem Politikverbot konfessionell gebundener Menschen gleich…”
    Werd doch nicht albern. Wenn ich es in die andere Richtung spinne, bin ich beim Gottesstaat.

    “Und wenn sich die Schüler das Konfliktverhalten aus der Bibel abgucken, dann wundern micht Gewalttätigkeiten auf dem Schulhof, ehrlich gesagt, auch nicht mehr.
    Ich nehme mal an, dass Du das ironisch meinst. Die Vorstellung, dass es deshalb so viel Gewalt an unseren Schulen gibt, weil die Schüler bei Konflikten untereinander das Alte Testament konsultieren finde ich ja ganz witzig, in der Realität dürften dann doch aber andere Faktoren ausschlaggebender sein.”

    Klar. Aber wäre es nicht unendlich sinnvoller, alle Kinder in Ethik (Konfliktverhalten und allen Religionen) zu unterrichten, als sie mit einem einzigen Dogma zu langweilen und ihre Engstirnigkeit zu befördern?

    “Im konkreten Fall geht es doch aber darum, dass Schüler dazu animiert werden sollen, sich vor dem Hintergrund der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung der Bibel inhaltlich mit dem Buch auseinanderzusetzen – und da sehe ich einfach keinen Grund für eine derartig negative Überreaktion…”

    Jetzt hast Du leider die ganzen anderen Argumente beiseite gelassen: Kultur der Herrschenden, tatsächlicher Einfluss der Bibel, Bibel Beschreibung aus einem anderen Kulturkreis etc etc.

    Außerdem verstehe ich dann nicht, wieso Du dann etwas gegen einen Koranwettbewerb hättest? Der stammt aus einem sehr ähnlichen Kulturkreis wie die Bibel.

    Offensichtlich sprechen wir hier von unterschiedlichen Dingen und das ist genau der Punkt für eine gerechtfertigte negative Reaktion. Du verteidigst die Position, dass ein Bibelwettbewerb ja ganz harmlos und ungezwungen ist und da die Bibel ja ein so tolles Lehrbuch ist und unsere Kultur maßgeblich geprägt hat, ist dies auch gerechtfertigt. Damit kickst Du den Islam hinaus (ein höchst beliebtes Argument der Christen), weil ja die Bibel hier zu Hause ist. Koranwettbewerbe können die woanders machen.
    Und zweitens, und dies war meine erste Frage an Dich, soll die Bibel jetzt historisch “beackert” werden? Dagegen ist nichts einzuwenden, aber dann wiederum könntest Du nichts gegen einen Koranwettbewerb haben (rein historisch). Da Du das aber hast, zeigt mir, dass die Begründung des von Dir verteidigten Bibelwettbewerbs eben nur vorgeschoben / verschleiert ist, mit einer angeblich “geprägten” Kultur gerechtfertigt. Das ist aber keine Rechtfertigung in diesem Fall, weil die Kinder ja doch die Lebensweisheiten darin suchen sollen.

    So. Und eben die finden sie so viel besser in einem guten Ethikunterricht als in diesem Uraltbuch. Wenn es also doch wieder übertragen gemeint sein soll und interpretiert sein soll,- anstatt historsich – dann ist dieses Buch richtigerweise in der PRIVATsphäre (zu der die Schule und das MInisterium definitiv nicht gehören) aufgehoben. Religion ist PRIVATsache. Welche Wertvorstellungen dann wieder aus dem Privaten in das Öffentliche einfließen ist eine andere Sache: vollkommen normal und menschlich.

  28. #28 Christian Reinboth
    01/14/2010

    @Andrea:

    Außerdem verstehe ich dann nicht, wieso Du dann etwas gegen einen Koranwettbewerb hättest? […] Koranwettbewerbe können die woanders machen. […] Damit kickst Du den Islam hinaus. […] Dagegen ist nichts einzuwenden, aber dann wiederum könntest Du nichts gegen einen Koranwettbewerb haben.

    Ich weiss gar nicht wie Du auf die Idee kommst, ich hätte was gegen einen Wettbewerb zum Koran und dass mein Interesse darin bestünde, Moslems irgendwo “rauszukicken”. Soweit ich das überblicken kann, habe ich doch von Koran und Islam in keinem meiner Kommentare auch nur ein Wort geschrieben. Solange da keiner teilnehmen muss hätte ich auch dagegen nichts einzuwenden, ebenso wie ich auch einen Darwin-Wettbewerb in Ordnung fände. Ich sehe das ganz entspannt. Solange solche Wettbewerbe freiwillig sind und Schüler dazu animieren, mal die Glotze abzuschalten und sich mit einem Buch zu befassen, dass unsere Gesellschaft in der einen oder anderen Form beeinflusst, sehe ich keinen Grund für Beschwerden – ob das nun die Bibel, der Koran oder aber der Ursprung der Arten ist.

  29. #29 Steffen Schnitzer
    01/14/2010

    @Andrea

    Der seltsame Bischof mit seinen seltsamen Äußerungen gehört dann wohl nicht zur “christlichen Institution” – was auch immer das sein soll? MEINER Meinung nach liefern diese die schlechtmöglichste, da dogmatische, Variante einer Auseinandersetzung.

    Nein, ich spreche von den konkreten Trägern dieses Wettbewerbs. Das war auch Teil meines Beitrages, dass wir bitte bei der Realitaet dieses Wettbewerbs bleiben. Dein seltsamer Bischof (ich denke mal du meinst die Piusbruderschaft) hat sicher keinen Einfluss auf die.

    Sicher? War es nicht eher das Christentum?

    Mit meinem Beispiel der Schoepfungsgeschichte die sich in Tora und Koran befindet habe ich deutlich gemacht, dass es mir nicht nur um das Christentum geht. → Der mittlere Teil deines Kommentares kommt leider nicht ueber Sarkasmus hinaus und geht auch nicht auf meine Argumente ein, weswegen ich hier nicht weiter drauf eingehe.

    Wenn das klar gemacht wird und nicht versucht wird offenbarungsmäßig irgendwelche “guten” Geschichten umzuinterpretieren, um für heute noch irgendeine Lebensweisheit herauszuquetschen – prima. Aber danach sieht mir der Bibelwettbewerb nicht aus.

    Doch genau danach sieht mir der Bibelwettbewerb aus. Denn genau das habe ich in einem katholischen Religionsunterricht an einem katholischen Gymnasium gelernt. Warum sollte also ein staatlich unterstuetzter Wettbewerb viel dogmatischer auftreten?

    Diese Frage kann ich nicht beantworten, da ich nicht beim Wettbewerb mitmache. Meiner Meinung nach geht der groesste Teil der Argumente hier voellig daneben, weil keiner auf die tatsaechliche Realitaet des Wettbewerbs eingeht sondern nur Annahmen ueber die Durchfuehrung gemacht werden. Meiner Meinung nach waere das auch Aufgabe des Autors gewesen, genauer darauf einzugehen und nicht anhand von (unbilligen) Beteiligten zu verurteilen.

  30. #30 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Steffen Schnitzler:

    Nein, ich meinte nicht die Piusbruderschaft, sondern geachtete Mitglieder der deutschen Gesellschaft und deren verbale Entgleisungen. Aber da Du nur von den “Trägern” dieses Wettbewerbs sprachst: Wie kommts, dass ein Ministerium “Träger” eines Bibelwettbewerbs sein kann? Haben wir jetzt die Trennung von Staat und Religion in diesem Land oder nicht?

    Das mit Bibel und Christentum hast Du missverstanden. Mein Punkt war, dass nicht die Bibel den hochgradigen kulturellen Einfluss auf unsere Vorfahren ausgeübt hatte sondern das Christentum und deren kirchliche Vertreter / Herrscher. Die Bibel haben bis Luther bis auf den Klerus und ein paar Adelige genau niemand gelesen und seitdem vermutlich auch nicht viele. Alles, was sie mitbekommen, sind Interpretationen der Kirche.

    “Was aber Jörgs Kritkpunkt ist, ist wohl die Art des Umgangs und wohl auch die christlichen Traeger dieses Wettbewerbs. ”
    Es ist ein Kritikpunkt, dass man über den Umweg der Bibel Kultur ans Kind bringen kann/sollte. Und das ist der Anspruch der Kampagne und der ist sehr kritikwürdig. Und wieso christliche Träger?

    Ein ganz wesentlicher Kritikpunkt ist auch, Religion zur Bildung zu machen. Und das ist ein genereller Kritikpunkt. Du kritisierst, dass Jörg hätte genauer untersuchen müssen, was die da machen – Bibelinterpretation oder Bibelhistorismus. Dass es kaum um Bibelhistorismus gehen kann zeigt das Zitat, dass die Bibel unser Recht geprägt hat, was mehr falsch als richtig ist. Die anderen Punkte möchte ich jetzt gar nicht untersuchen, das ist ein Fass ohne Boden. Behauptungen ins Blaue hinein.

    Wenn es um die Geschichte eines kriegerischen Volkes vor 1000enden von Jahren ginge, müsste man wohl kaum einen Bibelwettbewerb ausrufen, sondern könnte dies einfach in den vorarchaischen Geschichtsunterricht packen.

    Das ist aber wirklich eine sehr einleuchtende Begründung: “Doch genau danach sieht mir der Bibelwettbewerb aus. Denn genau das habe ich in einem katholischen Religionsunterricht an einem katholischen Gymnasium gelernt.” Weil Du das an einem katholischen Gymnasium gelernt hast, beschäftigt sich der Bibelwettbewerb automatisch mit in der Bibel historisch beschriebenen Gegebenheiten?
    Also noch einmal: Weil Du irgendwann einmal in einem katholischen Gymnasium die Geschichten in der Bibel historisch durchgenommen hast, handelt jetzt genau dieser Bibelwettbewerb von der Historie? Das muss ich jetzt nicht unbedingt einleuchtend finden, oder? Warum nimmt man dann nicht richtige Quellen, um sich mit der Geschichte zu befassen? Es gibt deutlich ernsthaftere Beschäftigungen mit der Geschichte als die Bibel, die Quellenarbeit ja geradezu negiert – schon vergessen? Die Bibel wurde als eine Offenbarung Gottes verfasst und nicht als Geschichtswerk.

    Vor diesem Hintergrund (falsche Begründungen für die Aktion vom Minister angegeben) wird wohl die Frage erlaubt sein, ob dies bildungstechnisch erlaubt, gewollt, geboten und gerechtfertigt ist.

  31. #31 Andrea N.D.
    01/14/2010

    @Christian:
    Viele Fragen unbeantwortet, aber gut.

    “Solange solche Wettbewerbe freiwillig sind und Schüler dazu animieren, mal die Glotze abzuschalten und sich mit einem Buch zu befassen, dass unsere Gesellschaft in der einen oder anderen Form beeinflusst, sehe ich keinen Grund für Beschwerden – ob das nun die Bibel, der Koran oder aber der Ursprung der Arten ist.”

    Prima. Dann könnte die C-Partei ja einmal solche Wettbewerbe initiieren anstatt “Bibelwettbewerben”? Warum geschieht dies nicht?

  32. #32 Jazzpirate
    01/15/2010

    Mein Senf:
    1. Ich würde mich durchaus als millitanten Atheisten bezeichnen ^^
    2. Die Bibel ist sowohl ein religiöser Text, als auch ein kultureller, je nach Standpunkt. Wenn ich die Bibel unter dem Gesichtspunkt lese, dass sie die Quelle meines Glaubens ist, lese ich sie anders als wenn ich mir bewusst bin, dass sie lediglich ein Produkt menschlichen Geistes ist, das durch seine Verbreitung unsere Kultur mitbeeinflusst hat.
    3. Unter letzterem Gesichtspunkt, wäre nichts gegen einen Bibelwettbewerb einzuwenden, genausowenig wie gegen einen Koran- oder Torawettbewerb oder wasweißich
    Sprich: Es kommt stark darauf an, wie der Wettbewerb durchgeführt wird – ob er die Bibel glorifiziert und als Glaubensgrundlage impliziert, oder ob sie neutral behandelt wird.
    Sich vorab bereits aufzuregen finde ich etwas vorschnell – auch wenn ich fast fürchte, dass das ganze arg Pro-Christlich gestaltet sein wird…

  33. #33 Stefan W.
    01/15/2010

    Entrückt, der Herr Tesch, würde ich sagen – verrückt, wenn es kein religiöser Kontext wäre.

    Ein paar starke Punkte (insbes.: römisches Recht) sind ja gemacht worden, aber bei der Kunst ist es noch viel eklatanter. Was hat denn die Religion zur Kunst zu sagen? Das Christentum sagt – außer dem Bilderverbot, dass die Katholiken seit langem mißachten, nichts zur Kunst – gar nichts.

    Wenn man sich Adam & Eva mit Schlange und Apfel im Paradies, gemalt in der Renaissance anschaut – dann bildet die biblische Geschichte, die man ja nicht glauben muß, den Inhalt, auf den sich das Bild bezieht.

    Aber die Farbe, die Leinwand, die Größe, die Perspektive, Pinselführung usw. – genuin künstlerische Fragen – dazu sagt die Bibel nichts, dazu sagt die Religion nichts.

    Man kann auch sagen das Sanitärwesen habe die europäische Kunst geprägt, weil Duchamps ein Pissoir als Readymade benutzt hat.

    Zeitweise waren Fürsten und Kirchen die exklusiven Auftraggeber der Künstler, weil sie als einzige das Geld hatten für Kunst. Und wer zahlt schafft an. Das sieht man auch am Rückgang des Motivs Betroffenengrüppchen unter dem Kreuz. Jetzt, da der Künstler nicht mehr muß, wendet er sich frei Aufgaben zu, die er prickelnder findet.

    Mit Fragen von Recht und Unrecht befaßt sich die Bibel ja noch – aber von “christlicher Kunst” zu sprechen ist ein agitatorischer Taschenspielertrick. Der Künstler macht die Kunst, nicht die Religion, und der Mensch macht auch die Religion, nicht die Religion den Menschen.

    Und es ist eben doch Kreationismus, wenn biblische Mär zum Ursprung erklärt wird, und nicht einen Zwischenstand in der Wüste des Nahen Ostens vor 2000-4000 Jahren erklärt wird.

    Höhlenmalerei ist bedeutend älter als die Bibel, und auch Rechtsvorstellungen.

    Wissenschaft dagegen findet man in der Bibel nun gerade nicht. Es ist auch das Brötchen meines Bäckers nicht ein muslimisches, nur weil der Bäcker Muslim ist, und so gibt es keine christliche Wissenschaft, sondern im Gegenteil findet Wissenschaft erst statt, wenn man sich vom Glauben abwendet.

    Die Zeiten, daß man von einer jüdischen Physik sprach sind noch nicht lange her, aber daß das ein fundamentaler Irrtum war hat sich zur CDU wohl noch nicht rumgesprochen – man versucht sich jetzt das umgekehrt als christlich einzuverleiben – eine besonders widerliche Form des Opportunismus.

    Es liegt diesen Dummschwätzern nichts an Erkenntnis, nichts an Wissenschaft, und letztlich auch nichts an ihrer Religion, die sie nur oberflächlich kennen, und mit der sie nur nicht auf Konfliktkurs gehen möchten, weil sie ein großes Harmoniebedürfnis mit dem ganzen Weihnachtskitsch empfinden.

    Sie glauben sich immer so durchlügen zu können, und sich selbst etwas in die eigene Tasche. Am Ende erzählen sie, Jesus sei der erste Ökologe, Feminist, Demokrat oder Europäer gewesen, und Presse-, Meinungs-, Reise-, Berufs- und am Ende Religionsfreiheit seien direkt dem Christentum erwachsen.

  34. #34 mrbaracuda
    01/15/2010

    Wird der Wettbewerb eigentlich an den Schulen durchgeführt und aktiv in der Unterrichtszeit unterstützt, oder ist das eine “schulexterne” Angelegenheit?

  35. #35 Marek
    01/15/2010

    @Steffen Schnitzer

    Ich finde es immerwieder laecherlich, wenn irgendwelche Bibelstellen herausgenommen werden, um zu demonstrieren wie schrecklich die Bibel doch ist. Die Bibel an sich ist ein Buch das sich ueber Jahrhunderte entwickelt hat und von so grossem Umfang und Diversitaet ist, dass man einfach keine pauschale Wertung treffen kann.

    Es ist überhaupt nicht lächerlich, zeigt es doch, dass dieses Werk in seiner Gesamtheit als Leitfaden für das menschliche Miteinander untauglich ist.
    Sicher sind dort auch Dinge enthalten, die heute noch gelten (nicht töten, stehlen, lügen …). Nur sind diese Vorschriften banal und missachten die Komplexität des menschlichen Zusammenlebens, ja in letzter Konsequenz sind sie sogar völlig untauglich. Ethisches Handeln verlangt nun manchmal, sich darüber hinwegzusetzen. Man denke nur daran, wie man sich in Diktaturen verhält.

    Dass die Bibel grosse Teile unserer Kultur gepraegt hat, kann man kaum bestreiten. Dass sieht man schon daran, dass sie selbst in solchen Blogs hier immer riesige Diskussionen aufwirft.

    Die Bibel ist vielleicht als Grundlage des Glaubens für die Christen wichtig. Von dieser Seite wird dann auch ständig versucht, die Bibel so darzustellen, als ob dort alles enthalten ist, was man für das Zusammenleben braucht. Als aufgeklärter und kritischer Mensch kann man da nur mit dem Kopf schütteln und sich selbstverständlich darüber aufregen.

    Wer heute die Verhaeltnisse und Vorgaenge in der Welt verstehen will, der muss kulturelle und Geschichtliche Hintergruende kennen und kommt dabei Zwangslaeufig nicht an der Bibel vorbei, …

    Dem stimme ich zu. Nur gehört zur Beschäftigung solcher Werke auch eine kritische Distanz, die man bei Gläubigen immer wieder vermisst.

    … die mit der Schoepfungsgeschichte zum Beispiel etwas beeinhaltet, das mehrere Weltreligionen beeinflusst hat und immernoch beeinflusst.

    In welcher Religion findest du denn die Schöpfungsgeschichte der Bibel wieder?
    Die Geschichten der Bibel sind keine Erfindung des Christentums, sondern sie stellen einen Flickenteppich aller möglichen religiösen Vorstellungen und Geschichten der damaligen Zeit dar. Selbst die Juden haben sich bei anderen Religionen und Philosophien bedient und später dann behauptet, das alles sei urspünglich ihrer Denkarbeit entsprungen. Beispiel 10 Gebote: Die wichtigsten tauchen schon im Ägyptischen Totenbuch auf. Karlheinz Deschner hat nachgewiesen, dass die Juden auch von den Griechen abgekupfert haben. Nachzulesen in der “Kriminalgeschichte des Christentums”, Band 2.

    Wer sich mit den religioesen Schriften, die seit über 3000 Jahren die Menschen beeinflusst nicht ein wenig auskennt, hat keine Ahnung was heute in unserer Gesellschaft passiert. Das alles spricht fuer eine Auseinandersetzung mit der Bibel.

    Kritische Auseinandersetzung, wohlgemerkt.

    … In keiner Kirche und keinem Religionsunterricht wird irgendjemand behaupten man solle sich an irgendwelche Mord und Totschlags Aufforderungen in der Bibel halten. Darum sind diese Argumente mit Zitaten aus dem alten Testament einfach nur stupide. Gerade der falsche Umgang mit der Bibel ist doch der gefaehrliche.

    Das ist Rosinenpicken. Selbst die positiv zu beurteilenden Dinge in der Bibel sind aufgrund ihrer Trivialität heutzutage unbrauchbar. Wer die Bibel aufschlägt, muss nicht lange suchen, um auf Mord- und Totschlag, auf Drohungen und Verunglimpfungen zu stoßen.
    Klar, einem Gläubigen muss das stupide erscheinen, ständig gezeigt zu bekommen, was er da eigentlich glaubt.

    Die Bibel beeinflusst seit einer Ewigkeit die Menschen, also gehoert es zur Bildung dazu, sich damit auseinander zu setzen. “Juenger” werden durch so einen Wettbewerb sicher keine gewonnen.

    Es wird aber – so vermute ich – der Eindruck vermittelt werden, dass die Bibel immer noch Gültigkeit hat. Negative Aussagen werden theologisch umgebogen, um die Bibel in die heutige Zeit zu retten.
    Es ist richtig, sich mit der Bibal zu beschäftigen. Nur wie bei jedem Buch eben nicht kritiklos und verharmlosend, sondern aufklärend. Das wird hier definitiv nicht passieren, im Gegenteil.

    Nun behaupten (aufgeklärte) Christen immer, das AT ist nicht so entscheidend für das Christentum und berufen sich ausdrücklich auf das NT. Abgesehen davon, dass Jesus auch viel Müll erzählt hat (wer mir nicht glaubt, schmort in der Hölle u.ä.), was ist denn die Quintessenz seiner Aussagen? “Liebt Gott; glaubt an mich; liebt die Menschen; seid reinen Herzens; seid demütig.” Das alles gespickt mit Drohungen, wenn man es nicht so umsetzt. Nein, liebe Gläubige, auch das NT ist kein Glanzstück christlicher Literatur und als Leitfaden für das Leben schon gar nicht zu gebrauchen.

  36. #36 Dr. Glukose
    01/15/2010

    Einfach lächerlich…genau so lächerlich ist die Bildungsministerin Annette Schava, die als promovierte Theologiestudentin in Forschung und Wissenschaft treiben kann, was sie will!! Man halte doch bitte Religion/theologie/die Bibel und Wissenschaft auseinander!

  37. #37 JV
    01/15/2010

    “In keiner Kirche und keinem Religionsunterricht wird irgendjemand behaupten man solle sich an irgendwelche Mord und Totschlags Aufforderungen in der Bibel halten.”

    Ja, weil wir modern und aufgeklärt sind. Das ist allerdings nicht der Bibel zu verdanken.
    Stattdessen nimmt man sich das heraus, was gerade in die Zeit passt und rechtfertigt damit die Wichtigkeit der Bibel.

  38. #38 GeMa
    01/15/2010

    @ Marek
    Zustimmung.
    Vor allem ist darin enthalten, was man alles NICHT braucht für ein Zusammenleben.
    Selbst die moralisch “hochwertigeren” Ansätze kann man nicht unkritisch übernehmen. Man soll die Finger von Nachbars Weib lassen, weil sie dessen Eigentum ist. Aha. ;-P

  39. #39 lupe
    01/15/2010

    Ist es nicht bezeichnend, dass eine Regionalzeitung in M-V, die Ostsee-Zeitung, das Thema nicht aufgreift?
    Dafür hatten die Redakteure tagelang Zeit und seitenweise Platz, um den Lesern mitzuteilen, dass es im Winter kalt ist, Schnee fällt und der Wind den Schnee zusammenwehen kann. Für so etwas verlangen die sogar Geld!

  40. #40 Black-Light
    01/21/2010

    1.) Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern

    –> KULTUR. Nur weil alle Bildung und Wissenschaft lesen kann man ja mal kurz inne halten und es ZU ENDE lesen und tada Ministerium für Kultur und das die Bibel ein teil unserer Kultur ist steht außer frage. Also ist nichts verwerfliches daran das das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern bei dieser Veranstaltung mitmacht.

    2.) Finde ich das die Kirche eine gute und Sinnvolle Soziale Einrichtung ist. Wieviele Kindergärten/Schulen werden von der Kirche mitgetragen? Oder die Sternsinger! Ich finde es Klasse wenn Kinder in den Ferien für Arme sammeln und besser als vorm Aldi rum zu lungern ist es allemal.

    3.) Kommt in den Gemeinden nicht viel davon an was “da oben” gesagt wird ähnlich wie sich der Normalbürger nur schwer mit seinen Abgeordneten identifizieren kann.

    4.) Ist dort nirgendwo von “Intelligent Design” auch nur die rede. Ich gehe davon aus das jemand der das Buch Genesis gelesen hat nicht automatisch die Evolution zum Teufelswerk erklärt. Wir sind keine Extremisten 😉

    Ich war früher Messdiener und habe eine Jugendgruppe geleitet und geh Sonntags in die Kirche. Deshalb bin ich auch kein Spinner geworden sonder hab E-Technik studiert.

  41. #41 Andrea N.D.
    01/21/2010

    @Black-Light
    Schön, dass Du persönlich so positive Erfahrungen gemacht hast, äh, gilt das jetzt für den gesamten Planeten?
    Sternsinger – echt toller Brauch. Ein bisschen Grölen und Abkassieren, hat genau wie viel mit der Bibel zu tun? Steht da etwas von Sternsingern? Ich vermute, als die Bibel zusammengestöpselt wurde (war das nicht Constantin im 3. Jh. nach Christus?), gab es noch keine Sternsinger – das ist mir jetzt echt zu doof zu recherchieren, wer das wieder erfunden hat.
    Und: nehmen wir doch die Kirchensteuer und machen uns unsere sozialen Einrichtungen selbst. Dann braucht’s auch keine Sternsinger.
    Definiere “verwerflich” in diesem Zusammenhang. Das Wort scheint mir langsam inflationär verwendet zu werden und keiner weiß, was damit gemeint ist. Ich finde es falsch, Ausnutzen von anvertrauten Kindern für Rekrutierungszwecke, nicht der Definition/Aufgabe des Amtes entsprechend, keine Bildungsmaßnahme sondern versuchte Indoktrination etc., was das Ministerium da treibt. Aber verwerflich?

  42. #42 Christian Reinboth
    01/21/2010

    @Andra:

    Ich vermute, als die Bibel zusammengestöpselt wurde (war das nicht Constantin im 3. Jh. nach Christus?), gab es noch keine Sternsinger – das ist mir jetzt echt zu doof zu recherchieren, wer das wieder erfunden hat.

    Das stimmt natürlich – Sternsinger gibt es erst etwa seit dem 16. Jahrhundert.

    Sternsinger – echt toller Brauch. Ein bisschen Grölen und Abkassieren, hat genau wie viel mit der Bibel zu tun?

    Ist das Dein Ernst? Hast Du echt eine so negative Einstellung gegenüber Religion, dass Du sogar Sternsingen schlecht findest? “Grölen und Abkassieren” ist ja wohl eine sehr harsche Beschreibung für Kinder, die für wohltätige Zwecke sammeln….

    Mit einem Nothilfepaket in einer Gesamthöhe von 100.000 Euro starten die Sternsinger ihre Hilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Haiti. Diese Spenden aus der gerade abgeschlossenen Sternsinger-Aktion werden über vier langjährige Partner vor Ort Not leidenden Kindern und deren Familien zugute kommen. […] In 2009 förderte die Aktion Dreikönigssingen 61 Projekte in Haiti mit insgesamt rund einer Million Euro. Projekte im Bildungsbereich machten dabei den Schwerpunkt der Unterstützung in einem der ärmsten Länder der Erde aus.

    http://www.sternsinger.org/1053.html

  43. #43 rolak
    01/21/2010

    Ich liebe die gute alte Mär von dern horrenden Sozialleistungen(1) der Kirchen. Wie bitteschön unterscheidet sich der staatliche Anteil an der Finanzierung zwischen konfessionellen und anderen Kindergärten?
    Auch immer wieder sehr schön der Ignorantenrückzug “Aber die Basis kümmert es doch gar nicht, was die Großkopfeten so treiben”…

  44. #44 Andrea N.D.
    01/21/2010

    @Christian:
    Willkommen zurück. Machst Du jetzt wieder mit :-)?

    Von der Abzocke der Sternsinger auf meine generelle Einstellung gegenüber Religion zu schließen … hm. Spontan wollte ich sagen: ja stimmt. Ist aber eigentlich nicht so. Ich habe generell eine negative Einstellung gegenüber Katholizismus, Kirche, Kreationismus (die drei “Ks”, witzig, das haben doch die katholischen Politiker jahrzehntelang bis vor kurzem noch für die Frauen propagiert?). Ich würde auf jeden Fall Religion von Glauben und diese zwei von Kirche differenzieren. Religionsunterricht ist noch einmal etwas anderes. Aber generell gegen Religion als private Psychotante oder auch friedfertige Religionen ohne Missionsauftrag (der steht im Falle des Christentums sogar diesmal in der Bibel) habe ich bestimmt nichts. Warum auch.

    Ich finde allerdings generell “organisiertes” Betteln, und das noch dazu von Haustür zu Haustür gehend, mich in meiner privatesten Privatasphäre belästigend, “verwerflich”. Das Ganze dann noch als alten christlichen “Brauch” zu tarnen und unschuldige “Kinderseelen” dazu herzunehmen halte ich schon für ein starkes Stück. Ich persönlich (das ist aber meine ganz persönliche Meinung) spende nicht an Riesenorganisationen, da geht mir zu viel Geld für die Verwaltung drauf, außerdem halte ich die dort angebotene Hilfe nicht immer für sinnvoll oder geboten. Ich habe persönliche Kontakte in Afrika und dorthin gehen meine Spenden.

    “…ist ja wohl eine sehr harsche Beschreibung für Kinder, die für wohltätige Zwecke sammeln….”
    Du glaubst auch noch an das Christkind? Schon vor 30 Jahren waren Messdiener wegen der nicht unerheblichen Geldbeträge, die sie dafür erhielten, “in”. Und ich komme aus Bayern, der katholischen Hochburg, Bastion gegen alle Ungläubigen – ich weiß, wovon ich rede. Wenn heute die (primär weiblichen) Messdienerinnen kein Geld mehr für ihre Dienste bei der Messe erhalten, bin ich gerne bereit das mit dem Christkind zurückzunehmen. :-).

  45. #45 Hesse
    02/24/2010

    Von wem werden die Aktionen organisiert? Schulen? Oder Externen?