Der Norwegische Meteorologische Dienst stellt eine animierte Karte der Ausbreitung der Aschewolke vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull zur Verfügung. Map Room hat ein YouTube-Video daraus gemacht:

Man kann sich aber die langsamer ablaufende, immer aktuelle Animation auch hier ansehen. Auf der Karte bezeichnen die gelben Bereiche bereits abgefallene Partikel, rote Partikel werden oder wurden durch Regen ausgewaschen und schwarze Partikel befinden sich noch in der Luft. Die Animation basiert auf Strömungsmodellen, die die Winde simulieren. Wer jetzt denkt, dass Simulationen nicht die Wirklichkeit abbilden (bzw eine gefilterte Version der Wirklichkeit), sollte jetzt empört in Schockstarre verfallen.

Alle anderen möchten vielleicht ungefähr wissen, wie man das rechnet.

Die Informationen dazu sind leider auf norwegisch, aber ich habe mir das mal übersetzen lassen. Man nimmt also das Wettermodell, bzw die Windströmung daraus. Für die letzten zwei Tage ist diese berechnet und an Messungen kalibriert und wird dann noch 66 Stunden in die Zukunft gerechnet. In dieses Strömungsfeld gibt man dann an der Stelle des Vulkans Aschepartikel ein. Man nimmt also eine feste Zahl an kleinen, virtuellen Partikeln und berechnet, wie diese vom Windfeld mitgenommen werden. Man sieht schön, wie die Strömung turbulent ist, verwirbelt und die Partikel, die anfangs an der gleichen Stelle starten, werden durch diese Wirbel über ganz Europa verteilt. Wenn man in der GIF-Animation hinsieht, erkennt man auch an den Rändern die einzelnen Partikel. Dieses “Particle Tracking” erlaubt eine ganz gute Schätzung der Verteilung. Es sieht schon aus, wie wenn man in die ablaufende Badewanne einen Tropfen Tinte fallen lässt, der sich dann ausbreitet! Man kann auch schön sehen, dass die Dichte nicht überall gleich ist und es freie Bereiche gibt.

Die Verweildauer der Partikel beträgt ungefähr 10-14 Tage in der Troposphäre. Gelangen Partikel in einen höheren Bereich der Atmosphäre, die Stratosphäre, können sie dort bis zu einem Jahr bleiben (aber Flugzeuge fliegen normalerweise am Oberrand der Troposphäre, also kein Problem für die Luftfahrt). Hört der Vulkan auf, Asche zu spucken, sollten die Partikelwolken aber bereits nach 2-3 Tagen verweht sein und Europa freigeben – was ja scheinbar momentan passiert oder beginnt.

Kommentare (28)

  1. #1 Belzer
    04/20/2010

    Nette Animation. (^_^) Nur was sagt uns das? Ich habe in Düsseldorf, das ganze Wochenende einen strahlend blauen Himmel gehabt. Nun ist mir bekannt Düsseldorf ist nicht die Welt. (^_^) Aber wenn ich keine Vulkanwolke vom Boden aus sehe, würde ich schlußfolgern, dass auch keine Aschewolke vorhanden war, auch wenn manche Wissenschaftler das anders sehen. (ó_ò) Ich denke die Definition einer Aschewolke sollte man auf deutlich mit den bloßen Augen sichtbare Phänomene beschränken. Und nicht auf irgendwelchen Aschedunst. Wenn ich mir die Simulation des Norwegischen Meteorologischen Dienst ansehe, würde ich allerdings ein totales Flugverbot aussprechen. Zuletzt war ja in der Simulation alles vor lauter Asche schwarz. (^_^) (^_^)

    Meines Erachtens sollte man mit Simulationen grundsätzlich viel vorsichtiger umgehen. Man kann alles mögliche simulieren. Dazu braucht man sich ja nur einen Hollywood Blockbuster anschauen. Das gefährliche an Simulationen ist, dass man sie viel schwerer durchschauen kann, als übrige physikalische Modelle. Um nicht misverstanden zu werden Simulationen sind durchaus nützlich. Nur sollte man sich ein gesundes Mistrauen bewahren.

    Was hier vorliegt, ist die mathematische Verwechslung einer gefährlichen Aschewolke mit ungefährlichem Aschedunst.

    Was im übrigen nicht das erste Mal in der Wissenschaft ist. Ich erinnere mich an solch logische Klöpse, wie den Flügelschlag eines Schmetterlings der irgendwo in der Welt einen Hurrikan auslösen kann oder der Abstammung aller Menschen von ledglich 5 oder 6 afrikanischen Frauen. (^_^)

    Nebenbei bemerkt: Die Kommentarvorschaufunktion dieses Blogs ist vorbindlich, aber auch wissenschaftlichen Blogs täten einige Smilies/Emoticons ganz gut. (^_^)

    Eine vorbildliche Darstellung der Staubpartikelkonzentration auf dem Gipfel des 3106m Hohen Sonnblicks bei Salzburg in Österreich findet man bei Sonnenblick Observatorium:
    http://www.sonnblick.net/portal/

    Dort steht auch:
    “Die Werte liegen unter den Konzentrationswerten die im Mai 2008 während des Ferntransports von Saharasand am Sonnblick Observatorium gemessen wurden. Die Höhe des Sonnblicks beträgt 3106m, die Messungen beschreiben die Situation in dieser Höhe und können nicht auf andere Schichten übertragen werden.”

  2. #2 Jörg
    04/20/2010

    @Belzer: Sie haben offensichtlich nicht den Dunst eines Schimmers einer Ahnung, was eine Simulation ist, verbreiten aber Statements mit der Großkotzigkeit eines Sonnenkönigs. Bleiben Sie doch bitte beim Friedrich drüben, da ist das Programm. Ich habe hier keinerlei Bedarf an Leuten, die nicht aus Interesse hier sind.

  3. #3 schlappohr
    04/20/2010

    “Ich denke die Definition einer Aschewolke sollte man auf deutlich mit den bloßen Augen sichtbare Phänomene beschränken”

    Aufgrund Deiner vielen Smilies halten wir das mal für einen Scherz.

  4. #4 Ludmila
    04/20/2010

    @Belzer: Du hast was gegen Simulationen? Dann gib Deine Auto zurück! Steig nie in ein Flugzeug. Benutze nie GPS oder irgendwas, was auf Satelliten beruht, deren Bahnen *oh mein Gott* simuliert werden. Die gesamte Astronomie und Planetenforschung ist dann sowieso ein Hort des Bösen.

    Weißt Du, was Du hier machst?=

    Anstatt physikalisch-sachliche Falsifikationen der Modelle zu bringen – was die korrekte Vorgehensweise wäre. Z.B. Daten zu bringen, die Abweichungen von der Simulation zeigen – verlegst Du Dich auf pure Rhetorik. Dann muss halt das Mittel, eben die Simulationen, falsch sein.

    Und dann verwechselst Du irgendwelche Mythen, die angeblich ein Wissenschaftler gesagt hat, mit der Realität:

    Ich erinnere mich an solch logische Klöpse, wie den Flügelschlag eines Schmetterlings der irgendwo in der Welt einen Hurrikan auslösen kann

    Nette Geschichte. Aber eben nur eine Geschichte. Das war niemals irgendwann Teil einer wissenschaftlichen Arbeit. Leider sind Mythen anhänglicher als die Realität. Und Du scheinst nicht zu merken, dass Du Deine Vorurteile zur Realität erhebst.

  5. #5 Jörg Friedrich
    04/20/2010

    @Ludmila:

    Aber eben nur eine Geschichte. Das war niemals irgendwann Teil einer wissenschaftlichen Arbeit.

    http://scholar.google.de/scholar?q=butterfly+effect&hl=de&btnG=Suche&lr=

  6. #6 Jörg
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich: Verlinken Sie doch bitte direkt auf das Paper, das behauptet dass Schläge eines Schmetterling-Flügels einen Hurricane auslösen können. Das erspart Sucharbeit.

  7. #7 Ludmila
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich: Noch mal für Doofe: Nirgendwo hat ein Wissenschaftler behauptet, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Hurrikan auslösen kann.

    Die Geschichte mit dem Flügelschlag war lediglich eine populärwissenschaftliche Veranschaulichung – ein Gleichnis – warum kleine Ursachen vergleichsweise riesige Folgen haben können. Capice!

    Dieses Gleichnis wiederum hat sich verselbständigt und diente wiederum als Namensgeber für Effekte, die es ursprünglich lediglich veranschauliche wollte: Kleine Ursache, große Wirkung.

    Das ändert aber rein gar nichts daran, dass nie ein Wissenschaftler – wie Belzer behauptet – wortwörtlich nachgewiesen hat, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Hurrikan ausgelöst haben soll.

    Jörg Friedrich, wie wäre es denn, wenn Sie zwischen einem Gleichnis und der Verwendung derselben als Namensgeber und den realen physikalischen Effekten unterscheiden lernen würden?

  8. #8 Ludmila
    04/20/2010

    Nachtrag: Schmetterlingseffekt

    Die Bezeichnung Schmetterlingseffekt stammt von einer bildhaften Veranschaulichung dieses Effekts von Edward N. Lorenz am Beispiel des Wetters. (…)
    Die Metapher von Lorenz ist insofern problematisch, als manche Menschen den Schmetterlingseffekt als Synonym für den Schneeballeffekt ansehen, bei dem kleine Effekte sich über eine Kettenreaktion selbst verstärken. Das ist jedoch hier nicht gemeint, sondern dass kleine Abweichungen langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern.

    Korrektur meiner Darstellung: Damit habe ich übrigens selber den Schmetterlingseffekt falsch dargestellt. “Kleine Ursache ->große Wirkung” trifft es nicht. Vielmehr geht es um das Problem, der Unsicherheit in den Startwerten. Kleine Abweichungen darin, könne zu einem ganz anderen Zustand führen. Hab ich verwechselt.

  9. #9 Jörg Friedrich
    04/20/2010

    @JörgR: Gerne. z.B.
    Halsey TC, & Jensen MH (2004). Hurricanes and butterflies. Nature, 428 (6979), 127-8 PMID: 15014475

    Small changes in the original variables describing a system, induced perhaps by the flapping wings of a butterfly, can result in large changes in the outcomes — such as the magnitude of property damage in Florida, inthe wake of a hurricane.

    Hat der Tag doch was gebracht wenn nun auch Frau Carone verstanden hat, was der Schmetterlingseffekt ist. Wikipedia machts möglich (und da soll man nicht zum Kulturpessimisten werden)

  10. @Friedrich: Wenn sie mehr über Chaostheorie lernen wollen, verweise ich sie gerne auf meine Serie dazu, die hier beginnt: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/05/was-ist-chaostheorie.php

    Das mit dem Schmetterlingseffekt ist eine Veranschaulichung die leider ein ziemliches Eigenleben entwickelt hat…

  11. #11 Jörg
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich:

    Das ist kein Artikel, sondern ein “News and Views” über ein anderes Paper. *nöööp* try again.
    Achja, der letzte Satz der Nachricht:

    So if a hurricane destroys your beach house, the verdict against the butterfly is: not proven.

    *nöööp*

  12. #12 schlappohr
    04/20/2010

    In dem AniGIF sind links oben neben dem Datum Zahlen eingeblendet… ich nehme an, das ist die Anzahl der Partikel, oder?
    Wie lange haben die an dieser Simulation gerechnet? Ich hab mal auf der Webseite nachgeschaut, aber mein Norwegisch auch ist etwas eingerostet… *hüstel*

  13. #13 ali
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich

    Mal abgesehen davon, dass es sich, wie Jörg R das richtig feststellt, nicht wirklich um einen wissenschaftlichen Artikel handelt, scheint mir nach Lektüre des Artikels und ohne viel davon verstanden zu haben, es doch so, als ob die Autoren den Schmetterling ebenfalls als Illustration aufgreifen und nicht wirklich seinen Flügelschlag mit Hurrikans in Verbindung bringen wollen.

  14. #14 Jörg Friedrich
    04/20/2010

    @Jörg R: Die Behauptung von Frau Carone lesen Sie bitte noch mal nach. Das fett gedruckte. Würden Sie sagen, dass Halsey und Jensen keine Wissenschaftler sind?

    Wir sehen in diesem kleinen Kommentarabtausch sehr schön, wie ein Strohmann entsteht, auf den man dann einschlagen kann. Der erste Kommentator verwies auf die Verwendung einer Formulierung, die man tausendfach in Äußerungen von Wissenschaftlern in letzten viertel Jahrhundert nachlesen kann. Frau Carone kommt daher und sagt (nachdem sie mal kurz die überraschende Behauptung aufgestellt hat, der Kommentator hätte etwas gegen Simulationen), das sei “nie Teil einer wissenschaftlichen Arbeit” gewesen, nirgendwo habe ein Wissenschaftler behauptet,… Herr Rings, der wahrscheinlich erkannt hat, wie leicht diese leichtfertigen Sätze zu widerlegen sind, verlangt nun nach einem “Paper”. Das war aber gar nicht der Punkt des ersten Kommentars.

    So könnten wir das Spiel beliebig weiter spielen. Leider ist der Unterhaltungswert gering.

  15. #15 Jörg
    04/20/2010

    @schlappohr: Schwierig zu sagen. Allerdings verwendet man ja den Output des meterologischen Modells, das das Strömungsfeld vorgibt. Dann muss man nur noch für jedes Partikel die Bewegung durch das Feld berechnen – und ob es ausregnet. Das ist dann wohl nicht mehr so schwierig, vielleicht einige 10 Minuten pro Bild. Ich seh grad die Zahl der Partikel nicht, das Bild lädt nicht mehr, auf der Seite steht denke ich auch nichts dazu.
    Das meteorologische Modell braucht natürlich länger, das wird schon parallelisiert sein um in Echtzeit mitzukommen. Für die in der Vorhersage üblichen Ensemble-Modelle mit 50 parallelen Läufen, die z.B. alle 6 Stunden neu starten, braucht man schon einen kräftigen Cluster, der nichts anderes macht.

  16. #16 Jörg
    04/20/2010

    Der erste Kommentator verwies auf die Verwendung einer Formulierung, die man tausendfach in Äußerungen von Wissenschaftlern in letzten viertel Jahrhundert nachlesen kann.

    Falsch. Der erste Kommentator hat folgendes gesagt:

    “Was hier vorliegt, ist die mathematische Verwechslung einer gefährlichen Aschewolke mit ungefährlichem Aschedunst.
    Was im übrigen nicht das erste Mal in der Wissenschaft ist. Ich erinnere mich an solch logische Klöpse, wie den Flügelschlag eines Schmetterlings der irgendwo in der Welt einen Hurrikan auslösen kann”

    Er behauptet also, dass a) wissenschaftlich behauptet worden sei dass Flügelschläge Hurricanes auslösen und b) dass das ein “logischer Klops” sei was auch immer er damit meint. Da er ansonsten mit völliger Ahnungslosigkeit glänzt, will ichs auch nicht wissen, außerdem stimmt schon a) nicht. Weil es eben eine Geschichte ist.

    das sei “nie Teil einer wissenschaftlichen Arbeit” gewesen, nirgendwo habe ein Wissenschaftler behauptet,… Herr Rings, der wahrscheinlich erkannt hat, wie leicht diese leichtfertigen Sätze zu widerlegen sind, verlangt nun nach einem “Paper”.

    bei “…” klatscht Jörg Friedrich kommentarlos eine Google-Suche hinein. Spekulationen über meine Motive verbitte ich mir. Wenn Sie etwas behaupten wollen, was sie vermutlich tun wollten, dann müssen sie eben das Paper verlinken und dazu sagen was sie wollen. Damit wir nicht über ihr Motiv spekulieren müssen.

    Das war aber gar nicht der Punkt des ersten Kommentars.

    Stimmt, das war eine Antwort auf ihren Kommentar. Den sie mit “…” treffend zusammengefasst haben. Ist ja prkatisch: Wenn man einen Link hinklatscht und nichts dazu sagt, kann man hinterher immer behaupten was anderes gemeint zu haben. Typische Troll-Taktik.

    So könnten wir das Spiel beliebig weiter spielen. Leider ist der Unterhaltungswert gering.

    Stimmt, mit einem intellektuellen Betrüger wie Ihnen, der tausend Mal seine Fehler gezeigt bekommt und nicht einmal nur ansatzweise zugibt, wieder einmal kläglich gescheitert zu sein, kann man echt nicht ‘spielen’.

  17. #17 Jörg Friedrich
    04/20/2010

    @Jörg R. Ein letztes. Wenn Sie zitieren, dass das Urteil für den Schmetterling “not proven” ist, dann sollten Sie auch erwähnen, warum. Der komplette letzte Absatz des Textes lautet:

    But will this solve the problem of the butterfly and the hurricane? The Lorenz attractor lives in a three-dimensional phase space; a hurricane lives in a phase space with an enormous number of dimensions. After several decades of work on chaos, we still do not understand the extent to which systems with such large numbers of degrees of freedom (typically turbulent systems) can be understood using the same concepts as for chaotic systems, which are relatively simple in comparison. So if a hurricane destroys your beach house, the verdict against the butterfly is: not proven.

  18. #18 Jörg Friedrich
    04/20/2010

    Der Google-Scholar-Link sollte Frau Carone nur zeigen, dass sie irrt wenn Sie schreibt, dass nie ein Wissenschaftler die Behauptung hinsichtlich des Schmetterlings, der einen Hurrican auslösen kann, aufgestellt habe. Vielen Dank für die Zuschreibung des Attributes “intellektuell”.

  19. #19 Ludmila
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich: Ich bin immerhin lernfähig und nehme falsche Aussagen zurück. Schaun’n wir mal, ob Sie das können. Denn das, was Sie da verlinkt haben, ist keine wissenschaftliche Arbeit sondern ein “News & Views”-Artikel der Nature. Ich übersetze das mal mit “Neuigkeiten und Ansichten”. Hier werden die wissenschaftlichen Arbeiten anderer Leute manchmal was locker-flockig besprochen.

    Wenn Sie den Text auch vielleicht gelesen hätten, dann hätten Sie vielleicht gemerkt, dass das Folgende die locker-flockige Einleitung und mitnichten das Forschungsergebnis ist, das hier vorgestellt wird.

    Chaotic systems are famous for their sensitive dependence on initial conditions. Small changes in the original variables describing a system, induced perhaps by the flapping wings of a butterfly, can result in large changes in the outcomes — such as the magnitude of property damage in Florida, in the wake of a hurricane. History only happens once, so it would seem impossible to determine a posteriori that the path of a particular hurricane could have been altered if only the butterflies had been more cooperative.

    However, writing in Physical Review Letters, Sam Gratrix and John N. Elgin1 provide grounds for optimism: they have developed a powerful new method to determine from experimental observation of a system whether it is chaotic, and, if it is, what the precise quantitative nature of that chaos is. Their method is based on fractal geometry. Fractals are structures or curves that remain rough or heterogeneous on all length scales and are characterized by their ‘fractal dimension’. The coastline of England is such a curve, as pointed out by Benoît Mandelbrot, because the coastline can be regarded as rough at least down to the scale of the individual sand grains on the beaches.

    Mein lieber Herr Jörg Friedrich. Sie verwechseln hier die schöne Geschichte, das Gleichnis, mit der realen Forschung. So und jetzt warte ich mal auf Ihre Lernfähigkeit.

  20. #20 Jörg
    04/20/2010

    Der Google-Scholar-Link sollte Frau Carone nur zeigen, dass sie irrt wenn Sie schreibt, dass nie ein Wissenschaftler die Behauptung hinsichtlich des Schmetterlings, der einen Hurrican auslösen kann, aufgestellt habe.

    Hat er aber nicht. Wäre übrigens nicht zu viel verlangt gewesen, den Satz gleich dabei zu schreiben.

    Vielen Dank für die Zuschreibung des Attributes “intellektuell”.

    Die Zuschreibung lautete “intellektueller Betrüger”, das ändert sich auch nicht durch Quote Mining, im Gegenteil, Quote Mining ist ebenfalls intellektueller Betrug.

  21. #21 Ludmila
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich:
    Ich habe den Nature “New&Views” Artikel hinter dem Google-Scholar-Link gelesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es letztendlich um die Verwendung des Lorentzattraktors als Grundlage, um abzuschätzen, wie chaotisch ein System ist. Die Wissenschaftler benutzen auch hier zur Veranschaulichung den running gag/das Gleichnis von den Auswirkungen von Schmetterlingen auf Hurrikane. Nie würde irgendjemand der normalerweise wissenschaftlich gebildeten Leser auf die selten dämliche Idee kommen, das wörtlich zu nehmen.

    Ich stehe zu meinen Fehlern, wie eben die fehlerhafte Umschreibung des Schmetterlingeffektes. Habe ich auch korrigiert.

    Leider muss ich Ihnen – leider auch nicht zum ersten Mal – null Lernfähigkeit kontastieren.”Schmetterling -> Hurrikan” ist ein Gleichnis. Mehr nicht.

    Stattdessen versteifen Sie sich auf Textexegese und auf rhetorische Tricks. Versuchen Sie es doch mal mit Substanz und sinnerfassendem Lesen. Hilft mir jedenfalls ungemein.

  22. #22 ali
    04/20/2010

    @Jörg Friedrich

    Die Frage war:

    Verlinken Sie doch bitte direkt auf das Paper, das behauptet dass Schläge eines Schmetterling-Flügels einen Hurricane auslösen können. Das erspart Sucharbeit.

    Auf das hast du einen Link zum nun diskutierten Artikel gepostet. Keine Strohmänner, keine Nebelkerzen, nur eine Frage und eine Antwort.

    Wenn du nun schreibst:

    Der Google-Scholar-Link sollte Frau Carone nur zeigen, dass sie irrt wenn Sie schreibt, dass nie ein Wissenschaftler die Behauptung hinsichtlich des Schmetterlings, der einen Hurrican auslösen kann, aufgestellt habe.

    Ist das in meinen Augen (wiederum soweit ich den Inhalt des Artikels überhaupt verstehe) entweder nicht korrekt oder eine skurrile Behauptung. Zur Illustration: Ich habe mal eine ganze Serie von Papers gelesen Geldpolitik von Zentralbanken. Der ursprüngliche Artikel hat als Leitthema “Alice im Wunderland”. Analog zu deinem Argument würde das nun bedeuten, dass Nationalbanken ihre Notenbankpolitk an einem siebeneinhalb jährigen Mädchen ausrichtet, welches in ein Loch fällt und in einer Zauberwelt aufwacht. Diese Verbindung wurde von Wissenschaftlern ernsthaft erstellt. Man könnte auch einfach sagen, dass hier ein Gleichnis verwendet wurde.

  23. #23 soph
    04/20/2010

    @Belzer:
    “Aber wenn ich keine Vulkanwolke vom Boden aus sehe, würde ich schlußfolgern, dass auch keine Aschewolke vorhanden war, auch wenn manche Wissenschaftler das anders sehen. (ó_ò) Ich denke die Definition einer Aschewolke sollte man auf deutlich mit den bloßen Augen sichtbare Phänomene beschränken.”

    Mönsch, dann wäre das Leben wieder leicht. Ich könnte mich in meinem Fachgebiet wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren, wie Energieeffizienz, und müsste mich nicht mit solchen nicht “deutlich mit den bloßen Augen sichtbaren Phänomenen” wie triviale Schadstoffe abplagen. So ziemlich alles, womit ich mich beschäftige, ist nicht mit bloßem Auge sichtbar. Und trotzdem will es komischerweise kein Mensch in seiner Nähe haben, und viele Industrien geben deutlich mehr Geld aus, als die Luftfahrtindustrie im Moment verliert, um das Zeug loszuwerden.

    Setzen wir oben statt “Aschewolke” “radioaktiver Fallout” von Tschernobyl ein. Ich kann mich noch daran erinnern, waren superschöne Frühlingstage, nur rausgehen durften wir nicht. Gesehen hat man auch nichts. Hübsch eingefärbte Animationen gab’s allerdings auch nicht, gebe ich zu, auch die Tageszeitungen waren schwarz-weiss, und demnach die Europa-Karten eher grau-fleckig.
    Aber war auch nichts?

    Übrigens, hab ich ein Deja-Vu mit den Sonnblick-Daten?

  24. #24 ckwon
    04/20/2010

    Oh ja, die Argumentation ist lustig: “Nur wenn man etwas sehen kann, ist es auch gefährlich”. Das gefällt mir, Belzer.
    Das heißt, man muss nur die Augen zu machen, wenn ein Auto auf einen zurast und dann ist es einfach weg…

    Man kann ja kritisieren, dass es sehr lange gedauert hat, bis man die Aschewolke halbwegs gut messen konnte, aber das heißt ja nicht, dass keine Gefahr da ist.

  25. #25 rolak
    04/20/2010

    Diese “nur eine Simulation”-Aschewolke hat aber heute morgen eine Visitenkarte an meinem Autochen hinterlassen in Form einer überaus sch{m|w}ierig zu entfernenden Staubschicht. Wär mir ja generell eher egal – nur war die Sicht drastisch eingeschränkt.

  26. #26 Belzer
    04/20/2010

    Mein Kommentar zielte eigentlich darauf ab, dass man Simulationen nicht ohne weiteres trauen sollte. Simulationen sind wesentlich schwieriger zu durchschauen als wissenschaftliche Artikel. Im übrigen vertraue ich durchaus den computergestützten täglichen Wettervorhersagen.

    Die Staubpartikelmessungen auf dem Gipfel des Sonnenblicks bei Salzburg wiesen zwar eine Aschedunstschicht nach (Partikelgröße >5 µm, schwarze Linie), die Staubkonzentration hielt sich jedoch im normalen Rahmen.

    @ soph
    Vulkanasche ist, sofern sie nicht massenhaft und in heißer Form eingeatmet wird, gesundheitlich unbedenklich. Die menschliche Lunge kommt im allgemeinen auch mit Staub oder Rauch in der Luft zurecht.

    @ ckwon
    Wenn der Himmel strahlend blau ist, ist keine Wolke vorhanden, egal ob damit eine Regen- oder Aschewolke damit gemeint ist. Statt von einer Achewolke sollte man exakter von einer Aschedunstschicht oder einem leichten Ascheschleier sprechen. Mathematiker halten gelegentlich noch infinitesimale Wolken real. (^_^)

    @ rolak
    Bist Du sicher, dass es auch tatsächlich Vulkanasche war? (ó_ò) Zur Zeit ist kräftiger Pollenflug.

    Um Misverständnisse zu vermeiden, ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass irgendwann einmal bei einer größeren Eruption des Eyjafjalla oder Hekla tatsächlich Aschewolken über Kontinentaleuropa anzutreffen sind. Auch ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man gelegentlich übervorsichtig ist.

  27. #27 Redfox
    04/21/2010

    Der Bericht des DLR über den Falcon-Messflug ist raus:

    http://www.dlr.de/DesktopDefault.aspx/tabid-1/117_read-23782/

    Summary

    A successful Falcon measurement flight was performed on 19 April 2010 for probing plumes over Germany from the Iceland Eyjafjallajökull volcano eruption. Layers of volcanic ash were detected by Lidar and probed in-situ with aerosol instruments. Under suitable viewing conditions, the ash layer was visible as a brownish layer to the observer. The horizontal and vertical distributions of the volcano layers were variable. In the plume layers particles larger than 3µm were detected at concentrations, not present in the free troposphere during unpolluted conditions. The concentrations of large particles measured in the volcano layers are comparable to concentrations measured typically in Saharan dust plumes but smaller compared to particle concentrations in the polluted boundary layer. An estimation of the particle mass concentration in the volcanic ash plume probed as part of a vertical profile over Leipzig at about 4 km altitude yield 60 µg/m3.
    After the flight the Falcon was inspected. So far no damages were observed including engines (after boroscopy) and windows. Further engine inspection is ongoing. Silver
    foils attached to under-wing stations showed no visible impact from volcanic ash.

    siehe auch:

    Ohne Messergebnisse keine Flüge!
    19.04.2010
    Die Vereinigung Cockpit (VC) sieht die von der Deutschen Flugsicherung (DFS) veranlasste Luftraumsperrung bis zur endgültigen Klärung des Verbleibs der Vulkanasche in der Atmosphäre weiterhin als gerechtfertigt an. Der Pilotenverband stellt klar, dass internationale Regeln keinen Zweifel daran lassen, dass der Luftraum in kontaminierter Umgebung geschlossen bleiben muss.
    Um die Computersimulationen der Ascheausbreitung zu überprüfen, sind aus Sicht der VC die Messflüge des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) das richtige Instrument. Bis zur Auswertung der dort gewonnenen Parameter sollten die Lufträume für den Flugverkehr gesperrt bleiben. Für die Sicherheit in der aktuellen Situation ist es indes unerheblich, ob ein Flugzeug nach Sicht- oder Instrumentenflugverfahren betrieben wird. „Entweder der Luftraum ist sicher oder er ist es nicht“, so die VC.

  28. #28 rolak
    04/21/2010

    Hi Belzer, ich habe den Schmierkram zwar nicht analysiert, konnte aber mit den für diese Jahreszeit üblichen Bestäubungen vergleichen. Auf jeden Fall anders.