Edward Witten ist eines der Genies unserer Zeit. Der Physiker/Mathematiker arbeitet unter anderem an Supersymmetrie und der String-Theorie und hat gezeigt, dass 5 konkurrierende String-Theorien mit zusätzlicher Raumdimension eigentlich die gleiche sind und so die M-Theorie begründet. Er hat zahlreiche Preise erhalten, u.a. die Fields-Medaille und jetzt auch die Isaac-Newton-Medaille. In seiner Preisvorlesung gibt er einen wunderbaren (wenn auch etwas zähen) Überblick über die Geschichte der String-Theorie:


Teil 1


Teil 2

Die Anfänge der String-Theorie liegen in der Veneziano-Formel, einer kuriosen Formel die 1968 zur Beschreibung der Starken Wechselwirkung vorgeschlagen wurde. Kurios deswegen, weil sie recht kompliziert ist. Daraus ergab sich eine Beschreibung des Mesons als String mit Ladungen an den Enden.
Während sich die Quantenchromodynamik zur Beschreibung der Starken Wechselwirkung durchsetzte, gelang der lange Zeit verdrängten String-Theorie ein Durchbruch an einer anderen Ecke: Der Vereinigung von Relativitätstheorie und Quantenphysik. Der klassische Weg einer Quantenfeldtheorie funktioniert nämlich nicht. Die Basisidee von Feldtheorien sind lokale Felder, die man dann auf relativistische Invarianten untersucht. Das gelingt aber mit der Gravitation nicht, da die Felder vom Raum abhängen und der Raum selbst in der Allgemeinen Relativitätstheorie keine Invariante ist. Daher suchte man eine Theorie, die keine lokalen Felder brauchte (lokal heißt in diesem Fall übrigens so ungefähr, dass das Geschehen an einer Stelle in der Raumzeit nicht von anderen Punkten abhängt. Das Feld an einem Punkt trägt die ganze relevante Information und Geschichte).
Was zunächst schlecht aussah, nämlich dass die String-Theorie masselose Spin 2-Teilchen vorhersagte (Gravitonen?), bekam in diesem Kontext eine ganz neue Relevanz! Dass man lange erfolglos versuchte diese masselosen Teilchen loszuwerden stärkte auf der anderen Seite das Vertrauen, dass diese tatsächlich Teil der Theorie sind.

Die Idee des (geschlossenen) Strings und der Verzicht auf Punkte in der Raumzeit führt dazu, dass man auf andere Art als durch Renormalisierung die Unendlichkeiten in den Feldtheorien loswird (was für Gravitation ja eh nicht geht). Außerdem muss man keine Vorgaben für die Teilchen machen, stattdessen trägt der String seine Gesetze mit, die dann die Interaktionen definieren. In der Quantenfeldtheorie muss man die Interaktionen “selbst” definieren.
Die Interaktionen stellten sich dann praktischerweise auch noch als die der Allgemeinen Relativitätstheorie heraus – plus Terme bei kleinen Entfernungen die die Quantenphysik retten.
Außerdem erhält man sehr viel weniger mögliche Theorien, da man ja nicht die Interaktionen definiert. In Quantenfeldtheorien erhält man so sehr viele Möglichkeiten für eine Theorie, da man die Art der Interaktion ändern kann. Es gibt sogar nur 5 mögliche String-Theorien, von denen aber nur eine verstanden sei.
Außerdem wählt die Theorie ihre eigenen Raumzeit-Dimensionen und ihre eigenen Symmetrien. Leider stellte sich raus, dass die Theorie 9 Raumdimensionen und 1 Zeitdimensionen mitbrachte – was aber wiederum praktisch ist wenn man eine Große Vereinheitlichte Theorie aller Kräfte und Teilchen bauen will. Die zusätzlichen Dimensionen geben mehr Raum für die Schwingungen der Strings. Kein Physiker hat sich ausgedacht: Ach nehmen wir doch 10 Dimensionen.

Die String-Theorie brachte auch eine neue Symmetrie mit die man jetzt am LHC vielleicht findet – Supersymmetrie.

Was wir nicht gut verstehen, ist wie die Geometrie der Welt aussieht. Die String-Theorie erfordert eine neue Geometrie, aber wir wissen nicht welche. Irgendwie darf man in dieser Geometrie nicht über Punkte oder Linien sprechen, aber über minimal kleine Flächen. Das war ungefähr die Zeit, Anfang der 80er, als Witten in das Feld trat. Damals gab es sehr wenig Interesse in der String-Theorie. Aber 1984 gab es eine neue String-Theorie und eine neue Methode (u.a. von Michael Green, der im Vortrag Witten vorschlägt), die Witten in das Feld brachten.

String-Theorie brachte einen neuen Parameter mit, der im folgenden Jahrzehnt untersucht wurde. Er gibt an, wie nahe man sich einen Punkt höchstens ansehen darf, bevor die Geometrie das verbietet. Daraus ergeben sich z.B. Konsequenzen hinsichtlich des Durchschreitens einer Singularität (Schwarze Löcher, Urknall? – was ja auch Bojowald als großen Gewinn der Schleifenquantengravitation verkauft).

Einige britische Physiker trieben die Idee weiter – warum beim String stoppen? Warum nicht (Mem)branen? Schließlich stellte sich heraus, dass (verbesserte Formen von) Branen Teil der String-Theorie sind.
Fortschritte brachte die String-Theorie auch zum Verständnis einer möglichen Symmetrie zwischen Magnetismus und Elektrik. Dualitäten stellen sich immer mehr als wichtiges Fakt der Physik heraus, und begannen hier. Sie haben auch Bedeutung in der Supergravitation, einem klassischen Limit der Gravitationstheorie mit Supersymmetrie.

Schließlich führten die gemeinsamen Untersuchung der Parameter der String-Theorie (die eine neue Interpretation der Quantenmechanik fordern) zur M-Theorie. Es stellte sich heraus, dass welcher Parameter welcher ist (ob man jetzt das Limit der Raumzeit oder des Phasenraums anguckt) nicht klar ist, sondern dass die fünf String-Theorien nur Limits der M-Theorie sind. (Wow, was Raum, was Zeit, was Impuls sind ist Ansichtssache?). Wie die M-Theorie aussieht weiß man (noch) nicht.

Witten denkt dass String-Theorie auf dem richtigen Weg ist und ein tieferes Wissen bietet. Nicht nur, weil es einen guten Weg für Quantengravitation und deren Vereinigung mit den anderen Kräften bietet, sondern auch weil es viele andere Probleme verständlicher macht, z.B. das Problem der Entropie Schwarzer Löcher. Und – was ich ja persönlich am überzeugendsten finde – ist die Idee der Dualitäten. Dass Fragen in einer Theorie in einer Dualen Theorie beantwortbar sein können. Es ist z.B. dadurch gelungen, Quark-Gluon-Plasma-Daten in einer dualen Theorie Schwarzer Löcher besser zu modellieren.

Schließlich noch: Was mag die Zukunft bieten? Eine große Hoffnung ist, dass wenn es nur eine Theorie gibt, diese auch die eine ist die unser Universum beschreibt. Leider macht die String-Theorie das bislang nicht, im Gegenteil bietet sie viele mögliche Antworten auf die Frage nach den bestimmenden Zahlen. Und es kamen immer mehr Möglichkeiten hinzu.
Manche String-Theoretiker schlagen vor, dass die Dunkle Energie und die Quantenfluktuationen, die man im Mikrowellenhintergrund sieht ein Hinweis sein könnten, dass das Universum tatsächlich diese Möglichkeiten hatte, und sich in seiner frühen Entwicklung für eine entschieden hat.


Kommentare (29)

  1. #1 Jost Koller
    07/29/2010

    Auch wenn ich mich wiederhole 🙂

    Interessant dazu mag ein Kommentar zur Stringtheorie von Richard Feynman sein, den er kurz vor seinem Tod (1988) gegeben hat (im Gespräch mit Prof. P.W.C. Davies von der Universität Newcastle Upon Tyne):

    Es gefällt mir nicht, daß die String-Theoretiker ihre Ideen überhaupt nicht durch Berechnungen überprüfen. Es gefällt mir nicht, daß sie für alles, was nicht mit dem Experiment übereinstimmt, eine Erklärung zusammenbasteln, wonach sie dann sagen können: “Ja, aber es könnte trotzdem richtig sein.” Die Theorie verlangt z.B. zehn Dimensionen. Gut, vielleicht ist es mathematisch möglich, sechs davon einzurollen, aber warum nicht sieben? Die Gleichungen, die sie benutzen, sollten darüber entscheiden, wieviele Dimensionen eingerollt werden, und nicht ihr Wunsch nach Übereinstimmung mit dem Experiment. Es gibt in der String-Theorie nicht den geringsten Grund, warum nicht acht der zehn Dimensionen eingerollt werden und nur zwei übrigbleiben, was in vollkommenem Widerspruch zur Erfahrung stehen würde.
    (…)
    Schließlich ist es falsch, wenn die String-Theoretiker behaupten, es gäbe keine experimentellen Ergebnisse, nach denen sie sich richten könnten. Es gibt ungefähr 24 oder mehr mysteriöse Zahlenwerte, die im Zusammenhang mit Massen der beobachteten Teilchen stehen. Wie kommt es, daß die Masse eines Myons 206mal so groß wie die Masse eines Elektrons ist, und warum haben die Massen der verschiedenen anderen Teilchen wie die der Quarks gerade die gemessenen Werte? Für alle diese Zahlenwerte – insgesamt rund zwei Dutzend – liefert die String-Theorie absolut keine Erkärung.
    (…)
    Offenbar können sie überhaupt nichts beweisen, sie erklären nur, daß ihr Modell richtig sein muß, weil es das einzige ist, das sie haben und weil es nicht widerlegt werden kann. Na gut, wenn es das ist, was sie so in Aufregung versetzt – vielleicht haben sie ja recht. Ich glaube es allerdings nicht. (…) Allerdings habe ich schon einige Male nicht geglaubt, daß aus bestimmten Theorien etwas Gescheites herauskommen würde, und sie haben sich trotzdem als gut erwiesen. Ich kann mich wieder irren.

    (Zitat Ende).

    Das Gesamtgespräch ist natürlich wesentlich länger, aber ich hoffe, ein paar wesentliche Punkte seiner Meinung getroffen zu haben.

  2. #2 Nestiiii
    07/29/2010

    1988… 🙂

  3. #3 s3bastian8n
    07/29/2010

    und seit dem ist es nicht besser geworden

  4. #4 Jörg
    07/29/2010

    Leute, könnt ihr euch den Vortrag wenigstens ansehen oder meine Zusammenfassung lesen und dann etwas qualifizierte Kommentare abgeben? Also, sofern ihr einen Punkt habt…

  5. #5 schlappohr
    07/29/2010

    Ernstgemeint: Gibt es eine (gerne auch anspruchsvolle) Einführung in die ST für “Hörer anderer Fachrichtungen” in Buchform? Ich finde entweder nur kurze Erklärungen mit schwingenden Fäden auf Planckskala, und dann wieder völlig abgedrehte Abhandlungen, die viel zuviel voraussetzen.

  6. #6 TheBug
    07/29/2010

    Gute Idee!

    String Theory for Dummies, möglichst nicht zu sehr aus höherer Mathematik bestehend, wäre durchaus nett.

    Da es mit meiner täglichen Arbeit wenig bis gar nichts zu tun hat, ist es etwas schwierig sich in die ganzen Grundlagen einzuarbeiten und spätestens nach zwei Seiten Formelherleitung ist bei mir Schluss, das kann ich zwar prinzipiell, habe es aber nie gemocht.

  7. #7 Karl Ranseier
    07/30/2010

    Solange die Stringtheorie nicht wenigstens _eine_ überprüfbare Zahl liefert, ist sie nichts anderes als eine nette mathematische Spielerei. Physikalische Theorien _müssen_ sich an der Realität messen, um ernstgenommen zu werden. Zumindest sollte es möglich sein, Massen_verhältnisse_ herzuleiten, aber wie oben erwähnt, hat sich da in den letzten Jahrzehnten nichts getan. Jede andere frei phantasierte Theorie, die nicht überprüft worden ist (oder nicht überprüft werden kann) ist gleichviel wert.

  8. #8 Alexander
    07/30/2010

    “String Theory für Dummies” gibt es, 16 Euro bei Amazon. Hab es mir vor einer Weile besorgt, aber ohne Physikstudium und guten Kenntnissen in Quantenmechanik würde ich es keinem empfehlen.

    http://www.amazon.de/String-Theory-Dummies-Lifestyles-Paperback/dp/047046724X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1280476542&sr=8-1-spell

    An Karl Ranseier: “diese nette mathemtische Spielerei” schafft es verdammt viele physikalische Effekte zu beschreiben, und das mathematisch sehr elegant. Du darfst gerne eine andere Theorie “frei phantasieren”, die ähnliches leistet. Es behauptet auch niemand, die String-Theorie sei schon vollständig verstanden.

  9. #9 frantischek
    07/30/2010

    http://www.amazon.de/Universum-Superstrings-verborgene-Dimensionen-Weltformel/dp/3442760267

    The elegant Universe! von Brian Greene. Gibts glaub ich auch als BBC Doku. Für so ungebildete Eumel wie mich mMn sehr zu empfehlen.

  10. #10 TheBug
    07/30/2010

    Gibts auch noch einen Zacken schärfer:
    http://www.amazon.de/gp/product/1592577024/ref=pd_luc_sim_01_02

    The Complete Idiots Guide To String Theory

    Hört sich nach dem Buch für mich an 🙂

  11. #11 Karl Ranseier
    07/30/2010

    @Alexander
    > An Karl Ranseier: “diese nette mathemtische Spielerei” schafft es verdammt viele
    > physikalische Effekte zu beschreiben, und das mathematisch sehr elegant. Du darfst
    > gerne eine andere Theorie “frei phantasieren”, die ähnliches leistet. Es behauptet
    > auch niemand, die String-Theorie sei schon vollständig verstanden.

    Welchen *überprüften* Effekt sagt sie denn voraus, der sonst nicht erklärbar wäre?
    Welche nachgemessene Zahl, welches Massenverhältnis, welche Naturkonstante ist damit herleitbar? (Bitte Zitate angeben)
    Tatsache ist, die Theorie ist solange nichts wert, solange “belastbare”, nachgewiesene Zahlen nicht vorliegen. Und da hat sich seit Feynmans Zeiten (leider) nichts geändert.

  12. #12 Alexander
    07/31/2010

    @ Karl
    Ich denke du hast nicht verstanden, was die Stringtheorie ist und was sie leistet, und den Vortrag von Witten hast du wohl auch nicht angesehen, bzw. verstanden. Die Stringtheorie ist ein mathematisch-physikalisches Konzept, das unheimlich leistungsfähig ist, wenn es um die Beschreibung des Standardmodells der Physik aber auch seiner Erweiterungen geht. Die Methoden der ST sind darüber hinaus geeeignet, auch altbekannte Phänomene wie z.B. die Supraleitung besser zu verstehen. Das Problem ist, dass die ST in ihrer Komplexität bei weitem noch nicht verstanden ist. Das macht sie aber nicht wertloser, es erfordert Geduld. Spätestens wenn der LHC Hinweise zum Beispiel auf Sypersymmetrie liefert, wird sich hier einiges tun. Die ST liefert nämlich Susy-Modelle quasi “frei Haus”.
    Eine Vorhersage von Massen, Konstanten oder Verhältnissen usw. wäre natürlich noch besser und muß auch irgendwann das Ziel sein. Dein Umkehrschluß, dass diese derzeitige Nichtvorhersage die ST aber wertlos macht, ist falsch und sehr naiv.

  13. #13 Karl Ranseier
    07/31/2010

    @Alexander

    Ich denke, Du hast nicht verstanden, wie Physik funktioniert. Theoretische Physik erschöpft sich nicht in der “Schönheit” der Gleichungen, sondern in der ÜBERPRÜFBAREN Beschreibung der Natur. Und *nur*, wenn ich irgendwelche Zahlen mit meiner Theorie liefere, die *nachweislich* mit der Realität übereinstimmen, ist sie überhaupt *irgendetwas* wert. Bis dahin ist sie nur ein interessantes Gedankengebäude ( aufbauend auf Axiomen, d.h. der Annahme von vieldimensionalen schwingenden Strings), welches zutreffen kann – oder auch nicht.
    Als der alte Max Planck noch die Zeitschrift für Physik herausgab, verlangte er, daß jede Theoriearbeit mit einer Zahl enden müsse. Nach Jahrzehnten des Laborierens mit dieser Theorie im luftleeren (d.h. unbewiesenen) Raum ist es eigentlich beschämend, daß diese “Verteidigungspostings” wie Deines überhaupt zustandekommen. *Du selber* müßtest den *dringenden* Wunsch eines schnellen Beweises dieser Therie haben, und sich nicht nur über die Struktur der Gleichungen freuen. Für Mathematik mag das ausreichend sein, für Physik nicht.
    Oder wie Feynman sagt:
    “Wir haben experimentelle Ergebnisse, mit denen wir die Voraussagen aller möglichen Theorien vergleichen können, um auf diese Weise die falschen Theorien auszusondern. […] Sieht man sich die Zahlenwerte an, so scheinen sie vollkommen zufällig und chaotisch, ohne irgendein erkennbares Muster. Da liegt das Problem für die theoretischen Physiker, aber die String-Theoretiker kümmern sich nicht im geringsten darum”.

    Es scheint auch Dich nicht im geringsten zu interessieren, auf einer möglicherweise kompletten Nonsens-Theorie zu arbeiten (falls Du es überhaupt tust).

  14. #14 MartinB
    08/01/2010

    @Alexander
    “Spätestens wenn der LHC Hinweise zum Beispiel auf Sypersymmetrie liefert, wird sich hier einiges tun. Die ST liefert nämlich Susy-Modelle quasi “frei Haus”.”
    Die Stringetheorie ist also deshalb so gut, weil sie experimentelle Ergebnisse erklären kann, die noch gar nicht vorliegen? Das ist schon etwas dünn. Darüberhinaus ist es ja nicht so, als sei die SuSy, wenn es sie den gibt, eine “Erfindung” der Stringtheoretiker – Susy-Theorien gibt es schon länger und der Nachweis von Susy wäre kein Nachweis der Strings.

    Und wenn der LHC keine Susy-teilchen findet, dann sitzen wir halt in einem von den 10^500 Alternativ-Universen, in denen die Susy-Teilchen zu schwer sind…

    @Schlappohr
    AUf mittlerem Niveau (allerdings sehr kritisch) sind Lee Smolins “Die Zukunft der Physik” und (etwas schwieriger, aber immerhin formelfrei) Peter Woits Buch “Not even wrong”.

  15. #15 Alexander
    08/01/2010

    @ Karl: nur Zahlen als Ergebnis? Und das ist dann Physik? der gute alte Planck muß ein recht trockener Kochen gewesen sein. Ansonsten bin ich nicht der, der dir hier die ST erklären kann und will. Besorg dir ST für Dummies, ggf. voher noch QM for Dummies, vielleicht verstehst du es dann besser.
    @MartinB: Natürlich gibt es Susy-Modell auch ohne ST, aber es ist ein Unterschied, ob ich die Susy quasi “händisch” an das SM anklebe, oder ob ich ein Modell habe, wie in der ST, das in sich schlüssig SM wie Susy enthält. Die “10°500” sind übrigens ein Mißverständnis, das Lee Smolin aufgebracht hat, aber kein Argument. 😉 Zum Verständnis der ST ist Smolins Buch sicher nicht geeignet.

  16. #16 Jörg
    08/01/2010

    @Alexander: Wow, das ist interessant. Ich hab ja keine Ahnung von ST, arbeite mich gerade durch ein verständliches QFT-Skript, damit ich wenigstens mal die Konzepte verstehe.
    Daher enthalte ich mich auch von Wertungen gegenüber ST, außer dass ich viele der Konzepte die da natürlich rauszukommen scheinen unwahrscheinlich spannend finde, vor allem die Dualitäten. Hast du nicht mal Lust, einen Gastbeitrag über die 10^500 zu schreiben? Oder ein verwandtes Thema zu ST, z.B. wie man da überhaupt drin arbeitet?

  17. #17 MartinB
    08/01/2010

    @Alexander
    Die Susy gab es lange vor der Stringtheorie – selbst wenn die Susy mathematisch noch so schön aus der Stringtheorie rauskommt, wäre ihre Entdeckung kein wirklich schlüssiges Argument für die Stringtheorie, weil es eben auch viele andere Theorien mit Susy geben kann. Aber die mögliche Entdeckung der Susy als Beleg für die Stringtheorie anzuführen, ist absurd, weil ein hypothetisches Ergebnis kein beleg sein kann – sonst kann ich auch argumetieren, (ich hoffe, den leichten Sarkasmus nimmst Du mir nicht übel) meine Rosa-Einhorn-Theorie ist deswegen so gut, weil sie vorhersagt, dass am LHC Rosa Einhörner entstehen, und wenn die erst mal gefunden sind, dann werden alle meine Theorie toll finden…

    Kannst Du das Missverständnis mit den 10^500 aufklären? Das Argument habe ich nämlich sehr oft gelesen, nicht nur von Smolin, wenn ich mich recht entsinne.

    Und wenn ich schon am Nachfragen bin, wie genau ist dieser Satz zu verstehen:
    “das unheimlich leistungsfähig ist, wenn es um die Beschreibung des Standardmodells der Physik …”
    Was genau leistet die String-Theorie bei der Beschreibung des Standardmodells? Wie muss ich mir das vorstellen? Leitet man das Standardmodell (um Susy erweitert) aus der Stringtheorie ab? Wie? Oder was sonst kann ich aus der Stringtheorie über das Standardmodell lernen?

  18. #18 Karl Ranseier
    08/01/2010

    @Alexander
    Da kaufe ich mir doch lieber “Homöopathie für Dummies”. Deren Glaubenssystem ist genauso wenig bewiesen und wird von seinen Anhängern ebenso ideologisch verteidigt, ohne daß sie auch nur *irgendwas* in der Hand hätten, das einer wissenschaftlichen Analyse standhielte. Und auch hier wird von deren Anhängern ein strenger Beweis überhaupt nicht verlangt. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, daß Du Wissenschaftler bist. Oder einer, der mit dem mathematischen Geschwurbel der Stringtheorie andere Menschen beeindrucken möchte, und dabei doch – wenn man genau hinsieht – mit leeren Händen dasteht. Eine unbewiesene Theorie – mehr nicht.
    Liefere doch endlich mal *Beweise* für die Gültigkeit der ST, oder kannst oder willst Du das nicht?

  19. #19 Jörg
    08/01/2010

    @Karl: Ich hatte oben etwas von qualifizierten Kommentaren geschrieben. Das gilt auch für dich.

  20. #20 H.M.Voynich
    08/01/2010

    @Karl Ranseier:
    Was wäre so schlimm daran, wenn die ST nur Mathematik wäre und keine Physik?

  21. #21 Alexander
    08/02/2010

    @Jörg, Gastbeitrag? Zu viel der Ehre. Meine Kenntnisse der ST beruhen lediglich auf allgemeinem Interesse, vielen gelesenen Blogbeiträgen, ST für Dummies ;-), und ruhen aber immerhin auf einem Physikstudium mit Schwerpunkt Hochenergiephysik mit Diplomarbeit an einem Forschungsprojekt zur Dunklen Materie. Aber ich arbeite nicht mit oder an der ST sondern in einem ganz anderen Bereich. Zu dem Argument “10°500” versuche ich mal einen Blogbeitrag wiederzufinden, der das sehr schön analysiert hat: Kern der Aussage war, die Größe des Lösungsraums ist kein Entscheidungskriterium, auch andere Theorien und Modelle, dann folgten Beispiele, haben ähnlich große Lösungsräume.
    @Martin: ich habe nicht geschrieben, dass Susy der Beleg für die ST ist oder wäre. Daher kannst du dir dein Einhornbeispiel sparen. Aber umgekehrt würde eine bestätigte Susy ziemlich sicher die ST stark voranbringen, in gewisser Weise auch stark bereinigen, und damit, hoffe ich, auch in die Nähe konkreterer Vorhersagen wie zum Beispiel von Massenspektren bringen.
    @Karl: schließe mich Jörg an

  22. #22 Karl Ranseier
    08/02/2010

    Also jetzt reichts. Mein Blog ist keine Ablage für Copy&Paste. Wenn du etwas mitzuteilen hast, formuliere es in ganze Sätze aus.

  23. #23 Jörg
    08/02/2010

    @Alexander: Och schade, dachte du würdest daran arbeiten. Aber der Link würde mich schon interessieren, wenn du den noch auftreiben kannst.

  24. #24 NichtBewiesen
    08/03/2010

    Warum fragt sich eigentlich keiner, weshalb trotz des jahrzehntelangen Hypes und dem Großaufgebot an hoch qualifizierten Theoretikern in 30 Jahren so wenig herausgekommen ist?

    Von den fünf fundamentalen Problemen der Physik löst die Stringtheorie gerade einmal eines (besser gesagt, die eingebaute hypothetische Supersymmetrie leistet dies für sie).
    In Wahrheit existieren noch nicht einmal physikalische Prinzipien, aus denen sich die Stringtheorie ableiten ließe – von experimentellen Voraussagen, die eine Entscheidung über ihre Richtigkeit erlauben würden, ganz zu schweigen.

    Vielleicht sollten sich die Stringtheoretiker noch einmal eingehend mit Kant und Popper beschäftigen, um sich klarzumachen, was Wissenschaft eigentlich bedeutet!

  25. #25 MisterX
    08/03/2010

    oh^^ jörg beschäftigt sich jetzt auch mit esotherik 🙂

  26. #26 Jörg
    08/03/2010

    Wie gut dass ihr alle so viel Ahnung habt, von was ihr sprecht. Vielleicht sollte ich euch das Physik bloggen überlassen…

  27. #27 frantischek
    08/07/2010

    Warum regt ihr euch eigentlich so auf?
    Wenn ich als Nichtphysiker das aus meinen populärwissenschaftlichen Quellen heraus richtig verstanden habe geht es doch bei wissenschaftlichen Theorien nicht darum eine fundamentale Wahrheit/Wirklichkeit zu beschreiben sondern einzig und allein darum wie gut man mit den Theorien arbeiten kann (u.a. Hawking schreibt das).
    Offensichtlich kann eine große Zahl an Physikern recht gut mit der Theorie arbeiten sonst würden sie es ja nicht tun, wo ist das Problem?

  28. #28 Lars G.
    08/27/2010

    http://discovermagazine.com/2010/apr/01-back-from-the-future/article_view?b_start:int=0&-C=

    Kannst du darüber mal was schreiben? Das haut mich vom Hocker, wenn ich darüber nachdenke und es richtig verstanden habe.

  29. #29 misterx
    12/21/2012

    hoi, wer sich noch dafür interessiert, auf youtube gibt es eine 10 mal ca. 2 stündige “lecture” über die basics der string theorie von susskind, ohne beschönigungen. Kann ich nur jedem empfehlen. Ist ahalt auf englisch und ein wenig mathematische physik braucht man natürlich auch(geht aber).

    Gruß