Hans-Peter Uhl, immerhin innenpolitischer Sprecher der CSU, zeigt was mir an Deutschland so stinkt: Die intrinsische, kaum diskutierte und brandgefährliche Menschenfeindlichkeit. Bei einer Podiumsdiskussion (natürlich der Jesuiten-Hochschule) habe er wohl gesagt:

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle betonte er am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion Jesuiten-Hochschule in München die Bedeutung der Ausländerpolitik. „Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen”, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion einer Meldung KNA zufolge. Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden, habe Uhl gewarnt. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

Wenn das stimmt: Was für eine absolut abartige Schlussfolgerung. Da sind also die Ausländer dran Schuld, dass es Nazigruppen gibt?? Absolut untragbar und menschenverachtend, und das aus der höchsten Ebene der Regierung. Und überrascht mich leider kein Stück aus der Union, im Gegenteil, solche Rechtsausleger muss man ja erwarten.

Mehr fällt mir nicht mehr ein, ohne aggressiv ausfallend zu werden.

Kommentare (26)

  1. #1 Thilo
    01/16/2012

    Wie erklärt Uhl eigentlich, daß solche Kampfgruppen meist gerade dort entstehen, wo der Ausländeranteil fast Null ist? http://www.bpb.de/wissen/1R6EXS,0,0,Ausl%E4ndische_Bev%F6lkerung_nach_L%E4ndern.html

  2. #2 Carsten
    01/16/2012

    Na ja also Rechtsausleger sind Boxer, deren starker Arm der Linke ist.
    Der Mann ist ganz eindeutig Linksausleger 🙂

  3. #3 Spoing
    01/17/2012

    Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wie Menschen die Opfer/Täterbeziehung verdrehen wollen wenn etwas nicht ins Weltbild passt. Sicher wurde die Überfremdungsangst in der Vergangenheit nicht ernst genug genommen und Extremismus bekämpft man am besten indem man ihm die Nahrung nimmt. Aber das manche immer wieder bereit sind selbst Mörder als “Opfer” hinzustellen macht mich auch ordentlich wütend.
    Die Wortwahl ist hier nochmal extra perfide. “Wenn man die ganze Welt umamrt…”
    Da stellt er sich sogar noch als “Guter” hin!

  4. #4 Carlo
    01/17/2012

    Nein, er meint nicht, dass die Ausländer schuld an Nazis sind, sondern dass eine falsche (Einwanderungs-)Politik zu Umständen führen können, die den Rechtsextremismus befördern. Es geht einfach darum, dass man sogenannten “Alt”-Deutsche nicht überfordern sollte. Für jemanden, der im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen und sozialisiert wurde, ist es geradezu ein Kulturschock, wenn plötzlich und immer mehr ein rigides Patriarchat im Wohnviertel aufkommt. Und es ist eine Überforderung von Einheimischen, wenn sich ihre unmittelbare Wohnumgebung in vielen Belangen derart rasch verändert. Das ist es, worauf man aufpassen sollte. Das ist die Sorge, die der Politiker meint. Dass so etwas von Leuten wie Ihnen nicht ernst genommen wird, ist dabei ziemlich irritierend.

  5. #5 Schmidts Katze
    01/17/2012

    “Es geht einfach darum, dass man sogenannten “Alt”-Deutsche nicht überfordern sollte.”
    Ja, mit einer Dönerbude z.B.
    Da greift der “Alt”-Deutsche halt schnell mal zur Schusswaffe.

    “dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.”
    Naja, zwei von denen laufen wohl nicht mehr weg, und die dritte wohnt ja jetzt mit Gittern an den Fenstern.
    Aber es gibt sicher noch genug, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

  6. #6 Plor
    01/17/2012

    “Für jemanden, der im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen und sozialisiert wurde, ist es geradezu ein Kulturschock, wenn plötzlich und immer mehr ein rigides Patriarchat im Wohnviertel aufkommt.”

    …weil ja die Generation Uhl (Jahrgang 44) Patriarchismus, Sexismus sowie religiösen und politischen Dogmatismus in Deutschland zuvor nie erlebt hat, gell?

  7. #7 Jürgen Schönstein
    01/17/2012

    @Carlo
    1. Es gibt keine Einwanderungs-Politik, weil Deutschland kein Einwanderungsland ist. Es gibt nur “Ausländerpolitik” – und das ist schon mal der erste, große Fehler.
    2. Nicht der “Ausländer” an sich ist das Problem, sondern der Deutsche, der dies zum Problem deklariert. Ich bin als Nachkriegskind in einer kleinen aber boomenden Industriestadt groß geworden, in der ohne “Gastarbeiter” – erst aus Italien, dann aus Spanien, dann aus der Türkei – die Räder still gestanden hätten. Nebenbei gab’s dort auch noch eine große Anzahl amerikanischer Soldaten (in Spitzenzeiten etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung). Und genau diese Sozialisierung im Nachkriegsdeutschland erlaubte uns zu erkennen, dass es nicht darauf ankommt, wo jemand geboren ist, sondern wo er/sie sich entschließt zu leben.
    3. Siehe Thilos Kommentar – alles klar?

  8. #8 Gustav
    01/17/2012

    “Für jemanden, der im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen und sozialisiert wurde, ist es geradezu ein Kulturschock, wenn plötzlich und immer mehr ein rigides Patriarchat im Wohnviertel aufkommt.”

    Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Menschen das Thema “Patriarchat”, “Sexismus”, “Frauenunterdrückung” entdecken, wenn es um ImmigrantInnen geht. Meist sind es die gleichen Menschen, die beim Thema “Gleichberechtigung” oder Wörter wie “Gender” völlig durchdrehen.

    Nicht auf sie – Carlo – bezogen, ich kenn sie natürlich nicht und will ihnen das aufgrund der Kürze ihres Postings nicht unterstellen. Nur hat mich der Satz an Diskussionen hier in Österreich erinnert. Wo FPÖ-Abgeordnete, oft Burschenschafter (also Personen aus Männerbünde, die Frauen nicht nur ausschliessen, sondern ein Frauenbild besitzen, wo die 50er-Kirchenvorstellung über Frauen fast schon revolutionär dagegen ist) sich über die Unterdrückung der Frauen im Islam aufregen und plötzlich die Frauenrechte entdecken. Allerdings nur die der muslimische Frauen, denn gleichzeitig prangern sie den “linksextremen Charakter” der Binnen-I-Schreibweise an, sprechen von “Gender-Wahnsinn” und bezeichnen Feminismus als “Volkszersetzend” (!). Und Versuche mehr Gleichberechtigung zu schaffe, bezeichnen FPÖ-Politiker schon einmal als Umschulungsversuch der Systemparteien.

    Das sind nun Beispiele einer rechtsextremen FPÖ, aber ähnliche Aussagen finden sich abgestuft bei konservativ-reaktionären Teilen der ÖVP (die österreichische Variante der CSU).

  9. #9 JK
    01/17/2012

    Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

    1. Methoden caritativer Weltumarmung: Schengener Abkommen, gute Beziehungen zu Diktaturen, Waffenexporte in Krisengebiete, Verlagerung umweltschädlicher Produktion in die Dritte Welt, …

    2. Politikfelder, in denen es offensichtlich kein Problem ist, das eigene Volk (einschl. der Migranten) aus den Augen zu verlieren: Geld für Banken statt für Kitas, skandalöse Zustände in Pflegeheimen, hunderttausende von Kindern in Sozialhilfe, …

  10. #10 Jörg
    01/17/2012

    Na ja also Rechtsausleger sind Boxer, deren starker Arm der Linke ist.
    Der Mann ist ganz eindeutig Linksausleger 🙂

    Zerleg mir doch nicht meine Wortfindungen ;( Schwierig genug, nicht beleidigend zu werden 🙂

  11. @Carlo: “Für jemanden, der im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen und sozialisiert wurde, ist es geradezu ein Kulturschock, wenn plötzlich und immer mehr ein rigides Patriarchat im Wohnviertel aufkommt. “

    Genau. Im Gegensatz zum emanzipierten und frauenfreundlichen Nackriegsdeutschland, nicht wahr?

  12. #12 Christine Ludwigson
    01/17/2012

    “Hans-Peter Uhl, immerhin innenpolitischer Sprecher der CSU, zeigt was mir an Deutschland so stinkt: Die intrinsische, kaum diskutierte und brandgefährliche Menschenfeindlichkeit.
    ……
    Mehr fällt mir nicht mehr ein, ohne aggressiv ausfallend zu werden.”

    Ich dachte, es ginge auf diesem Blog um SCIENCE. Und nun dieser unterirdische Beitrag und diese nicht weniger unterirdischen Kommentare.

    Nix wie weg!

    Christine

  13. #13 oliver
    01/17/2012

    @ Christine Ludwigson

    Oh nein, der Mann hat eine eigene Meinung, steinigt ihn!!!
    Zu dem Thema find ich diesen Blogpost von Herrn Freistetter recht passend:
    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/04/was-durfen-scienceblogger.php

  14. #14 Spoing
    01/17/2012

    @ Jürgen Schönstein: “Nicht der “Ausländer” an sich ist das Problem, sondern der Deutsche, der dies zum Problem deklariert.”
    Diese Einstellung halte ich ebenfalls für völlig falsch, da er jedwede Verantwortung von den Leuten nimmt die sich selber als “Ausländer” sehen. Hier wird wieder eine Täter-Opfer beziehung aufgebaut die eine Ausrede vor der Tat liefert (Und somit die von der moralischen Verantwortung für selbige entbindet.)
    Das ist stures Lagerdenken.
    Ich hatte in meinem Leben zum Beispiel noch nie ein Problem mit Ausländern. Wohl aber zur Genüge mit Kindern oder Enkel von Leuten die als Ausländer immigriert sind. Diese Leute sind genau so deutsch wie ich, sehen sich aber selber als Ausländer.
    Als Grund hierfür sehe ich 3 fatale (Haupt)Gründe:
    1.) Ein Erdogan (etc.), welcher den Leuten eintrichtert sich nicht zu intergrieren. (selbst wenn er es anders gemeint haben sollte, so kam es rüber)
    2.) Kein Integrationszwang! (Rechts war froh, diese Leute nicht in der Nachbarschaft zu haben und Links hielt es ja schon für faschistisch, wenn diese Leute deutsch lernen mussten)
    3.) Das Konsequente leugnen von Problemen und sobald sie nichtmehr zu leugnen sind, stures Lagerdenken

    Alles führt dazu, dass es uncool/böse ist als Jugendlicher ein Deutscher zu sein. Dabei ist ein Deutscher keineswegs ein Nazi sondern nur jemand der in diesem Land geboren ist oder hier erfolgreich sich eine Staatbürgerschaft verdient hat.

  15. #15 BreitSide
    01/17/2012

    @Spoing: das ist doch wohl hoffentlich nicht Dein Ernst?

    Die zweite oder dritte Generation ist üblicherweise total integriert. Diese Leute beherrschen die deutsche Sprache zB viel besser als die meisten Deutschen. Siehe nur Leute wie Özdemir oder die vielen Nachrichtensprecher und Schauspieler mit eindeutigem Migrationshintergrund.

    Deine “Argumentation” erinnert fatal an unsere unselige Familienministerin Köhler-Schröder (die mit den Kohl-Postern im Teeniezimmer), die lamentierte, deutsche Kinder würden als “deutsche Kartoffel” oder ähnlich Schröckliches oral vernichtet.

    Und nochmal für Dich: Ausländerhass blüht in D vor allem dort, wo es gar keine Ausländer gibt. Sollte das Dir nicht zu denken geben?

  16. #16 michael
    01/17/2012

    @BreitSide
    > Diese Leute beherrschen die deutsche Sprache zB viel besser als die meisten Deutschen.

    Schaust Du mal hier.

    Die Deutschkenntnisse der Mütter sind sehr gering
    Ebenfalls sind die Deutschkenntnisse der dritten Migrantengeneration so gering, dass sie den Unterricht in der Schule nicht folgen können, obwohl diese Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen sind (Tab. 8, 9)

  17. #17 MoritzT
    01/17/2012

    Yeah! Pauschalisierungs- und Migrationsbullshitbingo! Ich will auch!

    Also:
    Wenn Kindeskinder von Migranten als “dritte Migrantengeneration” bezeichnet werden – bin ich dann “dritte Nazigeneration”?

    (und weil hier wahrscheinlich ganz schnell die Ironiedetektoren versagen: das war eine Ironie-Positivkontrolle)

    Kann man sich vielleicht mal die Mühe machen, die Probleme bei der Integration von Zuwanderern in Deutschland als das zu betrachten, was sie sind: eine sehr komplexes, vielschichtige, gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die genau eines mit Sicherheit nicht braucht: grenzdämliche, unterkomplexe Pauschalisierungen und Stammtischparolen der selbsternannten Spezialisten für Sicherheitspolitik im Inneren. Gut, der Uhl hat tatsächlich mal eine Behörde geleitet, die Ausländerrauspolitik gemacht hat (Kreisverwaltungsreferat München), der Mann weiß also wirklich, wie das geht. Und wenn man sich die hunderttausend Stöcke anschaut, die unseren werten nicht-EU-Kommilitonen zwischen die Beine geschmissen werden (o wie gern hätt ich Zeit zum selberbloggen), dann hat er auch einiges erreicht. So viel, dass es selbst ein Grüner bisher nicht umdrehen konnte.

  18. #18 Spoing
    01/17/2012

    @Bretside:
    Versteh mich nicht falsch, für mich sind alle aus der dritten Generation ganz normale Deutsche. (Habe ja auch geschrieben, jeder ist ein Deutscher, sofern er die Staatsbürgerschaft besitzt und auch das ich noch nie ein Problem mit Ausländern hatte(Was impliziert, dass ich die mit denen ich Probleme hatte nicht als Ausländer sehe)). Mir geht es um das Selbstverständniss der Problemfälle in der zweiten/dritten Generation.
    Natürlich gilt dies nur für die Krawall machende Minderheit, aber auch die sollte man nicht Ignorieren, nur weil es nicht ins Weltbild passt.
    “Deutschenhass” ist bei vielen Jugendlichen übriegens keine absolute Randerscheinung. Dies ist auch ganz plumper Rassismus nur unter anderen Vorzeichen!

    Es geht einfach darum, dass sich in vielen Köpfen (an beiden Rändern) ein “Wir gegen Die” Bild festgesetzt hat. Woran das liegt, darüber kann man lange streiten, aber es ist keinesfalls so einfach, dass es hier nur schwarz und weiß gibt. Der Satz den ich von Jürgen Schönstein kritisiert habe, ist meiner Meinung auch einer, welcher nichts bewirkt außer zu polarisieren.

    Das “sich in eine Opferrolle” drengen kommt immer gut an. Denn es erlaubt einen seine eigenen moralischen Verfehlungen nicht hinterfragen zu müssen. Wenn das ganze dann, wie hier von Uhl, nach konkreten Anlass geschieht kann das ganz schnell wiederlich werden.

  19. #19 BreitSide
    01/17/2012

    @Spong: Eben deswegen nochmal die Frage: worauf beruht diese Deine Einschätzung mit dem Deutschenhass bei der 2. oder 3. Migrantengeneration?

    Schröder-Köhlers “Empfindungen” dahingehend wurden völlig vom Tisch gewischt. Welche Quellen hast Du für Deine Ansicht?

  20. #20 Spoing
    01/18/2012

    @Bretside:
    Studien habe ich keine die es Belegen. Es sind nur persönliche Erfahrungen. Sowohl privat vom feiern, als auch durch ehrenamtliche Mitarbeit in einem Jugendkeller. Außerdem noch Erfahrungen von zwei Freunden von mir, beide Erzieher, beide speziell für Problemfälle.
    Der Hass gegen bestimmte andere Gruppen ist bei manchen Jugendlichen zwar noch größer (Homosexuelle haben es mitlerweile z.B. wieder extrem schwer) aber das heißt nicht, dass er woanders nicht auch gegeben ist.

    Solltest du Statistiken zu dem Thema haben, wäre ich an offiziellen Zahlen gerne interessiert, vll. ist es bei mir ja nur ein regionales Problem. (In der Großstadt in der ich momentan Studiere habe ich davon z.B. auch noch nichts mitbekommen. Allerdings pflege ich auch keinen Umgang mehr mit jugendlichen Halbstarken)

  21. #21 Antikraut
    01/18/2012

    @Spoing:
    “Ich hatte in meinem Leben zum Beispiel noch nie ein Problem mit Ausländern. Wohl aber zur Genüge mit Kindern oder Enkel von Leuten die als Ausländer immigriert sind. Diese Leute sind genau so deutsch wie ich, sehen sich aber selber als Ausländer.”
    Erst trichtert die Mehrheitsgesellschaft unseren Murats und Aisches jahrzehntelang ein, dass ihre Vornamen sie zu Türken machen, und dann kommt sie damit nicht klar, dass die Leute es irgendwann glauben.

    “Als Grund hierfür sehe ich 3 fatale (Haupt)Gründe:
    1.) Ein Erdogan (etc.), welcher den Leuten eintrichtert sich nicht zu intergrieren. (selbst wenn er es anders gemeint haben sollte, so kam es rüber)”
    Pech gehabt. Übrigens warte ich noch darauf, dass ein hochrangiges AKP-Mitglied einen unter Kindesmissbrauchsverdacht in Deutschland in U-Haft sitzenden Türken freipressen will – einfach aus Rache für Marco W. oder wie der Junge gleich noch mal hieß.

    “2.) Kein Integrationszwang! (Rechts war froh, diese Leute nicht in der Nachbarschaft zu haben und Links hielt es ja schon für faschistisch, wenn diese Leute deutsch lernen mussten)”
    Integration? Ist das nicht dieser rechte Kampfbegriff, von dem keiner so genau weiß, was er eigentlich heißen soll? Jetzt mal ehrlich, ich als Ausländer verfolge diese Diskussion schon eine ganze Weile mit und habe trotzdem nicht die geringste Ahnung, was die “Integrationsforderer” überhaupt von mir wollen.

  22. #22 maxfoxim
    01/18/2012

    @Antikraut

    “Übrigens warte ich noch darauf, dass ein hochrangiges AKP-Mitglied einen unter Kindesmissbrauchsverdacht in Deutschland in U-Haft sitzenden Türken freipressen will – einfach aus Rache für Marco W. oder wie der Junge gleich noch mal hieß.”

    Na ja, also einen 16(?)-jähirgen der einvernehmlichen Sex mit einer 14(?)-jährigen hatte, mit einem “Kindesmissbraucher” zu vergleichen ist schon sehr grenzwertig.
    Und wenn Erdogan mal die Toleranz hätte, die er von anderen verlangt, gebe es sicherlich auch viele Probleme weniger. Siehe den Skandal mit Frankreich.

    Und Integration ist sicherlich kein rechter Kampfbegriff. Eher einer der von beiden Seiten benutzt wird. “Integration ohne wenn und aber” würden sicherlich auch viele linke Ideologen unterschreiben.

  23. #23 Antikraut
    01/18/2012

    Das Mädel war 13 und damit auch nach deutschem Recht ein Kind im Sinne des Sexualstrafrechts. Wäre mir neu, dass das deutsche Strafrecht da einen anderen Terminus kennt als “Kindesmissbrauch”. Ist aber eh wurscht, weil nun mal die lokalen Gesetze gelten.
    Und was Frankreich und Algerien angeht, hat Erdogan leider nicht ganz Unrecht.

  24. #24 maxfoxim
    01/19/2012

    Ja, aber soweit ich weiß, war
    1) der Sex einvernehmlich
    2) der Typ nich viel alter
    3) sie sah älter aus als 13
    Auch wenn es “grob” juristisch vielleicht Kindesmissbrauch ist. Gehört zum “richtigen” doch einiges mehr. Na ja, wie dem auch sei, schwierieges Thema.

    Mag sein, das Erdogan nicht ganz Unrecht hat. Maßloß überzogen hat er trotzdem. Seinen Botschafter aus Frankreich abziehen, zeigt nicht gerade von diplomatischem Feingefühl.

  25. #25 BreitSide
    01/19/2012

    @maxfoxim: Es hieß ja Kindesmissbrauchsverdacht, und der war zweifellos da. Das Mädel hatte es ja behauptet. Ich möchte nicht der Staatsanwalt sein, der eine solche Klage ignoriert, weil sie so lächerlich daherkommt.

    Was wirklich dran war, ist eine ganz andere Sache.

  26. #26 peer
    01/21/2012

    Was die Rechtslage betrifft hier eine schöne Zusammenfassung:
    Siehe hier:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/13/lehrer-liebt-ungestraft-14-jahrige-schulerin/

    Sex mit einer 13jährigen ist (auch in Deutschland) stehts strafbar. Auch wenn der andere 14 war und der Sex einvernehmlich ist.

    Das hat aber sonst wenig mit der Diskussion zu tun, um die es ursprünglich ging 😉