“Die Digitalisierung verändert alles.”

“Die klassischen Medien kämpfen ums überleben.”

“Die Bevölkerung ist zunehmend wissenschaftsfeindlich.”

Wirklich?

Ist “die Bevölkerung” das? Die Bevölkerung – also alle – ist das überhaupt eine sinnvolle Kategorie und ist so eine absolute Aussage über alle vielleicht ein guter Weg die wahre Ursache zu verdecken? Müssen die klassischen Medien wirklich kämpfen? Drohen ARD und ZDF Bankrott zu gehen? Haben ZEIT, Welt und Süddeutsche keine Leser*innen mehr? Ändert die Digitalisierung wirklich alles, auch die Freiheit von Kunst und Wissenschaft? Die unantastbare Menschenwürde? Werden sich Hunde und Katzen paaren können? Um es mit den Worten von Wilson aus Hör mal wer da hämmert zu sagen: „Ich denke nicht, Tim.“

Immer diese…

…generalisierten, absoluten Aussagen – oder um es mit einer weiteren Popkultur-Referenz auszudrücken: „Nur ein Sith kennt nichts als Extreme!“, was den Jedi-Ritter Obiwan eigentlich selbst zu einem Sith macht. Auch wenn man mit Star Wars und den Jedi nichts anfangen kann, ist das ein schönes Beispiel wie man sich durch eine starke Vereinfachung selbst austrickst. Zum Glück sind wir Wissenschaftler*innen. Wir sind kritisch und hinterfragen gerne; das gehört zur Ausbildung. Natürlich wissen wir, dass die Digitalisierung sehr viel verändert, aber natürlich nicht das Verhalten von Tieren, die Grundrechte, die Sonne, die Farbe des Hirnrnels oder die Tatsache das sich manche Betriebswirte mit Schweinebauch-Futures beschäftigen. Uns ist auch klar, dass „Die Digitalisierung ändert ein bisschen was“ eben keine Aussage ist, die Aufmerksamkeit erregt, die eine Emotion auslöst. Das bringt das Wissenschaftler*innen-sein so mit sich. Würden wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, würde ich schelmisch grinsen und Sie würden wissend nicken – schließlich ist ihnen sofort aufgefallen, dass ich weiter oben „Himmel“ mit RNRN geschrieben habe. Wir sind alle ziemlich clever, und ich meine das vollkommen ohne Ironie. Wir müssen clever sein. Jeder von uns arbeitet, wenigstens teilweise, mit seiner Wissenschaft an der Forschungsgrenze, da wo man niemanden fragen kann, weil es noch keiner weiß. Und wir tun das trotz so widriger Umstände wie Drittmittelaquise, Verwaltungsarbeit, Lehrverpflichtungen, dem Druck zu Veröffentlichen und vielen weiteren Stöckchen, die einem das Hochschul- und Wissenschaftssystem in die Speichen stecken will.

Das Tagesgeschäft

Man hat ziemlich viel zu tun als Wissenschaftler*in, ziemlich viel was eigentlich gar keine Forschung ist, aber trotzdem gemacht werden muss – es muss ja alles seine Ordnung haben. Und plötzlich soll man für Geld von der EU auch noch ein Kommunikationskonzept vorlegen, eine Strategie wie man sein Forschungsvorhaben und die Ergebnisse an die Öffentlichkeit vermittelt. Auf Bundesebene wird so etwas auch gerne gesehen, wenn auch noch nicht so explizit verlangt, wobei von dort immer mehr Töne in Richtung Dialog mit Bürgern*innen und sogar Bürger*innenbeteiligung zu vernehmen sind. Das klingt bedrohlich in unseren Ohren, nicht wahr? Sehen wir der Realität ins Gesicht: Wissenschaftler*innen haben viel mehr mit Garth aus Wayne‘s World gemein als wir zugeben wollen.

Ich könnte jetzt mit der moralischen Keule um die Ecke kommen, und sagen, dass es sich für ein steuerfinanziertes Ding wie Forschung gehört, dass man da auch offen legt was man getan hat und der Steuerzahler*in über den Prozess und spätestens das Ergebnis zu informieren hat. Ich mag diese moralische Keule eigentlich nicht, weswegen ich den vorherigen Satz auch mit „Ich könnte…“ eingeleitet habe. Das macht die moralische Keule weniger schmerzhaft und trotzdem schlägt sie zu. Hin und wieder ist ein Perspektivwechsel keine schlechte Idee.

Der Kern der Sache

Aber nachdem ich jetzt knapp 560 Wörter um den heißen Brei herum geschlichen bin, möchte ich dieses wenig respektvolle und prätentiöse Spiel mit Sprache sein lassen. Ich habe sehr viel meiner Forschungsarbeit nach außen kommuniziert und dadurch viele Vorteile und schöne Erlebnisse erfahren. Ich habe angefangen Twitter zu nutzen und musste überrascht feststellen: Dieses soziale Medium bringt mich als Wissenschaftler weiter. Ich kann mich mit anderen aus meinem Forschungsfeld sehr gut vernetzen, ich knüpfe neue Kontakte ohne direkte Begegnungen im echten Leben, ich kann Konferenzen folgen ohne anwesend zu sein und ich erfahre früher von Veröffentlichungen in meinem Feld als das die Alerts bei diversen Journalen für mich leisten. Ich begann zu bloggen und stellte fest, dass ich längst nicht alles aus meinem Feld weiß, dass ich oft Schwierigkeiten habe die grundlegenden Dinge präzise und einfach zu erklären, dass ich mir das ein oder andere wohl lieber nochmal genauer durchlese. Ich bin dadurch reflektierter und besser geworden was das Erklären angeht, aber auch was die Herangehensweise bei der Forschung selbst betrifft, besonders im interdisziplinären Kontext. Ich habe mich wiederholt vor ein Laienpublikum gestellt und über meine Arbeit in der Wissenschaft erzählt, aber auch andere spannende Dinge aus der Forschung genommen und sie in eine Geschichte gepackt, der man gerne zuhört. Neben interessierten Nachfragen und Anerkennung dafür habe ich vor allem festgestellt, dass mir dies dabei hilft festzustellen worüber ich noch nicht ausführlich genug nachgedacht habe. Einige Funktionen und Prozesse des Mikroskops, das ich im Rahmen meiner Doktorarbeit gebaut habe, würden heute nicht existieren, wenn ich nicht gezwungen gewesen wäre mein Projekt in sehr einfachen Worten einer Vielzahl von Laien zu erklären. Erst das Nachdenken über die Vereinfachung hat mir gezeigt an welchen Stellen noch Verbesserungen möglich sind, die das Projekt selbst voranbringen konnten. Als Wissenschaftler*in muss man hinterfragen – vor allem sich selbst. Ein paar Schritte nach außen gehen hilft dabei.

Jede/r Wissenschaftler*in ist anders, jede/r hat andere Vorstellungen und Gewohnheiten. Ich würde niemandem vorschreiben wollen Twitter, Blogs und Bühnen zu nutzen, weil das bei mir so toll funktioniert hat*. Es gibt so viel mehr Möglichkeiten, aber man muss ein bisschen offen sein, ein bisschen fragen und ein wenig Vertrauen haben in die professionellen Kommunikatoren der eigenen Einrichtung – um sich etwas leiten zu lassen. Ob die Bühne, Twitter oder anderes wirklich nicht zu einer Persönlichkeit passen, kann man erst wissen, wenn man es ausprobiert hat. Und selbst wenn man feststellt, dass dieses oder jenes nichts für einen selbst ist, vergessen sie niemals: Extreme Aussagen sind der Weg zur dunklen Seite der Macht.

Fußnoten:
* toll funktioniert = ich bin zufrieden.

Kommentare (44)

  1. #1 Robert
    11. Oktober 2016

    Sinnvolle Kategorie: Die Bevölkerung ist die wichtigste Kategorie und sie hat das letzte Wort.
    Wenn ein wissenschaftliches Projekt keine Akzeptanz findet, bekommt es keine Forschungsgelder. Wenn der nächste Bundeskanzler ein Germanist ist, werden physikalische Projekte nicht mehr bevorzugt.
    Wie anders ist die Angst gegenüber Kreatonisten zu bewerten?

    • #2 André Lampe
      11. Oktober 2016

      Ich möchte dir unter gewissen Einschränkungen zustimmen:
      – Bürgerbeteiligung halte ich auch für extrem wichtig. Aber mir klingelt auch sowas wie “Warum bauen wir ein CERN wenn Leute hungern?” in den Ohren. Daher würde ich “das letzte Wort”, nicht nur in der Grundlagenforschung, so nicht stehen lassen wollen. Auf jeden Fall sollte mehr getan werden Forschungsvorhaben besser zu erklären und zu kommunizieren.
      – Ich würde nicht sagen das physikalische Projekte zur Zeit bevorzugt werden, auch wenn unsere Kanzlerin gerade Physikerin ist. Zwar setzt die Politik bestimmte Forschungsfelder in einen Fokus, aber die Entscheidung zur Förderung kommt oft aus der Wissenschaftsgemeinschaft selbst über peer review. Wie gut das funktioniert ist ein anderes Thema, aber ich glaube das der Einfluss der Politik auf bestimmte Forschungsprojekte weit geringer ist als du andeutest.
      – Zur “Angst gegenüber Kreationisten”: Ich finde ja das jeder glauben soll was sie oder er will, solange nicht die Freiheit eines anderen dadurch eingeschränkt wird. Wenn Kreationisten ihren Glauben gegen wissenschaftliche Erkenntnisse stellen wird diese Grenze überschritten, meiner Meinung nach. Dann erhebe ich immer gerne meine Stimme. Aber Angst habe ich keine vor Kreationisten – könntest du das mit der Angst genauer ausführen?

  2. #3 Robert aus Wien
    11. Oktober 2016

    Zu Tool Time: das ist aber nicht Wilson, der das sagt, sondern Al Borland und der sagt: “Das glaube ich nicht, Tim.” (Steht übrigens auch im verlinkten Artikel.)

    • #4 André Lampe
      11. Oktober 2016

      Ja du hast recht. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher das Wilson das ab und zu auch sagt 😉

  3. #5 lindita
    11. Oktober 2016

    Ich finde, es ist wenig deutsche Wissenschaftlichkeit auf Youtube vertreten.

    Es gibt aber andersprachige Formate, die die Wissenschaft (in meinen Augen) sehr gut popularisieren.

    Eine Tante meiner Tochter ist Lehrerin. Meine Tochter kommt nach Hause und meint, dass ihr diese Tante gesagt hat, dass Kuhmilch krebserregend sei. Was soll ich antworten als Mutter? Ich habe ihr geraten, bei jeder so einer Behauptung nach durchgeführten Studien zu verlangen.

    Wenn die Bevölkerung schon mal diesen Reflex hätte… (als Unwissender hat man schon viel Macht damit, auch wenn ich die Studie selbst nicht deuten könnte)

    dann will sie bestimmt auch wissen wollen, wie man die Studien richtig deutet… dann will sie bestimmt auf die währenddessen aufkommende Fragen Antworten finden…

    eins zum anderen …

    • #6 André Lampe
      11. Oktober 2016

      Es gibt mehr und mehr deutschsprachige Wissenschaftsvideos auf YouTube. Schau doch mal bei den Einreichungen zum Videowettbewerb “FastForward Science” von Wissenschaft im Dialog: https://www.youtube.com/user/fastforwardscience/playlists

      …und ich hab auch mal versucht meinen Beitrag dazu zu leisten: https://www.youtube.com/playlist?list=PLiG6EKPhpgznrcK_Bj8ZA1poW-fmK2e6D

      Ich muss dir auch recht geben, dass der englischsprachige Raum definitiv die Nase vorn hat, was gute Kommunikation an geht. Ich würde diesen Artikel hier auch gerne als Motivation verstanden wissen, dass mehr Wissenschaftler sich trauen mal was zu erzählen.

      Zu deiner Tochter: Carl Sagan hat mal gesagt “Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise”. Ich würde an der Stelle nicht zwangsläufig als erstes nach Studien fragen sondern den zweifel erklären: Wir wissen sehr gut wie Krebs funktioniert. Was in der Milch löst das genau aus? Das Wasser wohl nicht, das Fett wohl auch nicht? Ein bestimmtes Eiweiß? Milchzucker? Wie hat man das festgestellt? Das bietet anderen auch Ansatzpunkte selbst darüber nachzudenken. Ich denke immer das man nicht genau so dogmatisch sein sollte wie die Aussage über die man stolpert, frei nach dem Motto “Die Fundamentalisten kriegt man nicht mehr, die unsicheren sollte man zum nachdenken bringen”. Alles nur meine persönliche Auffassung – und keine zwingende Handlungsempfehlung.

      Was das verstehen von Studien an geht: Da gibt es einige Bemühungen. Spontan fällt mir da etwas ein was mein Blog-Kollege Marcus Anhäuser (@Anhaeuser, http://scienceblogs.de/plazeboalarm/) mal gebastelt hat: http://anhaeuser.info/Fachartikellesenlernen.html

  4. #7 Earonn
    11. Oktober 2016

    @Robert
    War das ernst gemeint oder muss mein Ironie-Detektor nachjustiert werden?

  5. #8 tomtoo
    11. Oktober 2016

    Naja wenn mann in Betracht zieht dass so einige Glaubensgemeinschaften an drive zulegen, deren Verhältniss zur Wissenschaft nicht unbedingt als offen bezeichnet werden kann, sollte über Wissenschaftskommunikation sehr ernsthaft nachgedacht werden. imho ein Aussenstehender.

  6. #9 RPGNo1
    11. Oktober 2016

    Schweinebauch-Futures? Warum bloß werde ich daran erinnert: http://wiki.lspace.org/mediawiki/Pork_Futures_Warehouse
    🙂

    • #10 André Lampe
      11. Oktober 2016

      Weil ich das (auch) beabsichtigt hatte 😉

  7. #11 Robert
    11. Oktober 2016

    André,
    Angst vor Kreatonisten war überspitzt formuliert um darzustellen, worum es geht.
    Deutschland ist dicht bevölkert und wir haben keine Rohstoffe. Nur Know How.
    Die Patentbilanz ist rückläufig. Das Schulsystem schwächelt.
    Wir sind auf Gedeih und Verderb auf wissenschaftliche bzw. technische Weiterentwicklung angewiesen.
    Anmerkung : Kreatonisten in Deutschland war wohl nicht ein so geeignet Argument.
    Earonn,
    was war daran ironisch?

    • #12 André Lampe
      11. Oktober 2016

      Ok, ich glaub ich weiß worauf du hinaus wolltest.

      Ich war jetzt einfach mal Neugierig wegen der Patente und konnte da jetzt nicht so einen massiven Rückgang feststellen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2203/umfrage/entwicklung-der-anzahl-von-patentameldungen-in-deutschland-seit-1997/
      Auch würde ich nicht sagen, dass Patente ein guter Indikator für Know How oder technischen Fortschritt sind. Ich sehe das eher als einen Indikator für Business. Ich würde mich freuen, wenn die Zahl der Patente zurück gehen würde – WENN dieser Rückgang open science und open innovation geschludet ist.

      Das unser Schulsystem schwächelt würde ich so unterschreiben, ja. Besonders Bildungschancen vs. Elternhaus bringen mich regelmäßig auf die Palme.

      Bei der Bevölkerungsdichte liegen wir weltweit, unter anderen, hinter UK, den Niederlanden und Belgien. Ich glaube das die Bevölkerungsdichte wenig Anlass zur Sorge gibt – aber wie gesagt, nur meine Meinung.

      Das wir auf Gedeih und Verderb auf die wissenschaftlichen bzw. technischen Weiterentwicklung angewiesen sind könnte man ableiten, meiner Meinung nach aber nur, wenn man Deutschland isoliert betrachtet und nicht im Kontext der EU und der Globalisierung.

      Wenn du sagen wolltest (stark verkürzt): “Mehr Wissenschaftskommunikation, weil der Kram so wichtig ist und der Mangel zeigt sich schon!” Will ich dir gerne zustimmen. Wenn dein Punkt (stark verkürzt) mit “Wir in Deutschland sollten…” beginnt, hätte ich da deutliche Probleme mit.

      Aber reden können wir erstmal über alles!

  8. #13 Spritkopf
    11. Oktober 2016

    @Robert

    Sinnvolle Kategorie: Die Bevölkerung ist die wichtigste Kategorie und sie hat das letzte Wort.
    Wenn ein wissenschaftliches Projekt keine Akzeptanz findet, bekommt es keine Forschungsgelder.

    Ich kann mich der Frage von Earonn nur anschließen. Ist das ernst gemeint?

    Wenn das zur allgemeinen Regel würde, dann würden sich lt. Umfrageergebnissen des Pew Research Center zum Kreationistenanteil in der Bevölkerung die USA aus der Kosmologie und der Evolutionsforschung verabschieden. Und dies würde in der Konsequenz dazu führen, dass noch mehr Menschen wissenschaftliche Bildung ablehnen.

    Mit solchen Maßgaben kann man einen Staat ganz schnell in eine bildungsmäßige Abwärtsspirale trudeln lassen.

  9. #14 Stefan Wagner
    11. Oktober 2016

    Bitte noch die Betriebswirtinnen einpflegen und die Doktorinnenarbeit und das nicht geschlechtergerechte Video ersetzen. Jedi-Ritter kann man gerade so durchgehen lassen.

  10. #15 Robert
    11. Oktober 2016

    Spritkopf,
    langfristig betrachtet, bleibe ich bei meiner Behauptung.
    Der Wähler entscheidet langfristig, wo es lang geht.
    Betonung auf langfristig.
    Eine Gesellschaft, die zu wenig Geld für Bildung ausgibt, befindet sich schon auf der Rutschbahn nach unten. Die Eliten, die im Augenblick noch den Ton angeben, sterben langfristig aus. Betonung wieder auf langfristig.

  11. #16 lindita
    12. Oktober 2016

    @ André Lampe

    Danke für den Hinweis.

    Ich, als zu der Bevölkerung gehörende Verkäuferin, sehe viele verunsicherte, teilweise panische Kunden – Teflon, Aluminum, Nikel, Plastik, GMO, Laktose, Gluten, Pestizide…

    Mein Kollege vor ein Paar Wochen: “weisst du, Holz ist schädlich…”

    Woher kommt diese Verunsicherung? Alle erwarten von mir einen Doktor in Chemie und dass ich persönlich Studien durchführe, da sie der Wirtschaftslobby nicht trauen, wenn ich auf die Gesetze in der EU verweise.

    Ich bin dabei mit manchen Kunden zu diskutieren. Um etwas zu empfehlen, muss ich wissen, wie paranoid die sind.

    Ich denke, es muss radikal sein, denn die Geschwindigkeit, mit der Behauptungen in die Welt gesetzt werden… da wird dir keiner zuhören, wenn du über die Natur der Krebszellen redest.

    Wenn Kunden das Bild von “erwiesen” im Kopf haben, dann müssen sie schon nach Studien suchen, die das erwiesen haben. Wie die Krebszellen so funktionieren reicht ja nicht, man muss ja das Wissen dann noch anwenden können bzw übertragen. Es ist zu viel des Guten, für die meisten von uns. Man wird nur eins verstehen – es ist kompliziert. Und was steht gegenüber? “GMO ist gesunheitsschädlich” – das ist einfach.

    Nach Studien zu suchen ist einfacher, als kompliziertes Verhalten von Krebszellen verstehen zu müssen.

    Das ist so meine Idee dahinter.

    Ansonsten, kommt in die Einkaufszentren und macht dort Wissenschaft. Ich denke, es könnte was bringen, direkt am Ort des Geschehens zu sein.

    • #17 André Lampe
      12. Oktober 2016

      Danke für den ausführlichen Kommentar, lindita.

      Ich hab es mir wohl etwas einfach gemacht mit meiner Empfehlung. Der Bericht aus deinem Alltag zeigt mir ein Ausmaß das ich so überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Aber mal Wissenschaft bzw. mal den Dialog dazu im Einkaufszentrum suchen – eine ziemlich gute Idee. Hmmm…. mal sehen 😉

  12. #18 Earonn
    12. Oktober 2016

    @Robert
    Und wie entscheidet der Wähler das?
    Ich verweise mal auf die zahlreichen Kommentare hier in den Scienceblogs, in denen sich Auskenner darüber beschweren, dass Grundlagenforschung Gelder erhält.
    Die Ironie ist diesen Leuten nicht bewusst – weil sie einfach keine Ahnung von Wissenschaft haben. Das ist nicht abwertend gemeint. Niemand kann sich in allen Dingen auskennen. Gerade darum sollte niemand in Feldern Entscheidungen treffen, die er nicht beurteilen kann.

    Und “das Volk” entscheidet ja nicht mal nach bestem Wissen und Gewissen. Da spielen Ressistements, Vorurteile, begründete – und unbegründete! – Ängste, Egozentrismus und Neid eine Rolle.
    Bringt es die Gesellschaft wirklich weiter, wenn eine schlecht informierte und sich um den wissenschaftlichen Beweisprozess nicht kümmernde Mehrheit meint, wir müssten jetzt aber mal die Krebsforschung einstellen und das Geld statt dessen für Forschung über Astrologie und Homöopathie ausgeben?

    Wenn Du wissen willst, wie vernünftig Menschen auf den Rat von Experten reagieren, schau dir den Brexit an…

  13. #19 Johannes
    13. Oktober 2016

    In einer Antwort weiter oben schteibst Du, daß znser Schulsystem schwächelt, insbesondere bein finanzachwachen Schülern. Ich denke, es schwächelt vor allem bei der Förderung begabter Schüler, da hauptsächlich auf Schwächere geachtet wird auf Kosten der Stärkeren. Man sollte auf beide achten. Abgesehen davon wird auch vielzu sehr Augenmerk auf das -Innen geachtet (WissenachaftlerInnen). Stört a den Lesefluß und b ändert es nichts an der Diskriminierung. Eher sollte man in dafür sorgen, daß bei Wissenschaftler nicht an Männer gedacht werden sollte. Dann hätte man auch wieder mehr Zeit auf den Inhalt,als auf politisch korrekte männliche und weibliche Anreden zu achten 😉

    • #20 André Lampe
      13. Oktober 2016

      Herzlichen Dank für den Kommentar, Johannes.

      Zu deiner Anmerkung zum Lesefluß: Ich bin der Überzeugung das es richtig ist, wenn ich auf diese Art schreibe. Es war ein längerer Weg zu dieser Überzeugung für mich, aber für eine gute, kleine Zusammenfassung würde ich dir sehr gerne diesen Link ans Herz legen: http://www.psystudents.org/warum-gendern/

      Das Bildungschancen stark vom Elternhaus abhängen ist recht gut belegt. Für begabte Schüler gibt es wirklich viele Förderprogramme, ob diese ausreichen kann ich nicht beurteilen. Mich würde interessieren wie du zu deiner Meinung kommst das das Schulsystem besonders bei der Förderung begabter schwächelt. Hättest du da etwas Hintergrund? Wäre ich neugierig drauf.

  14. #21 Dr. Webbaer
    13. Oktober 2016

    Nur zu den drei vorab zitierten Thesen:
    (1) und (2) korrekt, (3) falsch.

    (Und klar, Twitter mit seinen Tweets ist sozusagen als Alarmierungsmedium höchst nützlich, auch wenn die Längenbeschränkung von Nachricht, das eigentliche Leistungsmerkmal dieses Dienstes, schon ein wenig “krass” ist.)

    MFG + schöne Restwoche noch,
    Dr. Webbaer (der allerdings von einigen “sozialen Netzwerken” des Webs Abstand hält, auch von Twitter, außer gelegentlich mal einigen (wenigen) zu lauschen, haha)

    • #22 André Lampe
      13. Oktober 2016

      Herzlichen Dank und Gleichfalls.

      Die Zeichenbeschränkung bei Twitter hat meiner Meinung nach einige Vorteile, aber ich möchte mich jetzt nicht darüber streiten. Jeder hat ja so seine eigenen Vorlieben und Abneigungen.

      Bezüglich der Thesen, die du für dich als korrekt, korrekt, falsch einordnest: …. ah ich sehe gerade es gibt noch ein P.S.

  15. #23 Dr. Webbaer
    13. Oktober 2016

    PS zu diesem mit ‘Wirklich?’ überschriebenen Absatz:
    Die netzwerkbasierte Kommunikation potentiell: aller ist als Sprung zu betrachten, so wie in etwa die Erfindung der Sprache, die der Schrift und die des Buchdrucks.
    Sie ändert sozusagen alles.

    Zeit, Welt und SZ leiden insofern stark, die “Öffies” erscheinen zunehmend obsolet, die Freiheit der Genannten wird vor internationalem Hintergrund bearbeitet, die sogenannte Menschenwürde, die zuvörderst in der BRD gepflegt wird, woanders gelten zuvörderst Menschenrechte, wird ein wenig zumindest relativiert und Hund und Katze sind ja nicht betroffen, weil sie weder lesen, noch sprechen können.

    • #24 André Lampe
      13. Oktober 2016

      “sozusagen” 😉

      Die von dir beschriebenen Folgen sind stark verkürzt. Ohne im einzelnen drauf ein zu gehen schreibst du, dass die Menschenwürde ein wenig relativiert wird. Könntest du genauer ausführen was du genau damit meinst?

  16. #25 Spritkopf
    13. Oktober 2016

    @Earonn

    Und wie entscheidet der Wähler das?
    Ich verweise mal auf die zahlreichen Kommentare hier in den Scienceblogs, in denen sich Auskenner darüber beschweren, dass Grundlagenforschung Gelder erhält.
    Die Ironie ist diesen Leuten nicht bewusst – weil sie einfach keine Ahnung von Wissenschaft haben.

    Genau das meine ich. Da kommt nämlich so ein wissenschaftsfeindlicher Vereinfacher angeschissen, knallt eine falsche Dichotomie in die Debatte (“Sollen wir wirklich für viele Milliarden Euro komische Teilchen aufeinanderschießen, solange Kinder in Afrika verhungern?”) und schon wird wieder ein wichtiges Grundlagenprojekt begraben, dessen Bedeutung die Menschen gar nicht ermessen können bzw. wollen.

  17. #26 tomtoo
    13. Oktober 2016

    @Spritkopf
    Klar ist diese Argumentation grenzwertig.
    Aber solange ca 800 Mil. Menschen hungern, ist sie leider nicht komplett von der Hand zu weisen.Leider.

    • #27 André Lampe
      13. Oktober 2016

      Ich finde schon das man das komplett und ohne Schmerz von der Hand weisen kann. Stichworte wären Rüstungsbudget, schlecht organisierte Entwicklungshilfe und viele mehr. Die Bankenrettung will ich hier gar nicht auf machen, dass lass’ ich lieber außen vor.

  18. #28 lindita
    13. Oktober 2016

    Ich finde, dass in der Schule praktischer Umgang mit dem eigenen Unwissen beigebracht werden sollte.

    Die Idee dahinter: unsere Gehirne sind unterschiedlich.

    Spätestens in den sozialen Schichten, wo das Einkommen hoch ist, wird der Unterschied deutlich.

    Kurz: wer keine Physik versteht, sollte keine schlechten Noten in Physik kriegen, sonder gute Noten im praktischen Umgang mit dem eigenen Unvermogen.

    Aber vorher aufhören zu sagen, dass alle Kinder gleich sind, nur die Herkunft und das wenige Geld macht sie dumm. Wir sind alle verschieden und das ist gut so. Und den weniger Begabten nicht stigmatisieren, sonder ganz praktisch an die Sache rangehen lassen. Nicht im Sinne von “mehr Überstunden für eine schwache “4” in Mathe.”

    Der Eine schreibt Klausur in Biologie, sein Nachbar schreibt Klausur in “wie erkenne ich Pseudiwissen in Biologie? Wo für ist Biologie gut, auch wenn ich da nicht durchblicke. Was passiert, wenn ich Halbwissen verbreite? … usw..

    so in der Art, dann aber gute Note vergeben, die den gleichen Wert hat, wie eine gute Bioklausur.

    Ein Kind darf nicht aus der Schule rausgehen und Biologie mit allen ihren Biologen hassen, nur weil es damit sein eigenes schulisches Leiden verbindet.

    Ich lebe in Belgien. Hier gibt es Einheitsschulen, scheinbar gleches Recht auf gleiche Bildung für alle… Und das Halbwissen verbreitet sich trotzdem ganz schnell. Also muss es irgendwo ein anderes Problem in der Bildung selbst sein, wenn sogar Diplom*** sich dazu hinreissen lassen. Dadurch bin ich auf die Gedanken gekommen….

  19. #29 Dr. Webbaer
    13. Oktober 2016

    *
    […] dass die Menschenwürde ein wenig relativiert wird. […]

    Ist ein Riesenthema, das juristischerseits und gesellschaftstheoretisch breit diskutiert worden ist, sogenannte Menschenwürde vs. Menschenrechte, und es scheint nicht angemessen dies an dieser Stelle auszubreiten.

    MFG + viel Erfolg weiterhin!
    Dr. Webbaer

  20. #30 Dr. Webbaer
    13. Oktober 2016

    PS:
    Gerne “Opi W” hier freischalten, er beißt selten und muss nicht “moderiert” werden.

    • #31 André Lampe
      13. Oktober 2016

      Ja ich kämpfe noch etwas mit dem moderieren etc… hier kommt andauernd ein Mensch an, der windige Mikroskope verkaufen möchte und noch windigere Links setzt. Und ich sage “Mensch” weil die Bot-Abwehr ihn nicht stellen kann, anscheinend. Bis ich mich da etwas schlauer gemacht habe, ist hier die Diskussion etwas langsamer, sorry.

  21. #32 Spritkopf
    14. Oktober 2016

    @tomtoo

    Klar ist diese Argumentation grenzwertig.
    Aber solange ca 800 Mil. Menschen hungern, ist sie leider nicht komplett von der Hand zu weisen.Leider.

    Doch, ist sie. Das, was die Lebensumstände der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert dramatisch verbessert hat, ist Wissen. Wissen um Krankheiten und deren Heilung, Wissen um unsere Umwelt und ja, auch Wissen um die physikalischen Grundlagen. Deswegen ist es unerlässlich, an dieser Stelle nicht nachzulassen.

    Wusstest du übrigens, dass die Relativitätstheorie die Ernteerträge steigert? Erntemaschinen werden mittlerweile von GPS gesteuert (welches seine Präzision erst auf Basis der RT erreicht) und sorgen so dafür, dass auch wirklich jedes Fleckchen Acker ausgenutzt wird. Wer hätte sich vor 100 Jahren vorstellen können, welchen Einfluss die damalige Grundlagenphysik mal auf unseren Alltag gewinnen würde?

    Und Fakten wie, dass Deutschland für das CERN im Durchschnitt viel weniger ausgibt als beispielsweise das, was es für die Bezahlung von Bischöfen und anderen hohen Geistlichen aufwendet (diese werden nicht aus der Kirchensteuer bezahlt, sondern aus dem allgemeinen Steuersäckel), möchte ich eigentlich gar nicht erst in die Diskussion einwerfen, weil sie für die Wichtigkeit des Wissenserwerb irrelevant sind.

  22. #33 Earonn
    14. Oktober 2016

    @Spiritkopf
    Das Missverhältnis zwischen den Ausgaben für CERN und jenen für religiösen Schnickschnack war mir gar nicht bewusst.
    Autsch!
    Da fällt einem nix mehr zu ein…

  23. […] Andre Lampe hat sich Gedanken gemacht über Verallgemeinerungen und Vereinfachungen, und gerade letztere haben ihm selbst durchaus geholfen. […]

  24. #35 demolog
    22. Oktober 2016

    Zitat:

    “Zum Glück sind wir Wissenschaftler*innen. Wir sind kritisch und hinterfragen gerne; das gehört zur Ausbildung.”

    -> Meine Erfahrung ist, dass dies schön wäre, wenn es so sei. Stattdessen aber – angesichts des hiesigen Wissenschaftsblogs – wird manchen kritischen Hinterfragenden der Saft abgedreht (Zugang verweigert – ausgesperrt, Mundtot gemacht) und noch mit psychischen Störungen Diskreditiert, weil der Kritikpunkt nicht ins Weltbild passt.

    Oder ich sehe das alles falsch, weil die entsprechenden Kommentatoren eben keine Wissenschaftler sind. Nur dann müssten jene ebenso ausgesperrt werden. da sie kaum annähernd so produktiv Kommentieren, wie es eine sinvolle Diskussion erfordert – sie also die Diskurse Schädigen und unmöglich machen.
    Meine These war, das Gott in Form eines Schwarmgeistes existent sei. Aber wenn der Begriff “Gott” in einer wissenschaftlich zu betrachtenden Aussage steht, dann ticken die Hirne entsprechender “Fan´s” dieser Kommentatorenspalten hier aus und werden auf der Stelle zu atheistischen Fundamentalisten, die einen Krieg gegen solch kritische Aussage führen.

    Das ist ganz sicher nicht im Interesse guter Wissenschaftskommunikation, weshalb bei allen Bloggern hier (und anderswo) in ihrem Interesse zu liegen hätte, dass diese “Störfaktoren” ebenso ausgeschlossen werden müssen, wie nervende Trolle oder andere fundamentalistische Göttergläubige, die Bibel oder Koranzitate als Wahrheiten über alles, verbreiten wollen.

    Wenn sie als Blogger dieser Plattform zu der Aussage stehen, dass die Wissenschaft kritisch hinterfragen muß, dann müssen sie mir zustimmen. Nichts anderes wäre authentisch und glaubwürdig.

    Wie also müsste ein seinen eigenen Vorgaben an Objektivität gebundener Wissenschaftler diese Frage beantworten:

    “Gott (als physikalische Funktion) ist existent!”

    O Ja
    O Nein
    O Vielleicht

    • #36 André Lampe
      22. Oktober 2016

      Herzlichen Dank für deinen Kommentar.

      Ich bin mir jetzt nicht sicher ob dieser Kommentar direkt an mich gerichtet ist, wir hatten bisher noch nie die Gelegenheit uns direkt miteinander auszutauschen, oder irre ich mich da, demolog? Aber ich freue mich ersmal über jeden Kommentar, in dem niemand ausfallend wird, seine Meinung sagt, aber auch Kritik zulässt.

      Zitat:
      “Zum Glück sind wir Wissenschaftler*innen. Wir sind kritisch und hinterfragen gerne; das gehört zur Ausbildung.”
      -> Meine Erfahrung ist, dass dies schön wäre, wenn es so sei. Stattdessen aber – angesichts des hiesigen Wissenschaftsblogs – wird manchen kritischen Hinterfragenden der Saft abgedreht (Zugang verweigert – ausgesperrt, Mundtot gemacht) und noch mit psychischen Störungen Diskreditiert, weil der Kritikpunkt nicht ins Weltbild passt.

      Du unterstellst hier, dass niemand hier, ich nehme an auf den scienceblogs gesamt (?), kritisch ist oder hinterfragt sondern dir “den Saft abdreht”. Ich kann nur für mich sprechen, als Autor DISES Blogs, “diekleinendinge”. Und bisher habe ich noch keine Diskussion mit dir geführt – wenn du dich ungerecht von anderen Autoren behandelt fühlst: Jeder hier hat seinen kleinen eigenen Blog, wir treffen uns nicht regelmäßig und tauschen auch nicht zwangsläufig Informationen aus. Jeder Autor hat das recht für seinen kleinen Abschnitt hier zu bestimmen wer was kommentiert.

      Du kommentierst hier zum ersten mal – bitte korrigiere mich, wenn ich mich irren sollte – und stellst Schlussfolgerungen über alle anderen in den Raum wer ausgesperrt werden sollte und warum. In meinem Text habe ich NIE gesagt das ein nicht-Wissenschaftler nicht auch kritisches Denken und Hinterfragen beherrscht und schon gar nicht hat das irgendetwas damit zu tun ob ein Kommentar freigeschaltet wird oder nicht. Das hat mit Anstand, Umgang und eingehen auf Argumente zu tun – mit sonst nichts. Ich möchte hier klar sagen, dass ich ganz allein diese Bewertung vornehme und niemanden generell ausschließe – das was du schreibst, weiter im Text unter dem Teil den ich oben zitierte, kommt bei mir wie ein Angriff auf mich an – das gefällt mir nicht.

      Meine These war, das Gott in Form eines Schwarmgeistes existent sei. Aber wenn der Begriff “Gott” in einer wissenschaftlich zu betrachtenden Aussage steht, dann ticken die Hirne entsprechender “Fan´s” dieser Kommentatorenspalten hier aus und werden auf der Stelle zu atheistischen Fundamentalisten, die einen Krieg gegen solch kritische Aussage führen.

      Eine durchaus interessante These, könnte man drüber reden. Nur greifst du hier ohne Not Kommentatoren auf MEINEM Blog an und unterstellst ihnen atheistischen Fundamantalismus und kriegerische Absicht. Das führt dazu, dass ich eher davor zurück schrecke eine Diskussion anzufangen. Du hast hier bisher nicht kommentiert und ich kenne dich bisher nicht – und du greifst hier Kommentatoren an, die mit mir Diskutiert haben und einige Blogbeiträge bereichert haben. Das möchte ich nicht noch einmal lesen müssen.

      Das ist ganz sicher nicht im Interesse guter Wissenschaftskommunikation, weshalb bei allen Bloggern hier (und anderswo) in ihrem Interesse zu liegen hätte, dass diese “Störfaktoren” ebenso ausgeschlossen werden müssen, wie nervende Trolle oder andere fundamentalistische Göttergläubige, die Bibel oder Koranzitate als Wahrheiten über alles, verbreiten wollen.

      Du unterstellst mir direkt Dinge, dabei habe ich bisher kein Wort mit dir gewechselt. OK – interesant. Wir können gerne diskutieren, aber auf eine respektvolle Art und Weise, nicht anders.

      Wenn sie als Blogger dieser Plattform zu der Aussage stehen, dass die Wissenschaft kritisch hinterfragen muß, dann müssen sie mir zustimmen. Nichts anderes wäre authentisch und glaubwürdig.

      Erstmal mag ich es nicht wenn man mir sagt was ich muss. Respektvoller Umgang geht anders, aber ich wiederhole mich. Ich (die Plattform bietet mir hier nun den Raum und hat keinen Einfluss auf das was ich hier schreibe) bin der festen Überzeugung das die Wissenschaft kritisch bleiben muss und hinterfragen soll. Und damit komme ich zu deiner Frage, wie ich diesen Ausruf beantworte…

      “Gott (als physikalische Funktion) ist existent!”

      O Ja
      O Nein
      O Vielleicht

      Nein. Ich habe Physik studiert und muss gestehen das mir bei dieser These jeder Ansatz fehlt wie das gemeint sein soll. Daher: Nein. Aber ich würde mich freuen zu erfahre wie diese These gemeint ist und was das genau bedeuten soll. Ich halte es aber, was solche Themen an geht, wie Carl Sagen (frei aus’m Kopf): “Außergewöhnliche Behauptung benötigen außergewöhnliche Beweise”.

      Man kann jetzt total doof finden was ich schreibe, damit kann ich leben. Angriffe auf meine Kommentatoren hier dulde ich auf keinen Fall.

  25. #37 Stefan Wagner
    23. Oktober 2016

    Meine These war, das Gott in Form eines Schwarmgeistes existent sei.

    Welche empirische Beobachtung spricht denn für die Existenz eines Schwarmgeistes? Was soll das überhaupt sein? Welche Gemeinsamkeit hat es mit anderen Göttern?

    Wie könnte man beweisen, dass so ein Schwarmgeist existiert? Wie könnte man widerlegen, dass ein solcher existiert?

    Welche Verbindung hat dieser Schwarmgeist zu geläufigen Erfahrungen mit Schwärmen? Wo ist die Gemeinsamkeit mit Geist? Geist ist ja ein schillerndes Wort, vom Poltergeist, über den Geist den Kant wohl besessen hat hin zum Weingeist ist das ein wenig präziser Begriff. Kann man das präzisieren?

    Wie verhält es sich mit dem Begriff des Existierens? Wir sprechen von Existenz von Materie, die wohl wenig strittig ist, über die Existenz von Energie, bei der es schon schwierig ist, weil man nicht draufzeigen kann, über die Existenz von einfachen abstrakten Entitäten (die Röte, die Schwere) und komplexen abstrakteren Dingen (Liebe, Freundschaft) bis hin zu vielleicht rein abstrakten Dingen (das Nichts).

    Es ist schwierig zu behaupten, dass das Nichts existiert, aber auch schwierig zu behaupten, dass es nicht existiert. Eine nützliche Abstraktion und ziemlich notwendig, aber das Nichts existiert doch wenn, dann auf eine sehr andere Weise, als eine kleine Katze, die Dir um die Beine streicht.

  26. #38 Stefan Wagner
    23. Oktober 2016

    @demolog:
    P.S.: Ich meine dass Du Fundamentalismus und Orthodoxie durcheinander wirfst.

    Eine orthodoxe Auffassung ist diejenige, welche in der Tradition steht, aber viele Wandlungen durchlaufen hat. Ich beobachte hier eigentlich v.a. Positionen, die orthodox wissenschaftlich sind also einen etablierten Binnenkonsens darstellen, der sich im Laufe der Zeit gebildet hat. Kernpunkte: Beobachtbare, verifizierbare und reproduzierbare Daten, unabhängig von Nationalität, Geschlecht und Einstellung des Wissenschaftlers, Vermeidung überflüssiger Annahmen, Revision von Thesen die widerlegt wurden usw.

    Im Gegensatz dazu steht Fundamentalismus wo er auftritt für eine radikale Ablehnung der Orthodoxie. Er will die herrschende Meinung von Grund auf umstürzen und auf dem Fundament völlig neu errichten, diesmal richtig.

    Als intellektuelles Futter empfehle Friedrich Kittlers Vortrag Mathematik als Letztbegründung, damit das kulturkritische Jammern endlich ein Ziel hat: Maß und Zahl sowie Bazon Brock 200 Jahre Kunstreligion: Von der Autorität durch Autorschaft zum religiösen Fundamentalismus? Teil 1 (Das Audio spielt bei mir nicht im Browser, bzw. bleibt nach wenigen Sekunden stehen, aber mit Rechtsklick/Speichern unter kann ich es speichern, 70 MB, 1:13 Spieldauer, gleiches gilt für) Teil 2, 46 MB, 48 min. , dort insbes. mehr zum Unterschied Fundamentalismus u. Orthodoxie.

    • #39 demolog
      23. Oktober 2016

      @ Stefan Wagner

      Nein, ich meine, es sei echter Fundamentalismus. Deswegen, weil nach Belegen verlangt wird, die da meist irgendwas niedergeschriebenes seien (Papers, erkennbar wissenschaftliche Bücher…usw). Wie sich eben entsprechend religiöse Fundamentalisten auf das berufen, woher sie ihre “Kenntnisse” haben. In der Systematik absolut kein Unterschied.
      Ich wäre in diesem Zwist der Osthodoxe, der einen Wandel heribeführen will, in dem er sagt, es gibt da etwas, das vorher niemand dort in der Form erwartete. Meine Kommentatorenmeute will hingegen wieder alles auf ihr Fundament (Papers und andere Wissenschaftlichen Output) stellen und mich davon überzeugen, dass alles, was ich dazu sage, wirres Zeug sei und ich ein psychisches Problem hätte, das Behandlung bedarf.
      Hier liegt eindeutig Fundamentalismus vor.

      Ja, es ist schon interessant, wie man etwas “beweisen” soll/kann, was man nicht sehen kann. Energie zum Beispiel. Unsichtbar, aber dennoch vorhanden. Niemand zweifelte heute daran. Aber denken sie sich nur tausend Jahre zurück. Energie in Form von elektrischen Strom würde damals jeder Normalmensch als Teufelszeug bezeichnen.

      Den Terminus “Geist” wollen wir hierbei als mit Bewusstsein gleichsetzen – als etwas, das in unserem Gehirn erzeugt wird und das sich im Zusammenschluß mit vielen anderen Gehirnen daraufhin zu einem Schwarmgeist summiert. Eine freilich sehr virtuelle Sichtweise, eben weil man wieder nicht so genau erkennen kann, was da denn wirklich sei. Ich jedenfalls habe kein Messgerät, welches diese Entität “messen” könnte. Deswegen aber ist diese trotzdem nicht als inexistent zu erklären. Es gibt auch in der wissenschaftlichen Literatur haufenweise Indizien für ein solches Konstrukt/Entität. Dieser “Schwarmgeist” möge etwa dadurch vollkommen entstehen, wenn sich eine Gruppe zusammenfindet, die das Gleiche über eine Begebenheit in der Welt denkt. Gleiche Gedanken also schon der Beweis für die Nähe der Gleichdenkenden im Schwarmgeist? Ich weiß es nicht. Und ich kann es nicht beweisen – mir fehlte dazu auch nur jede erdenkliche Möglichkeit (kein Labor, keine Gerätschaften, keinen Mitstreiter….usw)

      Ein Beweis dieser unsichtbaren Sache ist nur über viele Teilfunktionen und Bestandteile und deren Folgen und Wirkungen möglich. Und der Beweis ist nur ein solcher, wenn alle, die daran glauben sollen, auch verstehen, was dazu nötig ist und was also vorhanden sein muß und was eben dabei vorgeht. Vor dem ist es Teufelszeug oder im Zweifel auch wirres dahergerede eines psychisch instabilen Subjekts. Solche Situationen haben wir oft genug in der Vergangenheit gehabt. Gallileo etwa. Redete quasi wirres Zeug und wurde eben dafür verbrannt, nur weil es die Menschen damals nicht verstehen konnten.

      Ich denke, dass wir den Begriff “Existenz” nicht besonders durchleuchten müssen. Er ist jedem hinreichend in seiner Bedeutung klar. Er bedeutet, das etwas eindeutig da ist, weil es gesehen/gemessen werden kann, oder weil es Wirkung hat/verursacht.

    • #40 demolog
      25. Oktober 2016

      Also, Brazon Brocks Vortrsag ist natürlcih genial. Würd ich fast ohne weiteres unterschreiben.
      Allerdings es geht mir hier ja nicht um die Authorschaft, sondern um deren Anhänger, die an die Authorschaft glauben, wie religiöse Fundamentalisten an die Bibel. Der Glaube, der dabei zum Vorschein tritt, ist demnach kein anderer, wie der von religiösen Fundamentalisten. Es werden ausschliesslich nur von anerkannten Authoren niedergeschriebene Szenarien geglaubt. Und alles davon abweichende ist in jedem Fall wirres Zeug und apriorie die Unwahrheit.

      Zur Autorität durch und in der Authorschaft wäre natürlich auch einiges zu sagen. Etwa, wenn Studien zu (aller)größten Teil aus der freien Wirtschaft finanziert sind. Oder wenn die Perspektive der Forschung zu schmal/einseitig sei.

      Bazon (griechisch für „Schwätzer“) passt natürlich einwandfrei. Schwätzen kann er wirklich gut. War da der Schwätzer vorher schon da, oder ist hier seines Lateinlehrers Namensgebung zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden?

      Auch provozierend: Theologie ist der wissenschaftlichen Theorie haushoch überlegen… (O-Ton Brazon Brock). Wir wollen hoffen, dass dies nur unter bestimmten Bedingungen zutrifft und anstonsten bald durch wissenschaftlichen Fortschritt bald nicht mehr so gesagt werden kann.

    • #41 demolog
      25. Oktober 2016

      Ich hab den Brazon-Vortrag nun nocheinmal angehört. Wenn man bei Brazon Brock genau hinhört, wird einem klar, warum es derzeit etwa unter den sogenannten Dunkeldeutschen so derart radikal kontrafaktisch zugeht!

      Ihnen ist die Zukunft gestohlen worden; unmöglich gemacht worden. Sie halten die Ungerechtigkeit und die Ignoranz, gar die Idiotie und Egoismus der Eliten nicht mehr aus. Und nun gehen sie auf die Barikaden in dem sie Faktenfrei gegen alles seien, was traditinel als Zukunftsprädigten (in Form von “konstruktiver” Politik und Weltsicht) vorgebracht wird.

      Wer also die Dunkeldeutschen und auch Trumps Anhänger verstehen will und die Tendenzen ins Gute verändern will, muß Brazons Vortrag genau analysieren und daraus seine Strategien zur Besserung der Lage extrahieren.
      Ich hoffe, dass es jemand macht. Denn es ist nötig.

      Also hier ist nochmal der Beitrag, der die Problemlösung sein könnte:
      http://www.bazonbrock.de/mediathek/?id=5966&type=audio&rubrik=all&sort=2&q=Fundamentalismus

  27. #42 demolog
    23. Oktober 2016

    @ Andre Lampe #36

    Ja, ich meinte sie, als Blogbetreiber, speziell aber sie als derjenige, der da sagt, das wissenschaftler kritisch hinterfragen sollen. Ich weiß nicht, ob wir schon mal das Vergnügen hatten, möglicherweise schon, denn ich bin schon eine Weile (Jahre) am Lesen auf Scienceblogs.de.

    Nein, ich sagte wohl nicht “niemand”, denn das wäre nicht korrekt, ich sagte, wenn “Gott” in einer Aussage vorkommt, ticken die aus, wie hypnotisiert und von einem Stichwort erwäckt, … und das aber (meist) nur die Kommentatoren betrifft, die aber im Falle einer Moderation unversehrt bleiben. Ich klage Kommentatoren an, beschwehre mich auch, das die Moderation mich anzählt und aussperrt, obwohl auch mit jenen Kommentatoren desgleichen geschehen müsste. Tut es aber “niemals” – was angesichts seltsam ist. Anyway, … Ihr Blog ist im Zweifel da nicht aussen vor – nehme ich an, denn auch hier wird es wohl vorkommen, was auf anderen Blogs vorkommt. Bis auf den Unterschied, das hier bei ihnen wohl maximal moderiert wird, bleiben die Grundlagen gleich. Ich verallgemeinere, ja, sicher zu unrecht. Oder auch nicht, sowas wird sich erst noch zeigen, ob alle Moderatoren sich so verhalten. Die besagten komentatoren jedenfalls tun es sehr wahrscheinlich auch bei ihnen, wie sie es überall tun.

    Ich “greife” damit alle an, die sich so verhalten, wie ich bemängelte. Ob sie darunter sind, hinge davon ab. Bisher läufts aber gut, kein Wunder, sie sind der Meinung, ich wäre neu hier (ich weiß es immer noch nicht, könnte eben sein, oder auch nicht).

    Ja, ich tu ihnen sagen, wie sie sich nach ihren eigenen Anforderungen verhalten müssten. Das mag anmaßend rüberkommen. Aber nur weil ich ehrenwertes und Authentisches verhalten vorwegnehme, heisst es nicht, ich wäre hier tatsächlich über das Maß aufdringlich anmaßend. Ich habe eben nur Erwartungen, wie jeder andere Mensch sie auch haben kann und viele sie haben werden.

    Carl Sagan hat zwar recht, aber damit ist die Sache mit “Gott” nicht aus der Welt. Und das hinge nicht mit religiösem Glauben zusammen, sondern nur mit echten erlebten Phänomenen. Diese jedoch sind verständlicherweise keine Beweise – leider – weil sie im Zweifel nicht reproduziert werden können, wenn die Beweisabfrager dabei stünden, geschweige denn, dass sich je einer derer, die einen Beweis für Aussagen verlangten, daruaf einliessen, der Reproduzierung beizuwohnen. Denn das diese den BEweis verlangten ist bei denen nur eine rethorische Strategie, anstatt wirklich ernsthaftes Interesse. Denn für diese steht eh fest, sowas gibt es nicht, also wäre es Zeitverschwendung. Und weil es Zeitverschwendung für sie wäre, haben diese Kommentatoren regelmässig auch die Angewohnheit, wegen meiner Unnachgiebigkeit dem Moderator (aka Blogbetreiber?) zu empfehlen, den seltsamen Kommentator (mich und andere, welche das Wort Gott zu oft verwendeten) auszusperren. Einer dieser verwirrten Kommentatoren nennt sich ein Arzt und diagnostiziert gerne psychische Störungen, und zeigt gar ein überhebliches Maß an “Mitgefühl, in dem er erklärt, man könne solchen Leuten, wie mir helfen – nur nicht hier, sondern beim Arzt. Blogbetrieber mögen sich davon beeindrucken lassen und daraufhin “zu meinem Schutze” mich ausperren. Sehr lustig die Argumentationsstrategie – aber auch sehr hinterlistig, weil sie sich eben nicht mehr an Argumenten orientiert, sondern an oberflächlichen Sichtweisen von Pathologie und scheinbarem Mitgefühl.

    Schade, dass sie mir nicht ins Messer laufen wollten (nicht bös gemeint). Sie haben die Frage nicht beantwortet, sondern sich erklärend drumherum argumentiert. Das ist noch ok, man kann es als generelle Vorsicht eines kritisch denkenden Menschen bei seinen Aussagen hinnehmen. Aber es waren trotzdem nur drei Möglichkeiten? Und Carl Sagans Aussage ist hier keine mögliche Antwort daraus gewesen. Sagans Aussage ist freilich verständlich, aber sie hilft nur, sich aus der Frage listig zu befreien. Ich wefe ihnen jetzt nicht vor, dass sie ebenso per rethorischer Strategie sich aus der Sache entzogen haben.
    Meine Erfahrungen und Beobachtungen sind “aussergewöhnlich”, taugen den meisten Leuten hier aber nicht dazu irgendwas zu beweisen, sondern bilden hier nur die Indizien für die Aussage über den Schwarmgeist. Daher frage ich nochmal:

    Ist Gott existent? Dazu müssten sie doch eine eindeutige Antwort finden können?

    Ich bin der Meinung, dass “Gott” nicht existiert. Aber ich bin der Meinung, das es etwas gibt, das uns alle beeinflusst, was uns Manipulieren kann, was uns in unserem Sein bedingt und was uns erst unsere Intelligenz und unser Bewusstsein gibt oder entstehen lässt, wie es sich für uns darstellt. Meine Definition von dem, was andere “Gott” nennen, ist: Die Summe aller beteiligten Bewusstseine in Form eines intendierbaren “großen Geistes”.

    Ok, ich frage sie nicht mehr, ich nehme die Antwort eines gewissenhaften und ehrenwerten Wissenschaftlers, der da sagt, er müsse kritisch denken und den Tatsachen, die ihm gegeben sind und möglich sind, zu ermessen, vorweg. Sie müssten antworten, das es möglich ist, das so ein Gott existiert – sie könnten nicht guten GEwissens antworten, dass es keinen Gott (irgendeiner Art) gibt und auch nicht, das es einen gäbe, weil weder die Existenz noch die Nichtexistenz je nach den Anforderungen der Wissenschaften “bewiesen” wurde.

    • #43 André Lampe
      23. Oktober 2016

      Wenn sie Verhalten vorweg nehmen sind sie anmaßend – so empfinde ich das.

      Carl Sagan hat zwar recht, aber damit ist die Sache mit “Gott” nicht aus der Welt. Und das hinge nicht mit religiösem Glauben zusammen, sondern nur mit echten erlebten Phänomenen. Diese jedoch sind verständlicherweise keine Beweise – leider – weil sie im Zweifel nicht reproduziert werden können, wenn die Beweisabfrager dabei stünden, geschweige denn, dass sich je einer derer, die einen Beweis für Aussagen verlangten, daruaf einliessen, der Reproduzierung beizuwohnen. …

      Zur Reproduktion: Wenn man eine These oder eine Theorie hat, sollte man dafür Mechanismen beschreiben so das man selbst diese These testen kann und andere in der Lage sind diese These zu testen, zu reproduzieren und zu dokumentieren. Ich bin mir nicht sicher was sie mit “Beweisabfrager” meinen, ich vermute Zweifeler an ihrer These? Mein Zitat von Carl Sagan habe ich gebracht, um zu sagen, dass die These “Gott = Schwarmintelligenz” eine außergewöhnliche Behauptung ist und dafür sehr solide Nachweise erbracht werden sollten sowie Wege diese Nachweise zu reproduzieren für andere. Das Zitat sollte nichts aus der Welt schaffen, sondern meine persönlichen Randbedingungen klar machen.

      … die einen Beweis für Aussagen verlangten, daruaf einliessen, der Reproduzierung beizuwohnen. Denn das diese den BEweis verlangten ist bei denen nur eine rethorische Strategie, anstatt wirklich ernsthaftes Interesse.

      Ich habe keinen Beweis verlangt, sondern Kontext wie ihre These genau gemeint ist. Sie selbst sagen doch das “Gott” ambivalent verstanden werden kann, genau wie andere Begriffe ihrer kurzen These. Zu guter wissenschaftlicher Praxis gehört allerdings eine Anleitung wie man selbst, unabhängig einen Effekt reproduzieren kann – danach fragte ich, und, wie gesagt, nach Kontext um ihre These im Kontext der Wissenschaft zu verstehen sein soll.

      Noch ein Wort zu ihrer Kritik an Kommentatoren: Sie haben bisher nicht auf meinem Blog kommentiert gehabt, so weit ich das erkennen kann. Es kann sein das sie Kommentatoren von hier auch schon anderswo getroffen haben, aber so lange sie hier kommentieren erwarte ich Respekt dabei. Sie erheben Anschuldigen gegen Andere und unterstellen Amtsanmaßung. Unterlassen sie das. Wenn aus diesem Blog jemand sie blockiert, dann werde ich das sein, und ich ganz allein ohne Einfluss eines anderen – bitte sorgen sie dafür das ich das nicht tun muss, es liegt in ihrer Hand.

      Schade, dass sie mir nicht ins Messer laufen wollten (nicht bös gemeint).

      Ich sehe keinen Ansatz diese Aussage nicht “böse” zu interpretieren.

      Ich habe ihre Frage beantwortet. Nein. Wenn ich nur diese These gesagt bekomme und um eine Aussage gebeten werde ist meine Antwort Nein. Mein Satz dazu war gedacht um dieses Nein zu erklären. Ich Danke ihnen das das für sie noch OK ist – sie haben gefragt, das ist das mindeste was ich mir als Reaktion gewünscht hätte.

      Aber es waren trotzdem nur drei Möglichkeiten? Und Carl Sagans Aussage ist hier keine mögliche Antwort daraus gewesen.

      Ja, sie ließen mir drei Möglichkeiten. Meine Auswahl war Nein, und ich habe ihnen Kontext dazu geliefert. Ich kann das auch gerne sein lassen.

      Nein.

      Besser?

      Meine Erfahrungen und Beobachtungen sind “aussergewöhnlich”, taugen den meisten Leuten hier aber nicht dazu irgendwas zu beweisen, sondern bilden hier nur die Indizien für die Aussage über den Schwarmgeist.

      Schreiben sie ihre Erfahrungen und Bobachtungen nieder und geben sie eine Anleitung wie man reproduzieren kann, unabhängig von ihnen. Wenn diese Erfahrungen und Beobachtung reproduziert werden können, eindeutig, dann kommen wir in den Bereich das etwas außergewöhnlich sein kann. So verstehe ich Carl Sagan. Er bezieht sich hier auf die Wissenschaftliche Methode.

      Ist Gott existent? Dazu müssten sie doch eine eindeutige Antwort finden können?

      In der Tat habe ich dazu eine eindeutige Antwort: Ich weiß es nicht. Ich hoffe sie sind sich im klaren, dass sie hier nach meiner Meinung fragen.

      Ich bin der Meinung, dass “Gott” nicht existiert. Aber ich bin der Meinung, das es etwas gibt, das uns alle beeinflusst, was uns Manipulieren kann, was uns in unserem Sein bedingt und was uns erst unsere Intelligenz und unser Bewusstsein gibt oder entstehen lässt, wie es sich für uns darstellt. Meine Definition von dem, was andere “Gott” nennen, ist: Die Summe aller beteiligten Bewusstseine in Form eines intendierbaren “großen Geistes”.

      Das ist ihre Meinung und sie haben auch das Recht diese Meinung zu haben. Aber wir sprechen hier von Meinungen und nicht von einer Theorie die einer wissenschaftlichen Überprüfung stand halten soll – oder verstehe ich sie da falsch?

      Ok, ich frage sie nicht mehr, ich nehme die Antwort […] vorweg.

      Wie angenehm das sie für mich antworten. Herzlichen Dank.

      Bisher haben sie es vermieden mir in irgend einer Form Kontext für ihre These anzubieten. Ich habe hier nur eine Meinung gehört. Wollen sie mit mir diskutieren und mich einladen die Dinge von ihrer Seite zu sehen oder haben sie kein Interesse daran und unterstellen einfach gerne und erfreuen sich daran festzustellen was ich “antworten muss”? Wollen sie mir jetzt Kontext zu ihrer These liefern, dass ich diese besser verstehe oder nicht?

      • #44 demolog
        23. Oktober 2016

        Nein, wenn ich Verhalten vorwegnehme, das man als ehrenwerter Mensch und im speziellen an den Anforderungen an wissenschaftliche Autentizität und den erforderlichen wissenschaftlichen Prämissen als Wissenschaftler (oder Mensch) an sich selbst stellt, käme unzweifelhaft nur diese eine Antwort als einzige wahre Anwort herraus. Alle anderen Antworten wären von Irrsinn gezeichnet und begleitet, der andere Beweggründe hat, als die ehrliche Suche nach der Wahrheit und Realität. Auch ein Wissenschaftler kann gar nicht anders urteilen, als sich dem Urteil darüber mangels ernsthafte Beweise zu entziehen und ein “vielleicht” als Ausweg aus der Frage zu wählen. Ich bin also nur soweit anmassend, soweit ich vorwegnehme, dass sie ein ehrenwerter Mensch seien, der nicht über seinen eigenen Erkennishorizont Urteile fällt.

        Danke also. Sie erfüllen vollkommen meine Erwartung eines ehrenwerten und seinen eigenen Anforderungen erfüllenden Wissenschaftler und Menschen, wenn sie schreiben:

        “In der Tat habe ich dazu eine eindeutige Antwort: Ich weiß es nicht.”

        Ich weiß es nicht ist die Entsprechung der Antwort “vielleicht”. Diese Antwort schliesst es nicht aus, bestätigt aber auch nichts weiter. Das war die einzig mögliche Antwort. Eine andere gibt es nicht, wenn man als Mensch noch bei Sinnen ist.
        Und angesichts dieser einfachen Frage war es nicht nötig, ihnen weiteren Kontext über meine These zu eröffnen. Sie könnten sich, wenn sie so neugirig auf diesen Kontext sind, darüber belesen – etwa aktuell im Beitrag von Cornelius Courts “Je intelligenter, desto weniger religiös” – darin alle Kommentare von demolog (und threepoints und Andromed) (da ich eben mal wieder gesperrt wurde, war die Namensänderung erforderlich).

        “Meinungen” sind Teil des Prozesses der Erkenntniseringung. Meinungen haben Ursachen und sind daher wichtige Bestandteile unserer Schlußfolgerungen. Meinungen sind daher nicht viel weniger wesendlich, als wahre Kenntnis im Sinne von bewiesenen Begebenheiten. Falls ihnen eine Meinung nicht wesendlich genug erscheint, um sich damit zu belasten, dann erkläre ich meine Meinung über die Sache zur Erkenntnis, die sich innerhalb meines Bewusstseins und dessen Erkenntnisfähigkeit als Wahrheit herrauszustellen auf dem Weg sei. Und sich bisher noch kein Argument gegen diese “These” als wirksam im Sinne von widerlegend erwiesen hat. Alle Wiederlegungen seien bisher nur als durchaus mögliche Wahrscheinlichkeiten erkannt worden, aber keine eindeutigen Widerlegungen nahekommen.

        Die Sache mit dem Respekt anderen Kommentatoren (und Menschen) gegenüber sage ich, dass der erforderliche Respekt auch verspielt werden kann und hinsichtlich den Kommentatoren, die ich meine und mit denen ich die entsprechende Erfahrungen gemacht habe, ist dem genau so, dass diese sich den normalen Respekt verspielt haben. Respekt wäre völlig unangebracht, also bringe ich diesen Respekt gegenüber diesen Leuten nicht mehr auf. Sie haben ihn nicht verdient. Diesen Respekt bekommen diese Leute erst wieder, wenn sie sich diesem Respekt als würdig erweisen. In der Kommentarspalte des erwähnten Beitrages wird auch ersichtlich, welche Kommentatoren und welche Strategien ich meine, wenn ich von Fundamentalisten rede.
        Sie wisen doch sicher auch, dass sich der Respekt anderen gegenüber am Respekt der anderen mir gegenüber orientiert. Und so bin ich mit meinem Respekt diesen anderen gegenüber genau auf Linie des Respektes derer mir gegenüber. Ja, es ist erbärmlich, wi eich mich “runterziehen” lasse. Aber das ist nur menschlich, allzu menschlich. Dieses sei mir also zu verzeihen.

        Zum erforderlichen Beweis, der eine Reproduktion der Erfahrungen erfordert, sei zu erwähnen, dass die Möglichkeit besteht, dass ich ein Sonderfall sein könnte, der Erfahrungen und Beobachtungen an sich in Verbindung mit seinem Umfeld macht, die andere nicht ohne Weiteres an sich machen können, ohne das sie im selben Zustand seien, wie ich mich befunden habe. Über den Zustand, den ich annehme, das er sehr speziell sei, kann ich aber wenig Auskunft geben, da mir die Erforschung dieses Zustandes von dazu fähiger und erforderlicher Seite (hier zum Beispiel eines Arztes und seiner Diagnostik) diesen Zustand nicht erforscht haben, sondern leichtfertig und overflächlich dem Gesundheitssystem genüge getan haben. Leidfer ist das Gesundheitssystem kaum hinreichend in seiner Kapazität und Reichweite seiner Inahlte, um meinen vielleicht sehr speziellen Fall und Zustand aufzuklären. Dier Diagnose “Schizophrenie” ist kaum in der Lage auch nur irgendwas zur Ursache meiner Symptomatik zu erklären, als vielmehr zu erklären, was man von meinen Aussagen zu halten haben soll – nämlich, dass man mir kein Wort mehr für Wahr nehmen kann, da es der schizophrene Geist der allgemeinen Wahrnehmung nach zu keinem geradem Gedanken bringen kann. Freilich ist das ein Irrtum. Aber das …. glaubt in dieser Gesellschaft kein “normaler” Mensch. Möglicherweise ist die Schizophrenie hier gar eine Bedingung, um solch versteckte Begebenheiten dieser Welt zu erkennen? Denn ich gebe zu, dass man erstaunlich hoch über seinen eigenen Schatten springen muß, um solche Thesen wie meine zu konstruieren, ohne daran gleich nochmal und noch viel mehr psychisch belastet zu werden, weil die Schlußfolgerungen angesichts der Erkenntnisse daraus und dieser Welt, in der wir leben und wie wir sie leben, schlicht über den Haufen schmeisst und somit alle Menschen verständlicherweise überfordern.