Vor einiger Zeit habe ich etwas über Nanoinjektion geschrieben: Wenn noch ein bisschen kleiner den Unterschied macht. Da hat sich mittlerweile ein bisschen mehr getan.

Es gab eine weitere Veröffentlichung unter dem Titel Survival rate of eukaryotic cells following electrophoretic nanoinjection im Journal Scientific Reports. Dieser wissenschaftlichen Artikel ist open access, also jeder kann ihn lesen ohne dafür zu bezahlen.

Was steht drin?

Die Wissenschaftler*innen der Uni Bielefeld, Abteilung biomolecular photonics haben nachgewiesen das die Nanoinjektion besonders schonend für die injizierten Zellen ist (Details darüber hab ich – wie gesagt – schon hier aufgeschrieben). Im Gegensatz zur Technik der Mikroinjektion, bei der knapp die Hälfte der Zellen nach der Behandlung den Löffel abgeben, erreicht man mit der Nanoinjektion eine Zell-Überlebensrate nach Injektion von 92%. Aber nicht nur das: Die Zellen zeigen auch nach der Nanoinjektion ein normales Teilungsverhalten, etwas das so auch nicht für Mikroinjektion gilt. Einer der besonderen Tricks der Nanoinjektion ist die Art und Weise des Injizierens. Moleküle werden über ein elektrisches Feld in die Zelle gebracht und nicht durch einen Druckunterschied, wie zum Beispiel beim Herunterdrückens des Kolbens einer Spritze. Im Artikel wurde auch getestet, ob dieses elektrische Feld, auch elektrophorische Kräfte genannt, die Zelle belastet oder stresst. Dabei konnte eine Beeinträchtigung der Zellen erst bei viel höheren Spannung festgestellt werden, als sie für effiziente elektrophorische Kräfte in der Nanoinjektion nötig sind.

Ich hab es damals schon geschrieben und ich wiederhole mich da gerne: Eine faszinierende Technik mit viel Potential. Ich hoffe das einige Wissenschaftler*innen aus den Lebenswissenschaften beginnen diese Technik einzusetzen. Ich bin gespannt welche neuen Erkenntnisse gewonnen werden können, wenn die ersten Analysen von Zellprozessen auf Einzel-Zellebene in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht werden.
 

Links:

Blogartikel von damals Wenn ein bisschen kleiner den Unterschied macht
 

open access Artikel in Scientific Reports:
Survival rate of eukaryotic cells following electrophoretic nanoinjection
 

Internetseite der Forschergruppe an der Uni Bielefeld:
http://www.physik.uni-bielefeld.de/biopho/
 

Kommentare (3)

  1. #1 hubert taber
    20. Februar 2017

    unabhängig von nanoinjektionen bitte ich sie ernsthaft diesen link zu lesen:

    [[[Kommentator verlinkte auf andere Kommentare von ihm (über Umwege). Dort kamen unter anderem die “Einstein’schen Trottel-Feldgleichungen” vor. Link wurde entfernt.]]]

    mfg. hubert taber

    • #2 André Lampe
      20. Februar 2017

      Sehr geehrter Herr Taber,

      ich weiß nicht warum genau ich mich mit den verlinkten Kommentaren von ihnen auseinandersetzen sollte. Möchten sie meine Meinung dazu höre oder in einen Dialog treten? Dazu könnten sie mich direkt ansprechen und nicht einfach auf Links verlinken, die rein gar nichts mit den jeweiligen Themen der einzelnen Artikel zu tun haben, unter denen sie dies kommentieren. Ich bin (u.a.) unter meiner eMail-Adresse bei der FU Berlin zu erreichen: andre.lampe@fu-berlin.de. Ich weise sie darauf hin, dass ich mir vorbehalte alle Inhalte die sie an diese Adresse senden, in Teilen oder vollständig, zu veröffentlichen.

      Herzliche Grüße, André Lampe