Man muss auf diesem Blog nicht zwischen den Zeilen lesen: ich bin ein großer Fan von Wissenschaftskommunikation und kommunizierenden Wissenschaftler*innen – ich sehe mich selbst als jemand aus der letzten Kategorie. Ich war in den letzten Jahren immer mal wieder auf dem Forum Wissenschaftskommunikation zu Gast, dass manchmal als “Klassentreffen der institutionalisierten Wissenschaftskommunikator*innen” gesehen wird. Dort habe ich, unter anderem, im Jahre 2015 mal eine Session gemacht unter dem Titel “Der kommunizierende Wissenschaftler – das unbekannte Wesen”, die man hier auch nachhören kann. Auf dem Forum Wissenschaftskommunikation (kurz FWK) und in dessen Umfeld hört man immer wieder, dass eigentlich viel zu wenig Wissenschaftler*innen dieses Forum besuchen, und das unterschiedliche Stimmen und Auffassungen der aktiven Wissenschaftler*innen fehlen. Sowohl aus den Reihen der FWK-Finanzierer, wie Stifterverband und Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) hört man dies, aber auch von vielen institutionalisierten Wissenschaftskommunikator*innen, Wissenschaftsjournalisten und anderen.

Wenn man die Ohren spitzt, hört man die oben genannte Forderung schon eine ganze Weile, nicht unbedingt als ersten, wichtigen Punkt, aber – nach meinem Gefühl – beständig und immer wieder. Aber es hat sich nicht wirklich viel getan, was das Thema “mehr Wissenschaftler*innen auf dem FWK” an geht. Dazu hatte ich eine Idee, schon vor einer Weile, und ich habe sie versucht beim FWK 2016 umzusetzen. Aufgrund von Zeitknappheit hat das leider nicht geklappt. Der Versuch sie beim kommenden FWK 2017 in Braunschweig umzusetzen, dass übrigens am 27.11.2017 bis 29.11.2017 statt finden wird, hat leider auch nicht geklappt. Wegen Zeitmangel auf meiner Seite und wegen Mittelknappheit beim Veranstalter. Da ich diese Idee aber für eine gute halte, will ich, ganz im Sinne von open sciene, sie einfach mal hier umreißen und darauf hoffen, dass dies Anstöße in der Wissenschaftskommunikations-Community geben kann. Feedback ist auch herzlich willkommen, entweder hier in den Kommentaren oder direkt an mich unter andre.lampe{ät]fu-berlin.de.

Die Wissenschaftskommunikationspat*innen

Ich habe mir die Chaospat*innen und Podcast Pat*innen zum Vorbild genommen, denn ich finde die jeweiligen Konzepte sehr gut und der Erfolg gibt ihnen recht. Meine Idee für das FWK war es, Wissenschaftler*innen in der Stadt anzusprechen, in der das FWK statt findet, und einzuladen einen Tag auf das Forum zu kommen. Diese Forschenden hätten Orientierung und Ansprechpartner an die Hand bekommen. Morgens ein kleiner Workshop, lediglich 15 Minuten, in denen es so etwas wie ein “Vokabelheft” gibt, ein bisschen Einordnungshilfe, was denn im Kontext des FWK Begriffe wie “Wissenschaftskommunikation” bedeuten sollen, und was es bei den Begriff allein schon Schwierigkeiten in der Definition gibt, nur um ein Beispiel zu nennen. Ein bisschen Hilfe eben, dass man Diskussionen besser einordnen kann, wenn man als Wissenschaftler*in in eine Session auf dem FWK wandert. Damals, als ich mit Wissenschaftskommunikation als Promotionsstudent angefangen habe, hätte ich mir des öfteren genau so eine Orientierung gewünscht.

Aber meine Idee umfasste nicht nur diesen einen kleinen Workshop am morgen, es sollte auch den ganzen Tag über Ansprechpartner*innen geben: die Pat*innen. An einem festen Ort sollte jede/r eingeladene Wissenschaftler*in zur jeder Zeit jemanden finden können um über das gesehene und gehörte zu reden, eine Pause zu machen und Fragen zu stellen, einen ganzen Konferenztag des FWK lang. Dieses Angebot wäre vollkommen freiwillig, es würde keine Verpflichtung bestehen in den Pausen zu den Pat*innen zu kommen – ich glaube aber das so ein Angebot hilfreich wäre und sicher auch angenommen würde. Am Abend war dann noch ein gemeinsames Treffen und eine Feedbackrunde geplant und im Nachgang der Konferenz noch ein Fragebogen um noch mehr Feedback einzusammeln. Ich wollte diese Idee als Pilotprojekt verstanden wissen, da das FWK jedes Jahr in einer anderen Stadt zu Gast ist, würden so immer verschiedene Wissenschaftler*innen zum FWK kommen – und hoffentlich bei Diskussionen und Fragerunden die Sicht der Forschenden beisteuern und sich selbst mehr für die Wissenschaftskommunikation interessieren.

OK. Und warum ist das noch nicht passiert?

Ich habe mich bemüht, dass diese Idee auf einem FWK umgesetzt wird, aber es hat bisher nicht geklappt. Ich mache weder den Organisatoren in der jeweiligen Stadt noch dem Team von Wissenschaft im Dialog einen Vorwurf daraus. Ich schreibe diesen Text nicht aus Frustration, sondern ich fasse mir hier, ganz öffentlich, an die eigene Nase. Ich predige immer wieder open science und open access – also muss ich mich auch daran messen lassen. Dementsprechend wollte ich die Idee der Wissenschaftskommunikationspat*innen öffentlich machen. Vielleicht nimmt jemand diese Idee auf, vielleicht schreibt mich jemand deswegen an, vielleicht klappt es auf dem FWK 2018 mit den Wissenschaftskommunikationspat*innen – nur weil ich die Idee jetzt “veröffentlicht” habe, heißt das ja nicht, dass ich es nicht weiter versuchen werde! Das ist ja das tolle an open science: Nur weil man es öffentlich macht, ist es ja nicht plötzlich weg 😉

Eine Bitte

Ich möchte einen Denkprozess anstoßen, aber ich bitte auch um Feedback. Egal ob euch das Thema betrifft oder nicht, teilt mir bitte eure Meinungen und Gedanken dazu mit. Hab ich etwas wichtiges vergessen? Habe ich einen bösen Schnitzer in meinem Konzept? Wären Wissenschaftler*innen auf dem Forum WissKomm überhaupt richtig? Fragt ihr euch warum Wissenschaftler überhaupt kommunizieren sollen? Ich würde das gerne von euch hören und lesen. Bitte seid beim kommentieren höflich zueinander. Es schmerzt mich etwas diesen letzten Satz dazu schreiben zu müssen. Ich werde die Kommentare aufmerksam moderieren und auch kommentieren.

Ich verstehe mich selbst als kommunizierenden Wissenschaftler, der sich auch immer wieder Gedanken zu neuen Formaten macht – eins davon findet sich unter ploetzlichwissen.de, dass ich jedem Leser hier einmal aufrichtig ans Herz legen möchte. Herzlichen Dank fürs lesen!

UPDATE, zur Klarstellung: Mein Vorschlag bezieht sich vor allem darauf, dass ich es wünschenswert finde, wenn mehr Wissenschaftler*innen das FWK besuchen würden, weil diese Stimmen und Sichtweisen meiner Meinung nach wichtig dafür sind. Das dies nicht dazu führt Wissenschaftskommunikation in der Breite in die Wissenschaft zu bringen, ist mir durchaus klar und das es dafür andere Ansätze geben muss. Da ich selbst Wissenschaftler bin, selbst allgemeines Interesse an der WissKomm habe und quasi unbedarf vor einigen Jahren auf das FWK stolpert, führte mich zu dieser Idee, den Einstieg leichter zu machen. Ich kenne einige Wissenschaftler*innen die Interesse hätten, nur fehlt etwas Einstiegshilfe und auch Geld. Ich habe des öfteren die Rückmeldung bekommen, dass die jeweilige Uni bzw. Arbeitsgruppe nicht für Kosten für das FWK aufkommt – daher die Idee mit der Einladung für einen Tag.

Kommentare (18)

  1. #1 Joseph Kuhn
    15. November 2017

    Wissenschaftler/innen gehen wohl lieber zu ihren Fachtagungen als zu einer Tagung über ein “Metathema” wie Kommunikation. Vielleicht müsste man daher solche Veranstaltungen stärker auf Fachthemen konzentrieren und bräuchte nicht Paten für Wissenschaftler sondern so etwas wie Themenpatenschaften?

  2. #2 Maike Nicolai
    Hamburg
    16. November 2017

    Lieber André,
    danke Dir für die Idee und die Initiative, die ich sehr gern unterstützen würde! Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten gemerkt, wie wichtig es ist, dass sich Wissenschaftskommunikatoren und Wissenschaftskommunikatorinnen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Aspekte der Wissenschaftskommunikation austauschen. Davon profitieren beide Seiten – und natürlich in der Folge auch die Medien und die Öffentlichkeit. Bei Tagungen und Stammtischen, die ich in letzter Zeit zum Thema Wissenschaftskommunikation besucht habe, hatte ich oft das Gefühl, dass wir noch zu sehr im eigenen Saft schmoren.
    Sich mit der “Wissenschaft der Wissenschaftskommunikation” zu befassen, ist übrigens auch ganz erhellend. Aber mir persönlich wäre der direkte Austausch am wichtigsten.
    Der Pat*innen-Ansatz scheint mir ein guter Start zu sein (insbesondere, wenn sich Teams finden, die ein gemeinsames wissenschaftliches Thema haben). Vielleicht lässt er sich ja sogar verstetigen?
    Wie wäre es, am Rande des FWK 2017 über Ideen und eine mögliche Umsetzung zu sprechen?
    Viele Grüße, Maike

  3. #3 Karl Ranseier
    16. November 2017

    Eine sehr coole Idee, das Chaospat*Innen-Konzept für’s FWK umzudenken. Chapeau! :)

    Ich sehe den Knackpunkt: Was haben die Forschenden davon, beim FWK vorbeizuschauen? Eine gewisse Affinität zum Thema Kommunikation müssen sie natürlich ohnehin mitbringen. Aber selbst dann gibt es viele Faktoren, die dazwischenfunken: eigentlich muss noch ein Grant eingereicht werden, ein Paper geschrieben, Studenten verarztet. Ein fassbarer Mehrwert für die Forschenden sollte klar erkennbar sein, sonst wäre der FWK-Besuch nur eine Art „arbeitsfreier Tagesausflug“ mit ungewissem Ausgang, und im Zweifel geht die Arbeit doch wieder vor.

    Und da Du nach bösen Witzen gefragt hast: Kommen ein Mikrobiologe, ein Elektrotechniker und eine Mathematikerin in die Session „Pressemitteilungen tippen: Welche Tastatur eignet sich am besten?“, und drehen vor Schreck gleich wieder um 😉

    • #4 André Lampe
      16. November 2017

      Ich habe aus persönlichen Gesprächen immer wieder gehört, dass Wissenschaftler*innen Interesse hätten auf dem FWK vorbei zu kommen (siehe update oben). Deine Darstellung des etwas gehetzten Forschenden ist nicht ganz verkehrt, ich würde aber dieses Bild nicht in die Allgemeingültigkeit erheben wollen.

      Und lass mich mal anders herum fragen: Darf sich das Forum Wissenschaftskommunikation noch so nennen, wenn dort kaum Wissenschaftler*innen rum laufen?

  4. #5 Henning Krause
    Berlin
    16. November 2017

    Hallo André,

    ein super Idee, die es einfach mal auszuprobieren gilt. Ich habe einige Jahre lang etwas ähnliches in kleinerem Rahmen bei der Wissenswerte (der deutschen Konferenz zum Wissenschaftsjournalismus) gemacht. Dort gibt es das “Forum junge Forscher”, wo Nachwuchsforschende über ihre Arbeit berichten und JournalistInnen ihnen Löcher in den Bauch fragen können. Die Recrutierung der NachwuchsforscherInnen für dieses Format war für mich eine Herausforderung, weil die Leute (meistens PostDocs) noch wenig Erfahrung im Umgang mit Medienvertretern gemacht haben. Insofern war dieses Treffen ein beiderseitiges Lernen. Ein zentrales Problem beim Identifizieren dieser NachwuchsforscherInnen aus der ganzen Republik war es oft, sie davon zu überzeugen, die Reisezeit nach Bremen (bis vor kurzem dem einzigen Veranstaltungsort der Wissenswerte) zu investieren. Daher finde ich Deine Idee so großartig, den Wanderzirkus-Aspekt des Forums WissKomm auszunutzen und jeweils lokale ForscherInnen anzusprechen.
    Ich freue mich schon auf die WissKomm-Pat*innen-Sticker zum Anheften!

    • #6 André Lampe
      16. November 2017

      Danke für deinen Kommentar, Henning!

      Eine Frage dazu: wurden Anreise und Unterkunft für die Wissenschaftler*innen auf der Wissenswerte für dieses Format übernommen oder mussten die sich selbst um Finanzierung kümmern. Als ich 2015 die Session “der kommunizierende Wissenschaftler – das unbekannte Wesen” organisiert habe, ist zum Glück WiD eingesprungen und hat die Reisekosten der Wissenschaftler*innen bezahlt – die hätten das nämlich nicht von ihrer Uni erstattet bekommen, deswegen frage ich…

  5. #7 Christina Roggatz
    16. November 2017

    Hallo André,

    Grundsätzlich eine gute Idee mit den Patenschaften, ich muss allerdings auch Joseph zustimmen, dass ein Themenbezug vermutlich sinnvoller wäre als ein rein örtlicher Bezug. Aus meiner Erfahrung als junge Wissenschaftlerin kann ich außerdem bestätigen, dass Fachtagungen und der Aufbau eines wissenschaftlichen Netzwerks im Vordergrund stehen, um überhaupt Zukunftschancen zu haben. In dem sehr limitierten alltäglichen Zeitrahmen zwischen Lehrverpflichtungen, Forschungsarbeit, Veröffentlichungen und der verzweifelten Suche nach weiterer finanzieller Unterstützung stehen Konferenzen/Foren zu Metathemen wie Kommunikationen nur an zweiter Stelle. Ich bin während meiner Doktorarbeit in England Dank einem meiner Doktorväter in die Wissenschaftskommunikation „gerutscht“ und habe einige Aktionen bei Wissenschaftsfestivals und an Schulen durchgeführt, nebenher.
    Ich finde Maike’s Idee gut, sich am Rande des FWK2017 zusammenzusetzen und bei einem Brainstorming die Idee weiter zu entwickeln. Ich biete gerne meine „englische“ Sichtweise und Wissenschaftler-Perspektive an.

    Viele Grüße und bis zum 27. Nov,
    Christina

    • #8 André Lampe
      16. November 2017

      Als Antwort an dich und auch an Joseph:

      Danke für eure Beiträge! Mir ist durchaus klar, dass ein Besuch auf dem FWK nicht unbedingt das größte für die Karriere eines Forschenden darstellt – darum geht es mir ja auch nicht. Ich unterstelle, dass es interessierte Wissenschaftler*innen gibt, die gerne mal einen Tag vorbei kommen würden. Diese Unterstellung basiert auf Gesprächen mit vielen Wissenschaftler*innen, und ich habe sie nicht einfach aus der Luft gegriffen (siehe update oben).

      Mich würde interessieren, wie der von euch angesprochene Themenbezug aussehen sollte – ich kann mir darunter gerade nicht so recht etwas vorstellen. Könntet ihr da mal etwas ins Detail gehen wie ihr das im Bezug auf das FWK und meine Idee der WissKommPat*innen meint?

  6. #9 MartinB
    16. November 2017

    Ganz ehrlich: Als praktizierender Wissenschaftler und “Kommunikator” finde ich nahezu nichts langweiliger als Diskussionen/Beiträge über Wissenschaftskommunikation. Was ich da bisher gesehen habe, ist mir meist zu diffus, schwammig, wenig auf den Punkt und für mich persönlich irrelevant.

    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2015/02/21/mein-senf-zur-wissenschaftsjournalismus-debatte/?all=1

    • #10 André Lampe
      16. November 2017

      Hallo Martin,

      darf ich nachfragen, ob du diese Aussage allgemein gemeint hast, oder ob du hier insbesondere meinen Beitrag als diffus, schwammig und wenig auf den Punkt siehst? Wäre ich doch Neugierig drauf.

  7. #11 MartinB
    16. November 2017

    Ich meinte das zunächst mal allgemein.
    Dein Beitrag ist aber in meinen Augen nur was für Insider zum Thema – ich kenne weder das FWK; noch die Chaospat*innen; und ehrlich gesagt habe ich auch keine Ahnung, warum ich als Wissenschaftler einen Paten brauchen soll, mit dem ich über Themen einer Konferenz reden soll, zumal auch nicht wirklich deutlich wird, was denn tun die Themen der Konferenz sind.

    Was vielleicht bedeutet, dass mir vermutlich das Reden über Wissenschaftskommunikation zu meta ist – ich rede darüber, wie ich über Wissenschaft rede? Vielelicht habe ich bisher nur die falschen Texte angeguckt, aber bisher hatte ich nie das Gefühl, irgendwas sinnvolles gelernt zu haben, wenn ich Texte über Wissenschaftskommunikation lese.

  8. #12 Christina Roggatz
    16. November 2017

    Antwort auf André’s Nachfrage:

    Ich bin dieses Jahr dann wohl auch einer von den “Newbees”. Ich bin nur deshalb auf das FWK aufmerksam geworden, weil ich mich in England in den Bereich Wissenschaftskommunikation etwas eingearbeitet habe. Ich gehöre also genau zu der Gruppe, die du gerne dafür begeistern möchtest. Feedback, wie es mir ergangen ist, gebe ich dir gerne am 29.11. bei einem Kaffee.
    Unter einer themenbezogenen Patenschaft könnte ich mir beispielsweise eine Paarung von Journalisten & Wissenschaftlern aus den Bereichen „Klima/Klimawandel“ (siehe aktueller Bezug zur COP23, da sträubt sich bei mir regelmäßig alles wenn ich so manche Berichte lese), „Weltraum/Universum“, „Umwelt/Alltag“ etc. Mich als Wissenschaftlerin würden die Erfahrungswerte einer Journalistin/eines Journalisten aus dem für mich relevanten Themenbereich am meisten interessieren, da sie mich auf Verständnisprobleme, Kommunikationsschwierigkeiten und „komplizierte Themen“ aufmerksam machen könnten. Ich könnte im Gegenzug dann auch einen fachlich sinnvollen Beitrag leisten und auf neue Entwicklungen und Ideen in dem entsprechenden Feld aufmerksam machen, in dem ich mich auskenne.
    Die Idee einer Einladung (inklusive Kostenübernahme) finde ich einen guten Ansatz, um die Teilnahme attraktiver zu machen. Eine Vergünstigung für Postdocs wäre auch sehr hilfreich, vor allem wenn man gerade aus dem PhD kommt (ich zahle alles selbst).
    Eine andere Idee wäre auch ein Themenkomplex je nach Spezialisierung/ Forschungsbereiche der Unis im Umkreis von Interesse, wofür man Vorab das Interesse „abklopfen“ könnte und einen/mehrere Journalisten/Kommunikatoren aus dem entsprechenden Bereich gezielt ansprechen könnte für eine Session bzw. als Paten. Das hätte auch für PhDs/Drs/Postdocs einen nachvollziehbaren „Nutzen“.

  9. #13 Joseph Kuhn
    16. November 2017

    @ André:

    “Mich würde interessieren, wie der von euch angesprochene Themenbezug aussehen sollte …”

    Ich hatte einfach überlegt, wo ich selbst gerne hingehen würde. Einen Tagungsschwerpunkt dazu, wie man wissenschaftliche Evidenz zum Impfen kommunikativ umsetzt, oder Risikokommunikation beim Passivrauchen macht etc. – so was fände ich interessant. Dabei wird auch sofort deutlich, dass man konkret darüber nachdenken muss, wer Adressaten von “Wissenschaftskommunikation” sind, Presse, Laien, Entscheidungsträger oder wer auch immer, was man erreichen will, wer jeweils die besten “kommunikativen Karten” hat etc.

    Bei einer Tagung unter der allgemeinen Überschrift Wissenschaftskommunikation stelle ich mir vor, dass mir da Leute auch “ganz allgemein” erklären wollen, worum es bei effektiver Kommunikation geht, womöglich mit lauwarmen Derivaten der Nachrichtenwerttheorie oder gar des Sender-Empfänger-Schemas, das würde ich mir nicht antun wollen. Wenn mich dann noch ein “Pate” erwartet, als ob ich eine Sozialphobie hätte, erst recht nicht.

  10. #14 MartinB
    17. November 2017

    Obwohl ich es andererseits durchaus interessant finde (nd es für mich auch beruflich wichtig ist), mir Gedanken darüber zu machen, wie ich Inhalte in der Vorlesung, in Skripten oder im Blog rüberbringen kann, so dass die Leute das auch verstehen. Ich sehe das thematisch eher im Bereich “Didaktik”, aber vielleicht habe ich das bisher auch falsch verstanden und das gehört auch zur Wissenschaftskommunikation.

  11. #15 Henning Krause
    Berlin
    17. November 2017

    @André (#6): Ja, die Reisekosten für die WissenschaftlerInnen wurden von ihren Arbeitgebern übernommen.

  12. […] der WissenschaftskommunikatorInnen? Diese Frage stellt sich auch André Lampe. Er hat auch einen Vorschlag, den er in seinem Blog zur Diskussion stellt und um Feedback […]

  13. #17 Becky
    17. November 2017

    Ich finde die Kommunikation auch sehr wichtig – sonst hätte ich auch meinen Blog nicht gegründet… Diese Konferenz kannte ich noch gar nicht. Für dieses Jahr wird es wohl zu spät sein, aber ich hoffe, dass ich mir das nächstes Mal genauer anschauen kann.
    Viele Grüße, Becky

    https://bakingsciencetraveller.wordpress.com/

  14. #18 Laie
    18. November 2017

    @Becky
    Zuerst mal danke für die Bereitstellung des unglaublichen gesetzlichen Urteils – dem Verbot der Warnwetterapp des Deutschen Wetterdienst für typsiche App-Benutzer. (Da die meisten Apps namlich kostenlos sind, und Anbieter mit den erhaltenden Daten handeln, ist mit dem Urteil, dass der DWD Gebühren für die zuvor Gratis-App erheben muss, quasi tot.)

    Vielleicht könnte es dem DWD dienen zu sagen, die Bezahlung erfolgt mit Daten, die wir (inzwischen) rechtlich gedeckt absaugen dürfen, so wie es all die anderern kommerziellen Gratis-Apps ja auch tun. (Das ist nun legal, da die EU hier den Datenschutz aufweichte, es wurde Medial selbstverständlich nicht darüber berichtet. Sinngemäss umgesetzt werden muss:

    Wenn ein Unternehmen aus seiner Sicht Interesse an ihren Informationen hat, dann muss man hier nicht extra um Zustimmung fragen. Es geht hier um Big-Data und darum, dass die betreffenden Firmen, die nur mit ihren Daten handeln, dies nun legal tun dürfen. Ein extra geschaffenes “Schlupfloch” für Datenhändler.

    Nach kurzer Überlegung ist klar, auch das Urteil gegen den DWD ist ein Puzzlestück zur gezielten Massenverblödung durch den Gesetzgeber?

    Sicherlich in den heutigen Zeiten spannend, wo doch die Kluft zwischen jenen, die sich nach oben entwickeln können, und jenen, die absichtlich verblödet werden (teilweise mit Initialunterstützung aus dem eigenen Elternhaus) gezielt unterstützt werden.

    Daher ist auch die Frage von Joseph Kuhn, sinngemäss “Wer ist mein Publikum, und wie kann ich die Infos so aufbereiten, sodass es dort auch ankommt” genauso interessant, wie auch die generell genannten Ziele der WissKomm-Initiative.

    Wer das bisher bereits schon aus sich heraus sehr gut kann, didaktische Wissensvermittlung für unterschiedliche Zuhörerkreise zielgerichtet zu gestalten, wird sich da logischer weise weniger angesprochen fühlen.

    Was nun bei WissKomm rauskommen kann, steht auf einem anderen Blatt, das liegt noch in der Zukunft.

    Wir kennen schon aus der (Grund)Schule, durch eigene Erfahrung oder aus dem eigenen Verwandtenkreis: Manche Lehrkräfte sind schon von sich aus sehr talentiert und haben gute Kommunikation (der Inhalte) bereits in Sicht, andere tun sich da schwerer. Umgekehrt können einem wirklich schlechte Lehrkräfte das Gegenteil bewirken, wie z.B. gänzliche Abneigung des Unterrichtsfaches auf Seite der Schüler. Auch hier kann der Umstand, das eigene Kind nur gegen Bezahlung auf eine der “besseren” Schulen im städtischen Bereich geben zu können, sodass es überhaupt in der Zeit dort etwas an Bildung erhält, als eine ähnliche Bezahlschranke gesehen werden, die real existiert.

    Zu den verschiedenen Massnahmen zur gesetzlichen und absichtlichen Verblödung der Massen gehört auch die auf ihrer Seite beschriebene Depublikationspflicht der öffentlich rechtlichen Medien. Auch hier gilt wieder, gratis darf nur das sein, was zwar Mist ist, jedoch dem Ziel der Deinformation dient. Aus der Depublikationspflicht folgt die Deinformationspflicht. Wozu gibt es schnell noch die GEZ?

    Wer hier lästernd auf sog. amerikanische Medienverhältnisse lästerst, soll mal die eigene Medienlandschaft unter die Lupe nehmen, was da seit vielen Jahren schon tatsächlich an Negativem geschieht.