Dieser Blog wurde im Projekt Epi goes Gender initiiert. Damit soll eine Plattform für die Verbreitung und Diskussion aktueller Entwicklungen und Diskurse über Inhalte, Konzepte und Methoden geschlechtersensibler Forschung in der Epidemiologie geschaffen werden.

Das Projekt Epi goes Gender (Laufzeit 2011-Mitte 2014; Förderung BMBF) hat das Ziel, Forscher/innen zu motivieren und befähigen, epidemiologisches Wissen im Hinblick auf die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten kritisch zu hinterfragen, mit Fachwissen anderer Disziplinen (u.a. Medizin, Geschlechterforschung) transdisziplinär zu verknüpfen und neues geschlechtersensibles Wissen zu erarbeiten. Dazu wird im Projekt u.a. eine Befragung zu Bedürfnissen, Bedarfe und Einstellung hinsichtlich geschlechtersensibler Forschung in der Epidemiologie unter den Mitgliedern der epidemiologischen und epidemiologie-nahen Fachgesellschaften (DGEpi, DGMSP, DGMS, GMDS Fachbereich Epidemiologie, IBS-DR) durchgeführt. Weiterhin wird nationale und internationale Literatur unter methodischen Gesichtspunkten ausgewertet. Ein weiterer Baustein hat den Titel „Nachwuchswissenschaftler/innen schaffen neues Wissen“ Damit wird die Generierung von Wissen verknüpft mit der Qualifizierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Teilnehmenden erarbeiten in einem fachlich begleiteten, supportiv organisierten Forschungs-Lern-Prozess selbst gewählte Forschungsaufgaben geschlechtersensibel (z.B. für Bachelor- oder Masterarbeiten, Dissertationen, Publikationen).

Mit diesem Blog möchten wir die Vernetzung von an geschlechtersensibler epidemiologischer Forschung interessierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen unterstützen und Diskurse anregen. Unsere Idee ist, Konzepte, Werkzeuge und aktuelle Artikel vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich mit Kommentaren und Ideen zu beteiligen!

Kommentare (12)

  1. #1 rolak
    24. Januar 2013

    (noch ideenlos)

    War euch eigentlich vorher klar, daß das Akronym ‘egg‘ ist?

    • #2 Dirk Gansefort
      25. Januar 2013

      Nein, das war uns nicht klar – ist für uns aber auch irrelevant. Danke für den Kommentar.

  2. #3 Stefan W.
    demystifikation.wordpress.com 3:18
    25. Januar 2013

    Gender? Ich dachte bislang mit Gender wird die soziale Geschlechterrolle bezeichnet, während das Geschlecht im biologischen Sinne nach wie vor Sex hieße?

    • #4 Dirk Gansefort
      25. Januar 2013

      Ja, mit diesem Konzept arbeiten wir im Projekt: sex als Beschreibung der biologischen Aspekte von Mann- bzw. Frau-sein (z.B. Hormonstatus, Anatomie), gender als sozio-kulturell konstruierte Faktoren. Im deutschen gibt es eben keine Unterscheidung sondern den Begriff Geschlecht – in dem unserer Meinung nach beides drin steckt.

  3. #5 roel
    *****
    25. Januar 2013

    @Dirk Gansefort Dann wünsche ich mal einen guten Start, viel Erfolg und viele interessante Diskussionen.

  4. #6 Günter Buchholz
    30. Januar 2013

    In der Medizin ist der Begriff Geschlecht zutreffend und völlig ausreichend. Zwischen Männern und Frauen muß trotz vieler Gemeinsamkeiten eben auch differenziert werden. Das ist so klar wie unproblematisch, “Gender” ist hier begrifflich irreführend und völlig unnötig, außer man will damit die Zuordnung zu einer Ideologie signalisieren. Wollen Sie das? Wenn ja, warum?

  5. #7 Joseph Kuhn
    30. Januar 2013

    @ Buchholz: Bei “Epi goes Gender” geht es um mehr als die Differenzierung von Daten nach Geschlecht. Es geht auch darum, gesundheitswissenschaftliche Fragen zu den sozialen Geschlechterrollen zu bearbeiten. Wenn man z.B. die Teilnahmeraten an der Krebsfrüherkennung nach Geschlecht differenziert, stellt man fest, dass Männer seltener teilnehmen. Früher hätte man gesagt, kein Wunder, die Männer haben keine Zeit, die müssen arbeiten. Dass diese Antwort neben einem Körnchen Wahrheit vor allem auch ein ordentliches Maß an Vorurteilen zum Ausdruck bringt, weiß heute jeder. Statt dessen hört man heute Sätze wie “Männer sind Vorsorgemuffel” – das ist aber genauso dämlich wie die andere Antwort. Vor solchen “Erklärungen” soll eine gendersensible, durch eine Männer-/Frauen-Gesundheitsforschung informierte, Epidemiologie bewahren. Es geht also nicht um die Poduktion von Ideologie, sondern darum, gängige, aber falsche Interpretationsschablonen, oft genug ist das “Ideologie”, zu hinterfragen.

  6. #8 Joseph Kuhn
    30. Januar 2013

    … Kommentar im Spamfilter? Oder im Genderfilter?

  7. #9 looking for epi
    26. Februar 2013

    epi went gender and never came back.

  8. #10 Dr. Webbaer
    2. März 2013

    @Kuhn

    Bei “Epi goes Gender” geht es um mehr als die Differenzierung von Daten nach Geschlecht. Es geht auch darum, gesundheitswissenschaftliche Fragen zu den sozialen Geschlechterrollen zu bearbeiten. Wenn man z.B. die Teilnahmeraten an der Krebsfrüherkennung nach Geschlecht differenziert, stellt man fest, dass Männer seltener teilnehmen.

    Das erklärt aber nicht das Gender, das ja ein spezielles Konzept ist und das biologische Geschlecht als konstruiert betrachtet.

    Gender ist natürlich schon modisch oder geil.

    Wann genau geht ‘Epi’ denn ‘Gender’?

    MFG
    Dr. W

  9. #11 Dirk Gansefort
    4. März 2013

    …auch in Bremen hat die Grippewelle grassiert! Aber nun back in Business! Danke für die Kommentare auf dem Epi goes Gender-Blog!
    @Günter Buchholz: Nein, wir ordnen uns keiner wie auch immer gearteten “Gender-Ideologie” zu – solche ist uns auch nicht bekannt. Aber häufig wird ja Gender als aus der Feminismus-Ecke kommend gedacht und es bestehen diesbezügliche Vorbehalte. Vielen Dank an Joseph Kuhn, der schon eine schöne Differenzierung formuliert hat – das Beispiel Wahrnehmung von Früherkennung ist da treffend.

    Warum nun der Projekttitel Epi goes Gender? Nun, wir beschäftigen uns im Projekt mit biologischen (sex) wie sozio-kulturellen (gender) Aspekten von Geschlecht und deren Einfluss auf Gesundheit und Krankheit. Das Sex/Gender-Konzept ist sicher nicht neu und findet in der Medizin ebenso wie in der Epidemiologie und den Gesundheitswissenschaften Anwendung.
    Wenn man/frau nun genau sein will, müsste unser Projekt daher vielleicht eher “Epi goes Sex/Gender” heißen. Doch für uns war sicher auch auch die Griffigkeit des Titels wichtig.

  10. #12 Günter Buchholz
    1. Januar 2014

    1) Was unter Gender Mainstreaming usw. verstanden wird, das finden Sie hier in vielen Beiträgen ausführlich von einer Ärztin dargestellt: http://www.dijg.de/gender-mainstreaming/
    Dies ist es, was g e s e l l s c h a f t l i c h betrieben wird, und es sollte daher zur Kenntnis genommen werden. –
    2) Was aber h i e r unter “gender” verstanden wird, das sind m. E. lediglich die jeweiligen soziokulturellen Lebens-bedingungen und Bewußtseinsformen und Verhaltensweisen von Männern und Frauen in verschiedenen sozialen Klassen und Schichten im Hinblick auf Gesundheit und Krankheit. Das alles ist notwendigerweise zu berücksichtigen und völlig unstrittig, und es ist wohl auch das (sinnvolle) Projektziel. Aber es hat mit gender im Sinne von (1) sehr wenig bis nichts zu tun.