Gerade bei BoingBoing bin ich auf dieses Video gestossen. In vielen Slums werden die Behausungen irgendwie zurecht gebastelt, für Fenster und somit Licht ist da kein Geld/Material vorhanden. Mit diesem einfachen und simplen Trick wird das Licht einfach mit einer einfachen Plastikflasche ins Haus geleitet.
Statt einem einfachen Loch, wird das Licht hier durch das Wasser in der Flasche reflektiert und in der Behausung gleichmäßiger verteilt.
Zumindest tagsüber haben die Bewohner jetzt in ihren Buden Licht, und das ohne Strom und Technik, ein wenig Physik reicht aus.

Kommentare (14)

  1. #1 Gerry
    Juli 20, 2011

    Wie geil!

    Und ein prima Beispiel dafür, dass AKW-Abschaltung, Peak-Oil und Klimawandel nur für diejenigen eine Bedrohung sind, die ihren Kopf nicht benutzen wollen oder zu faul für Veränderungen sind.

  2. #2 miesepeter3
    Juli 20, 2011

    Der eine oder andere Ältere hier hat vielleicht noch in seiner Jugend seine Schuhe bei einem “richtigen” Schuster und nicht bei Mr. Minit zur Reparatur gebracht. Da konnte er dann eine mit Wasser gefüllte Glaskugel in der Nähe des Fensters oder abends an einer Kerze sehen, die das Licht bündelte und auf dem Arbeitsplatz des Schusters konzentrierte. Diese faszinierende Erfindung aus vergangenen Zeiten nannte man Schusterglas und stellte, Schulwissen Physik, eine Abart der Kugellinse dar. Offensichtlich kann dieses Prinzip auch mit anderen Materialien genutzt werden.
    Aber was wirklich Neues ist das nicht.

  3. #3 Chris
    Juli 20, 2011

    @miesepeter
    Es ja niemand behauptet, das wäre eine neue Idee.
    Sie ist sehr simpel, günstig und effizient. Daher wirklich lobenswert.

  4. #4 miesepeter3
    Juli 20, 2011

    @Chris

    Ich habe auch nicht behauptet, dass jemand behauptet hat, dass ……

    Wass soll`s, Hauptsache ist, dass so einfache Sachen auch im Zeitalter der Hochtechnologien eine sinnvolle Verwendung finden können und zu mancher Problemlösung beitragen.

  5. #5 Dr. Webbaer
    Juli 20, 2011

    Eine naheliegende wie doch phantastische Idee das Konzept des “Fensters” allgemein einzuführen! – Gerade auch in der Äquatorgegend, wo die jahreszeitlichen Verhältnisse keine Dachfenster -man nur denke an den Monsun- erlauben können. BTW: Tiefe Erdlöcher können Kühlung bringen.

  6. #6 roel
    Juli 20, 2011

    @Chris solche einfachen Lösungen werden leider viel zu selten in Anspruch genommen. Im Reichstag wurde das ganze etwas anders gelöst. http://www.uweb21.de/wissen/oekologie-reichstag-berlin.php

  7. #7 Chris
    Juli 20, 2011

    @roel
    Deswegen poste ich sie ja 😉

  8. #8 Gelenkgesund
    Juli 21, 2011

    Das erinnert mich an die Wasserentkeimungsmethode, bei der Wissenschaftler einfach benutzte durchsichtige PET-Flaschen mit (unreinem) Wasser in die Sonne legten und dadurch das Wasser ziemlich keimfrei bekamen. Wenn man mal ein weltweites Brainstornming über solche kostenlosen Ideen veranstaltete, könnte man damit wohl mehr bewirken als mit der gesamten Entwicklungshilfe, die am Ende wirkungslos verpufft.

  9. #9 BreitSide
    Dezember 1, 2011

    Gelenkgesund: Sodis heißt das.

    Könnte man vielleicht sogar kombinieren.

  10. #10 Basilius
    Dezember 10, 2011

    @Chris
    Coole Idee. Danke für den Artikel (leider erst jetzt darüber gestolpert, aber was soll’s. Hat ja kein Verfallsdatum…).

    @BreitSide
    Ich befürchte, daß Gelenkgesund schon lange nicht mehr hier ist, aber was soll’s. Ich mache einfach auch mit:

    @Gelenkgesund

    Wenn man mal ein weltweites Brainstornming über solche kostenlosen Ideen veranstaltete, könnte man damit wohl mehr bewirken als mit der gesamten Entwicklungshilfe, die am Ende wirkungslos verpufft.

    So Brainstormings passieren eigentlich in allen möglichen Unis (etc.p.p…) ständig irgendwo auf der Welt. Sonst hätte Chris das Video mit der tollen Idee ja auch gar nicht vorstellen können. Aber wenn Du noch ein weiteres veranstalten willst, dann nur zu!
    Mich würde allerdings interessieren, woher Du weißt, daß “die gesamte Entwicklungshilfe” am Ende wirkungslos verpufft?
    Hast Du das selber gesehen?

  11. #11 Gelenkgesund
    Dezember 10, 2011

    @Basilius/@BreitSide: Ich bin hier auf Scienceblogs einfach zurückhaltend geworden wegen dieses “Willkommensgrusses” hier für mich als relativem Blogger-Neuling: Marcus Anhäuser· 10.08.11 · 21:10 Uhr: “Zwei-Klassen-Medizin gibt’s…”
    Zur Frage: “daß “die gesamte Entwicklungshilfe” am Ende wirkungslos verpufft?” – nun, es gibt ein Buch der früheren Entwicklungsstaatssekretärin Gisela Erler “Tödliche Hilfe”, die immer wieder zur Einweihung von neuen Projekten in Entwicklungsländer gebeten wurde, um dort das berühmte Rote Band zu durchschneiden. Irgendwann fiel ihr auf, dass das immer neue Projekte waren, kein einziges abgeschlossenes darunter. Daher bat sie sich für ihren nächsten Besuch aus, auch durch ein abgeschlossenes “erfolgreiches” geführt zu werden. Die kleinlaute Antwort ihrer Untergebenen: “wir kennen keines”.
    Darüber sind tausende Bücher geschrieben worden – Entwicklungshilfe ist meist nur Vermarktungshilfe eigener Industrie. Wenn man in Entwicklungsländern Kleider kauft, stammen sie aus unserer Altkleidersammlung und verdrängten die einheimische Cottage industry. Wenn ein ehemaliger Farmer in einem Slum unsere Nahrungshilfe erhält – warum ernährt er sich nicht (mehr) selbst? Weil er von seiner Scholle verdrängt wurde, als die EU (und USA) billigste Nahrungsmittel dort zu Preisen zu vermarkten begannen, die er selbst mit seinem typischen “Ein-Dollar-pro-Tag”-Einkommen nicht unterbieten konnte!
    Franz Böhm von “Menschen für Menschen” hatte dazu sein Erweckungserlebnis, als vor ihm ein Bettler tot zusammenbrach und er dann die Kolonialgeschichte und deren Fortsetzung, alias “Entwicklungs”-“Hilfe” aufarbeitete. Vermutlich ist er einer der wenigen, die mit ihrem direkten Einsatz tausende Male mehr leisten als alle Entwicklungs-Billionen weltweit zusammengenommen.
    Hinzu kommt, dass die Westmächte bewusst eine korrupte Oberschicht grossgezogen haben, um diese Völker niederzuhalten und sich gegen ihre Konkurrenz zu wappnen. Daher versickert das Geld dort auch dann noch, wenn es direkt hingetragen wird. Oder hat jemand je wieder was von “Band Aid” gehört? Im Spiegel war grade ein Bericht von Schülern und Student(inn)en, die in Kenia versucht haben, eine Wasserleitung zu verlegen. Sehr lesenswert – selbst Ordensschwestern haben lieber Geld als Hilfe. Und wenn man dann helfen will, kommt ein Regierungsbeamter und will Gebühren bzw. seinen “Freunden” Jobs verschaffen. Es gibt auch genügend Stimmen aus der Szene, die sagen, dass Afrika schon geholfen wäre, wenn alle Hilfe auf Null gestrichen würde. Eine echte “Win-Win-Situation.

  12. #12 Basilius
    Dezember 10, 2011

    @Gelenkgesund
    Herzlich willkommen!
    Nur herein und nur Mut! Hier wird niemand gebissen. Mann/Frau muss nur für das Gesagte auch Rede und Antwort stehen. Einfach nur so dahinplappern kann einem unter die Nase gerieben werden. Aber das nur am Rande, da es überall auf den S-Blogs gilt.

    Ich habe jetzt erst mal keinerlei Ahnung, was das für ein Willkommensgruß bei Herrn Anhäuser drüben war. Aber was immer dort passiert ist, muss sich ja nicht zwangsläufig wiederholen.

    Zur Frage: “daß “die gesamte Entwicklungshilfe” am Ende wirkungslos verpufft?” – nun, es gibt ein Buch der früheren Entwicklungsstaatssekretärin Gisela Erler “Tödliche Hilfe”…-

    Hmm…?
    Okay, ich sollte vielleicht erst mal klarstellen, daß ich keine Ahnung von Afrika habe. Ich war selber noch nie dort und habe auch nie etwas mit Entwicklungshilfe zu tun gehabt, aber daß ein gewisser Betrag der Entwicklungshilfe höchstwahrscheinlich in unlautere Kanäle abgezweigt wird, ist mir klar und bestreite ich nicht. Daß es das eine oder andere Projekt geben wird, welches sich zumindest hinterher als Geldverschwendung herausgestellt hat; keine Frage, klar gibt es das. Dennoch glaube ich nicht, daß die gesamte Entwicklungshilfe wirkungslos verpufft. Das erscheint mir dann doch ziemlich vereinfachend und pauschalisierend dargestellt.
    Aber das wäre eine praktische Entschuldigung, sich nicht mehr um solcherlei Themen kümmern zu müssen. Man muss auch nichts mehr spenden, oder ein schlechtes Gewissen haben, wenn man nix getan hat. Weil: Es wäre ja eh für die Katz gewesen, also braucht man auch nichts unternehmen. Sehr bequem das!
    Ich befürchte aber, daß die Realität etwas komplexer sein dürfte.

    Wobei Du Dein Wissen anscheinend aus einem Buch beziehst. Aus was für einem und/oder ob Du es auch selber gelesen hast kann ich nicht so recht sagen. Ich habe nämlich das von Dir genannte Buch leider nicht finden können. Was ich gefunden habe ist ein Buch von einer Brigitte Erler und nicht von einer Gisela. Aber selbst wenn Du hier nur den Namen verwechselt haben solltest, so fällt mir doch auf, daß dieses Buch dort in der 4. Auflage von 1984 verkauft wird. Die Frau erzählt also Anekdoten aus Afrika, welche schon bald 30 Jahre alt sind.
    Aha!
    Und seitdem hat sich natürlich nie wieder was geändert und es muss immer noch genauso, wie in diesem Buch beschrieben sein.
    Nein, danke, da würde ich mir doch lieber aktuellere Quellen suchen.

  13. #13 BreitSide
    Dezember 10, 2011

    @Gelenkgesund: was Du da anführst, ist – wenn es nicht einfach nur eine faule Ausrede sein sollte – ein klares Plädoyer für NGOs.

    Möglicherweise hängst Du noch dem bequemen Glauben an, “die Regierung” würde schon alles regeln (Niebel, aaaaarrrrrggghhhhh…)

    Nein, es braucht mehr: es braucht den Einsatz einzelner Personen. Kleine Schritte von kleinen Leuten.

    Ich kann Dir jede Menge Projekte zeigen, die funktionieren.

    Lokale Projekte.

    Kleine Projekte.

    Persönliche Projekte.

    Brauchst nur in Deiner eigenen Stadt zu suchen, und Du wirst finden. Jeder einzelne Eine-Welt-Laden kann Dir jede Menge Arbeitsprojekte zeigen. Musst dann halt nur mitmachen.

  14. #14 Basilius
    Dezember 11, 2011

    @Gelenkgesund

    Ich bin hier auf Scienceblogs einfach zurückhaltend geworden wegen dieses “Willkommensgrusses” hier für mich als relativem Blogger-Neuling: Marcus Anhäuser· 10.08.11 · 21:10 Uhr: “Zwei-Klassen-Medizin gibt’s…”

    Jetzt bin ich doch noch neugierig geworden und habe mal gekuckt, was denn an dem ⇒ Willkommensgruß so schlimm war.
    Mal ehrlich, verstehst Du wirklich nicht, warum der Herr Anhäuser gerne erst mal ein von Dir paar Fragen beantwortet gehabt hätte?
    Darf ich die Fragen zur einfacheren Erinnerung einfach nochmal hier zitieren?

    Marcus Anhäuser·10.08.11 · 21:10 Uhr
    @gelenkgesund
    Bevor sie hier weiter erzählen, könnten wir kurz klären, wer sie sind? Sie verlinken auf eine Seite, auf der Gelenkgesund-Seminare usw. angeboten werden. Auf einer Seite, auf der ich auf den ersten und auf den zweiten Blick nicht erkennen kann, wer der “ich”-Erzähler ist. Sind Sie mit dem identisch? Verdienen Sie an den Seminaren? Sollte dies der Fall sein, können Sie ihre Geschichte für sich behalten. Das sind eindeutug zu viele Interessenkonflikte. Werbung könenn Sie woanders machen.

    Und wieso kam auf die Fragen eigentlich nie mehr eine Antwort von Dir?