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	<title>ScienceBlogs auf Deutsch</title>
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	<description>Wissenschaft - Kultur - Politik</description>
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		<title>Top-25 der ungelösten Verschlüsselungen – Platz 19: Das Rätsel der chinesischen Goldbarren [Klausis Krypto Kolumne]</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 17:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Schmeh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesische Goldbarren]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieben chinesische Goldbarren, die 1933 hergestellt wurden, geben Rätsel auf. Auf ihnen sind einige verschlüsselte Zeilen abgebildet, die bisher niemand dechiffrieren konnte. Leider ist recht wenig über die Hintergründe bekannt. &#160; Vor ein paar Jahren erhielt die Kryptologen-Organisation IACR Post von einem Museum in den USA. Der Kurator dieses Museums schickte Fotos von sieben Goldbarren,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sieben chinesische Goldbarren, die 1933 hergestellt wurden, geben Rätsel auf. Auf ihnen sind einige verschlüsselte Zeilen abgebildet, die bisher niemand dechiffrieren konnte. Leider ist recht wenig über die Hintergründe bekannt.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vor ein paar Jahren erhielt die Kryptologen-Organisation IACR Post von einem Museum in den USA. Der Kurator dieses Museums schickte Fotos von sieben Goldbarren, auf denen jeweils mehrere verschlüsselte Textzeilen zu sehen waren. Er hoffte, dass die IACR zum Lösen dieser Kryptogramme beitragen konnte. Bisher konnte jedoch noch niemand die Verschlüsselung knacken.</p>
<p>Was der Kurator wohl nicht wusste: Die IACR (International Association for Cryptologic Research) ist für ein solches Kryptologie-Problem der falsche Ansprechpartner. Die IACR beschäftigt sich kaum mit historischen Kryptogrammen, sondern mit moderner, computergestützter Kryptologie. Besser wäre es gewesen, sich an die <a href="http://cryptogram.org/" target="_blank">American Cryptogram Association</a> oder an die Fachzeitschrift Cryptologia zu wenden.</p>
<p><a href="http://www.schmeh.org/wp-content/uploads/2013/06/Goldbar-1.jpg"><img alt="Goldbar-1" src="http://www.schmeh.org/wp-content/uploads/2013/06/Goldbar-1.jpg" width="700" height="400" /></a></p>
<p><em>Quelle: IACR</em></p>
<p>Die IACR stellte die wichtigsten Details zu diesem Kryptogramm <a href="http://www.iacr.org/misc/china/" target="_blank">hier</a> auf ihre Web-Seite &#8211; versehen mit dem Hinweis, dass man nicht alle relevanten Informationen dazu habe und dass man den Autor nicht mit Anfragen belästigen solle. Außerdem sind zwei Postadressen mit Fax- und Telefonnummer angegeben, über die man angeblich mehr erfahren kann (E-Mail-Adressen werden nicht genannt).</p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.schmeh.org/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" />Auf der IACR-Web-Seite erfährt man, dass die Goldbarren vermutlich 1933 für einen General Wang in Schanghai hergestellt wurden. Sie sollen eine Bescheinigung dafür sein, dass der Besitzer ein Konto bei einer Bank in den USA hat (es ist aber unklar, ob dieses Konto je existiert hat). Es finden sich einige chinesische Schriftzeichen darauf, die man lesen kann (es geht unter anderem um eine Geldtranstaktion in Höhe von 300 Millionen Dollar). Die Goldbarren wiegen zusammen 1,8 Kilogramm.</p>
<p>Einige der verschlüsselten Zeilen wiederholen sich. Insgesamt gibt es 16 verschiedene Zeilen:</p>
<pre>SKCDKJCDJCYQSZKTZJPXPWIRN 	length 25
MQOLCSJTLGAJOKBSSBOMUPCE 	length 24
RHZVIYQIYSXVNQXQWIOVWPJO 	length 24
FEWGDRHDDEEUMFFTEEMJXZR 	length 23
XLYPISNANIRUSFTFWMIY		length 20
HFXPCQYZVATXAWIZPVE		length 19
YQHUDTABGALLOWLS		length 16
UGMNCBXCFLDBEY			length 14
ABRYCTUGVZXUPB			length 14
JKGFIJPMCWSAEK			length 14
KOWVRSRKWTMLDH			length 14
HLMTAHGBGFNIV			length 13
MVERZRLQDBHQ			length 12
VIOHIKNNGUAB			length 12
GKJFHYXODIE			length 11
ZUQUPNZN			length 8</pre>
<p>Unklar bleibt, von welchem Museum die Anfrage kam und wer die Goldbarren derzeit besitzt (vermutlich ist es das Museum). Der Leser erfährt noch nicht einmal, wann die Anfrage an die IACR gestellt wurde.</p>
<p><a href="http://www.schmeh.org/wp-content/uploads/2013/06/Goldbar-2.jpg"><img alt="Goldbar-2" src="http://www.schmeh.org/wp-content/uploads/2013/06/Goldbar-2.jpg" width="700" height="400" /></a></p>
<p><em>Quelle: IACR</em></p>
<p>Wie mir scheint, hat bisher niemand weitere Details zu den chinesischen Goldbarren recherchiert. Die Goldbarren-Kryptogramme tauchen zwar auf einigen Web-Seiten (und insbesondere auf einigen Top-10-Listen der ungelösten Verschlüsselungsrätsel) auf, doch dabei werden stets nur die Informationen von der IACR-Seite wiederholt. Für mich ist dieses Kryptogramm die Nummer 19 in der Liste der 25 bedeutendsten ungelösten Kryptogramme.</p>
<p>Vielleicht werde ich bei Gelegenheit selbst etwas recherchieren. Fürs erste dürfte eine Mail an die IACR sowie zwei Faxe an die angegebenen Kontaktpersonen genügen. Vorher würde mich aber noch interessieren, ob ein Leser zur Erhellung dieser Sache beitragen kann. Gibt es vielleicht doch noch eine Informationsquelle, die ich übersehen habe? Kann jemand etwas zur Lösung der Verschlüsselung beitragen? <a href="http://www.iacr.org/misc/china/" target="_blank">Hier</a> sind alle Goldbarren abgebildet, und <a href="http://www.iacr.org/misc/china/cryptograms.html" target="_blank">hier</a> gibt es die transkribierten Texte. Viel Spaß beim Rätseln!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Richard Feynman über die wissenschaftliche Methode [Astrodicticum Simplex]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/06/19/richard-feynman-uber-die-wissenschaftliche-methode/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=richard-feynman-uber-die-wissenschaftliche-methode</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 14:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Freistetter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Passend zum ersten Teil meiner Serie über dunkle Materie und dem Vorwurf, Wissenschaftler hätten sich das ganze einfach nur mal eben so ausgedacht, habe ich noch ein nettes Video, in dem Richard Feynman erzählt, wie man in der Wissenschaft wirklich arbeitet:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zum <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/?p=10832">ersten Teil meiner Serie über dunkle Materie</a> und dem Vorwurf, Wissenschaftler hätten sich das ganze einfach nur mal eben so ausgedacht, habe ich noch ein <a href="http://youtu.be/EYPapE-3FRw">nettes Video</a>, in dem Richard Feynman erzählt, wie man in der Wissenschaft wirklich arbeitet:</p>
<p><center><iframe width="560" height="420" src="http://www.youtube.com/embed/EYPapE-3FRw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></center></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Neues PeTA-Computerspiel: Pharmaforscher zusammenschlagen [Frischer Wind]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/frischer-wind/2013/06/19/neues-peta-computerspiel-pharmaforscher-zusammenschlagen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=neues-peta-computerspiel-pharmaforscher-zusammenschlagen</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 13:10:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Reinboth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Cage Fight]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
		<category><![CDATA[PeTA]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun bin ich tatsächlich schon mehrere Wochen lang nicht mehr zum Sciencebloggen gekommen &#8211; was insbesondere an meiner derzeitigen Dreifach-Belastung durch eine neue Teilzeitstelle im Bereich Forschungsmittelbeschaffung an der Hochschule Harz, ein für unser An-Institut HarzOptics zu erabeitendes ISO 9100-Qualitätsmanagementsystem und natürlich das Hüten unserer Tochter lag, die vor zwei Tagen genau sechs Monate alt&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich tatsächlich schon mehrere Wochen lang nicht mehr zum Sciencebloggen gekommen &#8211; was insbesondere an meiner derzeitigen Dreifach-Belastung durch eine neue Teilzeitstelle im Bereich Forschungsmittelbeschaffung an der <a title="Hochschule Harz" href="http://www.hs-harz.de" target="_blank">Hochschule Harz</a>, ein für unser An-Institut <a title="HarzOptics GmbH Wernigerode" href="http://www.harzoptics.de" target="_blank">HarzOptics</a> zu <a title="Neue Blog-Serie: Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN 9100 " href="http://harzoptics.wordpress.com/2013/02/01/neue-blog-serie-zertifizierung-nach-din-en-iso-9001-und-din-en-9100/" target="_blank">erabeitendes ISO 9100-Qualitätsmanagementsystem</a> und natürlich das Hüten unserer Tochter lag, die vor zwei Tagen genau sechs Monate alt geworden ist. Demnächst wird es aber auch im &#8220;Frischen Wind&#8221; wieder regelmäßig mit neuen Artikeln weitergehen &#8211; einige Themen und Buchrezensionen hierfür habe ich derzeit schon in Vorbereitung&#8230;</p>
<p>Zur Einstimmung greife ich heute nur kurz einen Beitrag im Blog der US-Organisation <a title="PETA’s Mixed Martial Assault on Scientists " href="http://speakingofresearch.com/2013/06/13/petas-mixed-martial-assault-on-scientists/" target="_blank">&#8220;Speaking of Research&#8221;</a> auf, die sich für einen verantwortungsbewussten und ethischen Umgang mit medizinischen Versuchstieren, zugleich aber auch gegen die Dämonisierung medizinischer Tierversuche einsetzt. Der Artikel bemängelt zu Recht das neue Browserspiel <a title="Cage Fight" href="http://features.peta.org/cage-fight-mma-game/" target="_blank">&#8220;Cage Fight&#8221;</a> der Tierschutzorganisation <a title="Wikipedia - PeTA" href="http://de.wikipedia.org/wiki/People_for_the_Ethical_Treatment_of_Animals" target="_blank">PeTA</a>, die zugegebenermaßen ohnehin nicht gerade für ihre <a title="Berlin ist nicht Tierversuchshauptstadt" href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/tierversuche/2012-10-24/berlin-ist-nicht-die-hauptstadt-der-tierversuche" target="_blank">fachlich korrekte</a> und <a title="Peta und die Klageversuche gegen wütende Kommentare " href="http://blog.psiram.com/2013/05/peta-und-die-klageversuche-gegen-wutende-kommentare/" target="_blank">ausgewogene</a> Öffentlichkeitsarbeit bekannt ist (genau damit aber natürlich reichlich Öffentlichkeit generiert). In &#8220;Cage Fight&#8221; begibt sich der Spieler auf eine Art Amoklauf durch die Labore der fiktiven &#8220;River University&#8221;, in dessen Rahmen nicht nur Versuchstiere befreit, sondern auch dutzendweise böse Pharmaforscher und Wachleute ins Koma geprügelt werden.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-03.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2435" alt="PETA-03" src="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-03.jpg" width="639" height="486" /></a></p>
<p>Wie sich das für ein typisches Universitätslabor gehört, dürfen neben irren Wissenschaftlern und gequälten Tieren natürlich auch die mehreren Hektoliter Blut nicht fehlen, die an den Wänden und auf den Böden verschmiert werden. Besonders drollig: Bevor man sie mit gezielten Faustschlägen und Tritten auf die Intensivstation schickt, kann man sich mit dem einen oder anderen Wissenschaftler auch noch unterhalten. Auf den unteren beiden Screenshots rechtfertigt etwa &#8220;Professor Podesta&#8221; sein an eine Horrorfilm-Kulisse erinnerndes Labor damit, dass er als Wissenschaftler ja Paper publizieren müsste &#8211; und der einfachste Weg dies zu tun nun mal das Einsperren und Verkrüppeln von Tieren sei.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-01.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2433" alt="PETA-01" src="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-01.jpg" width="642" height="442" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-02.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2434" alt="PETA-02" src="http://scienceblogs.de/frischer-wind/files/2013/06/PETA-02.jpg" width="640" height="440" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gäbe es im &#8220;Frischen Wind&#8221; eine Auszeichnung analog zu Georgs <a title="Klimaschmock des Monats März 2013 – Holger Dambeck von Spiegel Online" href="http://scienceblogs.de/primaklima/2013/03/06/klimaschmock-des-monats-marz-2013-holger-dambeck-von-spiegel-online/" target="_blank">&#8220;Klimaschmock des Monats&#8221;</a> &#8211; die Ersteller dieses wissenschaftsfeindlichen Machwerks (von denen niemand &#8211; davon ist wohl auszugehen &#8211; im Falle einer Krebserkrankung ein lebensrettendes Medikament zurückweisen würde) hätten sich diese redlich verdient. Kaum auszudenken, was in den USA los gewesen wäre, hätte etwa die NRA ein Computerspiel veröffentlicht, in dem der Protagonist um sich schießend und schlagend durch eine Universität oder eine Schule rennt. Man möchte sich gar nicht vorstellen, welches Bild und welches Verständnis von &#8220;Wissenschaft&#8221; PeTA-Aktivist/innen jenseits des Rampenlichts an diejenigen vermitteln, die wirklich keine Vorstellung davon haben, wie Medikamentenforschung funktioniert&#8230;</p>
<p><img alt="" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/d9e7ba27cd3642d9bdd87788b673ee98" width="1" height="1" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dunkle Welten I: Wer hat die dunkle Materie erfunden? [Astrodicticum Simplex]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/06/19/dunkle-welten-i-wer-hat-die-dunkle-materie-erfunden/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=dunkle-welten-i-wer-hat-die-dunkle-materie-erfunden</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 07:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Freistetter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwo in einer Sternwarte während einer dunklen Nacht. Ein junger Astronom schaut gelangweilt durch ein großes Teleskop. Er schwenkt es auf einen neuen Bereich des Himmels und blickt hindurch. Plötzlich schaut er erschrocken auf! Panisch hantiert er an den Kontrollen des Fernrohrs und blickt erneut zum Himmel. Er ist sichtlich schockiert. Er kritzelt ein paar&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Irgendwo in einer Sternwarte während einer dunklen Nacht. Ein junger Astronom schaut gelangweilt durch ein großes Teleskop. Er schwenkt es auf einen neuen Bereich des Himmels und blickt hindurch. Plötzlich schaut er erschrocken auf! Panisch hantiert er an den Kontrollen des Fernrohrs und blickt erneut zum Himmel. Er ist sichtlich schockiert. Er kritzelt ein paar Notizen auf einen Zettel und läuft aus dem Observatorium. Er springt ins Auto und rast zurück in die Universität. Dort stürmt er in das Büro seines Chefs.</i></p>
<p>&#8220;Herr Professor! Herr Professor! Es ist schrecklich. Ich habe es gerade gesehen! Meine Güte!!&#8221;<br />
<i>&#8220;Ganz ruhig. Was ist denn passiert? Sollten sie nicht gerade den Himmel beobachten?</i><br />
&#8220;Das habe ich getan. Und dabei habe ich es gesehen!!&#8221;<br />
<i>&#8220;Was gesehen?&#8221;</i><br />
&#8220;Herr Professor, das Universum! Es verhält sich nicht so, wie unsere Theorie ist vorhersagt. Unsere Theorie, sie ist&#8230; sie ist&#8230; sie ist FALSCH!!!&#8221;<br />
<i>&#8220;Was? Das kann nicht sein. Das DARF nicht sein. Nicht unsere Theorie. Nicht unsere schöne Theorie!&#8221;</i><br />
&#8220;Aber ich habe es doch gesehen!&#8221;<br />
<i>&#8220;Wenn das wirklich stimmt, was sollen wir dann tun? Wir können doch nicht zulassen, dass die Öffentlichkeit bemerkt, dass unsere Theorie falsch ist! Wir verlieren doch unsere ganzen Forschungsgelder und unser Ansehen!&#8221;</i><br /> <br />
&#8220;Aber was sollen wir denn tun, Herr Professor! Was sollen wir tun?&#8221;<br />
<i>&#8220;Wir müssen sofort eine internationale Astronomenkonferenz einberufen. Wir müssen einen Weg finden, um die Theorie zu retten. Los gehts, auf zum Astronomobil!&#8221;</i></p>
<p><i>Der Professor und sein Assistent laufen aus dem Büro und rasen mit dem Auto davon. Kurze Zeit später sitzen sie in einem Konferenzraum mit Astronomen aus allen Ländern dieser Erde.</i></p>
<p><u>Der Professor</u>: &#8220;Sie sehen also, meine Herren, die Lage ist ernst. Wie mein Assistent bei seinen Beobachtungen bemerkt hat, macht das Universum nicht das, was unsere Theorie vorhersagt. Wir müssen unsere Theorie irgendwie retten.&#8221;</p>
<p><u>Chinesischer Astronom</u>: &#8220;Könnten wir nicht einfach alles vertuschen? Könnten wir nicht so tun, als wäre alles immer noch so, wie es die Theorie vorhersagt? Wir vertuschen bei uns in China andauernd etwas&#8230;&#8221;</p>
<p><u>Amerikanischer Astronom</u>: &#8220;Genau, vertuschen ist simpel. Was wir schon alles vertuscht haben, können sie sich gar nicht vorstellen!&#8221;</p>
<p><u>Schwedischer Astronom</u>: &#8220;Was denn?&#8221;</p>
<p><u>Amerikanischer Astronom</u>: &#8220;Wie? Was? Hat jemand was von vertuschen gesagt?&#8221; </p>
<p><u>Deutscher Astronom</u>: &#8220;Zurück zum Thema, meine Herren! Wir können das nicht mehr vertuschen. Offensichtlich hat schon jemand von der Sache Wind bekommen <b>und in einem Internetforum darüber geschrieben</b>!&#8221;</p>
<p><u>Amerikanischer Astronom</u>: &#8220;Wirklich? Das haben wir wohl übersehen. Aber dann müssen wir erst recht etwas unternehmen. Jeder weiß doch, dass es keine glaubwürdigere Quelle gibt, als Internetforen! Wenn erst der Rest der Welt bemerkt, dass dort jemand diese Sache veröffentlicht hat&#8230;&#8221;</p>
<p><u>Schweizer Astronom</u>: &#8220;Die Sache ist doch ganz simpel. Wir denken uns einfach irgendetwas aus!&#8221;</p>
<p><u>Der Professor</u>: &#8220;Ja, das könnte vielleicht funktionieren. Wir erfinden einfach etwas. Und dieses etwas nennen wir&#8230;&#8221;</p>
<p><u>Schweizer Astronom</u>: &#8220;Dunkle Materie!&#8221;</p>
<p><u>Der Professor</u>: &#8220;Ja, das klingt toll. Ich glaube das Problem ist damit gelöst. Wenn jemand fragt, ob unsere Theorie falsch ist, dann sagen wir einfach &#8216;Hey! Dunkle Materie!&#8217;&#8221;</p>
<p><u>Schweizer Astronom</u>: &#8220;Ja, wenn wir sagen, dass es dunkle Materie gibt, dann muss jeder glauben, dass unsere Theorie richtig ist. Problem gelöst! Lasst uns darüber abstimmen! Wer ist dafür, dass wir die dunkle Materie erfinden?&#8221;</p>
<p><i>Alle Astronomen heben die Hand</i></p>
<p><u>Der Professor</u>: &#8220;Sehr gut, eine einstimmige Entscheidung. Dann können wir ja alle wieder nach Hause fahren. Das nächste reguläre Treffen findet in vier Wochen statt. Da stimmen wir dann darüber ab, welche Erklärung wir für die Entstehung des Universums erfinden! Bis dann!&#8221;</p>
<p><i>Alle Astronomen gehen zufrieden nach Hause und weisen die PR-Abteilungen ihre Universitäten an, am nächsten Tag die Entdeckung der dunklen Materie zu veröffentlichen.</i></p>
<p>ENDE</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Das war also die Geschichte der Entdeckung der dunklen Materie. Oder vielleicht doch nicht? So oder zumindest so ähnlich scheinen sich zumindest manche die Sache vorzustellen. Dunkle Materie sei nur etwas, was die Astronomen erfunden hätten, um ihre kostbaren Theorien zu retten. Dunkle Materie sei ein reines Hirngespinst, für das es keine Belege gibt und an dem die Astronomen nur noch hängen, weil sie absolut keinen Schimmer haben, wie das Universum wirklich funktioniert.</p>
<p>Die Realität sieht natürlich anders aus. Die dunkle Materie ist weder &#8220;Erfindung&#8221; noch reine Fantasie. In den nächsten Tagen möchte ich im Rahmen einer kleinen Serie die wichtigsten Fakten zur dunklen Materie erklären. Es ist ein wirklich spannendes Thema &#8211; und die Frage nach der Natur der dunklen Materie gehört zu den wenigen fundamentalen Fragen, bei denen wir in den nächsten Jahren auch tatsächlich mit einer konkreten Antwort rechnen können&#8230; <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/f8857b05f32b4b03b7405b1b3ed73d1f" width="1" height="1" alt=""></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mathematik oder Abenteuerspielplatz? [Geograffitico]</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 02:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Schönstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen hatte Cornelius Courts in seinem Blog BlooD&#8217;N'Acid ein engagiertes Plädoyer für das Erlernen von Mathematik geschrieben. Und obwohl ich Mathe nie zu meinen bevorzugten Fächern zählen mochte, stimme ich dem uneingeschränkt zu. Aber als Vater eines Kindes, das vom ersten Schultag an mit der ganzen Rechnerei gekämpft hat, will ich dem&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen hatte Cornelius Courts in seinem Blog <a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/">BlooD&#8217;N'Acid</a> ein engagiertes <a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/2013/06/11/ohne-mathe-geht-es-nicht/">Plädoyer für das Erlernen von Mathematik</a> geschrieben. Und obwohl ich Mathe nie zu meinen bevorzugten Fächern zählen mochte, stimme ich dem uneingeschränkt zu. </p>
<p>Aber als Vater eines Kindes, das vom ersten Schultag an mit der ganzen Rechnerei gekämpft hat, will ich dem hinzu fügen: Wichtig ist vor allem, <strong><em>wie</em></strong> Mathematik &#8211; oder erst mal ganz einfach auch das Rechnen &#8211; vermittelt wird. Aber vor allem in amerikanischen Schulen steht&#8217;s da nicht zum Besten (und da ich fürchte, dass pädagogische Moden &#8211; wie alle Moden &#8211; inzwischen globale Tendenzen angenommen haben, könnte es an deutschen Schulen ähnlicvh aussehen). Wenn dies bisher nur meine subjektive Vatermeinung war, sehe ich nach der Lektüre <a href="http://opinionator.blogs.nytimes.com/2013/06/16/the-faulty-logic-of-the-math-wars/?src=recg">dieses Meinungsbeitrags</a> in der <a href="http://www.nytimes.com">New York Times</a>, dass ich mit dieser Einstellung nicht alleine bin. Ich weiß ja nicht, wie Rechnen &#8211; später Mathematik &#8211; in Deutschen Schulen unterrichtet wird, aber falls es dem amerikanischen Modell entspricht, oder es Tendenzen gibt, dieses politisch sehr populäre Modell zu adaptieren, will ich hier gerne eine Debatte <em><strong>dagegen</strong></em> anzetteln.</p>
<p>Es geht dabei um das Konzept des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entdeckendes_Lernen">Entdeckenden Lernens</a>. Generell finde ich, dass dies eine großartige Idee ist &#8211; anstatt Kindern &#8220;Wissen&#8221; einzutrichtern, das sie gefälligst erstens glauben sollen, und zweitens dann mehr oder weniger auswendig lernen müssen, werden sie motiviert, sich ihr Wissen selbst zu erarbeiten. Auszuprobieren, nachzufragen, kurz: zu erforschen. So wie es auch mehr Spaß macht (und als pädagogisch wertvoller gilt), auf dem Abenteuerspielplatz eigene Spiele zu entwickeln und Regeln zu entdecken, als diszipliniert zu schaukeln und zu rutschen. </p>
<p>Und natürlich wurde dieses Prinzip auch auf das Rechnen, die Mathematik übertragen; das <a href="http://www.terc.edu/">TERC</a>-Lehrkonzept ist zumindest hier an der US-Ostküste das Modell, an dem sich die Grundschul-Lehrpläne orientieren. Im Wesentlichen beruht es darauf, dass den Kindern eben nicht mehr jene stupiden Fakten wie das Einmaleins oder die Regeln der Dreisatzrechnung eingetrichtert werden; im Gegenteil: es wird von ihnen erwartet, dass sie eigene Wege &#8211; und nicht nur einen Weg, sondern immer mehrere &#8211; finden, um als Textaufgaben präsentierte Probleme zu lösen. Selbst so simple Prozesse wie das &#8220;mechanische&#8221; Addieren oder Multiplizieren von Zahlen wird nicht gelehrt, sondern den Kindern werden Konzepte präsentiert, beispielsweise grafische Ansätze wie den Zahlenstrahl oder das Ausmalen von Flächen &#8211; und sie müssen ihre Ergebnisse typischer Weise mit drei oder vier verschiedenen Ideen finden.</p>
<p>Ich gebe zu, dass ich nie den Sinn verstanden habe, warum mein Sohn vier verschiedene Wege finden musste, auf die Summe von 9 und 12 zu kommen, oder was drei mal vier ist, wenn es doch ganz simple und altbewährte Rechenschritte gibt, die ihm helfen könnten, solche Aufgaben in Zukunft zuverluassig zu lösen. Aber ich dachte halt, dass dies nur mein altmodischer deutscher Elternverstand war, der sich dagegen sträubte. Und akzeptierte die Philosophie, dass &#8220;mechanisches&#8221; Rechnen keine höhere Denkleistung umfasst als es das Eintippen von Zahlen in einen Taschenrechner täte. Doch von <a href="http://www.newschool.edu/lang/faculty.aspx?id=1636">Alice Crary</a> und <a href="http://www.math.jhu.edu/~wsw/">W. Stephen Wilson</a> lerne ich nun in dem oben verlinkten NYTimes-Beitrag (dessen Lektüre ich empfehle, auch wenn sie nicht unbedingt einfach ist &#8211; vor allem, weil nicht immer ganz klar ist, worauf die Autorin und der Autor hinaus wollen), dass dies ein viel grundsätzlicheres und kontroverseres Problem ist. Und die Spezialistin in der Schule meines Sohnes gestand, dass sogar die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler in Schulsystem von Cambridge Probleme mit Mathematik hat. Beruhigend einerseits, weil mein Sohn offenbar kein Einzelfall ist. Beunruhigend, weil ich mich nun sehr zornig frage, warum an einem System, dessen Nutzen selbst von Fachleuten bezweifelt und in der Praxis nicht erkennbar ist, so hartnäckig festgehalten wird.</p>
<p>Die Frage, die ich hier mal in den Raum stellen will, lautet: Ist es unkreativ, Kindern simple Algoritmen zu vermitteln? Leidet das kreative Denken darunter, wenn sie nicht vier verschiedene Wege erforschen müssen, das gleiche Ergebnis zu erzielen? Ist Faktenwissen, wie beispielsweise das Einmaleins, dem problemlösenden Denken abträglich?</p>
<p>Pauken ist sicher kein tragfähiges pädagogisches Konzept. Aber ist es nicht zu viel verlangt, wenn Kindern (um mal eine Analgie zu benutzen) lernen sollen, wie man kreativ Musik macht, indem sie sich selbst die Konzepte von Harmonie und Tonalität erarbeiten müssen &#8211; und dann auch noch selbst herausfinden müssten, wie man den Geigenbogen hält und Noten liest? Oder besser noch, wie man sich eine Geige baut? Ist es nicht eine unsinnige Zeitverschwendung, sich bewährte musikalische Techniken selbst erarbeiten zu müssen &#8211; Zeit, die statt dessen darauf verwendet werden sollte, <em><strong>Musik</strong></em> zu begreifen? Oder, um auf meine Titel-Analogie zurückzukommen: Ist Mathematik lernen ein Abenteuerspielplatz, oder haben Schulpolitiker hier den Spielplatz mit einer Baustelle verwechselt, wo Kindern mehr Zeit damit verbringen müssen, Materialien zu finden und herabzuschleppen, als kreativ zu spielen?</p>
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		<title>Nationales Google [Mathlog]</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 10:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Autarkie]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[Naver]]></category>
		<category><![CDATA[Oprema]]></category>
		<category><![CDATA[Uhl]]></category>

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		<description><![CDATA[“Damit die Kommunikation unseres Staates und unserer Unternehmen kein amerikanischer und erst recht kein chinesischer oder russischer Dienst mitlesen kann, müssen wir unsere eigene Kommunikationstechnik aufbauen” propagiert CSU-Rechtsau&#223;en H.-P. Uhl am Sonntag &#8211; in Reaktion auf den Prism-Skandal &#8211; in der FASZ und fordert dreistellige Millioneninvestitionen. (FAZ-Herausgeber Schirrmacher: „Das braucht Subventionen, eine Vision groß wie&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>“Damit die Kommunikation unseres Staates und unserer Unternehmen kein amerikanischer und erst recht kein chinesischer oder russischer Dienst mitlesen kann, müssen wir unsere eigene Kommunikationstechnik aufbauen” propagiert CSU-Rechtsau&szlig;en <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Uhl">H.-P. Uhl</a> am Sonntag &#8211; in Reaktion auf den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PRISM_(%C3%9Cberwachungsprogramm)">Prism</a>-Skandal &#8211; in der FASZ und fordert dreistellige Millioneninvestitionen. (FAZ-Herausgeber Schirrmacher: „Das braucht Subventionen, eine Vision groß wie die Mondlandung.&#8221;)</p>
<p>Man k&ouml;nnte sich jetzt fragen, ob der gute Mann vielleicht Millionen und Milliarden verwechselt, ob er wom&ouml;glich gar nicht wei&szlig;, da&szlig; es bereits die von Deutschland mit dreistelligen Millionenbetr&auml;gen gef&ouml;rderten Suchmaschinenprojekte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quaero">Quaero</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theseus_(Forschungsprogramm)">Theseus</a> gab, und wie er sich das alles eigentlich praktisch vorstellt. (Wahrscheinlich gar nicht.) Man kann sich auch wundern, wenn gerade die Rechten nach dem Staat rufen, w&auml;hrend die Linken <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-08-14/pro-google-street-view">gro&szlig;en Konzernen jeden Stein aus dem Weg r&auml;umen wollen</a>, jedenfalls solange sich diese noch jugendlich und modern gerieren. (Wobei die Kritik an den Kritikern von Google Street View in der Sache sicher berechtigt ist.) Oder man kann sich auch einfach mal anschauen, was bei solchen Sonderwegen in der Vergangenheit herausgekommen ist oder eben nicht.</p>
<h1>Addition zweier achtstelliger Zahlen in der unglaublich kurzen Zeit von Dreißig Millisekunden</h1>
<p>Mir jedenfalls fiel beim Lesen der Meldung prompt der vorgestern auf Spiegel Online &#8211; in der Rubrik einestages &#8211; erschienene Artikel <a href="http://einestages.spiegel.de/s/tb/28629/erster-ddr-computer-oprema.html">&#8220;Mit diesem Monstrum konnte man rechnen&#8221;</a> &uuml;ber den ersten DDR-Computer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/OPREMA">Oprema</a> ein. Der wird in jenem Artikel &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt: &#8220;vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine&#8221;, Kalkulationen, die vorher teils über eine Stunde in Anspruch genommen h&auml;tten, konnten dann innerhalb von Sekunden angestellt werden, seit April 2013 erinnere eine Gedenktafel an der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Jena an die Oprema, eine l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige W&uuml;rdigung f&uuml;r die legendäre Maschine, die so viel Veränderung brachte. </p>
<blockquote><p>Das Gerät schaffe &#8220;die Addition zweier achtstelliger Zahlen in der unglaublich kurzen Zeit von Dreißig Millisekunden&#8221;, heißt es etwa 1955 in einem Artikel aus dem &#8220;Neuen Deutschland&#8221;. Kämmerer und Kortum wurden später sogar mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Die Medien in der Bundesrepublik erwähnten die Oprema allenfalls am Rande. </p>
<p>&#8220;Dabei ist heute klar, dass die Anlage keineswegs eine bloße Kopie der Technologie aus dem Westen war&#8221;, ist sich Fothe sicher. &#8220;Die Oprema ist zweifellos eine bedeutende schöpferische Leistung &#8211; es steht außer Frage, dass sie eine eigenständige Entwicklung des Teams um Entwicklungsleiter Wilhelm Kämmerer war&#8221;, sagt der Professor.
</p></blockquote>
<h1>Wissenschaft und Autarkie</h1>
<p>Nun ja, als Mathematiker wei&szlig; ich nat&uuml;rlich, wie wichtig es ist, auch langbekanntes noch einmal selbst nachzuvollziehen, sich die Beweise bekannter S&auml;tze selbst zu &uuml;berlegen, alte Probleme noch einmal selbst zu l&ouml;sen. Das selbstst&auml;ndige Entwickeln einer solchen Maschine wird f&uuml;r die beteiligten Wissenschaftler zweifellos ein hervorragendes Training gewesen sein. </p>
<p>Die Anwender hätten wohl mehr davon gehabt, hätte man in Jena die Rechner nutzen k&ouml;nnen, die es ja damals durchaus schon gab, wie den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/UNIVAC_I">UNIVAC</a> oder den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/TRADIC">TRADIC</a>.  </p>
<p>Ich wei&szlig; nicht, warum Google so erfolgreich ist, ob es wirklich der tolle Algorithmus ist oder nur die brachiale Masse der vielen flei&szlig;igen Bots. Ich wei&szlig; nur, dass Google nun einmal besser ist als Yahoo oder Bing, ganz zu schweigen von <a href="http://scienceblogs.de/mathlog/2009/05/16/wolfram-alpha-big-deception/">Wolfram Alpha</a>. </p>
<p>Es ist wohl keine prophetische Begabung erforderlich um vorherzusagen, dass eine jetzt mit &#8220;dreistelligen Millionenbetr&auml;gen&#8221; entwickelte Google-Alternative einen genauso bleibenden Eindruck hinterlassen wird wie die Supercomputer aus Jena und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleincomputer_KC_85/2-4">M&uuml;hlhausen</a>. Es gibt heutzutage &#8211; au&szlig;er in Nordkorea &#8211; keine Nationale Wissenschaft, keine Nationale Wissenschaftskommunikation, keine Nationale Software und eben auch kein nationales Internet. </p>
<h1>Naver</h1>
<p>&Uuml;brigens: Google-Alternativen sind im Prinzip durchaus m&ouml;glich. In S&uuml;dkorea laufen 77% aller Suchanfragen &uuml;ber die Suchmaschine <a href="http://www.nytimes.com/2007/07/05/technology/05online.html?_r=3&#038;oref=slogin&#038;">Naver</a>. (Danach kommt Daum mit 11 Prozent, Google hat weniger als 2 Prozent, weniger noch als Yahoo.) </p>
<p>Die hatten freilich schon 1999 begonnen mit dem Aufbau ihres Portals. (Und hatten wohl auch Gl&uuml;ck, weil Google den koreanischen Markt wegen der damals niedrigen Zahl an Webseiten uninteressant fand.)</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/mathlog/files/2013/06/naver.jpg"><img src="http://scienceblogs.de/mathlog/files/2013/06/naver-300x175.jpg" alt="naver" width="300" height="175" class="alignnone size-medium wp-image-5209" /></a></p>
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		<title>Kurz notiert: Licht aus! Luciferin an! [blooDNAcid]</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 16:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cornelius Courts</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[genetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz notiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Zellen kommunizieren unentwegt und auf die verschiedensten Arten miteinander und sehr viele biologische Prozesse kann man nur verstehen, wenn man begreift, wie eine Zelle einer anderen etwas mitteilt. Das Problem ist, daß die Erkenntnisse aus der Zellkulturschale (in vitro) nicht immer auf die echten Organismen, also auf die Situation „in vivo“ übertragbar sind.Sellmyer et al.&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="float: left; padding: 5px;"><a href="http://www.researchblogging.org"><img style="border: 0;" alt="ResearchBlogging.org" src="http://www.researchblogging.org/public/citation_icons/rb2_large_gray.png" /></a></span><br />
Zellen kommunizieren unentwegt und auf die verschiedensten Arten miteinander und sehr viele biologische Prozesse kann man nur verstehen, wenn man begreift, wie eine Zelle einer anderen etwas mitteilt. Das Problem ist, daß die Erkenntnisse aus der Zellkulturschale <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/In_vitro">(in vitro</a>) nicht immer auf die echten Organismen, also auf die Situation „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/In_vivo">in vivo</a>“ übertragbar sind.<span id="more-32383"></span>Sellmyer et al. haben jetzt aber eine tolle Methode entwickelt, mit der man Zell-Zell-Interaktion auch in lebenden Tieren beobachten und untersuchen kann. Sie benutzen dazu die sogenannte Biolumineszenz, die durch die enzymatische Oxidation (durch das Enzym Luciferase) von<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luciferin"> Luciferin</a> entstehen kann.</p>
<p>Dafür verwenden sie zwei Populationen von Zellen, eine Reporter-Population, die genetisch so verändert wurden, daß sie Luciferase herstellen können und eine andere Aktivator-Population, die dazu gebracht wurden, ein Freisetzungs-Enzym und Luciferin herzustellen. Das Freisetzungsenzym ermöglicht es den Aktivator-Zellen dann, das gebildete Luciferin auszuscheiden, welches daraufhin in der Nähe befindliche Reporter-Zellen erreichen kann. Dort angekommen reagiert es mit der von den Reporter-Zellen hergestellten Luciferase und es entsteht Biolumineszenz: die Zellen leuchten sicht- und meßbar. Die Intensität des Leuchtens ist dabei abhängig von der Entfernung zwischen den beiden Zellpopulationen.</p>
<p>Mit dieser Methode gelang es Sellmyer und seiner Gruppe bereits, die Annäherung von Zellen in einer Kulturschale zu messen, aber auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metastase">Metastase</a>nbildungen in einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modellorganismus#Wirbeltiere">Mausmodell</a> für Brustkrebs zu detektieren. Diese Methode ist äußerst vielversprechend und wird sich wahrscheinlich sehr vielseitig einsetzen lassen, um z.B. Fragen der adaptiven Immunität oder der Nischenbildung bei der Stammzellentwicklung zu beantworten.</p>
<p>Bestimmt wird die Technik in Zukunft auch als Modeaccessoire entdeckt z.B. durch eine Kopplung des  Luciferingens an den <a href="http://scienceblogs.de/bloodnacid/2011/04/15/basics-genexpression-und-ihre-regulation/">Lac-Repressor</a>. Bestimmt ein Knaller in Technodiskotheken: wenn man ein Glas Milch trinkt, fängt man an, zu leuchten <img src='http://cf-global-posts.example.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />   <a href="http://images.nationalgeographic.com/wpf/media-live/photos/000/118/cache/rats-mice-glowing-animals_11838_600x450.jpg">Leuchtende Mäuse</a> gibt es ja schon…</p>
<p>_____________</p>
<p><strong>Originalarbeit:</strong></p>
<p><span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rft.jtitle=Proceedings+of+the+National+Academy+of+Sciences+of+the+United+States+of+America&amp;rft_id=info%3Apmid%2F23650381&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fresearchblogging.org&amp;rft.atitle=Visualizing+cellular+interactions+with+a+generalized+proximity+reporter.&amp;rft.issn=0027-8424&amp;rft.date=2013&amp;rft.volume=110&amp;rft.issue=21&amp;rft.spage=8567&amp;rft.epage=72&amp;rft.artnum=&amp;rft.au=Sellmyer+MA&amp;rft.au=Bronsart+L&amp;rft.au=Imoto+H&amp;rft.au=Contag+CH&amp;rft.au=Wandless+TJ&amp;rft.au=Prescher+JA&amp;rfe_dat=bpr3.included=1;bpr3.tags=Biology%2Cforensic+science%2C+forensic+genetics">Sellmyer MA, Bronsart L, Imoto H, Contag CH, Wandless TJ, &amp; Prescher JA (2013). Visualizing cellular interactions with a generalized proximity reporter. <span style="font-style: italic;">Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 110</span> (21), 8567-72 PMID: <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23650381" rev="review">23650381</a></span></p>
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		<item>
		<title>Verbot für Delphinhaltung in Deutschland? [Meertext]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/meertext/2013/06/18/verbot-fur-delphinhaltung-in-deutschland/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=verbot-fur-delphinhaltung-in-deutschland</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 13:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Delphine]]></category>
		<category><![CDATA[Walschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit diesem Beitrag mische ich mich in eine aktuelle politische Debatte ein, in der &#8220;Tierschutz&#8221;-Extremisten gerade versuchen, den Delphin mit dem Bade auszuschütten. In den 70-er Jahren war „Flipper“ en vogue. Durch die berühmte Fernsehsendung kannte jeder den Großen Tümmler (Tursiops truncatus) als den marinen Freund und Helfer mit dem Dauergrinsen. So kamen Delphinarien in&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Beitrag mische ich mich in eine aktuelle politische Debatte ein, in der &#8220;Tierschutz&#8221;-Extremisten gerade versuchen, den Delphin mit dem Bade auszuschütten.</p>
<p>In den 70-er Jahren war „Flipper“ en vogue.<br />
Durch die berühmte Fernsehsendung kannte jeder den Großen Tümmler (<i>Tursiops truncatus</i>) als den marinen Freund und Helfer mit dem Dauergrinsen.<br />
So kamen Delphinarien in Mode.<br />
Wilde Delphine wurden gefangen und eingesperrt, ihre physischen und psychischen Bedürfnisse waren so gut wie unbekannt. Viele Tiere sind umgekommen, ihre Lebensumstände waren oft grausam.<br />
Die Zeiten haben sich geändert.<br />
Die Haltung der intelligenten Kleinwale ist mittlerweile extrem umstritten.</p>
<p>Jetzt hat die <a title="Bundestag: Dokumente &quot;Haltung von Delphinen&quot;" href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/44669679_kw20_pa_landwirtschaft/" target="_blank">Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag mit dem Titel <b>&#8220;Haltung von Delfinen beenden</b>&#8221; (17/12657) </a>eingereicht.<br />
Am <strong>Mittwoch, 15. Mai 2013, gab es dazu </strong>eine öffentliche Anhörung des <b>Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz </b>unter Vorsitz von <b>Hans-Michael Goldmann (FDP) </b>über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien.<span id="more-32382"></span></p>
<p>Die geladenen acht Sachverständigen haben die Frage nach der Delphinhaltung in deutschen Delphinarien sehr unterschiedlich beantwortet. Dabei hatten die Fraktionen der Tierschutz-Lobbyisten und die Vertreter der Delphinarien, Zoos und Wissenschaft extrem gegensätzliche Meinungen.<br />
Die Tierschutz-Lobbyisten vertreten die Meinung, dass Delphinhaltung eine Quälerei für die kleinen Wale ist und unbedingt gestoppt werden muss.<br />
Die Vertreter der Delphinarien, Zoos und Wissenschaft meinen, dass die Haltung der derzeit in Deutschland in Gefangenschaft lebenden Delphine vertretbar sei, die insgesamt 16 Tümmler eine wichtige Aufgabe für die Umweltbildung einnähmen und die wichtigsten Botschafter gegen Walfang und für Walschutz seien.</p>
<p><b>Hat ein Delphinarium heute noch eine Existenzberechtigung?</b><br />
Hat ein Delphinarium heute noch eine Existenzberechtigung?<br />
Ja, unbedingt.</p>
<p>Zum Beispiel als Begegnungsort von Mensch und Wal.<br />
Delphine gehen, wie andere Säugetiere, gezielt auf Menschenkinder zu.<br />
Sie spielen mit ihnen, wie Menschen mit anderen Tierkindern.<br />
Ich habe mehrfach beobachtet, wie Zoo-Delphine auf Kinder zugeschwommen sind und einige Extra-Eskapaden machten. Sie nehmen eindeutig Kontakt zu diesen auserwählten kleinen Menschen auf, richteten ihre Bewegungen danach aus, spritzen die Kinder gezielt nass und veranstalten akrobatische Einlagen.<br />
Mehrere Bekannte mit Kindern haben das gleiche beobachtet.<br />
Die Kinder sind von diesen Begegnungen vollständig verzaubert und gehen natürlich bereitwillig auf das Spiel ein. Sie werden diese Begegnung nie vergessen.<br />
Stattdessen besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie durch diese frühe persönliche Kontaktaufnahme sich eher für Walschutz und Meeresschutz engagieren.</p>
<p>Delphine im Freiland habe ich bei den gleichen Extra-Spielchen für Menschenkinder beobachtet, aber leider haben nicht viele in Deutschland aufgewachsene Kinder das Privileg, Delphine im Meer zu treffen.<br />
Nicht jeder Mensch hat die finanzielle Möglichkeit, in seinem Leben einmal lebende Wale zu beobachten (obwohl dazu schon eine „Butterfahrt“ von Büsum nach Helgoland oder der Blick auf das Meer entlang der gesamten Atlantikküste reicht). Ein Wal im Film baut keine derartige Beziehung auf, er bleibt abstrakter.<br />
Daher bleibt der Delphinariumsbesuch oft die einzige Möglichkeit, einen echten Meeressäuger zu erleben.<br />
Jeder in Gefangenschaft gehaltener Delphin ist ein Botschafter für Walschutz und Meeresschutz und gegen Walfang.</p>
<p>Übrigens: Die aktuellen Delphinariumsprogramme beinhalten gite didaktische Lektionen, etwa zum Thema &#8220;Meeresschutz&#8221;.<br />
Jedes Kind wird sich merken, dass Müll nicht ins Meer gehört, wenn &#8220;Flipper&#8221; vom Trainer ins Wasser geworfenen Plastikmüll zurück an Land wirft.</p>
<h4><b>Geht es Delphinen in Gefangenschaft schlecht?</b></h4>
<p>Die Frage kann sicherlich niemand zu 100 % beantworten, bevor die Sprache der Delphine nicht entschlüsselt ist.<br />
Zootieren geht es nicht automatisch schlecht.<br />
Delphinen auch nicht.</p>
<p>Delphinarien in Deutschland müssen heute strenge Auflagen erfüllen, damit es den „Insassen“ an Leib und Seele gut geht.<br />
Die Wale müssen in einem ökologisch streng kontrollierten Umfeld leben, gut ernährt und tierärztlich betreut werden. Besonders wichtig ist das Zusammenleben in einer intakten Gruppe und dass die kleinen Wale intellektuell und körperlich gefordert werden. Wale machen in Shows, wie sie heute in Deutschland gezeigt werden, freiwillig und gern mit. Derartige Shows funktionieren nicht mit Druck oder Zwang, sondern ausschließlich über Belohnung und Motivation. Die Belohnung besteht aus einem zusätzlichen Fischhappen, dem Lob des Trainers und vor allem dem Applaus der Zuschauer. Sie sind ein wichtiger Teil im Tagesablauf der Delphine und bieten ihnen Abwechslung.</p>
<p>Die Delphine werden natürlich sowieso gefüttert, die Belohnung ist nur ein zusätzlicher Snack.<br />
Sie müssen die Übungen, die die Trainer sehen möchten, auch nicht mitmachen. Es steht ihnen frei, einfachweiter herumzuschwimmen.<br />
Die Wale zeigen in Shows Bewegungen und Verhaltensweisen, die für sie normal sind. Aus diesen für Delphine üblichen Verhaltensweisen (springen, mit Gegenständen balancieren, als Gruppe interagieren,…) setzt sich die Show zusammen.<br />
Eine befreundete Biologin hat mir erzählt, dass das männliche Leittier seinem Delphin-Sohn seine Kunststücke beibrachte, lange bevor die Trainer daran gedacht hatten, den kleinen Delphin auszubilden.</p>
<p>Ein Argument der Delphinariumsgegner ist auch, dass die Ortungslaute der Delphine von den glatten Aquariumsmauern vielfach zurückgeworfen werden, so dass alle Delphine in einer Art akustischem Folterkeller leben.<br />
Das ist so nicht richtig: Die Delphine kennen ihr Becken und benutzen ihr Sonar nicht andauernd. Schließlich besteht keine Notwendigkeit dazu. Auch ihre Fische finden sie in dem klaren Wasser mit Hilfe ihrer Augen ohne Probleme.<br />
Die Nachzuchten sind in gewisser Weise domestiziert, d. h., sie haben sich mit ihrer künstlichen Umgebung arrangiert.<br />
Übrigens benutzen Delphine auch im Freiland nicht pausenlos ihr Sonar, sondern jagen bei guter Sicht auch durchaus auf Sicht.</p>
<h4><b>Forschung an Delphinen in Gefangenschaft?</b></h4>
<p>Die Forschung an gefangenen Delphinen ist keine automatische Legitimierung für Delphinarien. Aber sie hat uns in der Vergangenheit viele wichtige Erkenntnisse gebracht.<br />
Heute wird die Haltung von Tieren in Gefangenschaft anders betrachtet, als noch vor 20 Jahren. Viele Zoos haben ihre Delphinarien bereits geschlossen. Auch die Zeit vieler Großkatzen ist in den Zoos abgelaufen. Bei Primaten wird mittlerweile sogar  diskutiert, inwieweit für sie sogar die Menschenrechte Geltung und Anwendung finden sollen.<br />
Unsere Haltung gegenüber unseren Mitwesen hat sich beträchtlich geändert, und das ist gut so!</p>
<p>Diese veränderte Sichtweise hat natürlich auch die Forschungsmethoden signifikant beeinflusst.<br />
Forschung bedeutet, dass Beobachtungen, Messungen und Experimente unter immer wieder den gleichen Bedingungen mit den gleichen Individuen durchgeführt werden können. Die heutige Walforschung wird natürlich so durchgeführt, dass kein Tier zu etwas gezwungen oder gar verletzt wird. Dabei werden etwa die kognitive Leistung von Tieren oder ihre Sinnesorgane erforscht.<br />
Wir sollten aber nicht vergessen: Fast alles, was wir heute über die kognitiven Fähigkeiten und Sinnesleistungen (nicht nur) von Delphinen wissen, stammt von Delphinen, die in Gefangenschaft leben.</p>
<p>Einen weiteren wichtigen Aspekt spricht der externe Sachverständige Dr. Althaus an:<br />
Zoos mit Delphinen haben Delphin-Expertise.<br />
Bei Walstrandungen wird automatisch nach genau diesen Experten mit ihrer Erfahrung und ihrer Spezialausrüstung gerufen, um die gestrandeten Tiere zu versorgen und ggf. zur Gesundung zeitweise in menschliche Obhut zu übernehmen.<br />
(http://www.tiergarten.nuernberg.de/v04/fileadmin/neu/pdf/Seiteninhalte/Delphinlagune/Anhoerung_2013/ThomasAlthaus_Stellungnahme.pdf)</p>
<h4><b>Auswilderung von Zoodelphinen?</b></h4>
<p>Ein Zoodelphin kann nicht ausgewildert werden.<br />
Delphine gehören zu den Tieren, denen von Wissenschaftlern eine eigenständige Kultur zugestanden wird. Etwa in der akustischen Kommunikation und bei der Jagdstrategie.<br />
Das bedeutet, dass ein junger Delphin in seiner Gruppe aufwachsen und lernen muss, die gleiche Sprache zu sprechen und beim Nahrungserwerb in und mit der Gruppe zusammen zu arbeiten.<br />
Ein Zoodelphin würde es vielleicht noch schaffen, im Meer einen Fisch zu fangen. Aber für ein so hoch soziales Wesen wie einen Zahnwal ist ein Fisch eben nicht alles. Er existiert nicht allein in einem Vakuum, sondern als Mitglied einer Gruppe mit aktiven sozialen Interaktionen.<br />
<i>Tursiops truncatus</i> kommt fast weltweit in allen gemäßigten und warmen Meeren vor, besteht aber aus lokal sehr unterschiedlichen Populationen mit signifikant unterschiedlichen Verhaltensweisen.<br />
Einen Zoodelphin auszuwildern, wäre etwa so, als einen Menschen, der in der Großstadt einem Bürojob nachgeht, bei einem indigenen Stamm am Amazonas auszusetzen.</p>
<p><b>Fazit:<br />
</b>Die Debatte über Delphinarien ist extrem ideologiebelastet.<br />
Ich bin die erste, die laut „Ja“ zum Walschutz schreit.<br />
NEIN zu Wildfängen und Walfang.<br />
JA zu Delphinarien mit Tieren aus Nachzuchten unter sehr strengen Auflagen.</p>
<p>Alle Aussagen sind meine subjektive Meinung.<br />
Ich habe lange mit Walen gearbeitet und habe viele eigene Erlebnisse und Erfahrungen gesammelt. Daneben spreche ich seit mehr als 20 Jahren dauernd mit anderen Menschen über Wale, darunter viele Forscher, Trainer und andere Wal-Erfahrene.<br />
Leider sind diese Aussagen nicht schriftlich fixiert.<br />
Alle meine Aussagen beziehen sich nur auf die deutschen Delphinarien, in denen die intelligenten Meeressäuger unter sehr strengen Tierschutzauflagen leben.<br />
In vielen Delphinarien im Ausland, vor allem außerhalb Europas, ist die Situation ganz anders und durch nichts zu rechtfertigen.</p>
<p><i>Bettina Wurche</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Unsere Wetterlage &#8211; eine &#8220;loaded gun&#8221; [weatherlog]</title>
		<link>http://scienceblogs.de/weatherlog/2013/06/18/unsere-wetterlage-eine-loaded-gun/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=unsere-wetterlage-eine-loaded-gun</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 15:13:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank Abel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der englische Ausdruck drückt die Wetterlage am besten aus: "loaded gun". Das bedeutet: Wir haben heute und morgen ein recht hohes Unwetterpotenzial, auch wenn die meisten nichts davon mitbekommen werden. Hintergründe gibt es hier:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ständig hört man von Gewittern, von Starkregen, von Hagel &#8211; und nichts passiert&#8221; sagen die einen. &#8220;Was? Meist trocken? Und ich habe hier die Sintflut und taubeneigroßen Hagel?&#8221; sagen wenige andere. Wetterlagen wie die, die wir derzeit in Deutschland haben, sind nicht besonders leicht vorherzusagen. Das Problem ist: Meist passiert nichts. Aber wenn, dann gleich richtig. Warum ist das so?</p>
<h3>Schauen wir uns die Wetterlage an:</h3>
<div id="attachment_454" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://scienceblogs.de/weatherlog/files/2013/06/Europe_2013061800_wind300_0.png"><img class="size-medium wp-image-454 " alt="Der Jetstream im 300 hPa Nivau weht um das Höhentief über Spanien" src="http://scienceblogs.de/weatherlog/files/2013/06/Europe_2013061800_wind300_0-300x211.png" width="300" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">Der Jetstream im 300 hPa Nivau weht um das Höhentief über Spanien. Auf seiner Vorderseite wird Heißluft aus Afrika über das Mittelmeer herangeschaufelt. (Quelle: <a href="http://www.wetter24.de/" target="_blank">wetter24.de</a>)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sehen deutlich einen Luftwirbel über Spanien und Portugal im so genannten &#8220;Jetstream&#8221; Niveau in etwa 9 km Höhe. Dort, über der Iberischen Halbinsel, befindet sich ein Höhentief. Es ist entstanden aus einem Kaltluftvorstoß über Westeuropa, der dort jetzt noch als eigenständiger Bereich mit höhenkalter Luft in den nächsten Tagen quasi ortsfest bleibt. Auf der Vorderseite, deutlich gemacht durch den Pfeil, wird dagegen die afrikanische Heißluft über das Mittelmeer nach Norden geschaufelt.</p>
<p>Östlich von diesem Höhentief kommt es zum Absinken der Luft. Und wenn die Luft absinkt, dann steigt natürlich auch der Luftdruck am Boden, wo sich dann ein Hochdruckgebiet befindet. Nun sollte man meinen, dass in einem Hochdruckgebiet nicht viel mehr passieren sollte, als dass die Sonne scheint. Das ist oft so, das muss aber nicht immer so sein. Und damit wären wir bei der schwierigen <em>&#8220;loaded gun&#8221;</em> Wetterlage:</p>
<h3>Schwül-heiß = reichlich Energie</h3>
<p>Wie man sich sicher denken kann, hat heiße Luft einen hohen Energiegehalt &#8211; Temperatur ist ja nichts weiter als eine Energieform, die über die Boltzmann-Konstante in Joule umgerechnet werden kann. Aber auch der Wasserdampf besitzt latente Wärme, also verborgene, die bei Phasenübergängen aufgenommen oder abgegeben wird. Sprich: den höchsten Energiegehalt überhaupt hat heiße und feuchte Luft, den niedrigsten kalt-trockene.</p>
<p>Nun gibt es eine Größe, die angibt, wie viel Energie Schauern und Gewittern zur Verfügung steht. Diese Größe nennt sich <strong>CAPE</strong> <em>(Convective Available Potential Energy)</em>. Momentan sind diese Werte ungewöhnlich hoch &#8211; teilweise berechnen die wichtigsten Vorhersagemodelle über 4.000 J/kg:</p>
<div id="attachment_457" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://scienceblogs.de/weatherlog/files/2013/06/Germany_2013061800_ccin_18.png"><img class="size-medium wp-image-457" alt="CAPE und CIN (J/kg), GFS Prognose für den 18.06.2013, 20 Uhr MESZ" src="http://scienceblogs.de/weatherlog/files/2013/06/Germany_2013061800_ccin_18-300x253.png" width="300" height="253" /></a><p class="wp-caption-text">CAPE und CIN (J/kg), GFS Prognose für den 18.06.2013, 20 Uhr MESZ. Quelle: <a href="http://www.wetter24.de/" target="_blank">wetter24.de</a></p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das sind für Deutschland schon extreme Werte. </strong>Zum Vergleich: selbst in den Tropen liegen die mittleren CAPE-Werte bei 500 bis 1.000 J/kg, für unsere Breiten gelten bereits 3.000 J/kg als selten. <em>Wenn</em> diese Energie angezapft wird, dann kommt es zu extremen Erscheinungen, wie zum Beispiel extreme Fallböen, sodass zerstörerische Winde in Gewitternähe auftreten. Bei entsprechenden Strömungsbedingungen sind dann auch großkörniger Hagel und Starkregen oft mit dabei.</p>
<p>Entscheidend bei CAPE ist aber das Wörtchen &#8220;Potential&#8221;. Denn hohe CAPE-Werte bedeuten nicht zwingend, dass auch Gewitter auftreten. Der Gegenspieler ist hier der &#8220;Deckel&#8221;. Denn der extreme Warmluft-Vorschub verhindert das Aufsteigen eines Luftteilchens, das dann kälter als die Umgebung ist. Damit also bei dieser Wetterlage ein Gewitter entstehen kann, muss die Luft zum Aufsteigen erste eine Barriere überwinden, bis sie ab einer gewissen Höhe frei nach oben steigen kann (<em>&#8220;level of free convection&#8221;, LFC,</em> genannt). Und auch für diese Hürde gibt es eine Größe, nämlich <strong>CIN</strong> <em>(Convective Inhibition)</em>. Je größer (vom Betrag) dieser CIN-Wert ist, umso unwahrscheinlicher ist die Bildung von Schauern und Gewittern, da der &#8220;Deckel&#8221; zu stark ist. In unserem Fall ist das so; wir sehen gerade in den Gebieten, wo die höchste Energie zur Verfügung steht, auch die höchsten Verhinderungs-Werte von um die -50 J/kg.</p>
<h3>Anschaulich:</h3>
<p>Von selbst kann in der ruhenden Luft kein Gewitter entstehen, da die Luft nicht aufsteigen würde. Es braucht äußere Einflüsse, damit dies passiert. Dieses kann zum Beispiel ein Gebirge sein, wo die Luft zum Aufsteigen gezwungen wird, oder eine lange Sonnenscheindauer, damit der Boden aufgeheizt und damit die CIN-Werte verringert werden. Oder noch anschaulicher: Die Waffe ist geladen, aber man kann nicht sagen, ob sie auch wirklich abgefeuert wird. Aber wenn sie abgefeuert wird, dann sind die Auswirkungen heftig. Dementsprechend muss man heute und morgen immer ein Blick auf das Wetterradar haben, da man fast keine Region vor möglichen Hitzegewittern ausnehmen kann, auch wenn die meisten von uns nichts abbekommen werden.</p>
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		<title>&#8220;Das Element Wasser ist derzeit sehr dominant&#8221;: Das Hochwasser in Deutschland und die Astrologie [Astrodicticum Simplex]</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 10:38:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Freistetter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistes- & Sozialwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Astrologie]]></category>
		<category><![CDATA[hochwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Dietrich]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Monika Heer]]></category>
		<category><![CDATA[Neptun]]></category>
		<category><![CDATA[Orakel]]></category>
		<category><![CDATA[Pseudowissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Silvia Grotsch]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir wird oft vorgeworfen, ich würde mich zu sehr und zu oft über die Astrologie ärgern. &#8220;Ist doch egal, wenn ein paar Leute ihr Geld für so einen Unsinn rauswerfen wollen. Reg dich doch nicht über den Quatsch auf&#8221;. Das stimmt ja auch &#8211; wenn Menschen unbedingt meinen, sie müssten ihr Geld zum Astrologen tragen,&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mir wird oft vorgeworfen, ich würde mich zu sehr und zu oft über die Astrologie ärgern. &#8220;Ist doch egal, wenn ein paar Leute ihr Geld für so einen Unsinn rauswerfen wollen. Reg dich doch nicht über den Quatsch auf&#8221;. Das stimmt ja auch &#8211; wenn Menschen unbedingt meinen, sie müssten ihr Geld zum Astrologen tragen, dann ist das ihre Sache. (Und so oft reg ich mich auch nicht auf; von den derzeit 3050 Artikeln meines Blogs beschäftigen sich knapp 60 mit Astrologie.)</p>
<p>Aber es gibt trotzdem Situationen, in denen ich mich sehr intensiv über die Astrologie ärgere. Zum Beispiel, wenn <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/11/22/astrologie-auf-staatskosten-jetzt-wirklich/">der Staat die Astrologie fördert</a> oder wenn <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/07/13/psychologische-astrologie-und-kindererziehung/">Astrologen mit der Psyche von Kindern herumspielen</a>. Wirklich ärgerlich ist auch der Umgang der Astrologen mit großen Katastrophen. <i>Warum</i> das ärgerlich ist, sieht man aktuell beim Hochwasser in Deutschland recht deutlich.</p>
<p><span id="more-32380"></span></p>
<p><b>Nachträgliche Vorhersagen</b></p>
<p>Die Astrologen sind sich ja selbst nicht einig, ob sie jetzt in der Lage sind, Dinge vorher zu sehen oder nicht. Einige sagen tatsächlich die Zukunft voraus, andere sagen, sie würden es nicht können und tun es dann aber doch und wieder andere sagen, dass Astrologie nur eine Art kosmisches Ordnungssystem ist und sich die Situation auf der Erde am Himmel widerspiegelt (was sie dann aber nicht davon abhält, trotzdem Aussagen über die Zukunft zu machen&#8230;)</p>
<p>Jetzt gab es in Deutschland in den letzten Wochen ein dramatisches Ereignis. Ein Hochwasser, so schwer wie schon seit langer Zeit nicht mehr, mit Todesopfern und unvorstellbaren Sachschäden. Eine Katastrophe, die natürlich auch die Aufmerksamkeit der Astrologen geweckt hat. Leider erst hinterher&#8230; </p>
<p>Die &#8220;Diplom-Psychologin&#8221; Silvia Grotsch (Warum sind so viele Psychologen gleichzeitig auch Astrologen? Das ist irgendwie so, als würde ein Umweltschützer gleichzeitig auch Großwildjäger sein.) <a href="http://www.webcitation.org/6HRlMwd1U">schreibt dazu beispielsweise auf ihrer Homepage</a>:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;[Es] wurde natürlich auch die Frage gestellt, ob derartige Ereignisse astrologisch eigentlich „vorhersehbar“ seien. Ja und nein. Ja, weil wir Astrologen wissen, dass Konstellationen am Himmel ihre Widerspiegelung hier unten auf der Erde haben. Nein, weil wir nie genau wissen, wie die Entsprechung KONKRET aussehen wird. Denn jede Konstellation kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Man kann also im Horoskop sehen, dass eine Katastrophe stattfindet, aber erst, nachdem die Katastrophe stattgefunden hat, weil man vorher nicht weiß, was das Horoskop zu bedeuten hat&#8230;</p>
<p>Seltsamerweise weiß man aber hinterher immer <i>ganz exakt</i> was die Planeten am Himmel anzeigen. Da schreibt zum Beispiel Irene Dietrich (&#8220;mediale Astrologin und Intuitionstrainerin&#8221;):</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Saturn stellt in dieser Konstellation die Deiche, das hart Erarbeitete dar, was vom Wasser (Neptun) weggespült, unterhöhlt, massiv unter Druck gesetzt wird. Die Deiche haben ungewöhnlich lange (ebenfalls Saturn, zudem in einem festen Wasserzeichen, was ebenfalls für längere Dauer steht) den hohen Wassermassen (Neptun in Fische mit Spiegelpunkt Jupiter) stand zu halten. Neptun steht ebenfalls für Vergiftung und Keime, so dass auch das Thema der Verseuchung des Wassers durch die Überflutung zunehmend in den Vordergrund tritt.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Neptun hat also mit dem Hochwasser zu tun. Dieses Zitat von Monika Heer (&#8220;Astrologos – Ausbildungszentrum des Deutschen Astrologenverbandes&#8221;) zeigt sehr deutlich, wo das Weltbild der Astrologen her kommt:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Neptun ist eine gierige Gottheit und er ist – so würde man heute sagen – seelisch sehr unausgeglichen. Mal wühlt er mit seinem Dreizack die Meere auf und lässt Sturmfluten entstehen. Ein anderes Mal schleudert er seinen Dreizack auf die Erde und versucht, noch mehr Land zu bekommen. Obwohl die Meere, die er regiert, bereits zwei Drittel der Erde bedecken, scheint er niemals genug zu bekommen. Hochwasser und Sturmfluten, Überschwemmungen und Flüße, die über die Ufer treten, fließendes Wasser ohne Grenzen so wie das endlos scheinende Meer, das mit dem Horizont verschwimmt , das alles wird in der Astrologie dem Neptun-Prinzip zugeordnet.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Da hatten die Astrologen wirklich Glück, dass man sich damals im Jahr 1846 für den Namen &#8220;Neptun&#8221; entschieden hat und nicht für &#8220;Leverrier&#8221; (nach einem der Entdecker des Planeten); ein Name, der zumindest kurzfristig verwendet wurde. Es ist schon ein wenig seltsam, wenn hier immer noch mit der griechisch-römischen Mythologie gearbeitet wird. Konsequenterweise müssten die Astrologen dann auch noch daran glauben, dass die Blitze bei einem Gewitter von Jupiter geschleudert werden&#8230;</p>
<p><b>Die Planeten sind nicht schuld. Aber irgendwie schon</b></p>
<p>Aber Monika Heer stellt zumindest gleich danach klar:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Entgegen der Meinung vieler Astrologiegegner behaupten wir AstrologInnen jedoch NICHT, dass ein Planet namens Neptun das Hochwasser dieser Tage verursacht hat. Immerhin ist der Gasgigant 4500 Millionen km von unserer Erde entfernt, wer würde da ernsthaft von einem physikalisch messbaren Einfluss sprechen?&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Astrologie sei halt nur ein </p>
<blockquote><p><i>&#8220;(&#8230;) Ordnungssystem, das auf einem Oben-Unten-Theorem (OUT) basiert. Das bedeutet, dass Astrologie in Entsprechungen denkt, mit Analogieketten arbeitet und nach Synchronizitäten im Sinne eines C.G. Jung sucht. Und da ist es schon auffällig, dass sich gerade jetzt am Himmel um den Neptun herum Konstellationen bilden, die wir als großes Wasserdreieck bezeichnen. Anders ausgedrückt ist das Element Wasser derzeit sehr dominant und diese Dominanz wird sich in den kommenden Wochen weiter fortsetzen, bis Ende Juni Planet Jupiter sein Zeichen wechselt, die luftigen Zwillinge verlässt und für ein gutes Jahr im Wasserzeichen Krebs unterwegs ist.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Und genau solche Aussagen sind es, die mich ärgerlich machen. Das &#8220;Element Wasser ist derzeit sehr dominant&#8221;. Ja, wer in den letzten Tagen mal in die Nachrichten geschaut hat, der hat das durchaus mitbekommen. Es ist keine allzu große Kunst, das <i>jetzt</i> zu &#8220;erkennen&#8221;, wo überall in Deutschland das Wasser knietief steht. Jetzt solche Sätze rauszuschmeissen klingt ein klein wenig überheblich&#8230;</p>
<p>Man kann das natürlich auch noch viel &#8220;exakter&#8221; &#8220;analysieren&#8221;, wie zum Beispiel <a href="http://www.webcitation.org/6HRlJROrR">hier bei &#8220;Loop&#8221;</a>:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Die momentane Zeitqualität mit ihrem Dauer-Regen ist im aktuellen Zeit-Combin mit Neptun angezeigt durch eine Mond, Merkur (retro), Mars und Lilith Konjunktion im Steinbock und Sonne Quadrat Chiron. Außerdem findet man ein Neptun-Jupiter-Quadrat, das die berüchtigte Unmäßigkeit bebildert. Das Wetter &#8220;bildete&#8221; sich, als um den 20. Mai im Zeit-Combin die genaue Mars-Pluto-Opposition lief. Mond markiert jetzt einen Höhepunkt im Überlauf, zumal er in der Synastrie (rechts) über Uranus im 10. Haus geht.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Dort wird auch ganz ausführlich über frühere Hochwasser gesprochen, die angeblich alle ähnliche astrologische Eigenschaften hatten.</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Auch als es im finsteren Mittelalter, im August 1501 ab Passau zu bösen Überschwemmungen durch die Donau kam und die bisherigen Rekorde der Pegel entstanden, befand sich Neptun (im Radix Waage-Sonne mit Skorpion-Mond und Löwe-AC) unter dem hyper-exakten, fast bogenminuten-genauen Überlauf eines mundanen Mars-Pluto in höchster Spannung zu seiner schwierigen Geburts-Konstellation von Saturn-Neptun im 8. Haus. Aber nicht nur die wird immer wieder sehr genau bei Überschwemmungen getriggert. Solche Transite über die Horoskope der Planeten-Entdeckungen sind auch bei anderen Natur-Katastrophen feststellbar und prognostisch wegen der Genauigkeit äußerst hilfreich.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Nochmal zurück zur Diplom-Psychologin Silvia Grotsch. Sie erklärt uns genau, wie die Katastrophe passiert ist:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Für Wasser steht der Planet Neptun, und dieser steht in seinem eigenen Tierkreiszeichen Fische. (&#8230;) Gleichzeitig steht der Neptun noch bis September diesen Jahres im Trigon zu Saturn im Skorpion. (&#8230;) Nun reicht aber so eine Konstellation nicht aus, um eine Naturkatastrophe auszulösen. Hinzu muss ein dritter Planet treten, der das Ganze triggert. Bei Unfällen, Unglücken, Unwettern ist meist der Mars mit im Spiel. Und tatsächlich: Seit Anfang Juni gesellt sich ein Mars in Zwillinge hinzu, der einerseits die Katastrophe auslöst &#8211; andererseits mit Hilfe der Technik (Zwillinge) wilde Aktionen (Mars) hervorbringt, um die unter den Wassermassen sich auflösenden Dämme zu stabilisieren. Mars allerdings kommt im Quadrat zu Neptun und im Quincunx zu Saturn daher. So werden Anstrengungen auch im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nur ein Schlag ins Wasser sein (Quincunx) und viele Einsätze werden erfolglos ausgehen (Quadrat).&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Frau Grotsch hat weiter oben noch gesagt, dass man die Katastrophe eigentlich nicht vorhersehen konnte. Erklärt aber hier dann doch ganz genau, warum sie genau jetzt stattgefunden hat. Und kann natürlich der Versuchung nicht widerstehen, doch noch ein paar Vorhersagen für die Zukunft zu machen; wenn sie auch wie üblich recht nichtssagend und vage sind (&#8220;viele Einsätze werden erfolglos ausgehen&#8221;. Übrigens &#8211; Wer bei der Hochwasserkatastrophe geholfen hat: Auch das war eigentlich Mars:</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Denn Mars hat sich dann glücklicherweise längst aus der Spannung zu Neptun und Saturn verabschiedet. Und gibt dem großen Trigon Möglichkeit und Raum, betroffenen Menschen großzügige Hilfe zu leisten und unbürokratisch Gelder für den Wiederaufbau fließen zu lassen (Jupiter in Krebs).&#8221;</i></p></blockquote>
<p><b>Was sollte die Astrologie können?</b></p>
<p>Das ist alles ziemlich verwirrend (Die Astrologen werden mir jetzt natürlich wieder sofort vorwerfen, ich hätte keine Ahnung von Astrologie und eigentlich wäre ja alles sehr klar und deutlich). Ich probiere daher die Lage zusammen zu fassen:</p>
<ul>
<li>Die Position der Planeten am Himmel spiegelt irgendwie die Ereignisse auf der Erde wieder, verursacht sie aber nicht unbedingt.</li>
<li>Im Horoskop kann man genau sehen, wie die Katastrophe zustande gekommen ist. Aber erst hinterher. Die &#8220;Dominanz des Element Wassers&#8221; kann man erst dann erkennen, wenn man vorher schon <i>weiß</i> dass ein Hochwasser stattgefunden hat und man im Horoskop nach Wasser suchen muss.</li>
<li>Blickt man mit der Astrologie in die Vergangenheit, dann zeigt sich die Übereinstimmung zwischen den Vorgängen am Himmel und der Erde immer sehr klar und deutlich. Viele vergangene Hochwasser sind im Horoskop gut zu sehen.</li>
</ul>
<p>Wenn das so weit richtig ist (und die oben zitierten Astrologen legen diesen Schluss nahe), dann ist es verwunderlich, dass die Astrologen das Hochwasser NICHT vorhersehen konnten. Denn die Bewegung der Planeten ist durchaus bekannt. Es ist kein Problem, ihre Position für viele Jahre im voraus zu berechnen. Wenn die Astrologen gewollt hätten, dann hätten sie die Horoskope, in denen sie heute das Hochwasser klar und deutlich sehen können, schon vor einem Jahr erstellen können. Oder vor 10 oder 100 Jahren. </p>
<p>Die Astrologie soll ein System sein, um Zusammenhänge zwischen den Vorgängen am Himmel und der Erde zu erkennen. Wenn sich nun aber die Vorgänge am Himmel vorhersagen lassen (und das ist der Fall!), dann folgt daraus, dass sich auch die Vorgänge auf der Erde vorhersagen lassen müssten.</p>
<p>Und wenn die Astrologin Monika Heer &#8211; wie oben zitiert &#8211; <i>heute</i> in den Horoskopen ein &#8220;auffälliges großes Wasserdreieck&#8221; erkennen kann, warum kann man das nicht auch schon letztes Jahr erkennen? Wenn die Astrologin Silvia Grotsch <i>heute</i> deutlich sehen kann, dass Mars die Katastrophe getriggert hat, warum konnte sie das nicht auch schon vor 5 Jahren sehen? Man hätte damals exakt die gleichen bunten Horoskop-Bilder zeichnen können, in denen heute alles so klar erkennbar ist.</p>
<p>Das Problem an der Sache ist offensichtlich. <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/01/07/astrologie-ist-unsinn/">Astrologie ist Unsinn</a>. Wäre es nicht so, dann würde man das bemerken. Dann würden die Astrologen nicht ihr Geld mit komischen Sendungen auf &#8220;Astro TV&#8221; verdienen müssen und die Astrologiebücher stünden nicht in der Esoterikabteilung der Buchhandlungen. Wenn die Astrologie wirklich das mächtige Instrument ist, das es laut Astrologen sein soll, dann würde es schon längst weltweit überall eingesetzt.</p>
<div id="attachment_10974" class="wp-caption aligncenter" style="width: 366px"><a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/files/2013/06/the_economic_argument.png"><img src="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/files/2013/06/the_economic_argument.png" alt="Bild: xkcd CC-BY-NC 2.5)" width="356" height="476" class="size-full wp-image-10974" /></a><p class="wp-caption-text"><a href="http://xkcd.com/808/">Bild: xkcd</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.5/">CC-BY-NC 2.5</a>)</p></div>
<p>Warum nicht einen Computer laufen lassen, der automatisch die Positionen der Planeten berechnet (wie das geht wissen schon die Astronomiestudenten, das ist <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/04/06/mercury-ein-professionelles-programm-zur-simulation-der-planetenbewegung/">keine große Kunst</a>) und dabei zum Beispiel nach &#8220;auffälligen Wasserdreiecken&#8221; sucht? So wüsste man schon lange vorher über kommende Krisen Bescheid.</p>
<p><b>Die Astrologie kann alles erklären</b></p>
<p>Natürlich funktioniert das nicht. Wenn es anders wäre, dann würde die Astrologie längst überall auf diese Art eingesetzt. Die Astrologie kann immer erst hinterher &#8220;erkennen&#8221;, was am Himmel zu sehen ist. In der nachträglichen astrologischen Analyse sieht das zwar immer recht eindeutig aus &#8211; aber das liegt nur daran, dass die Astrologie sich ein riesiges Arsenal an potentiellen Bedeutungen zugelegt hat. Alles kann etwas bedeuten. Wenn nicht &#8220;Mars in den Zwillingen&#8221; der Trigger ist, dann findet sich mit Sicherheit etwas anderes, denn jeder Planet steht am Himmel immer irgendwo und für jede Konstellation gibt es jede Menge Interpretationsmöglichkeiten. Und dann sind die noch die Häuser, die Aspekte und all die anderen Möglichkeiten, Bedeutung aus dem Horoskop zu lesen.</p>
<p>Im Horoskop findet man <i>alles</i>. Diesmal war es ein Hochwasser und weil sie wissen, das es ein Hochwasser gab, können die Astrologen sich aus den unzähligen Interpretationsmöglichkeiten diejenigen heraussuchen, die zum Hochwasser passen. Hätte es stattdessen Waldbrände gegeben oder wäre ein Flugzeug abgestürzt, dann hätte man sich eben das herausgesucht, das zu Waldbrand oder zum Flugzeugabsturz passt. Wäre an dem ganzen System tatsächlich irgendwas dran, dann würde eine vernünftige Statistik die Zusammenhänge zwischen Himmel und Erde auch zeigen. Aber es reicht eben nicht, immer nur hinterher nachzusehen, ob man im Horoskop irgendwas finden kann, was zu dem Ereignis passt, das schon stattgefunden hat. Die Astrologen mögen beeindruckt sein, wenn sie bei jedem Hochwasser irgendeinen Zusammenhang mit Neptun finden. <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/04/29/warum-statistik-wichtig-ist/">Mit echter Statistik hat das aber nichts zu tun</a>. Die Astrologen lassen sich von den &#8220;richtig-positiven&#8221; Fällen beeindrucken, kümmern sich aber nicht um die Frage der falsch-positiven (wie oft gab es kein Hochwasser obwohl Neptun in einer bestimmten Position war), die falsch-negativen (wie oft gab es Hochwasser, obwohl Neptun nicht in einer bestimmten Position war) und die richtig-negativen (wie oft gab es kein Hochwasser, wenn Neptun nicht in der der bestimmten Position war). So einer vernünftigen Auswertung ihrer Daten verschließen sich die Astrologen standhaft &#8211; sie wäre auch gar nicht möglich, da es keine klare Regeln gibt, die sagen, wie bestimmte Ereignisse mit bestimmten Himmelskonstellationen zusammenhängen (Neptun war ja vor einigen Wochen auch schon <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/04/20/astrologie-und-katastrophen-der-bombenanschlag-von-boston/">am Bombenanschlag in Boston schuld</a>. Erst wenn man weiß, was man erklären will, findet man die &#8220;passenden&#8221; Zusammenhänge.</p>
<p>Die Astrologie ist ein Orakelsystem. Genauso wie zum Beispiel beim Lesen aus dem Kaffeesatz oder der Eingeweideschau (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hieroskopie">Hieroskopie</a>). Das bunte Horoskopbild ist nur eine Projektionsfläche für die Platitüden der Astrologen; die Planeten, Häuser und Aspekte sind nur die Kulisse, vor der sie ihre Allgemeinplätze abspulen können. Man könnte die ganzen &#8220;Anzeichen&#8221;, &#8220;Trigger&#8221; und &#8220;Zusammenhänge&#8221; genau so aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auspizien">Flug der Vögel</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pyromantie">dem Flackern eines Feuers</a> oder dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Astragalorakel">Wurf von Knochen</a> &#8220;erkennen&#8221;. Heute ist den meisten Menschen klar, dass die Eingeweide von Tieren nicht wirklich irgendwas über die Welt oder Zukunft aussagen. Die Astrologie hat sich aber im Laufe der Zeit eine ausreichend komplizierte Fachsprache zugelegt (bzw. sich bei der Fachsprache der Astronomie bedient), die den Laien vorspielt, es handle sich um eine Wissenschaft. Wenn von &#8220;Konjunktionen&#8221;, &#8220;Synchronizität&#8221; oder &#8220;Zeitqualität&#8221; gesprochen wird, dann verbirgt das oft erfolgreich die Tatsache, dass nichts dahinter steckt.</p>
<p><b>tl;dr</b></p>
<p>Wäre die Astrologie so mächtig, wie von den Astrologen behauptet, dann wäre sie auch in der Lage, Katastrophen wie das Hochwasser in Deutschland vorherzusagen. So wie bei allen <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/01/15/wie-man-katastrophen-schamlos-ausnutzen-kann-das-erdbeben-in-haiti-und-die-astrologen/">anderen Katastrophen</a> haben die Astrologen aber auch hier wieder erst hinterher genau gewusst, warum die Planeten ganz &#8220;exakt&#8221; zeigen, dass das Hochwasser passieren musste. Aussagen wie <i>&#8220;Das Element Wasser ist derzeit sehr dominant.&#8221;</i> erscheinen mir unter diesem Gesichtspunkt als nicht mehr als eine Verhöhnung der Opfer.<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2ccb8e15875a405aa1a0a5d526d130f8" width="1" height="1" alt=""></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
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